Kinderfreuden #22: Eiszeitriesen

„Wondu und die Eiszeitriesen“ von Joe Lillington

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Vor rund 20 000 Jahren beherrschte die Eiszeit unsere Erde. Riesige Tiere zogen übers Land: Eiszeitriesen von beeindruckender Größe und Resistenz gegen die Kälte. Auch Wondu, ein junger Steppenbison, war darunter. Er lebte in der Tundra, einer weiten und kalten Grasebene.

Doch Wondu langweilt sich in seiner Herde. Er lechzt nach Abenteuer und will die Welt außerhalb der Tundra erkunden. Wagemutig stürzt er sich ins Unterholz und entdeckt dabei eine Reihe beeindruckender Urzeitbewohner: wollige Nashörner, riesige Faultiere und furchterregende Säbelzahntiger.

Voller Eindrücke kehrt er zu seiner Familie zurück und ist dabei neugieriger denn je, was die Welt außerhalb seiner Steppe alles zu bieten hat.

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Eckdaten

Hardcover, ab 4 Jahren

32 Seiten
270mm x 235mm
ISBN: 978-3-7152-0698-1
Übersetzt von Caesar Claude

Atlantis-thema-Buch
14,95 €

Sicher dir hier dein persönliches Exemplar…

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Blickwinkel aus großen Augen

Joe Lillingtons erstes Bilderbuch „Wondu und die Eiszeitriesen“ gehört zu den Themenbüchern aus dem Hause Atlantis. Es ist eine Mischung aus Abenteuergeschichte und kindgerechtem Sachbuch, weshalb es nicht nur eine Geschichte erzählt, sondern die Kleinen auch mit Wissen zu einem gewissen Sachgebiet versorgt.

So richtet Lillington seinen Fokus auf die Urzeitbewohner und reist mit den Kleinen rund 20 000 Jahre in die Eiszeit zurück. Er gibt uns Wondu, einen kleinen Steppenbison, an die Hand, an dessen Seite wir die weite und kalte Grasebene der Tundra verlassen, um uns auf eine spannende Entdeckungsreise zu begeben.

Wondus Geschichte lebt dabei zum einen von den großflächigen Illustrationen Lillingtons, die mitunter an die ersten Höhlenmalereien unserer Urahnen erinnern, da sie sich mit leichten dynamischen Strichen und überwiegend in erdigen Brauntönen präsentieren. Zum anderen lebt sie von schlichten Sprechblasen, durch deren Inhalt man die scheinbaren Dialoge zwischen Wondu und den jeweiligen Eiszeitriesen entnehmen kann.

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Am äußeren Seitenrand einer jeden Doppelseite sind tabellarisch angeordnete Fakten zu finden, die kurz und prägnant Auskunft über die Größe, das Gewicht, die bevorzugte Nahrung, den Lebensraum und die Lebenszeit des jeweiligen Urzeitbewohners geben. Darunter stoßen wir auf interessante Fakten, die uns verraten, dass z.B. ein Säbelzahntiger sein Maul viel weiter öffnen konnte als ein Löwe oder die Flügelspannweite eines Riesenkondors unsagbare fünf Meter betrug.

Durch die teilweise zweiseitige Abbildung der Tiere, gelingt es Lillington seine riesigen Urzeitbewohner auf beeindruckende Weise zum Leben zu erwecken ohne die Kleinen zu beängstigen. Zur Veranschaulichung der Größenverhältnisse bettet er im hinteren Teil des Buches noch eine Größentabelle ein, die den Kleinen sehr gut verdeutlicht, in welcher Relation die jeweiligen Eiszeittiere zu ihnen stehen würden, weil er sie zwei kleinen Kindern gegenüberstellt. So wird einem schnell deutlich, dass selbst die Steppenbisons noch zu den Kleinsten unter den Eiszeittieren zählten.

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Aus: „Wondu und die Eiszeitriesen“ von Joe Lillington, © 2016 Atlantis Verlag

Tabelle_Wondu und die Eiszeitriesenimg_7994-01.jpegAuch die eizeitliche Weltkarte im vorderen Teil des Buches ist Lillington sehr gut gelungen. Dank ihr können die Kleinen nicht nur Wondus Entdeckungsreise ganz leicht nachverfolgen, sondern bekommen auch eine Vorstellung davon, wo das jeweilige Urzeittier gelebt hat.

