Ich bin ein Königskind

Die Geschichte einer wachsenden Leidenschaft

Direkt bei der Gründung im Oktober 2013 hatte mich der Königskinder Verlag bereits im Netz. Ich war dem Hamburger Imprint des Carlsen Verlag von Anfang an verfallen und schloss das königliche Logo, den Namen und das Konzept des Verlags schnell ins Herz.

Denn was in den Programmen des Verlags ganz klar zu erkennen ist, ist die Liebe zum Buch. Und zwar durch und durch. Diese Leidenschaft, die jeder Mitarbeiter des Verlags zu leben scheint, allen voran Verlagsgründerin Barbara König, zeigt sich auf vielfältige Weise. Jedes Programm trägt ein gestalterisches Motto, die individuelle Farbgebung und das Leitmotiv spiegelt sich in jedem Buch wieder.

Die Programmvorschauen präsentieren sich einladend, glänzen mit gut gewählten Zitaten und gut formulierten Kurzbeschreibungen. Beim Durchblättern fühle ich mich abgeholt, freue mich bereits vor dem Erscheinen der Bücher darauf, in die Geschichten abzutauchen.

Die ästhetische Klammer der Programme

Das erste Programm des Königskinder Verlags erschien 2014 unter dem Motto „Ouvertüre“ und präsentierte sich in den Farben Schwarz, Weiß und Gold. Mich sprach damals auf Anhieb „Anders“ an, dessen Geschichte sich ähnlich wie der Titel ganz andersartig präsentierte und mich wirklich überraschte.

Andreas Steinhöfels Schreibstil war so erschreckend ehrlich, lebendig und tiefgründig, dass ich sofort bemerkte, dass das Jugendbuch ganz anders ausfällt, als die Jugendbücher die ich bis dato kannte. Die Gefühle von Steinhöfels Protagonisten begegneten mir lebendiger denn je (mehr dazu hier).

Auch das zweite Programm mit dem Motto „Alles blüht“ begeisterte mich optisch wirklich sehr. „Das Schloss aus Wolken“ und „Die wahre Geschichte von Regen und Sturm“ landeten auf Anhieb auf meiner Wunschliste. Leider verweilen sie da bis heute. Aber manche Dinge benötigen einfach etwas Zeit.

Dass das dritte Programm „Die blaue Stunde“ mich auf Anhieb ansprach, ist eindeutig. Blau ist meine Lieblingsfarbe. Wer mich persönlich kennt, weiß das. Darüber hinaus bin ich mit einer ansprechenden Optik sehr leicht zu kriegen, Titel und Story sind zugegeben, oft gar nicht so entscheidend beim Bücherkauf. Ich fuhr damit bisher aber ganz gut, irgendwie isst doch immer das Auge mit!

Als kleiner Berg- und Wanderfan fand „Die wirkliche Wahrheit“ bereits nach wenigen Minuten den Weg in meine Hände und anschließend zur Kasse. Covergestaltung und Story gehen nicht bei jedem Buch Hand in Hand, in diesem Fall entfaltete sich allerdings das erhoffte Bergabenteuer eines kleinen Jungen.

Das vierte Programm „Augenblicke“ ist alleine optisch ein Hingucker. Die Mädchengesichter strahlen so viel Ausdruck und Freude aus, dass die Bücher bereits mit ihrem lebendigen Gewand das heimische Regal aufwerten. Beim Carlsen Bloggertreffen letztes Jahr griff ich daher gezielt zu „Jane & Miss Tennyson“ und habe es bis heute nicht bereut.

Das fünfte Programm mit dem Motto „Kaleidoskop“ fiel im Gegensatz zum Vorprogramm etwas männlicher und gruseliger aus. Dem vielseits besprochenen Werk „Salz für die See“ möchte auch ich mich noch widmen. Besonders neugierig gemacht haben mich die begeisterten Zeilen von Daniela alias Bröselchen.

