Wellengang im Kopf

„Tage zwischen Ebbe und Flut“ – Carin Müller

Autorin: Carin Müller | Seiten: 288 | Taschenbuch 9.99 € | ISBN: 978-3-426-51973-8 | Erscheinungstermin: 01.09.2016 | Knaur TB

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Er kam ganz plötzlich: dieser unberechenbare Wellengang in Felix Kopf, der ihn vollends erfasst und seine Erinnerungen durcheinanderwirbelt wie in einer Waschtrommel. Plötzlich herrscht in seinem Kopf Unruhe. Erinnerungen kommen und gehen wie Ebbe und Flut. Er kann sie nicht festhalten.

Felix ist 70 Jahre alt, als ihm das passiert. Ganz heimtückisch überkommt sie ihn, die Krankheit Alzheimer, und macht aus dem sonst so selbstbewussten Mann einen unsicheren und unkontrollierbaren Zeitgenossen.

Auf einer gemeinsamen Kreuzfahrt mit Ehefrau Ellen, Tochter Judith und Enkelin Fabienne soll ihn das Meer besänftigen. Doch während Felix die Reise durchs Mittelmeer als wunderbares Abenteuer erlebt, beginnt für die drei Frauen eine Seelenreise durch tiefes Gewässer, die verborgene Emotionen zutage spült.

„Felix sah aufs Meer. (…) „Das bin ich.“, er deutete aufs Wasser. „Die Wellen sind in meinem Kopf. Alles ist da. Alles. Aber es bewegt sich. Ich kann es nicht festhalten.“

Zitat, Seite 36

Es sind Tage zwischen Ebbe und Flut, die Carin Müller in ihrem gleichnamigen Roman präsentiert. Ein unkontrollierter Seegang, der uns durch das Krankheitsbild der Volkskrankheit Alzheimer spült und uns Momente voller Höhen und Tiefen beschert.

Romane mit dieser Thematik gibts mittlerweile wie Sand am Meer. Was Müllers Roman jedoch von den anderen unterscheidet, ist der Schauplatz. Während sich z.B. Colemans Protagonistin in „Einfach unvergesslich“ in ihrem vertrauten Umfeld bewegt, verlässt Müllers Protagonist sein gewohntes Terrain: das Meer dient als Setting.

Was daraus entsteht, ist eine emotionale Seelenreise für alle Beteiligten. Denn nicht nur Felix wird von den wogenden Wellen des Meeres erfasst, sondern auch seine Begleiterinnen. Das familiäre Chaos ist vorprogrammiert.

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„Seine Gedanken waren klar und durchsichtig wie Wasser. Dass sie in seinem Kopf wogten wie Wellen, machte ihm hier nicht zu schaffen. Er hatte gar nicht mehr das Bedürfnis, einen davon festzuhalten oder zu verfolgen, sondern ließ es einfach zu. Und das tat so gut. Ganz diffus, irgendwo weit weg, war die Trauer, die sonst sein ständiger Begleiter war. Die Trauer um den wortgewaltigen, witzigen Mann, der mit Eloquenz und Charme seine Umgebung betört hatte. Das war mit einem Mal nicht mehr wichtig, denn dieser Mann war nur Fassade gewesen. Jetzt war er einfach nur er selbst.“

Zitat, Seite 177

Felix erlebt auf der Reise Momente völliger Klarheit. Mit der Kreuzfahrt geht für ihn ein langgehegter Herzenswunsch in Erfüllung. Er ignoriert die ständigen Rangeleien von Ehefrau und Tochter, überrascht sie mit liebevollen Gesten und Momentaufnahmen aus der Vergangenheit. Doch zu Felix guten Momenten gesellen sich auch jede Menge schlechte: er wird von plötzlich auftretenden Gedächtnislücken, Unsicherheit und Verärgerung heimgesucht, reagiert oft wie ein trotziges Kind. Sein schwer kontrollierbares Wesen wird zu einer Geduldsprobe. Vor Allem, als er von heute auf morgen verschwindet und auf einem benachbarten Kreuzfahrtschiff als blinder Passagier auftaucht.

„Wie schrecklich muss das sein, wenn der geliebte Partner Stück für Stück verschwindet und nur noch eine leere Hülle bleibt? (…) Im Grunde ist das alles Trauer am lebenden Objekt, denn meinen Vater gibt’s schon lange nicht mehr.“

Zitat, Seite 127

Ellen, die von Felix steigender Demenz am Meisten betroffen ist, wirkt völlig hilflos. Ihr Nervenkostüm ist dünn, sie ist leicht reizbar und kompensiert ihre Hilflosigkeit mit Wortkargheit und Großschnauzigkeit, die zu unnötigen Kämpfen mit ihrer Tochter führen, die Partei für ihren Vater ergreift. Die Zankerei der Beiden wird nicht nur für das direkte Umfeld, sondern auch für den Leser nahezu unerträglich. Gerne hätte ich den lächerlichen Streitereien einen Riegel vorgeschoben und um Disziplin gebeten!

Man merkt, dass Müllers Geschichte auf eigenen Erfahrungen basiert. Die Charaktere allen voran Felix, sind liebevoll gezeichnet und das Krankheitsbild präsentiert sich so heimtückisch und unberechenbar wie im wahren Leben. Da ich im familiären Umfeld selbst schon mit den Folgen der Krankheit konfrontiert war, ist mir der schwere physische Prozess bewusst, den Betroffene und Angehörige durchleben. Demente Menschen verlieren Stück für Stück und unwiederbringlich sich selbst.