„Wondu und die Eiszeitriesen“ ist ein gelungenes Bilderbuch für Groß und Klein, das sich dank seiner raffinierten Kombination aus erzählender Geschichte und Nachschlagewerk auch noch für Grundschulkinder sehr gut eignet. An Lillingtons natürlichen und überaus beeindruckenden Illustrationen kann man sich kaum sattsehen, sodass sein Bilderbuchschatz auch über längere Zeit nicht an Reiz verliert.

❤ ❤ ❤ ❤ ❤

Blickwinkel aus kleinen Augen

Joschuas Urteil:

Steckbrief Joschi Blog 2

Gefällt dir das Buch? Ja

Was hat dir besonders gefallen? Wondu, der kleine Steppenbison

Worum geht die Geschichte? um riesige Urzeitbewohner

Wo steht das Buch im Regal? neben meinem Kinderlexikon

Lesezeit: vor dem Zubettgehen

Bester Leseplatz: im kuscheligen Bett

Schlüpft in die Rolle von: einem Entdecker

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Kinderfreuden #21: Drachenstark

„Ritter und Drachen haben gut lachen“ – Benji Davies & Elli Woollard

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Für die Drachen vom Teufelsberg scheint eines ganz klar: Ritter gehören auf die Speisekarte. Was sonst soll man mit diesen lächerlichen Zweibeinern anstellen, die mit ihren blechernen Rüstungen über das Land stapfen? Es gilt ihnen das Fürchten lehren und sie anschließend zu verspeisen. Auch für den jungen Drachen Theo ist es nun an der Zeit, das zu begreifen und sich eine erste Mahlzeit selbst zu organisieren.

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Doch als sich Theo widerwillig aus der Drachenhöhle raus ins Gewitter stürzt, spielt ihm die Natur einen Streich und sorgt für eine heftige Bruchlandung. Wie gut, dass der kleine Ritter Konrad zur Stelle ist und ihm aus dem Schlamassel hilft! Er ist es, der Theos Arm schient, ihn aufpäppelt und abends ins Bett bringt.

Wer kann schon ahnen, dass die Freundschaft, die sich zwischen den beiden Sprösslingen entwickelt, eine Freundschaft zwischen Erzrivalen ist!? Schließlich schaut weder die merkwürdige Ente wie ein Drache noch der normal gekleidete Junge wie ein Ritter aus. Doch als sich die beiden wenig später bei einem Turnier als Rivalen gegenüberstehen, liegt es an ihnen, mit alten Traditionen zu brechen…

Eckdaten

Hardcover, ab 4 Jahren

32 Seiten
286mm x 230mm
ISBN: 978-3-8458-1799-6
Übersetzt von Maria Höck

Verlag ArsEdition
12,99 €

Sicher dir hier dein persönliches Exemplar…

Blickwinkel aus großen Augen

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Seit jeher sorgen Geschichten über Ritter und Drachen bei Jungs für Faszination. Der stetige Kampf zwischen den beiden Konkurrenten übt einen gewissen Reiz auf sie aus, lässt sie Kampfszenarien nachahmen und zu mutigen Rittern im Kampf mit gefährlichen Drachen werden. Auch Joschua schläft jede Nacht in einem Ritterburg – Stockbett. Er brannte darauf, in seiner imaginären Ritterüstung in die Geschichte zu schlüpfen und sich den gefährlichen Drachen des Teufelbergs zu stellen.

Dass es sich beim neuesten Werk von Benji Davies und Elli Woollard aber um eine ganz andere Geschichte handelt, als erwartet, musste auch Joschua erstmal schlucken. Denn anstatt sich der allseits bekannten Rivalität zu bedienen, drehen Davies und Woollard den Spieß einfach rum und erschaffen in harmonischem Einklang eine Geschichte der ganz besonderen Art. Eine, die zeigt, dass Freundschaft nicht nur Berge versetzen, sondern auch Vorurteile überwinden kann.

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In diesem überaus reizenden Kinderbuch steckt nicht nur eine gelungene Botschaft, sondern auch eine geballte Ladung an kunterbunten und großflächigen Illustrationen Davies‘, der sich bereits mit seinen Geschichten um „Nick und der Wal“, „Nick und das Meer“, „Beste Freunde“ und „Opas Insel“ (allesamt erschienen im Aladin Verlag) einen Namen gemacht hat. Seine prägnanten Pinselstriche und daraus entstandenen Kunstwerke werden dabei von humorvollen und eingängigen Zeilen Woollard’s in Reimform begleitet, die der Geschichte ein schelmisches Augenzwinkern anhaftet.

