Kinderfreuden #10: Drachenschnodder

lesenslust über „Drachenschnodder“ von Esther Miskotte

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Beschreibung:

Eines Tages hallt ein furchtbar lauter Knall durch den Wald und versetzt Kalle Kaninchen und Bär in Angst und Schrecken. Da Bär sich sicher ist, dass das laute Geräusch vom Hügel kam, machen sie sich auf den Weg dorthin, um herauszufinden, was dahinter steckt. Kalle ist der Mutigste und geht voraus, während die anderen Tiere ihm ängstlich folgen.

An der Spitze des Hügels empfängt sie ein giftgrüner Drache, der sie mit einem lauten Hatschiii! empfängt. Er musste aufgrund seiner Erkältung notlanden und nun notgedrungen bis zu seiner Genesung bleiben. Doch sein Drachenschnodder verwandelt den Wald der Tiere in einen nebliges und bakterienverseuchtes Dickicht, weswegen die Waldbewohner ihm vorerst nicht wohlgesonnen sind.

Kalle Kaninchen ist sich sicher, dass der kranke Drache Djordo Vitamine braucht, um gesund zu werden, und bringt ihm einen Korb voller Äpfel. Doch den Drachen interessieren die Äpfel nicht, ihm ist vielmehr nach Prinzessinen, Würstchen oder Steak. Doch die Tiere wollen ihren Wald zurück und versorgen den Drachen solange mit Obst und Gemüse, bis der Hunger über ihn siegt.

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Bilder aus dem Buch © Lingen Verlag

Eckdaten

Hardcover, ab 4 Jahren

32 Seiten
21,5 cm x29,5 cm
ISBN: 9783945136423
Esther Miskotte

Lingen Verlag
12,95 €

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Blickwinkel aus grossen Augen

Esther Miskotte ist mit „Drachenschnodder“ nicht nur ein lehrreiches sondern auch kreatives Kinderbuch gelungen. Mit liebevollen und farbenfrohen Zeichnungen vermittelt sie den Kleinen, was Mut und Größe ausmacht und was Hilfsbereitschaft alles bewirken kann. Mit dem ungewöhnlichen Titel „Drachenschnodder“ sorgt das Buch schon vor dem Aufschlagen für lächelnde Kindergesichter und sichert sich damit einen großen Wiedererkennungswert im Kinderbuchregal.

Miskottes Konzentration ruht auf zwei Leitfiguren, Kalle Kaninchen und Drache Djordo, die allein durch ihre Namensgebung aus der Geschichte hervorstechen. Während die restlichen Waldbewohner sich mit ihrer Tierart begnügen müssen, schenkt sie ihnen einen zusätzlichen Namen. Schnell wird klar, warum. Denn es ist Kalle Kaninchen, der trotz seiner Größe, am meisten Mut beweist und sich dem Drachen Djordo gegenüberstellt.

Dass Drachen keine Vegetarier sind und viel lieber Prinzessinen verspeisen, als alles andere, bemerken die Kinder schnell. Dennoch ist Miskottes Idee, den verschnupften Drachen mit Obst und Gemüse zu versorgen, gut durchdacht. Schließlich stecken jede Menge Vitamine und Mineralstoffe in den Lebensmitteln, die dem Drachen helfen werden, gesund zu werden. Damit verwebt Maskotte nicht nur die Aspekte einer gesunden Ernährung in ihr Kinderbuch, sondern macht den Kindern auch Lust auf gesundes Essen, das sie oftmals verschmähen. Aber wenn Drachen das essen, essen Kinder das schließlich auch.

Neben dem Ernährungsaspekt scheint die Botschaft der Geschichte aber vorallem der gute Umgang miteinander zu sein. Miskotte zeigt, was Zusammenhalt und Hilfsbereitschaft ausmacht. Es ist das Miteinander und nicht das Gegeneinander, das zählt. Mit dem Größenunterschied von Drache Djordo und Kalle Kaninchen, zeigt sie zudem, dass wahre Größe nicht von der Körpergröße, sondern vielmehr von der Persönlichkeit eines einzelnen ausgeht.

Das Kinderbuch ist dank seiner großflächigen und farbenfrohen Zeichnungen wunderschön anzusehen. Da die Geschichte vielmehr von den Bildern, als vom begleitenden Text lebt, eignet sie sich nicht nur zum Vorlesen, sondern kann von den Kleinen auch problemlos in Eigenregie entdeckt werden.