Carin Müller balanciert mit ihren Roman auf einem schmalen Grad zwischem leichten Unterhaltungsroman und dramatischer Familiengeschichte. Sie lädt ihre Leser auf eine abenteuerliche Schifffahrt durch schwieriges Fahrwasser ein, die nicht nur Verluste, sondern auch jede Menge Erkenntnisse und Chancen mit sich bringt.

„Vergessen ist eine Form von Freiheit.“

Khalil Gibran

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6 Jahre „Nur Lesen ist schöner“ + Gewinnspiel

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In der Nacht vom 23. auf den 24. Januar 2011 hat “Nur Lesen ist schöner” das Licht der Welt erblickt. Was als virtuelle Gedankenbibliothek entstand, ist mittlerweile zu einer lebendigen Kommunikationsplattform gewachsen, auf die begeisterte Leser aus der ganzen Welt gespült werden.

Sicher zählt mein Blog aufgrund seiner Reichweite nicht zu den populärsten Literaturblogs in Deutschland, auf die über 40.000 Aufrufe bin ich dennoch stolz. „Nur Lesen ist schöner“ ist zu einem leidenschaftlichen Hobby von mir geworden, dem ich auch weiterhin voller Begeisterung nachgehen werde.

Während sich einige Bloggerkollegen aufgrund der immensen Beanspruchung von Zeit und Energie, des wachsenden Drucks und möglicherweise entstandenen Lese- und Schreibflauten, für eine krafttankende Bloggerauszeit entscheiden, wird „Nur Lesen ist schöner“ auch weiterhin verfügbar sein.

Die Häufigkeit meiner Beiträge wird sich nach der Anzahl der gelesenen Bücher und der verfügbaren Zeit richten, allerdings möchte ich 2017 „Nur Lesen ist schöner“ ein professionelleres Gewand schenken. Ich werde mich auf einigen Veranstaltungen, wie z.B. dem Literaturcamp Heidelberg umschauen und mir Tipps und Tricks einholen, wie sich mein Vorsatz in die Tat umsetzen lässt. Wer hier hilfreiche Anregungen auf Lager hat, ist herzlich dazu eingeladen, sie loszuwerden.

Die letzten sechs Blogjahre haben mir eine Reihe an Begegnungen geschenkt. Viele Bloggerkollegen, Verlagsmitarbeiter, AutorINNen und treue Leser kenne ich mittlerweile persönlich und sind zu persönlichen Herzensmenschen geworden. Euch allen habe ich die Fülle an persönlichen Lieblingsmomenten in meinem Leben zu verdanken!

Neben der Kategorie #kinderfreuden, in der ich Kinderbücher aus großen und kleinen Augen vorstelle, hat sich im letzten Jahr „How to explore xxx as a booklover“ dazugesellt. Hier werde ich fortan von meinen literarischen Roadtrips erzählen und die schönsten Entdeckungen mit euch teilen. Der von Sandro Abbate  initiierte Aufruf #warumichlese, an dem ich mich neben zahlreichen Bloggerkollegen zu den Ursprüngen meines Lesens geäußert habe, wird im März 2017 in einer Anthologie im homunculus verlag münden. Die Anthologie wird 40 Liebeserklärungen an die Literatur beherbergen und meine wird eine davon sein.

Heute möchte ich euch allen DANKE sagen. Danke für die zahlreichen Fußspuren, die ihr auf meinem Blog hinterlasst, für jedes Like, jeden Kommentar und jede Email, das/den/die ihr auf den Weg sendet. Für euren Zuspruch, eure zahlreichen Tipps und all den Rest. Ihr alle habt „Nur Lesen ist schöner“ zu dem gemacht, was es heute ist!

Gewinnspiel

Als Dank für eure Treue, möchte ich euch heute eine Freude machen. Mich haben letztes Jahr zwei Exemplare von „Das Buch vom Meer“ (Morten A. Strøksnes) aus dem DVA Verlag erreicht. Die Geschichte katapultierte mich direkt in das Schlauchboot zweier Freunde, die im Nordatlantik einen Eishai fangen wollen. Es ist ein Sehnsuchtsbuch, eines das dich Naturgewalten spüren lässt und sich dir wie eine lebendige Enzyklopädie des Meeres begegnen wird. Und genau deshalb möchte ich heute eines der Bücher unter euch verlosen.

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Hinterlasst bis zum 24. Februar 2017 einen Kommentar unter diesem Beitrag und lasst mich an euren kreativen Beiträgen zum Meer teilhaben. Reimt, singt und schreibt was das Zeug hält.

Den Gewinner bzw. die Gewinnerin werde ich in einem separaten Beitrag bekannt geben.

Danke, dass es euch gibt.

Rosarotes Elefäntchen

„Elefant“ – Martin Suter

Autor: Martin Suter | Seiten: 352 | Hardcover Leinen 24.00 € | ISBN: 978-3-257-06970-9 | Erscheinungstermin: 18.01.2017 | Diogenes Verlag

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Eigentlich verhält sich alles so wie immer. Zumindest denkt der Obdachlose Schoch das, als er aus seinem Drehrausch (so nennt er die Räusche, bei denen sich im Anschluss alles drehte) erwacht und einen rosaroten Minielefanten in seiner Höhle am Flussufer erblickt. Er schreibt die elefantöse Halluzination zunächst dem Alkohol zu, der am Vorabend wieder reichlich floss.

