#warumichlese: Wie ein Blogaufruf zum Buch wurde

Wie Alles ins Rollen kam

Im Mai 2016 berichtete Sandro Abbate auf novelero.de unter dem Titel Warum ich lese zu den Hintergründen seines Lesens. Während seine Liebe zur Literatur stark von seiner kurz zuvor verstorbenen Großmutter geprägt wurde, wurde er neugierig, wie sich das bei anderen Lesern verhielt und rief Literaturblogger spontan dazu auf, sich dieser Frage zu stellen.

Unter dem Hashtag #warumichlese sind zahlreiche persönliche Texte entstanden, die die Liebe zur Literatur auf unterschiedlichste Weise zum Ausdruck bringen. Auch ich habe mich damals Sandros Frage angenommen und mich zu den Hintergründen meiner Leidenschaft zur Literatur geäußert. Was damals keiner wusste, ist, dass ein Teil dieser persönlichen Liebeserklärungen ein Jahr später zu einem Buch heranwachsen würden.

Denn 40 dieser persönlichen Texte sind im Februar diesen Jahres als Anthologie unter dem Titel Warum ich lese. 40 Liebeserklärungen an die Literatur im homunculus verlag veröffentlicht worden. Auch meiner durfte neben 39 anderen Texten mit ins Buch und schenkte mir dieses Jahr einen ganz besonderen Bücherschatz im Regal.

Die Anthologie

„Wie kam es dazu, dass wir zu Lesern wurden? Wer führte uns zum ersten Mal ans Bücherregal und zeigte uns seine Schätze, welcher Roman bescherte uns durchwachte Nächte, welche Lektüre änderte unsere Sicht auf die Dinge so grundlegend, dass wir nach ihr nicht mehr dieselben waren? Warum ich lese ist das Gemeinschaftswerk 40 deutschsprachiger Buchblogger, die in persönlichen Geschichten erzählen, warum die Literatur zu ihnen und zum Menschsein überhaupt gehört wie die Luft zum Atmen.“

Warum ich lese. 40 Liebeserklärungen an die Literatur

Seiten 208
Erscheinungsdatum März 2017
Ausgabe Broschur
ISBN 978-3-946120-88-9

Preis: 12,90 €

Sicher dir hier dein persönliches Exemplar…

Wer meine persönlichen Zeilen zu Sandros Aufruf damals gelesen hat, weiß, dass ich zum größten Teil dank meiner überaus bescheidenen Patentante und Buchhändlerin Sigrid zu einer so begeisterten Leserin geworden bin. Denn es war sie, die neben meiner Mutter, Zeit ihres Lebens ihr Geld in Buchgeschenke an ihr Patenkind gesteckt hat und mein Bücherregal stetig mit Lesestoff fütterte. Aus diesem Grund freue ich mich besonders, dass auch sie dieses kleine Büchlein im heimischen Kitzingen erreicht hat.

Die Bookreleaseparty in Berlin

Am 18. März war es dann endlich soweit und Fräulein Schneefeld & Herr Hund luden zur offiziellen Buch-Freilassungs-Feier in ihre gleichnamige Chocolaterie & Buchhandlung in der Prenzlauer Allee in Berlin ein.

Bei Schokoküssen, Musik und Schokoladenbier lasen einige Blogger im gelben Sessel des Lesezimmers ihre Texte vor, genossen das persönliche Kennenlernen mit den anderen Bloggern und interessante Gespräche bei Musik und in entspannter Atmosphäre des entzückenden Ladens, der dir wie eine Wohlfühloase aus Büchern und Schokolade begegnet.

Der auf den gleichen Tag fallende Indiebookday lud außerdem zum persönlichen Stöbern und anschließenden Bücherkauf eines ausgewählten Indiebooks ein. Ich für meinen Teil habe mich in diesem Jahr für Das Buch der Wunder von Stefan Beuse aus dem mairisch Verlag entschieden, das im Anschluss mit nach München zurückreisen durfte.

