Sag den Wölfen, ich bin zuhause

„Sag den Wölfen, ich bin zuhause – Carol Rifka Brunt

„Finn und ich sahen uns quer durch den Raum an, wortlos. Und hörten einander doch. Diese Art von Liebe stellte ich mir mit Finn vor. (…) Diese Art von Liebe, an der nichts Ekliges ist, weil sie in einer anderen Zeit existiert und ich nicht wirklich ich bin.“

Zitat, Seite 83

June ist anders als die anderen Mädchen ihres Alters. Sie liebt den Wald, das Mittelalter und ihren Onkel Finn. Ihm muss sie ihre Welt nicht erklären. Sie verstehen sich blind, lauschen gemeinsam Mozarts Requiem, schauen Filme oder schlürfen Tee aus Finns alter Teekanne. Als ihr Onkel an Aids stirbt, weiß June nicht mehr weiter. Als verquere Einzelgängerin flüchtet sie in den Wald, versucht dort, der Zeit und Welt zu entkommen.

Doch schon kurz nach Finns Tod stellt sie fest, dass sie mit ihrer Trauer um ihren Onkel nicht alleine ist. An seiner Beerdigung entdeckt June einen scheuen jungen Mann, der sich im Hintergrund des Geschehens hält, und den alle für Finns Tod verantwortlich machen. Als June kurze Zeit später ein Päckchen mit Finns Teekanne und einer Nachricht von Toby, dem mysteriösen Fremden, erhält, muss sie sich entscheiden, wie weit sie gehen will.

Voller Neugier und Misstrauen lässt sie sich auf Toby ein und erkennt, dass hinter der verstörenden Wahrheit um Finns Tod eine einzigartige Persönlichkeit steckt, die ihrem geliebten Onkel viel ähnlicher ist, als es auf den ersten Blick den Anschein macht.

„Eine heiße Träne lief mir über die Wange. Und dann erhob sich auf einmal, in die Stille hinein und über alles andere hinweg, ein langes, trauriges Heulen. Einen Augenblick lang fühlte es sich an, als wäre dieses Geräusch aus meinem Inneren gekommen. Als hätte die Welt alles, was ich fühlte, zusammengefasst und in einen Ton verwandelt.“

Zitat, Seite 41

Es gibt sie, diese wahren Wohlfühlbücher, die dir beim Lesen einen wohligen Schauer über die Arme jagen und dich mit ihren einfühlsamen und poetischen Zeilen trotz aller Tragik und Emotionalität einhüllen wie eine wohlige Decke. Carol Rifka Brunts Debüt ist so eins. „Sag den Wölfen, ich bin zuhause“ ist sanftmütig, berührend und tröstlich. Eines jener Bücher, bei dem du dir wünscht, dass es nie zu Ende geht.

Wir reisen zurück in die späten Achtziger. Hier wachsen die 14-jährige June und ihre zwei Jahre ältere Schwester Greta nahezu eigenständig auf, während die Eltern sich in ihrer Arbeit als Buchhalter verlieren. Obwohl die Geschwister früher beste Freundinnen waren, entwickeln sich sich mit den Jahren in zwei völlig unterschiedliche Richtungen, hegen nahezu ein Hassliebe füreinander. Während Greta sich überall engagiert, zieht sich June immer mehr zurück. Nur bei Finn fühlt sie sich verstanden. Die Sonntage, an denen sie alleine ihren Onkel besuchen kann, sind ihr die Liebsten.

„Und bevor ich mich versah hatte sie den Mistelzweig hervorgeholt und hielt ihn mit einer Hand hoch. Sie zog damit einen Bogen über unsere Köpfe, als schneide sie die Luft, als halte sie mehr in der Hand als ein Stückchen Ast aus Weihnachtsgrün und Beeren. Finn und ich blickten beide nach oben, und mein Herz zog sich zusammen. Für einen kurzen Augenblick, der vielleicht so lang währt wie ein Sandkorn im Stundenglas oder ein Tropfen in einem undichten Wasserhahn, trafen sich unsere Blicke, und Finn, mein Onkel Finn, durchschaute mich – zack – einfach so. In diesem winzigen Sekundenbruchteil erkannte er, dass ich Angst hatte, er senkte meinen Kopf leicht nach unten und küsste mich mit einer so sanften Berührung auf den Scheitel, dass es sich eher anfühlte wie ein landender Schmetterling.“

Zitat, Seite 15

Als June erfährt, dass Finn an HIV erkrankt ist, bricht für sie eine Welt zusammen. Schon bald werden die gemeinsamen Sonntage seltener und man findet sich nur noch einmal im Monat zusammen. Die Krankheit schreitet unaufhaltsam voran. Finn, der sich Zeit seines Lebens als Künstler einen Namen gemacht hat, möchte noch ein letztes Bild malen: ein Porträt der beiden Schwestern mit der Mutter. Es wird eines Tages den Titel „Sag den Wölfen, ich bin zuhause“ tragen.

