Kinderfreuden #52: Wenn ein Einhorn ohne Glitzer erstrahlt

„Emmas Einhorn“ – Briony May Smith

Thienemann-Esslinger, erschienen am 27. Juli 2021, Preis 15,00 € [D], Gebundene Ausgabe, ab 3 Jahren, 48 Seiten, ISBN: 978-3-480-23717-3, hier geht’s zum Buch

Emma zieht mit ihren Eltern in ein kleines Haus am Meer. Hier riecht alles anders, die Räume begegnen ihr leer und befremdlich. Noch nie hat sie sich so einsam gefühlt wie hier. Sie flüchtet in die Natur, durchstreift die von wilden Blumen übersäten Wiesen und entdeckt dabei ein kleines Einhorn-Baby, das sich im Gras verfangen hat. Sie befreit es und nimmt es in ihre Obhut. Als ihre Oma ihr erzählt, dass Einhörner sich ausschließlich von Blumen ernähren und deshalb immer an die blumenreichsten Orte fliegen, schafft sie für das Einhorn ein kleines Paradies, in der Hoffnung, es niemals wieder zu verlieren.

Und so verweilt das Einhorn bis zum nächsten Frühling bei Emma, wird ihr zu einer guten Freundin. Die beiden genießen eine unbeschwerte Zeit. Doch irgendwann kehrt die Familie des Einhorns zurück und für Emma heißt es, Abschiednehmen.

Ob sich Emma danach wieder einsam fühlt?

Blickwinkel aus großen Augen

An von Kälte und Regen beherrschten Tagen (wie sie der November zuhauf mit sich bringt) ziehen sich meine Tochter und ich uns gerne in Bilderbücher zurück, die mit warmen und atmosphärischen Szenerien aufwarten.

„Emmas Einhorn“ empfängt uns mit einem Meer aus Blumen in einer wilden unberührten Bergszenerie unweit vom Meer, die mich stark an Irland oder Schottland erinnert, mich selbst aus der Ferne dem satten Grün und der wilden unberührten Natur ganz nahe bringt, mir die salzig-erdige Luft um die Nase weht, mich die brausende Gischt des Meeres hören und mich von einem Gefühl des Behagens umgeben fühlen lässt.

„Dichter Nebel zog über den Himmel und legte sich auf das Wasser. Nein, das war kein Nebel. Das waren Wolken. Nein, das waren keine Wolken, es waren weiße Pferde. Nein, keine Pferde – Einhörner. Sie sprangen in die Luft und der Wind trug sie davon. Nur ein Wimpernschlag und sie waren verschwunden.“

Briony May Smith hätte keine magischere Szenerie schaffen können, um einen Blick auf eine Herde von Einhörnern am Himmel zu erhaschen, die mit dem letzten Sommerwind zu einer sagenumwobenen Insel fliegen und einem Mädchen namens Emma ein kleines Wunder an die Hand geben, das ihm über die Einsamkeit hinweghilft, die es in der Fremde seines neuen Zuhauses plötzlich verspürt. Sie gibt damit nicht nur der Protagonistin, sondern allen kleinen (und großen) Leser*innen einen tierischen Wegbegleiter in Gestalt eines Einhorns an die Hand, dass sie den Wert wahrer Freundschaft kennenlernen und das Gefühl von Zusammengehörigkeit spüren lässt.

Schon lange vor der deutschen Ausgabe hatte ich dieses Bilderbuch im Visier, das im Original den Titel „Margaret’s Unicorn“ trägt. Dass die Geschichte nun auch den deutschen Buchmarkt erobern darf, stimmt mich sehr glücklich. Denn Smith schenkt uns mit ihrer zauberhaften Geschichte nicht nur ein kleines silberfarben-weiß getupftes Einhorn, das auch ganz ohne Glitzer zu verzaubern vermag, der Thienemann Verlag hat mit dem deutschen Titel „Emmas Einhorn“ für uns sogar ein ganz persönliches Herzensbuch geschaffen. Denn auch meine Räubertochter trägt den Namen Emma.

Es ist die magische Aura dieses kleinen Fantasiewesens, die sofort für wohlige Wärme im Kinderzimmer sorgt. Die Faszination, die seit jeher für Einhörner herrscht, wurde in den letzten Jahren stark von Klischees überlagert. Einhörner wurden immer glitzernder, leuchtender und funkelnder. Die Faszination um ihr gewundenes Horn auf der Stirn, um ihre Gabe des Fliegens, schien nicht mehr auszureichen, es musste mit künstlichem Glitzer und Regenbogenfarben versehen und um künstliche Strahlkraft ergänzt werden. Ein regelrechter Einhorn-Hype kam auf. Und der natürliche Zauber um dieses Fabelwesen ging für mich dabei verloren.

Briony May Smith hat diesen Zauber für mich ein Stück weit zurückgeholt. Mit stimmungsvollen und natürlichen Bildern, die das Einhorn nahezu ohne diese Klischees erstrahlen lässt, verzaubert sie ihre Leser*innen auf ganz ursprüngliche Weise, selbst wenn sie das kleine Einhorn von Mondscheinwasser trinken und mit einem leuchtenden Horn die Nacht erhellen lässt. Sie versetzt ihre kleinen Leser*innen ins Träumen, lässt sie in die Luft springen, vom Wind davontragen und wie Schneeflocken vom Himmel rieseln. 

Den von Steffi Kress ins Deutsche übertragenen Zeilen haftet etwas wunderbar Poetisches und zeitgleich Magisches an, dass sich harmonisch an die Illustrationen von Smith schmiegt und das Bilderbuch zu einem stimmungsvollem Gesamtkunstwerk macht. 

Und nicht nur das, Smiths Geschichte spendet auch Trost. Sie zeigt, dass egal wo und wann, immer Weggefährt*innen auf uns warten, die uns treu und ergeben an der Seite stehen, über das Gefühl von Einsamkeit und Verlorenheit hinweghelfen und zu guten Freund*innen werden können, selbst wenn das Leben sie zu einem späteren Zeitpunkt wieder weiterträgt, weit fort, von dem Mittelpunkt unseres eigenen Lebens. Denn wahre Freundschaft kennt keine Entfernung. Und so lernen wir, ein Stück weit über uns selbst hinauszuwachsen und neuen Menschen gegenüber aufgeschlossen zu begegnen. Auch Emma fasst nach dem Abschied ihres Einhorns Mut und findet in Annabel eine neue Freundin.

Mit „Emmas Einhorn“ ist Briony May Smith eine jener Geschichten gelungen, die auch nach zahlreichen Lektüren nicht an Zauber verliert, die sich besänftigend auf unsere Seele legt, uns mit magischem Zauber und Wohlgefühl umgibt und von einem kleinen silber-weiß getupften Einhorn träumen lässt, an dessen Seite wir die Welt erobern.

„Wenn du ein Einhorn als Freund hast, wünscht du dir, dass der Frühling weit weg bleibt.“

Dieses Bilderbuch wurde von mir auch im Rahmen der Kinderbuch-Kolumne auf buchszene.de ans Herz gelegt:

https://buchszene.de/kinderbuch-empfehlungen-november-2021/

Blickwinkel aus kleinen Augen

Emmas Urteil:

Welches Seite hat dir am Besten gefallen, Emma? 