„Ritter und Drachen haben gut lachen“ ist ein rundum gelungenes Kinderbuch, das sich höchst fantasievoller und charmanter Natur präsentiert. Die liebevolle Aufmachung mitsamt fein ausgearbeiteter Schauplatzskizze in Form einer Karte des Königreichs auf der Innenseite des Buchdeckels versetzt kleine wie große Augen ins Staunen.

Blickwinkel aus kleinen Augen

Joschuas Urteil:

Steckbrief Joschi Blog 2

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Filippo, der Burgbettdrache (mehr dazu auf fausba.de)

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Gefällt dir das Buch? Ja

Was hat dir besonders gefallen? Ritter Konrad, Drache Theo

Worum geht die Geschichte? um Freundschaft

Wo steht das Buch im Regal? neben „Beste Freunde“

Lesezeit: jederzeit

Bester Leseplatz: auf der fränkischen Ritterburg

Schlüpft in die Rolle von: einem Freund

❤ ❤ ❤ ❤ ❤

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Kinderfreuden #20: Eine fliegende Maus

„Lindbergh – Torben Kuhlmann“

Die abenteuerliche Geschichte einer fliegenden Maus

Hamburg im Jahre 1912.

Hier lebt eine kleine neugierige Maus, die sich in die düsteren Bibliotheken der Menschen verkriecht, um deren Bücher zu lesen. Doch eines Tages stellt sie fest, dass es ganz still um sie herum geworden ist. Ihre Mäuse-Freunde scheinen verschwunden zu sein. Finstere Zeiten brechen an. Überall liegen umheimliche Apparaturen herum. Selbst im Hafen ist sie nicht mehr sicher. Denn an jeder Ecke lungern hungrige Katzen herum.

Doch wohin sind ihre Freunde geflüchtet? Haben sie es gar nach Amerika geschafft?

Auf der Flucht vor einer fauchenden Katze stößt sie in der Kanalisation auf einen Schwarm Fledermäuse, jenen flatterhaft geisterhaften Kreaturen der Nacht. Es sind ihre faszinierenden Flugkünste, die sie nicht nur vollends in ihren Bann ziehen, sondern auch einen tollkühnen Plan in ihrem Kopf formen: sie muss das Fliegen lernen!

Doch der Weg über den Atlantik ist lange. Wird es ihr gelingen, ein mäusetaugliches Fluggefährt zu entwickeln, das sie durch die Lüfte bis nach Amerika trägt?

Eckdaten

Hardcover, ab 5 Jahren

96 Seiten
221mm x 282mm
ISBN: 978-3-314-10210-3

Geschichte & Illustration: Torben Kuhlmann
Text in Zusammenarbeit mit Suzanne Levesque

NordSüd Verlag
18,00 €

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Blickwinkel aus großen Augen

Ja, ihr habt richtig gelesen. Es ist eine Maus, die über ihren kleinen Mäusetellerrand hinausblickt, um scheinbar Unmögliches zu schaffen. Die Fachbücher wälzt, den Plunder der Menschen sammelt und so lange tüftelt & werkelt, bis sie ihrem Traum vom Fliegen und ihren Mäuse-Freunden in den USA ein Stückchen näher kommt.

Torben Kuhlmann entscheidet sich in seinem Kinderbuch „Lindbergh“ für eine schlichte und nahezu unscheinbare Hauptfigur: eine Maus. Doch genau sie ist es, die für den großen Wow-Effekt dieser Geschichte sorgt. Denn manchmal sind es die Kleinsten, die die vermeintlich größten Abenteuer erleben. Und so gelingt es Kuhlmann mit seinem atemberaubenden Abenteuer nicht nur kleine, sondern auch große Leser ins Staunen zu versetzen. Er verbindet dabei das Genre Kinder- und Sachbuch auf kreativste Weise.

Was Kuhlmann mit wenigen Pinselstrichen aufs Papier zaubert, sind kleine Meisterwerke. Ob Bleistiftskizze oder großformatig bunte Illustration, jedes Bild ist ein Hingucker für sich. Und so führt er uns mithilfe seiner Illustrationen und begleitendem Text durch ein magische Entdeckungsreise rund um die Luftfahrt, die uns vom Boden hoch in die Lüfte schickt und uns den Himmel erobern lässt.