© Königskinder Verlag
© Königskinder Verlag

​​​Das sechste Programm das am 23.03.17 offiziell erscheinen wird, trägt das Motto „Zweisamkeit“. Ich wurde vom Verlag mit königlicher Post überrascht, weswegen ich bereits durch das neue Programm schmökern konnte. Gut, dass dabei für die begleitende Verpflegung gesorgt wurde, denn fast in alle Geschichten musste ich bereits reinlesen. Sowohl „Der Himmel über Appleton House“ als auch „Der Koffer“ sprechen mich auf Anhieb an.

#ichbineinKönigskind – was verbirgt sich hinter meiner Bekenntnis

Mein Bücherregal kann tatsächlich nicht alle Bücher des Verlags vorweisen, beherbergt aber dennoch eine kleine aber feine Auswahl von erlesenen Königs-Geschichten, die mir mit ihren sensiblen Betrachtungsweisen und liebevollen Charakteren wahre Lesemomente geschenkt haben.

Die großartigen Geschichten des Königskinder Verlags transportieren eine ungeheure Bandbreite an Emotionen und umschmeicheln meine Herzensbuchseele damit immer wieder aufs Neue. Deshalb kann und will ich auf die Geschichten dieses großartigen Herzensbuchverlages nicht mehr verzichten.

All jenen unter euch, die noch keine Erfahrung mit den Büchern dieses Verlags gemacht haben, sei er daher dringend ans Herz gelegt.

Aktionen rund um den Königskinder Verlag

Dieses Jahr schenken zwei Aktionen den Büchern des Verlags ihre besondere Aufmerksamkeit. Allen voran hat Dani („Brösels Bücherregal“) 2017 zum „#JdKöKi : Jahr der Königskinder“ ernannt. Jeden Monat wird zwischen sieben Titeln aus dem Königskinder Verlag ein Favorit ermittelt, dem sich im Anschluss gewidmet wird.

​Passend dazu hat Kathrin („Kathrineverdeen“) vergangenen Montag die Blogparade #ichbineinKoenigskind ins Leben gerufen, die bloggende Liebhaber des Königskinder Verlags dazu einlädt, ihre Liebe zum Verlag mit der Welt zu teilen. Die Aktion läuft vom 13.3. bis 13.4.2017. Ziel der Blogparade ist es, dass möglichst viele leidenschaftliche Beiträge zur Aktion entstehen, die unter dem Hashtag #ichbineinKönigskind durch die sozialen Netzwerke gestreut werden.

​Bist du auch ein Königskind? Na dann schieß los…

#fbm16 oder „Ein verspäteter Messebericht“

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Zwei Wochen ist sie her – die Frankfurter Buchmesse. Während zahlreiche Bloggerkollegen bereits ihrer Begeisterung Ausdruck verliehen haben und unmittelbar in den Messeblues verfallen sind, fiel ich aus dem Raster. Denn meine Stimmung war getrübt. Doch die Eindrücke sind so langsam gesackt, mein Ärger so langsam versiegt und die Orientierung zurückgekehrt (zumindest teilweise).

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Meine Tage in Frankfurt waren eine einzige Geduldsprobe. Zig Menschen mit Rollkoffern tummelten sich um mich, schubsten und drängelten bis zum Abwinken und fegten die Tische mit Leseproben und kostenlosen Beigaben leer, ohne auch nur einen einzigen Blick darauf zu werfen. Der Magen wurde vollgestopft, die Blase bis zum Bersten gefüllt und die Schokolade, ja die, die landete gleich vorratsweise in der Handtasche. Schließlich braucht man ja was für unterwegs! Das Entscheidende wurde dabei irgendwie vergessen: es geht hier um Bücher!

Selbst schuld, höre ich euch rufen. Warum fährst du auch zu den Besuchertagen zur Frankfurter Buchmesse, wenn du als Blogger auch an den Fachbesuchertagen gehen kannst!? Öhm, ja. Ich nahm wohl was ich kriegen konnte. Schließlich sind die Urlaubstage spärlich gesät und im Normalfall zur Erholung da. Erholung – nun ja, davon kann man in diesem Fall wohl nicht reden!

