Kinderfreuden #29: Da hat sich doch wer ins Bild gemogelt!

„Löwe, Hase, Schwein – ein Tier passt nicht rein!“ – Nadine Jessler

Löwe, Hase und Schwein, was sollen diese drei Tiere schon gemeinsam haben? Einer tanzt hier gewaltig aus der Reihe! Der Löwe hat sicherlich nichts auf dem Bauernhof zu suchen, wo er doch zu den gefährlichen Tieren zählt und zwischen Elefant, Leopard und Nilpferd zu finden ist. Das merkt man ja schon an seinem Gebrüll. Wobei, so ein Hahn, eine Pute und ein Esel machen auch ganz schön viel Lärm!

In diesem Such-Wimmelbuch gibt es nicht nur jede Menge zu entdecken, sondern es gilt auch ebenjene Tiere zu finden, die sich auf die jeweilige Doppelseite geschummelt haben.

Eckdaten

Pappbilderbuch, ab 2 Jahren

16 Seiten
20 x 27 cm
ISBN: 978-3-7348-1573-7

Illustrationen: Nadine Jessler

Magellan Verlag

9 €

Sicher dir hier dein persönliches Exemplar…

Blickwinkel aus großen Augen

Das Riesen-Such-Wimmelbuch „Löwe, Hase, Schwein – ein Tier passt nicht rein!“ begleitet uns tatsächlich schon seit 15 Monaten. Der Zufall wollte es, dass es hier schon einzog, als Emma gerade mal drei Monate war. Eigentlich war es als Geschenk für den Neffen gedacht. Dass der das Buch schon längst hatte, war erstmal unglücklich, kam uns dann aber doch sehr gelegen. Denn so zog es direkt in Emmas Bücherregal ein und avancierte schnell zu ihrem Lieblingsbuch. Es zählt bis heute dazu!

Dass die Altersempfehlung oft nur zur groben Orientierung dient, haben wir für uns recht schnell festgestellt. Das riesige wimmelartige Suchbuch, das für Kinder ab zwei Jahren empfohlen wird, wurde von der Räubertochter nämlich bereits mit drei Monaten angenommen. Kein Witz! Die riesigen kartonierten Seiten sind sehr baby- und sabbertauglich (natürlich nur wenn man die Sabberfäden gleich wegwischt) und die großflächigen Bilder, die durchaus detailreich aber nicht überladen sind, eignen sich auch schon zum Betrachten für die ganz Kleinen. Natürlich ist der Einsatz eines Buches abhängig vom jeweiligen Kind. Ich kenne durchaus auch Kinder, die von den lebendigen und detailreichen Bildern dieses Buches ziemlich schnell überfordert gewesen wären. Nicht aber Emma. Und so betrachtete sie die großflächigen Seiten bereits, als sie selbständig auf dem Bauch liegen und ihren Kopf heben konnte. Heute ist sie 1,5 Jahre alt und zieht es immer noch am häufigsten aus dem Regal.

2019 vs. 2018

Es hat sich sogar als sehr geschickt herausgestellt, dass das Suchbuch uns schon so lange begleitet. Während es Emma anfangs zum Betrachten und Kennenlernen der Tierwelt verhalf, betrachtet sie es heute in Begleitung von Tiergeräuschen ganz alleine. Die Tiere sind ihr mittlerweile vertraut. Sie hat sie über die Zeit kennen und lieben gelernt. Emma brüllt mit Vorliebe wie der Löwe, imitiert die Katze und den Hund, lacht sich über die pupsenden Stinktiere kaputt und hat ihre ganz eigene Interpretation von Walgesang gefunden (der Sound ihres langgezogenen Namen kommt dem nämlich schon ganz nahe). Das Buch ist eine richtige Entdeckungsreise durch die Tierwelt. Jede Doppelseite hat eine thematische Klammer: Tiere auf dem Bauernhof, gestreifte, schnelle und wilde Tiere, Tiere mit lustigen Namen, Meerestiere und Waldbewohner. Doch schon der Titel deutet darauf hin, dass irgendetwas an der Sache faul ist. Denn was sollen Löwe, Hase und Schwein schon gemeinsam haben!? Und so springt durchaus auch mal ein Affe aus dem Stall des Bauern, gleitet ein Koala mit Taucherausrüstung in die Tiefen des Meeres und mischt sich ein Leopard unter die gestreifte Tierschar. Die Aufgabe jeder Doppelseite ist es, diese Tiere zu finden. Und dieser Herausforderung sind sicher erst Kinder ab ca. zwei Jahren gewachsen, weshalb die Altersempfehlung in diesem Fall durchaus gerechtfertigt ist (sollte man das Buch mit dem Grundgedanken eines Suchbuches kaufen).

Nadine Jesslers riesiges Such-Wimmelbuch ist einfach ganz wunderbar anzusehen. Die Illustrationen sind bunt und detailreich, die eindrücklichen Texte bleiben den großen Erzählern schnell im Kopf und die vielen kleinen Details, die man beim genaueren Betrachten entdeckt, sorgen oft für ein Schmunzeln. Das Suchbuch hat damit ganz großes Lieblingsbuch-Potential und sei all den Eltern ans Herz gelegt, die beim Vorlesen mindestens genauso viel Spaß haben wollen wie ihre Kinder!

Blickwinkel aus kleinen Augen

Emmas Urteil:

Gefällt dir das Buch?

Ja, sehr. Es ist mein Lieblingsbuch.

Wo steht das Buch bei dir?

