Kinderfreuden #53: Ein Freund für alle Lebenslagen

„Bertie Pom und das große Donnerwetter“ – Daniela Drescher

Verlag Urachhaus, 2. Auflage 1. Oktober 2021, Preis 16,00 € [D], Gebundene Ausgabe, ab 3 Jahren, 26 Seiten, ISBN: 978-3-8251-5284-0, hier geht’s zum Buch

Seit vielen Sommern und Wintern lebt der Apfelwicht Bertie Pom in seinem gemütlichen Wichtelhaus.

Als eines Tages ein heftiger Sturm um seinen Apfelbaum braust, ist dem freundlichen Wicht nichts zu waghalsig, um seine Freunde aus den Klauen des Unwetters zu befreien. Wie gut, dass sein Zuhause am Fuße des Baums so gemütlich ist, dass alle bei ihm Zuflucht finden …

Beschreibung des Verlags

Blickwinkel aus großen Augen

Heute ist Nikolaustag und wenn es etwas gibt, das früher neben Mandarinen, Nüssen und dem obligatorischen Schokoladennikolaus immer den Weg in meine blitzblank geputzten Stiefel fand, dann waren es Äpfel. Wir lieben Äpfel. Und das geht nicht nur uns so, sondern scheinbar auch dem Rest von Deutschland. Schließlich gilt der Apfel als beliebtestes Obst hierzulande. Er begleitet uns durch das gesamte Jahr. Und deshalb findet er heute auch den Weg in Emmas Stiefel – vom Nikolaus höchstpersönlich befüllt versteht sich!

Während meine Tochter und ich zwischen August und Oktober immer besonders den Genuss von lokalen erntefrischen Äpfeln frönen, kommen wir auch nach der offiziellen Erntezeit noch in den Genuss von Äpfeln. Sie sind Emmas tägliche Begleiter. Schon früh am Morgen gönnt sie sich die extra Ladung Vitamin C zum Frühstück und ist empört, wenn sie ihre geliebten Apfelschnitzen im Kindergarten nicht in ihrer Brotzeitbox vorfindet. „Mama, du hast heute meine Äpfel vergessen!„, beschwert sie sich dann beim Abholen. Und wie heißt es schließlich so schön: „An apple a day keeps the doctor away!“

Wie passend, dass Ende August ein Bilderbuch von Daniela Drescher erschienen ist, das gleich zwei Vorlieben von uns vereint: unsere Begeisterung für Wichtel und unsere Vorliebe für Äpfel. Wobei, eigentlich sind es gleich drei Vorlieben, denn die Illustrationen von Daniela Drescher habe ich persönlich sehr ins Herz geschlossen. Sie sind in unserem Kinderbuchregal nicht mehr wegzudenken. Und so tummelt sich dort neben den  Wichtelgeschwistern Pippa und Pelle und dem Regenrinnenwicht Giesbert nun auch ein entzückender Apfelwicht. Sein Name ist Bertie Pom. Heute möchten wir euch seine Geschichte „Bertie Pom und das große Donnerwetter“ ans Herz legen. Gelesen werden kann sie das ganze Jahr, aufgrund des großen Gewitters, dass Bertie und die tierischen Apfelbaum-Bewohner darin aber heimsucht, passt es meines Erachtens besonders gut in den Herbst bzw. hereinbrechenden Winter, die häufig mit stürmischem Wetter aufwarten.

Bertie lebt in einem gemütlichen Wichtelhaus am Fuße eines Apfelbaums. Er hat darin einen Ofen, eine prall gefüllte Speisekammer und ein weiches Bett. Also alles, was ein Apfelwicht braucht. Eines Tages überrascht ihn der Dachs beim Frühstück und warnt ihn vor dem Gewitter, das sich draußen zusammenbraut. „Potzblitz!“, staunt der Apfelwicht, als er vor die Tür geht.“ Tatsächlich bedecken eine ganze Menge dunkler Regenwolken den Himmel und von weitem hört er bereits ein erstes Donnergrollen heranrollen. Er entscheidet sich kurzerhand dazu, den Tag zum Gemütlichkeitstag zu erklären und sich mit seinen kleinen Mitbewohnern Rüsselchen, Krabbelfuß und Pünktchen im gemütlichen Apfelwicht-Haus zu verkriechen. Zur unserer Freude holen sie dafür jede Menge Spiele, Decken, Kissen, Bauklötze und Knabberkram heraus. All das, was auch wir für einen besonders gemütlichen Tag zusammentragen. Der Begriff Gemütlichkeitstag ist seit der ersten Lektüre fest in unserem Sprachgebrauch verankert. 

Doch ehe Bertie es sich in seinem behaglichen Zuhause gemütlich macht, möchte er seinen Freund Albert, die alte Krähe mit dem lahmen Flügel, die ganz oben im Apfelbaum haust, in Sicherheit wissen. Und so holt er seine lange Leiter hervor und beginnt Ast für Ast den Apfelbaum zu erklimmen. Nun ist die Krähe zwar das älteste Tier im Apfelbaum, aber nicht das einzige. Und so klettert Bertie auf seinem Weg zur Krähe an den Behausungen des Gartenschläfers Pip, des Kauzes Friedrich und des Eichhörnchens Tibbi vorbei. Und ehe Bertie dafür sorgen kann, das Krähennest fester an den Baum zu binden, erfasst schon eine kräftige Böe den Ast und lässt ihn stark hin und herschaukeln. „Es pfeift und schüttelt, bläst und rüttelt an Zweigen und Ästen.“ Und mit einem Mal wird auch der Kobel des Eichhörnchens – hui – vom Wind erfasst und davongetragen. Als dann noch dicke Regentropfen vom Himmel fallen, schlägt Bertie vor, dass alle vorerst im Apfelwicht-Haus Unterschlupf suchen, bis das Unwetter vorbei ist. Auch der Kauz und der Gartenschläfer erachten das als eine gute Idee und schließen sich an. Und als sie alle gemütlich in Berties Wohnung beisammensitzen, ist das schreckliche Wetter draußen schon fast vergessen.

Daniela Drescher hat mit ihrem entzückenden Apfelwicht eine wunderbare Geschichte von Freundschaft und Zusammenhalt geschaffen. Sie erzählt in „Bertie Pom und das große Donnerwetter“ nicht nur eine spannende Geschichte, sie verdeutlicht mit ihr auch, wie gut es ist, Freunde an seiner Seite zu haben, die auch in schweren Zeiten zu dir halten. Darüber hinaus beschreibt sie auf sehr lebendige, mitunter sehr poetische Weise den Lauf der Natur, die vielen Schätze, die wir aus der Ernte für uns gewinnen können und die vielen Besonderheiten, die die tierischen (Baum)bewohner mit sich bringen. So lernen die jungen Leser*innen z.B. ganz spielerisch, dass das Zuhause des Eichhörnchens Kobel genannt wird, dass Käuze es sich in Baumhöhlen gemütlich machen oder der Gartenschläfer ein Tier ist, das bei uns in Deutschland angesiedelt ist, auch wenn man die entzückende Schlafmaus mit der „Zorro-Maske“ kaum noch in der freien Wildbahn erleben kann. 

So sorgt die international gefeierte Illustratorin und Autorin mit ihrem neuen Werk nicht nur für jede Menge Unterhaltung, sondern auch für einen gewissen Informationsgehalt. Ihre Illustrationen, die sehr detailliert, naturnah und fantasievoll daherkommen, schaffen Atmosphäre und Gemütlichkeit und bringen kleine und große Augen zum Strahlen.

Blickwinkel aus kleinen Augen

Emmas Urteil:

Was hat dir an der Geschichte am Meisten gefallen, Emma? 

Dass Bertie einen Gemütlichkeitstag mit all seinen Freunden machen will und dafür genau die gleichen Sachen zusammenträgt, die ich immer mit dir hole. Decken, Kissen, Spiele und vor allem was zum Knabbern. Dann wird es ganz gemütlich! 

Gibt es Figuren in der Geschichte, die du besonders magst? 

Ich mag Bertie. Und Rüsselchen, Krabbelfuß und Pünktchen. Die sind ganz winzig und trotzdem habe ich sie entdeckt. Krabbelfuß ist eine Raupe und Pünktchen ein Marienkäfer, was Rüsselchen ist, weiß ich nicht so genau. Das Tier schaut aber total lustig aus. Es hat so eine Rüsselnase wie ein Elefant. (Psst … Daniela Drescher hat es uns verraten: Rüsselchen ist ein Rüsselkäfer).

Was ist in der Geschichte passiert?

Es gab ein ganz großes Unwetter und dann hat es ganz wild gestürmt und geregnet, dass sich alle in Berties Wohnung verkriechen mussten.

Emmas Tipp:

Die Geschichte mit einem Apfel oder getrockneten Apfelringen genießen.

[Dieses Buch wurde mir freundlicherweise von Verlag Urachhaus als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt]

Kinderfreuden #52: Wenn ein Einhorn ohne Glitzer erstrahlt

„Emmas Einhorn“ – Briony May Smith

Thienemann-Esslinger, erschienen am 27. Juli 2021, Preis 15,00 € [D], Gebundene Ausgabe, ab 3 Jahren, 48 Seiten, ISBN: 978-3-480-23717-3, hier geht’s zum Buch

Emma zieht mit ihren Eltern in ein kleines Haus am Meer. Hier riecht alles anders, die Räume begegnen ihr leer und befremdlich. Noch nie hat sie sich so einsam gefühlt wie hier. Sie flüchtet in die Natur, durchstreift die von wilden Blumen übersäten Wiesen und entdeckt dabei ein kleines Einhorn-Baby, das sich im Gras verfangen hat. Sie befreit es und nimmt es in ihre Obhut. Als ihre Oma ihr erzählt, dass Einhörner sich ausschließlich von Blumen ernähren und deshalb immer an die blumenreichsten Orte fliegen, schafft sie für das Einhorn ein kleines Paradies, in der Hoffnung, es niemals wieder zu verlieren.

Und so verweilt das Einhorn bis zum nächsten Frühling bei Emma, wird ihr zu einer guten Freundin. Die beiden genießen eine unbeschwerte Zeit. Doch irgendwann kehrt die Familie des Einhorns zurück und für Emma heißt es, Abschiednehmen.

Ob sich Emma danach wieder einsam fühlt?

Blickwinkel aus großen Augen

An von Kälte und Regen beherrschten Tagen (wie sie der November zuhauf mit sich bringt) ziehen sich meine Tochter und ich uns gerne in Bilderbücher zurück, die mit warmen und atmosphärischen Szenerien aufwarten.

„Emmas Einhorn“ empfängt uns mit einem Meer aus Blumen in einer wilden unberührten Bergszenerie unweit vom Meer, die mich stark an Irland oder Schottland erinnert, mich selbst aus der Ferne dem satten Grün und der wilden unberührten Natur ganz nahe bringt, mir die salzig-erdige Luft um die Nase weht, mich die brausende Gischt des Meeres hören und mich von einem Gefühl des Behagens umgeben fühlen lässt.

„Dichter Nebel zog über den Himmel und legte sich auf das Wasser. Nein, das war kein Nebel. Das waren Wolken. Nein, das waren keine Wolken, es waren weiße Pferde. Nein, keine Pferde – Einhörner. Sie sprangen in die Luft und der Wind trug sie davon. Nur ein Wimpernschlag und sie waren verschwunden.“

Briony May Smith hätte keine magischere Szenerie schaffen können, um einen Blick auf eine Herde von Einhörnern am Himmel zu erhaschen, die mit dem letzten Sommerwind zu einer sagenumwobenen Insel fliegen und einem Mädchen namens Emma ein kleines Wunder an die Hand geben, das ihm über die Einsamkeit hinweghilft, die es in der Fremde seines neuen Zuhauses plötzlich verspürt. Sie gibt damit nicht nur der Protagonistin, sondern allen kleinen (und großen) Leser*innen einen tierischen Wegbegleiter in Gestalt eines Einhorns an die Hand, dass sie den Wert wahrer Freundschaft kennenlernen und das Gefühl von Zusammengehörigkeit spüren lässt.

