Der Teufel trägt Prada auf literarisch..

lesenslust über “Lieber Mr. Salinger” von Joanna Rakoff

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“Keine Anthologien. Keine Auszüge. Wer Salinger lesen will, muss seine Bücher kaufen.”

Zitat, Seite 74

Frisch von der Uni ergattert Joanna ihren ersten richtigen Job als Assistentin bei Little Brown, einer Literaturagentur, die J.D. Salinger vertritt. Joanna, die den legendären “Fänger im Roggen” nicht gelesen hat, begreift erst sehr viel später, wer dieser vielbesagte Jerry ist, dessen Anrufe sie regelmäßig entgegennimmt und mit dem sie laut ihrer Chefin nicht mehr als nötig sprechen darf: Jerome (Jerry) David Salinger.

So hangelt sich Joanna von Auftrag zu Auftrag ihrer Chefin, tippt sich beim Schreiben der geschäftlichen Korrespondenz die Finger wund und schwimmt täglich durch ein Meer von Fanbriefen an Salinger. Stets bemüht, den Anforderungen ihrer exzentrischen Chefin gerecht zu werden, steht sie im täglichen Kampf mit ihrer Arbeit und sich selbst.

“Ich las gerade Jean Rhys und identifizierte mich mit ihren so hinreißend in Not geratenen Heldinnen, die sich wochenlang von nichts als Croissants und Café crème ernährten, zum Frühstück in den Hotels serviert, deren Miete als Gegenleistung für beendete Affären von verheirateten Ex-Lovern beglichen wurde. Ich ahnte, dass meine Chefin Jean Rhys nicht gutheißen würde.”

Zitat, Seite 22/23

Auch ihr Privatleben bringt tägliche Herausforderungen mit sich: Sie zieht mit Don, einem selbstverliebten Profiboxer in eine billige Wohnung mit unebenem Boden, einer Küche ohne Spüle und einer nicht funktionierenden Heizung. Ihre gemeinsamen Freunde scheinen sich langsam aber sicher zu entfremden, das Geld ist knapp und die Liebe zwischen den beiden kommt meist viel zu kurz.

“Don umgab sich mit Narren – mit Gebrochenen, Versagern, Menschen, die traurig waren oder labil -, damit er ihr König sein konnte. Was ihn fraglos zum König der Narren machte.”

Zitat, Seite 185

Doch mit jedem Leserbrief wird Joanna neugieriger und selbstbewusster und es dauert nicht lange, bis auch sie für Salingers Zeilen lebt. Seine Bücher und Anrufe werden zu einem unverzichtbaren Bestandteil in ihrem Leben. Und ehe sie sich versieht, steht sie vor der Entscheidung ihres Lebens.

“Schließlich wurde mir klar, dass ich schlicht und ergreifend kein Individuum für sie war, sondern eine Funktion. (…) Wir waren Einwegartikel, austauschbar in unseren Wollröcken und College-Krawatten, die Augen glänzend vor kindischer Begeisterung für Bücher. Sie hatte keine Verwendung für uns. In einem Jahr würden wir wieder weg sein.”

Zitat, Seite 114

Joanna Rakoff entführt uns in “Lieber Mr. Salinger” auf eine Reise in ihre Vergangenheit. Es ist ihr persönliches Salinger-Jahr, von dem sie berichtet. Es ist die Geschichte einer persönlichen Entwicklung; einer Begegnung, die eine junge Frau lernen ließ, über sich hinaus zu wachsen und  ihre Träume zu verwirklichen.

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Leisen Schrittes bewegen wir uns über einen dunklen mit Bücherregalen übersäten Korridor einer Literaturagentur, auf dem Staubflusen im Lichtkegel einer geöffneten Tür tanzen und eine andächtige Ruhe herrscht. Die Zeit scheint still zu stehen, an dem Ort, der uns wie ein Dickens Roman durch ein New York vergangener Zeiten führt. Hier begegnet man der digitalen Revolution noch mit Skepsis und vertraut auf die gute alte Schreibmaschine.

Hier wagt Joanna das erste Mal einen Blick in Salingers legendäre Werke, die in jedem Regal so selbstverständlich ihren Platz haben, dass man sie fast übersieht. Bis dato hatte Joanna sie zwar in zahlreichen Händen von Freunden und Familienangehörigen gesehen, sie aber nie selbst gelesen. Es sind Werke wie “Der Fänger im Roggen”, “Franny und Zooey” oder “Neun Erzählungen”. Werke, die Anatomien des Verlustes beherbergen und die sich zu den besonderen Sorgen und Probleme der Jugend äußern. Bücher, die für viele Menschen zu einem treuen Weggefährten wurden und Zeilen in sich tragen, die mitten ins Herz gehen.

“Salinger war nicht kitschig. Seine Werke waren nicht nostalgisch. Es waren keine Märchen über irgendwelche genialen Kinder, die durch die Straßen des alten New York flanierten. Salinger war nicht annähernd so, wie ich gedacht hatte. (…) Salinger war knallhart. Knallhart, witzig und sehr genau. Ich war Feuer und Flamme für ihn und für alles, was er geschrieben hatte.”

