#Buchpassion: Wie sich eine Autorin in mein Herz schrieb

Buchpassion, ©kapri-zioes

Die Literatur ist facettenreich, eine Fundgrube unerschöpflicher Wissensreserven und Inspirationsquellen. Es gibt zahlreiche Bücher, die es zu lesen lohnt. Sie sind es, die unser Denken und Handeln ungemein bereichern können und uns darüber hinaus zu unterhalten verstehen.

Jedes Buch ist das Ergebnis eines leidenschaftlichen Schreiberlings, der viel Zeit und Herzblut investiert hat, um uns mit seinen Zeilen zu erfreuen. Doch nicht jedem Autor und jeder Autorin gelingt es, mich persönlich anzusprechen. Schließlich sind wir alle Individuen mit unterschiedlichen Persönlichkeiten, sprich, unterschiedlichen Geschmäckern, Empfindungen und persönlichen Vorlieben.

Nur ein paar wenige Autoren und Autorinnen haben es in den vergangenen Jahren geschafft, sich mit ihren Zeilen direkt in mein Herz zu schreiben. Während die einen recht schnell aus meinem Bewusstsein verschwinden, sind es die anderen, die sich dauerhaft in meinem Gedächtnis verankern. Die ich als literarische Schätze ansehe, weil ihre Bandbreite an Emotionen, Fantasie und Einfallsreichtum sich mir auf vielfältigste Weise offenbart, ja, oftmals sogar spürbar wird.

Einer Autorin gelingt es bereits seit Jahren, mich zu begeistern. Es sind nicht nur ihre leidenschaftlichen Zeilen, die mich immer wieder mitreißen, sondern auch ihr Mut, ihr Herzblut und ihr Engagement, der/das mich beeindruckt. Und deswegen ist sie ganz klar eine meiner Lieblingsautorinnen. Die Rede ist von Nina George.

Der Beginn einer Leidenschaft

Das Lavendelzimmer – Nina George

Alles begann mit ihrem Roman „Das Lavendelzimmer“. Seit ich denken kann, lasse ich mich von schönen Covern locken. Das Motto „Don’t judge a book by it’s cover“ mag stimmen, dennoch kann ich mich einer buchigen Augenweide nicht verwehren. Hat es sich erstmal meine Aufmerksamkeit gesichert, umgarnt es mich so lange, bis ich zu ihm greife und mich seiner annehme. Stimmt dann auch noch der Klappentext, steht der anschließenden Lektüre nichts im Weg (selbst wenn letzteres uns oftmals täuscht).

Und so war es auch bei besagtem Buch. Ein Traum von Lavendel eroberte meine Augen und als dann auch noch von der Macht der Bücher; der Liebe und der Magie des südlichen Lichts die Rede war, war es bereits um mich geschehen. Wer kann schon einem Buchhändler namens Jean Perdu widerstehen, der Romane wie Medizin fürs Leben verkauft und auf einem Bücherschiff namens „pharmacie littéraire“ arbeitet?

„Wir bewahren alle die Zeit auf. Wir bewahren die alten Ausgaben jener Menschen auf, die uns verlassen haben. Und auch wir sind noch diese alten Ausgaben, unter unserer Haut, unter der Schicht aus Falten und Erfahrung und Lachen. Genau darunter sind noch die Ehemaligen. Das ehemalige Kind, der ehemalige Geliebte, die ehemalige Tochter.“

Zitat aus „Das Lavendelzimmer“ – Nina George

Mit solchen Zeilen hat mich Nina George das erste Mal verzaubert. Wie ein kleines Mäuschen bin ich durch die Geschichte gehuscht und habe Seite um Seite Zimmer und Landschaften erkundet, konnte Gedanken lauschen und liebevolle Gesten der Liebe und Freundschaft erfahren. Ich wurde zum stillen Beobachter. Genoss die liebevollen Zeilen, die sich wie eine sanfte Hand an meine Wange geschmiegt und mich umschmeichelt haben. Noch heute zählt der Roman zu einem meiner liebsten.