Als Emma und das Einhorn auf der Picknickdecke im Sommer liegen und von Blumen umgeben sind.

Als das Einhorn Mondscheinwasser trinkt und das Horn des Einhorns zum Leuchten bringt. Es leuchtet dann so wie mein Wal-Nachtlicht.

Möchtest du auch mal Mondscheinwasser trinken?

Oh ja. Denn dann fange ich vielleicht auch an zu leuchten und habe Zauberkräfte.

Wann wurdest du ganz traurig?

Als der Frühling da war und die Familie vom Einhorn wieder zurückkam. 

Was gefällt dir am Buch am besten?

Dass das Einhorn Emma nicht vergisst und es später noch einmal besucht. 

 

Wird zur:

Einhornliebhaberin

[Werbung: Dieses Buch wurde mir freundlicherweise von Thienemann-Esslinger als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt]

Kinderfreuden #45: Das Wunder Erde

Im Winter kuschelt sie sich in eine glitzernd weiße Decke aus Schnee, sie blickt durch scheinbar undurchdringliches Gestrüpp aus wild sprießenden Pflanzen im Frühling und gießt lauen Sommerregen über das Land, lässt Bäche die Berge hinabrauschen und heftige Herbstwinde durchs Land fegen, die durch die Glieder von Bäumen und Straßen pfeifen.

Sie lässt Spinnen in ihren Händen Netze spannen, reitet auf dem Rücken von Walen, hilft verlorenen Tierkindern zu ihren Müttern zurück, lässt Wildpferde über die gepflegte Prärie donnern und gibt kleinen Eisbären den Blick durch dicke Eisschichten frei, damit sie die Wunder unter der Meeresoberfläche bestaunen können.

Unsere Freundin Erde gibt den Rhythmus des Lebens vor. Sie ist unsere Taktgeberin, bestimmt den Kreislauf der Natur und behütet alle Lebewesen.

Habt ihr Lust, sie ein Stück ihres Weges zu begleiten? 

Eckdaten

 

Gebunden, ab 4  Jahren

42 Seiten
22,9 x 27,9 cm
ISBN: 978-3-314-10512-8

Illustration: Francesca Sanna
Übersetzt von: Thomas Bodmer

NordSüd Verlag
18,00 € [D]

Sicher dir hier dein persönliches Exemplar…

 

Blickwinkel aus großen Augen

Francesca Sanna versteht es aufs Vortrefflichste, ihre Illustrationen mit Gefühlen anzureichern. Ihre Bilder sind farbenfroh, detailreich und ausdrucksstark und für Kinder leicht zugänglich. Das hat sie schon mit ihrem Debüt „Die Flucht“, Bilderbüchern wie „Ich und meine Angst“ und „Geh weg, Herr Berg“ bewiesen. Oft ist gar kein begleitender Text von Nöten, um den Inhalt ihrer Geschichten zu erfassen. Und so präsentiert sich auch ihre neuestes Bilderbuch „Meine Freundin Erde“ wie eine Einladung zu einem berauschenden Abenteuer durch das Wunder Erde.

Es ist ein junges Mädchen, dem Sanna in ihren Bildern eine ähnlich symbolische Rolle wie Mutter Natur zuteilt, nur dass sie als Freundin Erde eine übergeordnete Rolle einnimmt. Und nicht nur das, zu meiner Freude ist sie auch ein Mädchen of Color.  Die Geschichte beginnt mit ihrem Erwachen aus dem Winterschlaf. Doch nicht nur sie, auch Flora und Fauna erwacht allmählich. Und so beginnt der wunderbare Lauf der Jahreszeiten, der sie der Natur im jahreszeitlich wechselndem Gewand ins Auge blicken lässt.  Wir kriechen mit ihr durch das Unterholz, schweben durch die Lüfte, reiten durch die wilde Prärie und erhaschen das Flüstern von wisperndem Gras, wir betreten das knirschende Eis am Nordpol und erobern die faszinierende Unterwasserwelt auf dem Rücken eines Wals, wir folgen Flussläufen, passieren satte Hügellandschaften und gleiten auf einem tanzendem Blatt sanft zu Boden.

Der Rhythmus, dem das Leben auf unserer Erde unterliegt, begegnet uns mal wild donnernd bis hin zu leise wispernd. Wir lernen unseren Planeten mit all seinen Facetten kennen. Sanna schenkt uns mit ihren Bildern Augen für das Wunderbare!

Schon lange vor der Geburt der Räubertochter habe ich unsere Natur zu schätzen gelernt. Ich genieße die Streifzüge durch die Wälder und Wiesen, die sich uns in so unterschiedlichem Gewand präsentieren, versuche so viel Zeit wie möglich draußen zu verbringen und die Schönheit unseres Planeten auf mich wirken zu lassen; die frische Luft, Farben und Geräusche vollends in mir aufzunehmen. Seit Emma auf der Welt ist, liegt mir das noch viel mehr am Herzen. Ich möchte meiner Tochter die Liebe zur Natur weitergeben, sie frei umherstreifen, ungestört entdecken lassen und ihr zu verstehen geben, dass es sich immer lohnt, genauer hinzusehen. Dass es manchmal sogar notwendig ist, genauer hinzusehen und den Blick nicht von Dingen abzuwenden, die unsere Aufmerksamkeit und Mithilfe erfordern. Weil unser Planet, wie wir ihn heute kennen, nur fortbestehen kann, wenn wir ihn beschützen und ressourcenschonend agieren. Weil wir Menschen nur weiterleben können, wenn er es kann.

Francesca Sanna hat in ihrem Bilderbuch einen wunderbaren Weg gefunden, mit ihrem Pinsel die Erde genauso facettenreich zu Papier zu bringen wie sie ist. Sie nimmt die Kinder mit auf eine Reise durch die Jahreszeiten, lässt sie gemeinsam mit dem Mädchen durch ein Meer von Farben tauchen und Blickwinkel einnehmen, die den Blick auf kleine kostbare Details preisgeben, die einem beim oberflächlichen Betrachten verwehrt bleiben. 

Durch raffinierte Lasercuts und individuelle Seitenabschlüsse verschmelzen die Illustrationen mehrerer Seiten miteinander und entfalten sich Stück für Stück zu ihrer vollen Pracht. Die poetischen Zeilen von Patricia MacLachlan, die von Thomas Bodmer ins Deutsche übersetzt wurden, schenken den Bildern eine wunderbare Untermalung, betten sich stimmungsvoll in die beeindruckenden Szenerien, bei dessen Anblick nicht nur die Kinder ins Staunen geraten und mit leuchtenden Augen durch dieses berauschende Bilderbuch reisen. Die liebevolle Komposition aus Sannas Bildern und McLachlans bzw. Bodmers Zeilen begegnet uns wie eine Liebeserklärung an unseren Planeten und hält uns einmal mehr vor Augen, wie gut wir auf ihn Acht geben müssen.

Blickwinkel aus kleinen Augen

Emmas Urteil:

Hat dir das Buch gefallen?