Zitat, Seite 234

“Wenn man Salinger liest, ist es nicht so, als läse man eine Erzählung; es ist, als flüsterte einem Salinger höchstpersönlich seine Geschichten ins Ohr. Die Welt, die er in seinen Texten erschafft, ist greifbar, real und zugleich so wunderbar überhöht, als wandelte er mit frei liegenden Nervenenden auf Erden. Salinger zu lesen ist ein so intimer Akt, dass man sich dabei hin und wieder unbehaglich fühlt. Seine Figuren sitzen nicht herum und denken über Selbstmord nach. Sie nehmen die Pistolen und schießen sich in den Kopf.”

Zitat, Seite 240

Schreibmaschine

Mit leisen und behutsamen Tönen erzählt Joanna von ihrem ereignisreichen Jahr in der Literaturagentur von J.D. Salinger. Ein Jahr voll unerbittlicher Einsichten und persönlicher Kämpfe. “Lieber Mr. Salinger” berichtet über die prägende Begegnung mit einem Autor, dessen Worte nicht nur für zahlreiche Menschen, sondern auch für Joanna selbst von unerschöpflichem Wert wurden. Worte, die ihr bei ihrer persönlichen Entwicklung halfen und sie über sich hinaus wachsen ließen.

Ihre Reise in ein New York vergangener Zeiten wird zu einem Exkurs in die Verlagsgeschichte der 90er Jahre. Die atmosphärischen Zeilen geben dem Leser einen authentischen Einblick in ein Zeitalter, wo Bücher noch ein seltenes Luxusgut und der Zugang zu hochwertiger Literatur ein großes Privileg war. Es erzählt von der Kraft der Literatur und ist eine Liebeserklärung an das geschriebene Wort.

“Dies war nicht das New York von Woody Allen, das New York der Hochhäuser und Portiers, der großen Träume und Hollywood-Bildmontagen. Aber es war mein New York. Und ich liebte es.

Zitat, Seite 164

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Magic coins..

lesenslust über “Stuart Horten – Acht alte Münzen und eine magische Werkstatt” von Lissa Evans

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Ich muss weg, und es kann sein, dass ich nicht mehr zurückkehre. Wenn ich nicht wiederkomme, gehört meine Werkstatt und alles, was sich darin befindet, dir – wenn du sie finden kannst. Und wenn du sie findest, dann bist du auch der Richtige dafür.

Zitat aus dem Buch

Stuart ist für seine zehn Jahre etwas klein geraten. Aber dass die wahre Größe eines Menschen nicht von der Körpergröße abhängt, hat schon sein Onkel Kenny, der klitzekleine Kenny Horten, unter Beweis gestellt. Als Magier und Erfinder von mirakulösen Mechanismen wurde er in Beeton, dem Ort, in den Stuart mit seinen Eltern zieht, berühmt. Als Stuart herausfindet, dass Onkel Kenny im zweiten Weltkrieg plötzlich wie vom Erdboden verschluckt schien, ist ist er Feuer und Flamme, der Sache auf den Grund zu gehen.

In der Schatulle seines Vaters, einem Geschenk von Onkel Kenny, entdeckt er eine Nachricht seines Onkels, die auf Onkel Kennys magische Werkstatt hinweist. Neben dem Zettel findet er acht alte Three-Penny-Münzen in der Dose. Stuart will unbedingt wissen, was es mit ihnen auf sich hat. Auf der Suche nach der Werkstatt, stößt er auf acht alte Automaten aus der mirakulösen Horten-Fabrik, die ihm auf mysteriöse Weise einen Weg zeigen. Und ehe sich Stuart versieht, befindet er sich auf einer abenteuerlichen Entdeckungsreise durch Beeton. Kann er die magische Werkstatt des Onkels finden?

Wenn etwas schließt, klickt oder dreht, dann steht Horten auf dem Gerät. Münze rein und mit einem Klick kommt ein Geschenk – aus der Horton-Fabrik!

Zitat aus dem Buch

Lissa Evans hat mit “Stuart Horten – Acht alte Münzen und eine magische Werkstatt” eine magische Abenteuergeschichte für Kinder geschaffen. Mit Stuart ist ihr ein liebevoll gezeichneter kleiner Jungen gelungen, an dessen Seite man sich neugierig auf die Entdeckungsreise durch Beeton machen darf. Von der Nachricht des Onkels angetrieben, streifen wir durch die Beetoner Stadtgeschichte: Wir schnüffeln auf privaten Geländen und in heruntergekommenen Gebäuden herum, beäugen alte Mechanismen und lernen schräge Persönlichkeiten kennen. Dubiose und fantastische Dinge begeistern während der Geschichte. So erwachen selbst kaputte Telefone wieder zum Leben und alte Apparaturen klimpern um die Wette.