Auch der Schauplatz der Geschichte hat Kuhlmann perfekt gewählt. Denn Hamburg ist prädestiniert für dieses Abenteuer. Jedes Detail scheint zu stimmen: die dampfenden Züge am Hauptbahnhof, der Kirchturm des Michels als Flugschanze, der schweifende Blick über die Landungsbrücken oder die entfernte Silhouette des Hamburger Hafens. Es wirkt fast so, als verhelfe die facettenreiche Szenerie der Weltstadt der Geschichte zu einer zusätzlichen Dimension. Die Maus ganz klein, die Stadt so groß.

Es ist kaum zu glauben, dass diese Geschichte Kuhlmanns Abschlussarbeit während seines Studiums zur Buchillustration war. Hier findet man auch die Parallele zwischen dem Schauplatz und des in Hamburg gelernten Illustrators. Ob er bei seinem Studium in Hamburg von der entzückenden Szenerie der Hansestadt inspiriert wurde?

Während meine Neffe und ich mit der zweiten Mäusegeschichte „Armstrong – Die abenteuerliche Reise einer Maus zum Mond“ gestartet und es bereits auf den Mond geschafft haben, schien es mir fast so, als hätten wir schon alles gesehen. Doch weitgefehlt! Es ist absolut verständlich, dass Kuhlmanns erstes Werk zu einem der schönsten deutschen Bücher des Jahres 2014 ausgezeichnet wurde und es zahlreiche anderen Preise eingeheimst hat.

Torben Kuhlmanns „Lindbergh“ ist ein wahres Kinderbuchjuwel, an dessen wunderschönen Bildern man sich niemals sattsieht. Es weckt gleichwohl den Pioniergeist in Kindern und Erwachsenen und zeigt, dass nichts unmöglich ist, wenn man nur genug an sich selbst glaubt und seine Ziele konsequent verfolgt!

❤ ❤ ❤ ❤ ❤

Blickwinkel aus kleinen Augen

Joschuas Urteil:

Steckbrief Joschi Blog 2Gefällt dir das Buch? Ja

Was hat dir besonders gefallen? die Maus

Was hat dir gar nicht gefallen? die Eulen

Worum geht die Geschichte? ums Fliegen

Wo steht das Buch im Regal? neben „Armstrong“

Lesezeit: jederzeit

Bester Leseplatz: im kuscheligen Bett

Schlüpft in die Rolle von: einem Abenteurer, einem Piloten

Kinderfreuden #19: Wiedersehen mit dem Sturmwal

„Nick und das Meer“ – Benji Davies

Jeden Tag fährt Nicks Papa mit seinem Fischerboot aufs Meer hinaus und kommt bei Sonnenuntergang wieder nach Hause. Doch eines Wintertags wartet Nick vergebens auf seine Rückkehr. Denn es bleibt still. Kein Fischerboot weit und breit.

Nick beschließt, der Sache auf den Grund zu gehen. In der dunklen und gefährlichen Nacht macht er sich auf die Suche nach seinem Papa, dessen Fischerboot von der Kälte des Winters übermannt wurde.

Zum Glück eilt ihm ein alter Freund zur Hilfe, auf dessen tatkräftige Hilfe Nick angewiesen ist: es ist der Sturmwal höchstpersönlich!

Eckdaten

Hardcover, ab 3 Jahren

32 Seiten
284mm x 251mm
ISBN: 978-3-8489-0125-8
Übersetzt von Johanna Hohnhold

Aladin Verlag
14,95 €

Sicher dir hier dein persönliches Exemplar…

Blickwinkel aus großen Augen

Dass Benji Davies magische Hände hat, bewies der Illustrator bereits mit seinen drei Vorgängerwerken „Nick und der Wal“, „Beste Freunde“ und „Opas Insel“, die alle auf ihre ganz eigene Art und Weise verzaubern. Im März erschien nun endlich die langersehnte Fortsetzung des Kinderbuchlieblings „Nick und der Wal“ auf Deutsch, das ich zwischenzeitig schon im Original in den Händen hatte.

„Nick und das Meer“ ist eine Wintergeschichte, die, wenn ich so an das morgendliche münchnerische Schneegestöber denke, auch noch ganz wunderbar in den eigenwilligen April passt.

