Eine Woge an Worten zur Blogparade „Seesucht“

[Werbung, Verlosung]

Seesucht

Die Wortspielerei, die sich aus der Sehnsucht zum Meer formt, umschreibt es genau, dieses Gefühl, das in mir aufkommt, wenn ich an meine Besuche auf Sylt denke. Barfuß am Ellenbogen der Insel entlang. An die weit zurückliegenden Urlaube in Italien in meiner Kindheit. Mit einer klebrigen Eiswaffel in der Hand und einem Sonnenhut auf einer Bank am Meer sitzend. An unsere Besuche an der Nord- und Ostsee. Die Luft, erfüllt von einer salzigen Meeresbrise, kreischenden Möwen und meinem wehendem Haar. An diesen unbeschwerten Moment an der niederländischen Küste im letzten Jahr. Mit einer vor Freude quiekenden Räubertochter, deren Füße das erste Mal vom Meer umspült wurden.

Und plötzlich ergreift mich eine ungeheure Welle der Wehmut. Die Sehnsucht nach dem Meer macht sich in mir breit. Denn das Wasser war schon immer mein Element. Hier, im kühlen Nass, fühle ich mich genauso schwerelos und frei wie wenn ich einen Berg erklimme und am Gipfel die kristallklare Bergluft in mir aufnehme. Ich konnte mich noch nie wirklich zwischen den Bergen und dem Meer entscheiden. Für eine Kombination aus beidem wohl eher. Und doch waren meine Treffen mit dem Meer in den letzten Jahren rar.

Doch jetzt bin ich wieder mittendrin, im erquickenden Spiel der schwappenden Wellen, meine Füße im körnigen Sand vergraben, ein paar spitze Muscheln zwischen meinen Zehen, meine Beine von glitschigen Algen und tummelnden Fischen umgeben. Ich lasse mich locken. Springe hinein, ins tiefdunkle Blau, gebe mich den unendlichen Weiten des Meeres hin und tauche unter, in die faszinierende Unterwasserwelt.

„Komm her. Komm mit. Komm rein. Und als keiner hinsieht, hüpft er hinein.“

Ich bin in ein Bilderbuch abgetaucht, das lebendiger nicht sein könnte. Das Faszination, Sehnsucht und Freiheit in sich birgt und gleichzeitig in einem hervorruft. Wir begleiten Jonas, der sich mit zwei Jahren in das Meer verliebt. Es fasziniert ihn so sehr, dass er schon als Kind unerschrocken hineinspringt. Und sich direkt am salzigen Wasser verschluckt. Seine Mutter fischt ihn heraus, hält das Ufer für den geeigneteren Ort. Doch was von da an bleibt, ist die Seesucht. Das Meer ist Jonas‘ Element. Das spürt er auf Anhieb. Wie gerne würde er im Einklang mit der Unterwasserwelt leben. Mit Fischen schwimmen, Quallen spielen und sich im dichten Seegras verstecken. Immer wieder spült es ihn zurück ans Meer. Mit 8, mit 18, mit 30, mit 80. Über all die Jahre verfolgt er einen Plan, den er im Alter von 8 Jahren fasst. Er will einen Tauchapparat bauen, durch den er mit den Tiefen des Meeres für immer verbunden sein kann. Er sammelt Strandgut, versucht sich an wilden Unterwasserkonstruktionen. Doch sein Weg ist lange und steinig. Es dauert ein ganzes Leben, bis sein Traum Wirklichkeit wird. Wie gut, dass er sich nicht beirren lässt. Selbst wenn er Rückschläge erleiden und dem Meer vorübergehend den Rücken kehren muss.

Was Marlies van der Wel mit „Seesucht“ erschaffen hat, ist eine jener Bilderbuchperlen, die das Meer von Bilderbüchern nur selten zu Tage bringt. Das berauschend schöne Bilderbuch, das auf dem Kurzfilm „Jonas and the Sea“ basiert, birgt auf 78 Seiten eine ganze Bandbreite an ausdrucksstarken Illustrationen in sich, die von Emotionen und Blautönen getränkt sind. Die Geschichte lebt von ihren großflächigen und atmosphärischen Bildern, die einen beim Lesen förmlich gefangen nehmen und von ganz schlichten Zeilen begleitet werden. Doch es sind nicht nur die technisch ausgeklügelten Strandgut-Tüfteleien und Tauchgänge, die einem nach der Lektüre dieses Bilderbuchs im Gedächtnis bleiben, sondern auch die Rückschläge, die Jonas zu erleiden hat. Als er das erste Mal kentert und tieftraurig am Strand steht, als ihn eine große Welle an den Strand zurückschleudert oder das große Fangnetz der Fischer erfasst. Das Gelächter der Fischer hallt in Jonas lange nach. Es zehrt an ihm. Es entmutigt ihn. Und lässt ihn sogar für eine Weile dem Meer den Rücken zukehren. Bis eines Nachts im Winter ein riesiger Sturm wütet und Jonas den richtigen Zeitpunkt für das Wiedersehen mit dem Meer gekommen sieht.

„Jonas nimmt, was das Meer ihm gibt.“

Diese tiefe Verbundenheit, die Jonas vom allerersten Moment an zum Meer verspürt, ist auf allen Seiten des Bilderbuchs spürbar. Wie durch ein unsichtbares Band sind die beiden miteinander verbunden. Das Band scheint zum Ende hin vermeintlich lose im Wasser zu schwappen, doch reißen tut es nie. Jonas und das Meer verschmelzen zu einer Einheit. Es ist sein Glaube, sein Mut und seine Hartnäckigkeit, die sich am Ende auszahlen. Marlies van der Wel zeigt mit ihrem Bilderbuch auf wunderbare Weise, dass es sich lohnt, seine Träume zu verfolgen. Und dass manche Dinge ihre Zeit brauchen. Sie schenkt kleineren Leser*innen wunderbar faszinierende Tauchgänge und größeren Leser*innen eine ermutigende Lektüre mit Tiefgang, die uns über unsere eigenen Sehnsüchte und Träume nachdenken lässt. Das Bilderbuch lässt die Herzen all jener Leser*innen höher schlagen, die sich dem Meer verbunden fühlen und die aktuell eine große Seesucht umtreibt.

„Mitten im Meer. Für immer.“

Eckdaten

Seesucht

Gebunden, ab 4 Jahren

78 Seiten
ISBN: 978-3-95854-164-1

Illustration & Text: Marlies van der Wel
Übersetzung: Birgit Erdmann

Mixtvision
20,00 € [D]

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Blubb, blubb, Glück 

Hast du Lust, mir deine größte Sehnsucht zu verraten? Als kleinen Dank für deine persönliche Woge an Worten verlose ich unter allen Kommentaren ein Exemplar des Bilderbuchs. Denn im Rahmen von Katjas Blogparade darf ich mit Unterstützung von Mixtvision ein Exemplar von „Seesucht“ an euch verlosen. Teilnehmen könnt ihr mit einem Kommentar hier auf dem Blog oder unter meinem Instagram-Post. Jeder Kommentar ist eine Gewinnchance. 

Teilnahmebedingungen:

Du bist mindestens 18 Jahre alt und hast eine Postadresse in Deutschland, Österreich oder in der Schweiz. Die Verlosung startet mit Freischaltung der Beiträge und endet am Montag, 10. April 2021, 23:59 Uhr. Das Los entscheidet. Barauszahlung und Rechtsweg sind ausgeschlossen. Der Versand erfolgt durch Mixtvision. Dafür gebe ich die Adresse des Gewinners bzw. der Gewinnerin an den Verlag weiter.

Viel Glück!

Grandpa Christmas – ein Beitrag im Rahmen der Aktion #vorleseadvent + Giveaway

„Mein Weihnachtswunsch für dich – Michael Morpurgo, Jim Field

Jedes Jahr an Weihnachten holt Mia gemeinsam mit dem Christbaumschmuck ihr altes Tagebuch unter der Treppe hervor. Es ist Tradition, dass es unter dem Weihnachtsbaum versteckt wird, auch wenn längst jeder in der Familie weiß, dass es dort liegt. Auch dass es einen ganz besonderen Schatz bewahrt, wissen alle. Denn in ihm liegt ein Brief von Mias Opa, den er seiner Enkeltochter geschrieben hat, als sie noch ganz klein war. Es sind seine Wünsche nach einer besseren Welt, die Mia jedes Jahr nach der Bescherung vorliest und damit auch an ihre Kinder weitergibt.

Und so wird die Botschaft ihres Opas zu einem bedeutenden Moment ihres Weihnachtsfestes. Durch seine Zeilen wirkt es fast so, als wenn er noch immer mitten unter ihnen weilt. Und so ist Mias Opa zum Weihnachtsopa avanciert.