Alle Impressionen des Abends:

Eine Kampagne mit Stiftung Lesen

Doch das ist noch nicht alles. Denn #warumichlese sorgte in der Literaturbranche für so viel Begeisterung, dass Ende März eine Kampagne zur Bedeutung des Lesens vom homunculus verlag in Zusammenarbeit mit der Stiftung Lesen ins Leben gerufen wurde.

Neben einer Plakation, die zu meiner Begeisterung ein Zitat aus meinem Text trägt, werden zahlreiche Beiträge und Veranstaltungen on- und offline entstehen. Alle Informationen dazu findet ihr hier. Auf der Verlagsseite könnt ihr euch auch über alle Informationen rund um #warumichlese auf dem Laufenden halten. Denn für dieses Jahr ist noch einiges geplant.

Genau wie alle anderen Beteiligten bin ich wahnsinnig stolz auf dieses wunderschöne Gemeinschaftsprojekt, das wir allen voran Sandro und natürlich dem homunculus verlag zu verdanken haben. Deshalb möchte ich an dieser Stelle mich nochmal herzlich dafür bedanken, Teil dieser besonderen Aktion sein zu dürfen.

Und jetzt ab in den Lesesessel!

Herzlichst, eure Steffi.

Ich bin ein Königskind

Die Geschichte einer wachsenden Leidenschaft

Direkt bei der Gründung im Oktober 2013 hatte mich der Königskinder Verlag bereits im Netz. Ich war dem Hamburger Imprint des Carlsen Verlag von Anfang an verfallen und schloss das königliche Logo, den Namen und das Konzept des Verlags schnell ins Herz.

Denn was in den Programmen des Verlags ganz klar zu erkennen ist, ist die Liebe zum Buch. Und zwar durch und durch. Diese Leidenschaft, die jeder Mitarbeiter des Verlags zu leben scheint, allen voran Verlagsgründerin Barbara König, zeigt sich auf vielfältige Weise. Jedes Programm trägt ein gestalterisches Motto, die individuelle Farbgebung und das Leitmotiv spiegelt sich in jedem Buch wieder.

Die Programmvorschauen präsentieren sich einladend, glänzen mit gut gewählten Zitaten und gut formulierten Kurzbeschreibungen. Beim Durchblättern fühle ich mich abgeholt, freue mich bereits vor dem Erscheinen der Bücher darauf, in die Geschichten abzutauchen.

Die ästhetische Klammer der Programme

Das erste Programm des Königskinder Verlags erschien 2014 unter dem Motto „Ouvertüre“ und präsentierte sich in den Farben Schwarz, Weiß und Gold. Mich sprach damals auf Anhieb „Anders“ an, dessen Geschichte sich ähnlich wie der Titel ganz andersartig präsentierte und mich wirklich überraschte.

Andreas Steinhöfels Schreibstil war so erschreckend ehrlich, lebendig und tiefgründig, dass ich sofort bemerkte, dass das Jugendbuch ganz anders ausfällt, als die Jugendbücher die ich bis dato kannte. Die Gefühle von Steinhöfels Protagonisten begegneten mir lebendiger denn je (mehr dazu hier).

Auch das zweite Programm mit dem Motto „Alles blüht“ begeisterte mich optisch wirklich sehr. „Das Schloss aus Wolken“ und „Die wahre Geschichte von Regen und Sturm“ landeten auf Anhieb auf meiner Wunschliste. Leider verweilen sie da bis heute. Aber manche Dinge benötigen einfach etwas Zeit.

Dass das dritte Programm „Die blaue Stunde“ mich auf Anhieb ansprach, ist eindeutig. Blau ist meine Lieblingsfarbe. Wer mich persönlich kennt, weiß das. Darüber hinaus bin ich mit einer ansprechenden Optik sehr leicht zu kriegen, Titel und Story sind zugegeben, oft gar nicht so entscheidend beim Bücherkauf. Ich fuhr damit bisher aber ganz gut, irgendwie isst doch immer das Auge mit!

Als kleiner Berg- und Wanderfan fand „Die wirkliche Wahrheit“ bereits nach wenigen Minuten den Weg in meine Hände und anschließend zur Kasse. Covergestaltung und Story gehen nicht bei jedem Buch Hand in Hand, in diesem Fall entfaltete sich allerdings das erhoffte Bergabenteuer eines kleinen Jungen.