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Ich war aufgeregt wie ein kleines Kind, als sich ich kurzfristig ein Sparpreisdeal bei der Bahn und ein Zimmer im zentralen Hostel in Frankfurt ergattert habe. Glücksgriffe, die ich zu schätzen wusste. Endlich durfte ich auch mal anreisen, zum Literaturevent des Jahres. Doch spätestens nach einer halben Stunde auf dem Frankfurter Messegelände, war mir eines klar: Frankfurt und ich werden irgendwie nicht richtig warm. Zu groß, zu unübersichtlich, zu voll. Beim krampfhaften Versuch mich logisch durch die Messehallen zu bewegen, scheiterte ich kläglich. Keine Ahnung, wie alle anderen das machen, aber das System des Messegeländes hat sich mir einfach nicht erschlossen.

img_3246-01.jpegUnd dennoch. Ich habe reizende Bloggerkollegen getroffen, mich mit Vertragsmitarbeitern über Neuheiten ausgetauscht und Lieblingsautoren erlebt. Ich habe mir Wünsche beim magischen Illumat illustrieren lassen, mich in der Fotobox des reizenden Fotobullis ausgetobt, Zitate to go ergattert (und habe die erste Schneeflocke bereits gefangen), habe mir  Schokolade auf der Zunge zergehen lassen und an der Küste des Gastlandes Niederlande und Flandern eine Runde gechillt. Ich habe Vorlesungen gelauscht und zahlreiche Momentaufnahmen eingefangen. Ob ich ein zweites Mal nach Frankfurt fahre, steht allerdings noch in den Sternen.

Doch was wäre eine Buchmesse ohne Highlights. Natürlich gab’s die und wird es immer geben. Meine präsentieren sich in Form von Momentaufnahmen, die ich wie immer mit meiner Kamera einfangen konnte. Für alle Messeblues-Erkrankten, für die Daheimgebliebenen und die Neugierigen im Bunde gibt’s daher noch ein paar meiner Schnappschüsse. Have fun & enjoy!

In diesem Sinne: See you in Leipzig #lbm17!

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Warum ich lese

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Was sich Sandro Abbate, Betreiber des Literaturblogs Novelero im Mai fragte, bewegte zahlreiche Leser. Seine persönliche Antwort Warum ich lese hat auch mich zum Nachdenken gebracht. Heute finde ich meine eigene Antwort.

Die Anfänge

Ich inhalierte schon damals Geschichten wie die Luft zum Atmen.

Dass auch die kleinsten Dinge Großes bewirken können, habe ich beim Lesen entdeckt. Es muss eines meiner ersten selbst gelesenen Bücher gewesen sein, in dem mir die kleinen Geschöpfe, besser bekannt als Buchstaben, so ungeheuer mächtig erschienen, dass es um mich geschehen war. Die Faszination um ihr magisches Miteinander, das nicht nur bedeutende Wörter und Sätze, sondern auch großartige Geschichten zu formen vermag, wuchs seitdem stetig.

Ich bin das Kind einer Astrid Lindgren – Geschichten liebenden Mutter und das Patenkind einer leidenschaftlichen Buchhändlerin. Lange bevor man das von beiden kontinuierlich gefütterte und mittlerweile bis zum Bersten gefüllte Bücherregal in meinem Zimmer vorfand, stillte ich meine Lust nach Geschichten in der heimatlichen Stadtbücherei. Ich stürzte mich mit Ronja Räubertochter ins Unterholz, rannte mit Momo um die Zeit und heckte mit Dolly neue Streiche aus. Mein Gebührenkonto stieg stetig. Nie erschien mir die geliehene Zeit mit den Büchern lange genug. Der Abschied von ihnen fiel mir so schwer, dass ich ihn ständig nach hinten verschob.

Das Heute

„Ein Raum ohne Bücher ist ein Körper ohne Seele.“ ~ Cicero

Auch heute sorgt der Anblick von bis zur Decke reichenden Bücherregalen oder einer neuen Eroberung in meinen Händen noch für heftiges Herzklopfen. Es bereitet mir Freude, über ein gedrucktes Buch zu streichen, den modrigen Duft eines Antiquariates einzuatmen und mich vom magischen Strudel einer Geschichte mitreißen zu lassen.