Liebste kleine Mia, zu Weihnachten bekommst du von mir in diesem Jahr keine Weihnachtskarte […] und auch kein Geschenk […], sondern einen Brief. Einen Brief von deinem Opa.“

Ein Weihnachtswunsch für alle

Michael Morpurgo und Jim Field bringen dieses Jahr den Weihnachtsopa nach Deutschland. Das Bilderbuch, das im Original bereits 2018 unter dem Titel „Grandpa Christmas“ erschienen ist, darf nun endlich auch deutsche Leser*innen verzaubern. Ich habe die Erscheinung der deutschen Übersetzung lange herbeigesehnt und freue mich nun gleich doppelt, dass das Bilderbuch mit dem Naturkind-Label bei Loewe erscheint, einer Reihe, die ihren Fokus auf eine nachhaltige Produktion legt und Werte an Familien vermittelt, die bewusst leben und lesen. Mit jedem Naturkind-Buch werden regionale Projekte im Bereich Klima- und Umweltschutz unterstützt. Die Botschaft wird daher nicht nur mit der Geschichte, sondern auch durch das Buch selbst an die Leser*innen herangetragen. Es war mir daher eine Herzensangelegenheit, es euch heute vorzustellen. 

Jim Fields Illustrationen sind mir schon seit vielen Jahren vertraut. Er hat bereits zahlreiche Bilderbücher illustriert, u.a. zwei meiner Lieblingsbücher „Der Löwe in dir“ und „Kleiner Wolf in weiter Welt“. Wer seine Illustrationen kennt, weiß, dass ihnen immer eine ganz besonderer Zauber innewohnt und sie in der Regel gar keinen begleitenden Text benötigen. Die detailreichen großflächigen Bilder hat er auch diesem Bilderbuch geschenkt, weshalb sich für größeren Leser*innen schon anhand seiner ausdrucksstarken Illustrationen erahnen lässt, welche Botschaft hier den Kindern vermittelt werden soll.

Es ist der Brief von Mias Opa, seine Wünsche nach einer besseren Welt für Mia, die durch Fields Illustrationen Farbe und Form annehmen. Mit lebendigen und farbenfrohen Bildern vermittelt er, wie zerbrechlich unser Planet und seine Lebewesen ist. Dass wir Menschen es sind, die unsere Meere mit Müll und unsere Luft mit Abgasen verschmutzen. Dass es unsere Gier nach Wohlstand und unsere Bequemlichkeit ist, die die Erde zerstört, das Polareis zum Schmelzen und den Meeresspiegel ansteigen lässt. Dass wir nicht nur unsere Erde, sondern auch einander lieben lernen müssen. Wir acht- und sparsam agieren müssen. Und wir und unsere Kinder nur ohne Krieg, ohne Müll und ohne Verschwendung in Frieden miteinander leben, saubere Luft atmen und klares Wasser trinken können.

„Ich wünsche dir, dass nie wieder jemand einen Baum fällt, ohne drei neue an seiner Stelle zu pflanzen.“

Michael Morpurgo hat die Wünsche von Mias Opa in behutsame kindgerechte Zeilen verpackt, die Susan Niessen ins Deutsche übersetzt hat. Kinder mit der empfohlenen Altersempfehlung von 3 Jahren werden sie inhaltlich sicher nicht immer vollends erfassen, mit ein bisschen Anleitung ihrer Eltern aber sicher gut verstehen können. Durch das Vorlesen bleiben die Wünsche des Großvaters nicht einzig und allein an seine Enkeltochter Mia gerichtet, sondern auch an jede/n kleine/n Leser*in dieses Buchs.

Und obwohl der Fokus des Bilderbuchs auf den Wünschen nach einer besseren Welt liegt, haben Field und Morpurgo eine wunderbaren Weg gefunden, die gemeinsamen Momente des Glücks, der Ausgelassenheit und Ruhe aus dem Leben von Enkeltochter und Opa mit einfließen zu lassen. Viele ihrer gemeinsamen Momente im (Gemüse)Garten, im Dickicht einer Wiese und am Meer kommen nicht nur in den Zeilen von Mias Opa zur Sprache, sondern werden auch durch die Bilder von Field wieder lebendig. Es ist eine Reise durch  die Marmeladenglasmomente von Mia und ihrem Opa.

Wenn es ein Weihnachtsbuch gibt, das ich euch dieses Jahr ans Herz legen möchte, dann ist es dieses. Ich wünsche mir, dass diese wundervolle, unglaublich wertvolle Bilderbuchperle unter zahlreichen Christbäumen liegen und die Herzen so viele Kinder wie möglich erobern wird! Grandpa Christmas for everyone!

„Das Meer, liebe kleine Mia, an dessen Stränden wir so oft in den Sommerferien gespielt haben, erinnerst du dich?“

Eckdaten

Hardcover mit Spotlack, ab 3  Jahren

48 Seiten
27 x 27 cm
ISBN: 978-3-7432-0878-0

Illustration: Jim Field
Autor: Michael Morpurgo

Aus dem Englischen übersetzt von Susan Niessen 

Naturkind, Loewe Verlag
15,00 € [D]

Finde hier zur Verlagsseite…

Eine Verlosung im Rahmen des Vorleseadvents

Heute öffnet sich bei mir das zweite Türchen im Rahmen der Aktion #vorleseadvent von Steffie alias @kleinerleser, weshalb ich ein Exemplar von „Mein Weihnachtswunsch für dich“ an euch verlosen möchte.

Und da ich sowohl  hier auf dem Blog als auch auf Instagram eine treue Leserschaft habe, möchte ich euch auf beiden Kanälen die Möglichkeit geben, in den Lostopf zu springen.

Für ein Los auf dem Blog würde ich euch bitten, mir heute bis 23:59 Uhr euren allergrößten Herzenswunsch für euer/eure Kind/er in einem Kommentar zu verraten, den ihr ihm/ihnen an Weihnachten mit auf den Weg geben möchtet.

Die Teilnahmebedingungen für das Los auf Instagram könnt ihr meinem Instagram-Post  auf @lesenslust entnehmen, der zeitgleich mit diesem Beitrag veröffentlicht wird. 

Viel Glück und eine besinnliche Advents- und Weihnachtszeit!

Eure Steffi

[Werbung: Rezensions- und Verlosungsexemplar sind selbst gekauft, die Empfehlung und Verlosung dieses Bilderbuches ist eine Herzensangelegenheit.]

Kinderfreuden #45: Das Wunder Erde

Im Winter kuschelt sie sich in eine glitzernd weiße Decke aus Schnee, sie blickt durch scheinbar undurchdringliches Gestrüpp aus wild sprießenden Pflanzen im Frühling und gießt lauen Sommerregen über das Land, lässt Bäche die Berge hinabrauschen und heftige Herbstwinde durchs Land fegen, die durch die Glieder von Bäumen und Straßen pfeifen.

Sie lässt Spinnen in ihren Händen Netze spannen, reitet auf dem Rücken von Walen, hilft verlorenen Tierkindern zu ihren Müttern zurück, lässt Wildpferde über die gepflegte Prärie donnern und gibt kleinen Eisbären den Blick durch dicke Eisschichten frei, damit sie die Wunder unter der Meeresoberfläche bestaunen können.

Unsere Freundin Erde gibt den Rhythmus des Lebens vor. Sie ist unsere Taktgeberin, bestimmt den Kreislauf der Natur und behütet alle Lebewesen.

Habt ihr Lust, sie ein Stück ihres Weges zu begleiten? 

Eckdaten

 

Gebunden, ab 4  Jahren

42 Seiten
22,9 x 27,9 cm
ISBN: 978-3-314-10512-8

Illustration: Francesca Sanna
Übersetzt von: Thomas Bodmer

NordSüd Verlag
18,00 € [D]

Sicher dir hier dein persönliches Exemplar…

 

Blickwinkel aus großen Augen

Francesca Sanna versteht es aufs Vortrefflichste, ihre Illustrationen mit Gefühlen anzureichern. Ihre Bilder sind farbenfroh, detailreich und ausdrucksstark und für Kinder leicht zugänglich. Das hat sie schon mit ihrem Debüt „Die Flucht“, Bilderbüchern wie „Ich und meine Angst“ und „Geh weg, Herr Berg“ bewiesen. Oft ist gar kein begleitender Text von Nöten, um den Inhalt ihrer Geschichten zu erfassen. Und so präsentiert sich auch ihre neuestes Bilderbuch „Meine Freundin Erde“ wie eine Einladung zu einem berauschenden Abenteuer durch das Wunder Erde.

Es ist ein junges Mädchen, dem Sanna in ihren Bildern eine ähnlich symbolische Rolle wie Mutter Natur zuteilt, nur dass sie als Freundin Erde eine übergeordnete Rolle einnimmt. Und nicht nur das, zu meiner Freude ist sie auch ein Mädchen of Color.  Die Geschichte beginnt mit ihrem Erwachen aus dem Winterschlaf. Doch nicht nur sie, auch Flora und Fauna erwacht allmählich. Und so beginnt der wunderbare Lauf der Jahreszeiten, der sie der Natur im jahreszeitlich wechselndem Gewand ins Auge blicken lässt.  Wir kriechen mit ihr durch das Unterholz, schweben durch die Lüfte, reiten durch die wilde Prärie und erhaschen das Flüstern von wisperndem Gras, wir betreten das knirschende Eis am Nordpol und erobern die faszinierende Unterwasserwelt auf dem Rücken eines Wals, wir folgen Flussläufen, passieren satte Hügellandschaften und gleiten auf einem tanzendem Blatt sanft zu Boden.

