Der beste Zeitpunkt, um aufzubrechen, ist jetzt

„Gehen, um zu bleiben“ – Anika Landsteiner

„Im Endeffekt ist Reisen wie Leben im Schnelldurchlauf. Alles, was man erlebt, ist konzentrierter und intensiver. Ein Schatz an Erfahrungen, der bleibt.“

Zitat aus dem Prolog

Es begann alles mit einem Spontantrip in den USA. Auf dem vielleicht kürzesten Roadtrip der Welt, ließ Anika Landsteiner nicht nur das Ende einer fünfjährigen Beziehung hinter sich, sondern sog auch das Gefühl von unbändiger Freiheit auf, das vieles in ihr veränderte.

Der Grundstein fürs Reisen war gelegt: Der Roadtrip weckte eine Leidenschaft für das Aufbrechen in ihr, der sie sich fortan hingibt. Sie lässt sich treiben, reist von Land zu Land und sammelt Erfahrung um Erfahrung. Denn jeder Ort begegnet ihr anders: Während der eine sie mit offenen Armen empfängt, findet sie zum anderen keinen wirklichen Zugang.

In „Gehen, um zu bleiben“ lässt sie uns an fünfzehn Momentaufnahmen teilhaben, die sie an den unterschiedlichsten Fleckchen der Erde eingefangen hat. Ihr regelmäßiges Gehen füllt nicht nur ihre persönliche Schatzkiste an Erfahrungen, sondern mündet auch in ehrlicher Selbstreflektion.

„Glück bedeutet für mich nicht, einhundert Euro im Lotto zu gewinnen, sondern Verantwortung für mein Leben übernehmen zu dürfen und das absolut Beste daraus zu machen.“

Zitat, Seite 277

Es sind fünfzehn Reisen, auf die mich Anika Landsteiner in diesem Buch entführt. Jede von ihnen ist einzigartig und an ein bestimmtes Gefühl geknüpft, positiver wie negativer Natur. Sie führen mich nicht nur einmal um die Welt, sondern auch in die Tiefen ihrer Gedanken und erzählen von einer nicht enden wollenden Reise: der Reise zu sich selbst.

„Heute verstehe ich diese Reisen als einzelne Puzzleteile, die ineinandergreifen und ausschließlich zusammen meinen Blick auf die Welt geformt haben. Warum ich durch das Reisen zu dem Menschen wurde, der ich heute bin. Und vor allem, warum diese eine Reise nie zu Ende sein wird.“

Zitat aus dem Prolog

Nach einer Ausbildung zu Schauspielerin, wendet sich Anika Landsteiner dem Journalismus zu. Sie schreibt für verschiedene Online- und Printmedien und leitet zwei Jahre lang das renommierte Stadtmagazin MUCBOOK. Später gründet sie den Reiseblog Ani denkt und macht sich als Ani einen Namen.

Es ist das Jahr 2010, in dem sie mit ihrer Freundin auf den wohl kürzesten Roadtrip ihres Lebens aufbricht: zwei gebrochene Herzen auf dem Weg von Los Angeles nach San Francisco. Ein Trip, der mit grenzenloser Freiheit durchströmt und sie von ihrem Kummer befreit. Er wird zum Grundstein aller Reisen, die kommen werden. Ein Schlüsselmoment, der den Wunsch des regelmäßigen Aufbruchs in ihr weckt. Denn nur wer wegfährt, kann auch wieder heimkommen.

Und sie gibt sich ihm hin. Bereist fortan nicht nur Länder wie Spanien, Frankreich oder Griechenland, sondern auch Entwicklungsländer wie Indien, Kolumbien und Malawi. Sie wagt den Schritt aus ihrer Komfortzone; durchschreitet Türen, die ihr Zugang zu unbekannten Abenteuern freigeben Reisen mit ungewissem Ausgang.

„Wenn ich mit meinem Reisepass in der Hand zum Gate laufe, ist das wie auf eine Zaubertür zuzugehen, hinter der ein Abenteuer wartet.“

Zitat, Seite 169

Und so sammelt Ani nicht nur jede Menge Glücksmomente, sondern muss sich auch einer Reihe an Herausforderungen stellen. Momente voller Angst und Selbstzweifel; Situationen, in denen sie auch mal ihr Mut und klarer Verstand verlässt und sie auf die Hilfe anderer angewiesen ist und ihr klar werden lässt, wie sehr sie es schätzt, in Begleitung zu reisen.

Vor Ort taucht sie in fremde Kulturen und Bräuche, lernt nicht nur die schönsten und unberührtesten Fleckchen der Erde, sondern auch die ungeschönten Wahrheiten hinter den glänzenden Fassaden kennen. Sie geht mit Natur und Landesbewohnern auf Tuchfühlung; merkt, wie sehr die Schicksale Einzelner ihr ans Herz gehen und etwas in ihr bewegen.

„Probleme überqueren Ozeane und sind manchmal noch vor einem selbst dort. Sie warten überall auf uns.“

Zitat, Seite 30

Und so reist Ani nicht nur in die Welt hinaus, sondern auch in sich selbst hinein und findet dabei Puzzleteil um Puzzleteil ein Stück ihrer selbst.

„Gehen, um zu bleiben“ ist ein Buch, das gleichwohl inspiriert und nachdenklich stimmt. Es gibt den inneren Entwicklungsprozess einer jungen Frau preis, die lernt, was im Leben wirklich wichtig ist. Und so fragt sich der Leser am Ende, ob er nicht selbst ein bisschen reisen sollte. Der richtige Zeitpunkt um Aufzubrechen? Immer jetzt.

„Reisen heißt nicht nur, einhundert Likes auf das Palmenfoto zu bekommen und sich gegenseitig mit exotischen Zielen zu übertrumpfen, um immer ein bisschen höher, schneller, weiter zu kommen als die anderen. Reisen heißt vielmehr, Vorurteile abzubauen, in verschiedenen Sprachen Danke sagen zu können, sich fast vergessene Eigenschaften wie Hilfsbereitschaft, Freundschaft und Menschenkenntnis anzueignen. Die Welt aus einer Höhe von zehntausend Kilometern zu sehen oder den Blick unter die Meeresoberfläche zu wagen. Und Geschichten zu sammeln, die es wert sind, erzählt zu werden.“

Zitat aus dem Prolog

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