Kinderfreuden #15: The lion insight

lesenslust über “Der Löwe in dir” von Rachel Bright & Jim Field

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 Beschreibung:

In der rauen Wildnis, inmitten einer Herde von großen Steppenbewohnern, kann man als Maus schon einmal untergehen. Davon kann die Maus, die so winzig klein ist, dass sie keiner bemerkt, ein Lied singen. Ständig wird sie übersehen, getreten und gequetscht. Was für ein unglaublich trauriges Mäuseleben sie doch hat.

Doch eines Tages hat die Maus es satt, übersehen zu werden. Sie will lernen, so laut und stark zu sein wie der Löwe, der stolz und erhaben auf seinem Fels thront. Voller Mut und Entschlossenheit begibt sie sich auf den Weg zum brüllenden Oberhaupt und macht schon bald eine interessante Entdeckung: wahre Größe kommt von innen.

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Eckdaten

Hardcover

Ab 3 Jahren

32 Seiten 245mm x 305mm

ISBN: 978-3-7348-2021-2

Magellan Verlag 13,95 €

Sicher dir hier dein persönliches Exemplar…

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Blickwinkel aus groSSen Augen

Seit der Magellan Verlag 2014 in See gestochen ist, sind die Kinderbuchregale meiner Patenkinder um zahlreiche Kinderbuchschätze gewachsen. Das „magellansche“ Verlagsteam, das im fränkischen Bamberg ansässig ist, beweist seit jeher eine besonders gelungene Zusammenstellung von Kinder- und Jugendbüchern. So auch beim Frühlingsprogramm diesen Jahres, in dem das gemeinsame Werk von Rachel Bright und Jim Field „Der Löwe in dir“ erschienen ist.

Jim Field, der schon zahlreiche Kinderbücher illustriert hat, bewies bereits in Werken wie „Cats Ahoy!“, „There’s a Lion in My Cornflakes“ oder „Oi Frog“ sein künstlerisches Geschick, weswegen es nicht verwundert, dass ihm auch die Illustrationen in „Der Löwe in dir“ (OT: The Lion Inside) bestens gelungen sind. Seine entzückenden Zeichnungen von Löwe, Maus und zahlreichen Steppenbewohnern präsentieren sich fantasievoller und lebendiger Natur. Durch die unterschiedlichsten Gelb- und Brauntöne offenbart sich den Kindern die sonst so driste Steppenlandschaft in all ihren Farben.

Rachel Bright begleitet die Geschichte mit ein paar wenigen Zeilen. Ihr Text schmiegt sich sehr harmonisch an Fields Illustrationen, die uns im Wechsel großformatig oder als kleine Ausschnitte begegnen. Durch groß abgedruckte Tierlaute macht sie Löwe und Maus lebendig. Hauptsächlich lebt die Geschichte aber von Fields  wunderbaren Illustrationen, die die Fantasie der Kinder schnell beflügelt.

picsart_06-17-03.32.28.jpgDie Moral der Geschichte liegt klar auf der Hand: weder Körpergröße noch Stimmpegel entscheiden über wahre Größe. Was im Leben zählt, sind vielmehr Persönlichkeit und Mut, sich neuen Herausforderungen zu stellen. Dank dieser Eigenschaften wächst die kleine Maus über sich hinaus. Ihre anfängliche Unsicherheit und Angst dem Löwen gegenüber weicht einem gesunden Selbstbewusstsein und einer Stärke, die sie trotz ihrer kleinen Größe dem Löwen auf Augenhöhe begegnen lässt.

Schon bald ist die Wüste nicht mehr vom schrecklichen Gebrüll des Löwen, sondern vielmehr vom gemeinsamen Gelächter der Beiden erfüllt. Denn auch Klein & Groß kann sich wunderbar ergänzen.

