Eine Woge an Worten zur Blogparade „Seesucht“

[Werbung, Verlosung]

Seesucht

Die Wortspielerei, die sich aus der Sehnsucht zum Meer formt, umschreibt es genau, dieses Gefühl, das in mir aufkommt, wenn ich an meine Besuche auf Sylt denke. Barfuß am Ellenbogen der Insel entlang. An die weit zurückliegenden Urlaube in Italien in meiner Kindheit. Mit einer klebrigen Eiswaffel in der Hand und einem Sonnenhut auf einer Bank am Meer sitzend. An unsere Besuche an der Nord- und Ostsee. Die Luft, erfüllt von einer salzigen Meeresbrise, kreischenden Möwen und meinem wehendem Haar. An diesen unbeschwerten Moment an der niederländischen Küste im letzten Jahr. Mit einer vor Freude quiekenden Räubertochter, deren Füße das erste Mal vom Meer umspült wurden.

Und plötzlich ergreift mich eine ungeheure Welle der Wehmut. Die Sehnsucht nach dem Meer macht sich in mir breit. Denn das Wasser war schon immer mein Element. Hier, im kühlen Nass, fühle ich mich genauso schwerelos und frei wie wenn ich einen Berg erklimme und am Gipfel die kristallklare Bergluft in mir aufnehme. Ich konnte mich noch nie wirklich zwischen den Bergen und dem Meer entscheiden. Für eine Kombination aus beidem wohl eher. Und doch waren meine Treffen mit dem Meer in den letzten Jahren rar.

Doch jetzt bin ich wieder mittendrin, im erquickenden Spiel der schwappenden Wellen, meine Füße im körnigen Sand vergraben, ein paar spitze Muscheln zwischen meinen Zehen, meine Beine von glitschigen Algen und tummelnden Fischen umgeben. Ich lasse mich locken. Springe hinein, ins tiefdunkle Blau, gebe mich den unendlichen Weiten des Meeres hin und tauche unter, in die faszinierende Unterwasserwelt.

„Komm her. Komm mit. Komm rein. Und als keiner hinsieht, hüpft er hinein.“

Ich bin in ein Bilderbuch abgetaucht, das lebendiger nicht sein könnte. Das Faszination, Sehnsucht und Freiheit in sich birgt und gleichzeitig in einem hervorruft. Wir begleiten Jonas, der sich mit zwei Jahren in das Meer verliebt. Es fasziniert ihn so sehr, dass er schon als Kind unerschrocken hineinspringt. Und sich direkt am salzigen Wasser verschluckt. Seine Mutter fischt ihn heraus, hält das Ufer für den geeigneteren Ort. Doch was von da an bleibt, ist die Seesucht. Das Meer ist Jonas‘ Element. Das spürt er auf Anhieb. Wie gerne würde er im Einklang mit der Unterwasserwelt leben. Mit Fischen schwimmen, Quallen spielen und sich im dichten Seegras verstecken. Immer wieder spült es ihn zurück ans Meer. Mit 8, mit 18, mit 30, mit 80. Über all die Jahre verfolgt er einen Plan, den er im Alter von 8 Jahren fasst. Er will einen Tauchapparat bauen, durch den er mit den Tiefen des Meeres für immer verbunden sein kann. Er sammelt Strandgut, versucht sich an wilden Unterwasserkonstruktionen. Doch sein Weg ist lange und steinig. Es dauert ein ganzes Leben, bis sein Traum Wirklichkeit wird. Wie gut, dass er sich nicht beirren lässt. Selbst wenn er Rückschläge erleiden und dem Meer vorübergehend den Rücken kehren muss.

Was Marlies van der Wel mit „Seesucht“ erschaffen hat, ist eine jener Bilderbuchperlen, die das Meer von Bilderbüchern nur selten zu Tage bringt. Das berauschend schöne Bilderbuch, das auf dem Kurzfilm „Jonas and the Sea“ basiert, birgt auf 78 Seiten eine ganze Bandbreite an ausdrucksstarken Illustrationen in sich, die von Emotionen und Blautönen getränkt sind. Die Geschichte lebt von ihren großflächigen und atmosphärischen Bildern, die einen beim Lesen förmlich gefangen nehmen und von ganz schlichten Zeilen begleitet werden. Doch es sind nicht nur die technisch ausgeklügelten Strandgut-Tüfteleien und Tauchgänge, die einem nach der Lektüre dieses Bilderbuchs im Gedächtnis bleiben, sondern auch die Rückschläge, die Jonas zu erleiden hat. Als er das erste Mal kentert und tieftraurig am Strand steht, als ihn eine große Welle an den Strand zurückschleudert oder das große Fangnetz der Fischer erfasst. Das Gelächter der Fischer hallt in Jonas lange nach. Es zehrt an ihm. Es entmutigt ihn. Und lässt ihn sogar für eine Weile dem Meer den Rücken zukehren. Bis eines Nachts im Winter ein riesiger Sturm wütet und Jonas den richtigen Zeitpunkt für das Wiedersehen mit dem Meer gekommen sieht.

„Jonas nimmt, was das Meer ihm gibt.“

Diese tiefe Verbundenheit, die Jonas vom allerersten Moment an zum Meer verspürt, ist auf allen Seiten des Bilderbuchs spürbar. Wie durch ein unsichtbares Band sind die beiden miteinander verbunden. Das Band scheint zum Ende hin vermeintlich lose im Wasser zu schwappen, doch reißen tut es nie. Jonas und das Meer verschmelzen zu einer Einheit. Es ist sein Glaube, sein Mut und seine Hartnäckigkeit, die sich am Ende auszahlen. Marlies van der Wel zeigt mit ihrem Bilderbuch auf wunderbare Weise, dass es sich lohnt, seine Träume zu verfolgen. Und dass manche Dinge ihre Zeit brauchen. Sie schenkt kleineren Leser*innen wunderbar faszinierende Tauchgänge und größeren Leser*innen eine ermutigende Lektüre mit Tiefgang, die uns über unsere eigenen Sehnsüchte und Träume nachdenken lässt. Das Bilderbuch lässt die Herzen all jener Leser*innen höher schlagen, die sich dem Meer verbunden fühlen und die aktuell eine große Seesucht umtreibt.