 Doch der kleine Elefant wirkt ziemlich echt und erfüllt Schochs Höhle in der Dunkelheit nicht nur mit einem magisch rosaroten Leuchten sondern hinterlässt auch reichlich Elefantendung im „Flussbett“, das er vom verstorbenen Vorbesitzer Sumi übernommen hat. Schoch fühlt sich verantwortlich für das kleine Wesen und schließlich lebt sich’s in Gesellschaft doch so viel besser. Er kann sich nicht sattsehen, an dem spielzeugartigen Geschöpf, das sich verhält wie ein waschechter Elefant aus dem Zoo.

„Es war ein winziger Elefant, höchstens vierzig Zentimeter lang und dreißig hoch. Er besaß die Proportionen eines Jungtieres und die Haut eines … eines Marzipanschweinchens! Nur ein wenig runzelig. Und mit rosa Härchen auf dem Rücken.“

Zitat, Seite 102

Doch kein Mensch erschafft ein rosa leuchtendes Geschöpf ohne gewisse Absichten und so ahnt Schoch bereits, dass jemand nach der Miniaturausgabe des Elefanten suchen wird. In der „Gassenklinik“, einer Tierarztpraxis für obdachlose Tierbesitzer, sucht er sich Hilfe bei Veterinärin Valerie. Sie hegen und pflegen den kleinen rosa Elefanten heimlich und taufen ihn auf den Namen Sabu.

Indess hat Dr. Roux, Genforscher und rechtmäßiger Besitzer von Sabu, längst die Fährte nach seinem rosaroten Versuchsobjekt aufgenommen, das ihm zum großen Durchbruch in der Gentechnik verhelfen soll. Denn dass der Oozie Kaung, besser bekannt als Elefantenflüsterer des Zirkus Pellegrini, Dr. Roux die Geburt von Barisha (alias Sabu) unterschlagen hat, findet der erst sehr viel später raus. Denn Kaung sieht in Barisha ein heiliges Wesen und wittert bereits vor der Geburt ihre Besonderheit. Er schützt den Elefanten fortan mit seinem Leben.

„Barisha war bezaubert. Sie besaß den Charme, die Neugier, die Tapsigkeit und die Anhänglichkeit aller Elefantenbabys. Nur dass sie viel, viel kleiner war. Und rosa. Und im Dunkeln leuchtete wie ein außerirdisches Wesen.“

Zitat, Seite 175

Doch Sabu Barisha leidet an mikrozephalem osteodysplastischem primordialem Zwergwuchs, das bei Menschen zumeist mit Hirnblutungen und Gefäßverengungen verbunden ist, sprich, mit einer nicht allzu langen Lebensdauer. Und so beginnt für den Elefanten ein Wettlauf gegen die Zeit.

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„Sieben Tage oder ein paar Millionen Jahre – Zeit ist relativ. Alles eine Frage der Perspektive. Wie lange kommt der Eintagsfliege ihr Leben vor?“

Zitat, Seite 275

Ich bin kein Suter-Experte. Dennoch habe ich bereits vor dem Lesen vermutet, dass der neue Roman des bekannten Schweizers Autors („Ein perfekter Freund“, „Lila, lila“, „Montecristo“), der mich bereits mit seinem Roman „Der Koch“ gut unterhielt, sich wieder gewohnt subtiler Natur präsentieren wird. Und ich wurde nicht enttäuscht.

Suter mixt einen hochprozentigen Cocktail aus Sci Fi, Thriller und Märchen, würzt ihn mit gesellschaftskritischen, ethischen und existenziellen Fragen und serviert ihn im rosa fluoreszierenden Look.

Die Geschichte präsentiert sich dabei in gewohnter Manier: facettenreich. Suter stochert wieder in allerhand Dingen herum, streut Salz in offene Wunden und trifft ihn dabei genau: den Nerv der Zeit. Seine vorangegangenen Recherchen auf der Straße, in der Gentechnik und Zoologie münden in einer authentischen Geschichte mit einer Prise Magie. Und so findet sich der Leser nicht nur an einem Handlungsort, sondern an zahlreichen wieder. Die Reise, die in Schochs Unterschlupf am Flussufer beginnt, geht über die Hotspots der Randständigen, das Zirkusgelände des Zirkus Pellegrini, dem Genlabor von Dr. Roux, den tierärztlichen Sippvisiten zweier Veterinäre bis hin zu einer Prachtvilla aus vergangenen Zeiten.

Suters Recherchen scheinen sich dabei ausbezahlt zu haben. Sowohl die Momentaufnahmen aus Schochs Leben als auch aus dem Zirkus Pellegrini wirken nachvollziehbar. Der elefantöse Held der Geschichte, Sabu Barisha, trampelt dabei ganz naturgetreu zwischen den Seiten herum und bäumt sich an der ein oder anderen Stelle auf, um zu beweisen, dass er nicht ausschließlich ein kleines süßes Minielefäntchen, sondern ein Lebewesen ist, dem man Respekt zu zollen hat.