Oh ja

Worum geht’s im Buch:

Um die Erde

 

Lieblingsstelle im Buch:

Die schwarz-weiß gestreifte Herde aus Zebras

Bester Leseplatz:

Im Bett, eingekuschelt wie das Mädchen in einer Decke aus Schnee

Was würdest du auch einmal machen wollen?

Auf einem Wal reiten

Wird zu:

einer Entdeckerin

 

[Werbung, da Verlinkung im Text. Dieses Buch wurde mir freundlicherweise vom NordSüd Verlag als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt.]

Seelenschmeichler

„Alte Sorten“ – Ewald Arenz

Dumont Verlag, erschienen am 21. Juli 2020 (TB), Preis 10,00 € [D], hier geht’s zum Buch

„Auf den abgeernteten, von Stoppeln glänzenden Feldern stand der Weizen noch als überwältigender Geruch nach Stroh; staubig, gelb, satt. Der Mais begann, trocken zu werden, und sein Rascheln im leichten Sommerwind klang nicht mehr grün, sondern wurde an den Rändern heiß und wisperig. […] Liss sah und roch und hörte, dass der Sommer zu Ende ging. Es war ein gutes Gefühl.“

Zitat, Seite 5

Als ich die letzte Seite von „Alte Sorten“ hinter mir ließ, saß ich beseelt da. Und überwältigt. Voller Wehmut strich ich über die ausgestanzten Birnen auf dem Cover, konnte ihre Konturen spüren, ihren intensiven Duft und Geschmack nahezu vernehmen. Der süßlich herbe Geschmack erfüllte meinen Mund, der klebrige Birnensaft lief mir an meinem Kinn herunter. Alexander Lucas. Die Birne, zu der ich in Liss‘ altem Zaubergarten am Ehesten gegriffen hätte. Es ist die Birnensorte, auf die ich nach der Lektüre am meisten Lust verspüre. Ihren Geschmack beschreibt der Autor mit dem Sonnenlicht, „wenn es einem nach einem langen Sommer durch das weite Blau des Himmels und dann durch das alte Grün hoher Bäume direkt auf die Zunge fiele“. Wer kann solchen Zeilen schon widerstehen?

Was sich mir da in „Alte Sorten“ offenbarte, war eine Geschichte voller Leben. So authentisch, ehrlich und ungeschliffen, dass mir das Lesen fast schon ein wenig weh tat und gut zugleich. Es ist keine reine Wohlfühlgeschichte, die sich Ewald Arenz da von der Seele geschrieben hat, er hat vielmehr das Leben selbst eingefangen. Und zwar mit allen Höhen und Tiefen. Und mit jeder Faser seines Körpers!

Mir scheint, ich habe „Alte Sorten“ genau zur richtigen Zeit gelesen. Denn die Geschichte beginnt gegen Ende des Sommers, am 1. September, und erstreckt sich bis in den Oktober hinein. Meine Lektüre lief nur leicht verzögert mit den Kapitelüberschriften, die Arenz den Tagen gewidmet hat, die Liss und Sally, die beiden Protagonistinnen, gemeinsam verbringen. Zwei Frauen unterschiedlichen Alters treffen hier aufeinander: Liss, Mitte Vierzig; Sally, gerade mal 16. Und obwohl die beiden Frauen einem äußerlich sehr unterschiedlich begegnen, umtreibt sie innerlich ein ganz ähnliches Seelenleid. Denn beiden hat das Leben stark zugesetzt. Ihre Seelen sind zerklüftet von den Spuren schmerzhafter Ereignisse.

„Es gab Tage, an denen es schwerer fiel, nur auf das zu sehen, was war. Nicht zurück, nicht vor. Nur auf das, was eben war. Weil ja auch alles, was gerade war, nicht aus dem Nichts kam und nicht ins Nichts ging. Alles hat eine Geschichte. Selbst Dinge, die sich nicht bewegten, bekamen eine Geschichte.“

Zitat, Seite 49

Und so bleibt ihre Begegnung an einem Spätsommertag draußen im Weinberg nicht ohne Folgen. Denn die körperlich ausgezehrte und ihrem Leben entflohene Sally ist von Liss‘ bodenständigem Auftritt so fasziniert, dass sie mit auf den Bauernhof kommt, den Liss alleine bewirtschaftet, und sich dort eine Zeit lang verschanzt. Es gehen Wochen ins Land, in denen sich die beiden Frauen gemeinsam dem Handwerk widmen, das Land und die Natur dabei vollends in sich aufnehmen. Sie backen Brot, bei dem man den frisch gemahlenen Roggen noch riechen kann; sie lesen Kartoffeln, deren erdiger Geschmack in schlichter Begleitung von Butter und Salz am besten zur Geltung kommt; sie pflücken bei klirrender Kälte Trauben im Weinberg, die sie später zu Wein verarbeiten und pflücken Birnen von alten Bäumen, die neben wuchernden Kräutern und Brennnesseln längst Teil eines Zaubergartens geworden sind, der uns wild und unbezähmbar begegnet. Es sind die vielen kleinen Momente, die für beide Frauen von großer Bedeutung werden und diesen Roman zu etwas ganz besonderem machen. Arenz‘ leise und eindringliche Zeilen, die einem oft nahezu poetisch begegnen und die Natur auf sehr eindrückliche Weise beschreiben, machen das Lesen zu einem wahren Vergnügen.

„Das hier ist der schönste Garten, den ich überhaupt jemals in meinem Leben gesehen habe.“ […] „Ich kann sehen, dass der Garten mal wie ein Käfig für dich war. Aber du siehst doch, was daraus geworden ist!“ Sie drehte sich im Kreis und versuchte, alles in sich aufzunehmen. Die von den Hecken wild überwucherten, sanft nach innen gedrückten verwitterten Latten des Zauns. Die parallel stehenden Bäume, die in ihren breit aufgefächerten Kronen, ihren geneigten Stämmen und in ihren Blätterwolken längst alle Rechteckigkeit zu einer verblassenden Erinnerung gemacht haben. Das Meer aus Gras, aufgeschossenen Kräutern und Brennnesseln, durch das im leichten Septemberwind hellgrüne Wellen von einem Ende des Gartens zum anderen liefen. „Das ist alles …“, wieder suchte sie nach dem richtigen Wort, „das ist alles wie eine wunderbare Strafe für den Versuch, Sachen, die wachsen, in eine Form zu pressen.“

Zitat, Seite 117/118

Mit Liss und Sally sind Arenz zwei wunderbare Charaktere gelungen, die einem mit jeder Seite näher ans Herz wachsen. Ihre unterschiedlichen Persönlichkeiten stehen im perfekten Kontrast zueinander: Sally, laut und ungestüm; Liss, leise und zurückhaltend. Sallys rebellisches Aufbegehren weckt in Liss nicht nur die Erinnerungen an sich selbst, die Zeit mit dem Mädchen schenkt ihr gewissermaßen auch eine Chance, zurechtzurücken, was der Vater bei ihr selbst falsch gemacht hat. Sally findet in Liss nicht nur einen Menschen, der sie hört und sieht, wie keiner zuvor, sondern auch ein Zuhause, das ihr die Eltern nie zu geben vermochten. So entwickelt sich zwischen den Frauen ein zartes Band der Freundschaft, das sie langsam aber sicher zurück ins Leben navigiert.