Das vierte Programm „Augenblicke“ ist alleine optisch ein Hingucker. Die Mädchengesichter strahlen so viel Ausdruck und Freude aus, dass die Bücher bereits mit ihrem lebendigen Gewand das heimische Regal aufwerten. Beim Carlsen Bloggertreffen letztes Jahr griff ich daher gezielt zu „Jane & Miss Tennyson“ und habe es bis heute nicht bereut.

Das fünfte Programm mit dem Motto „Kaleidoskop“ fiel im Gegensatz zum Vorprogramm etwas männlicher und gruseliger aus. Dem vielseits besprochenen Werk „Salz für die See“ möchte auch ich mich noch widmen. Besonders neugierig gemacht haben mich die begeisterten Zeilen von Daniela alias Bröselchen.

© Königskinder Verlag
© Königskinder Verlag

​​​Das sechste Programm das am 23.03.17 offiziell erscheinen wird, trägt das Motto „Zweisamkeit“. Ich wurde vom Verlag mit königlicher Post überrascht, weswegen ich bereits durch das neue Programm schmökern konnte. Gut, dass dabei für die begleitende Verpflegung gesorgt wurde, denn fast in alle Geschichten musste ich bereits reinlesen. Sowohl „Der Himmel über Appleton House“ als auch „Der Koffer“ sprechen mich auf Anhieb an.

#ichbineinKönigskind – was verbirgt sich hinter meiner Bekenntnis

Mein Bücherregal kann tatsächlich nicht alle Bücher des Verlags vorweisen, beherbergt aber dennoch eine kleine aber feine Auswahl von erlesenen Königs-Geschichten, die mir mit ihren sensiblen Betrachtungsweisen und liebevollen Charakteren wahre Lesemomente geschenkt haben.

Die großartigen Geschichten des Königskinder Verlags transportieren eine ungeheure Bandbreite an Emotionen und umschmeicheln meine Herzensbuchseele damit immer wieder aufs Neue. Deshalb kann und will ich auf die Geschichten dieses großartigen Herzensbuchverlages nicht mehr verzichten.

All jenen unter euch, die noch keine Erfahrung mit den Büchern dieses Verlags gemacht haben, sei er daher dringend ans Herz gelegt.

Aktionen rund um den Königskinder Verlag

Dieses Jahr schenken zwei Aktionen den Büchern des Verlags ihre besondere Aufmerksamkeit. Allen voran hat Dani („Brösels Bücherregal“) 2017 zum „#JdKöKi : Jahr der Königskinder“ ernannt. Jeden Monat wird zwischen sieben Titeln aus dem Königskinder Verlag ein Favorit ermittelt, dem sich im Anschluss gewidmet wird.

​Passend dazu hat Kathrin („Kathrineverdeen“) vergangenen Montag die Blogparade #ichbineinKoenigskind ins Leben gerufen, die bloggende Liebhaber des Königskinder Verlags dazu einlädt, ihre Liebe zum Verlag mit der Welt zu teilen. Die Aktion läuft vom 13.3. bis 13.4.2017. Ziel der Blogparade ist es, dass möglichst viele leidenschaftliche Beiträge zur Aktion entstehen, die unter dem Hashtag #ichbineinKönigskind durch die sozialen Netzwerke gestreut werden.

​Bist du auch ein Königskind? Na dann schieß los…

#Bloggerliebe – eine Blogparade

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Eine Blogparade

Wenn Stefanie Leo, begeisterte Netzwerkerin und rotbeschuhte Bücherdame, eine Blogparade ins Leben ruft, bin ich selbstverständlich mit an Bord. Kaum hatte ich Steffis Aufruf zur #bloggerliebe gelesen, kramte ich schon durch meine mentale Schatzkiste.

Wir schreiben den 1. März 2017. Es ist meterologischer Frühlingsanfang und Beginn der Fastenzeit. Welcher Zeitpunkt eignet sich besser, um ein paar Altlasten (in welcher Form auch immer) loszuwerden und sich zeitgleich mit einer Prise inspirierender #bloggerliebe einzudecken!?

