Kinderfreuden #47: Ein Brief ans Universum

„Lieber Besucher aus dem All“ – Sophie Blackall

„Liebes Wesen aus dem All, das hier musst du wissen, wenn du uns besuchen kommst.“

Eckdaten

Gebunden, ab 5  Jahren

80 Seiten
22,9 x 28,6 cm
ISBN: 978-3-314-10541-8

Text & Illustration: Sophie Blackall

NordSüd Verlag
18,00 € [D]

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Blickwinkel aus großen Augen

„Wir Menschen definieren uns über unseren Geburts- und Wohnort, darüber, was wir glauben, und über unsere Kleidung und Sprache. Eine „typische“ Person gibt es aber nicht. Wir sind alle unterschiedlich. Und doch gibt es etwas, was wir teilen – den Planeten, auf dem wir leben. Diese Welt mit ihren Bergspitzen im ewigen Eis, den sandigen Wüsten und grünen Steppen, sich windenden Flüssen und eisigen Seen, den glitzernden Meeren, pulsierenden Großstädten, belebten Städtchen und verschlafenen Dörfern. Diese Welt enthält all unser Essen und Wasser, unsere ganze Kunst und Musik, alle Bücher, jede noch so kleine Ameise, jeden Nieser und jedes Komma, jedes Atom von jedem Lebewesen und jedem unbelebten Ding.“

Sophie Blackall

Manche Bilderbücher schenkt man nicht nur seinen Kindern, sondern auch sich selbst. Denn das fantastische Abenteuer, das hinter dem Buchdeckel dieses Bilderbuchs auf uns wartet, konnte ich weder Emma noch mir selbst entgehen lassen. Und so hat sich das Buch im letzten Jahr als ideales Geburtstagsgeschenk für die Räubertochter entpuppt, selbst wenn sie noch gut zwei Jahre zur Altersempfehlung trennt. Denn dieses Bilderbuch ist eine wahre Perle. Es kommt so bunt und facettenreich daher wie unser Planet selbst und ist nicht nur ein unglaublich wertvoller Leitfaden für Kinder, sondern auch für Erwachsene.

„Lieber Besucher aus dem All“ ist ein Buch, mit dem man wachsen kann. Aus dem sich Kinder unterschiedlichen Alters das nehmen, was sie gerade brauchen. Das Eltern Brücken baut. Das wichtige Botschaften bereits mit seinen Bildern transportiert, ehe man sich überhaupt dem begleitenden Text annimmt. Das so allumfassend daherkommt wie ein Lexikon. Das unterschiedliche Sprachen spricht, verschiedene Hautfarben, Religionen und Gewänder trägt, das Größenunterschiede greifbar macht, das Gefühle erahnen, das Wetter erspüren und Vorlieben finden lässt. Das Klänge, Farben und Formen in sich trägt. Großes und Kleines. Sichtbares und Unsichtbares. Mensch und Tier. Das Anlass für Gespräche bietet und Dingen seine Aufmerksamkeit schenkt, die in Kinderbüchern oft außen vor gelassen werden. Körper, die nicht einem scheinbaren Ideal entsprechen; Augen, die nicht sehen, Münder, die nicht sprechen, Beine, die nicht laufen können und doch allesamt Menschen gehören, die einzigartig und besonders sind. Die wir als Teil des großen Ganzen sehen und denen wir mehr Respekt, Liebe und Toleranz schenken sollten. Denn wir alle sind ein Teil dieses wunderbaren Planeten.

Durch Sophie Blackalls Bilder bekommen Kinder eine Ahnung davon, wie bunt und lebendig unsere Erde ist. Sie reisen an der Seite von Quinn, einem sympathischen Jungen mit fransigem Pony, roter Mütze und geringelten Socken über unseren Planeten. Er ist es, der einen Brief an die Besucher aus dem All verfasst, sollten sie sich jemals auf den Weg zur Erde machen. Er nimmt die Leser*innen an die Hand, ist auf nahezu jeder Seite des Buchs anzutreffen und wird durch seine stetige Sichtbarkeit zu einem guten Freund und treuen Weggefährten .

Blackalls begleitender Text ist eingängig. Er kommt behutsam und kindgerecht daher, mitunter sogar poetisch. Er bettet sich harmonisch in die großflächigen Szenerien ein, wirkt nicht aufdringlich oder deplatziert, sondern lediglich ergänzend. Er erklärt vor allem älteren Kindern gewisse Themen und Problematiken. Geht auf körperliche Beeinträchtigungen, unterschiedliche Lebensumstände und Weltansichten ein. Auf Bakterien, Krankheiten und Krieg. Er hilft den Kindern neue Sichtweisen einzunehmen. Anderen Menschen offen und vorbehaltslos zu begegnen. Sich in sie hineinzuversetzen. Dinge zu hinterfragen, zu erlernen und zu verstehen.

Das Buch bedarf sicherlich erwachsener Lesebegleitung, aber wenn sich auch die großen Leser*innen auf das wunderbare Bilderbuchabenteuer von Sophie Blackall einlassen, werden sie merken, dass das Leben einem stetigen Wachstum unterliegt und man egal, wie alt und erfahren man ist, hier noch jede Menge für sich mitnehmen kann.

„Lieber Besucher aus dem All“ ist ein Herzensprojekt, das aus einer Idee entstanden ist, die Sophie Blackall während ihrer Arbeit für Save the Children im Himalaja hatte. Sie hat sich ein Buch gewünscht, das Menschen unterschiedlichster Herkunft einander näherbringen kann, das ihr eigenes Zuhause und das von all den Kindern zeigt, die ihr während ihrer Arbeit begegnet sind. Und so hat sie sich einfach selbst daran versucht und ein Buch für ALLE geschaffen. Einen wunderbaren Bilderbuchschatz, der in keinem Bücherregal fehlen sollte.

Das Bilderbuch ist noch bis noch bis zum 30. Januar 2021, 23:59 Uhr, als Giveaway im Rahmen meines 10. Bloggeburtstages zu ergattern. Die Chance auf diese Bilderbuchperle solltet ihr euch nicht entgehen lassen! Die Teilnahme ist mithilfe eines Kommentars im vorherigen Beitrag möglich. Viel Glück!

Blickwinkel aus kleinen Augen

Emmas Urteil:

Worum geht’s im Buch?

Um die Erde und alles, was auf ihr lebt

Wer schreibt den Brief an die Besucher aus dem All? Wer erzählt uns die Geschichte?

Das ist Quinn. Der Junge mit der roten Mütze, den ich fast auf jeder Seite entdeckt habe.

 

Lieblingsstelle im Buch:

Die Wetterseite, auf der es stürmt, schneit und regnet.

Was für ein Wetter magst du am Liebsten?

Wenn’s regnet, kann ich durch Pfützen springen und mit meinem Regenschirm spazieren gehen, genau wie Quinn – das mag ich!

 

Worauf freust du dich, wenn du die Bilder im Buch siehst?

Dass es draußen wieder so warm ist, dass wir auf einer Wiese sitzen und zusammen picknicken können

Wird zu:

einer kleinen Weltentdeckerin

 

[Werbung, da Verlinkung. Dieses Buch wurde mir vom NordSüd Verlag als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt.]