Wo heimliche Bestseller ruhen

Das geheime Leben des Monsieur Pick – David Foenkinos

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„Diese Bibliothek ist gefährlich.“

Vorangestelltes Zitat

Crozon, ein bretonisches Küstendorf im Finistère. Hier, in ihrem bescheidenen Heimatort am Ende der Welt rechnet Delphine am Allerwenigsten mit einer Sensation. Doch während ihr Freund Frédéric sich verzweifelt an einem zweiten Roman versucht, stößt die junge Lektorin in der Gemeindebibliothek auf eine ganz besondere Geschichte: „Die letzten Stunden einer großen Liebe“.

Doch es ist kein Buch wie jedes andere. Seit Jahren schlummert die Liebesgeschichte in der Bibliothek der abgelehnten Manuskripte, die der frühere Bibliothekar Jean-Pierre Gourvec als Hommage an die Brautigan Library aus den Vereinigten Staaten ins Leben rief, um abgelehnten und verwaisten Manuskripten eine letzte Ruhestätte zu schenken.

Dass es von Henri Pick stammen soll, kann keiner glauben. Denn die Aufmerksamkeit des simpel gestrickten Henri galt zu seinen Lebzeiten nie etwas Anderem als seiner Tätigkeit als Pizzabäcker. Mit seiner Frau Madeleine unterhielt er vierzig Jahre lang die Dorfpizzeria, machte sich neben dem Schreiben des Einkaufszettels weder durch übermäßiges Schreiben noch durch Lesen bemerkbar.

Wie konnte es Madeleine entgehen, dass in ihrem Mann ein Romanautor schlummert? Sind Henris Zeilen, die selbst im fernen Paris für Aufregung sorgen, gar ihr gewidmet? Auf der Suche nach der Inspirationsquelle des rätselhaften Romans, wird nicht nur das bretonische Küstendörfchen Crozon und seine Bewohner, sondern auch die gesamte Literaturwelt auf den Kopf gestellt.

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„Der erste Roman ist immer der eines fleißigen Schülers. Nur Genies sind von Anfang an faul. Es brauchte sicher Zeit, um zu begreifen, wie so ein Text atmet, wie man im Geheimen die Fäden spinnt.“

Zitat, Seite 39

Es mag an meiner zwiespältigen Beziehung zu französischen Romanautoren und ihrer besonderen Schreibweise liegen, dass mich „Das geheime Leben des Monsieur Pick“ nicht übermäßig begeistern konnte. Bereits zum zweiten Mal habe ich mich auf den französischen Bestsellerautor eingelassen, der mit einem reizend anzuschauenden Roman daherkam, der sich mir präsentierte, wie eine Einladung in die Bretagne.

Leider konnte Foenkinos mich, ähnlich wie bei seinem Werk „Nathalie küsst“, nicht auf seine Seite ziehen, weshalb ich mich nun der schmerzlichen Erkenntnis ins Auge blicken sehe, dass auch ein weiterer seiner Romane das Ruder nicht herumzureißen vermag. Monsieur Foenkinos und ich scheinen einfach nicht füreinander geschaffen zu sein.

Doch alles der Reihe nach. „Das geheime Leben des Monsieur Pick“ kommt als überaus hübsch verpackter Roman daher. Sowohl das Cover als auch die Beschreibung ließen mich auf ein paar unterhaltsame Lesestunden hoffen, die mich gedanklich von der doch recht radikalen Vorgängerlektüre wegtragen sollten. Die mentale Ablenkung gelang Foenkinos zwar, die Entzückung über seine Geschichte blieb dennoch aus. C’est la vie!

Zugegeben, die Geschichte seines Romans ist durchaus originell. Ich begegne einer Bibliothek, die verstoßene Manuskripte beherbergt und einem ganz besonderen Fundstück, das trotz seines Potentials jahrelang keine Wertschätzung erfährt. Auch die bizarren Figuren, an deren Seite mich Foenkinos durch seine Geschichte geleitet und die wohl eher ungewöhnliche Erfolgsgeschichte des Romans sorgen für jede Menge Unterhaltung.

Dennoch, zwischen all den netten Zeilen über die Liebe und das Leben, begegne ich einer Reihe an Belanglosigkeiten. Zeilen, denen eine gewisse Tristesse anhaftet und die in meinen Augen so ganz und gar nicht zu der sonst so spektakulären Geschichte passen. Während seine zahlreichen Fußnoten noch für Belustigung sorgen, langweilen diese Zeilen mich enorm, sorgen für unnötige Längen im Roman und eine gewisse Zähe im Lesefluss.