Unsere Sehnsucht nach Sonne, satten Blumenwiesen und Vogelgezwitscher ist groß, Liebe liegt in der Luft. Heute soll es um meine gehen, um meine #bloggerliebe. ❤

Meine #bloggerliebe

Neben der Liebe zum Lesen und Bloggen hege ich auch eine besondere Vorliebe für die Blogs meiner Bloggerkollegen. Einige dienen mir schon lange als Inspiration. Ein Blog unter ihnen gehört einem Eulenpapa, und an den ich heute meine Worte richten möchte.

Lieber Arndt,

was wäre die Bloggerwelt nur ohne deine literarische Sternwarte AstroLibrium? Dein Blog gehört für mich zu den Liebsten. Ich liebe es, dort zu stranden und deine herzlichen, inspirierenden, ideenreichen und liebevoll in Szene gesetzten Zeilen zu inhalieren und mich an deinen begleitenden Momentaufnahmen zu erfreuen.

Es ist faszinierend anzusehen, wie facettenreich du deine Leidenschaft für Bücher in Rezensionen, Radiobeiträge und Herzensbuchprojekte verwandelst. Die unglaubliche Fülle an Blogbeiträgen, die du nahezu spielerisch neben deinem Job ins Leben rufst, sorgt immer wieder für ein Staunen von meiner Seite. Auch dein Einsatz für den lokalen Buchhandel ist bemerkenswert, du hast mit „Blogger und Buchhandel“ eine neue Ära ins Leben gerufen.

Ich liebe unseren Gedankenaustausch, unsere gemeinsamen Streifzüge durch die Literatur und die daraus resultierenden Herzensbuchprojekte, die immer wieder zu persönlichen Highlights werden. Sie sorgen nicht nur dafür, dass Geschichten sich in voller Blüte entfalten, sondern lässt mich auch Autorinnen und Autoren plötzlich ganz nahe kommen. 

Aus diesem Grund, lieber Arndt, bewahre dir deine Leidenschaft für das Lesen, deine Kreativität und dein sanftmüdiges und herzliches Wesen. Du bist eine unerschütterliche Inspirationsquelle.

Ich hoffe, du wirst uns mit deinen Zeilen noch Lichtjahre erfreuen. 

Steffi

Herzensbuchprojekte

Wer Lust hat, in die gemeinsamen Herzensbuchprojekte von Arndt und mir zu spitzen, sollte sich die nachfolgenden Beiträge einmal genauer ansehen:

Heidi Rehn – Tanz des Vergessens

„Tanz des Vergessens“ – Ein Spaziergang mit Heidi Rehn

Ein Streifzug

Lily King – Euphoria

Euphoria – Zwei Blogs und ein euphorischer Abend

Ein euphorischer Abend

Alex Capus – Das Leben ist gut

„Das Leben ist gut“ – Alex Capus live in München

Wenn das Leben es gut mit dir meint

Hannah Rothschild – Die Launenhaftigkeit der Liebe

„Die Launenhaftigkeit der Liebe“ von Hannah Rothschild

Ein goldener Abend im Literaturhaus München

[Kehrwoche 2017] Nur das Lesezeichen weiß Bescheid. Abgebrochene Bücher

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Unglaublich, wie rasend schnell so ein Jahr vergeht! In 365 Tagen häuft sich bei mir immer so viel an, dass ich kaum Zeit finde, es abzuarbeiten. Doch Maike und Mareike von Herzpotenzial schaffen Abhilfe und veranstalten bereits zum dritten Mal die Kehrwoche, die zu Beginn des neuen Jahres ein wenig Ordnung in den Blog, auf den Nachttisch und ins Bücherregal bringen soll.

Drei Tage lang möchte auch ich mich dem Aufarbeiten widmen und Altlasten aus 2016 loswerden. Mein Bücherregal durchwälzen, Bücher aussortieren, alte Schätze wiederentdecken und unnötige Bücherstapelstolperfallen mit angestaubten Büchern aus meiner Wohnung verbannen. Es wird Zeit, endlich Ordnung in die Bude zu bringen!