Bücher begleiten mich durch mein Leben, sind die wohl treuesten Wegbegleiter meines bisherigen Lebens. Ich kann und will nicht ohne sie sein. Ob unterwegs oder zuhause: ständig rangeln sie sich um den Platz in meinen Händen; winseln um Aufmerksamkeit, wenn die Frage nach dem nächsten Leseprojekt im Raum steht wie eine Aufforderung zum Tanz.

Warum ich lese

Lesen ist wie Reisen mit unbekanntem Ziel.

Bücher entführen mich nicht nur in die entlegensten Winkel dieser Erde und auf spannende Abenteuerreisen, sondern vermitteln mir auch wertvolles Wissen. Sie sind facettenreich und randvoll von Schätzen: mit neuen Denkansätzen, unbekannten Blickwinkeln und lehrreichen Erfahrungen.  Sie schenken einem oft viel mehr, als man es anfangs vermutet. Es liegt in deinen Händen, wohin dich eure gemeinsame Reise führt.

Doch Lesen bedeutet auch die Seele baumeln lassen. Beim Lesen versinke ich in einer Geschichte, blende alles um mich herum aus, bis nur noch das Buch und ich existieren. Das Lesen hat auf mich eine sehr beruhigende Wirkung, wirkt nahezu schmerzlindernd, wenn der hektische Alltag mal wieder tief in den Knochen steckt.

Und darum lese ich.

Und wie steht’s mit dir?

„True love stories never have endings.“ ~ Richard Bach

#lbm16 oder „How you inspire a book lover..“

Impressionen eines Messebesuchs

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Jedes Jahr im März verwandelt sich Leipzig in ein Mekka für Buchliebhaber. Bücherfans aus allen Himmelsrichtungen strömen in die einwohnerstärkste Stadt Sachsens mit einem gemeinsamen Ziel: um ein berauschendes Bücherfest zu feiern – die Leipziger Buchmesse.

Auch in diesem Jahr finde ich mich donnerstagmorgens zwischen Cosplayern und rucksackbepackten Bibliophilen wieder. Eine zum Bersten gefüllte Bahn entleert sich an der Haltestation Leipziger Messe und speit mich mitsamt einem bunten Haufen Bücherfreaks am Gleis aus. Die frühmorgendliche Müdigkeit weicht prickelnder Vorfreude. Endlich kann ich sie sehen: die legendären Messehallen.

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Die Leipziger Messehallen

Bereits das dritte Jahr in Folge komme ich nach Leipzig, um mich an vier Tagen ausschließlich einem zu widmen: Büchern. Mithilfe eines Presseausweises, den ich nach einer Akkreditierung meines Blogs erhalte, genieße ich auch in diesem Jahr den Luxusstatus eines Journalisten: freien Eintritt an allen Messetagen, die kostenlose Gepäck- & Garderobenabgabe, die freie Hin- & Rückfahrt zur Messe mit den öffentlichen Verkehrsmitteln und den Zugang zur Bloggerlounge. Ich befreie mich also im Pressezentrum von Gepäck und Garderobe und treffe bereits hier auf die reizende Mareike von Herzpotential und den charmanten Gérard von Sounds & Books um gemeinsam an Halle 1, der Manga-Hochburg, in die Glashalle des Messegeländes vorzudringen, dem gläsernen Mittelpunkt des Geschehens.

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Die Glashalle

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Die Eindrücke der kommenden vier Tage erfassen mich wie eine tosende Welle und spülen mich durch die Hallen des Messegeländes. Sie bescheren mir Begegnungen mit Herzensmenschen, Autoren und Verlagsmitarbeitern; Melodien, die sich aus ausgelassenem Lachen, großen Erzählerstimmen und Vorträgen zusammensetzen und Lieblingsmomente, die mein Herz vor Freude hüpfen lassen und sich in meiner geistigen Bibliothek als Erinnerungen niederlassen

Ich genoss dieses Jahr nicht nur eine Reihe an Terminen mit Verlagsmitarbeitern und öffentliche Vorträge auf sämtlichen Fachpodien, sondern durfte auch einer Menge Veranstaltungen beiwohnen, die exklusiv für Blogger organisiert wurden.