Trotz seiner heimtückischen Handlungsbremsen begeistert mich Foenkinos aber mit einem ganz und gar schelmischen Blick auf die Verlagswelt, durch die er so manche Entscheidungen fragwürdig erscheinen lässt und sie einmal quer durch den Kakao zieht. Den Erfolg von „Die letzten Stunden einer großen Liebe“ schreibt er nämlich nicht der Qualität von Picks Zeilen, sondern vielmehr der sensationsträchtigen Entstehungsgeschichte des Werkes zu, der sehr viel mehr Gewichtung zuzufallen scheint, als alles andere.

Und so bleibt mir nichts anderes übrig, als den Roman auf den Stapel der aussortierten Werke zu legen, die sich dort, ähnlich wie die verstoßenen Manuskripte der Bibliothek von Crozon, nach Wertschätzung sehnen. Wer sich dem Werk annehmen möchte, der möge es mich in der Kommentarspalte wissen lassen.

„Der Anfang vom Ende einer Liebe ist immer schwer genau zu bestimmen. Die Dinge geschehen langsam, sie schleichen sich ein, mit der hinterhältigen Gewandtheit des Sterbens.“

Zitat, Seite 142

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Heldenreise

lesenslust über „Wir waren keine Helden“ von Candy Bukowski

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„Das Leben ist kein Geschenk. Das ist völliger Unsinn. Es ist ein Gutschein. Und das Einzige, worum es geht, ist, ihn einzulösen, bevor er verfällt.“

Zitat aus dem Buch

Schon das Cover von Candy Bukowskis Romandebüt hat mich umgehauen. Der Tiger verleiht ihm so viel Kraft, Lebendigkeit und Ausdrucksstärke, das man bereits vor dem Lesen vermutet, dass sich dahinter eine charakterstarke Geschichte verbirgt. Das und noch viel mehr. Ein Roman, zum Bersten gefüllt mit Leben.

„Wir waren keine Helden“ ist ein Coming of Age Roman. Die Geschichte, die in den rebellischen 80ern „am Arsch der Welt“ beginnt, strandet irgendwann im nordischen Hamburg. Es geht um Protagonistin Sugar. Eine Frau, die mit Vollgas durchs Leben brettert und dabei stets mit vollem Körpereinsatz dabei ist. Doch ihr Einsatz bringt nicht nur Glücksmomente, sondern auch zahlreiche Niederlagen mit sich. Heftige Momente. Die, in denen man ungedämpft am Boden aufkommt und nicht weiß, ob man je wieder aufstehen kann.

Während Sugar anfangs mit Punker Pete durchs Leben zieht, gesellen sich mit den Jahren Luke und Silver dazu. Männer, die sie ihr Leben lang begleiten und es entscheidend prägen. Doch die Suche nach dem großen Glück und der einzig wahren Liebe verlangt ihr alles ab. Sie wird zu einem Kraftakt in 236 Seiten. Einer, bei der man bis zur letzten Seite mitfiebert; mit pochendem Herzen, heißen Wangen und jede Menge Adrenalin im Blut.

„Der eine, lange, unwiederholbare Moment. Einer von denen, die du dein ganzes Leben lang immer wieder mal vermisst. Der als verblichene Schwarz-Weiß-Fotografie irgendwo in deiner rechten Herzkammer steckt. Nicht im Portemonnaie wie all der andere, vermeintlich wichtige Kram. Das kleine, riesengroße Sepiaglück, mit den richtigen Menschen im richtigen Moment. Das man nicht halten kann, nur bewahren.“

Zitat aus dem Buch

Candy Bukowski ist ein grandioses Romandebüt gelungen. Ihre schonungslosen Zeilen treffen dich mit all ihrer emotionalen Härte. Sie sind berauschend, wortgewaltig und erschreckend ehrlich. Viele Zeilen begleitete ich mit einem zustimmenden Nicken, während mich andere bis ins Mark erschütterten. Sugars Leben ist kein leichtes Spiel, eine ständige Achterbahnfahrt mit allen Hochs und Tiefs. Ein Leben, das irgendwie auch Bukowskis ist. Denn es offenbart die Erlebnisse der Autorin selbst, zu deren Veröffentlichung sie sich nun entschloss.

Doch es kommt noch viel mehr zum Vorschein. Denn neben all der Härte werden Bukowskis Zeilen von Melancholie, aber auch von Hoffnung begleitet. So hangelt sich die Protagonistin bedächtig an ihr entlang. Lernt, trotz Schicksalshaftigkeit des Lebens das Gute nie aus den Augen zu verlieren. Der unkonventionelle Schreibstil der Autorin verleiht den Zeilen dabei nicht nur eine sehr authentische, sondern auch persönliche Note.