„Weil alles andere schlechter war, als das hier. Der Gedanke traf sie erst jetzt, mit der vollen Bedeutung. Plötzlich musste sie lachen. Einfach lachen. Sie wusste, es war alles nur auf Zeit. Auch das Lachen war eigentlich nur geliehen, dieser Augenblick der Befreiung nur auf Kredit, weil sie hier ja nicht immer würde bleiben können. Aber in diesem Moment war das egal. In diesem Moment waren die verstörenden Bilder auf einmal weg, als hätte man eine graue Folie zwischen ihr und der Welt weggezogen, und sie sähe das Dorf zum ersten Mal richtig und in allen Farben.“

Zitat, Seite 159/160

Nach dem Lesen dieses Romans machte sich eine ungeheure Sehnsucht in mir breit. Es war die Sehnsucht nach abgeernteten Weizenfeldern, dem sonnig-staubigen, uralten Geruch von Stroh und Heu in einer Scheune nach warmen Spätsommertagen und nach dem Duft von warmem Sommerregen. Wie gern würde ich mich mit Liss und Sally noch einmal ins Abenteuer stürzen. Was für ein Roman, was für eine Pracht! Ich habe jedes Wort und jede Zeile genossen. Und so hat mir Arenz ganz unverhofft ein Lesehighlight 2020 beschert!

„Eine Minute noch oder zwei. Es war so selten, dass die Dinge im Gleichgewicht waren. Ohne Glück und ohne Trauer. Oder anders: dass Glück und Traurigkeit in einem so in der Schwebe waren, in so einer perfekten Balance, dass man sich nicht bewegen wollte. Vielleicht fühlten sich Seiltänzer so, wenn sie hoch oben waren, in dem einen Moment, in dem eine gerade Linie genau durch die Mitte des Körpers geht und genau durch die Seele des Seils und bis zum Boden und dann bis zum innersten Kern der Erde; in dem einen bewegungslosen Moment der Mitte.“

Zitat, Seite 127

Kinderfreuden #43: Eins mit der Natur

„Gigaguhl und das Riesen-Glück“ – Alex Rühle, Barbara Yelin

„Gigaguhl Gargantua war der größte aller Riesen. Er berührte fast den Himmel und er konnte Stürme niesen. Morgens aß er meistens Wolken. Mittags trank er einen See. Abends saß er tief im Walde, zwischen Bäumen, klein wie Klee.“

Irgendwann übermannt auch mal einen Riesen die Müdigkeit. Und so deckt sich Gigaguhl eines Tages mit der Sommerwiese zu und hält viele hundert Jahre Frühlings-, Sommer- und Winterschlaf. Auf den Weiten seines Rückens wächst über all die Jahre eine Stadt heran, in seinen Augenbrauen nisten Vögel, auf den Hügeln seines Nackens weiden Ziegen und in seinem Haarwald wohnt sogar ein Einhorn.

Als die Stadtkinder Nick und Nina sich eines Tages auf Entdeckungsreise in die Berge begeben und dabei nicht nur auf allerhand wundersame Flora und Fauna, sondern auch auf den Zugang zu einer geheimen Höhle stoßen, staunen sie nicht schlecht. Noch mehr aber, als sie merken, dass es sich dabei um einen Riesen handelt, in dessen Kopf sie durch sein Ohr gelangt sind. Als sie seine Nasenhöhlen als Rutsche auserkoren, kitzelt es dem Riesen gewaltig in der Nase und so werden sie mit einem gewaltigen Niesen wieder ins Freie befördert.

Gigaguhl möchte Nick und Nina zeigen, dass er größer als das größte Monster ist. Doch er weiß nicht, dass über all die Jahre seines Schlafes Leben auf der Erddecke gewachsen ist, mit der er sich damals zugedeckt hat. Es muss also ein Plan her, wie der mächtige Riese aufstehen kann, ohne Mensch und Tier um ihr Zuhause zu berauben.

Eckdaten

 

Gebunden, ab 4 Jahren

40 Seiten
18,3 x 29,4 cm
ISBN: 978-3-423-76286-1

Illustration: Barbara Yelin
Autor: Alex Rühle

dtv Junior
14,95 € [D]

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Blickwinkel aus großen Augen

Als große Naturliebhaberin war ich von der fantasievollen Geschichte des Riesen Gigaguhl, der während seines jahrhundertelangen Schlafes mit der Natur Eins wird, natürlich sofort angetan. Aber noch viel begeisterter war ich, als ich gemeinsam mit meiner Räubertochter entdecken durfte, wie Illustratorin Barbara Yelin die Kinder mit ihren bezaubernden Bildern durch den Wandel der Natur und den Entstehungsprozess von Leben schickt.

Auf außerordentlich kreative Weise lässt Yelin den Riesen Gigaguhl, der anfangs noch am Strand entlang spaziert und inmitten von Bäumen sitzt, durch das Zudecken mit einer Sommerwiese mit der Natur verschmelzen. Seine zugedeckte Gestalt wird zu einem Berg, auf dem eine Stadt heranwächst. Kaum einer nimmt ihn mehr wahr. Einzig und allein die Tiere wissen noch um seine Existenz, denn Gigaguhl liebt sie so sehr, dass er sie zu sich eingeladen, nichts dagegen hat, dass sie auf ihm wohnen. Selbst sein Gesicht, das unter der Erddecke hervorschaut, wird über die Jahre von den Tieren bevölkert. Und so tummeln sie sich in seinen Augenbrauen, in seinem Kopf- und Baarthaar, unter seinen Achseln und in seinem Ohr. Selbst sein Genick und der hervorlugende Arm betten sich in die Natur ein, verschwinden ganz in der Szenerie der Landschaft. Diese wunderbare Verschmelzung, die sich Seite für Seite auf Yelins wunderbaren Bildern vollzieht, können auch die Kleinen wahrnehmen. Viele Bildausschnitte nimmt man aber erst auf den zweiten Blick als Körperpartien des Riesen wahr. Und staunt nicht schlecht, was dabei so alles zu Tage tritt.

Kein Wunder also, dass auch Nick und Nina nicht bemerken, dass es sich bei dem geheimnisvollen Wald aus blauen Stämmen, den sie nach dem Erklimmen eines Hangs erreichen, um das Haar, und bei dem geheimen Höhleneingang um die Ohrmuschel des Riesen Gigaguhl handelt. Ganz unbewusst gelangen sie dadurch in seinen Kopf, bestaunen sein Gehirn, in dem Ideen, Träume und Farben, aber auch die zahlreichen Erinnerungen des Riesen wohnen. In seinen Nasenhöhlen entdecken sie für sich die längste Doppelrutsche aller Zeiten, auf der es sich vortrefflichst um die Wette rutschen lässt. Durch das daraus resultierende Gekitzel in der Nase wird der Riese aber aus seinem Schlaf gerissen und zu einem gewaltigen Niesen angeregt, der die beiden Kinder mit ordentlich Rotz und Wasser, Sträucher, Moos, Geröll und Schlamm wieder aus sich herausschleudert.