Tag 1: Abgebrochene Bücher

Ich war nie so der Bücherabbrecher. Irgendwann viel später, es muss „Die Pfaueninsel“ gewesen sein, wurde ich jedoch eines Besseren belehrt und habe eingesehen, dass ein zwanghaftes Weiterlesen nur sehr wenig Sinn macht. Es raubt mir schlichtweg die Freude am Lesen. Und das kann ich nicht verantworten! Ich bin mir sicher, für manche Bücher benötigt es einfach den richtigen Zeitpunkt oder aber er kommt schlichtweg nie. Je nachdem. Hatte ich beides schon.

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Was also macht man in solch einem Fall? Richtig. Das Lesen abbrechen. Im letzten Jahr habe ich das bei „Wohin der Wind uns weht“ so gemacht. Ich hatte mich auf die Geschichte um einen Pianisten, der die vergilbten Briefe seines Großvaters entdeckt und sich dadurch auf eine Reise zu seinen Wurzeln begibt, so gefreut. Eigentlich ist der Plot nämlich genau mein Ding. Das Cover sah vielversprechend aus und die Kurzbeschreibung las sich bereits toll. Doch 60 der 229 Seiten (ich finde, damit habe ich mich schon wacker geschlagen!) reichten aus, um festzustellen, dass ich mit dem hochtrabenden und altertümlichen Schreibstil von Joao Ricardo Pedro nicht wirklich warm werde. Nach wenigen Zeilen war ich bereits völlig geschafft. Und lustlos. Und irgendwie gar nicht mehr glücklich.

Ich möchte den Roman daher einem interessierten Bücherwurm an die Hand geben und es vom Bücherstapel meiner ausgestoßenen Bücher befreien. Ich denke, ich werde es kein weiteres Mal aus dem Stapel ziehen. Wer sich Pedros Werk annehmen möchte, ist herzlich eingeladen, sein Interesse in den Kommentaren zu bekunden. First come, first serve!


Schließt euch ebenfalls der Aktion von Maike und Mareike an und befreit euch von euren Altlasten. Die Kehrwoche findet in der Nacht von Samstag auf Sonntag mit der langen Nacht der aufgeschobenen Bücher ihr Ende. Unter dem offiziellen Hashtag #lndab findet ihr alle Beiträge zum Abschlusslesen. Ich hoffe, wir lesen uns!?

Die fegende Steffi.

Ein goldener Abend im Literaturhaus München + Verlosung

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Stell dir vor, eine junge mittellose Frau sucht in einem Trödelladen nach einem Geschenk für ihren Liebsten. Der Laden quillt über vor altem Plunder, durch verrauchte Dunstschwaden zeichnen sich die Umrisse von altem Porzellan, angeschlagenen Nachttöpfen und falschen Perlenketten ab. Doch hinter einem Gummibaum entdeckt sie ein Bild. Eine Szenerie, die unter einer jahrzehntelang angehäuften Staubschicht hindurchschimmert und als die größte, bewegendste und aufregendste Darstellung der Liebe gilt. Doch das weiß sie nicht. Sie ersteht es für lächerliche 75 Pfund und transportiert es billig verpackt auf ihrem Fahrrad nach Hause.

Das Gemälde, welches den Namen „Die Launenhaftigkeit der Liebe“ trägt und aus der Hand von Maler Jean-Antoine Watteau stammt, präsentiert sich indes ebenso launenhaft. Denn das Schmuckstück, das u.a. im Vorbesitz von Marie Antoinette, Napoleon oder auch George IV. war und in den letzten 300 Jahren einen beachtlichen Wert an Erinnerungen sammeln konnte, fühlt sich im Besitz der jungen Köchin Annie McDee nicht wirklich wohl. Es ist nahezu empört, dass es künftig in einer Küche stehen soll und meldet sich deshalb ganz plötzlich zu Wort. Ja, ihr habt richtig gehört! Es beginnt mit uns zu sprechen. Kann nicht sein?! Ich denke doch. Willkommen in Hannah Rothschilds Roman „Die Launenhaftigkeit der Liebe“.

„Lassen Sie mich raten, was Sie denken. Mädchen findet Bild; es stellt sich heraus, Bild ist ein Vermögen wert. Mädchen findet (endlich) Jungen mit Herz. Mädchen verkauft Bild, macht Millionen, heiratet Jungen, alle leben glücklich bis ans Ende ihrer Tage.