Suter setzt sich außerdem sehr stark mit der Gentechnik auseinander. Er wirft sowohl ethische als auch gesellschaftskritische Fragen in die Runde und setzt ganz klar Grenzen im Hinblick auf die Veränderung der DNA, die ein manipulierender Eingriff in das Leben und die Menschlichkeit darstellt. Leider wird sie nicht nur aus rein präventiven Aspekten im Umgang mit Krankheiten, sondern auch aus materiellen Aspekten vorgenommen. Es entsetzt mich dabei immer wieder, was Sensationsgier aus Menschen macht. Suter scheint uns damit die Ehrfurcht vor der Natur lehren zu wollen.

Durch unterschiedliche Zeitabschnitte, die mithilfe von Datumsangaben der jeweiligen Zeit zuzuordnen sind, verleiht Suter seiner Geschichte eine gleichbleibende Spannung und schafft ein temporeiches Unterfangen. Leider schenkt mir Suter im Mittelteil des Romans dem Obdachlosen Schoch ein klein bisschen zu wenig Aufmerksamkeit und konzentriert sich zu stark auf den Rest, gegen Ende des Romans gelangt er diese aber wieder zurück.

Suter ist ein spannender Roman gelungen, der durch Facettenreichtum, Authentizität und Magie punktet. Ein wahrlich elefantöses Lesevergnügen! Törööö!

„Jemand wollte ein Luxusspielzeug designen, und es ist ein empfindsames Wesen dabei herausgekommen.“

Zitat, Seite 271

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Lesetipp:

Martin Suter stand im Interview mit migrosmagazin.ch: Ein interessantes Gespräch über Identität, freundliche Randständige und seine strengste Kritikerin.

[Kehrwoche 2017] Nur das Lesezeichen weiß Bescheid. Abgebrochene Bücher

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Unglaublich, wie rasend schnell so ein Jahr vergeht! In 365 Tagen häuft sich bei mir immer so viel an, dass ich kaum Zeit finde, es abzuarbeiten. Doch Maike und Mareike von Herzpotenzial schaffen Abhilfe und veranstalten bereits zum dritten Mal die Kehrwoche, die zu Beginn des neuen Jahres ein wenig Ordnung in den Blog, auf den Nachttisch und ins Bücherregal bringen soll.

Drei Tage lang möchte auch ich mich dem Aufarbeiten widmen und Altlasten aus 2016 loswerden. Mein Bücherregal durchwälzen, Bücher aussortieren, alte Schätze wiederentdecken und unnötige Bücherstapelstolperfallen mit angestaubten Büchern aus meiner Wohnung verbannen. Es wird Zeit, endlich Ordnung in die Bude zu bringen!

Tag 1: Abgebrochene Bücher

Ich war nie so der Bücherabbrecher. Irgendwann viel später, es muss „Die Pfaueninsel“ gewesen sein, wurde ich jedoch eines Besseren belehrt und habe eingesehen, dass ein zwanghaftes Weiterlesen nur sehr wenig Sinn macht. Es raubt mir schlichtweg die Freude am Lesen. Und das kann ich nicht verantworten! Ich bin mir sicher, für manche Bücher benötigt es einfach den richtigen Zeitpunkt oder aber er kommt schlichtweg nie. Je nachdem. Hatte ich beides schon.

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Was also macht man in solch einem Fall? Richtig. Das Lesen abbrechen. Im letzten Jahr habe ich das bei „Wohin der Wind uns weht“ so gemacht. Ich hatte mich auf die Geschichte um einen Pianisten, der die vergilbten Briefe seines Großvaters entdeckt und sich dadurch auf eine Reise zu seinen Wurzeln begibt, so gefreut. Eigentlich ist der Plot nämlich genau mein Ding. Das Cover sah vielversprechend aus und die Kurzbeschreibung las sich bereits toll. Doch 60 der 229 Seiten (ich finde, damit habe ich mich schon wacker geschlagen!) reichten aus, um festzustellen, dass ich mit dem hochtrabenden und altertümlichen Schreibstil von Joao Ricardo Pedro nicht wirklich warm werde. Nach wenigen Zeilen war ich bereits völlig geschafft. Und lustlos. Und irgendwie gar nicht mehr glücklich.

Ich möchte den Roman daher einem interessierten Bücherwurm an die Hand geben und es vom Bücherstapel meiner ausgestoßenen Bücher befreien. Ich denke, ich werde es kein weiteres Mal aus dem Stapel ziehen. Wer sich Pedros Werk annehmen möchte, ist herzlich eingeladen, sein Interesse in den Kommentaren zu bekunden. First come, first serve!


Schließt euch ebenfalls der Aktion von Maike und Mareike an und befreit euch von euren Altlasten. Die Kehrwoche findet in der Nacht von Samstag auf Sonntag mit der langen Nacht der aufgeschobenen Bücher ihr Ende. Unter dem offiziellen Hashtag #lndab findet ihr alle Beiträge zum Abschlusslesen. Ich hoffe, wir lesen uns!?

Die fegende Steffi.

#2016bestnine: Meine Highlights des Jahres 2016

Meine lieben Leser,

wenn man so ein Vielleser ist wie ich, kommt übers Jahr einiges an Büchern zusammen. Doch nicht jedes Buch schafft es, mich vollends zu begeistern. Tatsächlich haben es 2016 gerade mal knapp zwei Hände voll Bücher geschafft, sich einen besonderen Platz in meinem Herzen zu ergattern. Die Aktion #2016bestofnine auf Instagram kam mir daher gerade recht, euch meine bewegensten neun Bücher des Jahres 2016 zu präsentieren.