Die Mondspielerin – Nina George

Ich hatte Blut geleckt, wollte mehr von diesen zauberhaften Zeilen lesen, die mich so unendlich berührten und in ihren Bann zogen. Ich stellte fest, dass ich den Vorgänger längst im Regal stehen hatte. Ungelesen. Und das seit Jahren. Es war mir fast peinlich, dass ich „Die Mondspielerin“ über all die Jahre ignoriert hatte. Ein Buch, das mit blauen Hortensien geschmückt war und eine traurige, aber auch sehr hoffnungsvolle Geschichte in sich barg. Eine Geschichte, die vom Meer, dem Tod und der Liebe erzählt.

„Nur das Glucksen der Küsse von Flut und Fluss war zu hören, das unregelmäßige Klappern der Stahlseile an den Masten der Schiffe und das leise Weinen einer Frau. Die Frau war Marianne, und sie weinte, ohne den Blick von alldem abzuwenden – so unerträglich schön war Kerdruc. Jeder Ort, an dem sie vorher in sechzig Jahren gewesen war, wurde hässlich. Das Gefühl, nach Hause gekommen zu sein, verdichtete sich. Sie roch Salz und frisches Wasser, die Luft war klar wie Glas, auf dem Fluss ein Glanzteppich aus goldblauer Seide.“

Zitat aus „Die Mondspielerin“ – Nina George

Auch wenn meine Reise nach Kerdruc etwas holprig begann, konnte ich der lehrreichen Geschichte schon bald viel abgewinnen. Sie verdeutlicht sehr anschaulich, dass das Leben kein Märchen ist und so manche Hindernisse für uns bereithält, die es zu umschippern gilt. Es ist eine Geschichte vom Leben: voller Erfahrungen, positiver wie negativer Natur. Lebensecht, authentisch und mitreißend.

Eine hanseatische Seele

Wer mich persönlich kennt oder meinen Blog schon länger liest, weiß, dass ich neben einer besonderen Vorliebe für die Berge, auch eine besondere Verbindung zur See habe (der Anker im Logo ist ein Indiz). Bevor ich mich im bayrischen München niedergelassen habe, bin ich fünf Jahre in hanseatischem Gewässer geschwommen. Hamburg wurde meine zweite Heimat und zählt bis heute als meine Herzensstadt, in die ich mich regelmäßig spülen lasse, um mein Bedürfnis nach zerzausten Haaren, ofenfrischen Franzbrötchen, vorbeituckernden Schiffen und dem sehnsuchtsvollen Tuten von Signalhörnern zu stillen.

Auch Nina George hat hier gelebt. Ihre Liebe zur Stadt hat sie einige Zeit in einer Kolumne des Hamburger Abendblatts zum Ausdruck gebracht, die später als Buch, als sogenannter Stadtverführer, veröffentlicht wurde. Es ist eine Liebeserklärung an die Stadt, die sie als Quiddje (Hamburgerin aus Überzeugung) mit allen Sinnen aufgenommen hat. Nach meinem Wegzug stand fest, dass ich mir „Verliebt in Hamburg“ sichern musste. Ihre Zeilen stillen noch heute meine immer wiederkehrende Sehnsucht nach der Hansestadt, wenn der geplante Besuch mal wieder länger auf sich warten muss.

In ihrem Stadtverführer nimmt sie uns auf lange Spaziergänge mit. Auf Fußmärsche und Cabriolet-Fahrten, auf Bus- und Bootstouren. Jene, die dir nicht nur die touristischen Highlights der Stadt zeigen, sondern sich auch in der Pampa, fernab von Touri-Grüppchen, abspielen. Sie konfrontiert dich mit Klischees und hanseatischen Wahrheiten, belächelt das extrovertierte Verhalten mancher Großstädter, definiert die Ruhe der Pendler am Morgen oder versucht uns ein bisschen mehr Toleranz für die Exoten der Stadt nahezubringen. Es sind Zeilen, die nach Hamburg riechen und schmecken.

„Ganz Hamburg ist ein Parfum. Würde man es auf Flaschen ziehen und in die Welt verkaufen, würden sich Menschen in diese Stadt verlieben, ohne sie je gesehen zu haben. (…) Fernweh und Zuhause, Wasser und Lebenssüße. Geborgenheit und Freiheit, Verlässlichkeit und Liberalität, ein bisschen Grandseigneur, ein bisschen sexy Deern. Balkonblume und Grillabend, Kirschblüten und Zeitungspapier, Kaffee, Kinderlachen, Franzbrötchen und vom Morgenregen geklärte Luft über den Alsterwiesen. Ja. So riecht Hamburg.