In der ihm anfangs lästigen schlauen April der Nachbarsdrillinge April, May und June und der blinden alten Leonora findet Stuart schnell Verbündete. Voller Neugier machen sie sich gemeinsam auf die abenteuerliche Suche nach der versteckten Werkstatt. Dass ihm die acht alten Münzen aus der Schatulle des Onkels dabei hilfreich sein werden, ahnt Stuart und auch der Leser schnell. Aber das tut der magischen und knisternden Stimmung keinen Abbruch. Auf dem Cover und am Anfang jedes Kapitels findet man liebevolle Illustrationen von Temujin Doran, die dem jeweiligen Inhalt an Ausdruck verleihen, meines Erachtens aber ruhig etwas üppiger hätten ausfallen dürfen. Wobei die kleinen bescheidenen Zeichnungen sicherlich dafür sorgen, dass eigens die Fantasie des Lesers für die nötigen Bilder im Kopf sorgt.

Evans Geschichte liest sich leicht und flüssig. Ohne Probleme lassen sich die einzelnen Handlungsstränge miteinander verknüpfen. Durch den spannenden und abwechslungsreichen Verlauf ist die Geschichte sowohl für abenteuerlustige Kinder als auch für fantasievolle Erwachsene ein kurzweiliges Lesevergnügen. Mit dem Nachfolgeroman “Stuart Horten – Sieben Rätsel und ein magischer Stern” lässt Evans Stuart erneut auf Reisen gehen.

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Diese Rezension ist als Gastrezension bei der Bibliophilin erschienen.

Abgebrochen: die Pfaueninsel

lesenslust über “Die Pfaueninsel” von Thomas Hettche

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“Hier […] vermischen Vergangenheit und Zukunft sich auf besondere Weise, denn zwar verbindet die Havel die Auen des Spreewaldes mit denen der Elbe, gerade hier aber scheint ihr Wasser stillzustehen in einer Kette dunkler Seen und sich unter den schattig verhangenen Blätterdächern von Traubeneichen, Flatterulmen und Rotbuchen zu verlieren, in Auenwäldern, feuchten Erlenbrüchen, unter Grauweiden.”
Zitat, Seite 7/8
Hettches erzählerische Essays scheinen vielen Lesern vertraut. Sein Stil wird als außergewöhnlich bezeichnet und die Diskussionen darum scheinen den Autor, der um die Anerkennung als wahrer Erzähler kämpft, zu verärgern. In seinem neuesten Werk “Die Pfaueninsel”, das es auf die Shortlist für den Deutschen Buchpreis 2014 geschafft hat und mit dem Wilhelm Raabe – Literaturpreis 2014 ausgezeichnet wurde, präsentiert er eine wilde Mischung aus modernem Märchen, historischer Kulturgeschichte und tragischer Liebesgeschichte.
“Nichts auf der Pfaueninsel steht sicher in seiner Zeit. Jede Geschichte beginnt lange, bevor sie anfängt.”
Zitat, Seite 8
Nun, was die Rolle des Erzählers angeht, meistert Hettche sie ohne Frage. Doch für jeglichen Rest in dieser Geschichte kann ich mir nur bedingt Begeisterung abringen. Ich habe die “Mission Pfaueninsel” daher nach 100 Seiten, und damit nur einem Drittel des Buches, höchst verstört abgebrochen. Eine Entscheidung, die mir nicht leicht gefallen ist, weil mir die vielen begeisterten Leserstimmen noch im Gedächtnis geblieben waren. Und dennoch, scheinbar genau die richtige.

Ich werde daher meine innerhalb dieser 100 Seiten entstandenen Eindrücke zum Ausdruck bringen, um sie jenen Lesern unter euch, die ihren Lesegeschmack dem meinen zuordnen würden, als Orientierung zu schenken um sie vor einem etwaigen Fehlgriff zu bewahren.

Die Geschichte spielt sich auf ebenjener Pfaueninsel in der Havel, im Südwesten Berlins ab, deren riesiger und unter Naturschutzgebiet stehender Landschaftspark als UNESCO Weltkulturerbe gilt und sowohl dem Buch als Titel als auch den Figuren des Romans als verwunschener Schauplatz dient. Hettches Roman bedient sich lebendigen Beschreibungen über exotische Pflanzen, wilde Tiere und außergewöhnlichen Lebensräumen. Er streut sie gut überlegt in seinen Roman, doch scheint sich schwerpunktmäßig auf die Figuren der Erzählung, allen voran der Zwergin Marie, zu konzentrieren. Es ist ihre Geschichte.

Marie, die als sechsjähriges Waisenkind, zusammen mit ihrem Zwergenbruder Christian, auf die Insel gelangt, dient Hettche als zentrale Leitfigur. Die Geschichte ist daher größtenteils aus der Perspektive des kleinwüchsigen Schlossfräuleins erzählt, deren persönliche Entwicklung mit der Entwicklung der Insel fest verwoben ist. Die Erzählung beginnt wie ein modernes Märchen. Sie berichtet von der schockierenden Begegnung des Zwergen Christian mit Königin Luise, die sich beim Anblick des verschrumbelten Zwergenmännleins zu dem Ausruf “Monster” hinreißen lässt und kaum acht Wochen nach der Begegnung stirbt. Scheinbare Folgen eines Schocks.

