Kinderfreuden #35: Heute nicht! Doch vielleicht morgen?

„Heute nicht“ – Timon Meyer, Julian Meyer

Traurig sein gehört zum Leben einfach dazu. Und manchmal müssen selbst die Tiere schwere Momente durchstehen. Und dann lassen sich der Bär, der Löwe, das Krokodil, der Koala, der Lurch, das Lama, das Schaf und der Koala auch mal so richtig hängen. Was sein muss, muss sein!

Doch die Trübsal ist oft nicht von langer Dauer. Denn meistens wartet hinter der nächsten Ecke schon ein Abenteuer auf sie, in dass sie sich voller Elan stürzen müssen. Denn morgen, ja da fährt der Bär vielleicht ans Meer… Und ehe sich die Tiere versehen, sind ihre Sorgen schon wie weggeblasen!

Eckdaten

Hardcover, ab 3 Jahren

32 Seiten
19 x 25 cm
ISBN: 978-3-257-01263-7

Illustration: Julian Meyer
Übersetzt von: Timon Meyer

Diogenes Verlag

14,00 € [D]

Sicher dir hier dein persönliches Exemplar…

Blickwinkel aus großen Augen

Wer Kinder hat, der wird sie kennen: Diese Momente, in denen die Kleinen von einer Sekunde zur anderen von „himmelhoch jauchzend“ zu „zu Tode betrübt“ wechseln. Da reicht schon ein fehlender Socken, dass der Käse auf und nicht neben den Nudeln liegt, das Mama die Wal- und nicht die Fuchs-Schüssel gedeckt hat oder der Legobaustein einfach nicht halten will. Ich kenne diese Momente zu Genüge, begegne ihnen gerade täglich. Man könnte heulen, macht es aber dann doch nicht – schließlich sorgt dafür bereits das Kind!

Wie schön, dass sich diesem Thema auch mal in einem Kinderbuch angenommen wird, dachte ich mir, als ich von „Heute nicht“ erfuhr. Einem Bilderbuch, in dem alle Tiere Frust schieben, sich in ihrem Leid suhlen und das Ende der Welt bereits ganz nahe ist. Doch Julian und Timon Meyer haben es sich zur Aufgabe gemacht, den Kleinen zu zeigen, dass hinter jedem noch so schlechten Moment, ein guter auf sie warten kann. Und dass das Leben oft gar nicht so schwer ist, wie es einem gerade erscheint!

Gerade in der aktuellen Zeit können wir wohl alle ein bisschen Hoffnung vertragen. Hoffnung auf bessere Tage. Auf Unbeschwertheit. Auf Badetage am Meer, ein großes Himbeereis am Stiel, gemeinsame Spaziergänge und Kaffee & Kuchen mit guten Freunden. Auf Umarmungen und Trost. Wie passend, dass gerade jetzt ein Bilderbuch im Diogenes Verlag erschienen ist, das diese Hoffnung bereits mit seinen Illustrationen transportiert und daher ein bisschen Licht ins Dunkle bringt.

Genauso farbenfroh wie das Cover, begegnen einen auch die Illustrationen im Buch. Und so kommen selbst der schluchzende Löwe, der schlappe Lurch und der Panda mit dem gebrochenen Herzen ganz herzerweichend daher. Julian Meyer versteht es bestens, mit seinen Bildern Farbe in dieses Spiel zu bringen, bei dem Freud und Leid oft so nah beieinander liegen. Während den Illustrationen der traurigen Szenen meist eine dunklere Farbe innewohnt, werden die der fröhlichen von strahlenden Farben dominiert. Timon Meyers begleitende Zeilen machen sich dabei recht gut im Bild, sie gesellen sich als spielerische Reime dazu und machen es den kleinen Lesern einfach, sie zu verinnerlichen und zur richtigen Stelle im Buch abzurufen. Vor allem das Lama, das für Drama sorgt, hat uns direkt zum Schmunzeln gebracht (denn auch wir haben so ein Drama Lama hier!)

Mit „Heute nicht“ ist die Trübsal wie weggeblasen! Doch vielleicht morgen? lauert sie schon wieder um die Ecke! Wie gut, dass wir für diese Momente fortan dieses Buch zur Hand haben!

Blickwinkel aus kleinen Augen

Emmas Urteil:

 

 

Gefällt dir das Buch?

Ja, sehr!

Was hat dir besonders gefallen?

Wenn alle Tiere am Meer baden

 

 

Lieblingstier im Buch:

Der traurige Pandabär (ich musste ihn auf Anhieb trösten)

Lieblingsstelle im Buch:

Als der Löwe den Wasserball auf die nächste Seite kickt

Bester Leseplatz:

In meiner Kuschelecke

 

Worauf macht das Buch Lust?

den nächsten Tag abzuwarten

Schlüpft in die Rolle von:

einem Drama Lama (das geht aber auch bestens ohne Buch!)

[Werbung: Dieses Buch wurde mir freundlicherweise von Diogenes als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt]

Kinderfreuden #34: Ein Unterwasserabenteuer

„Meer – Die Welt unter den Wellen“ – Britta Teckentrup

Das leuchtende Korallenmeer ist voller Wunder – schau mal her!

Das Meer ist ein Tummelplatz voller faszinierender Meeresbewohner: hier finden sich anmutige Seepferdchen zum Tanz; Fische, Quallen und Oktopusse schwimmen zwischen den Algen umher, knisternde Aale schleichen über den Meeresboden und Buckelwale und Delfine schwimmen unter der Wasseroberfläche um die Wette.

Dieses Bilderbuch schickt seine Leser auf ein faszinierendes Unterwasserabenteuer. Es zeigt ihnen nicht nur den Facettenreichtum des Meeres, sondern gibt ihnen auch ein achtvolles Miteinander mit auf den Weg, durch die wir das Meer und seine Bewohner schützen können.

Eckdaten

Hardcover, ab 4 Jahren

32 Seiten
280 x 232 mm
ISBN: 978-3-8458-3016-2

Illustration: Britta Teckentrup
Übersetzt von: Cornelia Boese

arsEdition

15,00 €

Sicher dir hier dein persönliches Exemplar…

Blickwinkel aus großen Augen

Schon seit Jahren weiß ich um die wundervollen Bilder, die Illustratorin Britta Teckentrup mit ihrem Pinsel zum Leben erweckt. Mit „MEER – Die Welt unter den Wellen“ ist das erste Bilderbuch aus ihrer Hand in das Bücherregal meiner Räubertochter eingezogen.

Als ich das Bilderbuch auf der „Münchner Bücherschau junior“ entdeckt habe, konnte ich selbst kaum die Augen davon abwenden. Es kommt so bunt, lebendig und wunderschön daher, dass man sich kaum daran sattsehen kann. Und als uns das Buch dann zuhause erreicht hat und ich sah, wie viel Freude Emma damit auf Anhieb hatte, wusste ich, dass es nicht bei einem Werk der Illustratorin bleiben wird.

Mit ihren Bildern, die auf nahezu magische Weise daherkommen, nimmt Teckentrup die Kinder mit auf eine wundervolle Reise durch die Unterwasserwelt. Und dabei lernen sie nicht nur die wunderschöne Unterwasserlandschaft und ihre Meeresbewohner kennen, sondern wissen bald auch um die Gefahren, die sie umgibt. Denn in den Bildern begegnen wir nicht nur tanzenden Seepferdchen, zahlreichen Fischen, glänzenden Aalen und glitzernden Quallen, sondern auch einem gefährlichen Hai.

Doch die Natur ist erfinderisch und so zeigt Teckentrup, wie zahlreiche Meeresbewohner für die Gefahr gewappnet sind: dass die Stacheln des Feuerfischs voller Gift sind, der Kugelfisch sich aufblähen und der Tintenfisch mit Tinte um sich spritzen kann. Und dass auch die kleinsten Fische sich zu einem Schwarm zusammenfinden und in der Formation als großer Fisch ihre Feinde in die Flucht schlagen können. Doch auch die Größten unter den Meeresbewohnern bleiben in diesem Bilderbuch nicht unerwähnt, und so schwimmen auch Delfine, Wale und Seekühe durchs Bild. Durch die begleitenden Texte, die in Reimform daherkommen und wunderbar in den Kopf gehen, lernen wir, wie klug und flink Delfine sind, wie der der Wal als Meereskönig das Meer zum Klingen und die sonderbaren Seekühe ihre Umgebung zum Erschüttern bringen können.

Doch das Bilderbuch, das darüber hinaus mit zahlreichen Gucklöchern versehen ist und bereits klitzekleine Einblicke auf die nächste Seite freigeben, eignet sich nicht nur wunderbar zum Entdecken, sondern auch, um den Kindern einen respektvollen Umgang mit dem Meer nahezubringen. Ihnen zu verdeutlichen, wie wichtig es ist, die Weltmeere sauber zu halten und damit den Lebensraum zahlreicher Meeresbewohner aufrecht zu erhalten.

Das Bilderbuch ist eine wahre Bilderbuchperle. Durch seine farbenfrohen und leicht zugänglichen Illustrationen ermöglicht es schon den Kleinsten einen Zugang zur Geschichte zu finden. Und so wundert es mich nicht, dass die Geschichte dieses Bilderbuchs, die für Kinder ab vier Jahren empfohlen wird, von Emma bereits ohne Probleme erfasst werden kann. Ihrem aufmerksamen Blick ist nicht entgangen, dass fast auf jeder Seite ein Clownfisch zu erspähen ist, den wir den Namen Nemo gegeben haben!

Uns so hat dieses Bilderbuch unser Herz im Sturm erschwommen!

„Korallenriffe sind ein Schatz, ein Meerestiere-Tummelplatz. Drum schützt das Meer, den Zauberort, und alle unsre Freunde dort!

Blickwinkel aus kleinen Augen

Emmas Urteil:

 

 

Gefällt dir das Buch?

Oh ja!

Was hat dir besonders gefallen?

Die tanzenden Seepferdchen, die glitzernden Quallen

 

 

Lieblingsmeeresbewohner im Buch:

Der Clownfisch Nemo

Lieblingsstelle im Buch:

Als der Ozean im Dunkeln zu Funkeln anfängt

Bester Leseplatz:

Auf dem Kuschelteppich, von allen kuscheligen Meeresbewohnern umgeben

 

Worauf macht das Buch Lust?

