Kettenreaktion…

lesenslust über „Elf Leben“ von Mark Watson

~°..Story..°~

Chris Cotswolds Leben schien perfekt. Perfekt bis zu dem Zeitpunkt, an dem ein tragisches Ereignis sein und das Leben seiner Freunde von Grund auf verändern soll. Nach monatelangem Taumeln sieht der unglückliche Chris sich zu dem radikalen, aber scheinbar unumgänglichen Schritt gezwungen, seine Zelte in Melbourne abzubrechen, um in London ein neues Leben zu beginnen. Ein Leben mit einer völlig neuen Identität: das Singleleben des Xavier Irelands, Turnier-Scrabble-Spieler und nächtlicher Radiomoderator.

Während er sich auf Sendung all den unglücklichen und nachtaktiven Menschen Londons annimmt um ihnen mit Rat und Tat Beiseide zu stehen, bemerkt er gar nicht, wie sein eigenes Leben immer mehr aus den Fugen gerät. Seine Vergangenheit, die er über die letzten Jahre geschickt zu verdrängen wusste, beginnt langsam aber sicher wieder zum Vorschein zu kommen. Als die Putzfrau Pippa in sein Leben tritt, holt sie ihn so plötzlich und unerwartet ein, dass es den beiden Menschen sehr schwer gemacht wird, sich einander zu nähern.

Für Xavier präsentiert sich diese Begegnung jedoch wie eine Einladung zum Leben. Er muss sie nur noch annehmen…

 

~°..Meine Meinung..°~

Mark Watson hat mit seinem Erstlingswerk „Elf Leben“ das geschafft, was vielen anderen Autoren verwehrt bleibt. Er schrieb eine autentische Geschichte, so lebensecht und natürlich wie sie das Leben schreibt. Anhand dem Leben von elf Personen, die eigentlich nur indirekt miteinander zu tun haben, zeigt Watson, wie unser aller Leben scheinbar Teil eines einzigen großen Beziehungsgeflechts ist. Die Dinge, die sich im Verlauf unseres Lebens ereignen, haben oft vielmehr Auswirkung auf das Leben anderer, als wir es für möglich erachten. Ein jedes Handeln bringt genau wie jedes Unterlassen die Dinge unbemerkt ins Rollen, schubst sie ihn andere Bahnen, beeinflusst sie in ihrer Entwicklung.

So wird auch Xavier, die Hauptfigur in „Elf Leben“ Zeuge von einer Schlägerei, in die er, egal ob aus Befangen- oder Gleichgültigkeit, nicht einschreitet. Eine unterlassene Hilfeleistung, die nicht nur das Leben des verprügelten Jungen sondern auch das Leben seiner Mutter und vielen weiteren Menschen beeinflusst. Er setzt damit eine Kette von Ereignissen in Gang, die sich auf das Leben der Beteiligten nicht immer nur zum Positiven auswirkt. Ganz im Gegenteil.

Xavier, auf dem Watsons Konzentration ruht, schließt man durch seine traurige Vergangenheit, die sich erst im Verlauf der Geschichte in seiner ganzen Tragik offenbart, schnell ins Herz. Seine unordentliche, teils transuselige Art lässt ihn sympathisch und lebensecht wirken. Man verspürt Mitgefühl für seine Situation und wünscht sich nichts sehnlicher, als dass sich das Blatt für ihn endlich zum Guten wendet. Als er der temperamentvollen Pippa begegnet, gelangt sein Leben an einen Wendepunkt. Er wird dabei nicht nur unweigerlich mit seiner Vergangenheit konfrontiert sondern muss sich auch seinen wachsenden Gefühlen ihr gegenüber und den inneren Ängsten vor dem eigentlichen LEBEN stellen.

Watson ist eine wunderbare Lebensgeschichte gelungen. Trotz der vielen Figuren, die in der Geschichte verwoben waren, fiel es mir nicht schwer, sie anhand von bestimmten Dingen zuzuordnen und daher dem Verlauf folgen zu können. Die Liebesgeschichte zwischen Pippa und Xavier fand ich im Ganzen gesehen allerdings etwas oberflächlich, fast schon langweilig dargestellt. Ich für meinen Teil, wäre über ein bisschen mehr Gefühl und Vitalität glücklich gewesen. Die Gestaltung des Covers bzw. Buchumschlages finde ich zudem alles andere als passend. Sie wirkt auf mich etwas billig und tut damit dem Inhalt meines Erachtens einfach nur Unrecht. Ich könnte mir vorstellen, dass einige aus rein visuellen Gründen nicht zu diesem Buch greifen werden. Schade, denn Watsons Geschichte sollte man wirklich gelesen haben.

Ich gebe ihr daher 4 von 5 lebensbejahenden Sternen!

Diese Rezension ist eine „Rezension für Eichborn„- zum Erhalt des Buchverlags mit der Fliege, eine Aktion, ins Leben gerufen von der Bibliophilin

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