“Es rufen Orte in uns ganz dieselben Gefühle hervor wie Menschen, man vertraut einer Landschaft wie einem Freund, ein Gesicht, das man zum ersten Mal sieht, behagt einem, oder eben nicht. An bestimmten Orten empfinden wir Mißtrauen und Furcht als schwer erträgliche körperliche Nähe, ohne daß diese Nähe Augen hätte und ein Gesicht.”
Zitat, Seite 11/12

Doch für die Zwergengeschwister bleibt diese königliche Begegnung nicht ohne Folgen. Denn die hässlich mönströse Bezeichnung der Königin soll die Zwergengeschwister fortan durchs Leben begleiten und hinterlässt tiefe Spuren. Sie leben ein Leben als Kuriosität und orientieren sich daher lieber aneinander. Diese innige Geschwisterliebe nimmt im Verlaufe der Geschichte seltsam inzestuöse Züge an, obwohl Marie sich vielmehr zu Gustav, dem Sohn ihres Ziehonkels, hingezogen zu fühlen scheint. Damit beginnt ein verzwicktes Dreiecksverhältnis, das sowohl von Eifersucht als auch Tragik geprägt ist.

Während die Geschichte mit sehr faszinierenden und phantasievollen Zeilen beginnt, bedient sich Hettche bereits nach kurzer Zeit einer für mich sehr komplexen, fast schon hochtrabenden und merkwürdig altertümlichen Sprache. Ein Zug, der es mir unmöglich macht, seinen Gedanken zu folgen und am Vorhaben, den Roman bis zum Ende zu lesen, festzuhalten. Mein Abbruch ist größtenteils sicherlich den ausschmückenden Beschreibungen der inzestuösen Beziehung der Zwergengeschwister zuzuordnen, denn sie sorgten dafür, dass ich angewidert die Nase rümpfte, weil die geschmacklosen Zeilen zu Kopfkino führten, das mir ganzheitlich widerstrebt. Man mag mich als prüde oder empfindlich einstufen, aber sowas will ich nicht lesen, wenn ich nicht muss! Und ich muss nicht!

“Maries Körper begann wieder zu summen, und sie spürte, daß sie ein Ding war, das er ansah. Ganz so, wie wenn der König sie betrachtete. War ein Ding wie alle anderen in seiner Welt und meinte tatsächlich zu spüren, wie sie ihm, wie alle Dinge, eine Seite zeigte, die sie selbst nicht kannte. Die nur er sah.

Christian hockte sich auf ihre Brust, seine Schenkel an ihre Seiten gepreßt, als ritte er ein kleines Tier. Es gab keinen Grund, die Augen zu öffnen, wohl aber die Lippen, zwischen die jetzt die feuchte Spitze seines Gliedes drängte.”

Zitat, Seite 46

Ich würde mir nie erlauben, Hettches Werk als schlecht einzuordnen, muss allerdings feststellen, dass der Autor es mir unmöglich macht, einen Zugang zu seiner Geschichte zu bekommen. Alles im Ganzen scheint es die Kombination aus beidem, dem hochtrabenden Stil und der ausufernden Bindung dieser verschrumbelten Wesen, die dieses Buch für mich zu einem der seltenen Abbruchkandidaten in meinem Bücherregal macht. Wenn auch zu einem Abbruchkandidaten mit wundervoll stimmiger und liebevoller Aufmachung.

Herzenswünsche..

lesenslust über “Das Institut der letzten Wünsche” von Antonia Michaelis

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“Frau Schmitz lächelte. Sie konnte es. Sämtliche Falten in ihrem Gesicht vertieften sich dabei, als wäre jedes von ihnen die Erinnerung an ein vergangenes Lächeln; neunundneunzig Jahre Lächeln.”

Zitat, Seite 14

Jeden Tag sterben Hunderte von Menschen. Einige Leben enden plötzlich und unerwartet, während sich andere nur langsam und schleppend ihrem Ende nähern. Die Diagnose einer unheilbaren Krankheit und ein damit verbundener schleichender Sterbeprozess wird für viele Menschen und ihren Angehörigen zur schier unüberwindbaren Qual. Nur wenigen von ihnen ist ein Abgang in Würde vergönnt. Im “Institut der letzten Wünsche” haben sich Ingeborg und Mathilda daher die Erfüllung letzter Herzenswünsche zur Aufgabe gemacht. Es sind die Wünsche von Menschen, deren Lebenszeit auf weniger als ein halbes Jahr begrenzt ist. Ihnen wollen sie sich annehmen um ihnen ein letztes Lächeln auf die Lippen zu zaubern.

“Wenn es eine Nummer für die Günstigkeit der Lage eines Tumors gegeben hätte, hätte sie weder 0 oder 2 gelautet, sondern ‘Arschloch’.”