Auf einen Tauchgang unter Wasser

Schlüpft in die Rolle von:

Einer kleinen Entdeckerin

[Werbung: Dieses Buch wurde mir freundlicherweise von arsEdition als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt]

Kinderfreuden #33: Wenn Gemüse zum Leben erwacht

„Opas geheimnisvoller Garten“ – Luc Foccroulle, Annick Masson

Lina ist gar nicht begeistert, dass sie die bevorstehenden Sommerferien bei ihrem Opa auf dem Land verbringen soll. Viel lieber hätte sie sie mit ihrer Freundin Louise am Strand verbracht. Gleich nach der Ankunft verzieht sie sich deshalb auf’s Zimmer. Was soll hier schon groß passieren? Außer Opas Garten gibt’s hier ja nix! Das ist so langweilig!

Als Opa ihr stolz sein grünes Paradies zeigt und sie zur Mithilfe animiert, reagiert sie noch recht widerwillig. Doch als sie eine Bohne von Opa in die Erde setzt und sie regelmäßig gießt, geschieht etwas Magisches. Denn plötzlich vernimmt Lina Stimmen um sich. Es sind die Karotten, Tomaten, Zwiebeln und auch Linas Bohne, die zum Leben erwachen.

Und plötzlich ist Opas Garten gar nicht mehr so langweilig. Denn das Gemüse entpuppt sich als sehr unterhaltsame Truppe. Mit viel Liebe und Zuwendung zieht Lina das Gemüse fortan heran. Und als sie Opa ihre erste Ernte präsentierten kann, platzt sie fast vor Stolz.

Eckdaten

Gebunden, ab 3 Jahren

32 Seiten
26,5 x 23,0 cm
ISBN: 978-3-280-03546-7

Text: Luc Foccroulle
Illustration: Annick Masson

Orell Füssli 

12,95 €

Sicher dir hier dein persönliches Exemplar…

Blickwinkel aus großen Augen

Eigentlich wollte ich euch schon viel früher von diesem wundervollen Bilderbuch berichten, das schon seit einem Jahr bei der kleinen Leserin Luisa wohnt. Die Zeit rann mir allerdings davon, und mit ihr der Frühling/Sommer 2019. Und so findet es erst heute seine gebührende Erwähnung. Dass es mittlerweile nicht mehr zu den Novitäten zählt, tut dem Charme des Bilderbuches aber keinen Abbruch. Denn es kommt wie eine Einladung ins Grüne daher und passt daher perfekt zum heutigen Beginn der Sommerzeit.

 

Da es im letzten Jahr für so viel Begeisterung bei Luisa gesorgt hat, werde ich es auch Emma besorgen. Denn was durch das harmonische Zusammenspiel von Annick Massons locker-leichten Illustrationen und Luc Foccroulles zugänglichen Texten entstanden ist, ist eine Geschichte, die schon die Kleinsten in ihren Bann zieht und damit raus in den heimischen Garten und mitten ins Gemüsebeet lockt. Es wird sicher nicht lange auf sich warten lassen, bis auch Emma dem Zauber von „Opas geheimnisvoller Garten“ erliegt.

„Opa! Die Gemüsepflanzen … sie sind lebendig!“

Cover und Titel lassen es bereits vermuten, hier geht es um eine Großvater-Enkeltochter-Geschichte. Lina muss die Ferien bei ihrem Opa auf dem Land verbringen. Und da es dort nicht viel mehr gibt, als Opas Garten, vermutet Lina sich total zu langweilen. Verständlich, dass sie das Meer und den Strand, den ihre Freundin Luise genießen darf, dem Grünen vorzieht. Doch sie hat nicht mit dem Zauber gerechnet, der auf Opas Garten liegt. Erst als sie eine Bohne in den Boden pflanzt und eine wachsende Begeisterung fürs Gärtnern entwickelt, bricht der Bann, und das Gemüse um sie herum beginnt feucht-fröhlich vor sich hin zu schnattern. Lina staunt nicht schlecht, als sie bemerkt, dass Opas Gemüsepflanzen leben.

Und so drehen sich Linas Gedanken fortan um das Gemüse im Garten. Mit viel Liebe und Zuwendung pflegt und hegt sie die kleinen Gemüsepflänzchen, die jeden Tag ein bisschen mehr aus der Erde hervorragen und am Ende der Sommerferien große Früchte tragen. Und als Lina ihrem Opa einen Teller mit selbst geernteten Bohnen auftischen kann, ist sie nicht nur stolz wie Bolle, sondern auch ein bisschen traurig, dass die Zeit mit ihrem Opa nun vorbei ist.

Die Geschichte zeigt ganz wunderbar, wie schnell man sich für etwas begeistern kann. Wie viel Spaß es machen kann, etwas mit seinen eigenen Händen zu schaffen und dass es sich lohnt, manchmal genauer hinzuschauen. Denn hätte sich Lina nicht so liebevoll um ihre Bohne gekümmert, hätte sich das Gemüse sicher nie zu Wort gemeldet!

Es zeigt aber auch, dass eine gemeinsame Leidenschaft die unterschiedlichsten Generationen zueinander finden lässt. Durch das gemeinsame Gärtnern wachsen Opa und Enkeltochter jeden Tag ein bisschen näher zusammen. Ihre Begeisterung für das Gärtnern wird zu einem wundervollen Bindeglied ihrer Freundschaft.

„Opas geheimnisvoller Garten“ bringt Kindern auf ganz wunderbare Weise die Faszination des Gärtnerns nahe. Es weckt ihn ihnen nicht nur die Neugierde auf die Natur, sondern auch auf das eigene Mitwirken im Garten. Und welches Kind träumt nicht von sprechendem Gemüse! Dem Traum können sich selbst Erwachsene nicht verwehren!

Blickwinkel aus kleinen Augen

Luisas Urteil:

 

Gefällt dir das Buch?

Ja, sehr!

Was hat dir besonders gefallen?

Das sprechende Gemüse in Opas Garten

Lieblingsgemüse im Buch:

Ganz klar – die Bohnen!

 


 

Lieblingsstelle im Buch:

Als sich das Gemüse zu Wort meldet

Bester Leseplatz:

Am Liebsten in der warmen Frühlingssonne auf dem Balkon, und natürlich müssen direkt danach die Blumen gegossen werden


 

Worauf macht das Buch Lust?

Auf’s Gärtnern im eigenen Garten und natürlich auf sprechendes Gemüse

Schlüpft in die Rolle von:

Einer kleinen Nachwuchs-Gärtnerin


[Werbung: Dieses Buch wurde mir freundlicherweise von Orell-Füssli als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt]

Das Museum der Welt

„Das Museum der Welt“ – Christopher Kloeble

Bartholomäus wächst als Waise in einem jesuitischem Waisenheim in Bombay auf, das von allen das Glashaus genannt wird. Hier ist er einer von vielen, doch der Jesuitenpater Vater Fuchs erkennt früh die Begabungen des indischen Jungen, der mit ungefähr zwölf Jahren im Glashaus strandet, und lehrt ihm die Sprachen der Welt. Bald beherrscht Bartholomäus mindestens so viele Sprachen wie er Lebensjahre zählt. Er ist es, der den übrigen Kindern im Glashaus erklärt, was die Köchin Smitaben ihnen täglich auftischt.

Doch mit seinem wissbegierigem und neunmalklugem Wesen macht Bartholomäus sich nicht viele Freunde und wird Opfer von Hänseleien und Spott. Das Blatt soll sich allerdings wenden, als eines Tages drei deutsche Wissenschaftler das Glashaus betreten. Es sind die Gebrüder Schlagintweit, die sich auf die größte Forschungsreise ihrer Zeit begeben wollen und Bartholomäus dafür als Übersetzer engagieren.

Noch ahnt der Junge nicht, dass ihn diese Reise nicht nur weit weg vom Glashaus und quer durch Indien und den Himalaya, sondern auch mitten hinein, in das „Great Game“, führen wird. 

Ein Roman – zu Füßen der Gebeine Schlagintweits, Alter Südfriedhof München

Zugegeben, hätte man mir „Das Museum der Welt“ nicht an die Hand gegeben, hätte ich wahrscheinlich nie zu diesem großartigen Roman gegriffen, der sich mir als gelungene Mischung aus Abenteuer-, Spionage- und Coming of Age – Roman präsentiert hat. Ich bin in den meisten Fällen nämlich sehr vorsichtig, wenn Bücher historisches Grundmaterial aufweisen. Oft werde ich mit dem Schreibstil vergangener Tage oder der immensen Fülle an geschichtlichen Fakten nicht warm und verliere dann häufig das Interesse am Buch. Bei Christopher Kloebles Roman war das dann aber doch ganz anders.

Warum? Nun, was Kloeble hier macht, ist in erster Linie eine Geschichte erzählen. Und zwar eine unglaublich Gute. Sie ist abenteuerlich, spannend und unglaublich facettenreich. Es ist die eines bemerkenswerten Waisen. Und nicht nur das. Es ist auch eine, die wir aus seiner Perspektive erleben dürfen. Denn der Autor lässt uns nicht nur durch die Augen des zwölfjährigen Bartholomäus blicken, sondern auch seine Gefühle verspüren und uns an seinen Beobachtungen teilhaben, die für einen Jungen diesen Alters beachtlich sind. Sie gehen über die eigentliche Wahrnehmung hinaus, werden von holistischen Aspekten ergänzt.

„Holistisch bedeutet das Ganze betreffend. Es baut auf der Idee, dass alles mit allem zusammenhängt. Jedes Objekt, wie wertlos es auch erscheinen mag, ist auf seine Art bemerkenswert und kann uns helfen, die Welt zu verstehen.“

Zitat, Seite 16

Bartholomäus wird sozusagen unser „Mann“. Der vorwitzige, talentierte und wissbegierige Junge, der alles in seiner Umgebung aufsaugt wie einen Schwamm, dient uns als Führer durch ein historisches Setting, das sich aus überlieferten Fakten und fiktiven Elementen Kloebles zusammensetzt. Und so reiht sich „Das Museum der Welt“ nicht in vorangegangene Berichterstattungen über die Forschungsreise der Gebrüder Schlagintweit ein, sondern agiert vielmehr als eigenständige Geschichte.  