Nick, der mit seinem Papa am Meer wohnt, kann die Wal-Begegnung aus dem letzten Sommer nicht vergessen. Er vermisst den Sturmwal, dem er damals das Leben gerettet und in seiner Badewanne aufgepäppelt hat, ehe er ihn wieder in die Freiheit entließ. Ständig meint er ihn in herangespültem Strandgut zu erkennen, das sich dann doch nur als bemooster Anker offenbart. Der Winter kommt und ergreift Besitz vom Meer, das sich langsam aber sicher mit Eisschollen füllt und Nicks Papa zu einer letzten Fahrt mit dem Fischerboot hinausschickt. Doch als die Dämmerung einsetzt und der Papa immer noch nicht zurück ist, wagt sich Nick in die dunkle Nacht hinaus, um nach ihm zu suchen. Das inzwischen zugefrorene Meer ist nur noch als eisige Decke zu erkennen und ermöglicht Nick ein waghalsiges Manöver über das starre und knirschende Meer bis hin zum Fischerboot seines Papas, das vom Eis eingeschlossen ist. Völlig erschöpft schläft er in der Jacke seines Vaters ein, die das Einzige ist, was er an Bord von seinem Papa findet.

Es ist ein mächtiger Rumms, der Nick aus dem Schlaf reißt und ihn die Rückkehr seines Walfreunds ankündigt. Endlich kann der Sturmwal sich für das Rettungsmanöver aus dem letzten Sommer revanchieren und Nick mitsamt dem Fischerboot wohlbehalten wieder an Land bringen, an dem ihn sein Papa voller Verwunderung in die Arme schließt.

Mit „Nick und das Meer“ erzählt Davies nicht nur eine einfühlsame Vater-Sohn-Geschichte, sondern auch die Geschichte einer besonderen Freundschaft zu den sanften Riesen des Meeres.

Mithilfe von großflächigen Illustrationen werden große und kleine Entdecker durch die Geschichte geleitet, die sich durch die lebendigen und in facettenreichen Blau- und Grautönen gehaltenen Bildern entfaltet. Der begleitende Text präsentiert sich dabei zurückhaltend und schlicht, dient lediglich als Hilfswerk.

Davies schenkt seinem Nick und den Kleinen ein Wiedersehen mit dem Sturmwal inmitten einer faszinierenden Winter-Szenerie. Die Magie ihrer Freundschaft ist selbst durch das stürmische Schneegestöber und die Tristesse des ewigen Eises zu erkennen, die dem Kinderbuch als Schauplatz dient.

Ein gelungenes Wiedersehen mit dem Sturmwal.

❤ ❤ ❤ ❤ ❤

Blickwinkel aus kleinen Augen

Joschuas Urteil:

Steckbrief Joschi Blog 2Gefällt dir das Buch? Ja

Was hat dir besonders gefallen? die Wale

Worum geht die Geschichte? um die Rückkehr des Sturmwals

Wo steht das Buch im Regal? neben „Nick und der Wal“

Lesezeit: wenn es draußen dämmert

Bester Leseplatz: im kuscheligen Bett

Schlüpft in die Rolle von: einem Freund

Kinderfreuden #18: Grrrrr!

„Grrrrr!“ – Rob Biddulph

Grrrrr! tönt es durch den Wald.

Im Wettkampf um den Titel „Bester Bär des Waldes“ ist Fred Bär ungeschlagen. Seine Medaillen belegen die Glanzleistungen im Fische fangen, Reifenkreisen und Menschen erschrecken, die er in den letzten Jahren erbracht hat. Auch Freds Brüllen ist legendär. Doch kurz vor dem Wettkampf taucht ein neuer Bär im Wald auf und sorgt für helle Aufregung.

Als am großen Tag auch noch Freds Brüllen verschwunden ist, ist die Sorge um den begehrten Titel groß. Zum Glück eilen ihm seine Freunde zu Hilfe.

Doch geht es im Leben immer nur darum, der Beste zu sein?

Eckdaten

Text & Illustration: Rob Biddulph | Übersetzung: Steffen Jacobs | Seiten: 32 | Hardcover Pappband 16.00 € | ISBN: 978-3-257-01185-2 | Erscheinungstermin: 28.09.2016

Zum Buch beim Diogenes Verlag

Blickwinkel aus großen Augen

Nachdem uns Illustrator Rob Biddulph mit seinem ersten Kinderbuch „Weggepustet“ vor zwei Jahren bereits begeistern konnte, war die Vorfreude auf sein zweites Werk groß. Während es in „Weggepustet“ um einen kleinen Pinguin namens Blau ging, der von seinem knallroten Drachen von der Antarktis bis nach Madagaskar geweht wird, widmet Biddulph seine Aufmerksamkeit nun dem Bär Fred, der gemeinsamen mit den anderen Tieren im Wald wohnt.