„Wenn du einen wachen Moment hast, dann fallen sie dir wieder ein, die ganz großen Geschichten, in den ganz großen Lederbändchen aus gegerbter Menschenhaut mit Lesebändchen aus geflochtenem Erinnerungshaar. Mit all dem Seufzen und Sehnen zwischen den handgeschriebenen Seiten und dem Schönsten. Dem immer wieder schönsten Schluss von allen.“

Zitat aus dem Buch

„Wir sind keine Helden“ ist kein Spaziergang durch den Paradiesgarten Eden. Es ist eine Ode an das Leben mit all seinen Facetten. Eine lehrreiches Abenteuer und eine spannende Entwicklungsreise einer jungen Frau, deren jugendlicher Panzer langsam aber sich einem reiferen und erwachseneren weicht. Der Roman präsentiert sich dabei mithilfe von unterschiedlichen Zeitetappen und den dazugehörigen Songs der damaligen Zeit. Würde ihr Roman als Soundtrack vertont werden, würde sein Beat mit voller Dröhnung durch die Boxen wummern. Mein absolutes Lesehighlight in 2016!

 „Manchmal ist es bedeutend einfacher, unvorstellbare Dinge zu tun, als man dachte. Wenn all die sperrigen Wenn und Aber aus dem Weg geknickt und all die sinnbefreiten Konjunktive vom Herz gerissen wurden, dann läuft es schon irgendwie in die richtige Richtung. In eine zumindest.“

Zitat aus dem Buch

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Wenn das Leben es gut mit dir meint

Es wird ein besonderer Abend werden, da sind sich Arndt von der literarischen Sternwarte Astrolibrium und ich bereits sicher, als wir den unter Blättern versteckten Schriftzug „Maria Passagne“ des kleinen Club Privé in Haidhausen am Montagabend entdecken. Durch den schmalen Eingang der Bar können wir bereits ein rötlich schimmerndes Spirituosenregal erspähen. Gedämmtes Licht empfängt uns, als wir eintreten und urplötzlich in eine andere Welt versetzt werden.

Wir sind eingeladen, zur Livestreamlesung von Alex Capus dsc_0218-01.jpegneuem Roman „Das Leben ist gut“. Für die Lesung des Schweizer Autors hat sich Lovelybooks dieses Mal außerhalb seiner eigenen Räumlichkeiten umgesehen und mit dem Carl Hanser Verlag eine besonders schöne Location gewählt. Denn das Innere der kleinen Münchner Bar, die an ein privates Wohnzimmer der 50er Jahre erinnert, präsentiert sich mit einem exotischen Allerlei aus Flohmarktnippes und kleinen intimen Sitzgelegenheiten. Die perfekte Location für ein Date, unsere erste Begegnung mit Alex Capus.


Alex Capus: „Besuchsweise gefällt’s mir überall. (…) Ich mag nur die Städte nicht, die sich selber so hübsch finden.“

Kurz nach seinem Erscheinen erfüllt Capus den Raum mit seinem unverwechselbaren Charme. Ein Lächeln umspielt seine Lippen, er wirft lockere Sprüche in den Raum und begrüßt uns voller Herzlichkeit. Frei von jeglicher Arroganz, natürlich und unbekümmert nimmt Capus am Nachbartisch Platz. Die Luft ist von knisternder Spannung erfüllt, als die letzten Minuten vor der Übertragung laufen und sich Aila von Lovelybooks und Capus ins rechte Licht rücken.

Nahezu ohne Hilfestellung des Buches, begleitet von spielerischer Leichtigkeit und schweizerischem Dialekt, liest uns Capus aus seinem Roman vor, der vom Leben des Barbesitzers Max, seiner Frau Tina und der „unübersichtlichen“ Anzahl an Söhnen erzählt. Es entfaltet sich ein interessantes Spiel aus Fiktion und Realität. Alltäglichkeiten, wie wir sie alle kennen und die sich dennoch höchst charmant präsentieren.

Alex Capus: „Es steht Roman vorne drauf, also ist auch Roman drin.“

Es ist eine Geschichte, die Spiegelungen von Capus Leben enthält, der selbst im schweizerischen Olten eine kleine Bar (Bar Galicia) besitzt und dort montags hinterm Tresen steht. Doch der Autor betont, es sei nicht seine, sondern die Geschichte von Protagonist Max. Er sehe dem Helden lediglich ähnlich.

Während die Schweizer Presse sein neuestes Werk sehr gut angenommen hat, vernimmt man seit ein paar Tagen in den sozialen Netzwerken Unruhen unter Lesern und Bloggern. Capus Werk sei diskriminierend, er konfrontiere die Leser mit einem bestimmten Frauenbild. Außerdem sei die Geschichte langweilig und verlöre sich in nichtssagenden Alltäglichkeiten.

Alex Capus: „Frauen unter 40 machen mit Angst, die haben so gewalttätige Gefühle.“

Ich muss gestehen, dass ich das Werk bis dato lediglich angelesen und noch nicht vollständig gelesen habe. Vielleicht hat mir aber gerade diese literarische Jungfräulichkeit ermöglicht, vorbehaltslos den Textstellen und Anekdoten Capus‘ zu lauschen, die sich mir keineswegs frauenfeindlich oder langweilig, sondern vielmehr bewusst überspitzt und höchst charmant präsentiert haben.