„Mitten im Meer. Für immer.“

Eckdaten

Seesucht

Gebunden, ab 4 Jahren

78 Seiten
ISBN: 978-3-95854-164-1

Illustration & Text: Marlies van der Wel
Übersetzung: Birgit Erdmann

Mixtvision
20,00 € [D]

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Hier geht’s zur Homepage von Marlies van der Wel

Blubb, blubb, Glück 

Hast du Lust, mir deine größte Sehnsucht zu verraten? Als kleinen Dank für deine persönliche Woge an Worten verlose ich unter allen Kommentaren ein Exemplar des Bilderbuchs. Denn im Rahmen von Katjas Blogparade darf ich mit Unterstützung von Mixtvision ein Exemplar von „Seesucht“ an euch verlosen. Teilnehmen könnt ihr mit einem Kommentar hier auf dem Blog oder unter meinem Instagram-Post. Jeder Kommentar ist eine Gewinnchance. 

Teilnahmebedingungen:

Du bist mindestens 18 Jahre alt und hast eine Postadresse in Deutschland, Österreich oder in der Schweiz. Die Verlosung startet mit Freischaltung der Beiträge und endet am Montag, 10. April 2021, 23:59 Uhr. Das Los entscheidet. Barauszahlung und Rechtsweg sind ausgeschlossen. Der Versand erfolgt durch Mixtvision. Dafür gebe ich die Adresse des Gewinners bzw. der Gewinnerin an den Verlag weiter.

Viel Glück!

Kinderfreuden #46: Eine Reise durch die Galaxie

„Ein kleiner blauer Punkt“ – Maren Hasenjäger

Irgendwo im riesengroßen Universum schwebt ein kleiner blauer Punkt. Ihr kennt ihn. Es ist der Planet, auf dem wir alle leben: die Erde. Und obwohl die Erde in so vielerlei Hinsicht außergewöhnlich ist, fühlt sie sich ziemlich alltäglich wenn sie auf die anderen sieben Planeten blickt, die mit ihr um die Sonne kreisen. Dann wünscht sie sich nichts sehnlicher, als so zu sein wie sie.

Sie wäre so gern wie Merkur, der der Sonne am Nächsten steht; wie Venus, die so hell ist, dass die Menschen sie mit bloßem Auge am Nachthimmel entdecken können; wie Mars, auf den ständig Sonden geschickt werden; wie Jupiter, der tausend Mal so groß ist wie sie; wie Saturn, der einen Hula-Hoop-Reifen um den Bauch trägt; wie Uranus, der wohl der lustigste Planet von allen ist und sich ständig um sich selbst dreht oder wie Neptun, der ziemlich cool und geheimnisvoll daherkommt.

Doch auch die Erde hat ein paar ganz besondere Merkmale. Kommt mit auf eine Reise durch unser Sonnensystem und entdeckt, wie einzigartig unser Planet ist.

Eckdaten

 

Gebunden, ab 4  Jahren

32 Seiten
25,0 x 27,5 cm
ISBN: 978-3-7348-6001-0

Text & Illustration: Maren Hasenjäger

Magellan Verlag
15,00 € [D]

Sicher dir hier dein persönliches Exemplar…

 

Blickwinkel aus großen Augen

Seit ihrem ersten Buch über die Sterne ist es wie um Emma geschehen. Plötzlich ist da eine ungeheure Faszination für den Weltall, für die Sterne, die Planeten und all die magischen Vorkommnisse in diesem riesengroßen Universum. Ich war als Kind genauso begeistert von dem, was sich da oben im Weltall abspielt, wie es Emma heute ist. In meiner Erinnerung aber war ich damals um einiges älter als sie, ich hatte ein Teleskop in meinem Dachbodenzimmer stehen, das mich meiner damaligen Lektüre für die Altersgruppe 10+ weitaus intensiver auf den Grund gehen ließ. Wie gut, dass der Büchermarkt sich stetig weiterentwickelt und uns heute eine ganze Reihe an fantastischen Büchern zur Verfügung steht, die auch kleine Leser*innen dem Weltall ganz nahebringen können. 

Als ich das Cover von „Ein kleiner blauer Punkt“ das erste Mal sah, musste ich eigentlich gar nicht mehr vom Inneren sehen, um zu wissen, dass es das ideale Bilderbuch für Emma ist. Es erweitert ihre „Sternenbibliothek“ (wie wir ihr Regal neben dem Bett seit kurzem nennen) um einen weiteren Bilderbuchschatz. Um ein Sachbilderbuch, das so unterhaltsam, warmherzig und spannend daherkommt, dass man es ohne weiteres auch als erzählendes Bilderbuch wahrnehmen kann. Denn im Gegensatz zu den inhaltlich sehr gehaltvollen Sachbilderbüchern, die sich an weitaus ältere Kinder richten, reiht sich dieses hier in die Riege der erzählenden Sachbilderbücher für die Kleinen ein. Es ist ein Buch, das ebenso einfühlsam und außergewöhnlich daherkommt wie es z.B. auch die Sachbilderbücher von Jenni Desmond tun (hier bekommst du einen Einblick in „Der Elefant“ bzw. „Der Eisbär“).

