Kinderfreuden #20: Eine fliegende Maus

„Lindbergh – Torben Kuhlmann“

Die abenteuerliche Geschichte einer fliegenden Maus

Hamburg im Jahre 1912.

Hier lebt eine kleine neugierige Maus, die sich in die düsteren Bibliotheken der Menschen verkriecht, um deren Bücher zu lesen. Doch eines Tages stellt sie fest, dass es ganz still um sie herum geworden ist. Ihre Mäuse-Freunde scheinen verschwunden zu sein. Finstere Zeiten brechen an. Überall liegen umheimliche Apparaturen herum. Selbst im Hafen ist sie nicht mehr sicher. Denn an jeder Ecke lungern hungrige Katzen herum.

Doch wohin sind ihre Freunde geflüchtet? Haben sie es gar nach Amerika geschafft?

Auf der Flucht vor einer fauchenden Katze stößt sie in der Kanalisation auf einen Schwarm Fledermäuse, jenen flatterhaft geisterhaften Kreaturen der Nacht. Es sind ihre faszinierenden Flugkünste, die sie nicht nur vollends in ihren Bann ziehen, sondern auch einen tollkühnen Plan in ihrem Kopf formen: sie muss das Fliegen lernen!

Doch der Weg über den Atlantik ist lange. Wird es ihr gelingen, ein mäusetaugliches Fluggefährt zu entwickeln, das sie durch die Lüfte bis nach Amerika trägt?

Eckdaten

Hardcover, ab 5 Jahren

96 Seiten
221mm x 282mm
ISBN: 978-3-314-10210-3

Geschichte & Illustration: Torben Kuhlmann
Text in Zusammenarbeit mit Suzanne Levesque

NordSüd Verlag
18,00 €

Sicher dir hier dein persönliches Exemplar…

Blickwinkel aus großen Augen

Ja, ihr habt richtig gelesen. Es ist eine Maus, die über ihren kleinen Mäusetellerrand hinausblickt, um scheinbar Unmögliches zu schaffen. Die Fachbücher wälzt, den Plunder der Menschen sammelt und so lange tüftelt & werkelt, bis sie ihrem Traum vom Fliegen und ihren Mäuse-Freunden in den USA ein Stückchen näher kommt.

Torben Kuhlmann entscheidet sich in seinem Kinderbuch „Lindbergh“ für eine schlichte und nahezu unscheinbare Hauptfigur: eine Maus. Doch genau sie ist es, die für den großen Wow-Effekt dieser Geschichte sorgt. Denn manchmal sind es die Kleinsten, die die vermeintlich größten Abenteuer erleben. Und so gelingt es Kuhlmann mit seinem atemberaubenden Abenteuer nicht nur kleine, sondern auch große Leser ins Staunen zu versetzen. Er verbindet dabei das Genre Kinder- und Sachbuch auf kreativste Weise.

Was Kuhlmann mit wenigen Pinselstrichen aufs Papier zaubert, sind kleine Meisterwerke. Ob Bleistiftskizze oder großformatig bunte Illustration, jedes Bild ist ein Hingucker für sich. Und so führt er uns mithilfe seiner Illustrationen und begleitendem Text durch ein magische Entdeckungsreise rund um die Luftfahrt, die uns vom Boden hoch in die Lüfte schickt und uns den Himmel erobern lässt.

Auch der Schauplatz der Geschichte hat Kuhlmann perfekt gewählt. Denn Hamburg ist prädestiniert für dieses Abenteuer. Jedes Detail scheint zu stimmen: die dampfenden Züge am Hauptbahnhof, der Kirchturm des Michels als Flugschanze, der schweifende Blick über die Landungsbrücken oder die entfernte Silhouette des Hamburger Hafens. Es wirkt fast so, als verhelfe die facettenreiche Szenerie der Weltstadt der Geschichte zu einer zusätzlichen Dimension. Die Maus ganz klein, die Stadt so groß.