Fred ist groß und stark. Sein Ruf als „Bester Bär des Waldes“ eilt im Voraus. Er genießt das Ansehen im Wald und trägt seinen Titel voller Stolz. Während viele Tiere mit ihm befreundet sein möchten, zählt für Fred nur eins: der Titel. Doch der große blaue Bär, der kurz vor dem Wettkampf im Wald auftaucht, scheint genauso aufs Siegen aus zu sein wie Fred. Was nun?

Das plötzliche Verschwinden von Freds legendärem Brüllen setzt dem Ganzen die Krone auf. Fred wird angst und bange. Wie soll er nur ohne sein Brüllen siegen? Doch er hat nicht mit den Waldbewohnern gerechnet, die ihm mit Rat und Tat zu Seite stehen. Als sein Brüllen weiterhin unauffindbar bleibt, sehen sie nur einen Weg, um ihrem Vorbild zu helfen. Es ist ihr Zusammenhalt, der Fred zeigt, wie wertvoll Freundschaft ist.

Biddulph gelingt erneut eine zauberhafte Geschichte um Freundschaft, Ehrgeiz und Fairness. Mit seinen bunten wachsmalfarbenen Zeichnungen bringt er Kinderaugen zum Strahlen und erweckt das alte Retrochick wieder zum Leben. Es bedarf nur wenig begleitender Reime, die die Kinder nebst den bunten und großflächigen Zeichnungen durch die Geschichte von Fred Bär und seinen Freunden geleitet.

Ständig geht es in unserer Gesellschaft darum, leistungsstark und erfolgreich zu sein. Bereits im Kindergarten werden die Kinder damit konfrontiert, was passiert, wenn sie dem rasanten Tempo unserer Zeit nicht gewachsen sind. Das daraus resultierende Scheitern führt zu Unzufriedenheit und das falsche Setzen von Prioritäten.

Biddulph gibt den Kindern mit „Grrrrr!“ genau die Werte an die Hand, die im Leben wirklich zählen. Auf kindgerechte und anschauliche Weise vermittelt er ihnen, dass es im Leben gar nicht immer darum geht, der Beste zu sein. Fred Bär und seine Freunde haben unsere Herzen brüllend erobert!

❤ ❤ ❤ ❤ ❤

Blickwinkel aus kleinen Augen

Joschuas Urteil:

Steckbrief Joschi Blog 2

Gefällt dir das Buch? Ja

Was hat dir besonders gefallen? Die Farben

Worum geht die Geschichte? um Bären und ein verschwundenes Brüllen

Wo steht das Buch im Regal? neben „Weggepustet“

Lesezeit: bei Tageslicht, da leuchten die Farben besonders schön

Bester Leseort: die Couch

Schlüpft in die Rolle von: einem Waldbewohner

Kinderfreuden #17: Mäuseluftfahrt

„Armstrong“ – Torben Kuhlmann

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Die abenteuerliche Reise einer Maus zum Mond

Eines Tages entdeckt eine kleine graue Maus auf dem Dachboden ein angestaubtes Teleskop. Als sie durch das lange Rohr hindurch späht, staunt sie nicht schlecht. Denn was sich ihr offenbart, ist nicht nur ein unglaublicher Blick in den Nachthimmel, sondern auch auf den Mond; jenem magisch leuchtenden Objekt, das sich mal als dünne Sichel oder auch als prall gefüllter Laib Käse präsentiert und sie seit jeher fasziniert.

Während die anderen Mäuse sich sicher sind, dass es sich schlichtweg um das größte Stück Käse der Welt handelt, will der kleine Astronom es genauer wissen. Voller Wissbegier und Tatendrang begibt sich die Maus auf wissenschaftliche Recherche und ergründet Stück für Stück das Geheimnis des Mondes. Doch um die anderen Mäuse von seiner wahren Bedeutung zu überzeugen, braucht es stichfeste Beweise. Und so fasst die Maus eine tollkühne Entscheidung: Sie muss die erste Maus auf dem Mond werden!