Die Geschichte von Adolph, Hermann und Robert Schlagintweit spielt dabei nur eine untergeordnete Rolle, sie dient quasi als historisches Setting. Die bayerischen Wissenschaftler, Forschungsreisende und Bergsteiger gingen damals in die Geschichte ein, wenn auch sie heute kaum noch Erwähnung finden. Ich selbst kannte sie bis dato nicht. Im September 1854 brachen sie auf Empfehlung Alexander von Humboldts und im Auftrag der East India Company allerdings auf die wohl größte Forschungsreise ihrer Zeit auf. Der subindische Kontinent sollte magnetischen Vermessungen unterzogen werden. Durch ihren Anspruch auf Ganzheitlichkeit fingen die Brüder Indien aber nicht nur mit Landkarten, Zeichnungen und Bodenproben, sondern auch mit Gesichtsmasken, Gliedmaßen und Tierkadavern ein. Sie trugen damit maßgeblich zur „wissenschaftlichen Eroberung“ des subindischen Kontinents bei. Die Gebeine der Gebrüder selbst liegen heute am Alten Südfriedhof in München begraben. Ihre Vornamen und ihre Tätigkeit als Wissenschaftler sucht man auf ihrem Grabstein aber leider vergebens. 

Das Grab der Gebrüder Schlagintweits, Alter Südfriedhof München

„Die schönsten Sprachen brauchen keine Worte. Um sie zu hören, muss man still zusammen sein.“

Zitat, Seite 345

Und während die Gebrüder Schlagintweit auf dieser Forschungsreise nur Augen für das Land haben, hat Bartholomäus Augen für das Bemerkenswerte. Es ist sein „Museum der Welt“, mit dem er Gefühle, Gerüche, Augenblicke und Begegnungen des Landes einfangen und allen Menschen Indiens zugänglich machen will. Während er seine Entdeckungen anfangs in einer alten Holzkiste sammelt, die ein paar Kinder des Glashauses bereits in den Anfängen zerstören, wird es während der Forschungsreise ein Notizbuch und später eine Art „Gedankenschublade“, in der Bartholomäus seine Beobachtungen zusammenhält.

Auch die Gebrüder Schlagintweit geraden dabei ins Visier des Jungen, dem die Gefühle und Eigenarten von Adolph, Hermann und Robert Schlagintweit nicht verborgen bleiben. Durch seine enge Bindung zu den Brüdern und die daraus resultierenden Notizen erhalten wir Zugang zu den Wissenschaftlern wie nie zuvor. Und so wird plötzlich nicht nur das schwierige Verhältnis zwischen den Brüdern, sondern auch die Einsamkeit sicht- und spürbar, die sich zwischen den Forschungsreisenden ausbreitet. Eine Einsamkeit, so präsent wie ein eigenständiges Mitglieds des Trains. Eine Einsamkeit, die sich auch durch immense Krafteinwirkung nicht abschütteln lässt.

„Einsamkeit ist wie Wasser, sie findet immer einen Weg. Sie dringt ein, sammelt sich an. Und wenn man nicht aufpasst, ertrinkt man von innen.“

Zitat, Seite 289

Und so begeben wir uns in „Das Museum der Welt“ nicht nur auf ein wagemutiges Abenteuer, das uns Seite für Seite mehr in das große Spiel zwischen England, Russland und China um die Vorherrschaft in Zentralasien, verstrickt, sondern auch auf eine holistische Entdeckungsreise. Bartholomäus wird dabei zum „Archivar dieser Reise“. Wahrscheinlich würde ich dem bemerkenswerten Jungen bis ans Ende der Welt folgen. Und eins sei gewiss, nicht nur Bartholomäus, sondern auch wir, sind am Ende der Reise ein großes Stück über uns selbst hinausgewachsen.

„Warum gibt es keine Karte der Einsamkeit? Manch einer mag einwenden, weil Einsamkeit kein stabiler Wert ist und von so vielem beeinflusst wird. Aber beides gilt auch für Magnetismus. Und Einsamkeit ist eine mindestens genauso bedeutende Kraft. Nur ist das bessere Messgerät dafür leider sehr unzuverlässig: der Mensch. Jeder ist anders einsam.“

Zitat, Seite 283

Einen sehr beeindruckende, man könnte sagen holistische Berichterstattung über dieses Abenteuer findet ihr auch bei meinem geschätzten Bloggerkollegen Arndt von Astrolibrium. Die weiterführende Lektüre wird euch mindestens genauso wärmstens empfohlen wie die Lektüre des Romans selbst! 

Mit einem Klick zu Arndt’s Besprechung!

Kinderfreuden #32: Im Dunkel ist gut munkeln

„Die Geschichte vom kleinen Siebenschläfer, der überhaupt keine Angst im Dunkeln hatte“ – Sabine Bohlmann & Kerstin Schoene

Eines Abends beschließt der kleine Siebenschläfer draußen zu schlafen. Die kleine Haselmaus hat ihm verraten, dass man nachts die Sterne beobachten, Glühwürmchen fangen und die Dunkelheit bestaunen kann. Mit seiner Schuffeldecke baut er sich ein improvisiertes Zelt und wartet, bis die Dunkelheit hereinbricht.

Dass die Nacht ihm Angst machen könnte, glaubt er nicht. Doch als er von der Finsternis umgeben ist, ist ihm doch etwas mulmig zumute. Und als dann noch ein Heulen und Rascheln die Nacht erfüllt, überlegt er sich kurz, doch wieder zu seiner Mama in die Höhle zurückzugehen. Aber da kuschelt sich schon die kleine Haselmaus an seine Seite um ihm in der Dunkelheit Gesellschaft zu leisten.

Gemeinsam stellen sie sich ihren Ängsten und finden Wege, der unheimlichen Finsternis zu begegnen. Auch der Wolf und der Hase verraten ihnen ihr ganz persönliches Geheimrezept für die Dunkelheit und so erobern die vier Freunde schon bald die Nacht zusammen. Und während sie so die funkelnden Sterne und den hell erleuchteten Mond am Nachthimmel bestaunen, schläft einer nach dem anderen ein.

Eckdaten

Gebunden, ab 4 Jahren

32 Seiten
296 x 237 mm
ISBN: 978-3-522-45928-0

Text: Sabine Bohlmann
Illustration: Kerstin Schoene

Thienemann 

13,00 €

Sicher dir hier dein persönliches Exemplar…

Blickwinkel aus großen Augen

Mit dem Einzug des Pappbuchs „Der kleine Siebenschläfer – Das ist doch nicht gemütlich“ hat sich der kleine Siebenschläfer direkt in unser Herz geschlichen. Emma mochte den kleinen Siebenschläfer auf Anhieb, sie zog monatelang kein anderes Buch aus dem Regal und forderte die Geschichte allabendlich als Gute-Nacht-Geschichte ein.

Doch mit der Zeit werden die Pappbücher immer weniger interessant und die Faszination um die großen Bilderbücher wächst. Und so war es klar, dass irgendwann eine gebundene Ausgabe des kleinen Siebenschläfers bei uns einziehen muss. Wir haben uns dabei für „Die Geschichte vom kleinen Siebenschläfer, der überhaupt keine Angst im Dunkeln hatte“ entschieden, dem 5. Band der Reihe, die sich großer Beliebtheit erfreut. Denn ich nahm an, dass die Angst um die Dunkelheit auch bald meine Räubertochter erfassen könnte und ich wollte für den Notfall ein Buch parat haben, das hier erfolgreich gegensteuert.

Mit diesem Bilderbuch gelingt der Umgang mit der Dunkelheit meines Erachtens ganz wunderbar, auch wenn Emma bis dato noch keine Anzeichen von Angst vor der Dunkelheit gezeigt hat. Denn was Sabine Bohlmann und Kerstin Schoene hier geschaffen haben, ist nicht nur ein weiterer Band um den kleinen Siebenschläfer und seine Freunde, sondern auch eine Geschichte um die Schönheit der Nacht.

Im vertrauten Siebenschläfer – Stil vermittelt Schoene den kleinen LeserInnen die Facetten der Dunkelheit, zaubert erklärende Licht- und Schatten-Effekte, leuchtende Glühwürmchen und einen glitzernden Nachthimmel ins Buch. So kommt die Dunkelheit schon bald nicht mehr nur dunkel, sondern auch geheimnisvoll und faszinierend daher. Der begleitende Text von Sabine Bohlmann schmiegt sich dabei sehr harmonisch an die großflächigen Bilder, die sich oft über zwei Seiten erstrecken und das Buch dominieren. Mit Bohlmanns Zeilen, die größtenteils in weiß auf dunklem Hintergrund daherkommen, entsteht hier ein wunderbar stimmiges Ensemble, dass perfekt zur Szenerie des Nachthimmels passt.

Doch Bohlmann und Schoene erzählen den Kindern hier nicht nur eine wunderbare Geschichte, sie geben ihnen auch jede Menge Möglichkeiten an die Hand, wie sie der Dunkelheit begegnen können. So rät die kleine Haselmaus dem kleinen Siebenschläfer beispielsweise, die Augen zu schließen, um die Dunkelheit nicht mehr zu sehen (was für uns Erwachsene natürlich keinen Sinn macht, den Kindern aber durchaus helfen könnte); der Wolf empfiehlt, durch das Anheulen des Mondes Mut zu fassen, und der Hase versucht die Dunkelheit einfach mit Licht zu vertreiben.

Als besonders gelungene Komponente ist mir der wiederholende Textbaustein „Wir haben doch keine Angst. Üüüüberhaupt kein klitzekleines winziges bisschen.“ begegnet, der nicht nur die möglich aufkeimende Angst in der Dunkelheit immer wieder ins Spiel bringt, sondern ihr gleichzeitig auch mit Humor und Charme entgegenwirkt.

Mit der neuen Geschichte um den kleinen Siebenschläfer ist dem Duo erneut ein wunderbar atmosphärisches Bilderbuch gelungen, das als ideale Gute-Nacht-Geschichte und hilfreicher Wegbegleiter zum Einsatz kommt.

Blickwinkel aus kleinen Augen

Emmas Urteil:

Gefällt dir das Buch?