Es ist kaum zu glauben, dass diese Geschichte Kuhlmanns Abschlussarbeit während seines Studiums zur Buchillustration war. Hier findet man auch die Parallele zwischen dem Schauplatz und des in Hamburg gelernten Illustrators. Ob er bei seinem Studium in Hamburg von der entzückenden Szenerie der Hansestadt inspiriert wurde?

Während meine Neffe und ich mit der zweiten Mäusegeschichte „Armstrong – Die abenteuerliche Reise einer Maus zum Mond“ gestartet und es bereits auf den Mond geschafft haben, schien es mir fast so, als hätten wir schon alles gesehen. Doch weitgefehlt! Es ist absolut verständlich, dass Kuhlmanns erstes Werk zu einem der schönsten deutschen Bücher des Jahres 2014 ausgezeichnet wurde und es zahlreiche anderen Preise eingeheimst hat.

Torben Kuhlmanns „Lindbergh“ ist ein wahres Kinderbuchjuwel, an dessen wunderschönen Bildern man sich niemals sattsieht. Es weckt gleichwohl den Pioniergeist in Kindern und Erwachsenen und zeigt, dass nichts unmöglich ist, wenn man nur genug an sich selbst glaubt und seine Ziele konsequent verfolgt!

❤ ❤ ❤ ❤ ❤

Blickwinkel aus kleinen Augen

Joschuas Urteil:

Steckbrief Joschi Blog 2Gefällt dir das Buch? Ja

Was hat dir besonders gefallen? die Maus

Was hat dir gar nicht gefallen? die Eulen

Worum geht die Geschichte? ums Fliegen

Wo steht das Buch im Regal? neben „Armstrong“

Lesezeit: jederzeit

Bester Leseplatz: im kuscheligen Bett

Schlüpft in die Rolle von: einem Abenteurer, einem Piloten

Kinderfreuden #15: The lion insight

lesenslust über “Der Löwe in dir” von Rachel Bright & Jim Field

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 Beschreibung:

In der rauen Wildnis, inmitten einer Herde von großen Steppenbewohnern, kann man als Maus schon einmal untergehen. Davon kann die Maus, die so winzig klein ist, dass sie keiner bemerkt, ein Lied singen. Ständig wird sie übersehen, getreten und gequetscht. Was für ein unglaublich trauriges Mäuseleben sie doch hat.

Doch eines Tages hat die Maus es satt, übersehen zu werden. Sie will lernen, so laut und stark zu sein wie der Löwe, der stolz und erhaben auf seinem Fels thront. Voller Mut und Entschlossenheit begibt sie sich auf den Weg zum brüllenden Oberhaupt und macht schon bald eine interessante Entdeckung: wahre Größe kommt von innen.

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Eckdaten

Hardcover

Ab 3 Jahren

32 Seiten 245mm x 305mm

ISBN: 978-3-7348-2021-2

Magellan Verlag 13,95 €

Sicher dir hier dein persönliches Exemplar…

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Blickwinkel aus groSSen Augen

Seit der Magellan Verlag 2014 in See gestochen ist, sind die Kinderbuchregale meiner Patenkinder um zahlreiche Kinderbuchschätze gewachsen. Das „magellansche“ Verlagsteam, das im fränkischen Bamberg ansässig ist, beweist seit jeher eine besonders gelungene Zusammenstellung von Kinder- und Jugendbüchern. So auch beim Frühlingsprogramm diesen Jahres, in dem das gemeinsame Werk von Rachel Bright und Jim Field „Der Löwe in dir“ erschienen ist.

Jim Field, der schon zahlreiche Kinderbücher illustriert hat, bewies bereits in Werken wie „Cats Ahoy!“, „There’s a Lion in My Cornflakes“ oder „Oi Frog“ sein künstlerisches Geschick, weswegen es nicht verwundert, dass ihm auch die Illustrationen in „Der Löwe in dir“ (OT: The Lion Inside) bestens gelungen sind. Seine entzückenden Zeichnungen von Löwe, Maus und zahlreichen Steppenbewohnern präsentieren sich fantasievoller und lebendiger Natur. Durch die unterschiedlichsten Gelb- und Brauntöne offenbart sich den Kindern die sonst so driste Steppenlandschaft in all ihren Farben.