Freilich vermuten die Kinder in dem mächtigen Riesen, in dessen Augen sie nun blicken, ein Monster, von dem Gefahr ausgeht. Doch der freundliche Riese beschwichtigt sie, ist nahezu beleidigt, mit einem winzig kleinen Monster verglichen zu werden. Er will aufstehen, ihnen seine wahre Größe zeigen. Doch dass auf der Erddecke, mit der er zugedeckt ist, über all die Jahrhunderte Leben herangewachsen ist, hat er nicht bedacht. Die Kinder weisen ihn darauf hin und verhindern damit das Schlimmste. Doch dem Riesen kommt eine Idee. Mit einem Donnergrollen und einem selbst komponierten Lied kann er Hunderte seiner Tierfreunde dazu animieren, ihm aus seiner unglücklichen Misere zu helfen. Sie sind es, die sich für ihren riesigen Freund zu zahlreichen Tierpyramiden anordnen, um gemeinsam die Erddecke vorsichtig anzuheben, damit der Riese darunter hervorschlüpfen kann und die darauf entstandene Landschaft erhalten bleibt. Natürlich passiert das nicht ohne ein Erdbeben gleiches Zittern, das die darauf entstandene Stadt um ein Stück herabsinken lässt. Einzig und allein Nick und Nina wissen, was dahintersteckt.

Alex Rühle schenkt diesem Bilderbuch ganz wunderbar melodische Reime, die in perfektem Einklang zu Yelins Bildern stehen. Mit viel Facettenreichtum, Fantasie aber auch Gespür für die Sprache schafft er Zeilen, die sich auf ganz harmonische Weise an die lebendigen und naturnahen Illustrationen anschmiegen und daraus eine ganz runde Sache machen. Und so entsteht aus der Zusammenarbeit von Yelin und Rühle ein Kinderbuch, das sich Hören und Sehen lassen kann.

„Ich muss ganz woanders hinzieh’n, denn ich brauche Riesenruhe. Sprach’s und bückte sich und schnürte, seine Siebzehnmeilenschuhe. Winkte nochmal Nick und Nina und verschwand mit raschem Schritt, hinter sieben Bergen, und die meisten Tiere nahm er mit.“

Doch dem Riesen ist es nun zu laut geworden. Die Stadt, deren Treiben einen ungeheuren Lärm mit sich bringt, beraubt ihn um seine Ruhe, die er dort einst hatte. Und so lässt er seinen vertrauten Ort hinter sich, macht sich auf zu neuen Ufern. Durch diese Entwicklung treffen Yelin und Rühle den Nerv der Zeit und veranschaulichen mit ihrer Geschichte ein Stück weit auch die heutige Entwicklung. Denn es ist nicht nur die Unberührtheit und Stille, die die entstandene Stadt der Natur genommen hat, sondern auch der Lärm der Zeit, den die zahlreichen Autos, Laster, Straßen und Häuser mit sich bringen.

Die innige Verbundenheit, die den Riesen Gigaguhl mit der Natur und den Tieren verbindet, ist wunderbar mit anzusehen. Auch wie die Tiere, ganz egal wie klein sie sind, dem großen Riesen helfen können und damit ganz Großes schaffen. So wird schon den Kleinsten ein freundlicher und achtvoller Umgang mit Tier und Natur an die Hand gegeben und gezeigt, was man durch ein friedfertiges Miteinander schaffen kann. Die Liebe zum Detail, die Yelins Illustrationen zugrunde liegt, lädt die Kinder nicht nur ein, genauer hinzusehen, sondern auch die Schönheit in ganz kleinen Dingen zu erkennen.

Barbara Yelin und Alex Rühle gelingt mit „Gigaguhl und das Riesen-Glück“ eine wunderbare Geschichte über Zusammenhalt, über den Lauf der Natur und den Lärm der Zeit. Es ist eine fantasievolle Reise durch Flora und Fauna, auf die sie die Kinder schicken. Und was es mit dem Riesen-Glück im Titel auf sich hat, sollte jeder für sich selbst entdecken.

Blickwinkel aus kleinen Augen

Emmas Urteil:

 

Hat dir das Buch gefallen?

Ja

Worum geht’s im Buch:

Um einen Riesen

 

 

 

Lieblingsstelle im Buch:

Als die Tiere die Erddecke anheben, damit der Riese darunter hervorkriechen kann

Bester Leseplatz:

Auf dem Kuschelteppich

 

 

Was hat dir im Riesen am besten gefallen?

Die Doppelrutsche seiner Nasenhöhlen

Wird zu:

einer Entdeckerin

 

[Werbung, da Verlinkung im Text. Dieses Buch wurde mir freundlicherweise vom dtv Verlag als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt.]

 

Kinderfreuden #33: Wenn Gemüse zum Leben erwacht

„Opas geheimnisvoller Garten“ – Luc Foccroulle, Annick Masson

Lina ist gar nicht begeistert, dass sie die bevorstehenden Sommerferien bei ihrem Opa auf dem Land verbringen soll. Viel lieber hätte sie sie mit ihrer Freundin Louise am Strand verbracht. Gleich nach der Ankunft verzieht sie sich deshalb auf’s Zimmer. Was soll hier schon groß passieren? Außer Opas Garten gibt’s hier ja nix! Das ist so langweilig!

Als Opa ihr stolz sein grünes Paradies zeigt und sie zur Mithilfe animiert, reagiert sie noch recht widerwillig. Doch als sie eine Bohne von Opa in die Erde setzt und sie regelmäßig gießt, geschieht etwas Magisches. Denn plötzlich vernimmt Lina Stimmen um sich. Es sind die Karotten, Tomaten, Zwiebeln und auch Linas Bohne, die zum Leben erwachen.

Und plötzlich ist Opas Garten gar nicht mehr so langweilig. Denn das Gemüse entpuppt sich als sehr unterhaltsame Truppe. Mit viel Liebe und Zuwendung zieht Lina das Gemüse fortan heran. Und als sie Opa ihre erste Ernte präsentierten kann, platzt sie fast vor Stolz.

Eckdaten

Gebunden, ab 3 Jahren

32 Seiten
26,5 x 23,0 cm
ISBN: 978-3-280-03546-7

Text: Luc Foccroulle
Illustration: Annick Masson

Orell Füssli 

12,95 €

Sicher dir hier dein persönliches Exemplar…

Blickwinkel aus großen Augen

Eigentlich wollte ich euch schon viel früher von diesem wundervollen Bilderbuch berichten, das schon seit einem Jahr bei der kleinen Leserin Luisa wohnt. Die Zeit rann mir allerdings davon, und mit ihr der Frühling/Sommer 2019. Und so findet es erst heute seine gebührende Erwähnung. Dass es mittlerweile nicht mehr zu den Novitäten zählt, tut dem Charme des Bilderbuches aber keinen Abbruch. Denn es kommt wie eine Einladung ins Grüne daher und passt daher perfekt zum heutigen Beginn der Sommerzeit.