So treffe ich beim Bloggertreffen von Diogenes nicht nur auf das neue Programm des Schweizer Bellestrik-Verlages, sondern auch auf den sympathischen Benedict Wells, der nicht nur aus seinem Roman „Vom Ende der Einsamkeit“erzählt, sondern sich auch einer Reihe an Fragen zum Schreiben stellt. Seine erfrischend ehrlich und natürliche Art sorgt dafür, dass ich langsam aber sicher zu einem Wells-Groupie mutiere und mich mit Begeisterung durch seine Roman hangle.

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Carlsen, Chicken House & der Königskinder Verlag präsentieren bei ihrem Bloggertreffen die Herzensbücher des Frühjahrsprogramms und Autorin Helen Maslin schenkt Einblicke in ihren Roman „Darkmere Summer“ und verrät die Hintergründe ihres Autorendaseins. Dass ich bei diesem Treffen das Wunschbuch “Jane und Miss Tennyson“ von Emma Mills aus dem Königskinder Verlag mit nach Hause nehmen darf, begeistert mich dabei sehr. Das Buch lockt nicht nur mit einem entzückenden Cover, sondern auch mit einer Geschichte um eine Jane Austen – liebende Protagonistin. #carlsenlive

Beim BlognTalk von Random House interviewe ich Herzensbuchautorin Claudia Winter zu ihrem Roman „Aprikosenküsse“, plaudere mit Autor Stephan Reich über sein Debüt „Wenn’s brennt“ und treffe niemand geringeren als das Autoren Dream-Team Anne Freytag & Adriana Popescu. Die beiden Herzensdamen, die nicht nur großartige Romane schreiben, unterhalten ihre Fans dabei nicht nur mit ihrem überaus quirligen und sympathischen Naturell, sondern sind auch für jede Menge Selfies und Spaß zu haben. #blogntalk

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 Beim Leser- & Bloggertreffen von Lovelybooks treffe ich nicht nur die lieben Mitarbeiter von Deutschlands größtem Literaturportal, das in diesem Jahr sogar mit einem eigenen Messestand aufwartete, sondern genieße auch einen perfekt organisierten Nachmittag mit Kate Morton („Das Seehaus“) und Kirsty Logan („The Gracekeepers“), jeder Menge Rätselspaß und einer süßen Glücks-Gugelhupf-Versuchung. Am Ende verewige ich mich auf dem Gästebuch-Banner und trage die entzückende Goodie-Bag stolz durch die Messehallen. #LBlesertreff

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Simone von Papiergeflüster organisierte auch in diesem Jahr wieder ein inoffizielles Buchblogger-Treffen in der Bloggerlounge in Halle 5, an dem sie bedauerlicherweise selbst nicht teilnehmen konnte. Dieses reizende Bloggertreffen hat sich seit letztem Jahr zu einem großen Familientreffen entwickelt, bei dem ich bekannte Bloggerkollegen herzen, neue kennenlernen und mich von einer Menge Informationen berieseln lassen konnte. Die Tische in der Bloggerlounge waren auch dieses Jahr von einem bunten Potpourri aus bunten Visitenkarten, Süßigkeiten und entzückenden Lesezeichen bedeckt. Hier genießt man weiterhin Kaffee for free, Snacks zum kleinen Preis und freies W-Lan (wenn es funktioniert hätte). #iobt16

Das Highlight meines Messebesuches hatte ich allerdings am letzten Messetag, an dem ich eigentlich gar nicht mehr zur Messe und vielmehr durch die Leipziger Innenstadt schlendern wollte, und mich durch glückliche Umstände am Droemer Knaur Stand mit einem Glas Sekt neben Lieblingsautorin Nina George und Bestseller-Autor Sebastian Fitzek wiederfand. Was für ein Tag!