Was in Capus Roman durchblitzt, ist eine tiefempfundene Liebe zu der Ehefrau und zum Leben. Dass so ein 25-jähriges Eheleben auch mal die eine oder andere Unstimmigkeit mit sich bringt, scheint mir legitim, weswegen ich es dem Protagonist Max nachsehen kann, dass er sich bei Touren um den Block von Unmut und in sich schlummernden Schimpftiraden für seine Frau befreit. Es ist die Geschäftsreise seiner Frau die Max ihre fehlende Präsenz und seine tiefe Liebe zu ihr und der gemeinsamen Familie bewusst macht. Tapfer nimmt er sich seinem Baralltag an, empfängt tagsüber strandende Freunde, bringt Altglas vom Vortag weg, repariert Mobiliar und bringt verstecktes Fischgrätenparkett zum Vorschein, bis die Bar in den Abendstunden seine Türen öffnet.

„Der Capus klaut Türen.“

Doch der Abend offenbart uns nicht nur eine Reihe ausgewählter Textstellen aus dem Roman, sondern auch zahlreiche Anekdoten aus Capus‘ Leben, der nachts heimlich Türen für das Nachbarschaftshaus klaut, die Schicksalshaftigkeit eines Wirbelsturmes namens Lotar kennenlernt und mit seinem Freund Vincenzo über die Funktionalität einer Ampel philosophiert. Darüber hinaus widmet sich Capus den Fragen die während der Lesung von den Lovelybooks Nutzern eintrudeln. Die Fiktion, auf die Capus während seiner Lesung wiederholt hinweist, trifft den Schriftsteller während des gesamten Abends frontal. Irgendwie scheint es das Leben mit Alex Capus recht gut zu meinen, oder Alex Capus mit dem Leben.

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Mein Dank für diesen wundervollen Abend gilt dem Team von Lovelybooks, dem Carl Hanser Verlag und Bloggerkollegen Arndt für die charmante Begleitung. Und da vier Augen immer mehr sehen und vier Ohren immer mehr hören als zwei, gibt’s hier noch Arndts Impressionen obendrauf. Den Stream von Lovelybooks könnt ihr euch hier jederzeit noch einmal ansehen.

Alex Capus: „In einer Bar trifft man die Menschen nicht immer in ihren besten Momenten an.“

Ein unvergessliches Leben..

 

lesenslust über „Einfach unvergesslich“ von Rowan Coleman

image„Alzheimerdemenz oder AD – ziemlich passender Spitzname eigentlich, wenn man bedenkt, dass wir Betroffenen alle Stück für Stück Ade! sagen“

Zitat, Seite 80

Claire ist Anfang vierzig, Mutter von zwei Kindern, glücklich verheiratet und leidenschaftliche Lehrerin. Als sie in regelmäßigen Abständen wesentliche Dinge aus ihrem Leben vergisst, ist sie beunruhigt. Die Diagnose vom Arzt: frühmanifestierte Alzheimerdemenz. Ein Schicksalsschlag, der Claire schlagartig den Boden unter den Füßen wegzieht.

Sie ist sich sicher, dass sie die Krankheit und den Prozess des Gedächtnisverlustes mit genügend Konzentration kontrollieren kann. Doch als ihr eines Tages die grundlegensten Dinge entfallen, gerät sie ins Taumeln. Plötzlich weiß sie weder den Namen ihrer jüngsten Tochter, noch wo sie wohnt. Ihren Mann hält sie für einen Fremden und beim Spaziergang durch die Nachbarschaft verliert sie komplett die Orientierung. Sie merkt nicht einmal, dass sie noch einen Pyjama trägt.

Für Claire beginnt ein verzweifelter Kampf um Erinnerungen, Verständnis und unbeschwerte Momente.

Und bevor ihr auch die letzte Erinnerung entgleitet, beschließt sie, ein kleines Notizbuch mit all den Gedankenschnipseln aus ihrem Leben zu füllen. Denn Claire weiß, dass es schon bald das Einzige sein wird, was ihrer Familie bleibt.

„Mum hat immer für irgendetwas gekämpft. Solange ich denken kann. Das hier ist die erste Schlacht ihres Lebens, von der sie bereits jetzt weiß, dass sie sie nicht gewinnen kann.“

Zitat, Seite 44

Rowan Coleman hat mit „Einfach unvergesslich“ eine ganz und gar bezaubernde, wenn auch tieftraurige Geschichte niedergeschrieben. Die Krankheit Alzheimerdemenz aus der Sicht eines Betroffenen zu erleben, war für mich eine völlig neue Erfahrung und hat mich sehr nachdenklich gestimmt. Durch Colemans einfühlsame und lebendige Art des Schreibens habe ich mich mit der Protagonistin Claire sehr schnell verbunden gefühlt. Es fiel mir nicht schwer, mich in ihre Lage hineinzuversetzen und all ihre verzweifelten und ungeschickten Handlungen nachvollziehen zu können.