 

Da es im letzten Jahr für so viel Begeisterung bei Luisa gesorgt hat, werde ich es auch Emma besorgen. Denn was durch das harmonische Zusammenspiel von Annick Massons locker-leichten Illustrationen und Luc Foccroulles zugänglichen Texten entstanden ist, ist eine Geschichte, die schon die Kleinsten in ihren Bann zieht und damit raus in den heimischen Garten und mitten ins Gemüsebeet lockt. Es wird sicher nicht lange auf sich warten lassen, bis auch Emma dem Zauber von „Opas geheimnisvoller Garten“ erliegt.

„Opa! Die Gemüsepflanzen … sie sind lebendig!“

Cover und Titel lassen es bereits vermuten, hier geht es um eine Großvater-Enkeltochter-Geschichte. Lina muss die Ferien bei ihrem Opa auf dem Land verbringen. Und da es dort nicht viel mehr gibt, als Opas Garten, vermutet Lina sich total zu langweilen. Verständlich, dass sie das Meer und den Strand, den ihre Freundin Luise genießen darf, dem Grünen vorzieht. Doch sie hat nicht mit dem Zauber gerechnet, der auf Opas Garten liegt. Erst als sie eine Bohne in den Boden pflanzt und eine wachsende Begeisterung fürs Gärtnern entwickelt, bricht der Bann, und das Gemüse um sie herum beginnt feucht-fröhlich vor sich hin zu schnattern. Lina staunt nicht schlecht, als sie bemerkt, dass Opas Gemüsepflanzen leben.

Und so drehen sich Linas Gedanken fortan um das Gemüse im Garten. Mit viel Liebe und Zuwendung pflegt und hegt sie die kleinen Gemüsepflänzchen, die jeden Tag ein bisschen mehr aus der Erde hervorragen und am Ende der Sommerferien große Früchte tragen. Und als Lina ihrem Opa einen Teller mit selbst geernteten Bohnen auftischen kann, ist sie nicht nur stolz wie Bolle, sondern auch ein bisschen traurig, dass die Zeit mit ihrem Opa nun vorbei ist.

Die Geschichte zeigt ganz wunderbar, wie schnell man sich für etwas begeistern kann. Wie viel Spaß es machen kann, etwas mit seinen eigenen Händen zu schaffen und dass es sich lohnt, manchmal genauer hinzuschauen. Denn hätte sich Lina nicht so liebevoll um ihre Bohne gekümmert, hätte sich das Gemüse sicher nie zu Wort gemeldet!

Es zeigt aber auch, dass eine gemeinsame Leidenschaft die unterschiedlichsten Generationen zueinander finden lässt. Durch das gemeinsame Gärtnern wachsen Opa und Enkeltochter jeden Tag ein bisschen näher zusammen. Ihre Begeisterung für das Gärtnern wird zu einem wundervollen Bindeglied ihrer Freundschaft.

„Opas geheimnisvoller Garten“ bringt Kindern auf ganz wunderbare Weise die Faszination des Gärtnerns nahe. Es weckt ihn ihnen nicht nur die Neugierde auf die Natur, sondern auch auf das eigene Mitwirken im Garten. Und welches Kind träumt nicht von sprechendem Gemüse! Dem Traum können sich selbst Erwachsene nicht verwehren!

Blickwinkel aus kleinen Augen

Luisas Urteil:

 

Gefällt dir das Buch?

Ja, sehr!

Was hat dir besonders gefallen?

Das sprechende Gemüse in Opas Garten

Lieblingsgemüse im Buch:

Ganz klar – die Bohnen!

 


 

Lieblingsstelle im Buch:

Als sich das Gemüse zu Wort meldet

Bester Leseplatz:

Am Liebsten in der warmen Frühlingssonne auf dem Balkon, und natürlich müssen direkt danach die Blumen gegossen werden


 

Worauf macht das Buch Lust?

Auf’s Gärtnern im eigenen Garten und natürlich auf sprechendes Gemüse

Schlüpft in die Rolle von:

Einer kleinen Nachwuchs-Gärtnerin


[Werbung: Dieses Buch wurde mir freundlicherweise von Orell-Füssli als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt]

Eine Bergfreundschaft

„Acht Berge“ – Paolo Cognetti

„Manchmal findet man seinen Platz im Leben auf deutlich weniger verschlungenen Wegen als gedacht.“

Zitat, Seite 214

Die Faszination für die Berge bekommt Pietro von seinen Eltern in die Wiege gelegt. Die Dolomiten waren nicht nur ihre erste große Liebe, sondern auch der Grundstein ihrer Ehe, die am Fuß der Drei Zinnen beschlossen wurde. Selbst als sie mit Anfang dreißig vom ländlichen Veneto nach Mailand ziehen, geht ihnen ihre Leidenschaft für die Berge nie verloren, weshalb sie sich eines Tages entschließen, eine eigene Berghütte zu kaufen.

Diese rustikale Berghütte im Bergdörfchen Grana wird von da an Pietros zweites Zuhause. Jeden Sommer kommt er dorthin zurück und folgt schon bald mit wachsender Begeisterung seinem Vater in das Gebirge. Das Bergsteigen bleibt dabei die einzig richtige Erziehung, die Pietro von seinem Vater erfährt, der nur selten da ist und sich die meiste Zeit seiner Arbeit in Mailand widmet. Doch Pietros Vater ist streng, duldet beim Aufstieg kaum eine Rast. Umso schöner werden für ihn die Erkundungstouren mit dem Bergjungen Bruno, der schon als Kind auf die Kühe seiner Eltern aufpassen muss und sich in der Umgebung auskennt wie in seiner Westentasche. Mit Bruno durchkreuzt er das Unterholz, entdeckt dabei verlassene Hütten, versteckte Bachläufe und die Schönheit der Natur. Durch ihn lernt er die Berge erst richtig kennen. Es ist Brunos Geruch nach Stall, Heu, geronnener Milch, feuchter Erde und Kaminrauch, den er von da an mit den Bergen verbindet.

„Mit Bruno in die Berge zu gehen hatte nichts mit dem Erstürmen von Gipfeln zu tun. Wir nahmen zwar einen Weg, liefen durch den Wald und rannten eine halbe Stunde bergauf, aber an irgendeinem Punkt, den nur er kannte, verließen wir den ausgetretenen Pfad und suchten neue Routen. (…) Es war mir ein Rätsel woran er sich orientierte. Er marschierte zügig drauflos, folgte einem inneren Kompass, der ihm Wege aufzeigte, wo ich nur ein abgerutschtes Ufer oder einen zu steilen Felsen sah.“

Zitat, Seite 63

Ihre Leidenschaft für die Natur teilen sich die beiden Männer ein Leben lang. Es ist das Bindeglied ihrer Freundschaft, die dreißig Jahre anhält, auch wenn sie unterschiedliche Lebenswege einschlagen. Während es Pietro in die Ferne zieht, bleibt Bruno den Bergen ein Leben lang treu. Doch auch über die Entfernung bleiben die beiden Freunde eine Konstante im Leben des jeweils anderen, weshalb sie nicht nur die Höhen sondern auch die Tiefen des Lebens gemeinsam durchleben.