Obwohl June bewusst ist, dass Finns Tage gezählt sind, trifft sein Tod sie mit aller Wucht. Sie weiß nicht wohin mit ihrem Schmerz, verschanzt sich noch mehr im Wald. Am Tag der Beerdigung erfährt sie von Toby, der über all die Jahre an der Seite ihres Onkels gelebt hat. Ein Leidensgenosse. Einer, der Finn genauso vermisst wie sie. Von Misstrauen und Neugier begleitet, nähert sich June dem Fremden und bringt damit nicht nur Toby’s Erinnerungen an Finn sondern auch noch eine ganze Reihe anderer Geheimnisse zutage, die Junes Gefühlswelt in Aufruhr versetzen und sie ihre ganze Welt in Frage stellen lässt.

„In diesem Moment schien etwas Gefährliches in mir zu erwachen. Etwas Hartes, Dunkles, Schlafendes tief in meinem Bauch hatte ein Auge geöffnet. Und dann war es wieder weg. Einfach so. Es fühlte sich an wie ein in meiner Brust zerplatzter Ballon.
Zitat, Seite 311

Carol Rifka Brunt ist hier ein erstaunlich einfühlsames Debüt gelungen, das sich nahezu leichtfüßig den Themen Homosexualität, Aids, Verlust und Trauer nähert. Es erzählt vom Heranwachsen, vom Anderssein und der Hassliebe zwischen Geschwistern, von Eifersucht innerhalb der Familie, von Schuldzuweisung aber auch von familiärem Zusammenhalt, von Freundschaft und Liebe. Dieser Roman ist so komplex und dennoch leicht zugänglich, dass man innerhalb weniger Zeilen sein Herz an ihn verliert. Ich kann ohne Zweifel sagen, dass er mein bisheriges Jahreshighlight ist.

„Sag den Wölfen, ich bin zu Hause. Vielleicht hatte Finn das alles längst verstanden, so wie immer. Man kann ihnen ruhig sagen, wo man wohnt, denn sie finden einen sowieso. Das tun sie immer.“

Zitat, Seite 408/409

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75 Jahre Der kleine Prinz + 3×3 Giveaways

A prince is born

Am 6. April 1943 erblickte ein kleiner Prinz das Licht der Welt. Er ist die Hauptfigur eines modernen Märchens, das wir alle kennen. Einer Erzählung, die sich Seite für Seite zu einem Plädoyer für Freundschaft und Menschlichkeit entfaltet und über die Jahre zum Klassiker avanciert ist: Antoine de Saint-Exupéry’s Der kleine Prinz (im Original Le Petit Prince).

In gut zwei Wochen jährt sich die Veröffentlichung von Saint-Exupéry’s Werk bereits zum 75. Mal. Die Geschichte des französischen Autors geht nicht nur mitten ins Herz, sondern auch in den Kopf. Zahlreiche Textstellen setzen sich beim Lesen in unserem Bewusststein fest und stimmen uns nachdenklich. Was ist es, das im Leben wirklich zählt?

Das wohl bekannteste Zitat aus der Geschichte (s.o.) begegnet uns wie eine Botschaft. Ein Geheimnis, das Saint-Exupéry durch den gezähmten Fuchs nicht nur dem kleinen Prinzen, sondern auch seinen Lesern anvertraut. Es ist der Geist, der den Dingen eine Seele einhaucht. Durch unsere Zuwendung reifen sie zu etwas Einzigartigem und Unverwechselbarem heran. Und so wird der Fuchs durch die Zuwendung des kleinen Prinzen zahm und die Rose durch die Pflege und Hingabe zu einer ganz besonderen Rose.

This is what makes me happy

In den Momenten, in denen ich die Geschichte des kleinen Prinzen aus dem Regal hervorziehe oder mir eines der vielen Zitate aus der Geschichte begegnet, frage ich mich oft, wer/was die Menschen/Dinge sind, die in meinem Leben die Rolle des Fuchses oder der Rose einnehmen.

Mein persönliches Lebensglück habe ich tatsächlich fernab von beruflichem Erfolg gefunden. Lange Zeit dachte ich, dass ich eine bestimmte Sprosse auf der Karriereleiter erreichen müsse, um wirklich glücklich und zufrieden zu sein. Ich sehnte mich nach Anerkennung. Hatte das Gefühl, ohne eine bestimmte Stellung in der Gesellschaft nichts wert zu sein. Nach sehr arbeitsintensiven und lehrreichen Jahren mit jeder Menge Arbeits- und weniger Lebenszeit habe ich jedoch eines gelernt: Es ist das Leben, das einen wirklich glücklich macht. Vorausgesetzt, man tut es auch. Leben.

„Glück ist das einzige, das sich verdoppelt, wenn man es teilt.“ Albert Schweitzer

Und so gewinnen die gemeinsamen Momente mit den liebsten Menschen immer mehr an Bedeutung für mich. Momente, die von unbeschwertem Lachen, schräger Albernheit und tiefer Zuneigung erfüllt sind. Das können ganz alltägliche Momente, in denen man gemeinsam den Haushalt schmeißt, still nebeneinander sitzend ein Buch liest oder die Natur mit allen Sinnen erfasst; aber auch außergewöhnliche Momente, in denen man neue Abenteuer erlebt und ganz und gar neue Erfahrungen macht, sein. Die Hauptsache ist, man erlebt sie zusammen.

Und wenn ich so darüber nachdenke, könnte die Rolle der Rose durchaus meine Tochter einnehmen. Denn aus dem Baby wächst nicht nur langsam aber sicher ein eigenständiger Mensch heran, sondern die Räubertochter entwickelt sich auch zu einer individuellen Persönlichkeit, die von meiner Liebe und Zuneigung geprägt ist. Das macht sie zu etwas Einzigartigem.