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Außerdem habe ich dieses Jahr an dem von Leander Wattig organisiertem PubnPub, bei dem sich die unterschiedlichsten Literatur-Persönlichkeiten kennenlernen und austauschen können, teilgenommen. Das unkomplizierte Treffen, das in der Vodkaria in der Leipziger Innenstadt stattfand, hat mir Lust auf mehr gemacht. Sicherlich werde ich in Zukunft auch zu den Münchner #pubnpub – Veranstaltungen schauen.

Neben vielen anderen waren mir die Begegnungen mit Katha alias textverliebt, Saskia alias Frau Pixel, Sonja von Lust zu Lesen, Mara von buzzaldrins bücher, Sophie von literaturen, Marina alias Nordbreze, Arndt von Astrolibrium und Bianca von Literatwo eine besondere Freude.

Glückstrunken und völlig erschöpft strandete ich sonntagnachts mit einem vollbepacktem Rucksack in meiner Wohnung in München. Auch nach über einer Woche wandere ich im Geiste noch immer durch die Leipziger Messehallen und knipse was das Zeug hält, um all die am Messeblues erkrankten Menschen und Daheimgebliebenen mit meinen Messe-Schnappschüssen zu erfreuen.

Have fun & enjoy!

 

 

#Literaturfest: How Munich celebrate books..

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Literarischer Wind weht mir um die Nase. Fast kann ich ihn spüren, den feinen Bücherstaub, der vor meinem Auge zu tanzen beginnt und dabei zärtlich meine Wangen streift. Ich lasse meine Hände gleiten, streichle über ein Meer von Buchrücken und schließe Herzensbücher in die Arme.

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Inmitten einer schwarzen Box lausche ich andächtig großen Stimmen. Lasse die Akustik auf mich wirken. Spitze über fremde Schultern und fange Momentaufnahmen ein. Ich strecke die Hände aus und fange sie ein. In meinem Herzen verwahre ich sie wie einen kostbaren Schatz.

In den büchergesäumten Gängen entdecke ich Empfehlungen. Von Buchhändlern, Verlagsmitarbeitern und Kritikern. Die 100 Besten. Die Ausgezeichneten. Erspähe zurückgelassene Zettel mit Bücherwünschen. Bereichere sie um meine eigenen. Glückstrunken schwärme ich durch die Nacht. Erhasche mein Spiegelbild im Fenster. Entdecke einen Büchermenschen mit glitzernden Augen und pochendem Herzen. Literarisch verzaubert. Was für ein Fest.

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Entdecke auch du das Literaturfest München.

Bis zum 6. Dezember kannst du dir täglich von 8 – 23 Uhr im Gasteig literarische Anregungen holen, deine Nase in Bücher stecken und bei verschiedenen Veranstaltungen deine Liebe zur Literatur feiern. Der Eintritt ist frei!

Impressionen des Literaturfestes München:

Wann ich in München Bücher schau..

Hallo ihr Lieben,

jedes Jahr im Herbst lockt München mit einem besonderen literarischem Schmankerl:

dem Literaturfest München

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Und so könnte man meinen, dass ich das Fest, das vom Börsenverein des Deutschen Buchhandels und dem Literaturhaus München veranstaltet wird, in meinen knapp 5 Jahren in München bereits regelmäßig gefeiert habe. Doch weit gefehlt! Trotz zahlreicher Kalendererinnerungen und geplanter Besuche habe ich es tatsächlich noch nie mit meiner Anwesenheit beglückt. Das soll dieses Jahr anders werden. Ganz anders.

Das Literaturfest München findet in diesem Jahr bereits zum sechsten Mal statt. Als Teil des Festes, das vom 18.11. – 06.12.2015 stattfindet, lockt die Münchner Bücherschau als besucherstärkste Buchausstellung Deutschlands mit einem vielseitigen Lesungs- und Ausstellungsprogramm, das themabezogene literarische Programm forum:autoren und das Festprogramm des Literaturhauses mit der Ausstellung unabhängiger Verlage „Andere Bücher braucht das Land“.

