Horny Hornich…

lesenslust über „Himbeertoni“ von Joachim Seidel

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Anton Hornig, von den meisten Toni genannt, befindet sich in einem Leben voll persönlicher Problem-Charts. Obwohl er sich grundsätzlich als Frohnatur ansieht, fühlt er sich momentan eher wie Blödwald der Laue, Erdbeer-Schorsch und Brause-Paul zusammen, kurz: wie der Himbeer-Toni vom Dienst.

An der Spitze des Eisberg seiner Problemcharts glänzt Ada, seine gut aussehende aber nervige Freundin, die ihn nahezu in den Wahsinn treibt. Gerade mal vier Monate zusammen und schon keinen Sex mehr. Und als wär das noch nicht genug, will sie nun auch noch Familie! Sie sei schwanger und wenn sie nicht bald den Schlüssel zur Wohnung bekommt, würde sie ernst machen.

Dabei hat Toni gerade einen ganz anderen Plan: Am Wochenende feiert seine Punkband „Remo Smash“ nämlich 25-jähriges Jubiläum und das bringt schließlich viel wichtigere Dinge mit sich als so eine Vaterschaft.

Doch kaum ist das Wochenende da, wird Toni plötzlich klar, dass auch seine Band-Kollegen ganz andere Vorstellungen vom Leben haben als er.
Und als wäre dieser ganze Mist nicht schon genug, da nistet sich noch ein ganz anderes Problem in seine Problemcharts ein: Der neue Übermieter Radulescu macht die Nacht zum Tag und trampelt derart auf Tonis Nerven rum, dass er kurz vorm Nervenzusammenbruch steht.

Wie soll er sich mit der ganzen Scheiße nur arrangieren?

~*°..Mein Fazit..°*|

Kurz und knapp:

Sprache: ausschmückend
Fremdschämfaktor: hoch 10
Pointen: reichlich

Zugegeben, in erster Linie hat mich das Cover des Buches angezogen. Ein Astra-Deckel auf rotem Hintergrund. Klar, dass da Hamburg eine primäre Rolle in der Geschichte spielen muss.

Die Charaktere im Buch sind allesamt herrlich verplant und jeder für sich schon eine eigene Geschichte wert.
Dass die Geschichte in Hamburg spielt find ich toll. Ich mag es, wenn man etwas liest und sich zugleich vorstellen kann wo sich etwas abspielt und wie es dort ausschaut. Da ich 5 Jahre in Hamburg gewohnt habe, fiel mir das nicht wirklich schwer.

Autor Joachim Seidel hat einen sehr lebendigen, höchst ausschmückenden und krassen Sprachstil. Von der liebevoll detaillierten Beschreibung von Antons Glieds bis hin zum geblümten Prozedere eines Fruchtbarkeitstanzes bietet der Autor dem Leser eine ganze Bandbreite an peinlichen, humorvollen und oft beschämenden Situationen, bei denen der Fremdschämfaktor ziemlich hoch ist.

Anfangs musste ich mich etwas zum Dranbleiben motivieren. weil mir die ersten Seiten etwas langweilig erschienen, aber mit der Zeit hat sich die Geschichte entwickelt und ist zu einem kunterbunten Knallbonbon gereift, dass mir sehr viele unterschiedliche Geschmacksnuancen geschenkt hat.

Seidel erzählt eine höchst amüsante Geschichte von großen Jungs, die nicht erwachsen werden wollen und sich, wie so oft im wahren Leben, vor wirklicher Verantwortung drücken. Dieses Buch ist für Frauen wie Männer gleichermaßen ein Spaß!

❤ ❤ ❤ ❤

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