Der Rhythmus, dem das Leben auf unserer Erde unterliegt, begegnet uns mal wild donnernd bis hin zu leise wispernd. Wir lernen unseren Planeten mit all seinen Facetten kennen. Sanna schenkt uns mit ihren Bildern Augen für das Wunderbare!

Schon lange vor der Geburt der Räubertochter habe ich unsere Natur zu schätzen gelernt. Ich genieße die Streifzüge durch die Wälder und Wiesen, die sich uns in so unterschiedlichem Gewand präsentieren, versuche so viel Zeit wie möglich draußen zu verbringen und die Schönheit unseres Planeten auf mich wirken zu lassen; die frische Luft, Farben und Geräusche vollends in mir aufzunehmen. Seit Emma auf der Welt ist, liegt mir das noch viel mehr am Herzen. Ich möchte meiner Tochter die Liebe zur Natur weitergeben, sie frei umherstreifen, ungestört entdecken lassen und ihr zu verstehen geben, dass es sich immer lohnt, genauer hinzusehen. Dass es manchmal sogar notwendig ist, genauer hinzusehen und den Blick nicht von Dingen abzuwenden, die unsere Aufmerksamkeit und Mithilfe erfordern. Weil unser Planet, wie wir ihn heute kennen, nur fortbestehen kann, wenn wir ihn beschützen und ressourcenschonend agieren. Weil wir Menschen nur weiterleben können, wenn er es kann.

Francesca Sanna hat in ihrem Bilderbuch einen wunderbaren Weg gefunden, mit ihrem Pinsel die Erde genauso facettenreich zu Papier zu bringen wie sie ist. Sie nimmt die Kinder mit auf eine Reise durch die Jahreszeiten, lässt sie gemeinsam mit dem Mädchen durch ein Meer von Farben tauchen und Blickwinkel einnehmen, die den Blick auf kleine kostbare Details preisgeben, die einem beim oberflächlichen Betrachten verwehrt bleiben. 

Durch raffinierte Lasercuts und individuelle Seitenabschlüsse verschmelzen die Illustrationen mehrerer Seiten miteinander und entfalten sich Stück für Stück zu ihrer vollen Pracht. Die poetischen Zeilen von Patricia MacLachlan, die von Thomas Bodmer ins Deutsche übersetzt wurden, schenken den Bildern eine wunderbare Untermalung, betten sich stimmungsvoll in die beeindruckenden Szenerien, bei dessen Anblick nicht nur die Kinder ins Staunen geraten und mit leuchtenden Augen durch dieses berauschende Bilderbuch reisen. Die liebevolle Komposition aus Sannas Bildern und McLachlans bzw. Bodmers Zeilen begegnet uns wie eine Liebeserklärung an unseren Planeten und hält uns einmal mehr vor Augen, wie gut wir auf ihn Acht geben müssen.

Blickwinkel aus kleinen Augen

Emmas Urteil:

Hat dir das Buch gefallen?

Oh ja

Worum geht’s im Buch:

Um die Erde

 

Lieblingsstelle im Buch:

Die schwarz-weiß gestreifte Herde aus Zebras

Bester Leseplatz:

Im Bett, eingekuschelt wie das Mädchen in einer Decke aus Schnee

Was würdest du auch einmal machen wollen?

Auf einem Wal reiten

Wird zu:

einer Entdeckerin

 

[Werbung, da Verlinkung im Text. Dieses Buch wurde mir freundlicherweise vom NordSüd Verlag als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt.]

Kinderfreuden #44: Hitzköpfe

Paulchen und Pieks sind allerbeste Freunde. Sie ergänzen sich perfekt, helfen einander beim Klettern, spüren die besten Verstecke auf und tauchen gemeinsam in fantasievolle Geschichten ab. Sie sind ein unschlagbares Team und teilen sich alles. Eigentlich. Denn als Paulchen den kürzlich entdeckten Riesenpilz im Waldkindergarten heimlich ganz alleine verdrückt, ist der erste Streit vorprogrammiert. Pieks ist ganz schön sauer auf seinen Freund, wo er doch schon so viele Ideen im Kopf hatte, was sie damit so alles anstellen könnten. 

Und so hält Pieks fortan Abstand zu Paulchen und spielt nur noch mit den anderen Tierkindern. Und auch Paulchen hat gar keine Lust mehr, mit Pieks zu spielen. Wo er sich doch entschuldigen und sein Freund einfach nicht zuhören wollte. Doch es dauert nicht lange, bis die beiden Hitzköpfe einander schrecklich vermissen und sich nach den gemeinsamen Abenteuern sehnen. Denn zusammen spielt es sich einfach viel schöner!

Als Mama Igel ihren Sohn Pieks ermutigt, sich etwas einfallen zu lassen, um sich mit Paulchen wieder zu versöhnen, hat auch Paulchen eine Idee, wie er Pieks überraschen könnte. Denn auch versöhnen will gelernt sein!

Eckdaten

 

Gebunden, ab 3 Jahren

32 Seiten
232 x 300 mm
ISBN: 978-3-480-23609-1

Text & Illustration: Laura Bednarski

Esslinger 
14,00 € [D]

Sicher dir hier dein persönliches Exemplar

Blickwinkel aus großen Augen

Als Emma das neue Abenteuer von Paulchen und Pieks in der Vorschau von esslinger entdeckt hat, war die Freude groß. Denn die beiden Tierfreunde von Laura Bednarski sind ihr seit dem ersten Bilderbuch „Paulchen & Pieks – Heute übernachte ich bei dir!“ ans Herz gewachsen und auch ich hatte direkt Lust, mit ihr das neue Bilderbuch zu erobern.

Und so zog „Paulchen & Pieks – Heute vertragen wir uns wieder!“ wenig später bei uns ein. Was mir zum Zeitpunkt des Regaleinzugs noch nicht ganz klar war, ist, dass uns die Thematik des vorliegenden Bilderbuchs (Streiten und Versöhnen) bereits mit unmittelbarer Wucht treffen wird. Ich ahnte bereits, dass die Räubertochter mit ihren drei Jahren nun ihre ersten „richtigen“ Streitereien im Kindergarten ausfechten wird. Schließlich müssen Kinder im dem Alter auch erst lernen, dass gewisse Dinge in begrenztem Umfang da sind und man sie sich demzufolge teilen bzw. man sich mit dem Spielen abwechseln muss. Dass sich da selbst Freunde mal in die Wolle kriegen, ist völlig normal. Als Emma mir aber das erste Mal den Satz „Dann bist du nicht mehr mein Freund!“ entgegenschleuderte, war ich ehrlich gestanden, etwas entsetzt. Bei uns zuhause konnte sie sich diesen Satz nicht aufgeschnappt haben und so lag die Vermutung nahe, dass er im Kindergarten gefallen sein muss. Wenig später hörte ich ihn selbst bei einem anderen Kindergartenkind als ich Emma abholte und da hatte ich meine Pappenheimerin!

„Du bist nicht mehr mein Freund“, ruft Pieks. Er ist enttäuscht und richtig wütend. „Und du bist auch nicht mehr mein Freund!“, gibt Paulchen zurück – weil Pieks seine Entschuldigung gar nicht hören mag.“

Ich musste daher sehr schmunzeln, als ich feststelle, dass sich Laura Bednarski in ihrem neuen Bilderbuchabenteuer für den Dialog von Paulchen und Pieks eben jenem Wortlaut bedient, der auch bei uns gerade sehr präsent ist. Leider verwendet die Räubertochter den Satz oft in Situationen, in denen es nicht nach ihren Vorstellungen läuft und sie meint, sie könne mich mit der Drohung, fortan nicht mehr ihr Freund zu sein, zu einer anderen Antwort bewegen. Dass Kinder in der Autonomiephase oft von ihren Emotionen überwältigt werden und sich dadurch schnell zu Hitzköpfen entwickeln, ist mir bekannt, ich hoffe dennoch, dass wir für Emma alternative Worte finden werden, mit denen sie ihrer Enttäuschung und Wut Ausdruck verleihen kann.