Mit wunderbar kindgerechten Worten erzählt Maren Hasenjäger die Geschichte vom kleinen blauen Punkt, der Erde, die so unscheinbar durch das große dunkle Weltall schwebt, dass man sie fast übersieht. Es sind ihre Augen und ihre Worte durch die die kleinen Leser*innen die restlichen sieben Planeten des Sonnensystems kennenlernen und bald nicht nur um ihre Besonderheiten, sondern auch um ihre Gefahren wissen. Sie lernen, dass man nicht auf Merkur stehen könnte, ohne sich dabei mächtig die Füße zu verbrennen, dass die Luft auf der Venus giftig ist und dass die Oberfläche von Jupiter aus dichtem wirbelnden Gas besteht.

Hasenjäger verwebt sachkundige Informationen mit leicht zugänglichen Zeilen. Und so  schweben die Kinder mit der Erde nicht nur ganz spielerisch und leicht durch den Weltraum, sie entwickeln auch eine wunderbare Verbundenheit zu ihr, gewinnen sie als Freundin dazu. Eine, die sich trotz all ihrer Besonderheiten für zu gewöhnlich erachtet. Die sich mit den restlichen Planeten vergleicht, ihnen nacheifert und sich nichts sehnlicher wünscht, als so zu sein wie sie. Doch am Ende lernt nicht nur die Erde, dass sie wie jeder andere (Planet) etwas ganz Individuelles und Einzigartiges an sich hat, sondern auch die Kinder.  

Das Sachbilderbuch „Ein kleiner blauer Planet“ kommt nicht nur wunderbar unterhaltsam und informativ daher, es birgt auch ganz fantastische Bilder in sich, die wir ebenfalls Maren Hasenjäger zu verdanken haben. Mit ihren großformatigen und farbenfrohen Illustrationen lässt sie ihre kleinen Leser*innen den Planeten und dem Weltall ganz nahe kommen. Die Deckelinnenseiten ihres Bilderbuchs bestückt sie am Anfang mit einer wunderbaren Planetenkonstellation, die noch einmal mit kurzen Eckdaten zu den einzelnen Planeten aufwartet und am Ende mit einer ganz reizenden Botschaft, die von einem auf der Erde lebenden Kind ausgeht:

„Endlich hörst du mir zu!“, sagt es. „Also ich finde ja, du hast etwas ganz Wichtiges vergessen: Du bist der einzige Planet, auf dem ich leben kann! Hier ist es nicht zu heiß und nicht zu kalt, es gibt Wasser und Essen und Luft zum Atmen. Nur auf dir gibt es Gras und Krokodile. Und Bienen und Sonnenblumen. Und Schneeleoparden und Badeseen und Gänseblümchen und Tintenfische und Schneeballschlachten und Kakteen und Blauwale und Spaghetti und riesige Mammutbäume und Kinder und Pizza und Flummis und Ameisen und Korallenriffe und Eis mit Sahne und Kirschkernweitspucken und noch vieles, vieles mehr!“ Das Kind hält in seiner Aufzählung inne. Dann lächelt es. „Für mich bist du genau richtig!“

 Blickwinkel aus kleinen Augen

Emmas Urteil:

 

Worum geht’s im Buch?

Um Planeten

Hast du direkt erkannt, wer der kleine blaue Punkt ist?

Na klar! Das ist die Erde.

 

 

Lieblingsstelle im Buch:

Bei Saturn mit seinen Gesteinsbrocken

Wo entfaltet sich das Buch am Besten?

Auf dem Kuschelteppich, neben der Sternenbibliothek, umgeben von Planeten

Was möchtest du auch eines Tages machen?

Zum Mars fliegen

Wird zu:

einer Astronautin

[Werbung, da Verlinkung. Dieses Buch wurde mir vom Magellan Verlag als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt.]

Kinderfreuden #45: Das Wunder Erde

Im Winter kuschelt sie sich in eine glitzernd weiße Decke aus Schnee, sie blickt durch scheinbar undurchdringliches Gestrüpp aus wild sprießenden Pflanzen im Frühling und gießt lauen Sommerregen über das Land, lässt Bäche die Berge hinabrauschen und heftige Herbstwinde durchs Land fegen, die durch die Glieder von Bäumen und Straßen pfeifen.

Sie lässt Spinnen in ihren Händen Netze spannen, reitet auf dem Rücken von Walen, hilft verlorenen Tierkindern zu ihren Müttern zurück, lässt Wildpferde über die gepflegte Prärie donnern und gibt kleinen Eisbären den Blick durch dicke Eisschichten frei, damit sie die Wunder unter der Meeresoberfläche bestaunen können.

Unsere Freundin Erde gibt den Rhythmus des Lebens vor. Sie ist unsere Taktgeberin, bestimmt den Kreislauf der Natur und behütet alle Lebewesen.

Habt ihr Lust, sie ein Stück ihres Weges zu begleiten? 

Eckdaten

 

Gebunden, ab 4  Jahren

42 Seiten
22,9 x 27,9 cm
ISBN: 978-3-314-10512-8

Illustration: Francesca Sanna
Übersetzt von: Thomas Bodmer

NordSüd Verlag
18,00 € [D]

Sicher dir hier dein persönliches Exemplar…

 

Blickwinkel aus großen Augen

Francesca Sanna versteht es aufs Vortrefflichste, ihre Illustrationen mit Gefühlen anzureichern. Ihre Bilder sind farbenfroh, detailreich und ausdrucksstark und für Kinder leicht zugänglich. Das hat sie schon mit ihrem Debüt „Die Flucht“, Bilderbüchern wie „Ich und meine Angst“ und „Geh weg, Herr Berg“ bewiesen. Oft ist gar kein begleitender Text von Nöten, um den Inhalt ihrer Geschichten zu erfassen. Und so präsentiert sich auch ihre neuestes Bilderbuch „Meine Freundin Erde“ wie eine Einladung zu einem berauschenden Abenteuer durch das Wunder Erde.