Zitat aus „Verliebt in Hamburg. Ein Stadtverführer“ – Nina George

Das Traumbuch – Nina George

Besonders beeindruckt hat mich aber „Das Traumbuch“. Eine Geschichte, die es faustdick hinter den Ohren hat, auch wenn das nahezu verträumte Cover uns etwas ganz anderes vorgaukelt. Es ist ein Roman, dem sich George nach einem gescheiterten Buchprojekt widmet und ihre Nahtoderfahrung nach einer Lebensmittelvergiftung und die Aspekte einer Synästhetikerin miteinspielen lässt. Denn nicht nur sie nimmt Zahlen und Klänge als Farben, und Menschen, Orte oder Stimmungen intensiver wahr als andere, sondern auch der 13-jährige Sam, um den es mitunter in der Geschichte geht.

Es ist eine Reise zwischen Traum und Realität, zwischen Leben und Tod und zwischen Hoffnung und Verzweiflung. Zugegeben, es ist sicherlich keine Geschichte für jedermann. Die Thematik wirkt im ersten Moment abschreckend, sollte sie aber keineswegs. Denn Georges Zeilen sind poetisch, tiefgründig und unglaublich berührend. Sie gewähren uns einen tiefen Einblick in die Seele der Menschen und machen uns bewusst, dass es neben Glücksgefühlen manchmal auch Tränen beim Lesen bedarf.

„Ich sitze auf dem Boden und lege mir den Mut auf wie Make-up. Ich trenne all meine miteinander ringenden, hadernden, sich gegenseitig im Weg stehenden Regungen säuberlich voneinander, bis nur noch die entscheidenden drei übrig bleiben. Ich konzentriere mich, um sie zu halten, und verbiete allen anderen Emotionen ihnen zu nahe zu kommen. (…) Ich atme ein und denke: Zärtlichkeit. Ich atme tiefer ein und beschwöre: Mut. Ich atme ein und erbitte: Lass mich wie Sam sein.“

Zitat aus „Das Traumbuch“ – Nina George

Zu den ausführlichen Besprechungen der Bücher kommt ihr, wenn ihr auf den jeweiligen Titel klickt. Es würde mich sehr freuen, wenn eure Neugier für die Werke nun geweckt ist und ihr euch dem ein oder anderen Buch annehmt. Es sind meine heutigen Empfehlungen für wahre Herzensmenschen: Mann wie Frau, Alt wie Jung.

Nina George – Autorin mit Herz

Eine Herzensbegegnung auf der #lbm16

Die mehrfach ausgezeichnete Schriftstellerin Nina George, geboren 1973 schreibt seit 1992 Romane, Essays, Reportagen, Kurzgeschichten und Kolumnen. Ihr Roman „Das Lavendelzimmer“ stand weit über ein Jahr auf der SPIEGEL-Bestsellerliste, wurde in 34 Sprachen übersetzt und eroberte auch international die Bestsellerlisten, so die New York Times Bestsellerliste in den USA, die Bestsellerlisten in England, Australien, Polen, Israel und Italien.

Mit ihrem Ehemann, dem Schriftsteller Jens Jo Kramer, schreibt Nina George unter dem Doppel-Pseudonym Jean Bagnol Provencethriller. Sie lebt in Berlin und der Bretagne.

Quellenangabe: Droemer Knaur

Das Branchen-Netzwerk BücherFrauen e. V. hat die Schriftstellerin und Journalistin Nina George zur Bücherfrau des Jahres 2017 gewählt. Die Ehrung findet im Oktober auf der Buchmesse Frankfurt statt.

Die Autorin kämpfe für die Rechte von Autorinnen, die Stellung der Frau im Literaturbetrieb, für den Schutz des Urheberrechtes in digitalen Zeiten und für verfolgte Autorinnen und Autoren, heißt es in der Begründung. „Wir schätzen ihre Solidarität mit allen Frauen der Branche, für die sie sich an vielen Fronten einsetzt“, so BücherFrauen-Vorsitzende Stephanie Hanel.