Auch Paulchen und Pieks entwickeln sich in der Auseinandersetzung um den verschwundenen Riesenpilz zu Hitzköpfen. Bei Pieks macht sich schnell Enttäuschung und Wut breit, bei Paulchen in erster Linie Scham. Doch als Pieks ihn damit konfrontiert, durch das alleinige Verdrücken des Pilzes fortan nicht mehr sein Freund sein zu dürfen, verwandelt sich seine Scham schnell in Wut. Der Dialog der beiden Freunde und das darauffolgende „Einander aus dem Weg gehen“ verdeutlicht Kindern gut, wie schnell wir in Momenten des Streits unbedachte Worte zueinander sagen und wie sehr wir diese oft schon wenig später bereuen. Auch Paulchen und Pieks merken, dass sie eigentlich gar nicht ohne einander spielen wollen und sich einander vermissen. Es sind die Worte von Mutter Igel, durch die Bednarski den Kindern einen wunderbaren Lösungsansatz zum Versöhnen an die Hand gibt.

„Zu Hause fragt Pieks Mama Igel um Rat. „Auch die allerbesten Freunde streiten mal“, beruhigt sie ihn. „Das gehört einfach dazu. Mach Paulchen doch eine kleine Freude und fragt ihn, ob er wieder dein Freund sein möchte!“

Mit ihren farbenfrohen und detailreichen Illustrationen in Großformat, aber auch treffenden und wohlformulierten Zeilen ist es Laura Bednarski gelungen, kleinen Kindern die Thematik des sich Streitens und Vertragens spielerisch nahezubringen. Mit ihrer Geschichte greift sie nicht nur ein wichtiges Thema der Entwicklung von Kleinkindern auf, sondern verdeutlicht ihren kleinen Lesern auch, dass kleine Streitereien zum Leben dazugehören und dass sie sich in der Regel mit kleinen Gesten der Zuneigung und entschuldigenden Worten schnell wieder aus der Welt schaffen lassen sollten.

„Streiten ist zwar nicht schön, aber es gehört dazu! Das wissen die beiden Freunde jetzt. „Und beim nächsten Mal vertragen wir uns schneller wieder“, lachen Paulchen und Pieks.“

Blickwinkel aus kleinen Augen

Emmas Urteil:

 

Hat dir das Buch gefallen?

Oh ja!

Worum geht’s im Buch:

Um zwei Freunde, die sich streiten

 

Lieblingsstelle im Buch:

Als Paulchen bei Pieks ins Fenster spitzt

Bester Leseplatz:

Auf dem Kuschelteppich

 

Was hat dir am besten gefallen?

Dass Pieks Paulchen mit Zimtschnecken überrascht

Wird zu:

einem guten Freund

[Werbung, da Verlinkung im Text. Dieses Buch wurde mir freundlicherweise von Thienemann Esslinger als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt.]

Ich back‘ mir die Welt, widdewidde wie sie mir gefällt!

[Werbung, Verlosung] Jungs spielen gerne mit Autos, sie sind laut, stürzen sich als Pirat, Ritter oder Astronaut in waghalsige Abenteuer und tragen am liebsten Blau. Mädchen hingegen spielen lieber mit Puppen, sie sind ruhig und schüchtern, stylen sich gerne wie Germany’s next Topmodel und träumen davon eines Tages Prinzessin zu werden. Deshalb ist Rosa auch genau ihre Farbe! 

Genderklischees dieser Art gibt es wie Sand am Meer. Oft sind sie so fest in unseren Köpfen verankert, dass man sich nur schwer von ihnen lösen kann, man ganz aus Gewohnheit alte Denkweisen und Verhaltensmuster beibehält. Kleidung, Berufe und Hobbies vermeintlich geschlechtsspezifisch auswählt, sich den Regeln der Gesellschaft unterordnet. Dabei streben wir doch alle nach individueller Entfaltung. Wollen selbst entscheiden, was wir am liebsten mögen. Und zu eigenständigen Persönlichkeiten heranwachsen. Und das von klein an!

Kinderbücher, die mit Rollenklischees aufräumen, sind noch rar, aber immer mehr im Kommen. Mit „Robert weltbester Kuchen“ von Anne-Kathrin Behl heißen wir eine Bilderbuchperle in unserem Bücherregal willkommen, die genau dort angesiedelt ist, wo wir uns wohlfühlen: in einer Welt frei von Geschlechterstereotypen. Einer Welt, widdewidde wie sie uns gefällt! 

„Robert’s weltbester Kuchen“ – Anne-Kathrin Behl

NordSüd Verlag, Hardcover, ab 4 Jahren, 32 Seiten, erschienen am 18. Juli 2020, Preis 15 € [D], ISBN: 978-3-314-10534-0, hier geht’s zum Buch

Mit wunderbar farbenfrohen und lebensbejahenden Illustrationen bringt Anne-Kathrin Behl einen Vater-Sohn-Tag von Robert und seinem Vater zu Papier. Robert steht der Sinn nach einem Salzteigkuchen: dem weltbesten um genau zu sein. Er malt dafür sogar eigene Einladungskarten. Schließlich muss so ein Kuchen gebührend gefeiert werden und sollte nicht alleine „verzehrt“ werden. Schließlich macht allein essen dick! Doch als ein Windstoß über den Balkon weht, werden die meisten von Roberts Einladungskarten erfasst und vom Wind davongetragen. Zwei letzte Karten bleiben auf dem Tisch übrig: gerade noch genug, um Hund Mopsi und Papa zum Kuchenfest einzuladen.

Und so macht sich Robert ans Werk. Man staune, was so alles auf seinem Kuchen Platz findet: eine Hand voll Spielzeugtiere, kleine Autos und Sterne landen darauf, Bausteine werden zu Streuseln und Murmeln zu wunderbarem Belag. Ein paar Buntstifte dienen ihm als Kerzen. Gerade als er seinen Kuchen vollendet hat und sich mit Papa ans Kuchenessen machen will, klingelt es an der Tür, und nochmal und nochmal. Denn der Wind hat die Karten in die ganze Nachbarschaft getragen. Und natürlich wollen alle Nachbarn beim Kuchenfest dabei sein. Wie gut, dass Roberts Papa genügend Salzteig parat hat und die Party nun mit der ganzen Nachbarschaft steigen kann!

Es lebe die Diversität!

Dieses Bilderbuch steht Klischees und Stereotypen nicht nur mit lässiger Gleichgültigkeit gegenüber, sondern lebt auch von gehörig Humor und Diversität. Schon der Blick in Roberts Kinderzimmer sorgt für Begeisterung. Denn eine Spielküche lädt Robert zum Kochen für all seine Kuscheltiere ein, die es sich in den Regalreihen  und im Puppenwagen gemütlich gemacht haben. Einhörner fühlen sich bei ihm genauso wohl wie Dinosaurier, aus einem Meer von Bauklötzen ragen Puppenköpfe hervor und in einer großen Kiste sind die Kostüme für Meerjungfrau, Prinzessin und Ritter zu erspähen.

Roberts Papa begegnet uns im rosafarbenen AB:CD – Shirt (das ich persönlich sehr feiere!) und drolligen rosa Häschenpuschen, die im Kontrast zu seinen tatöwierten Armen, dem Bart und der karierten Schiebermütze stehen. Stricken scheint für ihn mindestens genauso entspannend wie für Frauen zu sein und auch vor dem Basteln und Backen mit seinem Sohnemann schreckt er nicht zurück. Warum auch!? Ist ja das normalste der Welt. 

Und wer einen Blick auf die Gäste des Kuchenfestes wirft, wird staunen. Denn die Nachbarschaft setzt sich nicht nur aus Jung und Alt, sondern auch aus den unterschiedlichsten Kulturen zusammen (da bleibt selbst ein Monster nicht aus!). Und so reiht sich eine alte Frau mit Rollator neben einem Punker mit Irokesenschnitt ein und steht direkt hinter einem Vater mit Dutt und Tragetuch, einem Inder mit Turban und einem Eskimo. Denn bei Roberts Kuchenfest sind alle Hautfarben und Religionen willkommen. Durch das Zutun der Gäste entstehen nicht nur die wildesten Kuchen, die die Welt je gesehen hat, sondern auch eine Vielfalt sondergleichen! Es lebe die Diversität!

Eine Blogparade mit Verlosung: Roberts weltbester Kuchen 

Zu Ehren dieses wunderbar diversen Bilderbuches hat Eliane von Mint & Malve eine Blogparade ins Leben gerufen, für die ich sofort Feuer und Flamme war. Denn Anne-Kathrin Behls farbenfrohes Werk schert sich nicht um Stereotype, zeigt uns eine Momentaufnahme aus dem Alltag eines wunderbaren Vater-Sohn-Gespanns, das man nur ins Herz schließen kann.

Bei Eliane sind alle teilnehmende Blogs der Blogparade zu finden. Und es lohnt sich gleich doppelt sich durch die Beiträge der teilnehmenden Bloggerinnen zu lesen. Denn hier kommt nicht nur eine Vielzahl an unterschiedlichen Blickwinkeln zusammen, sondern man kann auch bei uns allen ein Exemplar von „Roberts weltbester Kuchen“ mit Widmung und kleiner Extra-Illustration von Anne-Kathrin Behl ergattern. Ich habe mich dieses Mal für die Verlosung auf Instagram entschieden. Mit einem Klick kommst du zum Beitrag.