Es ist ein junges Mädchen, dem Sanna in ihren Bildern eine ähnlich symbolische Rolle wie Mutter Natur zuteilt, nur dass sie als Freundin Erde eine übergeordnete Rolle einnimmt. Und nicht nur das, zu meiner Freude ist sie auch ein Mädchen of Color.  Die Geschichte beginnt mit ihrem Erwachen aus dem Winterschlaf. Doch nicht nur sie, auch Flora und Fauna erwacht allmählich. Und so beginnt der wunderbare Lauf der Jahreszeiten, der sie der Natur im jahreszeitlich wechselndem Gewand ins Auge blicken lässt.  Wir kriechen mit ihr durch das Unterholz, schweben durch die Lüfte, reiten durch die wilde Prärie und erhaschen das Flüstern von wisperndem Gras, wir betreten das knirschende Eis am Nordpol und erobern die faszinierende Unterwasserwelt auf dem Rücken eines Wals, wir folgen Flussläufen, passieren satte Hügellandschaften und gleiten auf einem tanzendem Blatt sanft zu Boden.

Der Rhythmus, dem das Leben auf unserer Erde unterliegt, begegnet uns mal wild donnernd bis hin zu leise wispernd. Wir lernen unseren Planeten mit all seinen Facetten kennen. Sanna schenkt uns mit ihren Bildern Augen für das Wunderbare!

Schon lange vor der Geburt der Räubertochter habe ich unsere Natur zu schätzen gelernt. Ich genieße die Streifzüge durch die Wälder und Wiesen, die sich uns in so unterschiedlichem Gewand präsentieren, versuche so viel Zeit wie möglich draußen zu verbringen und die Schönheit unseres Planeten auf mich wirken zu lassen; die frische Luft, Farben und Geräusche vollends in mir aufzunehmen. Seit Emma auf der Welt ist, liegt mir das noch viel mehr am Herzen. Ich möchte meiner Tochter die Liebe zur Natur weitergeben, sie frei umherstreifen, ungestört entdecken lassen und ihr zu verstehen geben, dass es sich immer lohnt, genauer hinzusehen. Dass es manchmal sogar notwendig ist, genauer hinzusehen und den Blick nicht von Dingen abzuwenden, die unsere Aufmerksamkeit und Mithilfe erfordern. Weil unser Planet, wie wir ihn heute kennen, nur fortbestehen kann, wenn wir ihn beschützen und ressourcenschonend agieren. Weil wir Menschen nur weiterleben können, wenn er es kann.

Francesca Sanna hat in ihrem Bilderbuch einen wunderbaren Weg gefunden, mit ihrem Pinsel die Erde genauso facettenreich zu Papier zu bringen wie sie ist. Sie nimmt die Kinder mit auf eine Reise durch die Jahreszeiten, lässt sie gemeinsam mit dem Mädchen durch ein Meer von Farben tauchen und Blickwinkel einnehmen, die den Blick auf kleine kostbare Details preisgeben, die einem beim oberflächlichen Betrachten verwehrt bleiben. 

Durch raffinierte Lasercuts und individuelle Seitenabschlüsse verschmelzen die Illustrationen mehrerer Seiten miteinander und entfalten sich Stück für Stück zu ihrer vollen Pracht. Die poetischen Zeilen von Patricia MacLachlan, die von Thomas Bodmer ins Deutsche übersetzt wurden, schenken den Bildern eine wunderbare Untermalung, betten sich stimmungsvoll in die beeindruckenden Szenerien, bei dessen Anblick nicht nur die Kinder ins Staunen geraten und mit leuchtenden Augen durch dieses berauschende Bilderbuch reisen. Die liebevolle Komposition aus Sannas Bildern und McLachlans bzw. Bodmers Zeilen begegnet uns wie eine Liebeserklärung an unseren Planeten und hält uns einmal mehr vor Augen, wie gut wir auf ihn Acht geben müssen.

Blickwinkel aus kleinen Augen

Emmas Urteil:

Hat dir das Buch gefallen?

Oh ja

Worum geht’s im Buch:

Um die Erde

 

Lieblingsstelle im Buch:

Die schwarz-weiß gestreifte Herde aus Zebras

Bester Leseplatz:

Im Bett, eingekuschelt wie das Mädchen in einer Decke aus Schnee

Was würdest du auch einmal machen wollen?

Auf einem Wal reiten

Wird zu:

einer Entdeckerin

 

[Werbung, da Verlinkung im Text. Dieses Buch wurde mir freundlicherweise vom NordSüd Verlag als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt.]

Ich back‘ mir die Welt, widdewidde wie sie mir gefällt!

[Werbung, Verlosung] Jungs spielen gerne mit Autos, sie sind laut, stürzen sich als Pirat, Ritter oder Astronaut in waghalsige Abenteuer und tragen am liebsten Blau. Mädchen hingegen spielen lieber mit Puppen, sie sind ruhig und schüchtern, stylen sich gerne wie Germany’s next Topmodel und träumen davon eines Tages Prinzessin zu werden. Deshalb ist Rosa auch genau ihre Farbe! 

Genderklischees dieser Art gibt es wie Sand am Meer. Oft sind sie so fest in unseren Köpfen verankert, dass man sich nur schwer von ihnen lösen kann, man ganz aus Gewohnheit alte Denkweisen und Verhaltensmuster beibehält. Kleidung, Berufe und Hobbies vermeintlich geschlechtsspezifisch auswählt, sich den Regeln der Gesellschaft unterordnet. Dabei streben wir doch alle nach individueller Entfaltung. Wollen selbst entscheiden, was wir am liebsten mögen. Und zu eigenständigen Persönlichkeiten heranwachsen. Und das von klein an!