Eckdaten

Text & Illustration: Torben Kuhlmann | NordSüd Verlag | ET: 25.07.2016
Ab 5 Jahren | Seiten: 128 | Hardcover 19.99 € | ISBN: 978-3-314-10348-3
Zum Buch beim NordSüd Verlag

Blickwinkel aus großen Augen

Spätestens seit „Lindbergh – Die abenteuerliche Geschichte einer fliegenden Maus“ ist Torben Kuhlmann jedermann ein Begriff. Denn was der in Hamburg gelernte Illustrator mit wenigen Pinselstrichen aufs Papier zaubert, sind kleine Meisterwerke. Bilder, die oft mehr sagen, als tausend Worte und die gänzlich für sich alleine sprechen. Dies bewies Kuhlmann bereits mit seiner Bilderbuchgeschichte „Maulwurfstadt“, die sich den Kindern auch mit wenig Text so lebendig präsentierte, dass man meinte, die erdige Luft riechen und die dunkle Beklommenheit des Erdreichs spüren zu können.

Während Kuhlmanns Maus bereits in „Lindbergh“ über ihren kleinen Mäusetellerrand hinausblickte und sich mit einem selbstgebastelten Flugzeug über den Atlantik wagte, treibt es Kuhlmann nun auf die Spitze. Denn der Atlantik reicht ihm nicht mehr. Es muss der Mond sein! Und so tüftelt und testet seine Maus was das Zeug hält. Doch bis sie schließlich als erste Maus auf dem Mond landet, erfordert es Kreativität, technisches Geschick und jede Menge Geduld. Denn die anfängliche Konstellation entpuppt sich als Montagsmaschine und zu allem Übel kommen ihr auch noch die Menschen auf die Schliche. Jetzt aber ran an den Käse, ähmm Mond.

Torben Kuhlmann beweist einmal mehr sein unglaubliches Geschick für das Zeichnen. Seine Bilder sprühen vor Kreativität und Lebendigkeit. Kuhlman richtet seinen Fokus dabei nicht nur auf die Akkuratesse seiner Figuren, sondern auch auf die richtige Auswahl der Farben. So entstehen warme und lebendige Bilder, die das schier unmögliche Unterfangen einer zum Mond fliegenden Maus den großen und kleinen Betrachtern plötzlich authentischer wirken lässt, als es eigentlich darf. Joschua wird von der Leuchtkraft des Mondes magisch angezogen. Schnell teilt er die Faszination der Maus und begibt sich immer wieder gerne auf ein mäusestarkes Abenteuer ins Weltall.

Obwohl „Armstrong“ die Fortsetzungsgeschichte von „Lindbergh“ ist, lässt sich die Geschichte wunderbar eigenständig entdecken. Im Anschluss an die Geschichte reiht sich noch eine kurzes Exposé der Raumfahrt und Torben Kuhlmanns Biografie an. Auch hier wird zu meiner Begeisterung nicht auf begleitendes Bildmaterial verzichtet.

Mäusestarke Leseempfehlung!

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© NordSüd Verlag

Blickwinkel aus kleinen Augen

Joschuas Urteil:

Steckbrief Joschi Blog 2

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Gefällt dir das Buch? Ja
Was hat dir besonders gefallen? der Mond
Worum geht die Geschichte? um eine Maus, die zum Mond düst
Wo steht das Buch im Regal? neben „Lindbergh“
Lesezeit: immer, wenn der Mond besonders stark leuchtet
Bester Leseort: die Couch
Schlüpft in die Rolle von: einem Abenteurer

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Kinderfreuden #16: Von der Fremde im eigenen Land

lesenslust über “Fabers Schatz” von Cornelia Funke

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 Beschreibung:

Als sein Opa nach Amerika zieht, erbt Faber einen alten Teppich aus Damaskus. Ein scheußliches Teil, mit dem Faber absolut nichts anfangen kann. Er hat sich etwas Cooles erhofft und kann nicht verstehen, warum sein Opa ihm ausgerechnet das olle Ding schenkt.

„Das ist mein größter Schatz. Ein Geschenk von einem Freund in Damaskus.“

Opa behauptet, der Teppich könne fliegen. Nur wie das gehen soll, das erzählt er Faber nicht. Auf der Suche nach seiner magischen Wirkung verliert er fast den Glauben an seinen Opa, dem das Alter nicht zu bekommen scheint. „Wer bitte, zieht als Opa noch nach Amerika?

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Auf seinem Streifzug durch den Hafen trifft Faber jede Menge Kinder aus fernen Ländern. Doch keines von ihnen weiß ihm zu helfen. Die Inschrift des Teppichs bleibt unbekannt und der Teppich einfach nur ein Teppich. Doch als ein Mädchen mit pechschwarzem Haar das Wort ergreift, beginnt der Teppich zu zittern. Der Klang ihrer Stimme entlockt ihm seine geheimnisvolle Wirkung und bringt ihn zum Schweben.