Die Teilnahmebedingungen findest du im Post auf Instagram.

Viel Glück!

Ein Salzteig-Rezept von uns für euch

Emma und ich waren sofort Feuer und Flamme, uns an eigenen Salzteigkreationen zu versuchen. Und so haben wir kurzerhand Gebäck, Törtchen und einen Kuchen gebacken, der dem weltbesten Kuchen von Robert schon ganz nahe kommt. Da die Räubertochter in meinen Augen mittlerweile aus dem Alter raus ist, alles in den Mund zu nehmen und zu unterscheiden, mit was sie spielen und was sie essen kann, habe ich mich dazu entschieden, Törtchen und Kuchen (mit nicht Kindermund gerechter) Acrylfarbe anzumalen. Alternativ kann man den Teig auch mit Lebensmittelfarbe oder Kakaopulver einfärben.

Gerne geben wir euch das Salzteig-Rezept an die Hand, mit dem wir gute Erfahrung gemacht haben.

Zutaten für 1 Blech Salzteiggebäck:
300g Mehl
300g Salz
200ml Wasser
1 TL Speiseöl (entspricht etwa 5g)

Rezept und Anleitung:
Den Backofen auf 150°C Umluft vorheizen und ein Backblech mit Backpapier belegen.

Mehl, Salz, Wasser und Öl in einer großen Rührschüssel vermengen und mit einem (Hand)rührgerät oder den Händen zu einem geschmeidigen Teig verkneten. Je feiner das Salz ist, desto feinporiger wird übrigens dann auch Euer Salzteig.

Bei uns sind zwei Brötchen, zwei Brezen, ein Croissant, zwei Zimtschnecken, ein Erdbeertörtchen und eine weltbeste Torte aus der oben stehenden Rezeptur entstanden.

Was würde auf eurem Salzteigkuchen Platz finden?

PS: Herzlichen Dank an Eliane, den NordSüd Verlag und Anne-Kathrin Behl, die diese wunderbare Blogparade mit ihrer Hingabe, den Grafiken sowie den Rezensions- und Verlosungsexemplare bereichert haben! Es war mir ein Fest!

Kinderfreuden #42: Ein Nachtlöwe

„Magnus und der Nachtlöwe“ – Sanne Dufft

Magnus fühlt sich groß und stark mit seinem Hut und seinem Schwert. Aber manchmal fürchtet er sich auch. Vor allem nachts, wenn ihm ein Räuber in seinen Träumen auflauert, der es auf seinen Hut und auf sein Schwert abgesehen hat. Für solche Fälle braucht man einen starken Freund an seiner Seite.

Die Oma erkennt das und schenkt Magnus einen Nachtlöwen. Einen, der Löwenkräfte in ihm heranwachsen lässt. Und plötzlich kann ihm kein böser Traum mehr etwas anhaben. Denn mit seinem Löwen ist Magnus der Allermutigste. Besonders, wenn es dunkel ist.

„Der Nachtlöwe brüllt, oh wie er brüllt. Sie stürmen durch den Wald, dem Räuber hinterher. Wild, verwegen und furchterregend.“

Eckdaten

 

Gebunden, ab 4 Jahren

32 Seiten
21,7 x 23,8 cm
ISBN: 978-3-8251-5113-3

Illustration & Text: Sanne Dufft

Verlag Urachhaus
15,00€ [D]

Sicher dir hier dein persönliches Exemplar…

Blickwinkel aus großen Augen

Es gibt da einen Löwen, der begleitet mich schon ziemlich lange. Einen mit zotteliger Mähne und platt geliebtem Körper, der nicht nur mich, sondern auch meine Schwester getragen hat. Er hat schon viel mitgemacht, Ängste kommen und gehen sehen und sich dabei immer als Beschützer bewährt. Besonders nachts. Man könnte ihn deshalb auch als Nachtlöwen bezeichnen.

Als ich bei Urachhaus das Bilderbuch „Magnus und der Nachlöwe“ entdeckt habe, wusste ich, dass die Geschichte bei Emma einziehen muss. Denn natürlich ist der Löwe längst zu ihr übergegangen, hat den Platz auf ihrem Kuschelteppich eingenommen und erneut seine Stellung als Beschützer bezogen. Und wenn mal ein böser Traum um die Ecke kommt, dann ist er direkt zur Stelle. Genau wie der Nachtlöwe, den Magnus von seiner Oma geschenkt bekommt, als er in seinen Träumen von einem Räuber gejagt wird. Die Nacht erobern sie von da an zusammen. Auf dem Rücken von seinem Löwen fühlt sich Magnus stark. Er ist dann der Allermutigste und kein Räuber der Welt kann ihm noch etwas anhaben.

„Sag Mama, wir haben den Räuber weggejagt. Ihr könnte jetzt schlafen gehen.“

Dieses Bilderbuch vermag so viel. Denn Sanne Dufft gibt darin nicht nur Magnus, sondern auch den kleinen Lesern einen tierischen Freund an die Hand. Einen, der sie nachts beschützen und Löwenkräfte in ihnen heranwachsen lassen kann. Der Nachtlöwe schenkt ihnen Mut, Kraft und Stärke, bestärkt sie darin, sich ihren Ängsten zu stellen. Und so blicken wir schon bald auf einen mutigen Magnus, der mit seinem neuen Freund seine Angst vor dem Räuber überwinden und ein so starkes Selbstbewusstsein aufbauen kann, dass er fortan nicht nur wild, verwegen und furchterregend den nächtlichen Wald unsicher macht, sondern auch zum Beschützer seiner Eltern wird. Es erfüllt ihn sichtlich mit Stolz, diese Aufgabe ganz alleine zu meistern. Und so zeigt Dufft, dass es manchmal nur einer kleinen Geste bedarf, um Kinder zu einer selbständigen Persönlichkeit heranwachsen zu lassen.

Mit ihre lebendigen Bildern, die viele der Buchseiten komplett ausfüllen, sind Dufft nicht nur ganz reizende, sondern auch ganz stimmungsvolle Illustrationen gelungen, die die Emotionen von Magnus perfekt wiederspiegeln. Es kommt sowohl seine Angst vor dem Räuber, als auch sein Mut und seine Stärke, die er mit dem Nachtlöwen entwickeln kann, ganz wunderbar zum Ausdruck. Die zurückhaltenden, aber sehr ausdrucksstarken Zeilen stehen im perfekten Einklang zu den dominierenden Illustrationen. Durch sie vermittelt Dufft auch, dass ein so tierischer Freund wie Magnus‘ Nachtlöwe, Zuwendung und Pflege bedarf. Sie zeigt den Kindern damit, was Freundschaft ausmacht.

Es macht unglaublich viel Freude, mit Magnus und dem Nachtlöwen durch die Nacht zu reiten. Und mit jeder Seite werden auch Emma und ich ein wenig wilder, verwegener und furchterregender. Unser Löwe hört längst auf den Spitznamen „Nachtlöwe. Es freut mich so sehr, dass mit diesem Buch die Geschichte unseres Löwen für immer verewigt ist.

„Magnus hat einen Hut. Mit dem Hut ist er groß. Und er hat ein Schwert. Mit dem Schwer ist er stark. Jetzt hat er auch einen Löwen. Mit seinem Löwen ist Magnus der Allermutigste. Besonders, wenn es dunkel ist.“

Blickwinkel aus kleinen Augen

Emmas Urteil:

 

Hat dir das Buch gefallen?

Oh ja. Ich mag es total gerne.

Worum geht’s im Buch:

Um meinen Nachtlöwen

 

 

 

Lieblingsstelle im Buch:

Als Magnus mit dem Löwen durch die Nacht reitet

Bester Leseplatz:

Auf dem Kuschelteppich

 

 

Was macht der Nachtlöwe, wenn er mit Magnus durch die Nacht reitet?

„Roarrr!“

(er brüllt gaaanz laut)

Wird zu:

einer Eroberin der Nacht

 

[Werbung, da Verlinkung im Text. Dieses Buch wurde mir freundlicherweise vom Verlag Urachhaus als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt.]

 

 

Kinderfreuden #38: Die Welt aus Kinderaugen

„Als ich noch ein Kind war“ – Andy Stanton & David Litchfield

„“Als ich noch ein Kind war“, erzählte die Großmutter, „war die Welt ein einziges Blütenmeer.“ Eiscreme-Schmetterlinge schwebten rings umher.“

Emilys Großmutter sehnt sich in ihre Kindheit zurück. Denn die Welt, die ihr heute so grau und trostlos erscheint, begegnete ihr damals noch bunt und magisch. Doch Emily weiß, dass die Magie nicht wirklich verschwunden ist, sondern man nur genau hinsehen muss, um sie zu entdecken. Und so nimmt sie ihre Oma mit auf eine faszinierende Entdeckungsreise durch eine Welt, die an Zauber nicht verloren hat.