<3 <3 <3 <3 <3

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Bild aus dem Buch © Lingen Verlag

Blickwinkel aus kleinen Augen

Joschuas Urteil:

Steckbrief Joschi Blog 2

Lieblingsfigur der Geschichte: Drache Djordo

Lieblingswort: Drachenschnodder

Bester Leseplatz: auf dem Sofa

Futtert dabei am liebsten: Äpfel

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Lebt es noch oder isst du es schon?

lesenslust über „Anständig essen“ von Karen Duve

~*°..Die Thematik..°*~

Karen Duve will es wissen! Was ist dran an den ganzen Ernährungsmythen der heutigen Zeit? Was verbirgt sich hinter Bio und sind die überteuerten Preise der angeblich so gesunden Lebensmittel gerechtfertigt? Ist es moralisch vertretbar, Tiere und Pflanzen zu essen? Wer hat eigentlich entschieden, dass sie zu unseren Gunsten getötet werden dürfen? Tut es einer Pflanze weh, wenn wir sie ihrer Früchte berauben? Wie fühlen sich Hühner, die ausschließlich zum Eierlegen gehalten werden; wie Kühe, die niemals den Stall verlassen und ausschließlich Milch produzieren sollen, die doch eigentlich für ihre Kälber ist? Wie weit können wir gehen und vor allem, wie weit wollen wir gehen?

Fragen über Fragen. Karen Duve entscheidet sich deshalb für jeweils zwei Monate zu einer biologisch-organischen, vegetarischen, veganen und frutarischen Ernährungsweise.

Auf ihrem Weg durch den Ernährungsdschungel stößt sie auf sehr interessante als auch erschreckende Ergebnisse, die sie ihre Einstellung zum Thema Essen von Grund auf verändern lässt.

~*°..Mein Fazit..°*~

Das Cover von Anständig essen war mir bereits seit geraumer Zeit bekannt. Die Tatsache, dass es sich um ein Sachbuch handelt, schreckte mich jedoch lange davon ab, es auch zu lesen. Nun habe ich es doch gewagt und wurde glücklicherweise nicht enttäuscht. Der Inhalt las sich unerwartet flüssig und leicht. Karen Duve gelang eine sehr lebendige und unterhaltsame Schilderung ihrer Erlebnisse.

Mit dem Ziel, ein Buch zum Thema Anständige Ernährung zu schreiben, ließ sie sich für jeweils zwei Monate auf eine biologisch-organische, vegetarische, vegane und sogar frutarische Ernährung ein.
Neben der teils drastischen Ernährungsumstellung recherchierte sie intensiv in Fachbüchern, befragte Experten und fühlte den vermeindlichen Vor- und Nachteilen kritisch auf den Zahn. Bei ihren Recherchen stieß sie u.a. auf sehr erschreckende Fakten von gängigen Tierhaltungsmethoden, besser bekannt als Massentierhaltung. Die gleichgültige Haltung der meisten Menschen in unserer Gesellschaft zum Thema Tierquälerei schockierte sie so massiv, dass ihr klar wurde, bis hierhin und nicht weiter. Auch eine Konfrontation mit ihrer bis dato eigenen ignoranten Haltung blieb nicht aus.

Die Tatsache, dass Karen Duve so ganz und gar kein Gesundheitsapostel ist, macht das Buch und das ganze Projekt sehr autentisch. Bis vor ihrem Projekt verdrückte sie mit Vorliebe Fertig-Grillhähnchen und künstlich zubereiteten Curry-Ketchup aus der Tube. Schokolade wanderte genauso unüberlegt in ihrem Einkaufswagen wie Gummibärchen. Und überhaupt, Bio-Lebensmittel und Eier aus Freilandhaltung, wen interessiert das denn überhaupt? Die Hauptsache ist, es schmeckt!! Oder nicht?

„Bio-Orangen“, das klang wie eine Sonderform, eine aufbereitete Spezialnahrung für hysterische Umweltaktivisten. Ich wollte aber einfach bloß Orangen kaufen.“

Zitat, Seite 22/23

Duve gelang mit Anständig essen ein Sachbuch der besonderen Art. Durch amüsante Anekdoten lockerte sie das Thema an vielen Stellen gekonnt auf und machte es mir daher nicht besonders schwer, ihren Erlebnissen vergnügt zu lauschen. Ab und an ging mir ihre Tierliebe jedoch eine Spur zu weit. Ihr sehr fokussierter Blick auf das Thema Massentierhaltung und vor allem auf die Hühner hat mich manchmal, zugegeben, etwas genervt.

„Ich hoffe, du wirst jetzt nicht so ein anstrengender Hippie, der nur noch Bäume umarmen will“ (..) „Aber sicher doch“, sage ich. „Die wollen alle mal umarmt werden – Menschen, Maultiere, Bäume … Grillen. Und einer muss die armen Koniferen und Essigbäume ja schließlich trösten, wenn du aus meinem Garten eine Besserungsanstalt für Pflanzen machst.“

Zitat, Seite 328

Die Zeilen verflogen dennoch im Nu und mein Horizont erweiterte sich ganz unbemerkt um sämtliche wichtige Fakten. Die Lektüre stimmt mich in vielerlei Hinsicht nachdenklich. Trotz allem denke ich, werde ich auch in Zukunft nicht auf Fleisch und von Tieren erwirtschafteten Produkte verzichten wollen. Ein kritischerer und erlesenerer Blick auf Nahrungsmittel hat das Buch sicherlich zur Folge. Aus diesem Buch ergattert Anständig essen 4 von 5 frischgelegten Eiern. Die Frage ist, essen oder nicht essen?