Schon lange vor der deutschen Ausgabe hatte ich dieses Bilderbuch im Visier, das im Original den Titel „Margaret’s Unicorn“ trägt. Dass die Geschichte nun auch den deutschen Buchmarkt erobern darf, stimmt mich sehr glücklich. Denn Smith schenkt uns mit ihrer zauberhaften Geschichte nicht nur ein kleines silberfarben-weiß getupftes Einhorn, das auch ganz ohne Glitzer zu verzaubern vermag, der Thienemann Verlag hat mit dem deutschen Titel „Emmas Einhorn“ für uns sogar ein ganz persönliches Herzensbuch geschaffen. Denn auch meine Räubertochter trägt den Namen Emma.

Es ist die magische Aura dieses kleinen Fantasiewesens, die sofort für wohlige Wärme im Kinderzimmer sorgt. Die Faszination, die seit jeher für Einhörner herrscht, wurde in den letzten Jahren stark von Klischees überlagert. Einhörner wurden immer glitzernder, leuchtender und funkelnder. Die Faszination um ihr gewundenes Horn auf der Stirn, um ihre Gabe des Fliegens, schien nicht mehr auszureichen, es musste mit künstlichem Glitzer und Regenbogenfarben versehen und um künstliche Strahlkraft ergänzt werden. Ein regelrechter Einhorn-Hype kam auf. Und der natürliche Zauber um dieses Fabelwesen ging für mich dabei verloren.

Briony May Smith hat diesen Zauber für mich ein Stück weit zurückgeholt. Mit stimmungsvollen und natürlichen Bildern, die das Einhorn nahezu ohne diese Klischees erstrahlen lässt, verzaubert sie ihre Leser*innen auf ganz ursprüngliche Weise, selbst wenn sie das kleine Einhorn von Mondscheinwasser trinken und mit einem leuchtenden Horn die Nacht erhellen lässt. Sie versetzt ihre kleinen Leser*innen ins Träumen, lässt sie in die Luft springen, vom Wind davontragen und wie Schneeflocken vom Himmel rieseln. 

Den von Steffi Kress ins Deutsche übertragenen Zeilen haftet etwas wunderbar Poetisches und zeitgleich Magisches an, dass sich harmonisch an die Illustrationen von Smith schmiegt und das Bilderbuch zu einem stimmungsvollem Gesamtkunstwerk macht. 

Und nicht nur das, Smiths Geschichte spendet auch Trost. Sie zeigt, dass egal wo und wann, immer Weggefährt*innen auf uns warten, die uns treu und ergeben an der Seite stehen, über das Gefühl von Einsamkeit und Verlorenheit hinweghelfen und zu guten Freund*innen werden können, selbst wenn das Leben sie zu einem späteren Zeitpunkt wieder weiterträgt, weit fort, von dem Mittelpunkt unseres eigenen Lebens. Denn wahre Freundschaft kennt keine Entfernung. Und so lernen wir, ein Stück weit über uns selbst hinauszuwachsen und neuen Menschen gegenüber aufgeschlossen zu begegnen. Auch Emma fasst nach dem Abschied ihres Einhorns Mut und findet in Annabel eine neue Freundin.

Mit „Emmas Einhorn“ ist Briony May Smith eine jener Geschichten gelungen, die auch nach zahlreichen Lektüren nicht an Zauber verliert, die sich besänftigend auf unsere Seele legt, uns mit magischem Zauber und Wohlgefühl umgibt und von einem kleinen silber-weiß getupften Einhorn träumen lässt, an dessen Seite wir die Welt erobern.

„Wenn du ein Einhorn als Freund hast, wünscht du dir, dass der Frühling weit weg bleibt.“

Dieses Bilderbuch wurde von mir auch im Rahmen der Kinderbuch-Kolumne auf buchszene.de ans Herz gelegt:

https://buchszene.de/kinderbuch-empfehlungen-november-2021/

Blickwinkel aus kleinen Augen

Emmas Urteil:

Welches Seite hat dir am Besten gefallen, Emma? 

Als Emma und das Einhorn auf der Picknickdecke im Sommer liegen und von Blumen umgeben sind.

Als das Einhorn Mondscheinwasser trinkt und das Horn des Einhorns zum Leuchten bringt. Es leuchtet dann so wie mein Wal-Nachtlicht.

Möchtest du auch mal Mondscheinwasser trinken?

Oh ja. Denn dann fange ich vielleicht auch an zu leuchten und habe Zauberkräfte.

Wann wurdest du ganz traurig?

Als der Frühling da war und die Familie vom Einhorn wieder zurückkam. 

Was gefällt dir am Buch am besten?

Dass das Einhorn Emma nicht vergisst und es später noch einmal besucht. 

 

Wird zur:

Einhornliebhaberin

[Werbung: Dieses Buch wurde mir freundlicherweise von Thienemann-Esslinger als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt]

Die Spitze des Eisbergs #baybuch

„Spitzenreiterinnen“ – Jovana Reisinger

Verbrecher Verlag, erschienen am 23. Februar 2021, Preis 22,00 € [D], Hardcover, 264 Seiten, ISBN: 978-3-95732-472-6, hier geht’s zum Buch

Wäre mir Jovana Reisingers Roman nicht an die Hand gegeben worden, hätte ich ihn wahrscheinlich nie gelesen. Das reduzierte Cover kommt nüchtern, nahezu farblos daher, ließ mich eine Geschichte vermuten, die mich nicht sonderlich mitreißen könne, sich ebenso farblos präsentiert. Doch der Blick hinter den Buchdeckel belehrte mich eines Besseren. Hier schlug mir die geballte Ladung Leben ins Gesicht. Schon im ersten Kapitel geriet ich ins Straucheln, verspürte den Sog, der von den Zeilen ausging, mich vollständig erfasste und erst am Ende des Buches wieder ausspuckte. Was für ein Ritt.

„Eine Frau, das ist ein Mensch, dachte Lisa bisher, die einmal im Monat ihre Periode bekommt, durchschnittlich 456 Mal in ihrem Leben, die Zähne zusammenbeißt, denn das bedeutet bei jeweils fünf Tagen Blutung umgerechnet sechskommazweifünf Jahre Periode am Stück, und mindestens ein Kind zur Welt bringt. Schöner wäre zwei, ein Bub und ein Mädchen. Oder Zwillinge. Mehr war es nicht. Es schien so einfach. So natürlich. Etwas, worum sie sich nicht kümmern musste. Etwas, das ihr einfach geschah. Eier, Sperma, Baby.“

Zitat, Seite 48

Rein subjektiv betrachtet ist sie das doch, die „Frau“, ihrer biologischen Uhr folgend. Von der Gesellschaft diktiert, ist es ihr Bestreben sich schnellst möglichst zu vermählen, fortzupflanzen und in einem netten Eigenheim bis ans Ende ihrer Tage niederzulassen. Das ist es doch, wozu sie erschaffen wurde!? Das ist es doch, was sie will!? Oder etwa nicht?

Es sind insgesamt neun Frauen, die Reisinger mit diesem gesellschaftlichen Klischee konfrontiert. In ihrem Episodenroman „Spitzenreiterinnen“, der sich über 5 Monate erstreckt, begleiten wir Frauen, die Namen von Frauenzeitschriften tragen und doch im krassen Gegensatz dazu stehen, was die illustren Magazine repräsentieren. Ihre Persönlichkeiten sind nicht schillernd, sondern vielmehr authentisch, voller Ecken und Kanten, voller Höhen und Tiefen.

Da ist Lisa, die keine Kinder bekommen kann und deshalb von ihrem Freund verlassen wird. Laura, die endlich den langersehnten Heiratsantrag bekommt und nun dem „Höhepunkt ihres Lebens“ entgegenfiebert. Verena, ihre erfolglose Single-Freundin, die durch eine geerbte Villa am Starnberger See ihren „Marktwert“ verbessert. Petra, die ihren „unbedeutenden“ Job aufgibt und dabei der Liebe abseits des Weges begegnet. Barbara, die seit dem Tod ihres Mannes nichts mehr mit sich anzufangen weiß und von einem kleinen Hund gerettet wird. Emma, der ein Stein vom Herzen fällt, weil sie ihre Freundin versorgt weiß. Ihre Tochter Jolie, die ungewollt schwanger wird. Und Tina, der alles entgleitet. 

„Sie ist nicht süchtig nach Schmerzen. Sie hat nur lange genug geglaubt, sie verdient zu haben. Wie Blasen an den Füßen von billigen, unbequemen oder unpassenden Schuhen. Wie ein Kater nach dem Saufen. Eine zwangsläufige Konsequenz ihrer mangelhaften Entscheidungen oder ihrer bloßen Existenz.“

Zitat, Seite 175

Reisinger gewährt einen tiefen Blick unter die Spitze des Eisbergs. Mit messerscharfem Blick seziert sie die verschiedenen Lebenswirklichkeiten dieser Frauen, die von massiver Unterdrückung, sexueller Belästigung am Arbeitsplatz, häuslicher Gewalt und von gesellschaftlichen Vorgaben geprägt sind.

Die Kapitel, die auf den ersten Blick alleinstehend wahrgenommen werden, jedoch sehr eng miteinander verwoben sind, sprechen für sich. Sie verdeutlichen, welch untergeordnete Rolle Frauen in unserer heutigen Welt noch immer einnehmen. In dem Reisinger die Menschen ins Rampenlicht stellt, die oft nur eine Nebenrolle spielen, schenkt sie ihnen nicht nur die gebührende Aufmerksamkeit, sie verdeutlicht zeitgleich auch, wie sich die Frauen oft aus lauter Gewohnheit, den Männern unterwerfen, wie selbstverständlich sie in die ihnen auferlegten Rollenbilder schlüpfen und erst langsam aber sicher lernen, aufzubegehren und für sich selbst einzustehen.

Die Autorin versieht die männlichen Figuren in ihrem Roman lediglich mit dem Anfangsbuchstaben ihres Vornamens. Sie schafft damit erzählerische Distanz und maßt sich zu keinem Zeitpunkt an, mit dem Finger auf sie zu zeigen. Sie sind Randfiguren und gleichzeitig tragende Kraft. Auch ihre weiblichen Figuren betrachtet Reisinger mit dem nötigen Abstand. Sie verurteilt nicht, feiert mit bitterbösem Blick und viel Liebe zu ihren Figuren die Frauen, ihre Wut und Ausdauer in dieser patriarchalen Welt. 

Durch ihre von satirischer Komik durchtränkten Zeilen schafft sie Momentaufnahmen, deren Verlauf man mit lachendem und weinendem Auge folgt. Ihr Roman, der für den Bayerischen Buchpreis 2021 nominiert ist und am heutigen Abend in der Allerheiligen-Hofkirche der Münchner Residenz einen der dotierten Löwen aus Nymphenburger Porzellan einheimsen könnte, hat sich mir als feministisches Highlight präsentiert.

Als offizielle Bloggerin des Bayerischen Buchpreises war es mir ein Anliegen, meinen heimlichen Favoriten in der Kategorie „Belletristik“ vor der Preisverleihung in die Welt zu tragen.  

„Eine Gegenerzählung wär jetzt gut. Eine, in der Frauen nicht sinnlos gemaßregelt werden, wenn sie die Anforderungen nicht erfüllen. Oder sich nicht zu benehmen wissen. Sie kann jetzt nicht das erfolgreiche Beispiel sein, an dem sich andere Frauen in dieser Lage später orientieren können. Sie muss erst heil davonkommen, ehe sie inspirieren und ein Idol sein kann. In der Zukunft werden solche Erzählungen möglich sein. Sich selbst wieder aufklauben ist eine heikle und komplizierte Aufgabe. Zeitintensiv und frustrierend.“

Zitat, Seite 153

Hier kommt ihr zu der Besprechung meines geschätzten Buchpreisbloggerkollegen Arndt in der kleinen literarischen Sternwarte „AstroLibrium“.