Ja

Lieblingsstelle im Buch:

als das Wolfsgeheul den Nachthimmel erfasst und Emma eine Eule anstatt einen Wolf dahinter vermutet (was ich verstehen kann)

 

 

Worum geht es im Buch?

um die Dunkelheit der Nacht, um Angst, die man vor dem Dunkeln hat

Beste Lesezeit:

Vor dem Schlafen, oder auch am Tag (mit dem Buch lässt es sich hervorragend ins Kuscheltipi zurückziehen)

Worauf macht das Buch Lust?

Die Dunkelheit mit anderen Augen zu betrachten

 

 

Wo steht das Buch?

Eigentlich im Bücherwagen im Kinderzimmer, es verirrt sich aber öfter mal in ihre Kuschelhöhle im Tipi
[Werbung: Dieses Buch wurde mir freundlicherweise von Thienemann-Esslinger als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt]

 

Wenn ein Buch Licht ins Dunkle wirft

„Der Junge, der Maulwurf, der Fuchs und das Pferd“ – Charlie Mackesy

List Hardcover, erschienen am 28. Februar 2020, Preis 20,00 € [D], hier geht’s zum Buch

Wie gut, dass Bücher dir über schwere Zeiten hinweghelfen können. Dass sie den Platz von Freunden einnehmen können, wenn Social Distancing angesagt ist und du nur dich selbst und deine engsten Vertrauten hast. Dich zuhause einschanzen musst. Nur selten vor die Tür darfst. Und klammheimlich die Bücher selbst zu Freunden werden. Zu wertvollen Wegbegleitern. Zu einem lebensnotwendigen Gut.

Ein Buch, das ich euch gerade in den aktuellen Zeiten ans Herz legen kann wie kein zweites, ist „Der Junge, der Maulwurf, der Fuchs und das Pferd“. Es vergingen nur wenige Augenblicke, bis es sich in mein Herz geschlichen hat.

Es handelt von einem einsamen Jungen, einem Maulwurf, einem Fuchs und einem Pferd. Diese vier Figuren gibt uns Charlie Mackesy an die Hand. Sie alle fühlen sich von der Welt im Stich gelassen, wie manch einer von uns es vielleicht gerade tut. Es ist ihre Begegnung und ihre Gespräche über ihre Angst und Einsamkeit, die ihnen Kraft schenkt, und sie Hoffnung und Mut schöpfen lässt. Eine Freundschaft, die sich wie Balsam über ihre Seelen legt. Eine besänftigende Freundschaft, wie ich sie uns allen gerade wünsche.

Mackesys Werk kommt nicht literarisch, sondern als künstlerisches Geschenkbuch daher. Es lebt von seinen atemberaubenden Illustrationen, die größtenteils schwarz-weiß, hin und wieder auch farblich untermalt daherkommen. Der Künstler scheint sie mit einem schwarzen Füller aufs Papier zu zaubern, der auch die begleitenden Zeilen zu Tage bringt, die meist schlicht und unaufdringlich ausfallen und uns oft als Dialoge zwischen den Freunden, manchmal aber auch als eigenständige Fragen oder Aussagen begegnen. Sie alle regen zum Nachdenken an, nennen oft sogar die Dinge beim Wort, die mein Inneres umtreiben. Es umgibt sie ein unglaublicher Zauber, der das Buch zu einer wahren Perle, und die Lektüre zu einem wahren Lichtblick macht.

Während Mackesy anfangs nur den Jungen und den Maulwurf aufeinander treffen lässt, gesellen sich später auch der Fuchs und das Pferd dazu. Seine Figuren kommen ganz unterschiedlich daher, wodurch auch ganz unterschiedliche Schwächen, aber auch Stärken zum Vorschein kommen. In vielen habe ich mich selbst wiedergefunden.

Es ist ganz wunderbar anzusehen, wie sich die Freunde mit nur wenigen Worten und durch die Momente des Zusammenseins unterstützen und bereichern können. Wie mit dem Heranwachsen der Gruppe auch zeitgleich der Mut in den Reihen wächst und wie gestärkt die vier aus ihrer Begegnung hervorgehen.

Wenn es ein Buch gibt, das vor Liebe, Mitgefühl und Stärke strotzt und so viel Licht in diese düsteren Tage bringt, die uns aktuell umgeben, dann ist es dieses. Also sichert es euch beim Onlineshop eurer Buchhandlung eures Vertrauens und lasst ein bisschen Licht herein. Und ihr werdet sehen – wir werden die düsteren Tage hinter uns lassen und gestärkt daraus hervorgehen! Bleibt mir gesund, meine Lieben!

Blogparade „Liebe“ – All you need is love + Giveaway

Gedanken und Impressionen zu „Liebe“ von Quentin Gréban & Hélène Delforge

Liebe

Substantiv, feminin [die]

  1. 1a.[ohne Plural] starkes Gefühl des Hingezogenseins; starke, im Gefühl begründete Zuneigung zu einem [nahestehenden] Menschen“mütterliche, kindliche, reine, innige Liebe“
  2. 1b.[ohne Plural] auf starker körperlicher, geistiger, seelischer Anziehung beruhende Bindung an einen bestimmten Menschen, verbunden mit dem Wunsch nach Zusammensein, Hingabe o. Ä.“die wahre, große Liebe“

Synonym: Gefühl, Herzenswärme, Hingabe, Leidenschaft, Akt körperlicher Zuneigung

Und da kam die Liebe

Die Liebe war ganz lange nur ein Wort für mich, das ich nicht wirklich zu greifen vermochte. Fünf Buchstaben, denen in meinen Augen eine viel zu große Bedeutung zugesprochen wurde, als sie es verdient hätte. Welche Magie von ihr ausgehen kann, habe ich erst gelernt, als ich meinem Herzensmann begegnet bin und mich von da an eine so ehrliche Liebe umfing, wie ich es bis dato nicht kannte.  

Wie viele Menschen streben nach der einen wahren Liebe? Sie wünschen sich den Partner fürs Leben; eine Liebe, die niemals vergeht und bis ins hohe Alter anhält. Ich finde, wir sollten uns davon freimachen, die Liebe einem einzelnen Menschen oder einer bestimmten Dauer zu zusprechen. Oft übersehen wir beim Blick in die Ferne nämlich die Liebe, die uns längst umgibt. Eine Liebe, die sich in kleinen Gesten versteckt; eine innige Zuneigung, die oft für selbstverständlich gehalten wird und es dennoch nicht ist, wie z.B. die Liebe zwischen Eltern und ihren Kindern, Geschwisterliebe oder auch die Liebe zu einem Haustier.

Mittlerweile bin ich mir sicher, dass man nach der Liebe nicht suchen kann, sondern sie einen findet. Meist überrascht sie dich, wenn du am wenigsten mit ihr rechnest. Bei manchen schneit sie früher, bei manchen erst später rein. Ganz gewiss aber begegnest du ihr irgendwann in deinem Leben auf irgendeine Weise. Nur vielleicht nicht so, wie du es dir vorgestellt hast.

Der Facettenreichtum von Liebe

Was es ist
 

Es ist Unsinn
sagt die Vernunft
Es ist was es ist
sagt die Liebe

Es ist Unglück
sagt die Berechnung
Es ist nichts als Schmerz
sagt die Angst
Es ist aussichtslos
sagt die Einsicht
Es ist was es ist
sagt die Liebe

Es ist lächerlich
sagt der Stolz
Es ist leichtsinnig
sagt die Vorsicht
Es ist unmöglich
sagt die Erfahrung
Es ist was es ist
sagt die Liebe

Erich Fried

Die Liebe ist so facettenreich, dass man sie eigentlich nur schwer in Worte fassen kann. Sie begegnet uns nicht nur in unterschiedlichstem Gewand, sondern ruft auch die unterschiedlichsten Gefühle in uns hervor. Da ist von Schmetterlingen im Bauch bis hin zu Eifersucht, Wut oder auch Hass alles dabei. Denn Liebe bringt nicht nur positive, sondern auch negative Seiten in uns zum Vorschein. Sie kann Überhand nehmen, Emotionen überkochen und Situationen eskalieren lassen. Sie kann uns zum passenden oder unpassenden Zeitpunkt ereilen. Von uns Besitz ergreifen. Uns rundum glücklich, aber auch leichtsinnig, unvernünftig oder unglücklich machen. All das kann die Liebe, und noch viel mehr.

Als ich Mutter wurde und meiner Tochter das erste Mal in ihre kleinen Augen sah, umfing mich die Liebe mit derartiger Wucht, dass ich vor Glück geweint habe. Selten habe ich einen so emotionalen Moment erlebt, wie zu ihrer Geburt. Heute schafft sie es bereits mit ihren zarten zwei Jahren, eine ganze Bandbreite an Emotionen in mir hervorzurufen, die immer von der Liebe zu ihr geprägt sind und dennoch so unterschiedlich ausfallen. Es sind Momente des Stolzes, der innigen Zuneigung, aber auch der Verzweiflung, Enttäuschung und Wut. Es ist die Liebe zwischen einer Mutter und ihrem Kind. 

Wir alle erleben diese Momente der Liebe Tag für Tag – der eine mehr, der andere weniger. Heute, am Tag der Liebe, möchte ich dich dazu einladen, in dich zu gehen, und dir eine Reihe von Momentaufnahmen in Erinnerung zu rufen, die von der Liebe geprägt sind.  Einige davon haben es in ein ganz besonderes Bilderbuch geschafft, das ich dir im Anschluss kurz vorstellen und am Ende unter allen Lesern verlosen möchte.

Wo uns die Liebe schon alles begegnet ist

  • im Treppenhaus meines Elternhauses: von der Jugendliebe verlassen, von meiner Hündin getröstet
  • zwischen den Seiten von zwei Buchdeckeln
  • auf dem Spielplatz: hoch oben in der Luft beim Schaukeln
  • beim Abschiednehmen am Zug
  • über die Distanz zweier Länder: wenn die Liebe zwischen Deutschland und Belgien schwebt
  • auf der Wiesn: als ich meinem Herzensmann begegnet bin
  • am Nachbartisch im Restaurant: wie ein altes Ehepaar sich gegenseitig die Speisekarte vorliest
  • im Bett: wenn die Räubertochter sich nachts zwischen Mama und Papa kuschelt
  • am Fell eines Fuchses: wenn das Kuscheltier heiß und innig geliebt wird
  • Emmas Freude beim Anblick von Oma und Opa
  • in der Kita: wenn man sich von Mama/Papa nur schwer trennen kann
  • auf dem Gipfel eines Berges: wenn die Liebe zu den Bergen in der Luft liegt
  • bei der Geburt meiner Tochter: Backe an Backe auf dem OP-Tisch
  • auf der Buchmesse: wenn die Liebe zum Buch allgegenwärtig ist
  • unter der Bettdecke meiner Tochter: beim Zubett bringen erschöpft eingeschlafen

Wenn ein Buch für Liebe steht

„Liebe“ ist ein Bilderbuch, das sich hauptsächlich an Erwachsene aber auch an größere Kinder richtet und ein ganzes Potpourri an Momentaufnahmen in sich birgt, die durch das Zutun von Liebe entstehen können. Denn es existieren mindestens so viele Arten von Liebe, wie es Verliebte gibt.