Von da an fliegen Faber und Shaima gemeinsam um die Welt. Und während sie so fliegen, lernt Faber nicht nur die Sprache des Teppichs und fremde Kulturen kennen, sondern dass die  Fremde im eigenen Land eigentlich gar nicht so fremd ist.

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Eckdaten

Ab 3 Jahren

32 Seiten 216mm x 276mm

ISBN: 978-3-848-90122-7

Aladin Verlag 12,95 €

Sicher dir hier dein persönliches Exemplar…

Blickwinkel aus groSSen Augen

Mit „Fabers Schatz“ ist Bestsellerautorin Cornelia Funke wirklich ein zauberhaftes Kinderbuch gelungen.  Denn das Buch, das sich wie eine Hommage an Hamburg präsentiert, lässt durch Susanne Göhnlichs farbenfrohe und lebendige Zeichnungen nicht nur die Herzen von Hamburgliebhabern (wie mir) höherschlagen, sondert gibt uns auch eine ganz entscheidende Botschaft mit auf den Weg: Habt keine Angst vor dem Fremden!

Während Funke vor Allem durch ihre fantastischen Jugendbücher „Drachenreiter“, „Tintenherz“ und „Reckless“ bekannt ist, setzt sie mit „Fabers Schatz“ ein liebevolles Zeichen bei den Kleinen. Ihr Kinderbuch präsentiert sich wie ein Plädoyer für einen offenen und respektvollen Umgang. Eine Völkerverständigung frei von Berührungsängsten oder gar feindlichen Gefühlen.

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Die Autorin, die sich neben ihren Büchern auch zahlreichen Wohltätigkeitsprojekten widmet, nimmt sich in „Fabers Schatz“ dem aktuellen Zeitgeschehen an. Nahezu spielerisch wagt sie sich an das Thema Immigration. Zeigt, wie leicht und offen man der Fremde im eigenen Land begegnen kann und dass die unterschiedlichen Hautfarben, Sprachen oder Religionen der Menschen sich gar nicht im Weg stehen müssen, sondern sich auch bereichern können.

„Opa hatte Recht gehabt. Die Welt war so bunt. Wie ein Teppich aus Tausenden von Fäden!“

Funkes Hauptfigur scheint dabei nicht der Hansejunge Faber, sondern vielmehr der Teppich selbst zu sein. Fabers Schatz. Seite für Seite entwickelt er sich vom langweiligen staubigen Teil zu einem magischen Tor. Einem Tor in die Fremde. Er ermöglicht nicht nur Faber und Shaima, sondern auch den Lesern eine Reise in ferne Länder und fremde Kulturen, bei dem wir nicht nur  Shaimas Zuhause „Watani“ kennenlernen.

Schon bei seiner Suche durch den Hafen, lässt Funke ihren im Ringelpullover gekleideten Faber auf zahlreiche Kinder aus anderen Ländern treffen und weist uns damit den Weg durch eine farbenfrohe Hansestadt. Eine Weltstadt mit Flair, die vom Geräusch greischender Möwen, tutender Schiffe und schwappendem Wasser eingebettet wird und sich dabei auf wundervoll bunte und weltoffene Art präsentiert.

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„Guck dir die Leute an, Faber“ (…)

„Alle Farben, von Milch bis Bitterschokolade.

So bunt ist die Welt!“

„Fabers Schatz“ ist ein Kinderbuch, das Heimat und Fremde auf liebevollste Weise miteinander vereint, das Neugier entfacht und für Freundschaften zwischen verschiedenen Nationalitäten steht. Es ist ein Schmuckstück von Kinderbuch. Eins, das zauberhaft anzusehen ist und dem ein pädagogischer Wert anhaftet. Ein Buch, das von so vielen kleinen wie großen Augen bestaunt werden sollte. Ein wahrer Schatz!

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Blickwinkel aus kleinen Augen

Joschuas Urteil:

Steckbrief Joschi Blog 2

Gefällt dir das Buch? Ja

Was hat dir besonders gefallen? der Teppich

Worum geht die Geschichte? um Freundschaft

Lesezeit: ganz oft, am Tag

Bester Leseplatz: im Bett

Schlüpft in die Rolle von: einem Abenteurer