Mit Klick auf das Bild gelangt ihr zur jeweiligen Besprechung…

Während andere Leser sich auf ein bestimmtes Genre konzentrieren, sind meine Jahreshighlights ein buntes Potpourri aus Sachbuch, Belletristik, Jugend- und Kinderbuch. Es setzt sich dabei nicht ausschließlich aus brandaktuellen Büchern zusammen, sondern beinhaltet oft auch ältere Klassiker.

Dies ist dieses Jahr an Heinrich Bölls Irisches Tagebuch zu erkennen, das mir 2016 als lebendige Inspirationsquelle und Orientierungshilfe bei meiner Recherche um das diesjährige Urlaubsziels Irland diente. Bölls Meisterwerk, das bereits 1957 für Begeisterungsstürme und zahlreiche Übersiedlungen auf die grüne Insel sorgte, hat sich so stark in meinem Gedächtnis verankert, dass es denjenigen unter euch, die es noch nicht gelesen haben, dringend ans Herz gelegt sei.


Dass Jugendbücher nicht ausschließlich für Jugendliche sind, habe ich bereits in den letzten Jahren festgestellt. Deshalb wollte ich mich auch in diesem Jahr wieder einigen Jugendromanen widmen, die es auch als Erwachsener zu lesen lohnt.

Es sind Geschichten, die ein breites Publikum an Lesern ansprechen, sogenannte All Age Romane, die aufgrund ihrer Thematik Leser jeden Alters begeistern können. Anne Freytags Mein bester letzter Sommer gehört für mich ganz klar dazu, ist wohl einer der überwältigensten Jugendromane, die ich bisher gelesen habe. Freytag behandelt ein trauriges Thema mit nahezu spielerischer Leichtigkeit und Lebensfreude, dass dir vor Ergriffenheit die Tränen über die Wangen rollen. Versprochen! Die Geschichte um Tessas besten letzten Sommer ist jede Zeile wert!

Die Geburt meiner Patenkinder hat nicht nur besondere Herzenskinder sondern auch ein besonderes Herzensprojekt zum Leben erweckt. Seitdem haben sich eine Reihe bunter Kinderbuchbesprechungen zu der Rubrik #Kinderfreuden gesellt. 2016 sind besonders oft Opas Insel, Der Bär am Klavier und Fabers Schatz von den kleinen Kinderhänden aus dem Regal gezogen worden. Die Kinderbücher beherbergen nicht nur liebevolle und lebendige Illustrationen, sondern auch besondere Geschichten. Vor Allem Cornelia Funke ist mit ihrem Kinderbuch Fabers Schatz ein Plädoyer für ein friedliches Miteinander gelungen.

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Ernest Hemingway übt seit jeher eine besondere Faszination auf mich aus. Naomi Woods Als Hemingway mich liebte ist eine gelungene Geschichte um den exzentrischen Womanizer und seine vier Herzensdamen, die aus Briefen authentischer Quellen entstanden ist. Sie hat mich durch berauschende Hochs und verzweifelte Tiefs geführt. Eine Achterbahnfahrt à la Hemingway.

Auch Nina George hat mich im Frühjahr diesen Jahres geflasht. Ihr Mut, ein bereits begonnenes Buchprojekt komplett abzubrechen und sich etwas völlig Neuem zu widmen, hat Respekt und Anerkennung verdient. Ihr emotional schwerwiegender Roman Das Traumbuch, der sich um den Tod und Parallelwelten dreht, ist nicht für jedermann etwas. Sicherlich aber für all diejenigen unter euch, die offen sind für eine emotional berührende Reise voller Fantasie.

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Benedict Wells war mir zugegebener Maßen lange Zeit kein Begriff. Als man mir seinen aktuellsten Roman Vom Ende der Einsamkeit an die Hand gab, änderte sich das jedoch schnell. Denn die Geschichte um Jules und seine Geschwister, die stark von Einsamkeit und Andersartigkeit geprägt ist, hat mich nicht nur zutiefst bewegt, sondern auch eine Wells-Lesewelle in Gang gesetzt, die mich fortan durch die vorangegangenen Romane spült. Ein Roman, der aus gutem Grund gehypt wird und den man sich einfach nicht entgehen lassen sollte.

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Und dann ist da noch Candy Bukowskis Romandebüt Wir waren keine Helden. Ihr heldenhafter Coming of Age Roman hat mich umgehauen. Eine Geschichte, die mir unter die Haut ging. Ein Buch, das von so vielen aufrichtigen und emotional getränkten Zeilen der Autorin gefüllt ist, das es förmlich weh tut beim Lesen. Ein Roman, zum Bersten gefüllt mit Leben.

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Ich wünsche euch einen guten Rutsch ins Jahr 2017. Auf dass das kommende Jahr euch viele Lesestunden, Begegnungen und Lieblingsmomente beschert.