Um den Lesern eine grobe Vorstellung vom Facettenreichtum der Liebe zu geben, wurde das Bilderbuch auf 72 Seiten mit harmonischen Ensembles versehen, die sich aus Quentin Grébans Illustrationen und Hélène Delforges Zeilen zusammensetzen. Es sind Momentaufnahmen liebender Menschen, wie sie das Leben schreibt. So rein und ungeschönt, dass sie dich mitten ins Herz treffen. Manche Szenen sorgen für Verzückung, andere wiederum versetzen dich in großen Aufruhr, denn Gréban und Delforge zeigen nicht nur eine ganze Reihe von Momenten voller Freude, sondern auch voller Angst, Trauer und Enttäuschung. Sie bedienen sich an junger und alter Liebe, der Liebe zwischen zwei Frauen, an offensichtlicher und verborgener Liebe oder auch an einer vergangenen Liebe, die sich in häusliche Gewalt ausdrückt. So fällt ihre Darstellung der Liebe in diesem Bilderbuch keinesfalls kitschig, sondern sehr authentisch aus.  

„Die Hände Liebender streicheln, kneten, massieren, nehmen, unterstützen, tragen, umhüllen, umschlingen, berühren, tippen, kitzeln, kneifen (manchmal). Die Hände Liebender verschließen sich nicht zu Fäusten. Es ist keine Liebe in einer Faust. […] Doch unendlich viel in unseren Händen.“

Das Bilderbuch zelebriert die Liebe mit all ihren Sinnen, spiegelt Sonnen- als auch Schattenseiten des Lebens wieder. Viele Szenerien werden dich gedanklich zurückreisen lassen, zu Momenten aus deinem eigenen Leben und möglicherweise Gefühle vergangener Tage wieder in dir aufflackern lassen. Ich bin mir sicher, dass sich jeder von uns in der ein oder anderen Momentaufnahme wiederfinden wird.

„Liebe“ ist kein Bilderbuch im klassischen Sinne. Es ist genaugenommen ein Buch für alle Liebenden und eine Hommage an die Liebe. Es ist ein Buch, das Frauen wie Männer gleichermaßen erreicht. Und so lasst uns die Vielfalt der Liebe leben, heute und an allen restlichen Tagen des Jahres!

Ein Penny für deine Gedanken – Ein Giveaway für deine Momentaufnahme

Da ich ein von Grund auf sehr neugieriger Mensch bin, würde ich mich ungemein freuen, wenn du mich an einer Momentaufnahme aus deinem Leben teilhaben lassen würdest, die durch das Zutun von Liebe entstanden ist. Vielleicht hast du dich in der ein oder anderen Zeile bereits wiedergefunden, vielleicht möchtest du aber auch etwas zum Ausdruck bringen, das noch gar nicht zur Sprache gebracht wurde.

Verrate mir bis Freitag, den 21. Februar 2020 um 23:59 Uhr deine persönliche Geschichte in Form eines Kommentars und springe damit in den Lostopf für ein Exemplar des Buchs.

Viel Glück!

[Werbung: Dieses Buch wurde mir freundlicherweise von arsEdition für die Verlosung zur Verfügung gestellt.]

[Der Versand des Gewinns erfolgt durch den Verlag arsEdition. Zu diesem Zweck (und nur dazu) gebe ich die Adresse der Gewinnerin/des Gewinners an den Verlag weiter.]

Blogparade „Liebe“: Eine Hommage an die Liebe

Love, love, love
Love, love, love
Love, love, love

There’s nothing you can do that can’t be done
Nothing you can sing that can’t be sung
Nothing you can say, but you can learn how to play the game
It’s easy
Nothing you can make that can’t be made
No one you can save that can’t be saved
Nothing you can do, but you can learn how to be you in time

It’s easy
All you need is love
All you need is love
All you need is love, love

Love is all you need

Songtext der Beatles

Aus Liebe (zum Buch)

Ich darf dir heute ein ganz persönliches Herzensprojekt bekanntgeben. Denn für den Valentinstag habe ich mit freundlicher Unterstützung von arsEdition die Blogparade „Liebe“ ins Leben gerufen.

Die Idee dafür lieferte mir das Bilderbuch „Liebe“ von Quentin Gréban und Hélène Delforge, das am 27. Februar 2020 erschienen ist. Ein Bilderbuch, das sich hauptsächlich an Erwachsene aber auch an größere Kinder richtet und ein ganzes Sammelsurium an Momentaufnahmen in sich birgt, die durch das Zutun von Liebe entstehen können. Denn es existieren mindestens so viele Arten von Liebe, wie es Verliebte gibt.

Um den Lesern eine grobe Vorstellung vom Facettenreichtum der Liebe zu geben, wurde das Bilderbuch auf 72 Seiten mit harmonischen Ensambles versehen, die sich aus Quentin Grébans Illustrationen und Hélène Delforges Zeilen zusammensetzen.

Liebe – ein Wort mit tausend Gesichtern

Die Vielfalt der Liebe möchte ich auch mit sechs anderen Bloggern einfangen, weshalb wir uns für ein paar ganz persönliche Zeilen zur Liebe und zum gleichnamigen Bilderbuch auf unseren Blogs entschieden haben. All unsere Zeilen werden von der Liebe unterschiedlichster Art geprägt sein. So entsteht ein buntes Potpourri aus Momentaufnahmen, das dem Facettenreichtum des Bilderbuchs nachzieht.

Darüber hinaus hast du bei jedem einzelnen von uns die Chance auf dein ganz persönliches Exemplar des Bilderbuchs. Denn „Liebe“ gibt es passend zum Tag der Liebe bei jedem von uns zu gewinnen.

Klingt nach „Liebe auf den ersten Klick“? Na dann merk‘ dir für Valentinstag folgende Blogs vor.

Die teilnehmenden Blogs:

Nur Lesen ist schöner
Mint und Malve
Fantasie & Träumerei
Kakaoschnuten
Buchkinderblog
Ronja Waldgänger
Kathrineverdeen

Wir freuen uns im Übrigen auch an allen 364 restlichen Tagen des Jahres über deinen Besuch. Denn eins kann ich dir mit Gewissheit sagen – auf diesen Blogs herrscht immer eine große Liebe zum Buch!

Liebe Grüße

Steffi

9 Jahre „Nur Lesen ist schöner“: Ein Herzensprojekt

Happy birthday, Blogperle!

Und da ist er, der 9. Jahrestag meines Blogs. Fast unmerklich hat er sich an mir vorbeigestohlen, sich zwischen den vielen Zeilen versteckt, die noch im Entwurfordner schlummern und sich im allerletzten Moment doch noch bemerkbar gemacht – im Getöse des eigentümlichen Januars. Ich bin also kurz in mich gegangen, hab überlegt, was ich dir sagen möchte und es einfach von der Seele geschrieben.

9 Jahre – irgendwie ist das schon ein kleiner Meilenstein! Weder die DSGVO noch mein Hang zum Perfektionismus haben mich klein gekriegt. „Nur Lesen ist schöner“ ist und bleibt ein Herzensprojekt, das mich auch weiterhin durch mein Leben begleiten wird. Ich habe es lieben und schätzen gelernt. Zu so vielen Dingen hat es mir verholfen. Dennoch wird es auch weiterhin in der Form und mit der Frequenz daherkommen, die mir gut tut und mit meinem Leben als Mama und Berufstätige harmoniert. Kein Druck soll hinter den Zeilen stehen, keine Zeitnot die Beiträge verschlanken, keine Menschen mir vorschreiben, wie und was ich hier schreibe.

Hello – is it me you’re looking for?

Zugegeben, die Beiträge auf dem Blog sind seltener geworden. Doch wenn sie erscheinen, präsentieren sie sich meist in weitaus umfangreicherem, wohl formulierterem und reiflich überlegterem Gewand als in meiner Anfangszeit. Ich bin älter geworden, konnte auf meinem Weg als Blogger einige Erfahrungen sammeln, die ich an mancher Stelle einfließen lasse. Dennoch bin ich nicht perfekt. Und werde es nie sein. Ich bin euch daher über eure Tipps, Anregungen und Einwände dankbar, solange sie in einem freundlichen respektvollen Ton daherkommen.

Der Blog ist kein Trugbild, sondern ein Spiegelbild meiner Selbst und meines Lesens. Wenn du mich hinter den Zeilen suchst, wirst du mich finden. Du kannst mir dort als vorlesende Mama, als Astrid Lindgren – Liebhaberin und als Bibliophilin begegnen. Und wenn dir gefällt, was du hier liest, kann ich mich wirklich glücklich schätzen und dir für deine Treue, dein Verständnis und deinen Austausch auf diesem Blog und den dazugehörigen Kanälen von Herzen danken. Danke, dass du mir dieses Herzensprojekt ermöglichst und es mit Leben füllst.

Make a wish

Bücher gibt es wie Sand am Meer. Welches Buch aber schon seit langem deine Wunschliste anführt, solltest du mir verraten. Die Idee ist, einem von euch einen buchigen Herzenswunsch zu erfüllen (das Buch sollte dabei 20 € nicht übersteigen) und gleichzeitig etwas Leseinspiration für mich selbst einzufangen. Da die Aktion in den letzten zwei Jahren so gut ankam, habe ich mich dazu entschlossen, sie auch in diesem Jahr wieder stattfinden zu lassen und ein wenig Bücherglück unters Volk zu werfen!

Klick, klick, Glück

– Hinterlasse einen Kommentar mit deinem Wunschbuch bis zu 20 € und einer Begründung, warum das Buch unbedingt in dein Bücherregal einziehen muss.