Der Zeit auf den Fersen

„Momo“ – Michael Ende

Thienemann, erschienen am 23. Februar 2021, Preis 16,00€ [D], Gebundene Ausgabe, ab 12 Jahren, 304 Seiten, ISBN: 978-3-522-20275-6, hier geht’s zum Buch

In den Ruinen eines Amphitheaters, ganz am Rande einer Großstadt lebt ein Mädchen mit pechschwarzen Augen, einem ebenso pechschwarzen wilden Lockenkopf und Füße von der gleichen Farbe. Ihr Name ist Momo. Sie besitzt nichts als das, was sie irgendwo findet oder was man ihr schenkt. Und obgleich ihre abgewetzte Kleidung ihrem Erscheinungsbild etwas Schmuddeliges verleiht, schätzen die Menschen ihre Gesellschaft. Denn Momo besitzt eine ganz besondere Gabe: sie kann zuhören wie kein anderer.

„Und wenn jemand meinte, sein Leben sei ganz verfehlt und bedeutungslos und er selbst nur irgendeiner unter Millionen, einer, auf den es überhaupt nicht ankommt und der ebenso schnell ersetzt werden kann wie ein kaputter Topf – und er ging hin und erzählte alles das der kleinen Momo, dann wurde ihm, noch während er redete, auf geheimnisvolle Weise klar, dass er sich gründlich irrte, dass es ihn, genauso wie er war, unter allen Menschen nur ein einziges Mal gab und dass er deshalb auf seine besondere Weise für die Welt wichtig war. So konnte Momo zuhören!“

Zitat, Seite 15

Doch eines Tages wird die Stadt von einem Schatten heimgesucht, der sich langsam aber sicher ausbreitet und eine ungewöhnliche Kälte mit sich bringt. Die grauen Herren erobern die Stadt. Männer mit Gesichtern wie graue Asche, aschfarbenen Zigarren im Mundwinkel und grauen Aktentaschen in der Hand. Sie haben es auf die Lebenszeit der Menschen abgesehen und Momo scheint die Einzige zu sein, die ihnen Einhalt gebieten kann. Und so zieht das kleine wilde Mädchen mit nichts als einer Blume in der Hand und einer Schildkröte namens Kassiopeia unter dem Arm in den Kampf um die gestohlene Zeit.

„Momo“ ist ein Rätsel, das Michael Ende Kindern wie Erwachsenen gleichermaßen an die Hand gibt und genauso gut ins Heute wie ins Damals passt. Es ist eine Einladung zum Nachdenken und Wundern. Eine Reise in ein Reich der Phantasie, das im Nie und Nirgends liegt oder auch in der zeitlosen Gegenwart. In dieser Geschichte wartet eine moderne Welt auf uns, die einer heutigen Großstadt entspricht und genauso reich an Wundern und Geheimnissen ist wie die vergangene, wenn wir sie aus den Augen von Momo betrachten. 

Die Neuauflage, 2021: ein blaues Arrangement aus Bild und Text

Michael Ende ist einer jener Autoren, die mich schon seit meiner Jugend begleiten. Welches seiner Bücher das Erste für mich war, kann ich gar nicht mehr genau sagen. Mit Sicherheit aber, dass seine Geschichten sich alle in meinem Gedächtnis verankert haben. Und zwar so, dass ich mich noch heute an Textstellen erinnere, die ich bereits vor über zwei Jahrzehnten das erste Mal gelesen habe. Einige dieser Jugendschätze sind mir von damals erhalten geblieben: „Jim Knopf und Lukas der Lokomotivführer“, eine Sonderausgabe von „Die unendliche Geschichte“, „Der satanarchäolügenialkohöllische Wunschpunsch“ und eine abgeliebte Ausgabe von „Momo“. Während ich in den meisten Fällen die alten nostalgischen Ausgaben den neuen vorziehe, gibt es Neuauflagen, die mein Herz im Sturm erobern. Eine davon möchte ich euch heute ans Herz legen – es ist die im Februar diesen Jahres erschienene Schmuckausgabe von Michael Endes „Momo“. 

Das orange-braune Gewand meiner Erstausgabe von 1973 wurde durch ein dunkelblau-silbern schimmerndes Gewand ersetzt. Es kommt fantastisch daher, nahezu magisch. Was ich bis zu dieser Ausgabe nicht wusste, ist, dass die Illustrationen im Buch von Michael Ende selbst stammen. Ein Zusatz im Buch weist mich darauf hin, wo früher nur „Ein Märchen-Roman“ stand. Die Bilder präsentieren sich mir nun im klassischen Blau, genau wie der Text, was früher braun daherkam. An sich eine rein farbliche Abweichung zum Original, die sich in meinen Augen allerdings um einiges selbstbewusster und moderner präsentiert. Sicherlich eine Frage des Geschmacks. In meinen Augen aber ein gelungener Schachzug, zumal die Farbe blau neben Ruhe auch für Kälte und Distanz steht und das im wunderbaren Einklang zur Geschichte steht. Eine bewusste Entscheidung des Verlags?

Die Erstausgabe, 1973: Text und Bild in zurückhaltendem Braun

„Es gibt ein großes und doch ganz alltägliches Geheimnis. Alle Menschen haben daran teil, jeder kennt es, aber die wenigsten denken je darüber nach. Die meisten Leute nehmen es einfach so hin und wundern sich kein bisschen darüber. Dieses Geheimnis ist die Zeit. Es gibt Kalender und Uhren, um sie zu messen, aber das will wenig besagen, denn jeder weiß, dass einem eine einzige Stunde wie eine Ewigkeit vorkommen kann, mitunter kann sie aber auch wie ein Augenblick vergehen – je nachdem, was man in dieser Stunde erlebt. Denn Zeit ist Leben. Und das Leben wohnt in unserem Herzen.“

Zitat, Seite 61

Das Bewundernswerte an diesem Roman ist, dass er Kinder wie Erwachsene gleichermaßen erreicht. Michael Ende ist ein sagenhaftes Werk gelungen, aus dem sich jede/r Leser:in etwas mitnehmen kann, das Jede/r auf seine eigene Weise liest und doch nicht an der Kernbotschaft vorbeikommt, die es in sich trägt: Zeit ist kostbar. Und so stimmt Michael Ende seine Leser:innen nachdenklich, lässt sie ihren Umgang mit der Zeit und die Schnelllebigkeit unserer heutigen Zeit hinterfragen. Die Gesellschaft betrachten, Verhaltensweisen überdenken und auferlegten Mustern entfliehen. Doch die kleine „Warum?“ fragende Momo stimmt uns nicht nur nachdenklich, sie schenkt uns auch einen wunderbaren Blick auf die Welt, bringt Wunder und Geheimnisse zu Tage, lässt uns die kleinen unscheinbaren Dinge sehen und unser Leben neu takten.

„Meine Herren“, begann er, „unsere Lage ist ernst. Ich sehe mich gezwungen, Sie alle unverzüglich mit den bitteren, aber unabänderlichen Tatsachen bekannt zu machen. Bei der Jagd nach dem Mädchen Momo haben wir nahezu alle unsere verfügbaren Agenten eingesetzt. Diese Jagd dauerte im Ganzen sechs Stunden, dreizehn Minuten und acht Sekunden. Alle beteiligten Agenten mussten dabei unvermeidlich ihren eigentlichen Daseinszweck, nämlich Zeit einzubringen, vernachlässigen. Zu diesem Ausfall kommt jedoch noch die Zeit, welche während der Suche von unseren Agenten selbst verbraucht worden ist. Aus diesen beiden Minusposten ergibt sich ein Zeitverlust, der nach ganz exakten Berechnungen dreimilliardensiebenhundertachtunddreißigmillionenzweihundertneunundfünfzigtausendeinhundertvierzehn Sekunden beträgt. Meine Herren, das ist mehr als ein ganzes Menschenleben!“

Zitat, Seite 150

Michael Endes Szenerien, von der hinter einem Pinienwäldchen versteckten alten Ruine über die Niemals-Gasse, dem Nirgend-Haus bis hin zum Saal mit den unzähligen Uhren, begegneten mir noch genauso fantasievoll wie damals als Kind. Genau wie ich seine liebevollen Figuren, von der wundervoll verwegenen Momo über die mit ihrem Rückenpanzer sprechende Schildkröte Kassiopeia, dem mit silberweißen Haaren bedeckten Meister Secundus Minutius Hora bis hin zu den bemitleidenswerten grauen Herren, erneut bestaunte. Sie alle sind Teil dieser unglaublich fantasievollen Welt, die Michael Ende in diesem Märchen-Roman geschaffen hat. 

„Momo“ ist mittlerweile ein Weltbestseller. Es wurde bereits in 46 Sprachen übersetzt, mehrfach verfilmt und weit über 11 Millionen Mal verkauft. Es wurde mit dem Deutschen und dem Europäischen Jugendbuchpreis ausgezeichnet und gilt noch immer als Parabel auf unsere Gesellschaft und ihren Umgang mit der Zeit. Das Bild der kleinen struppigen Momo kann ich seit der Verfilmung mit Radost Bokel (1986) auf Anhieb abrufen. Denn das Mädchen entsprach genau dem Bild, das sich damals von Momo in meinem Kopf formte, lange bevor ich mir die Verfilmung ansehen durfte, die durchaus ihre gruseligen Stellen mit sich bringt. Allen voran durch das gespenstische Heer der grauen Herren. Könnte sein, dass ich der Farbe bis heute aus diesem Grund nicht sonderlich etwas abgewinnen kann. 

Mit dieser Ausgabe verleiht Thienemann „Momo“  ein elegant-schimmerndes Gewand, durch das sich ein gewisser Zauber über die Regalreihen aller Michael Ende-Fans, und allen, die es noch werden wollen, legt. Sicherlich ein ganz wunderbares Weihnachtsgeschenk, das unter dem Weihnachtsbaum im wahren Glanz erstrahlt.

„Jeder Mensch hat seine Zeit. Und nur solang sie wirklich die seine ist, bleibt sie lebendig.“

Zitat, Seite 169

 

Ein Sommer(nachts)traum

„Der große Sommer“ – Ewald Arenz

Dumont Verlag, erschienen am 26. März 2021, Preis 20,00 € [D], hier geht’s zum Buch

„Es war dieser eine Sommer, wie es ihn wahrscheinlich nur einmal im Leben gibt. Dieser eine Sommer, den hoffentlich jeder hatte; dieser eine Sommer, in dem sich alles ändert.“

Zitat, Seite 11

Es war der große Sommer im Herbst für mich. Ein Sommer, der sich durch ein Buch entfaltete. Dieser eine Sommer, der für mich unvergesslich bleibt.

Lange schlich ich um Ewald Arenz‘ Roman herum, schob die Lektüre auf, wollte mir dieses Gefühl aufsparen, das von seinen Zeilen ausgeht und mich schon in „Alte Sorten“ sanft umschmeichelt hat. Doch irgendwann gab es für mich kein Halten mehr und ich tauchte ein. Wie der Junge auf dem Cover. Wie Protagonist Frieder, der sich bei Nieselregen im Schwimmbad vom Siebeneinhalber stürzt um ein Mädchen im flaschengrünen Badeanzug zu beeindrucken und von weißen Blubberblasen begleitet wieder zur Wasseroberfläche gleitet. Berauscht, von der Wucht und Unvorhersehbarkeit dieses Augenblicks.