Nina George ist Beirätin des PEN-Präsidiums und Beauftragte des Womens Writers Commitee des PEN-Zentrum Deutschland, Beisitzerin des VS-Bundesvorstandes und Mitglied des Verwaltungsrats der VG WORT. 2011 gründete sie die Initiative JA zum Urheberrecht, 2014 die Informationsplattform Fairer Buchmarkt. 2016 schlossen sich auf ihre Initiative hin neun Autorenverbände zum Netzwerk Autorenrechte (NAR) zusammen.

Über ihre Ehrenämter schreibt sie: „2016 summierte sich der Job ohne Gehalt im politischen Bereich auf konstante 50 % meiner Arbeitszeit, in Hochzeiten pro Tag 80 %. Ich sponsere mich selbst, danke an das Lavendelzimmer.“*

Die BücherFrauen sind ein berufliches Netzwerk mit rund 1000 Frauen aus Buchhandel, Verlagen, Agenturen und allen anderen Arbeitsbereichen rund ums Buch.

* www.fairerbuchmarkt.de/blog/nina_george_03.html

Quellenangabe: Autorenwelt

Was ist #Buchpassion?

#Buchpassion wurde wurde letztes Jahr von Janine vom Blog Kapri-zioes ins Leben gerufen. Es ist eine gemeinsame Onlineaktion von Autoren, Bloggern, Lesern und Unternehmen des Buchmarktes.

Es soll vor allem Nicht- oder Wenigleser auf Bücher aufmerksam machen und für das ein oder andere Buch oder den ein oder anderen Autoren begeistern, sprich, die Lust am Lesen entflammen.

Jeder kann mitmachen und das auf unterschiedlichste Art und Weise! Neben den Beiträgen auf diversen Blogs, die ab heute online gehen, gab es in den letzten Tagen bereits eine Instagram-Challenge und eine Bücherparty auf Twitter. Nähere Infos zur #Buchpassion findest du hier.

Da ich es letztes Jahr versäumt habe, rechtzeitig an Bord zu springen, war es mir ein persönliches Anliegen, mich in diesem Jahr daran zu beteiligen. Alleine wegen des Themas, das mir eine gute Gelegenheit gab, mich bei Nina George zu bedanken.

Liebe Nina George, vielen Dank für ihren Mut, ihr Herzblut und ihr außerordentliches Engagement für den Buchmarkt. Und natürlich für all die bezaubernden Geschichten.

15 Kommentare zu „#Buchpassion: Wie sich eine Autorin in mein Herz schrieb

  1. Liebe Steffi,
    Wow, da hast du aber einen tollen und sehr ausführlichen Beitrag geschrieben. In jeder Zeile kann man die Begeisterung spüren, die die Bücher der Autorin bei dir auslösen. Das ist wirklich toll zu lesen.
    Für mich persönlich wären die Bücher wohl nichts, aber es ist einfach so schön zu lesen, wie sehr dich die Bücher berühren und mit was für einer Leidenschaft du darüber schreibst.
    Ich hoffe, dass dir diese Begeisterungsfähigkeit noch lange erhalten bleibt und das du damit noch viele andere Leser inspirierst.
    Liebe Grüße und danke für den schönen Beitrag,
    Julia

    Gefällt mir

    1. Liebe Julia,

      dank dir für deine Worte. Das war es mir definitiv wert, denn es gibt nicht viele Autor*innen, zu deren Zeilen ich eine derartige Verbundenheit verspüre.

      Ich hoffe, dass meine Begeisterungsfähigkeit und der Spaß am Bloggen niemals versiegen wird. Bücher nehmen einfach einen großen Platz in meinem Leben ein.