„Manchmal muss man eben einen Schritt zurückgehen, um vorwärtszukommen. Vorausgesetzt, man besitzt die Bescheidenheit, das zu akzeptieren.“

Zitat, Seite 231

Was Paolo Cognetti in „Acht Berge“ erschaffen hat, ist die Geschichte einer wahren Männerfreundschaft vor gewaltiger Bergkulisse. Durch wunderbar atmosphärische Beschreibungen erweckt er eine Landschaft zum Leben, die uns einmal mehr vor Augen hält, wie atemberaubend schön und heimtückisch die Natur doch ist. Denn auch mit wachsender Evolution bleibt die Natur stets gewaltiger als der Mensch. Eine Tatsache, die der Autor in seiner Geschichte mit treffenden Ereignissen untermauert.

Sein Roman, der in Anbetracht dessen, dass Cognetti selbst in Mailand lebt und sich in den Sommermonaten in die Abgeschiedenheit seiner Berghütte im Aostatal zurückzieht, hat sicher autobiografische Züge. Denn wer die Zeilen des Romans aufmerksam liest, kann den Autor darin sicher wiederfinden. Schon der Blick auf das Autorenprofil lässt erste Parallelen zu seinem Protagonisten Pietro erkennen.

Die Geschichte handelt von zwei Freunden, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Bruno, ein waschechter Naturbursche und Pietro, der Junge aus der Stadt. Die Berge werden zum Bindeglied ihrer Freundschaft. Ihr markantes Profil ragt hinter ihnen hervor, begleitet uns wie ein roter Faden durch die Geschichte. Ihre Präsenz ist allgegenwärtig, auf jeder Seite des Romans spürbar. Das macht „Acht Berge“ zu einem unglaublich intensiven und atmosphärischen Leseerlebnis.

„Der See war ein Nachthimmel in Bewegung. Böen wehten kleine Wellen von einem Ufer zum andern. Glitzernde Sterne, die sich entlang der Kraftlinien auf dem schwarzen Wasser niederließen, erloschen, blinkten wieder auf und wechselten abrupt die Richtung. Ich blieb reglos und betrachtete diese Muster. Mir war, als könnte ich das Leben der Berge in Abwesenheit des Menschen sehen.“

Zitat, Seite 188/189

Mit „Acht Berge“ regt Cognetti seine Leser zum Nachdenken an, er bringt sie unausweichlich zu der Frage, welcher Weg der richtige im Leben ist. Durch die unterschiedlichen Lebenswege seiner Protagonisten zeigt er uns zwei mögliche Pfade auf, überlasst es uns zu entscheiden, welchen wir selbst einzuschlagen gedenken. Und obwohl der Autor die Welten der beiden Freunde sichtbar aufeinanderprallen lässt, bewahrt er dennoch die Harmonie zwischen ihnen.

Cognettis Stil hat mich wirklich beeindruckt. Seine Zeilen begegnen einem auf sehr ruhige und geerdete Weise. Sie sind ehrlich und ungeschönt, nehmen das Leben so wie es ist. Selbst durch die Widrigkeiten des Lebens scheint seine Gelassenheit nichts einzubüßen. Er stattet seine Geschichte zwar mit reichlich Metaphern und Landschaftsbeschreibungen aus, kommt aber ohne jeglichen Kitsch aus. Es scheint ihm ein Anliegen, die Schönheit der Natur in all seinen Facetten aufzuzeigen und uns einmal mehr ins Bewusstsein zu rufen, was im Leben wirklich zählt. Das offene Ende, das für mich sehr abrupt kam, letzten Endes aber für Authentizität sorgt, rundet seine Geschichte auf harmonische Weise ab.

Und so gesellt sich „Acht Berge“ zu meinen Lesehighlights des Jahres 2018. Ich habe jede Zeile dieses Werkes genossen, in mich aufgesaugt und meine Lungen von der kristallklaren Bergluft erfüllen lassen, die ihm entweicht.

„Als Erwachsener kann man einen Ort, den man als Kind geliebt hat, auf einmal ganz anders empfinden und von ihm enttäuscht sein. Oder aber er erinnert einen an denjenigen, der man einmal war, und macht einen unendlich traurig.“

Zitat, Seite 107

Norwegische Bergluft

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Hallo ihr Lieben,

neben der Literatur hege ich eine besondere Leidenschaft für die Berge. Ich liebe es, an der frischen Luft unterwegs zu sein und die Natur in allen Facetten zu genießen, mal in Wanderschuhen auf geebneten Wegen oder Trampelpfaden, mal kletternd an felsigen Abhängen eines Berges.  Keine Brotzeit der Welt schmeckt besser, als an der Spitze eines Berges oder nach einem langen Tagesmarsch durch abgeschiedene Orte. Es schwitzt sich einfach am Schönsten, wenn man seinem inneren Schweinhund in Begleitung von Bergkulisse und kristallklarer Luft in den Allerwertesten treten kann.

Nun gibt es in München eine Herzensbuchhandlung, die nicht nur ein umfangreiches Sortiment an Wanderbüchern und Reiseliteratur beherbergt, sondern ihren Kunden auch einen überaus interessanten Veranstaltungskalender anbietet. „GEOBUCH“ hat als Spezialbuchhandlung für Reisen und Geographie all das, wonach sich jeder Outdoorfreak und Reisehungriger sehnt. Jeder Besuch in der Buchhandlung ist wie eine Reise vor der Reise, ein kleiner Spaziergang durch Wunschdestinationen und ein vorübergehendes Stillen (oder Anstacheln) nicht enden wollender Reisesehnsüchte.

Und so kam es an einem Donnerstag im Oktober, dass sich in dieser Buchhandlung ein Mann namens Simon Michalowicz eingefunden hat, der Norwegen der Länge nach durchwandert hat. Norwegen, das Land, für das ich schon seit Langem eine heimliche Leidenschaft hege, obwohl ich noch nie dort war. Nach zwei begeisterten Aufenthalten durch Astrid Lindgrens Heimatland Schweden und der stetigen Entwicklung meiner Outdooraktivitäten, war für mich schnell klar, dass auch ich dieses Land mit all seinen faszinierenden Fjord- und Berglandschaften, seinen beeindruckenden Hochplateaus und dem einzigartigen Blick auf die leuchtenden Polarlichter unbedingt einmal selbst erleben muss. Und deswegen habe ich mich unters Volk gemischt.

Meine Wein und Zimtschnecken-Begleitung

Norge pa langs
Simons NPL-Tour

Im Rahmen eines Bildervortrags hat Simon seine Gäste nicht nur mit selbstgemachten Zimtschnecken versorgt, sondern sie auch auf seine 3000 Kilometer – lange Norge på langs – Tour vom südlichsten Punkt Norwegens (Kap Lindesnes) bis zum Nordkap entführt. Eine beschwerliche Reise, für die es weder offizielle Routen noch feste Regeln gibt, und die ihm körperlich wie geistig einiges abverlangt hat. Ein Jahr der Planung hat er sich für die Tour, die erst knapp 300 Leute offiziell bewältigt haben und die bei den Norwegern hoch im Kurs steht, Zeit genommen. Eine hilfreiche Vorlaufzeit, um Equipment zu testen, die persönliche Fitness und Grenzen auszuloten, Übernachtungsmöglichkeiten und Supermarktstandorte zu erspüren, für die notwendige Verpflegung unterwegs zu sorgen und die Tour zu konkretisieren.