Fünf wunderbare Geschenkbücher

Zum 75. Jubiläum des kleinen Prinzen erscheint bei arsEdition ein wunderbares Jubiläumspotpourri. Das sind zum einen vier wunderbare Geschenkbücher, die sich den besonderen Textstellen von Antoine de Saint-Exupéry’s „Der kleine Prinz“ und anderen Werken widmen und sich auf die Themen Liebe, Freundschaft, Glück und Lebensweisheiten konzentrieren, und zum anderen ein zauberhaft gestaltetes Ausmalbuch mit Szenen aus der Welt des kleinen Prinzen.

Die Geschenkbücher sind schon allein durch ihren besonderen Wickelverschluss ein absoluter Hingucker. Beim Blick hinter den Verschluss trifft man auf zauberhafte Bilder und Zitate, die das Entdecken zu etwas ganz Besonderem machen. Die sind nahezu dafür gemacht, um jemandem in eurem Leben eine Freude zu machen.

3×3 Giveaways für Kleine Prinzen-Fans

Du liebst die Geschichte des kleinen Prinzen genauso sehr wie ich und hast schon jemanden im Kopf, dem du mit einem dieser Geschenkbücher eine Freude machen könntest? Dann nutze deine Chance auf eins von drei Geschenkbücher-Bundles, die ich Dank der freundlichen Unterstützung von arsEdition unter meinen Lesern verlosen darf.

Um am Gewinnspiel teilzunehmen, möchte ich eines von dir wissen: wer nimmt in deinem Leben die Rolle des Fuchses und/oder der Rose aus „Der kleine Prinz“ für dich ein? Verrate mir bis Donnerstag, den 5. April 2018 um 23:59 Uhr deine persönliche Definition in Form eines Kommentars und springe damit in den Lostopf für eins der Bundles.

Viel Glück, ihr Lieben!

#MustReadBlogtour – Tag 5: Eine Freundschaft in Briefen

Herzlich Willkommen zu Tag 5 der Must-Read Blogtour!

Diese Blogtour wurde von Smarty alias Lady Smartypants ins Leben gerufen und entführt euch auf eine Reise durch die Welt der Bücher. Bis zum 12. März 2018 wartet täglich ein Blog und ein ganz bestimmtes Buch auf euch, der/das sich lohnt, von euch gelesen und und entdeckt zu werden.

Eine Blogtour ist eine wunderbare Gelegenheit, sich innerhalb der Blogosphäre besser kennenzulernen und auszutauschen, weshalb auch ich gerne mit an Bord bin. Während Trixi vom Nachtigallenfriedhof gestern ein Buch aus dem Bereich YA Romance für euch im Gepäck hatte, werden wir uns heute einer Reihe an Briefen widmen, ehe es dann morgen bei Regina Rewritten mit einem Buch aus dem Bereich YA Sci-Fi weitergeht.

Smarty selbst hat die Blogtour mit dem Roman Die Bücherdiebin ins Rollen gebracht und mich daran erinnert, dass ich den Klassiker noch immer ungelesen im Regal stehen habe. Nach einem gescheiterten ersten Versuch, die in meinen Augen grauenhafte englische Übersetzung des Romans zu lesen, steht das deutsche Original schon ewig auf dem SuB. Es wird Zeit, es von dort zu befreien und mich dem Buch endlich anzunehmen.

Eine Freundschaft in Briefen: „84, Charing Cross Road“

Es gibt Zeilen, die treffen mitten ins Herz. „84, Charing Cross Road“ beherbergt solche. Das bescheidene Büchlein, das mit gerade mal 158 Seiten daherkommt und den Briefwechsel zwischen der New Yorker Bühnenschriftstellerin und dem Londoner Antiquar Frank Doel beherbergt, ist von der ersten bis zur letzten Seite ein absolutes Must – Read.

„Es gibt Bücher, die ihre Leser von der ersten Seite an in ihren Bann ziehen und unwiderstehlichen Charme verbreiten. Sie treffen einen Tonfall, der Glaubwürdigkeit ausstrahlt und den Eindruck erweckt, als ließe sich ein wunderbarer Einklang zwischen den Menschen und der Welt herstellen, zumindest im imaginären Reich der Literatur. Helene Hanff hat ein solches Buch – „84, Charing Cross Road“ – geschrieben, und es ist auch die Zufälligkeit seines Entstehens, die ihm seinen Reiz gibt.“

Rainer Moritz im Nachwort

Worum geht’s

1949 beginnt zwischen Helene Hanff, einer Bühnenschriftstellerin aus New York, und dem Londoner Antiquar Frank Doel ein reger Briefwechsel, der über 20 Jahre andauern soll. Was als schlichte Korrespondenz von Geschäftsbriefen beginnt, entwickelt sich über die Jahre zu einer vertrauensvollen Brieffreundschaft zwischen zwei Menschen, die trotz der Entfernung zueinander eine gemeinsame Leidenschaft teilen: Die Leidenschaft für Bücher.