      Liebe Grüße
      Steffi

      Gefällt mir

  2. Liebe Steffi,
    Vielen Dank für deinen Beitrag!
    Wir hörten das Lavendelzimmer mal auf Autofahrten und fanden diesen Roman grandios! Dein Artikel macht mir große Lust auf mehr aus Ninas Feder. Danke! 👍🏻
    Liebe Grüße, Frauke

    Gefällt mir

  3. Liebe Steffi,
    was für ein wundervoller Beitrag! „Das Lavendelzimmer“ steht schon länger auf meiner Wunschliste und ich denke, ich muss es mir bald zulegen. Du hast hier wirklich einen Beitrag geschrieben, der ebenso verzaubernd und einladend scheint, wie die Bücher selbst.
    Außerdem finde ich es toll, dass du auch über das unermüdliche Engangement von Nina George schreibst, denn dadurch habe ich überhaupt erst von ihr gehört und das verdient definitiv ebenfalls Erwähnung und Respekt.
    Wie gut, dass ich durch die #buchpassion finden durfte, du hast jetzt mit mir einen Abonnenten mehr! 😉
    Liebe Grüße,
    Babsi

    Gefällt mir

    1. Liebe Babsi,

      wow – da freu ich mich aber.

      Dank dir sehr für deine wunderbaren Zeilen und das Abonnieren.

      Mir persönlich hat „Das Lavendelzimmer“ unglaublich viel geschenkt, also runter von der Wunschliste und ab in deine Hände. Du wirst es nicht bereuen.

      Nina Georges Engagement ist bewundernswert. Es war mir wichtig, das hervorzuheben und nicht unerwähnt zu lassen. Sie steckt so wahnsinnig viel Herzblut in die Dinge, die sie tut. Sie ist ein tolles Vorbild und eine bemerkenswerte Frau.

      Schön, dass ich dich durch die #buchpassion gewinnen konnte. Auf noch jede Menge Inspiration!!

      Liebe Grüße
      Steffi

      Gefällt 1 Person

  4. Liebe Steffi,

    Von der Autorin habe ich natürlich schon gehört, aber bisher nichts von ihr gelesen.
    Ehrlich gesagt hast du mich nur auf ein Buch von ihr neugierig gemacht und zwar das über Hamburg, aber vielleicht steckt es mich auch für die anderen an, wenn ich es lese.
    In Hamburg selber wohnen möchte ich nicht, aber mit dem Zug ist es nur eine halbe Stunde entfernt und das gefällt mir sehr gut. Ich kann also so oft ich mag dort hin fahren. Vorletztes Jahr habe ich es sogar geschafft, einem gebürtigen Hamburger einen echten Geheimtipp zu zeigen. Da bin ich immer noch ein wenig stolz auf mich. 😉
    Ich hoffe, dein nächster Besuch in deinem geliebten Hamburg steht bald wieder an.

    LG, Moni

    Gefällt mir

  5. Liebe Steffi,
    was für ein persönlicher Beitrag, wow!
    Um ehrlich zu sein, hat Nina George es bei mir nicht leicht. Das liegt aber nicht an ihr, sondern an den Umständen, unter denen ich „Das Lavendelzimmer“ gelesen habe. Als sich hier ein neuer Buchclub formiert hat, war dieses Buch das erste, das gelesen werden sollte. Betonung liegt auf „sollte“, denn es wurde jeder schief angeguckt, der das Buch beim nächsten Treffen nicht ausgelesen hatte und meine Bitte, nicht unbedingt groß zu spoilern, wurde einfach ignoriert, mein „Unvermögen“ das Buch innerhalb der vorgegebenen Zeit auszulesen belächelt (ist ja auch lustig, wenn man privat und jobtechnisch Chaos und keine Freizeit hat…). Das tat weh und das Buch, das ich bis dahin sehr genossen hatte, habe ich beinahe abgebrochen. Die letzten Seiten las ich nach längerer Pause dann beinahe widerwillig… irgendwie passte es nicht.
    Warum ich das erzähle: Dein Beitrag hat mich mit diesem Buch versöhnt und ich glaube, wenn noch ein bisschen mehr Zeit vergeht, gebe ich ihm eine neue – eine wirkliche – Chance. Danke also, dass Deine Begeisterung für diese Autorin mir die Lesefreude an ihren Büchern zum Teil zurückgegeben hat.
    Viele liebe Grüße
    Sarah

    Gefällt mir

    1. Liebe Sarah,

      vielen Dank für deine Worte.

      Ich kann wirklich gut nachempfinden, wie unglücklich dein Start mit „Das Lavendelzimmer“ war.