„So fanden sie Beiden schließlich heraus: Jeder von uns ist mal Löwe, mal Maus.“

Fields Illustrationen haben mich tatsächlich ein bisschen an die Tiere des Animationsfilmes „Madagaskar“ erinnert. Vielleicht hat sich Field vom Film inspirieren lassen, vielleicht auch nicht. Die Ähnlichkeit tut dem Kinderbuch allerdings keinen Abbruch. Durch die kreative Anordnung von Text und Bild, präsentiert sich das Werk wunderbar rund und melodisch. Sowohl das Brüllen des Löwen, als auch das Quieken der Maus hallen der Geschichte noch lange nach.

❤ ❤ ❤ ❤ ❤

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Blickwinkel aus kleinen Augen

Joschuas Urteil:

Steckbrief Joschi Blog 2

Gefällt dir das Buch? Ja

Was hat dir besonders gefallen? Der Löwe

Worum geht die Geschichte? Um eine mutige Maus

Wo steht das Buch im Regal?

Neben „Das Zebra, das zu schnell rannte“

Lesezeit: an sonnigen Tagen

Bester Leseplatz: im Grünen

Schlüpft in die Rolle von: einer Maus & einem Löwen

 

Somewhere in between

lesenslust über „Das Traumbuch“ von Nina George

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„Das hier ist die Realität. Kein Buch, kein Nerd-Wettbewerb. Das dort, das wummernde Monstrum, die Fragen von Dr. Saul, Henris Sauerstoffmaschine, die achtmal in der Minute Luft in ihn hineinstößt und wieder heraussaugt. Das ist die Wirklichkeit.“

Zitat, Seite 370

Ein Unfall verändert die Leben dreier Menschen: Edwinna, genannt Eddie, die Verlegerin für phantastische Literatur mit besonderem Gespür für das Wunderbare. Sam, der hochbegabte 13-jährige, der Klänge als Farben sieht und Menschen, Orte oder Stimmungen intensiver wahrnimmt als andere. Und Henri, Eddies einstiger Geliebter. Der ehemalige Kriegsreporter ist Sams Vater, der nach einem Unfall acht Minuten lang tot war und nun darum kämpft, aus dem Koma zu erwachen. Denn von dort, wo er beinah verlorengegangen ist, bringt er eine Botschaft für die, die er liebt. 

Kurzbeschreibung des Verlags

Es gibt Geschichten, die dich mit unverminderter Wucht ins Leben schmeißen. Dies hier ist so eine. Denn Nina Georges neuestes Werk ist schonungslos. Es ist schicksalsgetränkt, dramatisch und ergreifend schön zugleich. Eine Geschichte, wie sie das Leben schreibt.

Ich hatte geahnt, dass das scheinbar sorglose Cover nur wenig von dem Inhalt wiederspiegelt, der sich hinter dem Buchdeckel verbirgt. Doch auf das riesige Konstrukt, das dahinter zum Vorschein kam, war auch ich nicht vorbereitet. Georges Geschichte, auf die ich seit ihrem Erfolgsroman „Das Lavendelzimmer“ sehnsüchtig warte, ist auf einer völlig neuen Ebene angesiedelt. Einer hochemotionalen Ebene, mit der die Autorin über sich selbst hinausgewachsen ist. Denn George, die ihr vorangegangenes Buchprojekt abbricht, weil sie nicht in die Geschichte findet; beweist mit ihrem Traumbuch nicht nur Mut, sondern auch schonungslose Offenheit.

Die Geschichte, in der auch persönliche Erlebnisse der Autorin verwoben sind (u.a. der Verlust des Vaters) widmet sich ernsten Themen, über die sicherlich nicht jeder lesen möchte. George spricht das aus, worüber viele schweigen. Es sind Dinge wie ein künstliches Koma, Verlust und Tod. Auf der Suche nach dem Platz im Leben wandern wir auf einem schmalen Grat zwischen Leben und Tod, zwischen liebevoller Hingabe und zweifelnder Unsicherheit, zwischen Liebe und Pflichtgefühl. Wir wechseln zwischen den Welten. Geben uns Tagträumereien hin und blicken aus der Ferne in die Realität. Durchlaufen „Was wäre wenn? – Szenarien.