Hanff, die über die Jahre ihre Suche nach antiquarischen Büchern vertrauensvoll in Doels Hände gelegt und die Belegschaft der Marks & Co Buchhandlung in London und darüber hinaus deren Familien in ihr Herz geschlossen hat, setzte mit der Veröffentlichung dieser Briefe in „84, Charing Cross Road“ dieser außergewöhnlichen Beziehung ein Denkmal.

„Ich will IHNEN, Frank Doel, nur eines sagen: Wir leben in verkommenen, zerstörerischen und degenerierten Zeiten, wenn eine Buchhandlung – eine BUCHHANDLUNG – damit anfängt, schöne alte Bücher auseinander zu reißen, um sie als Einpackpapier zu verwenden. Ich sagte zu John Henry, als er ausgewickelt war: „Hätten Sie das für möglich gehalten, Eminenz?“, und er verneinte. Sie haben das Buch in einer großen Schlachtszene auseinander gerissen, und ich weiß nicht einmal, um welchen Krieg es sich handelt.“

Zitat, Seite 32

Darum musst du dieses Buch lesen

Die in „84, Charing Cross Road“ veröffentlichten Briefe zwischen Helene Hanff und Frank Doel sind ein wahrer Schatz und bereits nach wenigen Seiten war mir klar, warum so viele Millionen Menschen vor mir ihr Herz an dieses kleine bescheidene Büchlein verloren hatten. Es ist eine Hymne an die Literatur, an die Freundschaft und an den Austausch in Briefen. Es spiegelt die Beziehung zwischen zwei Menschen wieder, die allein durch die Liebe zur Literatur entfacht, und über die Jahre gefestigt wurde.

Helene Hanff hat als schlagfertige New Yorkerin bei der Korrespondenz stets die Oberhand und schreckt nicht davor zurück dem liebenswerten Frank Doel zu gegebenem Anlass zurecht zu weisen. Sie feuert derartige Wagenladungen voller Empörung und Missmut auf den zurückhaltenden Doel, dass man befürchtet, er würde vor Scham im Boden versinken. Und dennoch hält er Hanffs Schimpftiraden, die der Korrespondenz so viel Witz und Esprit verleihen, stand. Er konzentriert sich stets aufs Wesentliche: dem Besorgen und Zusenden von Hanffs Wunschliteratur.

„Das nennen Sie Pepys‘ Tagebuch!? Das ist nicht Pepys‘ Tagebuch, das ist die elende Zusammenstellung von Exzerpten aus Pepys‘ Tagebuch, herausgegeben von irgendeinem übereifrigen Kerl, der in der Hölle verfaulen möge! Ich könnte ausspucken davor!“

Zitat, Seite 55

Mit der Zeit werden die Briefe persönlicher und Hanffs Ton mitfühlender und umgänglicher. Der anfänglich zweckdienlichen Anweisung von Bestellungen weicht ein liebevoller Umgang mit dem loyalen Buchhändler und seiner Familie. Eine Vertrautheit wächst zwischen den beiden Buchliebhabern, wie man sie sonst nur zwischen wirklich guten Freunden finden kann. So kommt nicht nur die benötigte Literatur sondern auch das Zeitgeschehen aus Politik, Sport und dem alltäglichen Leben zur Sprache. Gefühle und Denkansätze werden ausgetauscht, mit der sich zwei völlig Fremde einander Stück für Stück zu öffnen scheinen.

„Ich liebe Widmungen auf dem Vorsatz und Randnotizen; ich mag das Gefühl von Verbundenheit, das entsteht, wenn ich Seiten umschlage, die jemand vor mir bereits umblätterte, und Abschnitte lese, auf die jemand, der schon lange nicht mehr lebt, meine Aufmerksamkeit gelenkt hat.“

Zitat, Seite 48

Das ergreifende Werk „84, Charing Cross Road“ bewirkt mit seinen wenigen Seiten so viel mehr, als man es anfangs vermutet und berührt deshalb vermutlich auch so viele Leserherzen. Es hat mich verzaubert und wird als 2002 erschiene deutsche Erstausgabe für immer einen ganz besonderen Platz in meinem Bücherregal ergattern. Wie schade, dass Helene Hanff bereits 1997 verstorben ist. Die Theater- und Buchautorin, die über viele Jahre hinweg vergeblich auf den Durchbruch wartete, stand der erfolgreichen und einschneidenden Publikation von Briefen, die nie im Hinblick auf eine Veröffentlichung geschrieben wurden, bis zum Ende mit aufrichtigem Staunen gegenüber. Ein Charakterzug, der Helene Hanff nicht nur sympathisch sondern sicherlich auch zu einem Vorbild für Viele macht.

Welches Buch ist für euch ein absolutes Must Read? Verratet es mir doch in einem Kommentar. Das volle Programm der #MustReadBlogtour findet ihr hier.

Ich wünsche euch einen bezaubernden Sonntag! ❤

Das Spiel beginnt – eine Bücherjagd durch Deutschland

Hallo Spürnase,

hast du Lust auf ein Abenteuer? Dann bist du hier genau richtig!

Mit der Erscheinung von „Mr Griswolds Bücherjagd“ von Jennifer Chambliss Bertmann stürmt der Mixtvision Verlag heute nicht nur die deutschen Buchhandlungen, sondern schickt dich auch auf eine spannende Bücherjagd quer durch Deutschland. Denn gemeinsam mit der Büchercommunity Lovelybooks und jede Menge fleißigen Lesern und Bloggern werden heute in ganz Deutschland nigelnagelneue Exemplare des Kinderbuchs versteckt.