Eckdaten

 

Hardcover, ab 3 Jahren

32 Seiten
24 x 30 cm
ISBN: 978-3-7616-3325-0

Illustration: David Litchfield
Text: Andy Stanton

J.P.Bachem Verlag
14,95 € [D]

Sicher dir hier dein persönliches Exemplar…

Blickwinkel aus großen Augen

Ich kann mich noch gut an die Gespräche mit meiner Oma erinnern, die den Spruch „Früher war alles besser.“ förmlich gelebt hat. Die Trostlosigkeit, mit der sie die heutige Welt oft verband, ist auch Emilys Oma vertraut, weshalb ich mich auf Anhieb in der Konstellation aus Großmutter und Enkeltochter in diesem Bilderbuch wiedergefunden habe.

„Ach, ich wünschte, du hättest die Welt gekannt, so wie ich, hell und glitzernd, wie ein Diamant.“

Dass der Blickwinkel entscheidend ist, das zeigen Andy Stanton und David Litchfield in ihrem gemeinsamen Bilderbuch „Als ich noch ein Kind war“ auf wunderbarste Weise. Denn sie lassen uns die Welt aus Kinderaugen sehen, uns mit Elefanten und Eiscreme-Schmetterlingen durch die Luft fliegen, die Hochzeit von Erde und Sonne betanzen und die Treppe bis hinauf zu den Sternen nehmen. Es ist die Fantasie der Kinder, die keine Grenzen kennt; ihr unvoreingenommener Blick auf die Welt und ihre bewundernswerte Fähigkeit, in den kleinsten und unscheinbarsten Dingen etwas Wunderbares zu sehen. 

„Komm, lass uns gemeinsam die Wunder entdecken, die in allem und jedem Ding der Welt stecken.“

Und so reisen wir in diesem farbenfrohen Bilderbuch mit den Kindern nicht nur durch die magische Welt der Großmutter, die im Schwelgen ihrer Erinnerungen selbst wieder zum Kind wird, sondern auch mit Emily zu ganz wunderbar magischen Orten der heutigen Zeit. Sie sind der Oma nicht fremd. Es ist nur ihr Blick auf die Dinge, der mit der Zeit rationaler geworden ist; die Augen für das Wunderbare, die sie zwischenzeitlich verschlossen hat.

Doch Emily lässt sich nicht beirren. Sie weiß, dass die Welt nicht ihre Magie verloren hat. Die Orte, die sie ihrer Oma zeigt, haben an Faszination und Zauber nichts eingebüßt. Es ist nur der Blick, mit denen man sie betrachten muss. Und so gibt Emily ihrer Großmutter langsam aber sicher wieder die Augen für das Wunderbare zurück und plötzlich erkennt auch sie die Lebendigkeit und Magie, von der sie die ganze Zeit umgeben war: die bunten Regentropfen, die vom Himmel fallen, die tickenden Blumenuhren, die mit der Sonne um die Wette strahlen und die flinken Fischpferdchen, die an ihren Füßen vorbei schwimmen.

Dass den Illustrationen von David Litchfield ein besonderer Zauber innewohnt, weiß ich seit dem Bilderbuch „Der Bär am Klavier“. Schon damals waren mein Neffe und ich von den liebevollen und magischen Bildern fasziniert, die uns die Geschichte eines Bären, der sein Talent fürs Klavierspielen entdeckt, erzählten. Und auch in „Als ich noch ein Kind war“ begeistert Litchfield mit zauberhaften Illustrationen, die sich mit besonderer Intensität und Strahlkraft präsentieren. Mit Stantons begleitenden Zeilen in Reimform entsteht hier eine wunderbare Bilderbuch-Hommage an die Kindheit. Es scheint, als wollen sie uns gemeinsam in Erinnerung rufen, dass der Zauber der Kindheit nicht fort ist, sondern wir nur lernen müssen, die Welt wieder aus Kinderaugen zu sehen. Und so ist das Bilderbuch nicht nur eine wahre Bereicherung für kleine, sondern auch für große Augen. 

„Die Magie unserer Welt macht vor niemandem halt, ganz gleich ob du jung bist, oder alt.“

Blickwinkel aus kleinen Augen

Emmas Urteil:

 

Gefällt dir das Buch?

Ja, sehr!

Was hat dir besonders gefallen?

Dass Menschen und Elefanten fliegen können

 

 

Lieblingsstelle im Buch:

Die Hochzeit von Sonne und Erde, die Luftballons, die den Himmel erobern

Bester Leseplatz:

Auf dem Kuschelteppich

 

 

 

Worauf macht das Buch Lust?

die Welt zu entdecken

Springt in:

die Parade tanzender Menschen

 

[Werbung: Dieses Buch wurde mir freundlicherweise vom J.P. Bachem Verlag als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt]

Kinderfreuden #34: Ein Unterwasserabenteuer

„Meer – Die Welt unter den Wellen“ – Britta Teckentrup

Das leuchtende Korallenmeer ist voller Wunder – schau mal her!

Das Meer ist ein Tummelplatz voller faszinierender Meeresbewohner: hier finden sich anmutige Seepferdchen zum Tanz; Fische, Quallen und Oktopusse schwimmen zwischen den Algen umher, knisternde Aale schleichen über den Meeresboden und Buckelwale und Delfine schwimmen unter der Wasseroberfläche um die Wette.

Dieses Bilderbuch schickt seine Leser auf ein faszinierendes Unterwasserabenteuer. Es zeigt ihnen nicht nur den Facettenreichtum des Meeres, sondern gibt ihnen auch ein achtvolles Miteinander mit auf den Weg, durch die wir das Meer und seine Bewohner schützen können.

Eckdaten

Hardcover, ab 4 Jahren

32 Seiten
280 x 232 mm
ISBN: 978-3-8458-3016-2

Illustration: Britta Teckentrup
Übersetzt von: Cornelia Boese

arsEdition

15,00 €

Sicher dir hier dein persönliches Exemplar…

Blickwinkel aus großen Augen

Schon seit Jahren weiß ich um die wundervollen Bilder, die Illustratorin Britta Teckentrup mit ihrem Pinsel zum Leben erweckt. Mit „MEER – Die Welt unter den Wellen“ ist das erste Bilderbuch aus ihrer Hand in das Bücherregal meiner Räubertochter eingezogen.

Als ich das Bilderbuch auf der „Münchner Bücherschau junior“ entdeckt habe, konnte ich selbst kaum die Augen davon abwenden. Es kommt so bunt, lebendig und wunderschön daher, dass man sich kaum daran sattsehen kann. Und als uns das Buch dann zuhause erreicht hat und ich sah, wie viel Freude Emma damit auf Anhieb hatte, wusste ich, dass es nicht bei einem Werk der Illustratorin bleiben wird.

Mit ihren Bildern, die auf nahezu magische Weise daherkommen, nimmt Teckentrup die Kinder mit auf eine wundervolle Reise durch die Unterwasserwelt. Und dabei lernen sie nicht nur die wunderschöne Unterwasserlandschaft und ihre Meeresbewohner kennen, sondern wissen bald auch um die Gefahren, die sie umgibt. Denn in den Bildern begegnen wir nicht nur tanzenden Seepferdchen, zahlreichen Fischen, glänzenden Aalen und glitzernden Quallen, sondern auch einem gefährlichen Hai.

Doch die Natur ist erfinderisch und so zeigt Teckentrup, wie zahlreiche Meeresbewohner für die Gefahr gewappnet sind: dass die Stacheln des Feuerfischs voller Gift sind, der Kugelfisch sich aufblähen und der Tintenfisch mit Tinte um sich spritzen kann. Und dass auch die kleinsten Fische sich zu einem Schwarm zusammenfinden und in der Formation als großer Fisch ihre Feinde in die Flucht schlagen können. Doch auch die Größten unter den Meeresbewohnern bleiben in diesem Bilderbuch nicht unerwähnt, und so schwimmen auch Delfine, Wale und Seekühe durchs Bild. Durch die begleitenden Texte, die in Reimform daherkommen und wunderbar in den Kopf gehen, lernen wir, wie klug und flink Delfine sind, wie der der Wal als Meereskönig das Meer zum Klingen und die sonderbaren Seekühe ihre Umgebung zum Erschüttern bringen können.

Doch das Bilderbuch, das darüber hinaus mit zahlreichen Gucklöchern versehen ist und bereits klitzekleine Einblicke auf die nächste Seite freigeben, eignet sich nicht nur wunderbar zum Entdecken, sondern auch, um den Kindern einen respektvollen Umgang mit dem Meer nahezubringen. Ihnen zu verdeutlichen, wie wichtig es ist, die Weltmeere sauber zu halten und damit den Lebensraum zahlreicher Meeresbewohner aufrecht zu erhalten.

Das Bilderbuch ist eine wahre Bilderbuchperle. Durch seine farbenfrohen und leicht zugänglichen Illustrationen ermöglicht es schon den Kleinsten einen Zugang zur Geschichte zu finden. Und so wundert es mich nicht, dass die Geschichte dieses Bilderbuchs, die für Kinder ab vier Jahren empfohlen wird, von Emma bereits ohne Probleme erfasst werden kann. Ihrem aufmerksamen Blick ist nicht entgangen, dass fast auf jeder Seite ein Clownfisch zu erspähen ist, den wir den Namen Nemo gegeben haben!