Nina George ist Synästhetikerin. Sie nimmt Zahlen und Klänge als Farben, und Menschen, Orte oder Stimmungen intensiver wahr als andere. Diese besondere Gabe hat auch der 13-jährige Sam, der neben Henri und Eddie zu den Hauptfiguren der Geschichte zählt. Seine Mitschüler bezeichnen ihn als vulgo Synnie-Idiot, selbst seine Mutter findet nur schwer Zugang zu dem hochbegabten Jungen, der schon als Säugling zu weinen begann, wenn ihn die negativen Gefühle eines Ortes wie aus dem Nichts überfielen.

„Ihre Stimme flutete mich, ein Klang wie ein Geruch, der Duft von Rosmarin im Regen, traurig, gedämpft. Ich spürte, wie lieb sie mich in diesem Augenblick hatte, ich merkte es daran, dass ich auf einmal atmen konnte, richtig atmen, wie auf dem höchsten Gipfel der Welt. Das nasse Knäuel, das sonst in meiner Brust ist, war fort.“

Zitat, Seite 21

Sam ist es auch, der täglich am Krankenhausbett von Henri sitzt und dem Erwachen seines nahezu unbekannten Vaters entgegenfiebert, als dieser nach einem Unfall und einem achtminütigen Tod ins künstliche Koma versetzt wird. Durch die Rettungsaktion eines kleinen Mädchens gerät Henri in die Zielgerade eines heranfahrenden Lkws und wird dadurch frontal erfasst. Das Schicksal nimmt seinen Lauf.

Auch Eddie findet sich in Henris Krankenhauszimmer wieder. Eigentlich hat die Verlegerin eines Phantastik-Verlages mit ihrem ehemaligen Geliebten längst abgeschlossen. Dem Mann, der ihr vor zwei Jahren das Herz brach, weil er ihre Gefühle nicht zu erwidern vermochte. Ihr Herz schlägt längst für einen anderen Mann. Warum sollte ausgerechnet sie über Leben und Tod entscheiden?

„Ich sitze auf dem Boden und lege mir den Mut auf wie Make-up. Ich trenne all meine miteinander ringenden, hadernden, sich gegenseitig im Weg stehenden Regungen säuberlich voneinander, bis nur noch die entscheidenden drei übrig bleiben. Ich konzentriere mich, um sie zu halten, und verbiete allen anderen Emotionen ihnen zu nahe zu kommen. (…) Ich atme ein und denke: Zärtlichkeit. Ich atme tiefer ein und beschwöre: Mut. Ich atme ein und erbitte: Lass mich wie Sam sein.“

Zitat, Seite 192

Als Eddie auf Sam trifft, ist es, als verpasse ihr das Leben eine schallende Ohrfeige. Denn Henri hat ihr nie von seinem Sohn erzählt, einem Kind, zu dem sie eine besondere Nähe entwickelt und das ihre verlorengeglaubten Gefühle zu Henri wieder zum Leben erweckt. Ihre Begegnung öffnet ihr die Augen, klart ihren Blick auf erschreckende Weise auf.

Henri, der Zeit seines Lebens als Kriegsreporter arbeitete, und sich vor dem Unfall auf dem Weg zu Sam befand, kämpft indes verzweifelt um seine Rückkehr ins Leben. In der Zwischenwelt begegnet er nicht nur engen Vertrauten, sondern auch einem Mädchen, das die Geschichte Aller primär beeinflussen wird.