Details zum Buch

„Mr Griswolds Bücherjagd“ ist der Auftakt einer neuen Kinderbuch-Trilogie. Das Buch ist eine Mischung aus Kinderroman und Bücherschnitzeljagd und ein Must-Read für alle Bücherwürmer. Jennifer Chambliss Bertman schreibt Geschichten mit einer Prise Geheimnis, einem Hauch Krimi, einem Schuss Rätsel und ganz viel Spaß.

Ihr Debüt wurde bereits mehrfach ausgezeichnet und stand wochenlang auf der New York Times-Bestsellerliste.

Das Beste am Umzug ihrer Familie nach San Francisco ist für Emily die Tatsache, dass ihr großes Idol dort wohnt: Garrison Griswold, Verleger und Gründer der erfolgreichen Internet-Plattform »Mr Griswolds Bücherjagd«, ein Spiel, bei dem Bücher versteckt und durch Lösen von Rätseln gefunden werden können. Am Tag der Ankunft soll ein sensationelles neues Spiel starten, doch schon bald findet Emily heraus, dass Mr Griswold von Unbekannten angegriffen wurde und nun im Koma liegt. Emily und ihr neuer Freund James entdecken ein seltsames Buch, das Griswold gehört und vermutlich der einzige Schlüssel zu seinem neuen Abenteuer ist. Die Kinder wollen das Rätsel unbedingt lösen. Denn irgendjemand hat es nicht nur auf Griswold, sondern auch auf das Buch abgesehen…

Übrigens gibt es beim Verlag auch ein Bücherjagd-Kit zu erwerben, mit dem man seine ganz eigene Bücherjagd starten kann.

Ein Buch in Minga

Noch mehr Hinweise gibt’s in den Instastories…

Auch ich werde ein Exemplar des Buches in München verstecken. Wo genau du suchen musst, um es bald dein Eigen nennen zu dürfen, verrät dir der Hinweis auf der Aktionsseite von Lovelybooks und meine Tipps in den Instastories, die es ab frühen Nachmittag aufmerksam zu verfolgen gilt. Peile auf jeden Fall mal die Innenstadt an. Der Garten, zu dem ich mich aufmache, zählt bei warmen Temperaturen zu meinen absoluten Lieblingsleseplätzen in München.

Wenn du das Buch findest, gehört es dir. Und da ich von Natur aus neugierig bin, würde ich gerne erfahren, in welche Hände es geraten ist. Lass mich mit einem Foto in den sozialen Netzwerken wissen, wie du es entdeckt hast (ich freu mich sehr, wenn du mich darauf markierst).

Neben München sind noch viele andere Städte bei der Bücherjagd vertreten. Schau gleich auf der Aktionsseite nach, ob auch deine Stadt darunter ist und stürze dich ins Abenteuer. Viel Glück bei der Suche!

7 Jahre „Nur Lesen ist schöner“

Hooray – „Nur Lesen ist schöner“ wird 7!

Happy Birthday, my dear! In einer von Geistesblitzen durchjagden Nacht vor sieben Jahren hast du das Licht der Welt erblickt. Schau an, was aus dir geworden ist!

Damit gehören meine kleine Blogperle und ich in der literarischen Blogosphäre quasi schon zum alten Eisen. Über all die Jahre haben wir uns kennen und lieben gelernt. Wir sind aneinander gewachsen: haben klein begonnen und sind zu etwas Großem herangereift. Etwas, das nicht von Klickzahlen und Followern, sondern vielmehr von einer unbändigen Leidenschaft gelenkt wird: der Liebe zur Literatur.

Und so bin ich die letzten sieben Jahre nicht nur an Geschichten und Erfahrungen, sondern auch an Begegnungen reicher geworden. Einen Blog ins Leben zu rufen, hat sich für mich in jeder Hinsicht ausgezahlt. Wir können quasi nicht mehr ohne einander! Das was ihr heute seht, ist nur durch eure Unterstützung zu dem geworden, was es heute ist. Jedes Feedback, ob Like, Kommentar oder Email, war mir ein kleines Fest.

Auch 2018 soll es hier weiterhin buchige Inhalte geben. Neben den Besprechungen von Erwachsenenliteratur sind auch wieder jede Menge Kinder- und Jugendbuchbesprechungen, literarische Travelguides, Eventberichte und neue Herzensprojekte geplant. Allerdings werden die Beiträge, anders als in den Vorjahren, nicht mehr ausschließlich von mir, sondern hauptsächlich von der kleinen Räubertochter abhängig sein.

Make a wish

Bücher gibt es wie Sand am Meer. Welches aber schon seit langem deine Wunschliste anführt, musst du mir verraten. Die Idee ist, einem unter euch einen buchigen Herzenswunsch zu erfüllen (das Buch sollte dabei 20 € nicht übersteigen) und gleichzeitig etwas Leseinspiration einzufangen.