– Eine zusätzliche Teilnahme über Instagram(@lesenslust) ist möglich, hierfür solltest du aber ebenfalls die entsprechenden Teilnahmebedingungen beachten.

Teilnahmebedingungen

– Das Gewinnspiel läuft bis 04. Februar 2020, 23:59 Uhr und wird unter allen Teilnehmern (Blog & Instagram) ausgelost.

– Der/Die Gewinner/in wird unter diesem Beitrag bzw. bei Instagram erwähnt und per Mail benachrichtigt.

– Sollte der/die Gewinner/in sich nicht innerhalb von 3 Werktagen bei mir melden, wird neu ausgelost.

– Eine Barauszahlung und der Rechtsweg sind ausgeschlossen.

Viel Glück!

Wir lesen uns, Steffi

19 of 2019: Unsere Kinderbuchperlen des vergangenen Jahres

“May your coming year be filled with magic and dreams and good madness. I hope you read some fine books and kiss someone who thinks you’re wonderful, and don’t forget to make some art – write or draw or build or sing or live as only you can. And I hope, somewhere in the next year, you surprise yourself.”

Neil Gaiman

Willkommen in 2020, willkommen in einem neuen Bücherjahr!

Den ersten Blogbeitrag des neuen Jahres starte ich mit meinem liebsten Neujahrszitat und wünsche euch und euren Kindern damit ein lesereiches Jahr 2020! Während ich euch im alten Jahr bereits meine persönlichen Leseperlen 2019 aus dem Bereich Belletristik und Sachbuch verraten habe, möchte ich die Auswahl heute um 19 unserer meistgeliebten Kinderbücher aus dem letzten Jahr ergänzen.

Denn unser vergangenes Jahr war so unglaublich reich an außergewöhnlichen Kinderbüchern, dass ich euch die Schätze, die sich uns in 2019 offenbart haben, nicht vorenthalten möchte. Nachstehend findet ihr eine Auswahl von 19 ganz besonderen Werken, die ich euch mit auf den Weg geben möchte. Sie sind Garanten für abenteuerliche, lehrreiche und unterhaltsame Lesestunden mit und ohne eure Kinder. Denn nicht immer sind Kinderbücher ausschließlich den Kleinen vorbehalten. Ich selbst tauche mit Vorliebe in die großformatigen, farbenfrohen und berauschenden Bilder ein, die viele Kinderbücher in sich tragen.

Bei der nachstehenden Auswahl handelt sich um eine bunte Zusammenstellung von Kinderbüchern für LeserInnen unterschiedlichsten Alters. Sie wurden alle von mir, meinen Patenkindern, Kinderbuchrezensenten und meiner Räubertochter im Sturm erobert. Auch hier handelt es sich sich nicht ausschließlich um Bücher, die 2019 veröffentlicht wurden, jedoch im letzten Jahr den Weg in unsere Regalreihen gefunden haben. Mitunter sind auch ein paar alte Klassiker, die für mich auch über die Jahre nicht an Charme verloren haben, und ein paar niederländische Exemplare darunter zu finden.

Die Reihenfolge der Bücher ist völlig willkürlich und unterliegt keiner Wertung.

Ich wünsche euch viel Spaß beim Erobern!

1. „Das ist Deutschland – Eine Reise in Bildern“ von Verena Körting

Verlag arsEdition, ab 3 Jahren, erschienen am 20. September 2019, Preis 18 € [D], hier geht’s zum Buch

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Es ist die Vielfalt Deutschlands, die uns Verena Körting mit ihren atemberaubenden Bildern zeigt und mit denen sie uns auf eine Bilderreise quer durch unser Land schickt: von Nord nach Süd, vom Meer zu den Bergen und vom Frühling in den Winter. Körting bedient sich dabei sowohl außergewöhnlichen als auch alltäglichen Schauplätzen. Die Liebe zum Detail wohnt auf wirklich jeder Seite. Und weil Bilder oft so viel mehr sagen, als tausend Worte, lebt das Buch ausschließlich von seinen Bildern. Hier sind mitunter Momentaufnahmen aus dem Elbsandsteingebirge, der Lüneburger Heide, Berlin, Hamburg und Köln zu finden.

2. „Mama“ von Heléne Delforge und Quentin Grèban

Verlag arsEdition, ab 4 Jahren, erschienen am 21. Januar 2019, Preis 20 € [D], hier geht’s zum Buch

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Es gibt sie, Bilder, die dich so sehr berühren, dass du dich nicht von ihnen abwenden kannst. Sie fesseln dich, versetzen dich in Aufruhr, bringen dich zum Lachen oder auch zum Weinen. Sie lassen dich gedanklich zurückreisen. Zu Momenten aus deinem eigenen Leben und plötzlich schäumen sie wieder hoch, die Gefühle vergangener Tage. Sie sind wieder so präsent, als hättest du sie erst gestern verspürt.

In „Mama“ gibt es Bilder dieser Art reichlich. Es sind Momentaufnahmen aus dem Leben einer Mutter. Gleichzeitig wohnen dem Buch aber auch Zeilen inne, die für Verzweiflung, Hilflosigkeit aber auch ganz viel Liebe und im perfekten Einklang zu den Bildern stehen. Durch das harmonische Zusammenspiel von Quentin Grébans zauberhaften Bildern und Hélène Delforges berührenden Zeilen wurden in diesem Buch die unterschiedlichsten Momentaufnahmen aus dem Leben einer Mutter eingefangen.

„Mama“ ist kein Bilderbuch im klassischen Sinne. Es ist genaugenommen ein Buch für alle Mütter dieser Erde. Für Mütter unterschiedlicher Herkunft, Religion und Hautfarbe. Es ist eine Hommage an das Muttersein. Und so authentisch und ungeschönt, dass es dich mitten ins Herz trifft. Sicher werde ich eines Tages auch mit Emma gemeinsam durch das Buch reisen. Momentan genieße ich es noch ganz alleine.

Hier geht’s zu meinen Gedanken & Impressionen rund ums Buch.

3. „Die Welt, die dir gefällt“ von Gretas Schwester

Verlag arsEdition, ein Mitmachbuch ab 3 Jahren, erschienen am 27. Juni 2019, Preis 15 € [D], hier geht’s zum Buch

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In dieses Mitmachbuch habe ich mich auf Anhieb verliebt. Ich liebe die Aquarellzeichnungen von Sarah Neuendorf, das Format und vor allem das Konzept des Buchs. Denn es erzählt jedes Mal eine neue Geschichte. Es ist die Fantasie der Kinder, die sie schreibt. Ganz allein sie entscheiden wohin oder mit wem sie reisen, ob sie mit dem Heißluftballon oder doch lieber mit dem Einrad unterwegs sein wollen, wer sie auf ihrer Reise begleiten darf, wen sie dort treffen und was sie unterwegs erleben. Ob sie in einer Burg oder in einem Iglu wohnen, unter dem Sternenhimmel oder in ihrer Kuschelhöhle schlafen wollen. Das Buch ist so ein Schatz und eine unerschöpfliche Geschichtenquelle.

4. „Hollie & Fux“ von Nini Alaska

Tulipan Verlag, ab 4 Jahren, erschienen am 19. Juli 2019, Preis 15 € [D], hier geht’s zum Buch

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„Hollie & Fux“ habe ich Emma zum zweiten Geburtstag geschenkt, auch wenn es eigentlich erst für Kinder ab vier Jahre gedacht ist. Denn Hollie und Fux haben so viel Ähnlichkeit mit Emma und ihrem heißgeliebten Fuchs, das ich gar nicht anders konnte, als es ihr zu schenken.

Die Bilder von Nini Alaska sind ein Traum und Emma liebt es, sie zu betrachten. Sie entdeckt in den Bildern schon so viele Details, dass die Geschichte, die sich in ihrem Kopf zusammensetzt, der über Sehnsucht, Freundschaft und Zusammenhalt schon ganz nahe kommt. Außerdem spielt sie in meinem Sehnsuchtsland Schweden. Und bis sie alt genug ist, um die Inhalte der Geschichte zu erfassen, reisen wir noch eine Weile durch diese wunderbaren Bilder.

5. „Der Elefant“ von Jenni Desmond

Aladin Verlag, ab 4 Jahren, erschienen im Februar 2019, Preis 16,95 € [D], hier geht’s zum Buch

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Seit „Der Blauwal“ und „Der Eisbär“ bin ich ein großer Fan von Jenni Desmonds Kinder-Sachbilderbüchern. 2019 ist elefantöse Bücherpost in Emmas Kinderzimmer getrampelt und hat das großartige Sachbuch-Trio komplettiert.

In ihren Büchern entführt Desmond die Kleinen mit sehr authentischen Bildern in die Tierwelt. Und deshalb begegnet man in ihnen nicht nur schönen, sondern auch sehr energie- und emotionsgeladenen Bildern. In „Der Elefant“ geraten daher schon auch mal zwei Elefanten aneinander oder auf die Überreste ihrer verstorbenen Artgenossen. Das Buch kommt mit einer unglaublichen Fülle an Informationen zu den sanftmüdigen Riesen daher. Mit eindrücklichen Bildern und klaren kindgerechten Worten erfahren wir u.a. die Bedeutung ihrer Stoßzähne, Ohren und ihrem Rüssel.

Dieses Buch darf man sich nicht entgehen lassen!

5. „Nick und der Sommer mit Oma“ von Benji Davies

Aladin Verlag, ab 4 Jahren, erschienen im April 2019, Preis 14,95 € [D], hier geht’s zum Buch

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Seit dem ersten Buch um den Sturmwal („Nick und der Wal„) sind mein Neffe und ich große Fans von den Büchern von Benji Davies. Ganz besonders lieben wir aber die um Nick und seinen Walfreund. Auch die Geschichte von Nicks Sommerurlaub bei seiner Oma hat uns schwer begeistert. Denn der Besuch bei Oma entpuppt sich für Nick weitaus spannender und abenteuerlicher als gedacht und auch ein Wiedersehen mit dem Sturmwal bleibt nicht aus, selbst wenn sie nicht im Fokus der Geschichte steht.