Diesen Sommer verläuft für Frieder alles anders als sonst. Denn er schafft die Versetzung in die 10. Klasse nicht und muss nach den Ferien Nachprüfungen in Mathe und Latein ablegen. Und so darf er in den Sommerferien nicht mit in den Urlaub fahren, sondern muss lernen. Bei seinem Großvater, einem Professor, den er bis zum 10. Lebensjahr siezen musste und zu dem er ein angespanntes Verhältnis hat. Der Sommer scheint für ihn gelaufen zu sein. Doch meist kommt alles ganz anders als gedacht. Und so erlebt Frieder einen Sommer, der sein ganzes Leben prägt. Es sind Tage voller Freundschaft und Zusammenhalt, voller Respekt und Vertrauen, einer ersten großen Liebe und einem Abschied. Und so reift ein Sommer heran, der an Größe nicht zu überbieten ist und wie „hellgelbe, aufregend saure Zitronenscheiben“ schmeckt.

„Ich war in einer ganz eigenen Stimmung, wie ich sie vorher noch nicht erlebt hatte. […] Es war ein Gefühl wie … als wäre man ein Instrument, das gestimmt wurde. Sechs Saiten. Aufregung. Verliebtheit. Angst vor dem Sommer. Freude am Sommer. Sich bei Nana zu Hause fühlen. Sich in Großvaters Haus verloren fühlen. Die Töne stimmten noch nicht. Aber da drin geschah irgendetwas.“

Zitat, Seite 64

Ewald Arenz versteht es aufs vortrefflichste, einen besonderen Augenblick, den „unwiederbringlichen, zitternd schönen Zauber eines ersten Males“ einzufangen und es in so atmosphärische Zeilen zu verpacken, dass sich Bilder vor deinem geistigen Auge formen, die dich die Einzigartigkeit dieser Momente spüren lässt. Während dem Lesen war ich begleitet von raschelnden Silberpappelnblättern, von süßem Lebkuchenduft, vom Klang aufregender, verliebter und ängstlicher Saiten, von einem Wechselbad aus Gefühlen der Ablehnung und Zugehörigkeit.

Arenz‘ Roman ist wirklich der große Sommer. Einer, der mich in meine Jugend zurückversetzt hat und mich viele Momente noch einmal durchleben ließ: mit klimpernden Münzen in der Tasche in einer beschlagenen Telefonzelle stehend, mit pochendem Herzen über einen Zaun kletternd (wohlweißlich, dass man nicht ohne gerissene Hose davonkommt), bei Nieselregen im Schwimmbad, angsterfüllt mit Blick vom Zehner, den Duft von Chlorwasser in der Nase, das auf den heißen Steinen neben dem Becken verpufft, in der Nacht vom schummerigen Fahrradlicht navigierend auf dem Weg nach Hause, mit zittrigen Knien in der Nähe des Schwarms, sich glückstrunken durch eine von Musik erfüllte Menschenmenge zwängend.

Frieder, Alma, Johann und Beate, sie alle habe ich ins Herz geschlossen. Mit ihrem jugendlichen Leichtsinn, ihrem Lebenshunger und einer Prise Verrücktheit waren sie mir auf Anhieb sympathisch. Auch Nana (Frieders Großmutter) und den kauzigen alten Professor an ihrer Seite mochte ich sehr. Mir gefiel, wie Frieder und der scheinbar unnahbare Großvater sich einander annäherten, selbst wenn es nur langsam und auf seine Art und Weise geschah. Auch das bunte Potpourri an Lehrern, von stocksteif bis hin zu gleichgültig, brachte mich zum Schmunzeln und ließ mich einige Parallelen zu meinen Lehrer*innen von damals erkennen. Ewald Arenz schenkt seinen Protagonisten Raum, macht sie zu wichtigen Puzzleteilen eines großen Gesamtbildes, das sich als Momentaufnahme eines großen Sommers präsentiert. Ein Sommer(nachts)traum.

Ich möchte der Lektüre dieses Romans nicht zu viel vorneweg nehmen, den Überraschungseffekt und die vielen ersten Male wahren, die sich an Frieders Seite in „Der große Sommer“ verspüren lassen. Der (Lektüren-)Tauchgang sei euch ans Herz gelegt. Ich bin mir sicher, dass ihr genauso berauscht daraus hervortauchen werdet wie ich.

„Sie roch so klar wie jemand, der im Winter aus der Kälte ins Haus kommt. Und etwas Süßes war da auch, aber nur entfernt und nur ein Hauch wie … ja, wie Robinienblüten im Frühsommer vor meinem Fenster. Nichts Schweres. Schwebend. Wie ein Ton nachklingt … aus einem wunderschönen Moment in der Kindheit, den man vergessen hat; von dem nur noch diese Erinnerung an einen Duft geblieben ist.“

Zitat, Seite 116

Das Team der #GlockenbachWelle hat Ewald Arenz auf der Frankfurter Buchmesse 2021 getroffen und mit ihm über sein aktuelles Werk gesprochen, das kürzlich zum Lieblingsbuch der Unabhängigen gekürt und für den Bayern 2 – Publikumspreis im Rahmen des Bayerischen Buchpreises 2021 nominiert ist.

Ihr seid herzlich eingeladen, in die aktuelle Sonderausgabe einzutauchen.

Eine wunderbare Besprechung zu „Ein großer Sommer“ ist auch bei Arndt auf der kleinen literarischen Sternwarte AstroLibrium zu finden.

Im freien Fall in Richtung Abenteuer

„Alice im Wunderland“ – Lewis Carroll & Valeria Docampo

mixtvision Verlag, erschienen am 18. August 2021, Preis 28,00 € [D], Hardcover, ab 9 Jahren, 124 Seiten, ISBN: 978-3-95854-176-4, hier geht’s zum Buch

Ein Kaninchen mit weißen Handschuhen und Taschenuhr in der Westentasche, das ist wahrlich etwas Wundersames, findet Alice. Aber nicht weniger verrückt wie die die Wasserpfeifen schmauchende Raupe, die Grinsekatze, die sich bis auf ihr Grinsen in Luft auflöst,  oder ein Tee schlürfender Hutmacher nebst Schnapphase. An die kleinen Skurrilitäten, die ihr an diesem wundersamen Ort überall begegnen, gewöhnt sich Alice recht schnell. Genau wie an die Tatsache, dass sie wachsen und schrumpfen kann wie eine Ziehharmonika. Denn das bringt durchaus seine Vorteile mit sich. In dem wundervollen Land, in das Alice abtaucht, scheinen der Fantasie keine Grenzen gesteckt zu sein.

„Und selbst wenn mein Kopf hindurchginge“, dachte die arme Alice, „könnte ich mit ihm ohne die Schultern auch nicht viel anfangen. Ach, ich wünschte, ich könnte mich wie ein Fernglas zusammenschieben!“

Zitat, Seite 14

Ob ihr es glaubt oder nicht, bis zu dieser Prachtausgabe von einem Bilderbuch, habe ich noch nie Lewis Carrolls „Alice im Wunderland“ vollständig gelesen. Ich kannte viele Passagen aus der Geschichte und die Verfilmungen, nicht aber das gesamte Werk, das bereits im Jahre 1865 erstmals erschienen ist und längst zum Kult-Klassiker avanciert ist. Während ich lange mit anderen hübschen Ausgaben der Geschichte geliebäugelt habe, fiel mir kürzlich dieser Bilderbuchtraum in die Hände, der mit berauschend schönen Illustrationen von Valeria Docampo daherkommt. Und wer bei mir schon eine Weile liest, der wird sich spätestens jetzt an ein Bilderbuch zurückerinnern, das ebenfalls aus der Feder der begnadeten Illustratorin stammt, unser Herzen im Sturm erobert hat und mit den drei Wörtern „Kirsche, Staub und Stuhl“ auf ewig verbunden ist.

Denn hier fing unsere (Docampo-)Geschichte an…

Die große Wörterfabrik“ entflammte in Emma und mir eine Liebe für die „kleinen“ Kunstwerke aus Farben und Formen, für die Detailverliebtheit, die Ausdruckskraft und den Zauber, die/der von Docampos Illustrationen ausgeht und unwillkürlich eine Kette von Folgelektüren ins Rollen bringt. Ob „Im Garten der Pusteblumen„, „Die Schneiderin des Nebels„, „Der Bär und das Wörterglitzern“ oder die Neuinterpretation von „Der kleine Prinz“ – hier werden noch eine ganze Reihe an Bilderbuchbesprechungen folgen, die wir dem harmonischen Zusammenspiel dieser großartigen Künstlerin mit Texten von Agnès de Lestrade oder Noelia Blanco zu verdanken haben. Da bleibt es nicht fern, das Wort „Nochmal!“ in die Welt zu entlassen, das schon Paul für seine Marie übrig hat. 

„Ülkiger und ülkiger!“, rief Alice (und in ihrer Überraschung entging ihr, dass man das eigentlich gar nicht sagen kann); „jetzt schiebe ich mich auseinander wie das längste Fernrohr, das es jemals gegeben hat! Lebt wohl Füße!“

Zitat, Seite 20

Für welche „Alice im Wunderland“ – Ausgabe man sich letztendlich entscheidet, um in den wohlbekannten Klassiker einzutauchen, ist jedem selbst überlassen. Fest steht, die Geschichte ist es wert, gelesen zu werden. Lewis Carroll brilliert als fantasievoller Erzähler, sowohl bei der Erschaffung von Szenerien, Wörtern als auch Figuren schöpft er aus dem Vollen. Der unikatäre Wert seiner Erfindungen (oder sollen wir sie besser „Hirngespinste“ nennen?) mag uns in der heutigen Zeit nicht mehr ganz so außergewöhnlich erscheinen, aber gab es jemals zuvor eine Grinsekatze, die sich bis auf ihr Grinsen in Luft auflöst, einen Hasen, der mit weißen Handschuhen und Taschenuhr in der Westentasche durch die Gegend rennt, einen Hutmacher, der vor Verrücktheit förmlich überschnappt, eine Wasserpfeifen rauchende Raupe oder eine Suppenschildkröte? Lewis Carrolls Fantasie schienen keine Grenzen gesetzt. Er fabuliert was das Zeug hält, lässt die kleine Alice selbst nicht minder häufig an sich und ihren Worten zweifeln. Darüber hinaus bringt die fiktive Welt, in der die Geschichte angesiedelt ist, so viele logische Komponenten und Parallelen zu unserer Welt mit sich, dass die Erzählung nicht nur bei jüngeren, sondern auch bei älteren Leser*innen großen Anklang findet.

„Ich möchte nur wissen, was eigentlich mit mir passiert ist! Früher beim Märchenlesen dachte ich mir immer, solche Dinge könnten ja doch nicht geschehen, und jetzt bin ich selbst mitten in ein Märchen geraten!“

Zitat, Seite 41

Allein von Carrolls Zeilen geht ein ungeheurer Sog aus, dem zauberhaften Zusammenspiel mit Docampos Illustrationen kann man sich aber wahrlich nicht entziehen. Ehe man sich versieht, ist man genau so schnell wie Alice im Kaninchenbau, hinter dem Deckel des Buches verschwunden, im freien Fall in Richtung Abenteuer. Und es ist eine wahre Wohltat in die großformatige Neuauflage aus dem Hause mixtvision einzutauchen. Docampos farblich dominierende Illustrationen im pink-türkisen Gewand verleihen dem wohlbekannten Klassiker einen modernen Farbtupfer, durch den er sich zum berauschenden Farbbad entfaltet, in dem man es sich so gemütlich macht, dass man erst völlig verschrumpelt wieder daraus hervortaucht. Und so offenbart sich diese Ausgabe als erquickende Lektüre für Körper und Geist und verleiht nicht nur dristen (Herbst)tagen die nötige Farbe, sondern auch dem Bücherregal einen gewissen Glanz. 

