Eine Woge an Worten zur Blogparade „Seesucht“

[Werbung, Verlosung]

Seesucht

Die Wortspielerei, die sich aus der Sehnsucht zum Meer formt, umschreibt es genau, dieses Gefühl, das in mir aufkommt, wenn ich an meine Besuche auf Sylt denke. Barfuß am Ellenbogen der Insel entlang. An die weit zurückliegenden Urlaube in Italien in meiner Kindheit. Mit einer klebrigen Eiswaffel in der Hand und einem Sonnenhut auf einer Bank am Meer sitzend. An unsere Besuche an der Nord- und Ostsee. Die Luft, erfüllt von einer salzigen Meeresbrise, kreischenden Möwen und meinem wehendem Haar. An diesen unbeschwerten Moment an der niederländischen Küste im letzten Jahr. Mit einer vor Freude quiekenden Räubertochter, deren Füße das erste Mal vom Meer umspült wurden.

Und plötzlich ergreift mich eine ungeheure Welle der Wehmut. Die Sehnsucht nach dem Meer macht sich in mir breit. Denn das Wasser war schon immer mein Element. Hier, im kühlen Nass, fühle ich mich genauso schwerelos und frei wie wenn ich einen Berg erklimme und am Gipfel die kristallklare Bergluft in mir aufnehme. Ich konnte mich noch nie wirklich zwischen den Bergen und dem Meer entscheiden. Für eine Kombination aus beidem wohl eher. Und doch waren meine Treffen mit dem Meer in den letzten Jahren rar.

Doch jetzt bin ich wieder mittendrin, im erquickenden Spiel der schwappenden Wellen, meine Füße im körnigen Sand vergraben, ein paar spitze Muscheln zwischen meinen Zehen, meine Beine von glitschigen Algen und tummelnden Fischen umgeben. Ich lasse mich locken. Springe hinein, ins tiefdunkle Blau, gebe mich den unendlichen Weiten des Meeres hin und tauche unter, in die faszinierende Unterwasserwelt.

„Komm her. Komm mit. Komm rein. Und als keiner hinsieht, hüpft er hinein.“

Ich bin in ein Bilderbuch abgetaucht, das lebendiger nicht sein könnte. Das Faszination, Sehnsucht und Freiheit in sich birgt und gleichzeitig in einem hervorruft. Wir begleiten Jonas, der sich mit zwei Jahren in das Meer verliebt. Es fasziniert ihn so sehr, dass er schon als Kind unerschrocken hineinspringt. Und sich direkt am salzigen Wasser verschluckt. Seine Mutter fischt ihn heraus, hält das Ufer für den geeigneteren Ort. Doch was von da an bleibt, ist die Seesucht. Das Meer ist Jonas‘ Element. Das spürt er auf Anhieb. Wie gerne würde er im Einklang mit der Unterwasserwelt leben. Mit Fischen schwimmen, Quallen spielen und sich im dichten Seegras verstecken. Immer wieder spült es ihn zurück ans Meer. Mit 8, mit 18, mit 30, mit 80. Über all die Jahre verfolgt er einen Plan, den er im Alter von 8 Jahren fasst. Er will einen Tauchapparat bauen, durch den er mit den Tiefen des Meeres für immer verbunden sein kann. Er sammelt Strandgut, versucht sich an wilden Unterwasserkonstruktionen. Doch sein Weg ist lange und steinig. Es dauert ein ganzes Leben, bis sein Traum Wirklichkeit wird. Wie gut, dass er sich nicht beirren lässt. Selbst wenn er Rückschläge erleiden und dem Meer vorübergehend den Rücken kehren muss.

Was Marlies van der Wel mit „Seesucht“ erschaffen hat, ist eine jener Bilderbuchperlen, die das Meer von Bilderbüchern nur selten zu Tage bringt. Das berauschend schöne Bilderbuch, das auf dem Kurzfilm „Jonas and the Sea“ basiert, birgt auf 78 Seiten eine ganze Bandbreite an ausdrucksstarken Illustrationen in sich, die von Emotionen und Blautönen getränkt sind. Die Geschichte lebt von ihren großflächigen und atmosphärischen Bildern, die einen beim Lesen förmlich gefangen nehmen und von ganz schlichten Zeilen begleitet werden. Doch es sind nicht nur die technisch ausgeklügelten Strandgut-Tüfteleien und Tauchgänge, die einem nach der Lektüre dieses Bilderbuchs im Gedächtnis bleiben, sondern auch die Rückschläge, die Jonas zu erleiden hat. Als er das erste Mal kentert und tieftraurig am Strand steht, als ihn eine große Welle an den Strand zurückschleudert oder das große Fangnetz der Fischer erfasst. Das Gelächter der Fischer hallt in Jonas lange nach. Es zehrt an ihm. Es entmutigt ihn. Und lässt ihn sogar für eine Weile dem Meer den Rücken zukehren. Bis eines Nachts im Winter ein riesiger Sturm wütet und Jonas den richtigen Zeitpunkt für das Wiedersehen mit dem Meer gekommen sieht.