Zitat, Seite 48

So wird jeder Tag zu einer Herausforderung und jeder Herzenswunsch zu einer Entdeckungsreise mit ungewissem Ausgang. Und während Ingeborg als ehemalige Chefärztin die Launenhaftigkeit und Willkür des Todes zur Genüge kennt, scheint die 25-jährige Mathilda der Brutalität des Todes nur bedingt gewachsen zu sein. Ohne die tägliche Einnahme von Kopfschmerztabletten übersteht sie die Tage nur schwer und ein normales Leben neben dem Job scheint kaum machbar.

Als Birger Raavenstein, ein ehemaliger Rechtsanwalt und Mann mittleren Alters das Institut betritt, wendet er sich mit seinem letzten Wunsch an Mathilda. Die Suche nach seiner Herzensdame aus vergangenen Zeiten und der vermeintlich 15-jährigen Tochter wird für Mathilda zur Herzensaufgabe. Eine Aufgabe, die sie weit über ihre Arbeit hinaus begleitet.

“Sie würde es finden, sie, Mathilda. Für ihn. Sie wollte diesen zerzausten, zerschlissenen, irgendwie gescheiterten London-Berliner Rechtsanwalt lächeln sehen; nicht schulterzuckend und ironisch lächeln, sondern ganz und gar glücklich. Ehe er diese Welt verließ. Für immer. Aber das war ja gelogen. Sie wollte ihn nicht nur lächeln sehen. Sie wollte viel mehr.”

Zitat, Seite 46

Neben Birger finden sich noch viele andere Menschen im Institut ein. Da wäre z.B. die 99-jährige Ewa Kovalska, die vor ihrem Tod die längst verstorbene Opernsängerin Maria Callas noch einmal singen hören möchte; der alte Jakob Mirusch, ein gebrechlicher Uhrmacher, der von einem letzten Spieleabend im Studentenkreis träumt oder Herr Schmidt, der früher beim Radio war und ein letztes Mal auf Sendung gehen möchte, um zu den Leuten in Berlin zu sprechen.

“Die Zeit tropfte zäh und langsam durch die Flaschen auf den Infusionsständern, die Sekunden flossen durch Schläuche, die Minuten sammelten sich in den Urinbeuteln der Katheder zu einem trüben, gelben Gewässer aus gelebtem Leben.”

Zitat, Seite 56

Antonia Michaelis, die sich u.a. durch Romane wie der “Der Märchenerzähler” einen treuen Leserstamm gesichert hat, begeistert uns mit einem neuen Werk. “Das Institut der letzten Wünsche” heißt es. Es ist ein einfühlsames Werk geworden, in dem die Autorin ein bedrückendes Thema aufgreift: die Diagnose einer unheilbaren Krankheit und den bevorstehenden Tod.

Doch wie kann man an einem solchen Thema mit genügend Abstand entgegentreten, ohne selbst in Depressionen zu verfallen? Michaelis kennt die Antwort. Anstatt den Tod in den Mittelpunkt der Geschichte zu stellen, konzentriert sie sich auf die Menschen dahinter. Menschen, die letzte Herzenswünsche besitzen. Wünsche, an deren Erfüllung sie sich hoffnungsvoll klammern wie an einen dünnen Strohhalm.

Es sind Wünsche nach einem zweiten Weihnachten, nach Schneeflocken im April, einem Sprung ins kühle Nass trotz Rollstuhl, nach tosenden Fahrten im Heißluftballon, der Begehung eines stillgelegten Vergnügungsparks, der Begegnung mit toten Persönlichkeiten und der Suche nach einer verlorengegangenen Liebe. Dinge, die unmöglich scheinen und dennoch durch das Zutun von Ingeborg und Mathilda wahr werden.

“Ihr hopst mit den Sterbenden im Land der Wünsche (…) herum, und sie danken euch dafür. Es ist eine leichte und bunte Sache, so wie Seifenblasen. Wir, in der Klinik … Wir machen die Drecksarbeit. Uns dankt keiner.”

Zitat, Seite 271

“Alles war bunt und fröhlich oder wäre bunt und fröhlich gewesen, wenn Licht da gewesen wäre. Pippi-Langstrumpf-Land. (…) Jetzt, nachts, zwischen Asphalt und schlafenden Autos, wirkte es unwirklich und aufgesetzt, tot. Eine gewollte Freundlichkeit, die unter den Straßenlaternen ihre Farben verloren hatte.”

Zitat, Seite 279

Michaelis gelingt es mit spielerischer Leichtigkeit uns für die Idee hinter dem Institut der letzten Wünsche zu begeistern. Sie reißt uns mit, in einen Strudel voll kindlicher Begeisterung. Der Tod gerät ganz plötzlich in den Hintergrund, auch wenn er auf jeder Seite präsent bleibt. Trotz des kritischen Blickes auf das Handeln des Instituts, dass sich mit der Anklage, wie eine Sterbehilfe zu agieren, auseinander setzen muss, bleibt die Idee hinter der Story einfach herzerwärmend.