Klick, klick, Glück

– Hinterlasse einen Kommentar mit deinem Wunschlisten-Spitzenreiter bis 20 € und einer Begründung, warum das Buch unbedingt in dein Bücherregal einziehen muss.
– Eine zusätzliche Teilnahme über Instagram (@lesenslust) ist möglich, hierfür solltest du aber ebenfalls die entsprechenden Teilnahmebedingungen beachten.

Teilnahmebedingungen

– Das Gewinnspiel läuft bis 04. Februar 2018, 23:59 Uhr und wird unter allen Teilnehmern (Blog & Instagram) ausgelost.
– Der/Die Gewinner/in wird unter diesem Beitrag bzw. bei Instagram erwähnt und per Mail benachrichtigt.
– Eine Barauszahlung und der Rechtsweg sind ausgeschlossen.

Auslosung – Update 05.02.2018

Das Gewinnspiel ist nun offiziell beendet.

Der Zufallsgenerator hat entscheiden. Die Wahl fiel auf Rebecca alias Miss Goldblatt.

Sie gewinnt ihren Wunschlisten-Spitzenreiter „Scythe – Der Zorn der Gerechten“ (Band 2) von Neal Shusterman. Herzlichen Glückwunsch!

Die Kraft der Worte

„Ich treffe dich zwischen den Zeilen“ – Stephanie Butland

„Oben wurde es still. Ich erinnere mich an das Gefühl, es war schmerzlich, unnatürlich, als verdaue mein Magen sich selbst. Meine Welt veränderte sich, sie war nicht mehr die, die ich kannte.“

Zitat, Seite 68

Loveday verlebt eine glückliche Kindheit bis ein tragisches Ereignis ihr alles nimmt. Die Familie zerbricht von einem Tag auf den anderen und verwandelt das junge aufgeschlossene Mädchen in einen Schatten ihrer selbst. Sie igelt sich ein, meidet fortan den Kontakt mit Menschen und flüchtet sich in Bücher. Sie beginnt einen Job im Antiquariat und versinkt in den Seiten zahlreicher Werke. In ihnen findet sie die Zuflucht, die die Menschen ihr scheinbar nicht geben können. Schon bald ist ihr Körper bedeckt von Textstellen; Lieblingszeilen, die sich in ihren Körper und in ihre Seele gebrannt haben.

Nur Archie, der alte Antiquar, wird für die junge Frau zum Freund. Er bedrängt sie nicht, schenkt ihr den nötigen Freiraum zum Entfalten, Zuwendung und Respekt. Und so beginnen Loveday’s Wunden der Vergangenheit langsam aber sicher zu heilen. Doch als eines Tages eine Kiste voller Bücher ihrer Mutter im Laden eintrifft, wird sie schlagartig von der Vergangenheit eingeholt. Was, wenn jemand ihr dunkelstes Geheimnis kennt?

Beim Poetry-Slam mit dem Illusionisten Nathan eröffnet sich ihr eine neue Welt: Denn durch die Gedichte bahnen sich die Gedanken aus ihrem tiefstem Inneren einen Weg in die Freiheit.

„Wenn die Familie auseinanderbricht, tun eine Weile lang die großen Dinge weh, wie direkt nach einem Schlag, doch diese Art Schmerz schwindet ziemlich schnell, weil man gezwungen ist, sich daran zu gewöhnen. (…) Kleine Dinge, wie das hier, kriegen dich hingegen immer wieder dran, und zwar für immer, soweit ich das sagen kann. (…) Wahrscheinlich liegt es daran, dass diese kleinen Erinnerungen von winzigen Dingen ausgelöst werden, die nicht vorhersehbar sind und vor denen man sich demnach nicht schützen kann. Sie erwischen einen wie eine Papierschnittwunde am Herzen.“

Zitat, Seite 81/82

In „Ich treffe dich zwischen den Zeilen“ erzählt Stephanie Butland eine jener leisen und gefühlvollen Geschichten, die ich so unglaublich gerne mag. Es ist die Geschichte einer jungen Frau, die bereits mit neun Jahren aus ihrem behüteten Umfeld gerissen und in das staatliche Fürsorgesystem gesteckt wird, weil ein tragischer Unfall ihr beide Eltern nimmt.

Von da an zieht sich Loveday aus dem Leben zurück, wird zu einer schwer zugänglichen Person und findet selbst zu der fürsorglichen Langzeitpflegemutter Annabel keinen wirklichen Zugang. Nur beim Lesen fühlt sie sich geborgen. Sie vergräbt sich in Bücher, findet in Textstellen Kraft und schmückt ihren Körper schon bald mit Tattoos ihrer liebsten Zitate. Wie ein Schutzschild legen sie sich um ihren Körper, wirken nahezu besänftigend auf ihr inneres Seelenleid.

Als Loveday in Archie’s Antiquariat Brodie’s Books strandet, fühlt sie sich auf Anhieb gut aufgehoben. In dem Job im Laden, den ihr der alte Antiquar möglich macht, findet sie eine Aufgabe und in Archie einen väterlichen Freund. Umgeben von Büchern, schöpft sie neuen Mut und begegnet auch dem Illusionisten Nathan, der sich langsam aber sicher einen Weg in ihr Herz bahnt. Er ist es auch, der ihr zeigt, wie sie ihre Gedanken mithilfe von Gedichten in die Freiheit entlässt. Durch die Kraft der Poesie findet sie schlussendlich einen Weg, sich von all ihrem Seelenballast zu befreien.