Rachel Bright begleitet die Geschichte mit ein paar wenigen Zeilen. Ihr Text schmiegt sich sehr harmonisch an Fields Illustrationen, die uns im Wechsel großformatig oder als kleine Ausschnitte begegnen. Durch groß abgedruckte Tierlaute macht sie Löwe und Maus lebendig. Hauptsächlich lebt die Geschichte aber von Fields  wunderbaren Illustrationen, die die Fantasie der Kinder schnell beflügelt.

picsart_06-17-03.32.28.jpgDie Moral der Geschichte liegt klar auf der Hand: weder Körpergröße noch Stimmpegel entscheiden über wahre Größe. Was im Leben zählt, sind vielmehr Persönlichkeit und Mut, sich neuen Herausforderungen zu stellen. Dank dieser Eigenschaften wächst die kleine Maus über sich hinaus. Ihre anfängliche Unsicherheit und Angst dem Löwen gegenüber weicht einem gesunden Selbstbewusstsein und einer Stärke, die sie trotz ihrer kleinen Größe dem Löwen auf Augenhöhe begegnen lässt.

Schon bald ist die Wüste nicht mehr vom schrecklichen Gebrüll des Löwen, sondern vielmehr vom gemeinsamen Gelächter der Beiden erfüllt. Denn auch Klein & Groß kann sich wunderbar ergänzen.

„So fanden sie Beiden schließlich heraus: Jeder von uns ist mal Löwe, mal Maus.“

Fields Illustrationen haben mich tatsächlich ein bisschen an die Tiere des Animationsfilmes „Madagaskar“ erinnert. Vielleicht hat sich Field vom Film inspirieren lassen, vielleicht auch nicht. Die Ähnlichkeit tut dem Kinderbuch allerdings keinen Abbruch. Durch die kreative Anordnung von Text und Bild, präsentiert sich das Werk wunderbar rund und melodisch. Sowohl das Brüllen des Löwen, als auch das Quieken der Maus hallen der Geschichte noch lange nach.

❤ ❤ ❤ ❤ ❤

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Blickwinkel aus kleinen Augen

Joschuas Urteil:

Steckbrief Joschi Blog 2

Gefällt dir das Buch? Ja

Was hat dir besonders gefallen? Der Löwe

Worum geht die Geschichte? Um eine mutige Maus

Wo steht das Buch im Regal?

Neben „Das Zebra, das zu schnell rannte“

Lesezeit: an sonnigen Tagen

Bester Leseplatz: im Grünen

Schlüpft in die Rolle von: einer Maus & einem Löwen

 

Kinderfreuden #6: Ein Mäuseheld

lesenslust über „Hermelin: Der Mäusedetektiv“ von Mini Grey

Hermelin

Beschreibung:

Hermelin ist eine ganz besonderer Detektiv. Er ist klitzeklein und kommt in jeden Winkel. Er ist in einer Käseschachtel aufgewacht und lebt seither auf dem Dachboden eines alten Hauses in der Sonnenstraße 33. Er ist pfiffig, kann Bücher lesen und auf der Schreibmaschine schreiben. Aber ganz besonders gut kann er Rätsel lösen. Daher ist Hermelin für die verstreuten Bewohner der Sonnenstraße unverzichtbar!