So schweben wir wie in einer Seifenblase durch die Geschichte, begegnen Menschen, ihren traurigen Schicksalen und letzten Herzenswünschen. Und nicht selten erschüttern die ehrlichen und direkten Zeilen der Autorin unsere perfekte Seifenblasenschutzhülle. Doch der Blick durch die vermeintlich unsichtbare Hülle schenkt uns den nötigen Abstand, den wir brauchen, um dem Tod entgegenzutreten.

Mein großer Herzenswunsch ist es, dass dieses Buch so viele Leser wie möglich erreicht.

“Schönes Kind”, sagte Herr Maik Wagner, “wir haben früher noch viel verrücktere Sachen gemacht. (…) Erfahrungen, ging immer um Erfahrungen. Grenzen testen. War ‘ne andere Zeit. Heute ist alles möglich, und keiner macht was. Euer Institut ist eine Ansammlung von Spießern.”

Zitat, Seite 104

“Es war so ein friedliches Bild – Jakob mit der Uhr, Ewa mit dem Leuchten in den Augen, als schwebte etwas in dem kleinen Büro, das sich nicht in Worte fassen ließ. Vielleicht war es eine Art von Glück. Und Mathilda wünschte, alles könnte einfach so bleiben.”

Zitat, Seite 148

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Hörfreuden #3: Glücksgeblubber..

lesenslust über “Das Blubbern von Glück” von Barry Jonsberg

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“Kennst du den Ausdruck: Zerrüttete Familie? Willkommen in meiner Welt.”

“Lachen ist gut. Lachen ist wundervoll. Ich verstehe oft nicht, wo es herkommt, genieße jedoch die Wirkung, die es hervorbringt. In meiner Familie wird nicht genügend gelacht. Alles Lachen verflüchtigte sich, als meine Schwester starb.”

Candice Phee

Candice Phee ist 12 Jahre alt. Sie ist wunderbar ehrlich und ein bisschen anders. Ihr Körper ist übersät von Sommersprossen, ihr Haar schimmert in einem dreckigen Blond und ihre Augen strahlen leuchtend blau. Eigentlich wirkt sie wie ein normales Mädchen. Doch Candice Blick auf das Leben unterscheidet sich von dem ihrer Mitmenschen, weshalb viele sie nicht auf Anhieb verstehen.

Candice ist das egal, denn sie ist wild entschlossen, die Welt wieder glücklich zu stimmen. Allen voran ihre Familie, in der es früher vor Glück geblubbert hat und die seit dem plötzlichen Tod ihrer Schwester Sky wie gelähmt durchs Leben geht. Ihre Mutter, ihr Vater und Onkel Brian bilden einen zerrütteten Haufen aus Krankheit, Enttäuschung und Trauer.

Doch obwohl das Unglück in jeder Ecke lauert, verliert Candice ihren Traum nicht aus den Augen: Sie will das Glück für alle zurückerobern, um die Welt lebendiger blubbern zu lassen als jemals zuvor!

“Unser ganzes Haus verströmte Glück. Es blubberte vor Glück und ließ uns strahlen. Die Sonne schien heller damals, das Gras war grüner, die Wolken waren weißer.”

“Ich möchte nach Glück streben. Ich möchte es einfangen, am Wickel packen, mit nach Hause schleifen und zwingen sämtliche (…) Menschen zu umarmen.”

Am Anfang der Sommerferien bekommen Candice und ihre Mitschüler von ihrer Englischlehrerin Mrs. Bamford die Aufgabe, einen Aufsatz über ihr Leben zu schreiben. Jedem Buchstaben des Alphabets soll ein Absatz gewidmet werden.

Und mit dieser Aufgabe beginnt die Geschichte.

“Du bist auf einem Meer der Liebe in diese Welt gesegelt. Du bist durch ruhiges Gewässer gefahren und fast, ohne ein Wellenkräuseln, in unseren Herzen vor Anker gegangen. Und dort bist du immer noch, ein süßer kleiner Matrose, in Liebe angedockt.”

“Weißt du was das Beste an dir ist, Pumpkin?” fragte er. “Nein.” – “Du singst dein eigenes Lied und du tanzt nach deiner eigenen Melodie. Du siehst die Welt mit anderen Augen als wir. Und weißt du was? Manchmal wünschte ich, fast jeder sehe sie mit deinen Augen. Ich weiß das die Welt dann ein besserer Ort wäre.”

Onkel Brian

Tränen der Freude kullern über meine Wangen.

Selten begegnet man so traurigen und zugleich lebensbejahenden Zeilen wie die von Jonsberg. Mit “Das Blubbern von Glück” gelingt dem Autor ein wahres Wunderwerk. Es erzählt uns nicht nur eine ganz und gar andersartige Geschichte eines andersartigen Mädchens, sondern stimmt uns damit auch glücklich. Einfach so.