Wir lesen uns.
Herzlichst, eure Steffi

#1.2: How to explore „Ireland“ as a booklover: On the road to Galway

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Hallo ihr literarischen Weltenbummler,

unser literarischer Roadtrip über die grüne Insel im Sommer hat uns nicht nur durch die Unesco City of Literature Dublin geführt, sondern auch durch zahlreiche irische (Klein-)Städte. Ich habe so viele Bilder gemacht und Momentaufnahmen eingesammelt, dass ich mich erstmal geistig ordnen musste. Heute gibt’s den versprochenen zweiten Teil mit unseren kleinen aber feinen Entdeckungen in einem kleinen Ort namens Thomastown im County Kilkenny und in Galway. Wir haben dort ein paar entzückende Oasen entdeckt, die ich euch einfach nicht vorenthalten kann. Enjoy!

Thomastown, County Killkenny

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The Book & Coffee Shop

Was für ein bezauberndes irisches Kleinod! Schon beim Hereinfahren in dieses niedliche Städtchen erspähten wir die entzückende Fassade des „The Book & Coffee Shop“. Wir entschieden uns spontan für einen Zwischenstopp, um unsere Energiereserven aufzufüllen.

Schon beim Eintreten in den Laden wehte uns der Duft von frischem Kaffee, süßen Leckereien und alten Büchern um die Nase. Eine wunderbare Duftmischung, an der ich mich gar nicht satt riechen konnte. Bücher wohin das Auge reicht! In dem kleinen Raum des Cafés kuscheln sie sich aneinander und lassen selbst die klitzekleinsten Ecken nicht aus. Im Geiste verhandelte ich bereits mit der Besitzerin, mir diesen entzückenden Laden zu überschreiben.

Schon nach dem Eintreten stürzte ich mich auf die langen Regalreihen, meterhohen Eck- Bücherstapel und die entzückenden Kinderbücher auf dem Fenstersims, dass ich fast vergaß, meinen Kaffee zu trinken. Ein Traum von einem Laden, den ihr bei eurem Irland-Trip unbedingt einplanen solltet!

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Galway

„Schon der Name allein – Galway – bringt ein Kribbeln in Ihre Finger. Keine andere irische Stadt beschwört eine vergleichbare Begeisterung, Liebe und Nostalgie herauf.“

Pól O’Conghaile

Zugegeben, ich kann die Euphorie des bekannten Reiseautoren Mr. O’Conghaile nicht ganz teilen, da mir die Stadt im Westen Irlands, die sich seit 2014 als eine von fünf Unesco City of Film auf der Welt bezeichnen darf, bei unserem eintägigen Aufenthalt nicht ganz so nostalgisch begegnet ist. Dennoch haben wir in der Stadt und Grafschaft Galway, die hinter Cork die zweitgrößte Grafschaft der Insel ist, einige nette Ecken entdeckt.

Die Fußgängerzone Galways war bei unserem Aufenthalt rege frequentiert und präsentierte sich wie eine einzige Partymeile. Fast schon überfordert wurden wir durch eine Welle von ausgelassenen Iren und neugierigen Touristen gespült, die uns überall vor die Füße stolperten und die Pubs und Läden bis zum Bersten füllten. Die schmalen Gässchen im mittelalterlichen Charme sind von schrulligen Häuserfassaden und buntem Fahnenschmuck geziert und schenken zahlreichen Musikern und Künstlern Unterschlupf. Während wir durch die überfluteten Straßen liefen, drangen Fetzen von ausgelassenem Lachen, Musik und Gesprächen an unser Ohr, vermengten sich zum individuellen Sound der Stadt. Galway versteht es scheinbar zu feiern!

We were halfway there when the rain came down

Of a day -I-ay-I-ay

And she asked me up to her flat downtown

Of a fine soft day -I-ay-I-ay

And I ask you, friend, what’s a fella to do

‚Cause her hair was black and her eyes were blue

So I took her hand and I gave her a twirl

And I lost my heart to a Galway girl.”

Auszug aus “Galway Girl”, The Kilkennys

Sicherlich konnten wir an einem Tag nicht annähernd alles sehen, was die Stadt an Sehenswürdigkeiten vorzuweisen hat.

Folgende literarische Hot Spots lege ich euch aber ans Herz:

Oscar Wilde & Eduard Vilde Denkmal

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Seit 2004 trifft man in der William Street die Herren Oscar Wilde und Eduard Vilde. Während der irische Autor Oscar Wilde nahezu jedem bekannt ist, hatte ich vom estnischen Novelisten Eduard Vilde, der u.a.  als Begründer des estnischen Realismus gilt, bis dato noch gar nichts gehört. Das Denkmal zeigt die beiden Schriftstellergrößen auf einer Bank sitzend, im scheinbaren Gespräch miteinander. Der Witz an der Sache ist allerdings, dass sich die beiden Herren wohl nie wirklich begegnet sind und es sich bei der Statue nur um einen humoristischen Geniestreich von Künstlerin Tiiu Kirsipuu handelt. Das Originaldenkmal steht vor dem Eduard Vilde Saloon and Café in Tartu, Estland.

Das Denkmal wird von vielen Besuchern auf einem Erinnerungsfoto festgehalten. Auch ich nahm neben den Herren Wilde & Vilde Platz. Wann bietet sich schon die Gelegenheit, neben so großen Herren zu sitzen?!

BOOKSHOPS

Charlie Byrne’s Bookshop

Cornstore Mall, Middle Street Galway

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Stellt euch vor, ihr entdeckt einen Buchladen, der sich schon vor eurem Eintreten wie das Paradies auf Erden präsentiert. Ein Laden, der seit 1989 von Buchschätzen eingebettet ist ist wie ein Schlafender von seiner Bettdecke, und du bereits Stunden damit verbringst das Äußere des Ladens in Augenschein zu nehmen, bevor du einen ersten Schritt in den Laden machst.