„Es ist wie eine Wunde, die ich selbst bin, es ist wie das Lachen, das noch darauf wartet, gehört zu werden, es ist diese wilde Hoffnung auf ein Leben mit ihr, und eine entsetzliche Angst, es ohne sie aushalten zu müssen.“

Zitat, Seite 227 (Sams Zeilen)

George ist eine Gefühlsvirtuosin. Mit ihrem Traumbuch gewährt sie uns einen tiefen Einblick in die Seele der Menschen und beweist damit einmal mehr, dass die Gefühlswelt genau ihr Ding ist. Ihre Geschichte ist wie eine Fahrt mit einem turbulenten Gefühlskarussell, das während dem Lesen an Fahrt aufnimmt und unsere Gefühlsregungen wie Konfetti durch die Luft wirbelt. So finden nicht nur Tränen der Trauer, sondern auch der Freude ihren Weg über unsere Wangen.

Der Autorin gelingt damit ein weiteres Herzensbuch, das sicherlich nicht jeden, aber genau die richtigen Leser für sich gewinnen wird. Es ist poetisch, tiefgründig und unendlich berührend. Eine Geschichte, in der sie es uns überlässt, woran wir glauben, was Traum und was Realität ist, und wie sich die Geschichte entwickelt. Denn jede Geschichte beginnt erst mit seinen Lesern zu leben und entführt sie zu entlegensten Winkeln; selbst, wenn das Konstrukt das Gleiche ist.

„Das ist die Magie der Literatur. Wir lesen eine Geschichte, und danach ist etwas anders. Was, das wissen wir nicht, oder warum, durch welchen Satz, das wissen wir auch nicht. Und dennoch hat sich die Welt verwandelt und wird nie mehr dieselbe sein wie vorher. Manchmal merken wir es erst Jahre später, dass ein Buch der Riss in unsere Realität war, durch den wir, nichtsahnend, entkommen sind aus Kleinheit und Mutlosigkeit.“

Zitat, Seite 111

❤ ❤ ❤ ❤ ❤

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Kinderfreuden #11: Ein Freund, ein guter Freund

lesenslust über “Beste Freunde” von Benji Davies & Linda Sarah

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Beschreibung:

Ben und Eddy sind richtig dicke Freunde. Zusammen sind sie unschlagbar. Auf ihrem Hügel spielen sie verstecken, erobern von ihren Pappkartonschlössern aus die Welt als Piraten, Astronauten oder Ritter. Sie springen, fliegen und rennen um die Wette und können zusammen sogar mucksmäuschenstill sein. Sie sind ein Dream Team und verstehen sich selbst ohne Worte.

Doch eines Tages  taucht eine anderer Junge am Hügel auf. Sam hat die beiden beobachtet und möchte mit seinem Karton so gerne mitspielen. Eddy hat nichts dagegen. Doch als er mit Sam beginnt, Drachen zu jagen, wird Ben plötzlich ganz still. Er hat ein seltsames Gefühl im Bauch, möchte seinen besten Freund ungern teilen.

Ben ist traurig und schottet sich ab. Er zerreisst seinen Karton und kommt auch nicht mehr zum Hügel. Doch Eddy und Sam haben für Ben eine ganz besondere Überraschung vorbereitet.

Kann ihre Freundschaft einen Dritten im Bunde vertragen?

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Eckdaten

Hardcover, ab 4 Jahren

32 Seiten
284mm x 249mm
ISBN: 978-3-8489-0091-6

Linda Sarah, Benji Davies
Übersetzt von Johanna Hohnhold

Aladin Verlag
12,95 €

Sicher dir hier dein persönliches Exemplar…

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Blickwinkel aus grossen Augen

Schon mit seinem ersten Bilderbuch „Nick und der Wal“ wusste Illustrator Benji Davies zu begeistern. Während in seinem ersten Werk vor allem Elternliebe und Abschied im Fokus standen, setzt Davies in seinem zweiten Bilderbuch „Beste Freunde“ ganz auf Freundschaft. Ein Glücksgriff. Denn die Geschichte von Davies und Sarah geht mitten ins Herz.