Uns so hat dieses Bilderbuch unser Herz im Sturm erschwommen!

„Korallenriffe sind ein Schatz, ein Meerestiere-Tummelplatz. Drum schützt das Meer, den Zauberort, und alle unsre Freunde dort!

Blickwinkel aus kleinen Augen

Emmas Urteil:

 

 

Gefällt dir das Buch?

Oh ja!

Was hat dir besonders gefallen?

Die tanzenden Seepferdchen, die glitzernden Quallen

 

 

Lieblingsmeeresbewohner im Buch:

Der Clownfisch Nemo

Lieblingsstelle im Buch:

Als der Ozean im Dunkeln zu Funkeln anfängt

Bester Leseplatz:

Auf dem Kuschelteppich, von allen kuscheligen Meeresbewohnern umgeben

 

Worauf macht das Buch Lust?

Auf einen Tauchgang unter Wasser

Schlüpft in die Rolle von:

Einer kleinen Entdeckerin

[Werbung: Dieses Buch wurde mir freundlicherweise von arsEdition als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt]

Kinderfreuden #32: Im Dunkel ist gut munkeln

„Die Geschichte vom kleinen Siebenschläfer, der überhaupt keine Angst im Dunkeln hatte“ – Sabine Bohlmann & Kerstin Schoene

Eines Abends beschließt der kleine Siebenschläfer draußen zu schlafen. Die kleine Haselmaus hat ihm verraten, dass man nachts die Sterne beobachten, Glühwürmchen fangen und die Dunkelheit bestaunen kann. Mit seiner Schuffeldecke baut er sich ein improvisiertes Zelt und wartet, bis die Dunkelheit hereinbricht.

Dass die Nacht ihm Angst machen könnte, glaubt er nicht. Doch als er von der Finsternis umgeben ist, ist ihm doch etwas mulmig zumute. Und als dann noch ein Heulen und Rascheln die Nacht erfüllt, überlegt er sich kurz, doch wieder zu seiner Mama in die Höhle zurückzugehen. Aber da kuschelt sich schon die kleine Haselmaus an seine Seite um ihm in der Dunkelheit Gesellschaft zu leisten.

Gemeinsam stellen sie sich ihren Ängsten und finden Wege, der unheimlichen Finsternis zu begegnen. Auch der Wolf und der Hase verraten ihnen ihr ganz persönliches Geheimrezept für die Dunkelheit und so erobern die vier Freunde schon bald die Nacht zusammen. Und während sie so die funkelnden Sterne und den hell erleuchteten Mond am Nachthimmel bestaunen, schläft einer nach dem anderen ein.

Eckdaten

Gebunden, ab 4 Jahren

32 Seiten
296 x 237 mm
ISBN: 978-3-522-45928-0

Text: Sabine Bohlmann
Illustration: Kerstin Schoene

Thienemann 

13,00 €

Sicher dir hier dein persönliches Exemplar…

Blickwinkel aus großen Augen

Mit dem Einzug des Pappbuchs „Der kleine Siebenschläfer – Das ist doch nicht gemütlich“ hat sich der kleine Siebenschläfer direkt in unser Herz geschlichen. Emma mochte den kleinen Siebenschläfer auf Anhieb, sie zog monatelang kein anderes Buch aus dem Regal und forderte die Geschichte allabendlich als Gute-Nacht-Geschichte ein.

Doch mit der Zeit werden die Pappbücher immer weniger interessant und die Faszination um die großen Bilderbücher wächst. Und so war es klar, dass irgendwann eine gebundene Ausgabe des kleinen Siebenschläfers bei uns einziehen muss. Wir haben uns dabei für „Die Geschichte vom kleinen Siebenschläfer, der überhaupt keine Angst im Dunkeln hatte“ entschieden, dem 5. Band der Reihe, die sich großer Beliebtheit erfreut. Denn ich nahm an, dass die Angst um die Dunkelheit auch bald meine Räubertochter erfassen könnte und ich wollte für den Notfall ein Buch parat haben, das hier erfolgreich gegensteuert.

Mit diesem Bilderbuch gelingt der Umgang mit der Dunkelheit meines Erachtens ganz wunderbar, auch wenn Emma bis dato noch keine Anzeichen von Angst vor der Dunkelheit gezeigt hat. Denn was Sabine Bohlmann und Kerstin Schoene hier geschaffen haben, ist nicht nur ein weiterer Band um den kleinen Siebenschläfer und seine Freunde, sondern auch eine Geschichte um die Schönheit der Nacht.

Im vertrauten Siebenschläfer – Stil vermittelt Schoene den kleinen LeserInnen die Facetten der Dunkelheit, zaubert erklärende Licht- und Schatten-Effekte, leuchtende Glühwürmchen und einen glitzernden Nachthimmel ins Buch. So kommt die Dunkelheit schon bald nicht mehr nur dunkel, sondern auch geheimnisvoll und faszinierend daher. Der begleitende Text von Sabine Bohlmann schmiegt sich dabei sehr harmonisch an die großflächigen Bilder, die sich oft über zwei Seiten erstrecken und das Buch dominieren. Mit Bohlmanns Zeilen, die größtenteils in weiß auf dunklem Hintergrund daherkommen, entsteht hier ein wunderbar stimmiges Ensemble, dass perfekt zur Szenerie des Nachthimmels passt.

Doch Bohlmann und Schoene erzählen den Kindern hier nicht nur eine wunderbare Geschichte, sie geben ihnen auch jede Menge Möglichkeiten an die Hand, wie sie der Dunkelheit begegnen können. So rät die kleine Haselmaus dem kleinen Siebenschläfer beispielsweise, die Augen zu schließen, um die Dunkelheit nicht mehr zu sehen (was für uns Erwachsene natürlich keinen Sinn macht, den Kindern aber durchaus helfen könnte); der Wolf empfiehlt, durch das Anheulen des Mondes Mut zu fassen, und der Hase versucht die Dunkelheit einfach mit Licht zu vertreiben.

Als besonders gelungene Komponente ist mir der wiederholende Textbaustein „Wir haben doch keine Angst. Üüüüberhaupt kein klitzekleines winziges bisschen.“ begegnet, der nicht nur die möglich aufkeimende Angst in der Dunkelheit immer wieder ins Spiel bringt, sondern ihr gleichzeitig auch mit Humor und Charme entgegenwirkt.

Mit der neuen Geschichte um den kleinen Siebenschläfer ist dem Duo erneut ein wunderbar atmosphärisches Bilderbuch gelungen, das als ideale Gute-Nacht-Geschichte und hilfreicher Wegbegleiter zum Einsatz kommt.

Blickwinkel aus kleinen Augen

Emmas Urteil:

Gefällt dir das Buch?

Ja

Lieblingsstelle im Buch:

als das Wolfsgeheul den Nachthimmel erfasst und Emma eine Eule anstatt einen Wolf dahinter vermutet (was ich verstehen kann)

 

 

Worum geht es im Buch?

um die Dunkelheit der Nacht, um Angst, die man vor dem Dunkeln hat

Beste Lesezeit:

Vor dem Schlafen, oder auch am Tag (mit dem Buch lässt es sich hervorragend ins Kuscheltipi zurückziehen)

Worauf macht das Buch Lust?

Die Dunkelheit mit anderen Augen zu betrachten

 

 

Wo steht das Buch?

Eigentlich im Bücherwagen im Kinderzimmer, es verirrt sich aber öfter mal in ihre Kuschelhöhle im Tipi
[Werbung: Dieses Buch wurde mir freundlicherweise von Thienemann-Esslinger als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt]

 

Blogparade „Liebe“ – All you need is love + Giveaway

Gedanken und Impressionen zu „Liebe“ von Quentin Gréban & Hélène Delforge

Liebe

Substantiv, feminin [die]

  1. 1a.[ohne Plural] starkes Gefühl des Hingezogenseins; starke, im Gefühl begründete Zuneigung zu einem [nahestehenden] Menschen“mütterliche, kindliche, reine, innige Liebe“
  2. 1b.[ohne Plural] auf starker körperlicher, geistiger, seelischer Anziehung beruhende Bindung an einen bestimmten Menschen, verbunden mit dem Wunsch nach Zusammensein, Hingabe o. Ä.“die wahre, große Liebe“

Synonym: Gefühl, Herzenswärme, Hingabe, Leidenschaft, Akt körperlicher Zuneigung

Und da kam die Liebe

Die Liebe war ganz lange nur ein Wort für mich, das ich nicht wirklich zu greifen vermochte. Fünf Buchstaben, denen in meinen Augen eine viel zu große Bedeutung zugesprochen wurde, als sie es verdient hätte. Welche Magie von ihr ausgehen kann, habe ich erst gelernt, als ich meinem Herzensmann begegnet bin und mich von da an eine so ehrliche Liebe umfing, wie ich es bis dato nicht kannte.  