Die Tragik der Krankheit und ihre Auswirkungen im Leben eines an Alzheimerdemenz erkrankten Menschen war auf jeder Seite präsent. Claire stolpert, hervorgerufen durch ihre Situation, in eine Menge prekäre und hilflose Situationen, die mich oft entsetzt oder zu Tränen gerührt haben. Es zerriss mir teilweise schier das Herz, ihr nicht helfen zu können. Es ist schrecklich, dass einem so glücklichen und selbstbewussten Menschen plötzlich wirklich alles genommen werden kann.

„Ich denke darüber nach, was für geheimnisvolle Dinger Reißverschlüsse doch sind. Viele Jahre lang schienen sie mir eine ganz simple Erfindung zu sein: schnell, bequem, praktisch. Und dann, neulich, mutierten sie auf einmal zu einem mechanischen Wunder, das ich einfach nicht begreifen kann.“

Zitat, Seite 276

Die Verzweiflung von Claire ist in jeder Zeile spürbar. Wie sie ein Vorhaben startet und bereits wenige Sekunden später vergisst, was sie tun wollte, wer sie ist, wo sie ist. Wie sie die Wörter von Gegenständen vergisst oder den Namen ihrer dreijährigen Tochter. Wie ihr die Nähe und Berührung zu ihrem Mann, den sie von Herzen liebt, unangenehm wird und sie beunruhigt, weil sie ihn als Fremden ansieht. Wie sie sich an das Gefühl erinnert, ihn geliebt zu haben, es aber nicht mehr verspürt. Als wäre es das Gefühl eines anderen Menschens, eines anderen Lebens.

„Glücklich sein – das vermisse ich. Einfach nur glücklich, ohne dieses Gefühl, dass jeder Moment des Glücks, den ich erlebe, auch gleichzeitig irgendwie traurig sein muss.“

Zitat, Seite 32

„Es wäre wirklich eine Hilfe, wenn ich mit fortschreitender Krankheit immer durchsichtiger würde, bis ich schließlich nur noch so eine Art Gespenst wäre. Das wäre wirklich praktisch, das würde es mir und anderen erleichtern, wenn mein Körper einfach analog zu meinem Geist verginge. Dann wüssten wir alle, woran wir wären, buchstäblich und im übertragenen Sinn.“

Zitat, Seite 151

Durch die Erzählung aus den Blickwinkeln verschiedenster Protagonisten verleiht die Autorin dem Buch eine ganzheitliche Betrachtungsweise der Krankheit. Der Leser bekommt einen guten Einblick, wie sehr die Krankheit nicht nur das Leben des Erkrankten sondern auch der direkten Umgebung beeinflusst. Wie die einfachsten Dinge plötzlich unmöglich werden. Wie Verständnis der Irritation weicht. Wie Empathie zu Mitleid wird.

Doch trotz der traurigen Thematik der Geschichte ist es Coleman gelungen, die Geschichte mit schönen, lustigen und besonders gefühlvollen Stellen zu spicken, die den Leser umschmeicheln und ihn trösten. Sie helfen ihm, den Schicksalsschlag der Protagonistin zu akzeptieren.

„Das ist alles, was ich will. Das Jetzt. Diese Wärme. Diese Nähe. Seinen Geruch, seine Lippen, seine Berührung. Ich will nur im Jetzt sein – bis es vorbei ist. Dieser Kuss hat nichts mit Sex zu tun, nichts mit Begierde oder Leidenschaft. Bei diesem Kuss geht es einzig und allein darum, einander zu kennen, einander nah zu sein. Es ist ein Kuss der puren Liebe.“

Zitat, Seite 286

„Ich glaube, Liebe vergeht nicht. Liebe ist die wahre Erinnerung. Liebe ist das, was bliebt, wenn wir nicht mehr sind. Ich glaube, diese Gefühle sind viel echter, viel realer als unsere Körper und alles, was mit unseren Körpern schieflaufen kann. Das hier“ – sie kneift sich in den Arm – „ist nur die Verpackung.“

Zitat, Seite 318

Durch Rückblenden in die Vergangenheit lernen wir Claires Persönlichkeiten kennen, die vor, und die nach der Diagnose. Das durch die Krankheit bedingte abrupte Wechselspiel dieser Persönlichkeiten erschreckte mich an mancher Stelle. Es begegnet einem wie die zwei Gesichtshälften eines Clowns, das weinende und lachende Gesicht. Wie schön es doch wäre, wenn wir dauerhaft mit einem lachenden Gesicht durchs Leben gehen könnten!