„Ihr seid ja nichts weiter als ein Kartenspiel“ […] Halb zornig, halb erschreckt, stieß Alice einen kleinen Schrei aus und schlug nach ihnen, um sie zu verjagen – und auf einmal war sie wieder am Bachufer und lag mit dem Kopf ihrer Schwester im Schoß.“

Zitat, Seite 122

Diese hübsche Schmuckausgabe sei allen großen und kleinen Alice-Fans ans Herz gelegt, an die Geburtstags- und Weihnachtsgeschenksucher*innen, an die Liebhaber*innen des geschriebenen Wortes und all jenen, die sich gerne von Farben und Formen berauschen lassen. Dieses Bilderbuch wird euch garantiert beflügeln!  

Dieses Bilderbuch wurde von mir auch im Rahmen der Kinderbuch-Kolumne auf buchszene.de ans Herz gelegt:

https://buchszene.de/kinderbuch-empfehlungen-oktober-2021/

Zu Besuch im bibliophilen Schloss

Das ehemalige Jagdschloss Blutenburg im Münchner Stadtteil Obermenzing ist sicher vielen Ortsansässigen ein Begriff. Das malerisch gelegene Schloss, das im Westen von der Würm umflossen wird und in eine idyllische Szenerie eingebettet ist, ist für private Feierlichkeiten und Lesungen sehr beliebt. Doch dass das Schloss auch bibliophile Wesenszüge aufweist, war mir bislang nicht bekannt. Umso schöner war es, dass ich diese Seite des Schlosses im Rahmen eines exklusiven Bloggerrundgangs vergangenen Freitag kennenlernen durfte. Heute möchte ich euch ein paar Impressionen dieses Rundgangs mit auf den Weg geben.

Die Internationale Jugendbibliothek

Seit 1983 hat die Internationale Jugendbibliothek ihren Sitz im Münchner Schloss Blutenburg. Die 1949 von Jella Lepman eröffnete Bibliothek, die anfangs ihren Sitz in der Kaulbachstraße 11a in der Münchner Maxvorstadt hatte, ist weltweit die größte Bibliothek für internationale Kinder- und Jugendliteratur. Sie umfasst eine Sammlung von über 650.000 Bücher in etwa 250 Sprachen aus sechs Jahrhunderten.

Gegründet vor dem Hintergrund von Nationalsozialismus und Krieg, nahm sie von Beginn an die Rolle einer weltoffenen Insel für Kinder und Jugendliche ein. Durch die internationalen Kinder- und Jugendbücher sollte eine Brücke in eine lange als fremd und feindlich erachtete Welt geschlagen und Kinder zu Frieden und Toleranz erzogen werden. Dieser Mission geht die Internationale Jugendbibliothek bis heute nach. Jella Jepmans literarisches Vermächtnis trägt deshalb wohl auch den Titel Die Kinderbuchbrücke.

Die Internationale Jugendbibliothek versteht sich heute als ein Zentrum für internationale Kinder- und Jugendliteratur, weshalb sie ihr mit einem Programm von Ausstellungen, Lesungen, Werkstattgesprächen, Podiumsdiskussionen, Vorträgen und Fortbildungen der internationalen Kinder- und Jugendliteratur ein Forum gibt.

In den unterschiedlichsten Lesemuseen können sich kleine und große Besucher*innen verschiedensten Inhalten annehmen. Auf dem Gelände des Schlosses sind deshalb neben der entzückenden Kinderbibliothek das Michael-Ende-Museum, der James-Krüss-Turm, das Erich-Kästner-Zimmer und das Binette-Schroeder-Kabinett zu finden. Alle zwei Jahre richtet die Internationale Jugendbibliothek das White Ravens Festival aus. Seit 2013 wird der James Krüss Preis für internationale Kinder- und Jugendliteratur vergeben.

Aufgrund der limitierten Zeit unseres exklusiven Bloggerrundgangs hatten wir nicht die Möglichkeit das ganze Schlossgelände zu erkunden. Nachstehend gebe ich euch einen kleinen Einblick in die besuchten Schauplätze unseres Rundgangs.

Eine Bücherempfehlung

„Die Kinderbuchbrücke“ von Jella Lepman

1964 erstmals erschienen, 2020 neu aufgelegt

Verlag: ‎ Verlag Antje Kunstmann

Gebundene Ausgabe: ‎ 280 Seiten

ISBN: ‎ 978-3956143922

303 Seiten

Preis: 25,00 EUR

 

„In den Katakomben“ des Schlosses – das Magazin

Direkt unter der großen Linde des Innenhofs liegt es verborgen, das Magazin der Internationalen Jugendbibliothek. Wir hatten das große Glück an diesem Nachmittag in die unterirdischen Tiefen des Schlosses vordringen zu dürfen, die im Normalfall nur ausgewählten Wissenschaftlern aus dem In-  und Ausland für Studien zugänglich sind.

Mit großen Filzpantoffeln an den Füßen schlurften wir also dem Bücherhimmel entgegen und beim Anblick der vielen Bücherregale verschlug es uns den Atem. Das lag zum einen an der papierenen Luft die uns dort entgegenschlug, zum anderen an dem immensen Bücherbestand, dem wir ins Auge blickten. Fakt ist, jeder Einzelne von uns hätte diesen Raum nicht freiwillig wieder verlassen. Die Bibliothekarin, die uns nicht nur viel Wissenswertes lieferte und einzelne Schätze aus den Regalreihen näher betrachten ließ, wies uns auch auf kleine liebevolle Details hin, wie z.B. die zarten Blattabdrücke einzelner Lindenblätter, die sich von der großen Linde des Innenhofs in die Decke des Magazins verirrt haben.

Der Großteil der 650.000 Bücher aus dem Präsenzbestand der Internationalen Jugendbibliothek liegt also im unterirdischen Magazin. Unter den 250 Sprachen der Bücher dominiert Deutschland, gefolgt von der USA, Frankreich, England und Spanien. An zehnter Stelle liegt Japan und wartet zu meiner Überraschung mit einigen sehr hübschen Pop-Up-Büchern auf, die von den kitschigen Ausgaben, die mir bislang untergekommen sind, deutlich abweichen. Die Sammlung des Magazins umfasst Bücher aus den Jahren 1949 bis 2018. Aufgrund des limitierten Platzes werden alle Bücher, die ab 2019 erschienen sind, im Außenmagazin in Puchheim gelagert. Alle Bücher stammen ausschließlich aus Spenden und werden vor der Einsortierung von den Lektor*innen der jeweiligen Ländersprache gesichtet. Wer ein Buch näher ansehen möchte, muss es vorbestellen. Im Studiensaal darf man sich den ausgewählten Büchern auch näher widmen, mit nach Hause nehmen darf man sie aber nicht. Einige Bücher mit nationalsozialistischem Hintergrund bleiben dem Publikumsverkehr sogar verwehrt.

Und so konnte ich ganz unverhofft nicht nur ein paar Meter Astrid Lindgren – Werke, sondern auch polnische Werke Michael Endes, amerikanische Eragons und eine alte englische Ausgabe von Elsa Beskows Wichtelkindern („Children of the forest“) bestaunen.

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Ausstellungen

Migrations – Postkarten von Künstlern aus aller Welt

Temporär oder endgültig, freiwillig oder gezwungen: Migration hat viele Facetten. Auf der Suche nach Freiheit, Sicherheit und besseren Lebensbedingungen verlassen viele Menschen ihre vertraute Heimat und wagen eine oft gefährliche Reise ins Ungewisse, um für sich selbst und ihre Familien eine lebenswerte Zukunft zu finden.

Auf Anregung des International Centre for the Picture Book in Society (ICPBS) der University of Worcester in England haben Illustratoren und Illustratorinnen aus aller Welt Postkarten zum Thema Migration entworfen, um Solidarität mit den Hunderttausenden Menschen zu zeigen, die sich in der heutigen Zeit solch gewaltigen Gefahren stellen.

Bisher sind über 300 Postkarten entstanden, die eine breite Palette an Stilen und Stimmungen zeigen. Mal abstrakt, mal realistisch, witzig oder berührend, überraschend oder nachdenklich, und begleitet von kurzen, sehr persönlichen Texten, setzen sich Isol (Argentinien), Marie-Louise Gay (Kanada), Chris Riddell (GB), Stian Hole (Norwegen), Shaun Tan (Australien), Axel Scheffler (Deutschland/GB) und viele weitere Künstler und Künstlerinnen mit dem aktuellen Thema auseinander.

Die Schätze, die dem Team des ICPBS seit 2017 „zugeflogen“ sind, wurden bereits in mehreren Ländern ausgestellt. In der Wehrgang-Galerie der Internationalen Jugendbibliothek werden nicht nur Reproduktionen aller Postkarten gezeigt, es sind auch internationale Bilderbücher, Sachbücher und Graphic Novels aus der eigenen Sammlung zu sehen. Außerdem haben, eigens für die Münchner Ausstellung, zehn Illustratoren und Illustratorinnen kurze Videoclips erstellt, in denen sie ihre Gedanken zum Thema teilen.

Quelle: Internationale Jugendbiliothek

Mich hat die wunderbare Inszenierung dieser Ausstellung sehr beeindruckt und ich war sehr erfreut, dort auch einzelne Illustrationen der Illustratorin Francesca Sanna aus dem Bilderbuch „Die Flucht“ wiedergefunden zu haben, das für mich seit jeher zu den beeindruckendsten Werken zum Thema Flucht und Migration gehört. Leider war die Ausstellung nur bis zum Wochenende in der Wehrgang-Galerie installiert. Gerne hätte ich mich den persönlichen Texten der vielen Postkarten und insbesondere den dazu passenden Kinderbuchempfehlungen der Bibliothek im Nachgang noch einmal persönlich angenommen.

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Schurken, Hexen, üble Gestalten. Bösewichte in der internationalen Kinder- und Jugendliteratur

Kein packender Roman, kein spannendes Märchen kommt ohne üble Gegenspieler aus, die die Helden der Geschichten und die Leser das Fürchten lehren. Welche Rolle spielen diese teils schillernden Gestalten in den Geschichten? Was repräsentieren sie? Was macht ihre Faszination, vielleicht sogar ihren Charme aus? Diesen und anderen Fragen geht diese Ausstellung mit zahlreichen Beispielen aus der internationalen Kinder- und Jugendliteratur nach.

Kein packender Roman, kein spannendes Märchen kommt ohne üble Gegenspieler aus, die die Helden der Geschichten und die Leser das Fürchten lehren: Hexen und Zauberer, Räuber, Piraten und Tyrannen, Rumpelstilzchen und der böse Wolf, die eiskalte Schneekönigin, der hartherzige Scrooge oder der haarige Grinch bei H. C. Andersen, Charles Dickens und Dr. Seuss. Nicht zu vergessen schreckenerregende Fantasy-Gestalten wie Sauron im „Herrn der Ringe“ und „der, dessen Name nicht genannt werden darf“ in den „Harry-Potter“-Romanen..

Sie sind niederträchtig, gefährlich, grausam und heimtückisch, sie schaden anderen, stören die gewohnte Ordnung oder zerstören sie sogar. Dennoch sind sie nicht immer ausschließlich „böse“. Häufig handelt es sich um vielschichtige Persönlichkeiten, die wie viele Helden im Verlauf der Geschichte Widersprüche offenbaren. Manche wechseln die Seiten oder wandeln sich sogar zum Guten. Die Leser verfolgen das Handeln solcher Figuren fasziniert und nicht selten mit einem wohligen Schaudern. Manchmal empfinden sie sogar eine gewisse Sympathie für sie und bewundern sie insgeheim.

Welche Rolle spielen diese schillernden Gestalten in den Geschichten? Was repräsentieren sie? Was macht ihre Faszination, vielleicht sogar ihren Charme aus? Diesen und anderen Fragen geht diese Ausstellung mit zahlreichen Beispielen aus der internationalen Kinder- und Jugendliteratur nach.