Überall, es wechselt ständig den Platz

 

Lieblingsfiguren:

die Maus, die dem Löwen ein Stück Käse reicht

die pupsenden Stinktiere

der singende Wal

der Elefant

 

 

Bester Leseplatz:

mit 3 Monaten: liegend auf der Krabbeldecke bzw. dem Bett

mit 1,5 Jahren: bequem auf dem Sofa oder in meiner Kuschelecke, das Buch auf dem Schoß

 

 

Beste Lesezeit:

kurz vor dem Schlafengehen

tagsüber

Schlüpft in die Rolle von:

einer Entdeckerin

 

 

[Werbung: Dieses Buch wurde mir freundlicherweise vom Magellan Verlag als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt]

Kinderfreuden #6: Ein Mäuseheld

lesenslust über „Hermelin: Der Mäusedetektiv“ von Mini Grey

Hermelin

Beschreibung:

Hermelin ist eine ganz besonderer Detektiv. Er ist klitzeklein und kommt in jeden Winkel. Er ist in einer Käseschachtel aufgewacht und lebt seither auf dem Dachboden eines alten Hauses in der Sonnenstraße 33. Er ist pfiffig, kann Bücher lesen und auf der Schreibmaschine schreiben. Aber ganz besonders gut kann er Rätsel lösen. Daher ist Hermelin für die verstreuten Bewohner der Sonnenstraße unverzichtbar!

Rund um die Uhr ist er im Einsatz um verlegte Brillen, verschwundene Goldfische, Diamantarmbänder und Teddys. Er schreibt den Bewohnern Hinweiszettel und wenn es schnell gehen muss, schickt er ihnen ein auch mal ein Papierflugzeug mit einer Nachricht. Eigentlich lieben die Bewohner der Sonnenstraße ihren kleinen Helden. Doch als sie herausfinden, dass Hermelin eine Maus ist, ergreifen sie die ganz schnell die Flucht. Nur Emily nicht, denn Hermelin ist genau die Art Partnerdetektiv, die sie für ihre Ermittlungen braucht.

Eckdaten

Hardcover, ab 4 Jahren

32 Seiten
23,8 cm x 227,5 cm

ISBN 978-3-86873-746-2

Übersetzt von: Susanne Schmidt-Wussow

Knesebeck Verlag
12,95 €

Sicher dir hier dein persönliches Exemplar…

2015-23-6--22-19-31

Blickwinkel aus grossen Augen

In „Hermelin: der Mäusedetektiv“ lädt Mini Grey kleine und große Spürnasen auf Entdeckungsreise ein. Mit lebendigen Illustrationen unterschiedlicher Größe, die sich teilweise wie in einem Wimmelbuch präsentieren, zeichnet sie die Geschichte von Hermelin, dem Mäusedetektiv, der die verlorenen Dinge der Bewohner seiner Straße aufspürt. Die Geschichte ist voller Rätsel: Schnell war die Lupe ausgepackt und die Spur aufgenommen.

Während das Cover ein sehr liebevolles und stimmiges Bild abgibt, verlieren Greys Illustrationen im Buch allerdings etwas an Feinheit. Je größer die Illustrationen werden umso oberflächlicher werden sie. Da bin ich von Büchern wie Torben Kuhlmanns „Lindbergh“ vielleicht etwas verwöhnt. Zumal es unglücklich ist, wenn man Schädlinge wie Zecken, Kakerlaken und Motten vergrößert und mit schreckverzogener Miene in ein Kinderbuch platziert, weil man die Kinder damit unnötig in Panik versetzt.

Ähnlich wie in „Lindbergh“ oder Disneys „Ratatouille“ hat sich Grey für eine Maus als Protagonist entschieden, die recht schnell zum Sympathieträger der kleinen Leser wird. Auch wenn Mäuse als Schädlinge gelten, nehmen sie in Kinderbüchern eine charmante Rolle ein. Gegenüber Ratten scheinen Mäuse bei den Kindern gern gesehen. Das war auch bei Hermelin so.

Doch ich treffe auf kleine Ungereimtheiten, die ich nicht unerwähnt lassen kann: Stellenweise  hapert es an der Übersetzung und Logik. Während die im Fokus stehenden Briefe und Notizzettel auf deutsch sind, schleichen sich englische Bezeichnungen auf herumliegende Briefe, Bücher und Dosen, die sicherlich Kinder mit 4 Jahren nicht lesen können, wohl aber die Vorleser. Ein Goldfisch, der im Maul einer Katze hängt, blickt meines Erachtens nicht seiner Rettung sondern eher dem Tod ins Auge und dass ein Baby aus Versehen in den Mülleimer fallen kann, entzieht sich vollends meinem Verständnis.

Mini Greys Werk ist bis auf ein paar Ausnahmen wirklich schön anzusehen und die Geschichte ist spannend aufgebaut. Die erwähnten Ungereimtheiten hätte man meines Erachtens vermeiden können, indem man sich dem Werk vor der Veröffentlichung bis ins kleinste Detail annimmt.  Kinder erachten die kleinen Logiklücken des Buches sicherlich nicht als schlimm, aber meine Erfahrung flüstert mir, dass es gerade ihnen als erstes auffällt, wenn etwas nicht stimmt.

<3 <3 <3

Lupe Cover

Blickwinkel aus kleinen Augen

Joschuas Urteil:

Steckbrief Joschi Blog 2

Lieblingsfiguren der Geschichte: Hermelin

Anzahl der Blicke: zahlreich, am Liebsten mit Lupe

Bester Leseplatz: auf dem Sofa

Schlüpft in die Rolle von: Sherlock Junior

Joschi