Wie viele Menschen streben nach der einen wahren Liebe? Sie wünschen sich den Partner fürs Leben; eine Liebe, die niemals vergeht und bis ins hohe Alter anhält. Ich finde, wir sollten uns davon freimachen, die Liebe einem einzelnen Menschen oder einer bestimmten Dauer zu zusprechen. Oft übersehen wir beim Blick in die Ferne nämlich die Liebe, die uns längst umgibt. Eine Liebe, die sich in kleinen Gesten versteckt; eine innige Zuneigung, die oft für selbstverständlich gehalten wird und es dennoch nicht ist, wie z.B. die Liebe zwischen Eltern und ihren Kindern, Geschwisterliebe oder auch die Liebe zu einem Haustier.

Mittlerweile bin ich mir sicher, dass man nach der Liebe nicht suchen kann, sondern sie einen findet. Meist überrascht sie dich, wenn du am wenigsten mit ihr rechnest. Bei manchen schneit sie früher, bei manchen erst später rein. Ganz gewiss aber begegnest du ihr irgendwann in deinem Leben auf irgendeine Weise. Nur vielleicht nicht so, wie du es dir vorgestellt hast.

Der Facettenreichtum von Liebe

Was es ist
 

Es ist Unsinn
sagt die Vernunft
Es ist was es ist
sagt die Liebe

Es ist Unglück
sagt die Berechnung
Es ist nichts als Schmerz
sagt die Angst
Es ist aussichtslos
sagt die Einsicht
Es ist was es ist
sagt die Liebe

Es ist lächerlich
sagt der Stolz
Es ist leichtsinnig
sagt die Vorsicht
Es ist unmöglich
sagt die Erfahrung
Es ist was es ist
sagt die Liebe

Erich Fried

Die Liebe ist so facettenreich, dass man sie eigentlich nur schwer in Worte fassen kann. Sie begegnet uns nicht nur in unterschiedlichstem Gewand, sondern ruft auch die unterschiedlichsten Gefühle in uns hervor. Da ist von Schmetterlingen im Bauch bis hin zu Eifersucht, Wut oder auch Hass alles dabei. Denn Liebe bringt nicht nur positive, sondern auch negative Seiten in uns zum Vorschein. Sie kann Überhand nehmen, Emotionen überkochen und Situationen eskalieren lassen. Sie kann uns zum passenden oder unpassenden Zeitpunkt ereilen. Von uns Besitz ergreifen. Uns rundum glücklich, aber auch leichtsinnig, unvernünftig oder unglücklich machen. All das kann die Liebe, und noch viel mehr.

Als ich Mutter wurde und meiner Tochter das erste Mal in ihre kleinen Augen sah, umfing mich die Liebe mit derartiger Wucht, dass ich vor Glück geweint habe. Selten habe ich einen so emotionalen Moment erlebt, wie zu ihrer Geburt. Heute schafft sie es bereits mit ihren zarten zwei Jahren, eine ganze Bandbreite an Emotionen in mir hervorzurufen, die immer von der Liebe zu ihr geprägt sind und dennoch so unterschiedlich ausfallen. Es sind Momente des Stolzes, der innigen Zuneigung, aber auch der Verzweiflung, Enttäuschung und Wut. Es ist die Liebe zwischen einer Mutter und ihrem Kind. 

Wir alle erleben diese Momente der Liebe Tag für Tag – der eine mehr, der andere weniger. Heute, am Tag der Liebe, möchte ich dich dazu einladen, in dich zu gehen, und dir eine Reihe von Momentaufnahmen in Erinnerung zu rufen, die von der Liebe geprägt sind.  Einige davon haben es in ein ganz besonderes Bilderbuch geschafft, das ich dir im Anschluss kurz vorstellen und am Ende unter allen Lesern verlosen möchte.

Wo uns die Liebe schon alles begegnet ist

  • im Treppenhaus meines Elternhauses: von der Jugendliebe verlassen, von meiner Hündin getröstet
  • zwischen den Seiten von zwei Buchdeckeln
  • auf dem Spielplatz: hoch oben in der Luft beim Schaukeln
  • beim Abschiednehmen am Zug
  • über die Distanz zweier Länder: wenn die Liebe zwischen Deutschland und Belgien schwebt
  • auf der Wiesn: als ich meinem Herzensmann begegnet bin
  • am Nachbartisch im Restaurant: wie ein altes Ehepaar sich gegenseitig die Speisekarte vorliest
  • im Bett: wenn die Räubertochter sich nachts zwischen Mama und Papa kuschelt
  • am Fell eines Fuchses: wenn das Kuscheltier heiß und innig geliebt wird
  • Emmas Freude beim Anblick von Oma und Opa
  • in der Kita: wenn man sich von Mama/Papa nur schwer trennen kann
  • auf dem Gipfel eines Berges: wenn die Liebe zu den Bergen in der Luft liegt
  • bei der Geburt meiner Tochter: Backe an Backe auf dem OP-Tisch
  • auf der Buchmesse: wenn die Liebe zum Buch allgegenwärtig ist
  • unter der Bettdecke meiner Tochter: beim Zubett bringen erschöpft eingeschlafen

Wenn ein Buch für Liebe steht

„Liebe“ ist ein Bilderbuch, das sich hauptsächlich an Erwachsene aber auch an größere Kinder richtet und ein ganzes Potpourri an Momentaufnahmen in sich birgt, die durch das Zutun von Liebe entstehen können. Denn es existieren mindestens so viele Arten von Liebe, wie es Verliebte gibt.

Um den Lesern eine grobe Vorstellung vom Facettenreichtum der Liebe zu geben, wurde das Bilderbuch auf 72 Seiten mit harmonischen Ensembles versehen, die sich aus Quentin Grébans Illustrationen und Hélène Delforges Zeilen zusammensetzen. Es sind Momentaufnahmen liebender Menschen, wie sie das Leben schreibt. So rein und ungeschönt, dass sie dich mitten ins Herz treffen. Manche Szenen sorgen für Verzückung, andere wiederum versetzen dich in großen Aufruhr, denn Gréban und Delforge zeigen nicht nur eine ganze Reihe von Momenten voller Freude, sondern auch voller Angst, Trauer und Enttäuschung. Sie bedienen sich an junger und alter Liebe, der Liebe zwischen zwei Frauen, an offensichtlicher und verborgener Liebe oder auch an einer vergangenen Liebe, die sich in häusliche Gewalt ausdrückt. So fällt ihre Darstellung der Liebe in diesem Bilderbuch keinesfalls kitschig, sondern sehr authentisch aus.  

„Die Hände Liebender streicheln, kneten, massieren, nehmen, unterstützen, tragen, umhüllen, umschlingen, berühren, tippen, kitzeln, kneifen (manchmal). Die Hände Liebender verschließen sich nicht zu Fäusten. Es ist keine Liebe in einer Faust. […] Doch unendlich viel in unseren Händen.“

Das Bilderbuch zelebriert die Liebe mit all ihren Sinnen, spiegelt Sonnen- als auch Schattenseiten des Lebens wieder. Viele Szenerien werden dich gedanklich zurückreisen lassen, zu Momenten aus deinem eigenen Leben und möglicherweise Gefühle vergangener Tage wieder in dir aufflackern lassen. Ich bin mir sicher, dass sich jeder von uns in der ein oder anderen Momentaufnahme wiederfinden wird.

„Liebe“ ist kein Bilderbuch im klassischen Sinne. Es ist genaugenommen ein Buch für alle Liebenden und eine Hommage an die Liebe. Es ist ein Buch, das Frauen wie Männer gleichermaßen erreicht. Und so lasst uns die Vielfalt der Liebe leben, heute und an allen restlichen Tagen des Jahres!

Ein Penny für deine Gedanken – Ein Giveaway für deine Momentaufnahme

Da ich ein von Grund auf sehr neugieriger Mensch bin, würde ich mich ungemein freuen, wenn du mich an einer Momentaufnahme aus deinem Leben teilhaben lassen würdest, die durch das Zutun von Liebe entstanden ist. Vielleicht hast du dich in der ein oder anderen Zeile bereits wiedergefunden, vielleicht möchtest du aber auch etwas zum Ausdruck bringen, das noch gar nicht zur Sprache gebracht wurde.

Verrate mir bis Freitag, den 21. Februar 2020 um 23:59 Uhr deine persönliche Geschichte in Form eines Kommentars und springe damit in den Lostopf für ein Exemplar des Buchs.

Viel Glück!

[Werbung: Dieses Buch wurde mir freundlicherweise von arsEdition für die Verlosung zur Verfügung gestellt.]

[Der Versand des Gewinns erfolgt durch den Verlag arsEdition. Zu diesem Zweck (und nur dazu) gebe ich die Adresse der Gewinnerin/des Gewinners an den Verlag weiter.]