Simon ist der Norge på langs (kurz NPL, was so viel heißt wie Norwegen der Länge nach zu durchqueren) in 140 Tagen gelungen. Er hat dabei Höhen und Tiefen durchlebt, Gelüste nach Hochkalorischem (hauptsächlich Cola, Schokolade und Chips) gestillt, bei starkem Niederschlag oder uneingeplanten Zeltverlusten sich selbst verflucht und in der Ruhe des Landes das Hier und Jetzt genossen. Er hat seinen Gedanken freien Lauf gelassen, die Stille, Abgeschiedenheit und Weiten des Fjells zu schätzen gelernt und die „kleinen Dinge des Lebens“ ins Herz geschlossen.

Simon
© simonpatur.de

Der bodenständige Simon, der mir im ersten Moment fast unscheinbar und schüchtern erschien, hat sich dabei nicht nur einen langgehegten Traum erfüllt, sondern auch ganz Großes geschafft. Während die NPL-Tour in Deutschland noch ziemlich unbekannt ist, haben ihn die Norweger beim ernüchternden Erreichen des Nordkaps (an dem keiner Konfetti für ihn schmiss) förmlich mit Fragen gelöchert. Er ist um viele Begegnungen und Momente reicher geworden, in denen er nicht nur die unterschiedlichsten Persönlichkeiten, sondern auch die Schönheit eines Landes kennengelernt hat, das nun auf meiner persönlichen „To-Hike-Liste“ ganz nach oben rutscht.

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Seine NPL-Tour kann man nun in seinem Buch „Norwegen der Länge nach“ (Piper Verlag) und bei einer Reihe an Events näher kennenlernen. All den Outdoorfreaks, Reisehungrigen und Norwegen-Liebhabern möchte ich daher an dieser Stelle Simons Buch und die interessanten Vorträge ans Herz legen, bei der ihr Simons Norwegen ein Stückchen näher kommt. Mein Dank gilt an dieser Stelle dem Team von GEOBUCH und allen voran Simon für diese tolle und überaus aufschlussreiche Bilderreise nach Norwegen. Ich reise bereits begeistert durch das Buch. <3

Geobuch bei Facebook                        –                   Simon bei Facebook

Bevorstehende Events:

  • Vortrag: Am Samstag, 24. Oktober 2015 in München
    Simon Michalowicz spricht über »Norwegen der Länge nach« in München

    Im Rahmen des Globetrotter Film & Vortragsfestivals 2015

    Zeit: 17:00 Uhr
    Ort: CineMaxx, Isartorplatz 8 , 80331 München
  • Vortrag: Am Freitag, 27. November 2015 in Hamburg
    Simon Michalowicz spricht über »Norwegen der Länge nach« in Hamburg
    Zeit: 20:30 Uhr
    Ort: Globetrotter, Wiesendamm 1 , 22305 Hamburg
  • Vortrag: Am Sonntag, 29. November 2015 in Ascheffel
    Simon Michalowicz spricht über »Norwegen der Länge nach« am Aschberg

    Im Rahmen der Globetrotter Akademie: http://www.globetrotter-akademie.de

    Zeit: 19:30 Uhr
    Ort: Globetrotter Lodge , Am Aschberg 3 , 24358 Ascheffel
  • Vortrag: Am Freitag, 11. Dezember 2015 in Dresden
    Simon Michalowicz spricht über »Norwegen der Länge nach« in Dresden
    Zeit: 20:30 Uhr
    Ort: Globetrotter, Prager Str. 10 , 01069 Dresden
  • Vortrag: Am Samstag, 27. Februar 2016 in Kevelaer
    Simon Michalowicz spricht über »Norwegen der Länge nach« in Kevelaer
    Zeit: 19:00 Uhr
    Ort: Jesus-Christus-Kirche, Brunnenstr. 70 , 47623 Kevelaer

Geflüstertes Sein..

lesenslust über „Namiko und das Flüstern“ von Andreas Séché

„Warten ist geflüstertes Sein.“(Zitat, Seite 174)

 

Mit dem Vorhaben, ein Buch über Gartenkunst zu schreiben, reist ein deutscher Reporter nach Japan. Doch als er in einem der Gärten Kyotos einer jungen Frau begegnet, bekommt seine Reise einen völlig neuen Sinn. Es sind nicht die Gärten Kyotos, die ihn fortan faszinieren sollen, sondern die geheimnisvolle Aura dieser Frau. Namiko.

Eine Frau, die es liebt, verborgene Geschichten aufzuspüren, die Gesten der Natur zu deuten und die Bedeutung der Worte durchs Flüstern zu Tage zu bringen. Schon bald umgibt den Reporter eine ungeahnte Lust nach dem Leben und der Liebe. Eine Liebe, für die er unbekannte Wege gehen muss und schon bald vor der wohl größten Entscheidung seines Lebens steht.

 

„Das Überdauern des Leisen ist eine wundervolle Erfahrung. Das Geflüsterte, das Sanfte, das Allmähliche, das Ungefähre, das Sinnliche, das Schleichende, das Unaufdringliche, das ist eine sehr beständige Angelegenheit. Etwas von Dauer. Vielleicht für die Ewigkeit.“ (Zitat, Seite 159)

Begonnen habe ich mit Séchés Roman „Zwitschernde Fische“, der mir trotz ungewöhnlichem Titel in einer vom Autor begleiteten Leserunde eine der wohl schönsten Geschichten geschenkt hat, die ich bisher gelesen habe. Von der Begeisterung für den von mir gelesenen Erstling war es klar, dass ich auch Séchés Vorgänger „Namiko und das Flüstern“ lesen muss.

Auch wenn mich viele der Zeilen in diesem Buch begeistern konnten und ich es mir nicht nehmen lassen wollte, sie zu notieren, konnte „Namiko und das Flüstern“  mich nicht ganz so mitreißen, wie es „Zwitschernde Fische“ getan hat. Dennoch habe ich die leisen und behutsamen Zeilen dieses Buches sehr genossen.

Séché bringt in dieser Geschichte ganz stark die Bedeutung kleiner Gesten, Momente und Worte zum Ausdruck. Er verleiht den scheinbar alltäglichen Dingen einen besonderen Zauber und lässt uns nachdenklich auf den Verlauf unseres Lebens blicken. Behutsam führt er uns hinter das Licht und lässt uns an kleinen Geheimnissen teilhaben, die still und scheinbar bedeutungslos im Hindergrund lauern. Er schenkt uns den Blick auf die kleinen Dinge des Lebens.

Séchés liebevolle Umschreibungen und seine oft so poetische Art und Weise, die Dinge beim Namen zu nennen, ließ mich wie auf einer Wolke durch die Geschichte gleiten. Er hat es schon jetzt geschafft, sich einen kleinen Platz in meinem Leserherz zu ergattern. Erst kürzlich (Ende März 2013) ist sein dritter Roman „Zeit der Zikaden“ erschienen, der schon bald einen Platz in meinem Bücherregal einnehmen wird. Ich flüstere daher 4 von 5 möglichen Worten in Namikos Ohr und lausche der Kraft der Stille.