C’est la vie..

lesenslust über „Das Lächeln der Frauen“ von Nicolas Barreau

„Glück und Unglück liegen oft sehr nahe beieinander. Anders formuliert könnte man auch sagen, dass das Glück bisweilen seltsame Umwege nimmt.“ (Zitat, Seite 19)

Im französischen Stadtteil ‚Saint-Germain-des-Prés’ – mitten im Herzen von Paris – wird ein kleines Restaurant namens ‚Le Temps des Cerises’ für die junge Aurélie Bredin zur neuen Herausforderung. Nach dem Tod ihres Vaters obliegt es fortan ihr, sich um das kulinarische Wohl der Gäste zu bemühen.

An einem sehr verhängnisvollen und für sie unglücklichen Freitag stößt die entmutigte Aurélie auf eine kleine, ihr bis dato völlig unbekannte Buchhandlung in einer Seitenstraße. Im Ladeninneren fällt ihr Blick auf ein Buch mit dem Titel „Das Lächeln der Frauen“ dem sie sich schon bald nicht mehr entziehen kann. Denn die Geschichte des Romans scheint sich an einem ihr sehr vertrauten Ort abzuspielen – in einem kleinen Restaurant namens ‚Le Temps des Cerises’.

Voller Neugier nimmt sie es mit nach Hause und entdeckt schon nach wenigen gelesenen Zeilen Lebensgeister in sich, an die sie nicht mehr geglaubt hatte. Voller Euphorie will sie sich auf die Suche nach dem Autor begeben, um sich bei ihm für das unerwartete Glück zu bedanken.

Doch so leicht wie die Sache anfangs erscheint, ist sie nicht und schon bald findet sich Aurélie in einer ungewöhnlich verworrenen Suche nach einem scheinbar unauffindbaren Autor wieder…

 

„Manchmal geht man los, um irgendwo anzukommen. Und manchmal geht man einfach nur los, um zu gehen, und zu gehen und immer weiter zu gehen, bis die Nebel sich lichten, die Verzweiflung sich legt oder man einen Gedanken zu Ende gedacht hat.“ (Zitat, Seite 22)

In das „Lächeln der Frauen“ erzählt uns Nicolas Barreau eine wunderbare Geschichte über den berauschenden Wahn der Liebe. Die Geschichte beginnt wie eine Wolke, federleicht und ausgesprochen poetisch.

Barreau gelingen Zeilen, die sich wie liebevolle Berührungen um deine Wangen schmiegen. Der Autor formuliert selbst die negativsten Dinge so kraftvoll und lebensbejahend, dass sie wie ein köstliches ‚Gateâu au Chocolat’ auf deiner Zunge zergehen und sich der Geschmack nicht so schnell verflüchtigt.

Ich entwickelte für jede Seite eine besondere Vorliebe, sie umblättern zu dürfen. Sehnsüchte wuchsen – ich wäre so gern Teil der Geschichte geworden, obwohl sie nicht immer nur vor Glück strotzt. Nicht selten findet man sich in verworrenen und scheinbar ausweglosen Situationen wieder, deren Tragik aber stets das nötige Fünkchen Humor aufweisen, das nötig ist, um lauthals loszulachen.

Doch was der Autor zu Beginn und im Verlauf der Geschichte hervorragend schafft gelingt ihm leider nicht ganz bis zum Schluss. Es erschien mir fast so, als hätte er zum Ende hin noch eine ordentliche Sahnehaube obenauf gepackt die zwar keinen allzu bitteren Nachgeschmack hinterlässt, sich aber dennoch wie unnötige Pfunde auf die Hüfte setzt. Ein ordentlicher Klecks Kitsch, der nicht hätte sein müssen. Denn ich bin mir ganz sicher, dass dieser Roman auch ohne ihn ausgekommen wäre. Trotz alledem gelingt es Barreau vier von fünf imaginären Frauen ein Lächeln um die Lippen zu zaubern.

„Die Liebe war, was sie war. Nicht mehr und nicht weniger. (Zitat, Seite 165)

2 Kommentare zu „C’est la vie..

    1. Hallo Nina, vielen Dank für deinen Kommentar. Es freut mich sehr, dass ich dich ein bisschen für das Buch begeistern konnte. Es wird auch für mich nicht das letzte Buch von Barreau bleiben. =)

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