Welcome to Charlie Byrne’s Bookshop!

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dsc_0021-01-01.jpegOhne zu übertreiben, einen Bücherladen wie diesen habe ich noch nie gesehen. Es war Liebe auf den ersten Blick! Der Laden, der sich über die komplette Länge einer Passage erstreckt und von Bücher ummandelt ist, ist ein wahre Augenweide. Hier findet man von raren antiquarischen Ausgaben über reduzierte Schnäppchen, wunderschöne Neuauflagen und literarischem Beiwerk alles was das Herz begehrt. Und wenn du bis dato noch nichts von deinen literarischen Sehnsüchten weißt, sind sie dir spätestens nach dem Besuch bei Charlie Byrne bekannt!

Der Charlie Byrne’s Bookshop offenbart dir nicht nur zahlreiche verwinkelte Räume auf unterschiedlichen Ebenen, sondern auch reizende Empfehlungen des Buchhändler-Teams in wunderschöner Atmosphäre und begleitet von kreativer Dekoration. Das Team des Buchladens versteht es vortrefflich, etwas in Szene zu setzen und bleibt auch bei hartnäckigen Nachfragen herrlich gelassen und hilfsbereit. Ein absolutes Must-See für Bücherfans!

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Aisling Christian Bookshop

Unit 4, Cathedral Buildings, Abbeygate Street Lower

Ein verstecktes Kleinod für Buchliebhaber mit Konzentration auf christliche Bücher, Bibeln, Second Hand Bücher versteckt sich in einem nahezu unscheinbaren Eckgebäude in der Abbeygate Street Lower knapp 200m vom Charlie Byrne’s Bookshop.

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Kennys Bookshop + Online Bookshop

Liosban Retail Park, Tuam Road

http://www.kennys.ie/

(Millions of books – free delivery worldwide!)

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Credits: Virtual Galway

„The red brick and mortar of Kenny’s Bookshop offered the comfortably cluttered ambience of a home that prized the importance of written language.“

Michael Kennedy über Kenny’s Bookshop & Art Gallery

Während die Türen des weltweit beliebten Buchladens Kenny’s Bookshop & Art Gallery 2005 von Des and Maureen Kenny (die das Unternehmen 1940 gegründet haben) geschlossen wurden, um aus dem Unternehmen einen exklusiven Onlinebuchversand zu machen, gibt es noch einen Laden in der Tuam Road zu finden.

Neben wenigen anderen zählt Kenny’s Bookshop zu einem der wenig verbliebenen unabhängig geführten Buchhandlungen von rund 30 in Irland. Die Buchhändler von Charlie Byrne’s Bookshop & Kenny’s Bookshop verstehen sich daher nicht als Konkurrenz, sondern vielmehr als Verbündete im Auftrag des Buches.

Wer so schnell nicht nach Irland kommt und sich den ein oder anderen Schatz in Originalausgabe sichern möchte, sollte mal auf dem Onlineshop von Kennys stöbern gehen.

Last, but not least: fangt hier ein bisschen magische Bücherliebe ein.

Man liest sich, meine Lieben. ❤

[facebook url=“https://www.facebook.com/kennys.bookshop/videos/1235991163155915/“ /]

Ein goldener Abend im Literaturhaus München + Verlosung

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Stell dir vor, eine junge mittellose Frau sucht in einem Trödelladen nach einem Geschenk für ihren Liebsten. Der Laden quillt über vor altem Plunder, durch verrauchte Dunstschwaden zeichnen sich die Umrisse von altem Porzellan, angeschlagenen Nachttöpfen und falschen Perlenketten ab. Doch hinter einem Gummibaum entdeckt sie ein Bild. Eine Szenerie, die unter einer jahrzehntelang angehäuften Staubschicht hindurchschimmert und als die größte, bewegendste und aufregendste Darstellung der Liebe gilt. Doch das weiß sie nicht. Sie ersteht es für lächerliche 75 Pfund und transportiert es billig verpackt auf ihrem Fahrrad nach Hause.

Das Gemälde, welches den Namen „Die Launenhaftigkeit der Liebe“ trägt und aus der Hand von Maler Jean-Antoine Watteau stammt, präsentiert sich indes ebenso launenhaft. Denn das Schmuckstück, das u.a. im Vorbesitz von Marie Antoinette, Napoleon oder auch George IV. war und in den letzten 300 Jahren einen beachtlichen Wert an Erinnerungen sammeln konnte, fühlt sich im Besitz der jungen Köchin Annie McDee nicht wirklich wohl. Es ist nahezu empört, dass es künftig in einer Küche stehen soll und meldet sich deshalb ganz plötzlich zu Wort. Ja, ihr habt richtig gehört! Es beginnt mit uns zu sprechen. Kann nicht sein?! Ich denke doch. Willkommen in Hannah Rothschilds Roman „Die Launenhaftigkeit der Liebe“.

„Lassen Sie mich raten, was Sie denken. Mädchen findet Bild; es stellt sich heraus, Bild ist ein Vermögen wert. Mädchen findet (endlich) Jungen mit Herz. Mädchen verkauft Bild, macht Millionen, heiratet Jungen, alle leben glücklich bis ans Ende ihrer Tage.