„Jonas nimmt, was das Meer ihm gibt.“

Diese tiefe Verbundenheit, die Jonas vom allerersten Moment an zum Meer verspürt, ist auf allen Seiten des Bilderbuchs spürbar. Wie durch ein unsichtbares Band sind die beiden miteinander verbunden. Das Band scheint zum Ende hin vermeintlich lose im Wasser zu schwappen, doch reißen tut es nie. Jonas und das Meer verschmelzen zu einer Einheit. Es ist sein Glaube, sein Mut und seine Hartnäckigkeit, die sich am Ende auszahlen. Marlies van der Wel zeigt mit ihrem Bilderbuch auf wunderbare Weise, dass es sich lohnt, seine Träume zu verfolgen. Und dass manche Dinge ihre Zeit brauchen. Sie schenkt kleineren Leser*innen wunderbar faszinierende Tauchgänge und größeren Leser*innen eine ermutigende Lektüre mit Tiefgang, die uns über unsere eigenen Sehnsüchte und Träume nachdenken lässt. Das Bilderbuch lässt die Herzen all jener Leser*innen höher schlagen, die sich dem Meer verbunden fühlen und die aktuell eine große Seesucht umtreibt.

„Mitten im Meer. Für immer.“

Eckdaten

Seesucht

Gebunden, ab 4 Jahren

78 Seiten
ISBN: 978-3-95854-164-1

Illustration & Text: Marlies van der Wel
Übersetzung: Birgit Erdmann

Mixtvision
20,00 € [D]

Hier geht’s direkt zur Verlagsseite

Hier geht’s zur Homepage von Marlies van der Wel

Blubb, blubb, Glück 

Hast du Lust, mir deine größte Sehnsucht zu verraten? Als kleinen Dank für deine persönliche Woge an Worten verlose ich unter allen Kommentaren ein Exemplar des Bilderbuchs. Denn im Rahmen von Katjas Blogparade darf ich mit Unterstützung von Mixtvision ein Exemplar von „Seesucht“ an euch verlosen. Teilnehmen könnt ihr mit einem Kommentar hier auf dem Blog oder unter meinem Instagram-Post. Jeder Kommentar ist eine Gewinnchance. 

Teilnahmebedingungen:

Du bist mindestens 18 Jahre alt und hast eine Postadresse in Deutschland, Österreich oder in der Schweiz. Die Verlosung startet mit Freischaltung der Beiträge und endet am Montag, 10. April 2021, 23:59 Uhr. Das Los entscheidet. Barauszahlung und Rechtsweg sind ausgeschlossen. Der Versand erfolgt durch Mixtvision. Dafür gebe ich die Adresse des Gewinners bzw. der Gewinnerin an den Verlag weiter.

Viel Glück!

6 Kommentare zu „Eine Woge an Worten zur Blogparade „Seesucht“

  1. Im Moment ist meine größte Sehnsucht mit Baby und Kleinkind, das gerade seit Monaten nicht in die Kita gehen kann, einfach mal einen Vormittag für mich zu haben und ausschlafen zu können 😉 und ein Urlaub am Meer wäre natürlich auch mal wieder richtig toll!

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  2. Meine größte Sehnsucht … kann ich gar nicht so konkret benennen. Aber mal wieder mit völlig freiem Kopf gen Norden fahren und ein paar Wochen lang zum Beispiel Norwegen oder Island erkunden, das wärs! 😊

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  3. Meine größte Sehnsucht im Moment passt genau zum Buch, bzw. das Buch genau zu meiner Sehnsucht.
    Ich vermisse meine geliebte Nordsee sehnsüchtig und wäre im Moment unheimlich gerne auf Sylt oder auf Rømø.

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