Quelle: Internationale Jugendbiliothek

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Kinder malen sich selbst

Wie sehen Kinder sich selbst in Corona-Zeiten? Womit beschäftigen sie sich? Welche Ängste und Träume haben sie? Wie hat der Ausnahmezustand das Leben der Kinder und Jugendlichen verändert? In den vergangenen Monaten hat die Internationale Jugendbibliothek Kinder aus aller Welt eingeladen, sich selbst in dieser Zeit zu porträtieren.  Aus insgesamt 42 Ländern, von allen Kontinenten, haben Kinder und Jugendliche ihre Selbstbildnisse geschickt. Insgesamt sind weit über 800 Bilder eingegangen, u.a. aus Frankreich, Italien, Armenien, der Ukraine, dem Iran, Japan, Sri Lanka, Venezuela, der Dominikanischen Republik, den USA, u.v.m.

Kinder im Alter von 3 bis 18 Jahren zeigen ihr Gesicht: einige grau und verängstigt, andere farbenfroh und munter, mal mit Atemmaske, mal ohne – meistens mit wachen Augen.

Quelle: Internationale Jugendbibliothek

Binette-Schroeder-Kabinett

Binette Schroeders Bilderbücher gehören wohl zum großen Kanon internationaler Kinderliteratur. Zu meiner Schande muss ich gestehen, dass ich bis zu meinem Besuch im bezaubernden Binette-Schroeder-Kabinett noch nie von der Künstlerin gehört habe, die bereits seit über 50 Jahren zarte magische Bilderbuchwelten schafft und mit ihren Bilderbüchern seit jeher beim Nord Süd Verlag beheimatet ist. Es sind Werke wie „Lupinchen“, „Laura“, „Münchhausen“ oder der „Froschkönig, die man in dieser Ausstellung bestaunen und künstlerisch verwoben betrachten kann.

In ihren traumschönen Bildern voller magisch rätselhafter Landschaften, Figuren und Gegenständen kann mich sich regelrecht verlieren. Das Kabinett lädt einen förmlich dazu ein, in den Bücherkosmos der Künstlerin einzutauchen. Es entzückt große und kleine Besucher*innen mit wunderlichen Möbeln, skurrilen Objekten, spielerisch eingerichteten Vitrinen und einem kleinen mechanischen Theater, das sich hinter einer kleinen Holztüre verbirgt und deren Szenerie ich mir stundenlang hätte anschauen können.

Anlässlich des Erscheinens ihres neuen Bilderbuchs „Herr Grau & Frieda Fröhlich“ lädt die Internationale Jugendbibliothek am 12. Oktober 2021 um 19 Uhr zu einem Abend mit Binette Schroeder im Jella-Lepman-Saal ein.  Anmeldungen per Email sind erbeten.

Nähere Informationen findet ihr hier.

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Erich-Kästner-Zimmer

Noch so ein Zimmer, in das wir nur im Rahmen unseres Rundgangs einen kurzen Blick erhaschen konnten, war das Erich-Kästner-Zimmer.

Ein kleines feines Zimmer mit einigen persönlichen Möbelstücken und ca. 500 Büchern aus Kästners Privatbesitz. Aufgrund der engen Freundschaft zwischen Jela Lepman und Erich Kästner kann die Internationale Jugendbibliothek nun persönliches Mobiliar von Kästner verzeichnen, u.a. seinen Original Schreibtisch und einen runden Massivholztisch mitsamt dazugehöriger Sessel, denen noch der schwere Geruch von Zigaretten anhaftet, denen sich Kästner mit Vorliebe hingab. Durch das Porträt Erich Kästners an der Wand könnte man meinen, er wäre noch immer im Raum anwesend.

In den gegenüberliegenden Vitrinen kann man nicht nur einige Erstausgaben von Kästners Werken und seine ganz persönlichen Lektüren, sondern auch die Bücherliste bestaunen, die 1933 im Rahmen der Bücherverbrennung bzw. „Säuberung öffentlicher Volksbüchereien“ Bibliothekaren und Kommissaren, die mit der Säuberung beauftragt waren, an die Hand gegeben wurde.

Auch Kästners Werke sollten in diesem Zuge verbrannt werden. Die einzige Ausnahme war wohl sein Werk Emil und die Detektive.

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Die Kinderbibliothek

Als Kind war die Stadtbücherei quasi mein zweites Zuhause. In den Ferien bin ich fast wöchentlich mit dem Fahrrad in die Bücherei gefahren um stundenlang zwischen den Regalreihen zu verschwinden um nachmittags mit einem Rucksack voller geliehener Bücher im Gepäck den Nachhauseweg anzutreten. An den internationalen Bestand der Kinderbibliothek kam die beheimatete Stadtbücherei aber nicht im Mindesten heran. Allein die Auswahl der englischen Literatur war damals sehr begrenzt. Wäre ich als Kind jemals im Schloss Blutenburg gelandet, hätte sich sicher ein Bücherhimmel für mich aufgetan. Die begeisterten Gesichter der kleinen internationalen Bibliotheksbesucher, die während unseres Rundgangs anwesend waren, sprachen Bände.

Was nicht groß verwunderlich ist, wenn man den frei zugänglichen Regalreihen mit einem beachtlichen Bestand von 30.000 Büchern in 28 Sprachen ins Auge blickt. Hier finden sich die Kinder- und Jugendbücher der jeweiligen Sprache mithilfe eines Flaggensystems ganz schnell und einfach. Neben den zahlreichen internationalen Bücherschätzen, die sich hier tummeln, entdeckt man überall viele liebevolle Arrangements und Sitzecken. Zwischen den Regalreihen sitzt ein liebevoll gefalteter Blätterigel, der Weltatlas nimmt den Ehrenplatz auf einer auf einer Staffelei ein und Lena Andersons Romanheldin Linnea wartet höchstpersönlich auf schmökernde Gesellschaft im kuscheligen Bilderbucheckzimmer.

Selbst wenn die in Obermenzing gelegene Kinderbibliothek für uns nicht wirklich um die Ecke liegt, werde ich mit meiner deutsch-belgischen Räubertochter zukünftig regelmäßige Besuche einplanen. Denn die Liebe zum Buch, die den Räumlichkeiten innewohnt und die Auswahl an niederländischen Kinderbüchern hat mich schwer begeistert.

Mein Fazit zur Internationalen Jugendbibliothek

Unser Rundgang war viel zu schnell vorbei. Doch was ich gesehen habe, hat mich schwer beeindruckt und die Lust entfacht, bald wiederzukommen. Sowohl das Michael-Ende-Museum als auch der James-Krüss-Turm wollen noch entdeckt werden. Außerdem bin ich neugierig, was nach der Ausstellung Migrations in der Wehrgang-Galerie folgt.

Ich weiß, dass meine Räubertochter mindestens genauso begeistert wie ich von der Apparatur im Binette-Schroeder-Kabinett sein wird und ich in der Kinderbibliothek mit ihr ein paar deutsche und niederländische Bücherschätze auftun werde, die wir für 4 Wochen zu uns einziehen lassen können. Selbst für Buchliebhaber wie uns, die im Münchner Vorort angesiedelt sind, ist das bibliophile Schloss ein sehr reizvolles Unterfangen, was sich hervorragend am Wochenende besuchen lässt.

Dieses Schloss lässt die Herzen von Buchliebhaber*innen höher schlagen!

Kinderfreuden #51: Wenn ein Sommer wie Limonade sprudelt

„Ein Sommer, wie sprudelnde Limonade“ – Kristina Kreuzer

Woow Books, erschienen am 23. April 2021, Preis 14,00 € [D], Hardcover, ab 9 Jahren, 176 Seiten, ISBN: 978-3-96177-026-7, hier geht’s zum Buch

Blickwinkel aus großen Augen

„Wann wirds mal wieder richtig Sommer? Ein Sommer, wie er früher einmal war? Ja, mit Sonnenschein von Juni bis September. Und nicht so nass und sibirisch, wie in diesem Jahr…“

Die Sommerferien sind vorbei und mit ihnen wahrscheinlich auch der viel zu kurze Sommer. Für viele Kinder begann gestern (wieder) die Schule. Auch für Protagonistin Luzy beginnt nach den Ferien ein neuer Lebensabschnitt. Denn sie will nicht nur die Grundschulzeit hinter sich lassen, sondern auch ihr altes Ich. Die stille Luzy soll Geschichte sein. Sie will allen zeigen, was in ihr steckt. Als sie am ersten Ferientag dem jungen Griechen Jannis und seinem Esel Tzatziki über den Weg läuft, ahnt sie noch nicht, welches Abenteuer ihr bevorsteht. Denn es wartet ein Sommer auf sie, der daherkommt wie prickelnde Limonade…

Luzys Stimme ist leiser als die der anderen. Sie hasst es, wenn ihre Mitschüler sich deshalb über sie lustig machen. Es ihr nicht gelingt, so humorvoll, schlagfertig oder einfallsreich zu sein, wie sie es gerne wäre. Und so beschließt sie, die bevorstehenden Sommerferien dafür zu nutzen, um mutiger zu werden. Jannis und seine Brüder kommen ihr daher gerade recht. Denn während ihre Eltern in den Ferien arbeiten und ihre Geschwister ihre Zeit in Camps verbringen, steht für Luzy Urlaub in Opahausen an. Ein eher ruhiger Sommer also. Denn Opa wohnt seit dem Tod von Oma alleine in seinem großen Haus mit Garten. Hier passiert in der Regel nicht viel mehr als mit Opa Kuchen unter dem großen Apfelbaum zu essen und die Seele baumeln zu lassen. Wie soll man da schon über sich selbst hinauswachsen?

Doch Luzy hat nicht mit der Aufgabe gerechnet, die ihr der sanftmütige Esel beschert. Denn Jannis sucht ganz dringend nach einer Unterkunft für Tzatziki. In der Wohnung seines Onkels kann er nicht bleiben und auch die fünf Hühner nicht, die Jannis mit seinen zwei großen Brüdern Nikos und Adonis aus Griechenland mitgebracht hat. Luzy findet den jungen Griechen auf Anhieb sympathisch. Ihr fällt auf, dass er genauso leise spricht wie sie. Und das gefällt ihr. Sie würde ihm gerne helfen, und ehe sie sich versieht, steckt sie bereits mittendrin, in der Suche nach einer geeigneten Unterkunft für die Tiere. Plötzlich zeigt sie so viel Eigeninitiative, Mut und Stärke, wie sie es selbst gar nicht von sich kennt. 

Ich habe keine Ahnung, warum ich mich bei Jannis so zu Hause fühle, dabei kenne ich ihn doch eigentlich kaum.

Zitat, Seite 64

In das wundervolle Wohlfühlbuch von Kristina Kreuzer ist mein Patenkind Lena eingetaucht. Sie hat es sich zur Aufgabe gemacht, das Buch bis zum Ende der Sommerferien zu lesen. Und das ist ihr auch gelungen. Die 176 Seiten, die mit einer recht kleinen Schrift daherkommen, haben ihr aber einiges abverlangt. Dass hier kaum mehr Bilder zwischen den Zeilen zu finden sind, ist neu für sie. Hier bringen lediglich die Kapitelüberschriften kleine Schwarz-Weiß-Illustrationen von Friederike Ablang mit sich. Was bleibt, sind die Bilder im Kopf, die Kreuzers lebendige Zeilen in den jungen Leser*innen hervorrufen. Und so verleihen die imaginären Bilder von Tzatziki, von Opahausen, vom Laden von Jannis‘ Onkel oder von der Wohnung der griechischen Familie, dem Roman Farbe. Jungen Leser*innen, die der Altersempfehlung entsprechen, sich mit der Anzahl der Seiten oder der Schriftgröße aber noch etwas schwer tun, empfehle ich an dieser Stelle eine erwachsene Lesebegleitung. So ist der Einstieg auch schon früher denkbar. 