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Knitterseele..

lesenslust über „Radiergummitage“ von Miriam Pielhau

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„Schönheitschirurgie am Leben? Eine Marktlücke.“

Zitat aus dem Buch

Kopfkirmes – das ist es, was in Majas Kopf gefeiert wird. Die Panik vor dem 35. Lebensjahr lässt ihre Gedanken wirbelsturmartig durcheinandertosen und sie abergläubische Zeichen des Universums hinter jeder Ecke sehen. Dabei könnte alles so einfach sein. Doch mit keiner wirklichen Konstante in Sachen Männer und dem Leben als Theaterschauspielerin kann sie weder bei den Diskussionen mit ihrer anstrengenden Mutter punkten, noch kommt sie gegen die Angst vorm persönlichen Scheitern an. Es muss also ein Plan her. Kurzerhand beschließt Maja sich selbst Lebensaufgaben zu stellen, die es ihr erleichtern sollen, das gefürchtete 35. Lebensjahr ohne großes Disaster hinter sich zu bringen. Nach den ersten drei Missionen, findet sie plötzlich eine fremde im Briefkasten. Und ehe sie sich versieht, vergisst Maja ihre eigentliche Angst vorm Leben und steckt vielmehr mittendrin..

„Die große 35 stand seit einigen Stunden im Raum. Und Maja etwas ratlos daneben. Mit 35 hatte man einen Mann, ein Haus, ein Baby oder zwei. Und im Laufe der Jahre oder mit Hilfe des Brigitte-Abos sich selbst gefunden. Man hatte Geld, einen Filmpreis oder eine Weltreise im Kalender stehen. Man hatte, wenn gar nichts mehr half, Depressionen oder wenigstens eine amtliche Krise. Sie hatte von alldem: nichts.“

Zitat aus dem Buch

Oft sind es nicht die ereignisgetränkten WOW-Momente im Leben sondern vielmehr die kleinen unscheinbaren und alltäglichen Momente im Leben an die wir mit einem Lächeln auf den Lippen zurückblicken. Es sind die Konstanten im Leben, der sogenannte Alltag, der das Leben vielleicht viel lebenswerter macht, als eine Dauerfahrt in der Gefühlsachterbahn. Wir sehnen uns nach einem Menschen an unserer Seite, mit dem wir diese Momente teilen können und verbringen oft viel mehr Zeit damit, einen ebensolchen zu finden, als ihn vielmehr uns finden zu lassen.

Auch Maja scheint von der Angst, mit 35 Jahren noch nicht die scheinbar üblichen Erfolge des Lebens vorweisen zu können, ergriffen, und sieht an jeder Ecke ein Zeichen lauern. Ein Zeichen, dass ihr das persönliche Scheitern vor Augen hält und sie beim Blick in ihr Innerstes auf eine Knitterseele stoßen lässt. Miriam Pielhau erzählt in „Radiergummitage“ die Geschichte von Majas gefürchtetem 35. Lebensjahr. Eine Geschichte, die anfangs, ähnlich wie unser aller Alltag unspektakulär und irgendwie eben einfach alltäglich wirkt. Majas Missionen verhelfen ihr zu witzigen, fremden, ungewöhnlichen und neuen Erfahrungen, die mich zwar zum Lachen und Nachdenken angeregt haben, im Nachhinein aber eher nebensächlich erscheinen, weil sie meines Erachtens gar nicht die Hauptattraktion der Geschichte sind.

Was sich mir auf 352 Seiten offenbart hat, war vielmehr eine Geschichte, die sich wie eine Knospe, ganz unbemerkt und leise, Seite für Seite entfaltet hat. Es ist die Geschichte einer rastlosen Mittdreißigerin und einer geerdeten Mittachtzigerin, Lina – Majas Nachbarin und Wahloma. Hier treffen zwei Generationen aufeinander, die trotz oder gerade wegen des Altersunterschieds wunderbar harmonieren. Ein Ensemble, das perfekter nicht sein könnte und dass sich gegenseitig mit Rat und Tat Beiseite steht.

„Rentner-Revolte. So wirkte es zumindest, wenn graue Damen und Herren aufmüpfig wurden. Aber sie hatten nun einmal etwas mitzuteilen. Und nichts mehr zu verlieren. Sie besaßen Wissen über die Menschheit und ihre metamorphosierende Welt, das niemanden nützte wenn man es stillschweigend mit unter die Erde nahm.“

Zitat aus dem Buch

Pielhau erzählt uns eine Geschichte von tiefer Freundschaft, von Mitgefühl und Verständnis. Und vom Suchen und Finden der Liebe. Auf liebevolle Weise lässt uns Pielhau Zuhörer von Majas Gedanken werden und sie ein Stück ihres Weges begleiten. Ihr offener und amüsanter Schreibstil hat mir wirklich gefallen. Und ja, so eine Oma wie Lina wollte auch ich immer haben.