Es ist die Geschichte von Candice, einem zwölfjährigen Mädchen und Protagonistin der Geschichte. Jonsberg lässt sie zur Stimme seiner Geschichte werden und eröffnet uns damit die Sicht aus Kinderaugen. Die 26 Buchstaben des Alphabets werden zu unseren Wegbegleitern. Mit der Konzentration auf den Aufsatz über ihr Leben, ordnet Candice jedem einzelnen Buchstaben des Alphabets ein besonderes Merkmal zu. Merkmale, die von zentraler Bedeutung sind und ihr Leben zu dem machen, was es ist.

Da ist ihre verstorbene Schwester Sky; ein Goldfisch, dem sie den Namen Erdferkel Fisch schenkt, weil Erdferkel das erste wirkliche Wort in ihrem Lieblingsbuch (dem Wörterbuch) ist; ihr schräger und superkluger Freund Douglas Benson, der aus einer anderen Dimension zu kommen scheint; das Kullerauge ihrer Englischlehrerin Mrs. Bamford, das unkontrolliert durch die Gegend kullert; ihre amerikanische Brieffreundin, die ihr niemals antwortet, und so viel mehr.

Candice Perspektive schenkt uns einen besonders wertvollen Blick auf das Leben. Mit ihr sehen wir die Welt aus anderen Augen: Sie macht sie bunter, lebendiger und herzlicher. Doch sie schaut nicht nur optimistisch auf das Leben, sondern spricht ihre Gedanken auch erschreckend ehrlich und direkt aus. Sie hilft uns dabei, den traurigsten Momenten mit Hoffnung zu begegnen und dem Leben entgegenzulachen. Trotz tragischem Familienhintergrund scheint Candice ihren Lebensmut niemals zu verlieren. So begibt sie sich hoffnungsvoll auf die Suche nach dem verlorengegangenen Blubbern von Glück. Und wird fündig!

Sensibel, humorvoll und voller Leichtigkeit verleiht die Sprecherin Laura Maire der zwölfjährigen Candice und ihren Mitmenschen eine Stimme. Lebhaft und facettenreich erweckt sie ein kleines Mädchen zum Leben und zeigt mir wie abwechslungsreich die eigene Stimme sein kann.

Trotz völlig unterschiedlichen Alters von Sprecherin und Protagonistin begegnet mir die Sprache als sehr passend und harmonisch. Laura Maire versteht es, die Rolle der Candice ohne musikalischen Hintergrund oder Audiobeigaben authentisch umzusetzen. Jede Minute des Hörbuchs wird so zu einem besonderen Hörerlebnis.

Eine wunderbare Geschichte. Ein wunderbares Hörbuch. Herzliche Weiterempfehlung!

“Familien sind anfällig. Meine starb nicht, als Sky starb, aber sie musste einen schweren Schlag ertragen, und war danach völlig blauer Flecken.”

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Kinderfreuden #4: Päckcheneilexpress.

lesenslust über “Pino Pfote, Päckchenbote” von Tor Freeman

Pino Pfote

Beschreibung:

Pino Pfote ist Päckchenbote: täglich flitzt er mit seinem Roller und einem Anhänger voller Päckchen durch die Stadt. Seine heutige Tour beginnt im Tropenhaus. Doch Fred Fell, der Chefgärtner, ist im Gewusel kaum zu entdecken. Auch Quentin Quetsch, der Würstchenverkäufer, versteckt sich in seiner Bude am Marktplatz und Lisa Liane geht im Trubel des Dinosauriermuseums unter. Ringo Ringel inspiziert seine neuesten Errungenschaften im Schlaukopflabor und Wanda Wolle sitzt mit kaputtem Geigenbogen im Orchester.

Die Empfänger von Pinos Päckchen verstehen es ziemlich gut, sich zu verstecken. Wie gut, dass Pinos Argusaugen nichts entgeht! So düst Pino kreuz und quer durch die Stadt, bis nur noch ein einziges Päckchen in seinem Wagen liegt, und das ist für eine ganz besondere Dame bestimmt!

Eckdaten

Hardcover, ab 3 Jahren

mit UV-Lack
32 Seiten, 24,0 x 30,5 cm
ISBN 978-3-7348-2007-6

Magellan Verlag
13,95 €

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Magellan

Pino

Blickwinkel aus großen Augen

Der Kin­der­buch­il­lus­tra­torin Tor Freeman ist mit ihrem Buch “Pino Pfote, Päckchenbote” ein großartiges Entdeckerbuch für kleine Spürnasen gelungen. Der Aufbau des Buches ist ähnlich dem eines Wimmelbuchs, da die Seiten mit farbenfrohen Suchbildern bestückt sind, auf denen es jede Menge zu entdecken gilt.

Pino Pfote, der Protagonist, ist ein Vierbeiner und zudem ein bekannter Hund in der Stadt. Auf seinen täglichen Touren beglückt er die Stadtbewohner mit langersehnten Päckchen. So düsen die Kinder gemeinsam mit Pino zu den aufregensten Plätzen der Stadt: ins Tropenhaus, auf den Marktplatz, ins Dinosauriermuseum, zum Schlaukopflabor und zur Aufführung ins Orchester. In einer Suchleiste im unteren Seitenbereich gibt Freeman den Kindern sowohl den jeweiligen Empfänger des Päckchens als auch verschiedene Gegenstände vor, die es im Gewusel der einzelnen Schauplätze aufzuspüren gilt.