Rund um die Uhr ist er im Einsatz um verlegte Brillen, verschwundene Goldfische, Diamantarmbänder und Teddys. Er schreibt den Bewohnern Hinweiszettel und wenn es schnell gehen muss, schickt er ihnen ein auch mal ein Papierflugzeug mit einer Nachricht. Eigentlich lieben die Bewohner der Sonnenstraße ihren kleinen Helden. Doch als sie herausfinden, dass Hermelin eine Maus ist, ergreifen sie die ganz schnell die Flucht. Nur Emily nicht, denn Hermelin ist genau die Art Partnerdetektiv, die sie für ihre Ermittlungen braucht.

Eckdaten

Hardcover, ab 4 Jahren

32 Seiten
23,8 cm x 227,5 cm

ISBN 978-3-86873-746-2

Übersetzt von: Susanne Schmidt-Wussow

Knesebeck Verlag
12,95 €

Sicher dir hier dein persönliches Exemplar…

2015-23-6--22-19-31

Blickwinkel aus grossen Augen

In „Hermelin: der Mäusedetektiv“ lädt Mini Grey kleine und große Spürnasen auf Entdeckungsreise ein. Mit lebendigen Illustrationen unterschiedlicher Größe, die sich teilweise wie in einem Wimmelbuch präsentieren, zeichnet sie die Geschichte von Hermelin, dem Mäusedetektiv, der die verlorenen Dinge der Bewohner seiner Straße aufspürt. Die Geschichte ist voller Rätsel: Schnell war die Lupe ausgepackt und die Spur aufgenommen.

Während das Cover ein sehr liebevolles und stimmiges Bild abgibt, verlieren Greys Illustrationen im Buch allerdings etwas an Feinheit. Je größer die Illustrationen werden umso oberflächlicher werden sie. Da bin ich von Büchern wie Torben Kuhlmanns „Lindbergh“ vielleicht etwas verwöhnt. Zumal es unglücklich ist, wenn man Schädlinge wie Zecken, Kakerlaken und Motten vergrößert und mit schreckverzogener Miene in ein Kinderbuch platziert, weil man die Kinder damit unnötig in Panik versetzt.

Ähnlich wie in „Lindbergh“ oder Disneys „Ratatouille“ hat sich Grey für eine Maus als Protagonist entschieden, die recht schnell zum Sympathieträger der kleinen Leser wird. Auch wenn Mäuse als Schädlinge gelten, nehmen sie in Kinderbüchern eine charmante Rolle ein. Gegenüber Ratten scheinen Mäuse bei den Kindern gern gesehen. Das war auch bei Hermelin so.

Doch ich treffe auf kleine Ungereimtheiten, die ich nicht unerwähnt lassen kann: Stellenweise  hapert es an der Übersetzung und Logik. Während die im Fokus stehenden Briefe und Notizzettel auf deutsch sind, schleichen sich englische Bezeichnungen auf herumliegende Briefe, Bücher und Dosen, die sicherlich Kinder mit 4 Jahren nicht lesen können, wohl aber die Vorleser. Ein Goldfisch, der im Maul einer Katze hängt, blickt meines Erachtens nicht seiner Rettung sondern eher dem Tod ins Auge und dass ein Baby aus Versehen in den Mülleimer fallen kann, entzieht sich vollends meinem Verständnis.

Mini Greys Werk ist bis auf ein paar Ausnahmen wirklich schön anzusehen und die Geschichte ist spannend aufgebaut. Die erwähnten Ungereimtheiten hätte man meines Erachtens vermeiden können, indem man sich dem Werk vor der Veröffentlichung bis ins kleinste Detail annimmt.  Kinder erachten die kleinen Logiklücken des Buches sicherlich nicht als schlimm, aber meine Erfahrung flüstert mir, dass es gerade ihnen als erstes auffällt, wenn etwas nicht stimmt.

Lupe Cover

Blickwinkel aus kleinen Augen

Joschuas Urteil:

Steckbrief Joschi Blog 2

Lieblingsfiguren der Geschichte: Hermelin

Anzahl der Blicke: zahlreich, am Liebsten mit Lupe

Bester Leseplatz: auf dem Sofa

Schlüpft in die Rolle von: Sherlock Junior

Joschi