„Sie hatte sie unterschätzt. Ihre Mutter. Ihre Eltern. Und vor allen Dingen das, was sie verband. Denn, ja, das war wohl Liebe. Eine, die klein daherkam. Und doch in den Worten ihres Vaters groß klang. Ohne eine plakativ voluminöse Romanze wie aus dem Film zu sein. Aber war das überhaupt das Ziel? Von außen betrachtet, war die Liebe ihrer Eltern nicht spektakulär. Keine Pauken, Trompeten oder andere Krachmacher. Kein Himmel voller Geigen. Leine Schicksalsmelodie. Im Gegenteil. Diese Liebe war in erster Linie ein Lob auf das Mittelmaß.“

Zitat aus dem Buch

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Sehnsucht..

lesenslust über „Ich wünsche mir, dass endlich mal was Schönes passiert“ von Trixi von Bülow

„Das Erste, was mir auffällt, ist, dass ich nichts denke.

Seit 365 Tagen denke ich ununterbrochen über mein Leben nach. Wie es ist, wie es war, wie es sein wird. Die Gedanken begleiten mich in den Schlaf, sie summen nachts an meinem Ohr, sie sind vor meinem Bett versammelt, noch ehe ich die Augen aufschlage.

Und nun sitze ich auf einer Düne an der Nordsee, meine Hände in den Sand gestützt, der Wind zupft an meinen Haaren, die Luft schmeckt nach Salz, mein Brustkorb weitet sich, ich atme aus. Das Meer liegt vor mir, ein silbriges weites Land, das kein Gestern und kein Morgen kennt – nur diesen einen Moment, der stärker ist als die Gedankenflut in meinem Kopf und dessen schimmerndes Bild eine wohltuende Leere auf meiner Netzhaut hinterlässt.

Ohne den Blick abzuwenden, sage ich: »Es ist so schön hier. Danke!«“

Zitat, Seite 5
Friederike Berger, kurz Fritzi, ist Ende dreißig, geschieden und alleinerziehend. Gemeinsam mit ihrer kleinen Tochter Lilli wohnt sie in Köln, wo sie als unscheinbare Lektorin für einen renommierten Buchverlag arbeitet. Eigentlich kann sie auf ein recht beschauliches Leben zurückblicken. Doch das Scheitern ihrer Ehe stimmt sie nachdenklich: ist ihr Leben unbemerkt auf das falsche Gleis geraten?

Wie eine Heldin kämpft sie sich fortan durch den Dschungel des Alltags. Sie jongliert Termine, versucht den Erwartungen von allen Seiten gerecht zu werden und verzweifelt ihr hoffnungslos überzogenes Konto wieder ins Gleichgewicht zu bringen. Ihre Tochter Lilli benötigt zudem ihre volle Aufmerksamkeit. Ein Fulltime-Job, der ihr alles abverlangt. Zunehmend wird ihr bewusst: das Leben ist kein Film und sie ist nicht Grace Kelly!

Auch Johanna, Fritzis Freundin, entgeht der sichtlich mitgenommene Zustand ihrer Freundin nicht, weshalb sie beschließt, mit ihr nach Bergen aan Zee, einem holländischen Ort an der Nordsee, zu fahren. Einem Ort, der Fritzi nicht nur neue Kraft schenken sondern auch so manches Abenteuer für sie bereithalten soll: ist Fritzi tatsächlich schon bereit dafür?

 

„Alles was wir tun, hat Konsequenzen, bewirkt oder verändert etwas.“

Zitat, Seite 238
Bereits nach wenigen Zeilen hat mich diese leise und nahezu unspektakuläre Geschichte verzaubert. Ich hörte das Rauschen von Wellen und schmeckte salzige Nordseeluft. Ich blickte gemeinsam mit Fritzi über das Meer; ließ mich treiben, von ihren Gedanken. Verstand ihre Sehnsucht, die mich Zeile um Zeile begleitete. Eine Sehnsucht, die wir alle in uns tragen. Die Sehnsucht nach Liebe und dass nach einer unglücklichen Phase im Leben endlich mal wieder was Schönes passiert.

Ganz oft sind wir auf der Suche nach dem „ganz großen Glück“. Wir streben nach immer Größerem obwohl es oft vielmehr die kleinen Dinge sind, die uns wirklich glücklich machen. Ganz unbemerkt liegen sie am Rande des Weges und aus Unachtsamkeit lassen wir sie liegen oder bemerken sie manchmal nicht mal.

Auch Fritzi meint, ihr Glück in einem neuen Mann zu finden. Fast schon verbissen hangelt sie sich von Kandidat zu Kandidat. Eigentlich sollte sie in ihrer Vergangenheit dazugelernt haben. Sein lassen kann sie es trotzdem nicht. Sie schaltet den Kopf aus und lässt sich vom Herzen treiben, benimmt sich wie ein Teenager, blickt durch die rosarote Brille. Bis sie eines Tages erwacht – ohne Brille.