„Archie meint, dass Bücher die besten Geliebten sind und die anspruchsvollsten Freunde. Er hat recht, aber auch ich habe recht: Bücher können echten Schmerz zufügen.“

Zitat, Seite 7

Butland erzählt die Geschichte aus der Perspektive von Loveday, die mit uns durch drei Zeitabschnitte reist. Die Ich-Perspektive ließ mich schnell Zugang zu der jungen Frau finden, deren innerliche Zerrissenheit durch ihre Gedanken gut zum Vorschein kam. Neben dem aktuellen Geschehen, das im Jahr 2016 spielt, reisen wir auch in ihre drei Jahre zurückliegende Beziehung zu dem Wissenschaftler Rob und in Loveday’s Kindheit zurück. So eröffnen sich uns immer mehr Details, durch die wir die junge Frau kennenlernen und ihre Situation besser einzuschätzen verstehen.

Es ist ein bewegender Roman voller Poesie und Mitgefühl. Mit sanften und gefühlvollen Zeilen und einer beeindruckenden Bildsprache lässt Butland uns an der Entwicklung einer jungen Büchernärrin teilhaben, die sich nach einer Familientragödie und einer gescheiterten Beziehung nur ganz schwer wieder auf das Leben und die Liebe einlassen kann. Der Roman ist nicht nur eng mit der Literatur im Allgemeinen, sondern insbesondere auch mit der Lyrik eng verbunden, weshalb er sicher nicht nur mein Herz, sondern die Herzen zahlreicher Buchliebhaber höher schlagen lässt.

„Es gibt niemals ein Ende, und das gefällt mir so gut daran: der Zyklus eines Bücherlebens. Die einen kommen auf der Suche nach einem Buch, die anderen bringen es her, weil es in diesem Leben seinen Zweck nicht mehr erfüllt, aber zu einem anderen wiedergeboren werden kann. Und ich halte das ganze System am Laufen, so eine Art heiliger Petrus der Bücher.“

Zitat, Seite 140

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9. Buchsaiten Blogparade 2017- ein Rückblick in Büchern

Happy new year, ihr Lieben! Wir schreiben mittlerweile das Jahr 2018. Ich hoffe, ihr seid alle gut reingerutscht und steckt bereits mittendrin, in euren ersten Leseabenteuern des neuen Jahres. Um euch nicht mit dem immergleichen Jahresüberblick über meine gelesenen Bücher zu langweilen, habe ich mich dieses Jahr dazu entschieden, 2017 mithilfe der 9. Buchsaiten Blogparade (=#BSBP) von Die Liebe zu den Büchern Revue passieren zu lassen.

Die Buchsaiten Buchparade wurde bereits vor neun Jahren von Katrin vom Blog BuchSaiten ins Leben gerufen und erfreut sich seitdem großer Beliebtheit. 2016 hat Petzi von Die Liebe zu den Büchern das Ruder übernommen und es zu meiner Freude für 2017 beibehalten. Sie sammelt noch bis 6. Januar 2018 (um Mitternacht) die Beiträge aller teilnehmenden Blogs, weshalb auch ich noch (reichlich verspätet) mit an Bord springe.

Bevor ich mich jedoch den Fragen der Blogparade widme, möchte ich noch etwas auf meine Lesestatistik des letzten Jahres schauen. Zugegeben, sie ist für meine Verhältnisse sehr beschaulich, fast schon armselig, ausgefallen. Ein Umstand, der sicher meiner Schwangerschaft und meinem Umzug mitsamt Herzensmann (und Räubertochter) zuzuschreiben ist. Obwohl ich im Nachhinein betrachtet 2017 mehr Lesezeit als sonst irgendwann zur Verfügung stehen hatte. Aber neben dem Lesen wartet eben auch noch ganz viel Leben auf uns.

Was für mich beim Lesen im Vordergrund steht, ist nach wie vor die Qualität anstatt die Quantität der Bücher. Lesen ist schließlich kein Wettbewerb, sondern ein Privileg. Und hinterher schreit eh kein Hahn danach, ob es nun 10 oder 100 Bücher waren, dich ich nun schlussendlich gelesen habe. Worüber ich mich beim Blick auf meine Statistik sehr freue, ist die Tatsache, dass ich neben gelungen Jugend- und Erwachsenenromanen auch eine Menge bezaubernder Kinderbücher entdecken durfte. Von Klassikern aus meiner Kindheit bis hin zu aktuellen Kinderbuchschätzen war da alles dabei. Es ist mir nach wie vor eine Herzensangelegenheit, die Kleinsten unter uns in fremde Welten zu entführen und ihnen die Möglichkeit zu schenken, mit ihren Leseabenteuern zu wachsen. Auf den Moment, wo ich meiner Räubertochter das erste Mal so richtig vorlese, freue ich mich bereits wie Bolle.

Dieses Jahr habe ich mein Ziel bei Goodreads leider knapp verfehlt. Denn anstatt 41 sollten da 50 Bücher stehen. Wobei ich finde, dass man mit 3-4 Bücher im Monat durchaus schon gut dabei ist und ich mir beim besten Willen nicht vorstellen kann, wie ich noch mehr Bücher in meinen Alltag integrieren sollte, als bisher.

