Slang vs. Bond…

lesenslust über „Operation Blackmail“ von Jens Saborowski

~°..Eine Erpressermail sorgt für Unruhe..°~

Paris. Eine junge Bankangestellte wird auf offener Straße von einem Scharfschützen erschossen.
Bologna. Ein Mitarbeiter aus den höheren Rängen derselben Bank wird Opfer eines Anschlags.

Danach geht eine Email im Postfach der Bank ein: 500 000 000 Millionen Euro oder es werden weitere Menschen sterben!!

Bei einer Hausnummer von 60.000 Mitarbeiter der Bank ist das nicht zu ignorieren. Ein schnelles Handeln ist erforderlich! Aufgrund der brisanten und dringlichen Angelegenheit heuert man also die Spezialeinheit namens ECSB (European Council Special Branch) an, die nicht nur über die besten Spezialisten der Welt verfügt, sondern auch grenzüberschreitend ermitteln kann. Frontfrau der ECSB ist Agentin Solveigh Lang. Hochattraktiv und ebenso gerissen.
Doch auch eine Eliteeinheit stößt an ihre Grenzen und muss sich früher oder später eingestehen, dass dieser Fall all die vergangenen Fälle in den Schatten stellt. Die Erpresser sind gewitzt und höchstprofessionell. Es wird kein leichtes Spiel, ihnen das Handwerk zu legen. Das Spiel nimmt seinen Lauf. Der Wettlauf gegen die Zeit beginnt.

~°..Ein Wettrennen rund um den Globus..°~

Zugegeben, ich bin nicht der treueste Thriller-Leser und ziemlich unerfahren was das Genre angeht. Das hält mich dennoch nicht davon ab, mir ab und an einen Thriller einzuverleiben. Ansprechende Klappentexte können mich locken, lassen mich aber relativ hohe Erwartungen an die Geschichte stellen. Ebensolche Erwartungen stellte ich auch an „Operation Blackmail“ (zu deutsch „Erpessung“, wer hätts gedacht?!) und er sollte ihnen gerecht werden. Er zog mich, von ahnungsloser Neugier gepackt, bereits am Anfang mitten ins Geschehen. Die Geschichte gewinnt schnell an Fahrt, wodurch meine ganze Aufmerksamkeit von Nöten war. Sogesehen packte sie mich am Kragen und ließ mich erst wieder los, als ich am Ende angelangt war.

Jenk Saborowski ist mit „Operation Blackmail“ ein hervorragendes Debüt gelungen. Sein Thriller glänzte mit Vielfalt, sowohl bei den Standorten als auch Protagonisten. Er entschied sich die Anfänge der einzelnen Kapitel mit dem entsprechenden Datum und Standort zu versehen. Eine Hilfe, die man als Leser gerne annimmt und in diesem Thriller angesichts der vielen und relativ kompakten Kapitel mit wechselndem Standort unverzichtbar wird. Denn nur so ist es dem Leser möglich, dem Verlauf der Geschichte zu folgen und die Zusammenhänge zu begreifen. Durch den stetigen Wechsel der Standorte verläuft die Story zudem sehr abwechslungsreich und wird an keiner Stelle langweilig. Sie zieht wie eine Art James Bond Film, vor den Augen vorbei – Bild an Bild, Eindruck an Eindruck. Impressionen, die es gilt zu verarbeiten.

Die Protagonisten werden dem Leser durch eine Bandbreite von verschiedenen Verhaltensmustern relativ schnell vertraut. Die Schwächen und Stärken, die Saborowski ihnen zuspricht, machen sie authentisch und leicht zuordenbar. Der Autor schenkt dadurch nicht nur jedem einzelnen Protagonisten einen individuellen Charakter sondern auch spezielle Aufmerksamkeit, der ich so noch nicht begegnet bin. Aus diesem Grund wirken die Protagonisten weder blass, noch gehen sie in der Menge unter. Ich habe mich beschlossen, an dieser Stelle jedoch auf keinen der Protagonisten einzugehen, weil das einerseits der Geschichte zu viel vorweg nehmen würde und andererseits die Überraschungseffekte keine Überaschungseffekte mehr sein lässt.

Ob das Vorgehen der Eurobank- als auch ECSB-Mitarbeiter in der Geschichte den Handlungsweisen von realen Mittelsmännern entspricht, übersteigt meinen Horizont. Es entzieht sich schlichtweg meiner Kenntnis, weshalb ich das weder in Frage stellen noch recherchieren möchte, weil es dem positiven Eindruck über dieses Buch keinen Abbruch tut. Erwähnen sollte man jedoch, dass die Geschichte eine Menge komplexer Vorgänge aus der Informatik aufweist, was vielleicht den ein oder anderen an seine Grenzen stößen lässt. Auch Saborowskis Sprache könnte manch einem Leser etwas zu detailliert und lebendig erscheinen, weshalb „Operation Blackmail“ 5 von 5 tiefroten Blutlachen ergattert.

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