Kinderbücher, die mit Rollenklischees aufräumen, sind noch rar, aber immer mehr im Kommen. Mit „Robert weltbester Kuchen“ von Anne-Kathrin Behl heißen wir eine Bilderbuchperle in unserem Bücherregal willkommen, die genau dort angesiedelt ist, wo wir uns wohlfühlen: in einer Welt frei von Geschlechterstereotypen. Einer Welt, widdewidde wie sie uns gefällt! 

„Robert’s weltbester Kuchen“ – Anne-Kathrin Behl

NordSüd Verlag, Hardcover, ab 4 Jahren, 32 Seiten, erschienen am 18. Juli 2020, Preis 15 € [D], ISBN: 978-3-314-10534-0, hier geht’s zum Buch

Mit wunderbar farbenfrohen und lebensbejahenden Illustrationen bringt Anne-Kathrin Behl einen Vater-Sohn-Tag von Robert und seinem Vater zu Papier. Robert steht der Sinn nach einem Salzteigkuchen: dem weltbesten um genau zu sein. Er malt dafür sogar eigene Einladungskarten. Schließlich muss so ein Kuchen gebührend gefeiert werden und sollte nicht alleine „verzehrt“ werden. Schließlich macht allein essen dick! Doch als ein Windstoß über den Balkon weht, werden die meisten von Roberts Einladungskarten erfasst und vom Wind davongetragen. Zwei letzte Karten bleiben auf dem Tisch übrig: gerade noch genug, um Hund Mopsi und Papa zum Kuchenfest einzuladen.

Und so macht sich Robert ans Werk. Man staune, was so alles auf seinem Kuchen Platz findet: eine Hand voll Spielzeugtiere, kleine Autos und Sterne landen darauf, Bausteine werden zu Streuseln und Murmeln zu wunderbarem Belag. Ein paar Buntstifte dienen ihm als Kerzen. Gerade als er seinen Kuchen vollendet hat und sich mit Papa ans Kuchenessen machen will, klingelt es an der Tür, und nochmal und nochmal. Denn der Wind hat die Karten in die ganze Nachbarschaft getragen. Und natürlich wollen alle Nachbarn beim Kuchenfest dabei sein. Wie gut, dass Roberts Papa genügend Salzteig parat hat und die Party nun mit der ganzen Nachbarschaft steigen kann!

Es lebe die Diversität!

Dieses Bilderbuch steht Klischees und Stereotypen nicht nur mit lässiger Gleichgültigkeit gegenüber, sondern lebt auch von gehörig Humor und Diversität. Schon der Blick in Roberts Kinderzimmer sorgt für Begeisterung. Denn eine Spielküche lädt Robert zum Kochen für all seine Kuscheltiere ein, die es sich in den Regalreihen  und im Puppenwagen gemütlich gemacht haben. Einhörner fühlen sich bei ihm genauso wohl wie Dinosaurier, aus einem Meer von Bauklötzen ragen Puppenköpfe hervor und in einer großen Kiste sind die Kostüme für Meerjungfrau, Prinzessin und Ritter zu erspähen.

Roberts Papa begegnet uns im rosafarbenen AB:CD – Shirt (das ich persönlich sehr feiere!) und drolligen rosa Häschenpuschen, die im Kontrast zu seinen tatöwierten Armen, dem Bart und der karierten Schiebermütze stehen. Stricken scheint für ihn mindestens genauso entspannend wie für Frauen zu sein und auch vor dem Basteln und Backen mit seinem Sohnemann schreckt er nicht zurück. Warum auch!? Ist ja das normalste der Welt. 

Und wer einen Blick auf die Gäste des Kuchenfestes wirft, wird staunen. Denn die Nachbarschaft setzt sich nicht nur aus Jung und Alt, sondern auch aus den unterschiedlichsten Kulturen zusammen (da bleibt selbst ein Monster nicht aus!). Und so reiht sich eine alte Frau mit Rollator neben einem Punker mit Irokesenschnitt ein und steht direkt hinter einem Vater mit Dutt und Tragetuch, einem Inder mit Turban und einem Eskimo. Denn bei Roberts Kuchenfest sind alle Hautfarben und Religionen willkommen. Durch das Zutun der Gäste entstehen nicht nur die wildesten Kuchen, die die Welt je gesehen hat, sondern auch eine Vielfalt sondergleichen! Es lebe die Diversität!

Eine Blogparade mit Verlosung: Roberts weltbester Kuchen 

Zu Ehren dieses wunderbar diversen Bilderbuches hat Eliane von Mint & Malve eine Blogparade ins Leben gerufen, für die ich sofort Feuer und Flamme war. Denn Anne-Kathrin Behls farbenfrohes Werk schert sich nicht um Stereotype, zeigt uns eine Momentaufnahme aus dem Alltag eines wunderbaren Vater-Sohn-Gespanns, das man nur ins Herz schließen kann.

Bei Eliane sind alle teilnehmende Blogs der Blogparade zu finden. Und es lohnt sich gleich doppelt sich durch die Beiträge der teilnehmenden Bloggerinnen zu lesen. Denn hier kommt nicht nur eine Vielzahl an unterschiedlichen Blickwinkeln zusammen, sondern man kann auch bei uns allen ein Exemplar von „Roberts weltbester Kuchen“ mit Widmung und kleiner Extra-Illustration von Anne-Kathrin Behl ergattern. Ich habe mich dieses Mal für die Verlosung auf Instagram entschieden. Mit einem Klick kommst du zum Beitrag.

Die Teilnahmebedingungen findest du im Post auf Instagram.

Viel Glück!

Ein Salzteig-Rezept von uns für euch

Emma und ich waren sofort Feuer und Flamme, uns an eigenen Salzteigkreationen zu versuchen. Und so haben wir kurzerhand Gebäck, Törtchen und einen Kuchen gebacken, der dem weltbesten Kuchen von Robert schon ganz nahe kommt. Da die Räubertochter in meinen Augen mittlerweile aus dem Alter raus ist, alles in den Mund zu nehmen und zu unterscheiden, mit was sie spielen und was sie essen kann, habe ich mich dazu entschieden, Törtchen und Kuchen (mit nicht Kindermund gerechter) Acrylfarbe anzumalen. Alternativ kann man den Teig auch mit Lebensmittelfarbe oder Kakaopulver einfärben.