Ach verpisst euch. Ja richtig, verpisst euch. (…) So einfach ist das Leben nicht.“

Zitat aus dem Buch, Seite 100

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dsc_9845-01.jpegNun stell dir vor, du bist zu einer Lesung ins Literaturhaus München geladen und begegnest nicht nur Autorin Hannah Rothschild, Journalistin Margarete von Schwarzkopf und Schauspielerin Ulrike Kriener, sondern auch eben jenem Bild. Nicht dem Bild persönlich (schließlich handelt es sich dabei um ein fiktives Gemälde Watteaus), wohl aber seiner anklagenden Stimme, der Ulrike Kriener auf besonders facettenreiche Weise Ausdruck verleiht und uns damit völlig in ihren Bann zieht. Die Schauspielerin, die aus TV & Film bekannt ist und bereits einige Fernsehpreise gewonnen hat, liebt es, wenn Zeilen Stimmungen einfangen. Die spannenden Dialoge des Romans begegnen ihr abenteuerlich und verleihen nicht nur dem Abend, sondern auch der Geschichte einen besonderen Rhythmus.

Es wird ein magischer Abend für Arndt von der kleinen literarischen Sternwarte Astrolibrium und mich. Ein weiterer besonderer Abend, der sich an gemeinsame Veranstaltungen anreiht und uns sowohl die Biographie von Hannah Rothschild als auch die Entstehungsgeschichte des Romans näherbringt, die tatsächlich in einem Schuhkarton ihren Ursprung fand.

„All begins with art.“

Hannah Rothschild

img_4328.jpgRothschild, die der berühmten Bankiersfamilie entstammt und als Autorin und Filmregisseurin arbeitet, verliebt sich oft in Bilder. Die Kunstszene ist ihr nicht nur durch die beachtliche Kunstsammlung ihrer Familie, sondern auch durch ihr Engagement in den Kuratorien renommierter Museen bestens vertraut. Beim Blick auf ein Bild fragt sie sich oft, was sich für eine Geschichte hinter ihm verbirgt und was es ihr erzählen würde, wenn es sprechen könnte. Schließlich ist ein Gemälde nicht nur von materiellem sondern auch von emotionalem Wert. Denn es birgt oftmals die Erinnerungen zahlreicher Besitzer in sich. Durch sie wird sein Wert geformt, erfährt Kunst doch aus unterschiedlichen Beweggründen eine besondere Wertschätzung.

„Den Wert eines Kunstwerks bestimmt allein das Begehren: Wer es besitzen will und wie dringend.“

Zitat aus dem Buch, Seite 21

Und so zauberte Rothschild Charaktere, Handlung und Ort ihres Romans aus einem magischen Schuhkarton voller Erinnerungsstücke und schafft daraus ein Buch, das sich wie eine raffinierte Mischung aus Gesellschaftskomödie, Kunstkrimi und Familienroman präsentiert. Durch zahlreiche Handlungsfäden spinnt Rothschild ein weitreichendes Geflecht durch die Kunstgeschichte und gewährt selbst Laien wie mir einen Einblick in die Szene. Doch Obacht, der Facettenreichtum des Romans verlangt dir einiges ab. Du hast dennoch Blut geleckt und fühlst dich dieser Herausforderung gewachsen? Dann habe ich heute eine besondere Überraschung für dich. Der DVA Verlag hat mir ein Exemplar an die Hand gegeben, dass ich vor Ort signieren habe lassen und das es nun zu ergattern gilt.

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„Kunst überlebt einzig dadurch, dass sie in jemandes Herzen eine Saite zum Klingen bringt, dass sie Trost und Zuversicht spendet. Ein großes Bild ist immer die Quintessenz eines Gefühls und reicht uns über den Lauf der Zeit hinweg eine mitfühlende Hand.“

Zitat aus dem Buch, Seite 100

Dein goldenes Ticket für ein signiertes Exemplar von „Die Launenhaftigkeit der Liebe“:

Gibt es ein Bild, das eine besondere Faszination auf dich ausübt? Und wenn ja, warum ist das so? Was glaubst du, würde es dir erzählen, wenn es wie das Gemälde im Buch zu dir sprechen würde?