Davies‘ Bilder sind einfach ungemein atmosphärisch und zauberhaft zugleich. Und so kommt es, dass er selbst ein Unwetter auf so lebendige und stürmische Weise aufs Papier bringt, wie es uns auch in der Natur begegnet. Das Buch eignet sich übrigens hervorragend für graue Regentage. Denn es verleiht der Tristesse dieser Tage einen gewissen Zauber und weht eine Prise Sturmwind ins Kinderzimmer.

Emma hatte schon früh zwei Pappbücher von Benji Davies in ihren Regalreihen (mehr dazu findet ihr hier). Mittlerweile ist sie auch in die großen Kinderbücher um Nick und den Sturmwal abgetaucht. Es war Liebe auf den ersten Sprung!

6. Der kleine Bär und sein kleines Boot von Eve Bunting & Nancy Carpenter

Gerstenberg Verlag, ab 2 Jahren, erschienen am 01. Januar 2004, Preis 7,95 € [D], hier geht’s zum Buch

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Ein kleiner Bär und ein kleines Boot. Diese Zutaten reichen für einen Pappbilderbuchschatz.

Als ich Emmas kleinem Plüschbären ein rotes Papierboot gebastelt habe, um die Geschichte des Buches nachzustellen, konnte sie kaum noch die Finger von dem Pappbuch lassen.

Der kleine Bär liebt sein kleines Boot heiß und innig. Mit Vorliebe rudert er darin auf dem Waldbeersee herum, fängt Fische oder lässt sich einfach von den Wellen tragen und träumt. Doch ein kleiner Bär bleibt nicht für immer klein und so beginnt er langsam aber sicher zu einem großen Bären heranzuwachsen. Er ist plötzlich zu groß für sein kleines Boot und kentert. Er sieht er nur eine Möglichkeit für sein kleines Boot: er muss einen anderen kleinen Bären finden, der es genauso heiß und innig liebt wie er.

Was hier mit zauberhaften Bildern und wenig Text erzählt wird, ist eine Geschichte über große Gefühle im Kleinkindalter, über den Mut zu Veränderung und über das Loslassen. Genauso wie der Bär einen Weg findet, sich von seinem kleinen Boot zu trennen und ihm zeitgleich die gebührende Aufmerksamkeit zukommen zu lassen, die es verdient, sollten auch unsere Kinder und wir selbst der Welt begegnen.

7. „Hurra, Pippi Langstrumpf“ + „Guck mal, Pippi Langstrumpf“ + „Pippi Langstrumpf feiert Weihnachten“ von Astrid Lindgren

Oetinger Verlag, Pappbilderbücher ab 1-2 Jahren, Kinderbuch ab 3 Jahren, erschienen 2004 – 2015, Preis 6,99 € [D], hier geht’s zu den Büchern

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Pippi ist die erste Figur von Astrid Lindgren, die Emma dieses Jahr kennengelernt hat. Den Auftakt haben die beiden Pappbilderbücher „Hurra, Pippi Langstrumpf“ und „Guck mal, Pippi Langstrumpf“ übernommen, in die sie sich Hals über Kopf verliebt hat. Beide Pappen richten sich an die Kleinsten im Bunde. Während „Guck mal, Pippi Langstrumpf“ ganz ohne Text daherkommt, erzählt „Hurra, Pippi Langstrumpf“ bereits eine kleine Geschichte. Emma hat monatelang keine andere Bücher in die Hand genommen als diese beiden. Zu meiner Freude hat es ihr der freche Rotschopf auf Anhieb angetan.

Zu Weihnachten zog daher „Pippi Langstrumpf feiert Weihnachten“ schon als gebundenes Exemplar in ihr Bücherregal ein (auch wenn es das auch als Pappbuch gibt), weil sie mit den dünnen Seiten nun schon besser umgehen kann und sie verstärkt Gefallen an den großen Bilderbüchern findet. Nach und nach werde ich Emmas Pippi-Sammlung um weitere Schätze ergänzen, bis sie alt genug ist, um meinen Pippi-Sammelband zu erobern.

Als Lindgren – Liebhaberin kann ich es mir natürlich nicht nehmen lassen, meine Räubertochter in die fabelhafte Kinderbuchwelt meiner liebsten Kinderbuchautorin eintauchen zu lassen. Denn die Bücher sind zu Klassikern avanciert und erfreuen sich auch nach all den Jahren noch großer Beliebtheit.

Hier geht’s zu meinen Zeilen über Pippi im Rahmen #diesertageinleben.

8. „Tomte Tummetott“ + „Tomte und der Fuchs“ von Astrid Lindgren

Oetinger Verlag, ab 4 Jahren, erstmals erschienen 1960 und 1966, Preis 15 € [D], hier geht’s zu den Büchern

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Zwei weitere Lindgren-Werke, die ganz besonders gut in die Winter- bzw. Weihnachtszeit passen, sind die Geschichten um „Tomte Tummetott“ und „Tomte und der Fuchs“. Zwei ganz wunderbare Bücher mit Illustrationen von Harald Wiberg. Emma hat überraschenderweise schnell gefallen an dem kleinen Wichtel mit dem langen weißen Bart gefunden, der heimlich über die Tiere und Menschen seines Hofes wacht und sogar seine Schüssel Grütze mit dem hungrigen Fuchs Mikkel teilt, damit der sich nicht an den Hühner vergreift.

Die beiden Geschichten gehören für mich zum Winter wie der glitzernd weiße Schnee. Die stimmungsvollen Bilder sorgen für eine wunderbar friedliche Stimmung und läuten auf eine sehr poetische Weise die Vorweihnachts- bzw. Winterzeit ein.

9. „Alles gaat slapen want nu is het nacht“ von Astrid Lindgren & Marit Törnqvist

Singel Uitgeverijen / Querido, ab 1-3 Jahren, erschienen am 19. April 2019, Preis 16,99 € [NL], hier geht’s zum Buch

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Auf dieses wunderhübsche Bilderbuch hat mich der Herzensmann aufmerksam gemacht, als wir vor Weihnachten die Buchhandlungen von Brügge unsicher gemacht haben. „Alles gaat slapen want nu is het nacht“ kommt daher auf niederländisch daher und da Emma halbe Belgierin ist, haben wir es ihr natürlich mitgenommen.

Das Buch birgt ein Wiegenlied von Astrid Lindgren in sich, das von Marit Törnqvist mit Bildern veranschaulicht wurde. Nach intensiver Recherche habe ich herausgefunden, dass es bisher nur auf schwedisch und niederländisch erschienen ist, die deutsche Übersetzung wohl aber geplant ist. Das Wiegenlied hört man bereits in der Verfilmung von „Die Kinder von Bullerbü“. Es ist eine klassische Gute-Nacht-Geschichte für Kinder, die nicht schlafen wollen. Und so werden nach und nach alle Tiere und die ganze Welt in den Schlaf geschickt, damit auch die Kinder endlich zur Ruhe finden.

Den Bildern der Illustratorin Marit Törnqvist ist der ein oder andere vielleicht schon in den Lindgren-Werken „Sonnenau“, „Im Land der Dämmerung“ und „Als Adam Engelbrecht so richtig wütend wurde“ begegnet. Sie stehen ähnlich wie die von Ilon Wikland im perfekten Einklang zu Lindgrens Geschichten, weshalb auch dieses Werk wunderbar friedlich und harmonisch daherkommt. Ein Traum von einem Bilderbuch!

10. Hopp! Hopp! Aufgewacht, die Sonne lacht! + Klopf! Klopf! Komm herein, keiner bleibt heut Nacht allein! von Linda Ashman & Chuck Groenink

Verlag arsEdition, ab 3 Jahren, erschienen September 2018 / März 2019 , Preis 12,99 € [D], hier geht’s zu den Büchern

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An dieser Stelle muss ich gleich zwei Pappbilderbücher nennen, die sich hier ganz großer Beliebtheit erfreuen.

Zum Einen ist es Geschichte von „Klopf! Klopf! Komm herein, keiner bleibt heut Nacht allein!“ die in einer kalten Winternacht spielt und daher auch im dunklen Blau daherkommt. Eine glitzernd weiße Schneedecke hat sich über die Landschaft gelegt und zwingt die Tiere des Waldes dazu, sich nach einem warmen Unterschlupf umzusehen. Die Hütte des kleinen Till wirkt so warm und einladend, dass ein Tier nach dem anderen an die Tür des kleinen Jungen klopft, um um Unterschlupf zu bitten. Und weil Tills Herz so groß ist, nimmt er eins nach dem anderen bei sich auf und kuschelt sich mit ihnen in sein Bett.

Zum anderen ist es die Geschichte von „Hopp! Hopp! Aufgewacht, die Sonne lacht!“, in der der Frühling bereits vor der Tür steht, weshalb sie auch im sanften Gelb daherkommt. Nachdem Till im Vorgänger alle Tiere bei sich aufgenommen hat, scheucht er sie nun nach und nach aus dem Bett, damit sie ihm bei den Vorbereitungen eines Frühlingsfestes helfen. Denn ein gefiederter Freund hat sich angekündigt und will gebührend empfangen werden.

Ich mag das gelungene Farbkonzept der Bücher, Linda Ashmans Zeilen, die in Reimform daherkommen und den Kindern gut ins Ohr gehen und leicht im Kopf bleiben und Chuck Groeninks Illustrationen, die wirklich ganz wunderbar anzusehen sind. Wir hatten die Bücher schon früh hier, Emma lag gerade mal bei der Hälfte der Altersempfehlung, als sie sie zum ersten Mal eroberte. Heute kennt sie viele Stellen bereits auswendig.

Hier geht’s zur Rezension von „Hopp! Hopp! Aufgewacht, die Sonne lacht!“.

11. „The Big book of Adventure – So überlebst du in der Wildnis“ von Teddy Keen

Prestel junior Verlag, erschienen am 08. Oktober 2019, Preis 25 € [D], hier geht’s zum Buch

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„Wenn ihr diese Zeilen lest, heißt das, meine Aufzeichnungen wurden gefunden.“ 

Es gibt so Bücher, die sind prädestiniert dafür, zu Wegbegleitern zu werden. Als ich auf dieses Buch aufmerksam wurde, wollte ich es direkt dem Herzensmann und der Räubertochter schenken. Denn beide lieben die Natur, haben einen Drang zu Abenteuern und eine Vorliebe für gemeinsame Entdeckungstouren. Ich habe es ihnen daher zu Weihnachten geschenkt.