Ach verpisst euch. Ja richtig, verpisst euch. (…) So einfach ist das Leben nicht.“

Zitat aus dem Buch, Seite 100

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dsc_9845-01.jpegNun stell dir vor, du bist zu einer Lesung ins Literaturhaus München geladen und begegnest nicht nur Autorin Hannah Rothschild, Journalistin Margarete von Schwarzkopf und Schauspielerin Ulrike Kriener, sondern auch eben jenem Bild. Nicht dem Bild persönlich (schließlich handelt es sich dabei um ein fiktives Gemälde Watteaus), wohl aber seiner anklagenden Stimme, der Ulrike Kriener auf besonders facettenreiche Weise Ausdruck verleiht und uns damit völlig in ihren Bann zieht. Die Schauspielerin, die aus TV & Film bekannt ist und bereits einige Fernsehpreise gewonnen hat, liebt es, wenn Zeilen Stimmungen einfangen. Die spannenden Dialoge des Romans begegnen ihr abenteuerlich und verleihen nicht nur dem Abend, sondern auch der Geschichte einen besonderen Rhythmus.

Es wird ein magischer Abend für Arndt von der kleinen literarischen Sternwarte Astrolibrium und mich. Ein weiterer besonderer Abend, der sich an gemeinsame Veranstaltungen anreiht und uns sowohl die Biographie von Hannah Rothschild als auch die Entstehungsgeschichte des Romans näherbringt, die tatsächlich in einem Schuhkarton ihren Ursprung fand.

„All begins with art.“

Hannah Rothschild

img_4328.jpgRothschild, die der berühmten Bankiersfamilie entstammt und als Autorin und Filmregisseurin arbeitet, verliebt sich oft in Bilder. Die Kunstszene ist ihr nicht nur durch die beachtliche Kunstsammlung ihrer Familie, sondern auch durch ihr Engagement in den Kuratorien renommierter Museen bestens vertraut. Beim Blick auf ein Bild fragt sie sich oft, was sich für eine Geschichte hinter ihm verbirgt und was es ihr erzählen würde, wenn es sprechen könnte. Schließlich ist ein Gemälde nicht nur von materiellem sondern auch von emotionalem Wert. Denn es birgt oftmals die Erinnerungen zahlreicher Besitzer in sich. Durch sie wird sein Wert geformt, erfährt Kunst doch aus unterschiedlichen Beweggründen eine besondere Wertschätzung.

„Den Wert eines Kunstwerks bestimmt allein das Begehren: Wer es besitzen will und wie dringend.“

Zitat aus dem Buch, Seite 21

Und so zauberte Rothschild Charaktere, Handlung und Ort ihres Romans aus einem magischen Schuhkarton voller Erinnerungsstücke und schafft daraus ein Buch, das sich wie eine raffinierte Mischung aus Gesellschaftskomödie, Kunstkrimi und Familienroman präsentiert. Durch zahlreiche Handlungsfäden spinnt Rothschild ein weitreichendes Geflecht durch die Kunstgeschichte und gewährt selbst Laien wie mir einen Einblick in die Szene. Doch Obacht, der Facettenreichtum des Romans verlangt dir einiges ab. Du hast dennoch Blut geleckt und fühlst dich dieser Herausforderung gewachsen? Dann habe ich heute eine besondere Überraschung für dich. Der DVA Verlag hat mir ein Exemplar an die Hand gegeben, dass ich vor Ort signieren habe lassen und das es nun zu ergattern gilt.

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„Kunst überlebt einzig dadurch, dass sie in jemandes Herzen eine Saite zum Klingen bringt, dass sie Trost und Zuversicht spendet. Ein großes Bild ist immer die Quintessenz eines Gefühls und reicht uns über den Lauf der Zeit hinweg eine mitfühlende Hand.“

Zitat aus dem Buch, Seite 100

Dein goldenes Ticket für ein signiertes Exemplar von „Die Launenhaftigkeit der Liebe“:

Gibt es ein Bild, das eine besondere Faszination auf dich ausübt? Und wenn ja, warum ist das so? Was glaubst du, würde es dir erzählen, wenn es wie das Gemälde im Buch zu dir sprechen würde?

Um am Gewinnspiel teilzunehmen hast du ab sofort bis einschließlich Freitag, den 16. Dezember 2016 um 19:30 Uhr Zeit, mich mit deiner Antwort in Form eines Kommentars zu überzeugen. Die Auswahl des Gewinners erfolgt aus rein persönlichen Gesichtspunkten.

Let the magic begin!

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Dieser Beitrag ist Teil eines Bloggerdoppels mit Arndt von Astrolibrium. Neben seinem Beitrag für das Literaturradio Bayern, bei dem er Autorin Hannah Rothschild, Lektorin Karin Kirchhof und Schauspielerin Ulrike Kriener interviewt hat und sich mit mir bei einem abendlichen Spaziergang durch die Stadt über den Roman ausgetauscht hat, findet ihr seine Eindrücke dieses gelungenen Abends auf der kleinen literarischen Sternwarte. Während ihr das Buch bei mir schon jetzt ergattern könnt, ist es Teil des Starterpaketes, das man im Rahmen von Arndts Adventskalender gewinnen kann.

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credits: Arndt Stroscher