Um am Gewinnspiel teilzunehmen hast du ab sofort bis einschließlich Freitag, den 16. Dezember 2016 um 19:30 Uhr Zeit, mich mit deiner Antwort in Form eines Kommentars zu überzeugen. Die Auswahl des Gewinners erfolgt aus rein persönlichen Gesichtspunkten.

Let the magic begin!

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Dieser Beitrag ist Teil eines Bloggerdoppels mit Arndt von Astrolibrium. Neben seinem Beitrag für das Literaturradio Bayern, bei dem er Autorin Hannah Rothschild, Lektorin Karin Kirchhof und Schauspielerin Ulrike Kriener interviewt hat und sich mit mir bei einem abendlichen Spaziergang durch die Stadt über den Roman ausgetauscht hat, findet ihr seine Eindrücke dieses gelungenen Abends auf der kleinen literarischen Sternwarte. Während ihr das Buch bei mir schon jetzt ergattern könnt, ist es Teil des Starterpaketes, das man im Rahmen von Arndts Adventskalender gewinnen kann.

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credits: Arndt Stroscher

Warum ich lese

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Was sich Sandro Abbate, Betreiber des Literaturblogs Novelero im Mai fragte, bewegte zahlreiche Leser. Seine persönliche Antwort Warum ich lese hat auch mich zum Nachdenken gebracht. Heute finde ich meine eigene Antwort.

Die Anfänge

Ich inhalierte schon damals Geschichten wie die Luft zum Atmen.

Dass auch die kleinsten Dinge Großes bewirken können, habe ich beim Lesen entdeckt. Es muss eines meiner ersten selbst gelesenen Bücher gewesen sein, in dem mir die kleinen Geschöpfe, besser bekannt als Buchstaben, so ungeheuer mächtig erschienen, dass es um mich geschehen war. Die Faszination um ihr magisches Miteinander, das nicht nur bedeutende Wörter und Sätze, sondern auch großartige Geschichten zu formen vermag, wuchs seitdem stetig.

Ich bin das Kind einer Astrid Lindgren – Geschichten liebenden Mutter und das Patenkind einer leidenschaftlichen Buchhändlerin. Lange bevor man das von beiden kontinuierlich gefütterte und mittlerweile bis zum Bersten gefüllte Bücherregal in meinem Zimmer vorfand, stillte ich meine Lust nach Geschichten in der heimatlichen Stadtbücherei. Ich stürzte mich mit Ronja Räubertochter ins Unterholz, rannte mit Momo um die Zeit und heckte mit Dolly neue Streiche aus. Mein Gebührenkonto stieg stetig. Nie erschien mir die geliehene Zeit mit den Büchern lange genug. Der Abschied von ihnen fiel mir so schwer, dass ich ihn ständig nach hinten verschob.

Das Heute

„Ein Raum ohne Bücher ist ein Körper ohne Seele.“ ~ Cicero

Auch heute sorgt der Anblick von bis zur Decke reichenden Bücherregalen oder einer neuen Eroberung in meinen Händen noch für heftiges Herzklopfen. Es bereitet mir Freude, über ein gedrucktes Buch zu streichen, den modrigen Duft eines Antiquariates einzuatmen und mich vom magischen Strudel einer Geschichte mitreißen zu lassen.

Bücher begleiten mich durch mein Leben, sind die wohl treuesten Wegbegleiter meines bisherigen Lebens. Ich kann und will nicht ohne sie sein. Ob unterwegs oder zuhause: ständig rangeln sie sich um den Platz in meinen Händen; winseln um Aufmerksamkeit, wenn die Frage nach dem nächsten Leseprojekt im Raum steht wie eine Aufforderung zum Tanz.

Warum ich lese

Lesen ist wie Reisen mit unbekanntem Ziel.