Eine interessante Feststellung musste ich allerdings dennoch machen: noch nie habe ich so viele Bücher zu lesen begonnen und nicht beendet wie im vergangenen Jahr. Zumindest nicht bewusst! Die Gründe dafür liegen vielen Aspekten zugrunde: fehlender Zeit, einem nicht übergesprungenem Funken, mangelndem Interesse und zu vielen Neuerscheinungen. Man könnte fast meinen, dass mich zwischenzeitlich Leseflauten heimgesucht haben und der Herzensmann mich beim Lesen überholte. Ich hoffe daher auf ein ganz wunderbares und lesereiches Jahr 2018 mit reichlich packenden und leidenschaftlichen Geschichten, denen es gelingt, mich vollends für sich zu gewinnen.

Nun aber zu den eigentlichen Fragen der 9. Buchsaiten Blogparade.

  • Welches war das Buch in diesem Jahr, von dem ich mir wenig versprochen habe, das mich dann aber positiv überrascht hat? (und Begründung) 

„Elefant“ von Martin Suter

Anfang des Jahres hat mich Martin Suter mit einem hochprozentigen Cocktail aus Sci Fi, Thriller und Märchen überrascht, in der ein rosa fluoreszierender Elefant im Mittelpunkt steht. Der Elefant hat mein Herz im Sturm erobert. Niemals hätte ich eine so vielschichtige und spannende Geschichte hinter dem schlichten Titel vermutet. Doch Martin Suter hat mal wieder den Überraschungseffekt für sich genutzt und stochert wieder in allerhand Dingen herum, streut Salz in offene Wunden und trifft ihn dabei genau: den Nerv der Zeit.

  • Welches war das Buch in diesem Jahr, von dem ich mir viel versprochen habe, das mich dann aber negativ überrascht hat? (und Begründung) 

„Ein bisschen wie Unendlichkeit“ – Harriet Reuter Hapgood

Dass hinter so einem wunderhübschen Cover wie diesem eine so irritierende Geschichte steckt, hätte ich tatsächlich nicht vermutet. Während andere den Roman hochgelobt haben, war ich hin- und hergerissen und fühlte mich während dem Lesen, ähnlich wie die Protagonistin Gottie, von einem unkontrollierbaren Sog erfasst, der mich am Ende zwiegespalten ausspuckte und es mir nahezu unmöglich machte, zu einem abschließenden Ergebnis zu kommen. Wahrscheinlich war mir der Jugendroman einfach zu eng mit der Physik verbunden und ich habe deshalb dicht gemacht und mich bis zum Ende gequält.

  • Welches war eure persönliche Autoren-Neuentdeckung in diesem Jahr und warum? 

Anika Landsteiner

Es gab dieses Jahr ein Buch, das meine Patentante und mich in völlig unterschiedliche Richtungen getrieben hat. In der Regel reiten wir beide ziemlich oft auf der gleichen Lesewelle, weswegen mir ihr Unmut und die Enttäuschung über Anika Landsteiner’s „Gehen, um zu bleiben“ Rätsel aufgaben. Ich habe in diesem Buch, das gleichwohl inspiriert und nachdenklich stimmt, nämlich durch die zutiefst ehrlichen Zeilen von Ani Blut geleckt und werde mich fortan häufiger zu ihrem Blog Ani denkt treiben lassen. Die junge Frau, die über das Reisen und alles dazwischen berichtet, war mir auf Anhieb sympathisch.

  • Welches war euer Lieblings-Cover in diesem Jahr und warum? 

Die Schlange von Essex- Sarah Perry

Zugegeben, ich bin ein Opfer von schönen Covern. Das Auge isst bei mir einfach mit. Wenn ich so ein wahnsinnig tolles Cover wie von „Die Schlange von Essex“ sehe, muss ich das Buch einfach kaufen, egal, ob mich die Story interessiert. Diese Augenweide von Buch bekam ich allerdings zum Geburtstag geschenkt. Noch kann und will ich noch keine Meinung zu seinem Inhalt abgeben, weil ich noch mittendrin stecke.

  • Welches Buch wollt ihr unbedingt in 2018 lesen und warum?

„Die Schönheit der Nacht“ – Nina George

©Droemer Knaur

Nina George versteht es einfach, mir regelmäßig Gänsehaut über die Arme zu jagen. Ich habe all ihre bisherigen Bücher inhaliert und kann es kaum erwarten, das neueste Werk der Herzensautorin zu lesen.

In „Die Schönheit der Nacht“ lotet Nina George, Autorin des Welt-Bestsellers „Das Lavendelzimmer“, in beeindruckender Sprache, sinnlich, intensiv und präzise, „Weiblichkeit“ in allen Facetten aus, erzählt eine Geschichte vom Werden, vom Versteinern und vom Aufbrechen. Vor der beeindruckenden Kulisse der bretonischen Küste lässt Nina George zwei Frauen sich selbst neu entdecken: ihre Wünsche und Träume, ihre Sinnlichkeit, ihr Begehren.

Wie war euer Lesejahr? Habt ihr Pläne für 2018? Welche Autoren und Autorinnen habt ihr entdeckt? Habt ihr Tipps für mich, was ich mir in 2018 nicht verpassen lassen darf?

Ich freue mich über eure Antworten in der Kommentarspalte. 😉