Gerne geben wir euch das Salzteig-Rezept an die Hand, mit dem wir gute Erfahrung gemacht haben.

Zutaten für 1 Blech Salzteiggebäck:
300g Mehl
300g Salz
200ml Wasser
1 TL Speiseöl (entspricht etwa 5g)

Rezept und Anleitung:
Den Backofen auf 150°C Umluft vorheizen und ein Backblech mit Backpapier belegen.

Mehl, Salz, Wasser und Öl in einer großen Rührschüssel vermengen und mit einem (Hand)rührgerät oder den Händen zu einem geschmeidigen Teig verkneten. Je feiner das Salz ist, desto feinporiger wird übrigens dann auch Euer Salzteig.

Bei uns sind zwei Brötchen, zwei Brezen, ein Croissant, zwei Zimtschnecken, ein Erdbeertörtchen und eine weltbeste Torte aus der oben stehenden Rezeptur entstanden.

Was würde auf eurem Salzteigkuchen Platz finden?

PS: Herzlichen Dank an Eliane, den NordSüd Verlag und Anne-Kathrin Behl, die diese wunderbare Blogparade mit ihrer Hingabe, den Grafiken sowie den Rezensions- und Verlosungsexemplare bereichert haben! Es war mir ein Fest!

Kinderfreuden #43: Eins mit der Natur

„Gigaguhl und das Riesen-Glück“ – Alex Rühle, Barbara Yelin

„Gigaguhl Gargantua war der größte aller Riesen. Er berührte fast den Himmel und er konnte Stürme niesen. Morgens aß er meistens Wolken. Mittags trank er einen See. Abends saß er tief im Walde, zwischen Bäumen, klein wie Klee.“

Irgendwann übermannt auch mal einen Riesen die Müdigkeit. Und so deckt sich Gigaguhl eines Tages mit der Sommerwiese zu und hält viele hundert Jahre Frühlings-, Sommer- und Winterschlaf. Auf den Weiten seines Rückens wächst über all die Jahre eine Stadt heran, in seinen Augenbrauen nisten Vögel, auf den Hügeln seines Nackens weiden Ziegen und in seinem Haarwald wohnt sogar ein Einhorn.

Als die Stadtkinder Nick und Nina sich eines Tages auf Entdeckungsreise in die Berge begeben und dabei nicht nur auf allerhand wundersame Flora und Fauna, sondern auch auf den Zugang zu einer geheimen Höhle stoßen, staunen sie nicht schlecht. Noch mehr aber, als sie merken, dass es sich dabei um einen Riesen handelt, in dessen Kopf sie durch sein Ohr gelangt sind. Als sie seine Nasenhöhlen als Rutsche auserkoren, kitzelt es dem Riesen gewaltig in der Nase und so werden sie mit einem gewaltigen Niesen wieder ins Freie befördert.

Gigaguhl möchte Nick und Nina zeigen, dass er größer als das größte Monster ist. Doch er weiß nicht, dass über all die Jahre seines Schlafes Leben auf der Erddecke gewachsen ist, mit der er sich damals zugedeckt hat. Es muss also ein Plan her, wie der mächtige Riese aufstehen kann, ohne Mensch und Tier um ihr Zuhause zu berauben.

Eckdaten

 

Gebunden, ab 4 Jahren

40 Seiten
18,3 x 29,4 cm
ISBN: 978-3-423-76286-1

Illustration: Barbara Yelin
Autor: Alex Rühle

dtv Junior
14,95 € [D]

Sicher dir hier dein persönliches Exemplar…

Blickwinkel aus großen Augen

Als große Naturliebhaberin war ich von der fantasievollen Geschichte des Riesen Gigaguhl, der während seines jahrhundertelangen Schlafes mit der Natur Eins wird, natürlich sofort angetan. Aber noch viel begeisterter war ich, als ich gemeinsam mit meiner Räubertochter entdecken durfte, wie Illustratorin Barbara Yelin die Kinder mit ihren bezaubernden Bildern durch den Wandel der Natur und den Entstehungsprozess von Leben schickt.

Auf außerordentlich kreative Weise lässt Yelin den Riesen Gigaguhl, der anfangs noch am Strand entlang spaziert und inmitten von Bäumen sitzt, durch das Zudecken mit einer Sommerwiese mit der Natur verschmelzen. Seine zugedeckte Gestalt wird zu einem Berg, auf dem eine Stadt heranwächst. Kaum einer nimmt ihn mehr wahr. Einzig und allein die Tiere wissen noch um seine Existenz, denn Gigaguhl liebt sie so sehr, dass er sie zu sich eingeladen, nichts dagegen hat, dass sie auf ihm wohnen. Selbst sein Gesicht, das unter der Erddecke hervorschaut, wird über die Jahre von den Tieren bevölkert. Und so tummeln sie sich in seinen Augenbrauen, in seinem Kopf- und Baarthaar, unter seinen Achseln und in seinem Ohr. Selbst sein Genick und der hervorlugende Arm betten sich in die Natur ein, verschwinden ganz in der Szenerie der Landschaft. Diese wunderbare Verschmelzung, die sich Seite für Seite auf Yelins wunderbaren Bildern vollzieht, können auch die Kleinen wahrnehmen. Viele Bildausschnitte nimmt man aber erst auf den zweiten Blick als Körperpartien des Riesen wahr. Und staunt nicht schlecht, was dabei so alles zu Tage tritt.