Münchner Bücherschau

Auch ich habe mir für dieses Jahr ein paar interessante Events aus dem Programm herausgefischt und möchte mindestens an drei der 18 Tage live vor Ort sein, um mir ein Bild von der Buchausstellung von rund 300 Verlagen mit über 20.000 Romanen, Kochbüchern, Reiseliteratur, Kinder- und Jugendbücher, Hörbücher, Kunstbücher, Sach- und Fachbücher aller Wissensgebiete und Kalender zu machen.

Mein Merkzettel:

  • Donnerstag, 19.11.: Jojo Moyes – Ein ganz neues Leben (19 Uhr, Black Box, Gasteig)
  • Donnerstag, 3. 12.: Feridun Zaimoglu, Siebentürmeviertel (20 Uhr, Literaturhaus)
  • Samstag, 5.12.: Andere Bücher braucht das Land (Ausstellung, Literaturhaus München)

Donnerstag, 19.11. – Sonntag, 06.12.

Sonderausstellungen:

  • Die schönsten deutschen Bücher
  • Die 100 Besten – Lust machen aufs Lesen
  • Der Deutsche Jugendliteraturpreis

Das Literaturfest lädt Lesebegeisterte täglich von 8.00 bis 23.00 Uhr herzlich ein, die Neuerscheinungen, Best- und Longseller zu entdecken, ungestört in Verlagsprogrammen zu schmökern und neuesten Audio-Produktionen zu lauschen.

Der Eintritt ist frei.

Who wanna join me!?

Widerspenstiges Glück..

lesenslust über „Die Widerspenstigkeit von Glück“ von Gabrielle Zevin

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Ich glaube nicht an Gott, ich bin nicht fromm, aber diese Buchhandlung ist für mich so etwas wie eine Kirche. Sie ist ein heiliger Ort.”

Zitat, Seite 285

A.J. Fikry lebt auf Alice Island, einer abgelegenen Insel fernab des Trubels. Auf der Insel, auf die ausschließlich im Sommer ein paar Touristen schwappen, hat er sich mit seiner Frau Nic eine kleine literarische Oase geschaffen. Doch als Nic bei einem Autounfall stirbt, will das Geschäft von Island Books nicht mehr richtig laufen. Kaum ein Besucher verirrt sich mehr in das Innere des Buchladens und Fikry wird zunehmend sonderbarer. Er ist kauzig und abweisend und schlägt selbst die spärlichen Besucher des Ladens erfolgreich in die Flucht.

Eines Tages verschwindet sein wertvollstes Buch aus dem Laden und raubt ihm nicht nur die letzten finanziellen Reserven, sondern auch die letzte Hoffnung. Er klammert sich an den Alkohol und hangelt sich schon bald durch von Tiefkühlpizza und Wein begleitete Abende. Doch der Verlust des Buches ist mit einem ungewöhnlichen Geschenk verbunden: denn auf dem Boden der Kinderbuchabteilung sitzt plötzlich die zweijährige Maya, mit der Bitte der Mutter, sich ihr anzunehmen.

Aus der skeptischen Annäherung zu dem zweijährigen Waisenkind wächst langsam aber sicher große Zuneigung heran, und plötzlich beginnt der kauzige Fikry endlich wieder zu leben.

„A.J. sieht Maya in ihrem rosa Partykleid und spürt ein unbestimmt vertrautes, fast unerträgliches Kribbeln in sich. Er möchte laut herauslachen oder mit der Faust an eine Wand schlagen. Er fühlt sich betrunken und hat gleichzeitig das Gefühl zu platzen. Wahnsinn. Das Gefühl muss Glück sein, dann aber stellt er fest, dass es Liebe ist. Scheißliebe, denkt er. So ein Ärger. Sie ist seinem Plan, sich zu Tode zu saufen und sein Geschäft zu ruinieren, gründlich in die Quere gekommen.“