Das Tagebuch eines unbekannten Abenteurers ist prall gefüllt mit wunderbaren Illustrationen, jeder Menge Inspiration und unglaublich vielen Gebrauchsanweisungen für das Überleben in der Wildnis. Es ist ein Buch fürs Leben, ein hilfreicher Weggefährte und eine unerschöpfliche Inspirationsquelle. Der Verlag bezeichnet es als Schatzkiste für abenteuerhungrige Entdecker und das trifft das Ganze aufs Wort!

12. „Ik neem je mee“ von Linde Faas

Lemniscaat, ab 4 Jahren, erschienen am 20. November 2018, Preis 14,95 € [NL], hier geht’s zum Buch

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Noch so ein wunderbarer Fund, den ich in Belgien gemacht habe. Das Bilderbuch „Ik neem je mee“ trägt einen niederländischen Titel, der für „Ich nehm dich mit“ steht. Es kommt mit außergewöhnlichen Illustrationen und ganz ohne Text daher, weshalb es völlig egal ist, welche Ausgabe man vor sich hat.

In der Geschichte entführt ein Mädchen einen scheinbar kranken Jungen auf eine fantastische Reise. Es sind ihre Malstifte, mit der sie eine wunderbar magische Welt aufs Blatt Papier zaubert, um mit ihm für einen Augenblick der tristen Realität zu entfliehen. Und so reisen die beiden anschließend mit einem Ballon durch die fantastische Welt, die das Mädchen mit ihren Stiften erschaffen hat und begeben sich auf ein gigantisches Abenteuer.

Die Illustrationen der Niederländerin sind alles andere als gewöhnlich. Sie sind bunt, wild, bizarr und sprühen vor Leben. Ich hab mich auf Anhieb in die Bilder verliebt und mich auf die Suche nach weiteren Büchern von Linde Faas begeben. Ihr neuestes Werk gibt’s gleich im Anschluss.

13. „De jongen en de walvis“ von Linde Faas

Lemniscaat, ab 4 Jahren, erschienen am 1. Juni 2019, Preis 14,95 € [NL], hier geht’s zum Buch

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Als wir das erste Mal in die Geschichte von „De jongen en de walvis“ abgetaucht sind, musste ich unwillkürlich an „Nick und der Wal“ denken, weil es schon ein paar Parallelen hat, dem Zauber, der von Faas‘ Illustrationen ausgeht, tut das aber keinen Abbruch.

Auch hier geht es um eine ganz besondere Freundschaft zwischen einem Jungen und einen Wal. Allerdings begegnen sich die beiden mitten im Meer, als Sam mit seinem Boot Schiffbruch erleidet und auf der Nase des Wals strandet, die aus dem Wasser emporragt. Und plötzlich ist Sam nicht mehr alleine da draußen, hat jemand zum spielen, entdecken und staunen. Ein ganz neues Gefühl macht sich in ihm breit, etwas Verrücktes und zugleich Fröhliches. Als der Wal ihn wieder wohlbehütet nach Hause bringt, dauert es nicht lange, bis Sam seinen Walfreund vermisst. Er fühlt sich so schrecklich alleine ohne ihn. Und plötzlich erkennt er, dass Zuhause kein Ort, sondern ein Gefühl ist und macht sich auf den Weg zurück in den Ozean. Zurück zu seinem Freund.

Mit stimmungsvollen Bildern erzählt Linde Faas eine Geschichte von Freundschaft, Hilfsbereitschaft und von Zugehörigkeit. Sie schafft den Kleinen ein Buch zum Abtauchen und zum Träumen.

14. „Ich bin anders als du – Ich bin wie du“ von Constanze von Kitzing

Carlsen Verlag, ab 3 Jahren, erschienen am 01. August 2019, Preis 13,00 € [D], hier geht’s zum Buch

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Bei „Ich bin anders als du – Ich bin wie du“ handelt es sich um ein Wende-Buch. Dadurch können die Kinder ihre Reise durch das Buch sowohl mit Unterschieden („Ich bin anders als du“) als auch mit Gemeinsamkeiten („Ich bin wie du“) starten. Und egal auf welcher Seite des Buches sie ihre Reise beginnen, sie endet immer in der Mitte. Hier schauen sich zwei unterschiedliche Kinder in die Augen und stellen fest: „Ich bin ich“. Sie begegnen sich auf Augenhöhe, als völlig eigenständige Persönlichkeiten.

Constanze von Kitzing schaut in ihrem neuen Pappbilderbuch über den Tellerrand hinaus und rückt auf wunderbar spielerische Weise Unterschiede und Gemeinsamkeiten in den Fokus, die man oft erst auf den zweiten Blick erkennt. Sie distanziert sich von Oberflächlichkeiten und vermeintlich geschlechtsspezifischen Vorlieben. Ihr Buch steht für Diversität, Toleranz und Respekt und kommt auch prima ohne Klischees aus.

Hier geht’s zu meinen Zeilen im Rahmen der Blogparade „Ich bin anders als du – Ich bin wie du“.

15. „Geheimnisvolle Welt – Tiere“ von Libby Walden & Stephanie Fizer Coleman

360 Grad Verlag, ab 3 Jahren, erschienen am 31. Januar 2019, Preis 10,00 € [D], hier geht’s zum Buch

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Das wunderbare Aufklappbuch „Geheimnisvolle Welt – Tiere“ habe ich bei josephiine entdeckt und als der Herzensmann Emma damit eines Tages überrascht hat, war die Freude groß. Die erste Eroberung ließ nicht lange auf sich warten. Seither sind viele Eroberungen dazugekommen, viele Klappen sind dementsprechend etwas abgelebt, aber das tut dem Charme des Buches keinen Abbruch.

Es gibt eine ganze Reihe der Aufklappbücher Natur, die mit ganz unterschiedlichen Gruppierungen (u.a. noch „Das Meer“, „Der Wald“) daherkommen. In diesem hier können  die Kleinen durch die unterschiedlichen Lebensräume der Tiere reisen, die Berge, die Arktis, den Regenwald, den Ozean, die Savanne und den Wald erkunden.

Die Illustrationen von Stephanie Fizer Coleman sind sehr gelungen. Sie kommen bunt und stimmig daher und wirken nicht überladen. Durch das Aufdecken der einzelnen Klappen kommen nicht nur wertvolle Informationen zum jeweiligen Tier, sondern auch komplette Szenerien zum Vorschein, die den Blick auf den kompletten Lebensraum freigeben.

Emma kann mittlerweile viele Tiere beim Namen nennen und sie in ihrem Fundus an Schleich- und Ostheimer-Figuren ausfindig machen. Die Lektüre erfolgt meist gemeinsam mit ihren Tieren. Das Buch kommt wie ein kleines Tierlexikon daher, eignet sich wunderbar zum Entdecken und Erlernen der Tiernamen.

16. „Die Tierwelt Europas“ von Amy Hamilton

Junique, Preis 24,99 [D], hier geht’s zum Buch

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Bei dieser Buchempfehlung handelt es sich wirklich um einen Insidertipp. Ich selbst bin durch die Empfehlung von Anna Brachetti von Langsam. Achtsam. Echt. auf das Werk aufmerksam geworden. Es ist ausschließlich im Junique Art Shop erhältlich, einem Onlineshop, in dem überwiegend Kunst zu finden ist.

Die Illustrationen von Amy Hamilton sind ein Traum. Mit schlichten aber gekonnten Pinselstrichen erweckt sie die Tierwelt zum Leben und führt die Kinder mit ihren Zeichnungen einmal quer durch die europäische Fauna. Ganz besonders hat es uns natürlich der Fuchs angetan, der auch noch als Poster in Emmas Kinderzimmer einziehen durfte.

Die Illustrationen im Buch dominieren ganz klar, kommen aber in Begleitung von zahlreichen Fakten daher, die das Wissen und Vokabular der kleinen und großen Leser erweitern. Ein Meisterwerk von einem Buch!

17. „Kleiner Wolf in weiter Welt“ von Rachel Bright & Jim Field

Magellan Verlag, ab 3 Jahren, erschienen am 17. Juli 2019, Preis 13,99 € (D), hier geht’s zum Buch

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Seit „Der Löwe in dir“ sind wir große Fans des Duos Bright und Field. In ihrem neuesten Werk geht es um den kleinen Wolfsjungen Wido, der denkt, dass er schon groß genug ist, um alles alleine zu schaffen. Doch als er den Anschluss an sein Rudel verliert und in der klirrenden Kälte der arktischen Nacht plötzlich ganz auf sich alleine gestellt ist, fühlt er sich doch nicht mehr ganz so stark. Zum Glück findet er auch fernab seines Rudels tierische Unterstützung und kämpft sich mit ihnen durch die Fremde.

Dieses Buch erzählt nicht nur eine wunderbar warmherzige Geschichte über Hilfsbereitschaft und den Mut, fremde Hilfe anzunehmen, sondern ist auch noch voll von atmosphärischen und berauschenden Bildern, an denen man sich kaum sattsehen kann. Und so begegnen die Kinder der bizarren Schönheit der Berge, einem von Polarlichtern erfüllten Nachthimmel, glitzernden Schneelandschaften und allerhand tierischen Helfern.

18. „Elmar“ von David McKee

Thienemann Esslinger, ab 4 Jahren, erschienen am, Preis 19,00 € (D), hier geht’s zum Buch

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Bei diesem Exemplar handelt es sich wohl um das größte Buch aus Emmas Büchersammlung. Denn unsere Ausgabe von „Elmar“ kommt im XXL-Format daher. Die Maxi-Ausgabe hat anfangs für einen sehr drolligen Anblick gesorgt, denn Emma war bei der ersten Begegnung noch um einiges kleiner als das Buch.

Die Geschichte des kunterbunten Elefanten, der sich eines Tages mit grauer Farbe anmalt, um sich unerkannt unter die graue Elefantenherde zu mischen, hat bei uns sofort Anklang gefunden. Vielleicht lag es am kunterbunten Kuschel-Elmar, mit dem wir zeitgleich beglückt wurden und der direkt in Emmas Zimmer und wohl auch in ihr Herz getrampelt ist. Der Bestseller, der schon seit vielen Jahren auf dem Büchermarkt erhältlich ist, begeistert die Kinder heute wie damals und sollte in keinem Regal fehlen.