      Ich selbst bin noch nie Mitglied eines Buchclub gewesen, weil es bedauerlicherweise immer keinen in meiner Nähe gab, kann mir jedoch vorstellen, dass das Lesen auch mit einem gewissen Zwang und einer Verpflichtung einhergeht. Und das beeinflusst natürlich auch deine Beziehung zum Buch.

      Ich sehe es mit den Leserunden von Lovelybooks zum Beispiel ähnlich. Genau aus den Gründen bin ich derzeit sehr zurückhaltend, mich an einer zu beteiligen. Weil es dir einfach den Spaß am Lesen und die Begeisterung am Buch rauben kann. Auf der anderen Seite kann dir so ein Austausch mit anderen Lesern auch viel schenken: neue Blickwinkel und Aspekte, die du vielleicht alleine nicht entdeckt hättest.

      Ich glaube, so eine Art gemeinschaftliches Lesen benötigt einfach den richtigen Zeitpunkt und den richtigen Gemütszustand.

      Es ist sooo toll, dass dir meine Zeilen so eine Art Versöhnung möglich gemacht haben. Das freut mich sehr und ich wünsche dir ganz tolle Lesemomente, wenn die Zeit für dich gekommen scheint, dich dem Buch wieder anzunehmen.

      Liebe Grüße
      Steffi

      Gefällt mir

  6. Hallo Steffi,
    ich danke dir für diesen wunderschönen Text. Bei dem tollen Zitat aus „Das Lavendelzimmer“ kann ich mir wirklich gut vorstellen, wie Nina George zu deiner Lieblingsautorin wurde. Vergangenes Jahr durfte ich sie auf dem Litcamp in Heidelberg sehen und das war wirklich klasse. Ein richtiges Vorbild für alle Frauen. Bisher habe ich von ihr noch kein Buch gelesen, aber dein Artikel macht mir ziemlich viel Lust auf entweder „Das Lavendelzimmer“ oder „Das Traumbuch“.
    Voller Dankbarkeit,
    Janine

    Gefällt mir

    1. Hallo Janine,

      herzlichen Dank für deine Zeilen, das Verlinken und natürlich für #buchpassion.

      Das Zitat zählt zu meinen Liebsten. Dass du Nina George auf dem Litcamp erleben durftest, war sicherlich ein tolles Erlebnis. Schade, dass sie dieses Jahr nicht erneut anwesend war.

      Ja, ein Vorbild ist sie wirklich. Und bei all dem Erfolg ist sie so herrlich bodenständig und natürlich geblieben. Ich bin ihr bereits mehrfach auf der Buchmesse begegnet und konnte mein Glück kaum fassen, als sie ganz entspannt neben mir ein Sektchen am Droemer Knaur Stand getrunken hat und sich meiner angenommen hat.

      Du solltest unbedingt „Das Lavendelzimmer“ lesen. Für „Das Traumbuch“ muss man tatsächlich in der richtigen Verfassung sein, aber wenn es stimmt, schenkt es dir so viel.

      Liebe Grüße,
      Steffi

      Gefällt mir

  7. Liebe Steffi,
    was für ein wunderschöner Beitrag. Ich bin ganz hin und weg. In jeder Zeile und jedem Wort spürt man deine Verbundenheit zu Nina George. Ich kannte die Autorin vor deinem Beitrag nicht, doch jetzt habe ich das Bedürfnis sie und ihre Bücher näher kennenlernen zu wollen. Vielen Dank dafür. ❤
    Liebe Grüße
    Ella

    Gefällt mir

    1. Liebe Ella,

      es freut mich sehr, wenn meine Zeilen genau das transportieren können, was ich während dem Lesen von Georges Bücher spüre.

      Die Verbundenheit zu ihren Büchern ist wie ein natürlicher Prozess gewachsen. Ich erinnere mich noch gut daran, wie geflasht ich davon war, wie einfach sie mich mit ihren Zeilen abzuholen versteht. Es steckt so viel Gefühl darin, aber auch so viel Ehrlichkeit und Herzblut.

      Es freut mich sehr, dass ich dich nun auf die Autorin und ihre Bücher aufmerksam machen konnte. Lass mich wissen, ob sie dich genauso begeistern wie mich.

      Liebe Grüße
      Steffi

      Gefällt 1 Person

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s