Zitat, Seite 92

„Die Widerspenstigkeit des Glücks“ ist nicht das, was man möglicherweise beim ersten Blick auf das Cover erwartet. Unaufdringlich und schnörkellos erzählt Gabrielle Zevin eine Geschichte mitten aus dem Leben. Von Entwicklungen, die vom Schicksal geprägt sind und deren glückliche Fügungen den unglücklichen nie allzu fern sind. Die Autorin verzichtet auf Kitsch und unnötige Klischees und bedient sich lediglich eines ruhigen und authentischen Schreibstils, der mitten ins Herz geht, weil er die Dinge eben genau so benennt, wie sie sind. Es gibt kein Glitzer oder Feenstaub. Sondern eben einfach das Leben.

Meine Sympathien heimst Zevins Protagonist Fikry auf den ersten Seiten allerdings nicht wirklich ein. Er ist kauzig und verbittert, ein fast schon unausstehlicher Zeitgenosse, der mit seiner abweisenden Art reihenweise Besucher in die Flucht schlägt; allen voran die Verlagsvertreterin Amelie, die Fikry im Nachhinein betrachtet, eigentlich gar nicht so übel findet.

Doch als die kleine Maya in das Leben des Buchhändlers tapst, verändert sich Fikry zunehmend. Das wissbegierige Waisenkind, das scheinbar ganz genau zu wissen scheint, was es will, hat es ihm angetan. Er kann sich Mayas quirligem Naturell nur schwer entziehen. Jetzt, wo sie keine Eltern mehr hat, muss sich schließlich irgendwer dem Mädchen annehmen. Mit dieser Begegnung scheint Zevin zwei Gestrandete aufeinandertreffen zu lassen, die sich fortan bereichern, miteinander wachsen und die Geschichte auf eine sehr liebevolle Art prägen.

„Lieb dich“, sagt Maya. – „Ja, das sagt sie ständig“, sagt A. J. „Ich habe sie davor gewarnt, Liebe zu verschenken, die der andere noch nicht verdient hat, aber ehrlich gesagt liegt es an dem Einfluss von diesem heimtückischen Elmo. Wissen Sie, der liebt wirklich jeden.“

Zitat, Seite 83

Zu Beginn jeden Kapitels stößt der Leser auf Fikrys literarische Notizen seiner Bücher. Sie drehen sich um die jeweiligen Geschichten und deren Moral und scheinen allesamt an Maya adressiert zu sein. Und während man sich am Anfang der Geschichte noch fragt, warum es diese Notizen überhaupt gibt, wird dem Leser irgendwann klar, dass auch sie auf eine unerwartete vom Schicksal bestimmte Entwicklung der Geschichte beruhen.

Zevin erzählt nicht nur die Geschichte von Fikry und Maya, sondern auch die der vielen Inselbewohner von Alice Island, die nach und nach alle Teil der Geschichte werden. Das Schicksal jedes Einzelnen hat dabei unweigerlich Einfluss auf das Leben des Anderen. Die Figuren des Romans scheinen alle mit einem zarten unsichtbaren Band verbunden. Zevin zeigt uns damit einmal mehr, welche Kraft zwischenmenschliche Verbindungen haben und wozu Freundschaft und Liebe alles fähig ist. „Die Widerspenstigkeit des Glücks“ ist nicht nur eine Geschichte über das Leben sondern auch die über die Liebe zur Literatur.

„Die Leute tischen dir fade Lügen über Politik, Gott und die Liebe auf. Alles was du über einen Menschen wissen musst, erfährst du aus der Antwort auf die Frage: Welches ist dein Lieblingsbuch?“

Seite 107

„Ganz kurz, ehe der Laden aufmacht, bezieht Maya in dem Gang mit den Bilderbüchern Stellung. Jedem Buch nähert sich Maya zunächst mit der Nase. Sie nimmt den Schutzumschlag ab, hält es sich ans Gesicht und legt sich die Buchdeckel an die Ohren. Bücher riechen typischerweise wie Daddys Seife, Gras, Meer, der Küchentisch, Käse oder wie eine Kombination aus allem.“

Zitat, Seite 100

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