Es sind nicht nur die liebevollen Illustrationen, die diese zauberhafte Freundschaftsgeschichte ausmachen, sondern auch die Liebe zum Detail, der Ideenreichtum und die Botschaft der Geschichte. Dank diesem harmonischen Zusammenspiel glänzt das Bilderbuch im Kinderbuchregal und bringt sowohl kleine als auch große Augen zum Leuchten.

Eddy und Ben sind beste Freunde. Ihre Freundschaft steht ganz klar im Fokus. Doch als der fremde Junge Sam dazustößt, gerät ihre Freundschaft ins Wanken. Ben ist es nicht gewöhnt, seinen besten Freund zu teilen. Er erträgt es nicht, dass Sam nun mitmischt und beginnt sich langsam aber sicher von den beiden abzukapseln. Er zerstört seinen Karton , ist wütend, dass er Eddy nicht mehr alleine hat.

Doch eine richtige Freundschaft kann allem Stand halten. Und so überraschen Eddy und Sam Ben mit einem unfassbarem Riesenmonsterkistending, einen XXL-Pappkarton mit Geheimfächern, den sie Herr Klettermaxe nennen. Ein Freundegefährt für Drei. Bei gemeinsamen Abenteuern mit Herr Klettermaxe bemerkt Ben, dass Sam gar nicht so übel ist. Er ist lustig, mutig und ganz nebenbei ein feiner Kerl. Plötzlich sieht Ben, dass man auch zu dritt richtig dick befreundet sein kann.

Die Botschaft des Buches ist klar. Es geht um Freundschaft und ums Teilen. Die Geschichte zeigt den Kleinen, dass man manchmal Mut für Neues haben muss und Veränderungen nicht immer schlecht sein müssen. Davis liebevolle Illustrationen spiegeln die gesamte Farbpalette des Regenbogens wieder und präsentieren sich je nach Wetterlage und Stimmung der Figuren. So betrachten wir einen lila-roten Himmel bei Sonnenuntergang, ein Wolkenbruch als sich Bens Stimmung verdüstert und einen leuchtenden Nachthimmel, als Ben bekümmert zuhause sitzt.

„Beste Freunde“ lebt von großflächigen Zeichnungen und bedient sich lediglich ein paar begleitenden Zeilen. Davies ist erneut ein bezauberndes Bilderbuch gelungen, dass sich im Kinderbuchregal harmonisch an seinen Nachbarn „Nick und der Wal“ schmiegt. Im Februar erscheint erneut ein Bilderbuch von Davies, das den Namen „Opas Insel“ tragen wird.

Blickwinkel aus kleinen Augen

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Joschuas Urteil:

Steckbrief Joschi Blog 2

Gefällt dir das Buch? Ja

Was hat dir besonders gefallen? die Bilder, Herr Klettermaxe

Worum geht die Geschichte? um Freundschaft

Wo steht das Buch im Regal? neben Nick und der Wal

Schlüpft in die Rolle von: einem dicken Freund

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Kinderfreuden #10: Drachenschnodder

lesenslust über „Drachenschnodder“ von Esther Miskotte

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Beschreibung:

Eines Tages hallt ein furchtbar lauter Knall durch den Wald und versetzt Kalle Kaninchen und Bär in Angst und Schrecken. Da Bär sich sicher ist, dass das laute Geräusch vom Hügel kam, machen sie sich auf den Weg dorthin, um herauszufinden, was dahinter steckt. Kalle ist der Mutigste und geht voraus, während die anderen Tiere ihm ängstlich folgen.

An der Spitze des Hügels empfängt sie ein giftgrüner Drache, der sie mit einem lauten Hatschiii! empfängt. Er musste aufgrund seiner Erkältung notlanden und nun notgedrungen bis zu seiner Genesung bleiben. Doch sein Drachenschnodder verwandelt den Wald der Tiere in einen nebliges und bakterienverseuchtes Dickicht, weswegen die Waldbewohner ihm vorerst nicht wohlgesonnen sind.