Was mir an der Geschichte so gut gefallen hat, war die Authentizität. Trixi von Bülow erzählt eine Geschichte, wie sie das Leben schreibt. Sie verzichtet auf große Effekte und erfreut sich vielmehr an den kleinen Dingen. Sie schenkt uns eine Botschaft: lebe dein Leben und zwar jeden Moment. Auch wenn die erste Hälfte des Buches sich mir persönlich etwas zu sehr auf Fritzis erste Begegnung konzentriert hat und der Schluss im Gegenzug viel zu schnell kam, konnte mir Trixi von Bülow mit ihrer Geschichte ein Lächeln auf die Lippen zaubern. Mit ihrem Nachwort hat sie meine Seele berührt und mich schwer schlucken lassen.

Genau wie das Leben hält das Buch ein paar unerwartete Wendungen für uns bereit und verzaubert durch eine lebendige Sprache. Es bringt den Leser zum Schmunzeln und stimmt ihn zugleich nachdenklich. Aus diesem Grund bekommt dieses wunderbare Buch 4 von 5 einzigartigen Nordsee-Muscheln von Bergen aan Zee.
„Es gehört wohl zu den unerklärlichen Besonderheiten des Lebens, dass einem manchmal von völlig unerwarteter Seite Trost und Zuspruch zuteil wird. Und manchmal tut ein kleiner Abstand zu den Menschen, die einfach alles von einem wissen und ständig um einen herum sind, auch ganz gut, denn auf diese Weise lernt man die Dinge mit ein bisschen mehr Abstand zu betrachten.

Zitat, Seite 223/224

Hörfreuden #2: Eine Welt hinter den Zeilen..

lesenslust über das Hörbuch des Romans „Sehen wir uns morgen?“ von Alice Kuipers

 Kurzbeschreibung des Verlags

Claire und ihre Mutter verpassen sich ständig.

Dann hinterlassen sie sich Nachrichten an der Kühlschranktür – mit Einkaufslisten, Verabredungen, kleinen Geschichten aus ihrem Leben.

Bis die Mutter eines Tages eine Entdeckung macht, nach der nichts mehr ist, wie zuvor. Und Mutter und Tochter auf den kleinen Zetteln so viel mehr unterbringen müssen als bisher…

Mein Fazit

Ein Griff in das Hörbuchwanderpaket lies mich stolze Besitzerin eines kleinen aber feinen Hörbuchs werden. „Sehen wir uns morgen?“ ist tatsächlich mehr als man im ersten Moment erwartet.

Es ist die Geschichte von Claire und ihrer Mutter. Ein Mutter-Tochter-Gespann, wie es einem nur allzu vertraut ist. Zwei Menschen, die gemeinsam Höhen & Tiefen erleben, die sich lieben und manchmal auch hassen. Mit Mama an der Seite ist Claire genervt, ohne sie ist es allerdings auch nicht besser. Schon gar nicht, wenn man sich damit auseinander setzen muss, dass die Mama diese Welt schon bald für immer verlassen wird.

Denn Claires Mama erkrankt an Krebs. Ihr Tumor ist bösartig und hat schon weit mehr Schaden angerichtet, als beide es vermuten. Der Eifer bzw. die anfängliche Willenskraft der Mutter, der Krankheit die Stirn zu bieten, beginnt zu flackern. Bald ist nur noch eine kleine lodernde Flamme übrig, die dem nächsten Windstoß nicht standhalten wird. Auch Claire wird diese Tatsache irgendwann bewusst. Eine Tatsache, die nichts mehr so sein lässt, wie vorher.

Mutter und Tochter werden von Josefine Preuß und Anna Stieblich gesprochen. Zwei Frauen, die mir bereits aus der Tv-Serie „Türkisch für Anfänger“ als Mutter und Tochter vertraut sind. Beide haben in ihre Rolle sehr viel Herzblut gesteckt und die jeweiligen Gefühle sehr stark zum Ausdruck gebracht. Man begegnet Freude und Trauer als auch Wut und Enttäuschung.

Die Geschichte wird durch wechselnde Dialoge zwischen Mutter und Tochter erzählt. Die Geschichte ist keine reine Erzählung, sie beinhaltet vielmehr ein Lebenspuzzle, das durch viele kleine Puzzleteile entsteht. Da sich Mutter und Tochter immer wieder verpassen, tauschen sie „Post its“ aus, kleine Notizzettel, auf denen sie sich Nachrichten hinterlassen. Die Geschichte beginnt ganz harmlos, entwickelt sich zum Ende hin jedoch ganz plötzlich. Irgendwann wird dir diese Entwicklung bewusst und trifft dich wie ein Schlag ins Gesicht.

Doch dann ist es bereits zu spät. Denn morgen wird man sich nicht wiedersehen…

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