Kein Wunder also, dass auch Nick und Nina nicht bemerken, dass es sich bei dem geheimnisvollen Wald aus blauen Stämmen, den sie nach dem Erklimmen eines Hangs erreichen, um das Haar, und bei dem geheimen Höhleneingang um die Ohrmuschel des Riesen Gigaguhl handelt. Ganz unbewusst gelangen sie dadurch in seinen Kopf, bestaunen sein Gehirn, in dem Ideen, Träume und Farben, aber auch die zahlreichen Erinnerungen des Riesen wohnen. In seinen Nasenhöhlen entdecken sie für sich die längste Doppelrutsche aller Zeiten, auf der es sich vortrefflichst um die Wette rutschen lässt. Durch das daraus resultierende Gekitzel in der Nase wird der Riese aber aus seinem Schlaf gerissen und zu einem gewaltigen Niesen angeregt, der die beiden Kinder mit ordentlich Rotz und Wasser, Sträucher, Moos, Geröll und Schlamm wieder aus sich herausschleudert.

Freilich vermuten die Kinder in dem mächtigen Riesen, in dessen Augen sie nun blicken, ein Monster, von dem Gefahr ausgeht. Doch der freundliche Riese beschwichtigt sie, ist nahezu beleidigt, mit einem winzig kleinen Monster verglichen zu werden. Er will aufstehen, ihnen seine wahre Größe zeigen. Doch dass auf der Erddecke, mit der er zugedeckt ist, über all die Jahrhunderte Leben herangewachsen ist, hat er nicht bedacht. Die Kinder weisen ihn darauf hin und verhindern damit das Schlimmste. Doch dem Riesen kommt eine Idee. Mit einem Donnergrollen und einem selbst komponierten Lied kann er Hunderte seiner Tierfreunde dazu animieren, ihm aus seiner unglücklichen Misere zu helfen. Sie sind es, die sich für ihren riesigen Freund zu zahlreichen Tierpyramiden anordnen, um gemeinsam die Erddecke vorsichtig anzuheben, damit der Riese darunter hervorschlüpfen kann und die darauf entstandene Landschaft erhalten bleibt. Natürlich passiert das nicht ohne ein Erdbeben gleiches Zittern, das die darauf entstandene Stadt um ein Stück herabsinken lässt. Einzig und allein Nick und Nina wissen, was dahintersteckt.

Alex Rühle schenkt diesem Bilderbuch ganz wunderbar melodische Reime, die in perfektem Einklang zu Yelins Bildern stehen. Mit viel Facettenreichtum, Fantasie aber auch Gespür für die Sprache schafft er Zeilen, die sich auf ganz harmonische Weise an die lebendigen und naturnahen Illustrationen anschmiegen und daraus eine ganz runde Sache machen. Und so entsteht aus der Zusammenarbeit von Yelin und Rühle ein Kinderbuch, das sich Hören und Sehen lassen kann.

„Ich muss ganz woanders hinzieh’n, denn ich brauche Riesenruhe. Sprach’s und bückte sich und schnürte, seine Siebzehnmeilenschuhe. Winkte nochmal Nick und Nina und verschwand mit raschem Schritt, hinter sieben Bergen, und die meisten Tiere nahm er mit.“

Doch dem Riesen ist es nun zu laut geworden. Die Stadt, deren Treiben einen ungeheuren Lärm mit sich bringt, beraubt ihn um seine Ruhe, die er dort einst hatte. Und so lässt er seinen vertrauten Ort hinter sich, macht sich auf zu neuen Ufern. Durch diese Entwicklung treffen Yelin und Rühle den Nerv der Zeit und veranschaulichen mit ihrer Geschichte ein Stück weit auch die heutige Entwicklung. Denn es ist nicht nur die Unberührtheit und Stille, die die entstandene Stadt der Natur genommen hat, sondern auch der Lärm der Zeit, den die zahlreichen Autos, Laster, Straßen und Häuser mit sich bringen.

Die innige Verbundenheit, die den Riesen Gigaguhl mit der Natur und den Tieren verbindet, ist wunderbar mit anzusehen. Auch wie die Tiere, ganz egal wie klein sie sind, dem großen Riesen helfen können und damit ganz Großes schaffen. So wird schon den Kleinsten ein freundlicher und achtvoller Umgang mit Tier und Natur an die Hand gegeben und gezeigt, was man durch ein friedfertiges Miteinander schaffen kann. Die Liebe zum Detail, die Yelins Illustrationen zugrunde liegt, lädt die Kinder nicht nur ein, genauer hinzusehen, sondern auch die Schönheit in ganz kleinen Dingen zu erkennen.

Barbara Yelin und Alex Rühle gelingt mit „Gigaguhl und das Riesen-Glück“ eine wunderbare Geschichte über Zusammenhalt, über den Lauf der Natur und den Lärm der Zeit. Es ist eine fantasievolle Reise durch Flora und Fauna, auf die sie die Kinder schicken. Und was es mit dem Riesen-Glück im Titel auf sich hat, sollte jeder für sich selbst entdecken.

Blickwinkel aus kleinen Augen

Emmas Urteil:

 

Hat dir das Buch gefallen?

Ja

Worum geht’s im Buch:

Um einen Riesen

 

 

 

Lieblingsstelle im Buch:

Als die Tiere die Erddecke anheben, damit der Riese darunter hervorkriechen kann

Bester Leseplatz:

Auf dem Kuschelteppich

 

 

Was hat dir im Riesen am besten gefallen?

Die Doppelrutsche seiner Nasenhöhlen

Wird zu:

einer Entdeckerin

 

[Werbung, da Verlinkung im Text. Dieses Buch wurde mir freundlicherweise vom dtv Verlag als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt.]