Bücher entführen mich nicht nur in die entlegensten Winkel dieser Erde und auf spannende Abenteuerreisen, sondern vermitteln mir auch wertvolles Wissen. Sie sind facettenreich und randvoll von Schätzen: mit neuen Denkansätzen, unbekannten Blickwinkeln und lehrreichen Erfahrungen.  Sie schenken einem oft viel mehr, als man es anfangs vermutet. Es liegt in deinen Händen, wohin dich eure gemeinsame Reise führt.

Doch Lesen bedeutet auch die Seele baumeln lassen. Beim Lesen versinke ich in einer Geschichte, blende alles um mich herum aus, bis nur noch das Buch und ich existieren. Das Lesen hat auf mich eine sehr beruhigende Wirkung, wirkt nahezu schmerzlindernd, wenn der hektische Alltag mal wieder tief in den Knochen steckt.

Und darum lese ich.

Und wie steht’s mit dir?

„True love stories never have endings.“ ~ Richard Bach

#jdtb16 – [3] Das Buch der verlorenen Dinge von John Connolly

2016 wird das Jahr des Taschenbuchs. Das haben Petzi und Ramona beschlossen und kurzerhand die Aktion Das Jahr des Taschenbuchs ins Leben gerufen. Im Rahmen dieser Aktion bekennen wir uns zu unserer Liebe zu Taschenbüchern und widmen ihnen unsere volle Aufmerksamkeit. Nachdem der Februar fast an seinem Ende angekommen ist, habe ich noch schnell ein weiteres Buch von meiner Wunschbuchliste befreit und ihm kurzerhand ein Zuhause geschenkt:

„Das Buch der verlorenen Dinge“

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Um was geht’s?

Eine märchenhaft böse Geschichte

Als Davids Mutter nach schwerer Krankheit stirbt, verkriecht sich der Junge in seine Büvher. Bald schon fangen sie an, mit ihm zu sprechen, und im Garten vor seinem Zimmerfenster taucht immer öfter eine seltsame Gestalt auf: der „Krumme Mann“.

Eines Abends folgt der Junge ihm durch einen Mauerspalt am Ende des Gartens und findet sich in einem dunklen Wald wieder. Geleitet und gelockt vom „Krummen Mann“ macht David sich auf die Suche nach dem König des Waldes. Von ihm wird gesagt, er besitze ein geheimnisvolles Buch, „Das Buch der verlorenen Dinge“, in dem alle Wahrheiten des Lebens aufgezeichnet seien.

Auf seiner Wanderschaft begegnen David zahlreiche Gestalten aus der Märchenwelt, und überall lauern Gefahren. Endlich, am Schloss des Königs angelangt, muss David erkennen, dass er dem Bösen in die Falle gegangen ist. Wird er seine Familie je wieder sehen?

Klug und spannend erzählt John Connolly eine Geschichte über die Kraft der Phantasie.

Kurzbeschreibung des Verlags

Kaufgrund

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Ganz klar – die Widmung. Kaum hatte ich sie entdeckt, stand ich mit dem Buch an der Kasse.

Manchmal begegne ich Menschen, die vergessen, dass das Kind von damals in ihnen weiterleben muss, um nicht vom Ernst des Lebens verschluckt zu werden. Viel zu ernst ihr Blick, viel zu nüchtern ihre Betrachtungsweise.

Ich finde, man sollte sich unbedingt ein kleines bisschen seiner kindlichen Leichtigkeit und Phantasie bis ins hohe Alter bewahren und sie auch noch als Erwachsener nutzen. Wie z.B. beim Reisen durch Geschichten. Deswegen reise ich ab und an mit Vorliebe durch Geschichten, in denen sich Realität und Phantasie vermischt und mein kindliches fantasievolles Ich gefragt ist. Connollys Geschichte scheint so eine zu sein. Und deswegen musste sie mit. Ganz einfach!

Zu guter Letzt

Connollys Buch wird als modernes Märchen für Jung und Alt gehandelt. 2007 hat er dafür den Alex Award, eine renommierte amerikanische Jugendbuchauszeichnung, erhalten. In Märchen stecken oft sehr viel mehr Lebensweisheiten als man es auf Anhieb vermutet. Auch im Buch der verlorenen Dinge sollen alle Wahrheiten des Lebens aufgezeichnet sein. Wer hat sie schon für sich entdeckt?

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