Mit der Geschichte von Luzy können sich junge Leser*innen gut identifizieren. Denn selbst wenn das sommerliche Abenteuer der 10-Jährigen sicherlich kein Alltägliches ist, sind viele Parallelen aus dem wahren Leben darin zu finden. Mit Luzy hat die Autorin eine sympathische, wenn auch zurückhaltende Protagonistin geschaffen, die sich aus eigenem Antrieb vom schüchternen zum selbstbewussten Mädchen mausert und damit einen entscheidenden Entwicklungsprozess durchläuft. Sie wächst zu ihrem eigenen Erstaunen über sich hinaus. Lernt, mutiger zu werden und auch vor ihren Eltern Stellung zu beziehen. So kann sie all jenen Leser*innen, die sich schwer damit tun aus sich herauszugehen, ein wunderbares Vorbild sein und sie in ihrem Tun ermutigen. Lena fällt auf Anhieb eine Mitschülerin ein, die leise spricht. Auch Mitschüler*innen aus anderen Ländern sind Teil ihrer Klasse, weshalb es für sie nicht ungewöhnlich war, dass Luzy eines Tages auf Jannis und seine Brüder trifft, wohl aber, dass sie ihnen so offen und selbstbewusst entgegentritt. Dass Luzy sich so schnell mit den griechischen Jungs anfreundet, hat sie beeindruckt. Und so wird Luzy für Lena zum heimlichen Star.

Auch die tierischen Figuren schließt man schnell ins Herz. Sowohl der sanftmüdige Esel Tzatziki als auch die gackernden Hühner haben in ihr schnell eine Freundin gefunden. Denn mein Patenkind hat ein Herz für Tiere und dementsprechend gelitten, als Luzy und Jannis auf dem nahe gelegenen Gnadenhof nicht den erhofften Wohlfühlort für die Tiere finden, sondern vielmehr an einen Mann geraten, dem das Wohl der Tiere gar nicht am Herzen liegt. Und so bleibt ihnen nichts anderes übrig, als ihre Tiere in einer Nacht- & Nebelaktion zu retten und sich eine Alternative auszudenken. Dass der große Garten von Luzys Opa für Tzatziki und die Hühner prädestiniert ist, erkennt Lena schon zu Beginn der Geschichte. Wie blöd, dass der Vermieter von Luzys Opa keine Haustiere duldet. Ob sie es dennoch schaffen, die Tiere und Luzys Opa zusammenzubringen?

Das sommerliche Gute-Laune-Cover von Friederike Ablang lädt nicht nur junge Leser*innen dazu ein, in die Zeilen der Geschichte einzutauchen, es trägt auch unglaublich viele Glücksgefühle in sich. Es steht im perfekten Einklang zur Geschichte, die tatsächlich ein bisschen wie sprudelnde Limonade daherkommt und sich wie ein perfekt ausgeklügeltes Uhrwerk präsentiert, bei dem sich die Handlungsstränge wie einzelne Zahnräder auf sehr präzise und harmonische Weise miteinander verknüpfen. 

Auf dass „Ein Sommer wie sprudelnde Limonade“ noch zahlreiche junge Leser*innen für sich gewinnt und der Sommer uns damit noch ein kleines bisschen länger erhalten bleibt.

Blickwinkel aus kleinen Augen

Lenas Urteil:

 

Liebe Lena, hast du die Geschichte unter dem Apfelbaum in eurem Garten gelesen?

Nein. Aber ich fand, dass der Platz sich gut für ein Foto angeboten hat. Schließlich machen es sich Luzy und ihr Opa auch immer unter dem Apfelbaum bequem.

Hast du das Buch ganz alleine gelesen? 

Nicht ganz. Ich habe mich mit meiner Mama abgewechselt. Eine Seite sie, eine Seite ich. Ich mag es, wenn mir jemand vorliest.

 

 

Hast du eine Lieblingsfigur im Buch?

Mir hat Luzy am Besten gefallen. Denn sie ist abenteuerlustig, mutig und offen gegenüber Jungs, obwohl sie Jannis und seine Brüder am Anfang ja gar nicht kennt!

Wusstest du schon am Anfang, wie die Geschichte ausgeht?

Ich hatte eine Vermutung. Ob ich recht hatte, verrate ich aber nicht.

 

 

Dir liegen Tiere sehr am Herzen. Hast du ein Lieblingstier?

Ich mag Hunde und Katzen sehr gerne. Wir haben einen Königspudel und drei Katzen zuhause (die alle gleich aussehen). 

Wird zur:

Abenteuerin

[Werbung: Dieses Buch wurde mir freundlicherweise von Woow Books als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt]

Fragen an die Autorin

Liebe Kristina,

dein Buch trägt einen ganz ausgefallenen Titel? Wie kam es zum „Sommer wie sprudelnde Limonade“? War der Titel dein Einfall oder hat der Verlag ihn dir vorgeschlagen?

Tatsächlich ist dieser wunderbare Titel meiner Lektorin Neele Bösche eingefallen. Mir wollte einfach nichts Passendes einfallen, von „Hier kommt Superluzy“ wie „Sommer mit rotem Tretboot“ war alles dabei, dann kam Neele …

Trinkst du selbst gern Limonade? Hast du welche beim Schreiben getrunken? 

Beim Schreiben trinke ich immer nur Wasser und zwischendurch zur Belohnung einen leckeren Kaffee. Im Sommer, wenn es heiß ist, liebe ich selbstgemachte Limonade!

Wie kamst du auf die Geschichte? Sind Szenen aus dem realen Leben darin zu finden oder ist die Geschichte komplett ausgedacht?  

Die Geschichte ist komplett ausgedacht. Mir kam auf einmal die Idee, über ein schüchternes /stilles Mädchen zu schreiben. Kurz darauf kam Tzatziki dazu und der Rest entwickelte sich von selbst. Aber ich glaube, in jedem guten Buch steckt auch etwas von sich selbst und dem eigenen Leben drin.

In deiner Geschichte suchen Jannis und Luzy nach einem Zuhause für den Esel und die Hühner von Jannis‘ Familie und geraten dabei an einen Menschen, dem das Wohl von Tieren gar nicht wirklich am Herzen liegt. Bist du auch schon mal an einen solchen Menschen geraten?  

Nein, zum Glück nicht, aber man liest oder hört ja immer wieder so gemeine Geschichten.

Ist dir Tierschutz wichtig?  

Auf jeden Fall. Tiere sind in unserer Zivilisation so harmlos, liebenswerte Wesen, die von sich aus selten den Menschen etwas tun (Ich rede hier von Haustieren und nicht von bissigen Kampfhunden oder Raubkatzen oder so, daher „selten“), deshalb sollten wir sie auch in Frieden lassen, und wenn wir sie halten, dann artgerecht. Wir sind gerade dabei, uns einen artgerechten (und damit ziemlich großen :-) Hasenstall zimmern zu lassen.

Hast du ein Lieblingstier? Ist es womöglich der Esel oder das Huhn?  

Als ich klein war, war mein absolutes Lieblingstier ein Elefant, mein ganzes Kinderzimmer war voll mit Elefanten in jeder Form. Ich mag sie immer noch sehr gerne, aber von der Mentalität finde ich einen Esel einfach genial: Sympathisch, geradlinig, entspannt und immer mit dem Ziel vor Augen.

Ich finde den Namen des Esels ziemlich witzig. Wie kamst du darauf, ihn wie die griechische Vorspeise zu nennen? Fühlst du dich Griechenland verbunden?  

Ich mag Griechenland sehr, als Kind war ich oft dort und auch jetzt mit meiner eigenen Familie. Aber warum Tzatziki? Ich glaube, die Idee ist mir einfach in den Kopf gehüpft. Mir persönlich ist meistens zu viel Knoblauch im Tzatziki-Quark! :-)

Gibt es eine Botschaft, die du deinen Leser*innen mit deinem Buch mit auf den Weg geben möchtest?  

„Lass dich niemals unterbuttern“, wie Opa Peter sagt. Sei Du selbst und lass Dir nicht einreden, dass Du anders sein musst.

Vielen Dank, dass du dir Zeit für meine Fragen genommen hast.

Mehr Information zu Kristina Kreuzer findet ihr auf https://www.kristinakreuzer.de.

Kinderfreuden #50: Ein Sommer, wie er im Buche steht

„Sommer“ – Jihyun Kim

„Manchmal sind wir so beschäftigt, dass kostbare Momente unbemerkt an uns vorbeiziehen. Wir sollten wieder lernen, die Bedeutung scheinbar alltäglicher Momente zu schätzen.“

Jihyun Kim 

Es ist die Sommerreise eines Jungen, die scheinbar alltäglich daherkommt und doch so viele kleine Wunder in sich trägt. Es ist der Zauber der Natur, der sich in diesem Sommer auf den Jungen legt: die besänftigende Ruhe des Waldes, ein Steg im See, der schon beim Blick durchs Dickicht frohlockt, der Sprung ins kühle Nass, das lustige Spiel mit wuselnden Fischen unter Wasser, die funkelnde Sommersonne, die den Körper des Jungen wohlig umhüllt, die Dämmerung, die sich über das Land legt und dunkle Schatten auf den Boden zaubert und ein beeindruckender Abendhimmel voller leuchtender Sterne.

Mit ihren atmosphärischen Bilder ohne Text vermag Jihyan Kim uns das zu schenken, wonach wir uns alle sehnen: einen Sommer voller Unbeschwertheit.

ECKDATEN

 

Gebunden, ab 5 Jahren

56 Seiten

ISBN: 978-3-8251-5275-8

Illustration: Jihyun Kim

Verlag Urachhaus

16,00 € [D]

Sicher dir hier dein persönliches Exemplar…

 SOMMER

In einem kleinen Ort an einem See

verbrachte ich mehrere Tage. 

Ich erinnere mich 

an einen dichten Wald,

an das warme Sonnenlicht

und die streichelnde Brise,

die mich sanft berührte.

An die Wellen des Sees

und an die unzähligen Sterne

am dunklen Nachthimmel.

Diese Momente der Natur kommen leise …

Sie riefen ein lebendiges Gefühl in mir hervor,

ein Bewusstsein für das Leben.

Mit dem Wunsch, dieses noch immer

in mir lebendige Gefühl zu teilen,

entstand dieses Bilderbuch.

Jihyun Kim

Blickwinkel aus großen Augen

Ihr kennt sicher das Sprichwort: „Manchmal sagen Bilder mehr als tausend Worte.“ Nun, dieses poetische Silent Buch ist der lebendige Beweis dafür. Denn was Jihyun Kims stimmungsvolle Bilder im Betrachter auslösen, ist wirklich erstaunlich.

Während Bilderbücher mit Text in den meisten Fällen eine vordefinierte Geschichte erzählen, erzählen Bilderbücher ohne Worte ganz viele. Es sind Geschichten, die beim Betrachten von Bildern in den Köpfen der Kinder wachsen, nie gleich ausfallen, bei jeder Lektüre ihr Gewand wechseln. Während es Erwachsenen erfahrungsgemäß etwas schwerer fällt, sich ihrer Fantasie hinzugeben, gelingt es Kindern ganz spielerisch. Sie gehen unbefangen an die Dinge heran. Ihre Fantasie verleiht ihnen Flügel, lässt sie gedanklich abdriften und die Welt auf ihre ganz eigene Weise erfassen. Und so fiel auch die Sommerreise des Jungen im vorliegenden Buch bei meiner Räubertochter ganz anders aus als bei mir. Nicht grundlegend, aber doch unterschied sie sich um ganz feine Nuancen.