Das Suchschema ist einfach und wurde von meinem Neffen bereits nach der ersten Seite durchschaut. Die farbenfrohen und detailreichen Illustrationen machen das Betrachten jeder Seite zu individuellen Entdeckungsreisen, die auch den Erwachsenen jede Menge Spaß bereitet. Zu den aufgeführten Gegenständen in der Suchleiste gesellten sich ziemlich schnell weitere Entdeckungen hinzu, die beim Durchforsten der Suchbilder vom kleinen Sherlock ausfindig gemacht wurden. Einige der gesuchten Gegenstände konnten erst  beim zweiten oder dritten Anlauf erspäht werden. Eine winzig kleine Schnecke, eine Hand im Glas oder auch eine rote Krawatte haben es uns nicht einfach gemacht, weswegen das Buch auch für Kinder weit über das empfohlene Alter hinaus noch interessant ist.

Pinos Tour endet auf dem Kindergeburtstag seiner kleinen Tochter im Garten. Doch die Tour meines kleinen Neffen scheint niemals zu enden, denn er wird auch nach zahlreichen Betrachtungen und Suchanläufen nicht müde, die Gegenstände aus der Suchleiste erneut aufzuspüren. Pino ist fortan immer dabei!

Pino on tour

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Blickwinkel aus kleinen Augen

Joschuas Urteil:

Steckbrief Joschi Blog 2

Lieblingsfigur der Geschichte: T-Rex, die Schnecke

Anzahl der Blicke/Lesungen: zahlreich

Bester Leseplatz: Überall, sogar im Auto

Schlüpft in die Rolle von: einer Spürnase

Hungrige Spürnase

Kinderfreuden #3: Wenn der Mond am Himmel steht

lesenslust über “Das Mondscheinfest” von Luise Holthausen

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Beschreibung:

Schlafenszeit!

Doch das Fuchskind will viel lieber ein Mondscheinfest feiern anstatt zu schlafen. Als Mama und Papa Fuchs fest eingeschlafen sind, stiehlt es sich heimlich davon und trifft sich auf der großen Lichtung mit den anderen Tierkindern.

Es ist stockdunkel und weit und breit ist kein Mond in Sicht.

Doch was ist so ein Mondscheinfest schon ohne Mond? Also macht sich das Fuchskind mit seinen Freunde auf die Suche nach dem Ehrengast des Festes.

Eckdaten

Hardcover, ab 3 Jahren

mit UV-Lack und Stoffmond zum Buch
32 Seiten, 29,5 x 22,5 cm
ISBN 978-3-7348-2002-1

Magellan Verlag
19,95 €

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Magellan

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Blickwinkel aus großen Augen

Das Buch ist ein leuchtender Stern am Kinderbuchhimmel. Christine Kuglers Illustrationen sind sehr lebendig und farbenfroh gestaltet und machen das Buch zu einem wahren Schatz. Die vielen liebevollen Details, die man oft erst beim zweiten Blick entdeckt, machen das Betrachten des Buches zu einer kleinen Abenteuerreise.

Das Entdecken der Geschichte bereitet einem unheimlich viel Freude. Durch den beigelegten Kuschel-Stoffmond gibt der Verlag den Kindern einen Begleiter an die Hand, der sie und das Fuchskind bei ihrer Suche nach seinem Pendant aktiv begleitet. Die greifbare Mond-Komponente dient den kleinen Entdeckern perfekt zur Orientierung und haucht der Geschichte Leben ein.

Die Geschichte kommt mit wenigen Worten aus, was den Vorlesern und Zuhörern viel Freiraum für Fantasie und Improvisation schenkt. Doch auch die wenigen Worte sind mit Leben bespickt. Animieren den Vorleser und Zuhörer zum aktiven Suchen in den entlegensten Ecken: Man sucht oben und unten, links und rechts, in Büschen und Wäldern nach dem Mond. Ruft nach ihm. Gibt nicht auf, bis der Himmel aufreißt und er am nächtlichen Himmel erstrahlt.

Bald feiern alle Tierkinder ein gemeinsames Fest. Es wird mit Leibeskräften gesungen und ausgelassen getanzt. Die Tierkinder führen kleine Kunststücke vor, selbst das Ferkel jongliert mit Tannenzapfen. Doch nicht nur die Tierkinder in der Geschichte feiern ausgelassen. Auch Joschua feiert mit, er ruft nach dem Mond, singt und tanzt und lacht aus vollem Herzen.

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Blickwinkel aus kleinen Augen

Joschuas Urteil:

Steckbrief Joschi Blog 2

Lieblingsfigur der Geschichte: die Eule, der Mond

Anzahl der Blicke/Lesungen: allabendlich

Bester Leseplatz: eingekuschelt in der Bettdecke

Schlüpft in die Rolle von: einem Mondscheintänzer

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