 

Kinderfreuden #42: Ein Nachtlöwe

„Magnus und der Nachtlöwe“ – Sanne Dufft

Magnus fühlt sich groß und stark mit seinem Hut und seinem Schwert. Aber manchmal fürchtet er sich auch. Vor allem nachts, wenn ihm ein Räuber in seinen Träumen auflauert, der es auf seinen Hut und auf sein Schwert abgesehen hat. Für solche Fälle braucht man einen starken Freund an seiner Seite.

Die Oma erkennt das und schenkt Magnus einen Nachtlöwen. Einen, der Löwenkräfte in ihm heranwachsen lässt. Und plötzlich kann ihm kein böser Traum mehr etwas anhaben. Denn mit seinem Löwen ist Magnus der Allermutigste. Besonders, wenn es dunkel ist.

„Der Nachtlöwe brüllt, oh wie er brüllt. Sie stürmen durch den Wald, dem Räuber hinterher. Wild, verwegen und furchterregend.“

Eckdaten

 

Gebunden, ab 4 Jahren

32 Seiten
21,7 x 23,8 cm
ISBN: 978-3-8251-5113-3

Illustration & Text: Sanne Dufft

Verlag Urachhaus
15,00€ [D]

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Blickwinkel aus großen Augen

Es gibt da einen Löwen, der begleitet mich schon ziemlich lange. Einen mit zotteliger Mähne und platt geliebtem Körper, der nicht nur mich, sondern auch meine Schwester getragen hat. Er hat schon viel mitgemacht, Ängste kommen und gehen sehen und sich dabei immer als Beschützer bewährt. Besonders nachts. Man könnte ihn deshalb auch als Nachtlöwen bezeichnen.

Als ich bei Urachhaus das Bilderbuch „Magnus und der Nachlöwe“ entdeckt habe, wusste ich, dass die Geschichte bei Emma einziehen muss. Denn natürlich ist der Löwe längst zu ihr übergegangen, hat den Platz auf ihrem Kuschelteppich eingenommen und erneut seine Stellung als Beschützer bezogen. Und wenn mal ein böser Traum um die Ecke kommt, dann ist er direkt zur Stelle. Genau wie der Nachtlöwe, den Magnus von seiner Oma geschenkt bekommt, als er in seinen Träumen von einem Räuber gejagt wird. Die Nacht erobern sie von da an zusammen. Auf dem Rücken von seinem Löwen fühlt sich Magnus stark. Er ist dann der Allermutigste und kein Räuber der Welt kann ihm noch etwas anhaben.

„Sag Mama, wir haben den Räuber weggejagt. Ihr könnte jetzt schlafen gehen.“

Dieses Bilderbuch vermag so viel. Denn Sanne Dufft gibt darin nicht nur Magnus, sondern auch den kleinen Lesern einen tierischen Freund an die Hand. Einen, der sie nachts beschützen und Löwenkräfte in ihnen heranwachsen lassen kann. Der Nachtlöwe schenkt ihnen Mut, Kraft und Stärke, bestärkt sie darin, sich ihren Ängsten zu stellen. Und so blicken wir schon bald auf einen mutigen Magnus, der mit seinem neuen Freund seine Angst vor dem Räuber überwinden und ein so starkes Selbstbewusstsein aufbauen kann, dass er fortan nicht nur wild, verwegen und furchterregend den nächtlichen Wald unsicher macht, sondern auch zum Beschützer seiner Eltern wird. Es erfüllt ihn sichtlich mit Stolz, diese Aufgabe ganz alleine zu meistern. Und so zeigt Dufft, dass es manchmal nur einer kleinen Geste bedarf, um Kinder zu einer selbständigen Persönlichkeit heranwachsen zu lassen.

Mit ihre lebendigen Bildern, die viele der Buchseiten komplett ausfüllen, sind Dufft nicht nur ganz reizende, sondern auch ganz stimmungsvolle Illustrationen gelungen, die die Emotionen von Magnus perfekt wiederspiegeln. Es kommt sowohl seine Angst vor dem Räuber, als auch sein Mut und seine Stärke, die er mit dem Nachtlöwen entwickeln kann, ganz wunderbar zum Ausdruck. Die zurückhaltenden, aber sehr ausdrucksstarken Zeilen stehen im perfekten Einklang zu den dominierenden Illustrationen. Durch sie vermittelt Dufft auch, dass ein so tierischer Freund wie Magnus‘ Nachtlöwe, Zuwendung und Pflege bedarf. Sie zeigt den Kindern damit, was Freundschaft ausmacht.

Es macht unglaublich viel Freude, mit Magnus und dem Nachtlöwen durch die Nacht zu reiten. Und mit jeder Seite werden auch Emma und ich ein wenig wilder, verwegener und furchterregender. Unser Löwe hört längst auf den Spitznamen „Nachtlöwe. Es freut mich so sehr, dass mit diesem Buch die Geschichte unseres Löwen für immer verewigt ist.

„Magnus hat einen Hut. Mit dem Hut ist er groß. Und er hat ein Schwert. Mit dem Schwer ist er stark. Jetzt hat er auch einen Löwen. Mit seinem Löwen ist Magnus der Allermutigste. Besonders, wenn es dunkel ist.“

Blickwinkel aus kleinen Augen

Emmas Urteil:

 

Hat dir das Buch gefallen?

Oh ja. Ich mag es total gerne.

Worum geht’s im Buch:

Um meinen Nachtlöwen

 

 

 

Lieblingsstelle im Buch:

Als Magnus mit dem Löwen durch die Nacht reitet

Bester Leseplatz:

Auf dem Kuschelteppich

 

 

Was macht der Nachtlöwe, wenn er mit Magnus durch die Nacht reitet?

„Roarrr!“

(er brüllt gaaanz laut)

Wird zu:

einer Eroberin der Nacht

 

[Werbung, da Verlinkung im Text. Dieses Buch wurde mir freundlicherweise vom Verlag Urachhaus als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt.]