Ich nahm es hin, dass der Junge im Buch keinen Namen zu haben scheint, Emma nicht. Schon auf der ersten Seite gab sie dem Jungen den Namen „Benny“. Jeder Mensch müsste schließlich einen Namen haben. Wie sonst sollte der Junge wissen, dass es um ihn geht!? Der Blick in sein Kinderzimmer verriet uns auf Anhieb eine seiner größten Leidenschaften: Autos. Kein Text war hierfür von Nöten. Der aufmerksame Betrachter erkennt es beim Blick auf die Szenerie. Denn überall sind sie zugegen: das Bett, umsäumt von Postern verschiedenster Gefährte, am Schreibtisch eine Bilderwand persönlicher Gemälde, auf dem Boden, dem Fenstersims und dem Bücherregal: überall Autos. Man kann sich also gut vorstellen, welcher Reiz der anschließenden Autofahrt in den Sommerurlaub für den Jungen innewohnt. Ein Hauch von Abenteuer ergreift sein Haar, als er sich bei der Fahrt aus dem Fenster lehnt, um die vorbeiziehende Landschaft besser erblicken zu können.

Auf dem Land angekommen, betrachtet der Junge die Bildergalerie im Wohnzimmer seiner Großeltern. In den gerahmten Momentaufnahmen entdeckt er nicht nur sich selbst, sondern auch seine Eltern und Großeltern. Hier wohnen Geschichten inne. Geschichten, die ganz spielerisch freigesetzt werden. Geschichten, an denen Kinder uns beim Betrachten teilhaben lassen. Sie tun es unaufgefordert. Die Bilder scheinen zu ihnen zu sprechen. Wenig später lockt die Natur den Jungen ins Freie. Das Abenteuer ruft, knisternde Spannung liegt in der Luft. Erst Recht, als der Junge im Dickicht des Waldes verschwindet und bald vom Geäst verschiedenster Bäume umgeben ist.

Wild wuchernder Farn lässt den Jungen und seinen Hund fast in der Landschaft verschwinden. Der überraschte Ausdruck auf ihren Gesichtern spricht Bände. Sie haben sich im wilden Gestrüpp des Waldes verloren. Doch beim Blick durchs Geäst erspähen wir in der Ferne einen Steg, der zu einem erfrischenden Bad im See einlädt. Doch ehe sich der Junge dem kühlen Nass hingibt, lässt er die Ruhe der Natur für einen Moment auf sich wirken, fast andächtig überblickt er die Weite des Sees. Keine Menschenseele weit und breit.

Platsch! Plötzlich sind wir unter Wasser, erkunden die faszinierende Unterwasserwelt und erblicken überall um uns herum Fische. Die Backen des Jungen sind dick aufgeblasen – wie lange er wohl die Luft anhalten kann? Beim Auftauchen umspielen Blubberblasen seine Füße. Klitschnass legt er sich auf den Steg, lässt seinen triefnassen Körper von der warmen Sommersonne trocknen und seine Nase von den glitzernden Sonnenstrahlen kitzeln. Doch alsbald legt sich die Dämmerung über das Land, wirft dunkle Schatten auf den Boden und läutet den Abend ein. Und ehe der Junge sich versieht, ist der Himmel mit glitzernden Sternen bedeckt. Ob er mit seinem Hund eine Sternschnuppe erspähen kann?

Das Ungewöhnliche an Jihyun Kims Bildern ist sicherlich, dass sie in einem reduzierten Farbschema daherkommen. Die Illustratorin verwendet überwiegend die Farben grau, schwarz und weiß, lässt ihre Illustrationen auf wenigen Seiten von einem zarten Grün und Blau umspielen. Ihr Blick ist aufs Wesentliche gerichtet: auf die Schönheit der Natur, auf die Schönheit des Augenblicks und auf die kleinen Wunder, die wir oft im Alltag des Lebens übersehen. Und deshalb passiert in diesem Bilderbuch so viel und doch so wenig.

Es kann zu einem unglaublichen Kleinod werden. Einem Buch, das mit zahlreichen Gefühlen und einem wunderbar befreiten Lebensgefühl einhergeht, die sich besänftigend auf unsere Seele legen. Auf ganz ruhige und unaufdringliche Weise hat sich Jihyun Kim in mein Herz gezeichnet und lässt mich von einem Sommer träumen, wie er im Buche steht…

Blickwinkel aus kleinen Augen

Emmas Urteil:

Welches Seite hat dir am Besten gefallen, Emma? 

Der glitzernde Sternenhimmel ganz am Ende. So einen möchte ich auch mal sehen! Ich zeig dir mal meinen Lieblingsstern…

Möchtest du auch so einen Sommer wie der Junge erleben?

Oh ja. Am liebsten möchte ich auch ins Wasser springen. „Platsch!“ macht das dann. Und dann spritz es und ich bin ganz nass. Dann kann mich auch die Sonne trocknen.

Hast du auf einem Bild etwas erkannt, das du auch schon mal gemacht hast?

Ja. Benny war nämlich im Wald. Genau wie ich. Da kann man voll gut räubern.

Was gefällt dir am Buch am besten?

Dass ich dir die Geschichte erzählen darf.

 

Wird zur:

Sommerliebhaberin

[Werbung: Dieses Buch wurde mir freundlicherweise vom Verlag Urachhaus als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt]

Wenn Bilderbücher zu Wellenreitern werden

Die Münchner Eisbachwelle ist Geschichte. Denn das Team der GlockenbachWelle surft im Juni lieber auf einer Welle, die an Lebendigkeit und Sogkraft nicht zu überbieten ist:

der BilderbuchWelle

Für die dritte Folge des neuen Podcast-Formats #GlockenbachWelle haben wir, das sind Arndt von der kleinen literarischen Sternwarte AstroLibrium, das Team der Glockenbachbuchhandlung und meine Wenigkeit, uns nämlich was ganz besonderes überlegt und uns dafür den Münchner Mixtvision Verlag mit ins Boot geholt.

Denn wir wollen uns im Rahmen der GlockenbachWelle erstmals ins Bilderbuchmeer stürzen und wer wäre als begleitender Wellenreiter für dieses Vorhaben besser geeignet, als ein Verlag, der nicht nur Experte in Sachen Bilderbücher ist, sondern auch ein ganz besonderes Bilderbuchprogramm mit sich bringt!?

Und so haben wir im Vorfeld an die Aufnahme des Podcasts drei ganz persönliche Herzensbücher aus dem Verlagsprogramm gefischt, die als Bilderbuch-Wellenreiter prädestiniert sind.

Die drei Wellenreiter aus dem Hause Mixtvision

„Die große Wörterfabrik“ von Agnès de Lestrade und Valeria Docampo

Hier geht’s zu meiner Besprechung

Hier geht’s zu Arndts Besprechung

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„Als die Schweine ins Weltall flogen“ von Sabine Straßer

Hier geht’s zu meiner Besprechung

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„Seesucht“ von Marlies van der Wel

Hier geht’s zu meiner Besprechung

Hier geht’s zu Arndts Besprechung

Hier geht’s zur Verlagsseite

Sabine Ginster von Mixtvision

Auf die dritte Folge der GlockenbachWelle dürft ihr also gespannt sein. Denn gemeinsam mit Sabine Ginster, Social Media Leiterin und Lektorin des Mixtvision Verlags, nehmen wir nicht nur diese drei Bilderbücher etwas näher in Augenschein, wir werden auch über die Bedeutung von Bilderbüchern im Leben von Kindern sprechen, wie sie zu wertvollen Lesens- und Lebensbegleitern heranwachsen können und wie man mit Altersempfehlungen umzugehen hat. Und natürlich plaudert Sabine auch aus dem Lektoratsnähkästchen.

Doch wie macht man im Radio eigentlich Bücher greifbar, die in erster Linie von ihren ausdrucksstarken Bildern leben? Nun ja, wir haben uns erlaubt, ein wenig vorzubauen. Sowohl auf Arndts Blog AstroLibrium als auch hier bei Nur Lesen ist schöner sind Besprechungen zu den drei auserkorenen Wellenreitern zu finden. Mit Klick auf den jeweiligen Link unter dem Titel kommt ihr direkt zu unseren ganz persönlichen Eindrücken zum Buch. Hier nehmen die kurzen Vorstellungen im Podcast Gestalt an, gewähren euch einen kleinen Einblick ins Buch und zeigen euch die Blickwinkel, die aus großen und kleinen Augen ganz unterschiedlich ausfallen können.

Wenn ein Titel für die Liebe zum Meer und zum Buch gleichermaßen steht

Darüber hinaus war es uns ein Anliegen, die Bilderbücher, denen wir bereits auf unseren Blogs, unseren Social Media Kanälen und im Radio Aufmerksamkeit schenken, auch für die Kunden der Glockenbachbuchhandlung greifbar zu machen. Ich genoss daher das Privileg im Zeichen dieser ganz besonderen Welle das Schaufenster der Glockenbachbuchhandlung gestalten zu dürfen. Deshalb schwappt da auch seit gut zwei Wochen eine kleine BilderbuchWelle durchs Schaufenster.

Neben den drei Herzensbüchern von Mixtvision habe ich nicht nur ein kunterbuntes Treibgut an außergewöhnlichen Bilderbüchern für das Schaufenster zusammengetragen, sondern mich auch von den Menschen unterstützen lassen, die sich mit diesen Büchern besonders gut auskennen: den vielen kleinen Bilderbuchleser:innen da draußen.

Die BilderbuchWelle im Glockenbachviertel

Deshalb haben wir im Mai einen Malwettbewerb ausgerufen und kleine Leser:innen dazu animiert, uns ihr schönstes Bild zu malen. Entstanden sind kleine Meisterwerke, die das Schaufenster der Glockenbachbuchhandlung zu einer wahren Augenweide machen. So konnte die kleine Leserschaft aktiv am Schaufenster mitwirken, es um ihren Blick auf die Welt und ihre liebsten Bilderbuchheld:innen bereichern.

Alle eingegangenen Kunstwerke haben einen Platz im Schaufenster gefunden und können dort von Passanten und Kunden bestaunt werden. Zum Dank wartet auf jede/n Künstler:in eine kleine Überraschung und der/die Sieger:in darf sich sogar über ein kleines Buchpaket aus dem Hause Mixtvision freuen.

Welche/r Künstler:in gewonnen hat, verrät Sabine übrigens im Podcast.

Hier kommst du direkt zur BilderbuchWelle mit Mixtvision bei Literatur Radio Hörbahn.

Das Bilderbuch-Treibgut des Schaufensters (in wechselnder Besetzung):

„Sommer“ von Jihyan Kim – Verlag Urachhaus

„Alle Farben des Lebens“ von Lisa Asaito – woow books

„Kalle und Elsa“ bzw. „Kalle und Elsa: Ein Sommerabenteuer“ von Jenny Westin Verona & Jesús Verona – Bohem Press

„Vielleicht“ von Kobi Yamada & Gabriella Barouch – Adrian Verlag

„Sulwe“ von Lupita Nyong – Mentor Verlag

„Seifenblase, flieg!“ von Josef Guggenmos & Heike Herold – Beltz Verlag

„Gigaguhl und das Riesen-Glück“ von Alex Rühle & Barbara Yelin – dtv Junior

„Bitte anstellen“ von Tomoko Ohmura – Moritz Verlag

„Der kleine Bär und das Meer“ von Tom Percival – Loewe Verlag

„Post für dich“ von Sophie Schoenwald & Anita Schmidt- Baumhaus Verlag

„Julian ist eine Meerjungfrau“ von Jessica Love – Knesebeck Verlag

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Was euch in der dritten Folge der GlockenbachWelle noch so alles erwartet, könnt ihr übrigens bei Arndt nochmal genauer nachlesen. Hier geht’s rüber zu AstroLibrium.

Ich wünsch euch einen feuchtfröhlichen Ritt auf unserer ersten BilderbuchWelle und hoffe, dass unsere Begeisterung für Bilderbücher zu euch herüberschwappt!

Eure Steffi