Kalle Kaninchen ist sich sicher, dass der kranke Drache Djordo Vitamine braucht, um gesund zu werden, und bringt ihm einen Korb voller Äpfel. Doch den Drachen interessieren die Äpfel nicht, ihm ist vielmehr nach Prinzessinen, Würstchen oder Steak. Doch die Tiere wollen ihren Wald zurück und versorgen den Drachen solange mit Obst und Gemüse, bis der Hunger über ihn siegt.

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Bilder aus dem Buch © Lingen Verlag

Eckdaten

Hardcover, ab 4 Jahren

32 Seiten
21,5 cm x29,5 cm
ISBN: 9783945136423
Esther Miskotte

Lingen Verlag
12,95 €

Sicher dir hier dein persönliches Exemplar…

Blickwinkel aus grossen Augen

Esther Miskotte ist mit „Drachenschnodder“ nicht nur ein lehrreiches sondern auch kreatives Kinderbuch gelungen. Mit liebevollen und farbenfrohen Zeichnungen vermittelt sie den Kleinen, was Mut und Größe ausmacht und was Hilfsbereitschaft alles bewirken kann. Mit dem ungewöhnlichen Titel „Drachenschnodder“ sorgt das Buch schon vor dem Aufschlagen für lächelnde Kindergesichter und sichert sich damit einen großen Wiedererkennungswert im Kinderbuchregal.

Miskottes Konzentration ruht auf zwei Leitfiguren, Kalle Kaninchen und Drache Djordo, die allein durch ihre Namensgebung aus der Geschichte hervorstechen. Während die restlichen Waldbewohner sich mit ihrer Tierart begnügen müssen, schenkt sie ihnen einen zusätzlichen Namen. Schnell wird klar, warum. Denn es ist Kalle Kaninchen, der trotz seiner Größe, am meisten Mut beweist und sich dem Drachen Djordo gegenüberstellt.

Dass Drachen keine Vegetarier sind und viel lieber Prinzessinen verspeisen, als alles andere, bemerken die Kinder schnell. Dennoch ist Miskottes Idee, den verschnupften Drachen mit Obst und Gemüse zu versorgen, gut durchdacht. Schließlich stecken jede Menge Vitamine und Mineralstoffe in den Lebensmitteln, die dem Drachen helfen werden, gesund zu werden. Damit verwebt Maskotte nicht nur die Aspekte einer gesunden Ernährung in ihr Kinderbuch, sondern macht den Kindern auch Lust auf gesundes Essen, das sie oftmals verschmähen. Aber wenn Drachen das essen, essen Kinder das schließlich auch.

Neben dem Ernährungsaspekt scheint die Botschaft der Geschichte aber vorallem der gute Umgang miteinander zu sein. Miskotte zeigt, was Zusammenhalt und Hilfsbereitschaft ausmacht. Es ist das Miteinander und nicht das Gegeneinander, das zählt. Mit dem Größenunterschied von Drache Djordo und Kalle Kaninchen, zeigt sie zudem, dass wahre Größe nicht von der Körpergröße, sondern vielmehr von der Persönlichkeit eines einzelnen ausgeht.

Das Kinderbuch ist dank seiner großflächigen und farbenfrohen Zeichnungen wunderschön anzusehen. Da die Geschichte vielmehr von den Bildern, als vom begleitenden Text lebt, eignet sie sich nicht nur zum Vorlesen, sondern kann von den Kleinen auch problemlos in Eigenregie entdeckt werden.

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Bild aus dem Buch © Lingen Verlag

Blickwinkel aus kleinen Augen

Joschuas Urteil:

Steckbrief Joschi Blog 2

Lieblingsfigur der Geschichte: Drache Djordo

Lieblingswort: Drachenschnodder

Bester Leseplatz: auf dem Sofa

Futtert dabei am liebsten: Äpfel

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