14 Ways of Happiness: Eine Reise um die Welt + Giveaway

Das Glück wohnt überall: Eine inspirierende Reise um die Welt – Katharina Teimer & Inka Vigh

Was ist Glück?

Willst du immer weiter schweifen? Sieh, das Gute liegt so nah. Lerne nur das Glück ergreifen. Denn das Glück ist immer da.

Aus Goethes „Erinnerung“

Die Menschheit strebt nach Glück. Immerzu. Überall. Was den Meisten bei der Suche nach ihr jedoch verborgen bleibt, ist, das es oft bereits vor den Füßen liegt. Denn das Glück liegt nicht immer in der Ferne und im Großen, sondern oftmals in ganz kleinen Dingen verborgen: in Momenten, Gesten und Gefühlen. Fast unscheinbar. Und dennoch so allgegenwärtig.

Da wir Menschen so verschieden und unser Blick auf die Welt so unterschiedlich ist, kann es sich uns in zahlreichen Facetten offenbaren. Jeder nimmt Glücksmomente auf seine eigene Weise wahr. Das ist zum einen von unserer Persönlichkeit, zum anderen aber auch von den verschiedenen Kulturen unserer Landes und ihren Gepflogenheiten abhängig.

Katharina Teimer und Inka Vigh haben es sich in diesem zauberhaft illustrierten Buch zur Aufgabe gemacht, die unterschiedlichsten Arten von Glück einzufangen. Sie nehmen uns dabei nicht nur auf eine inspirierende Entdeckungsreise durch unterschiedliche Länder und die Kontinente der Erde mit, sondern konfrontieren uns auch mit der Skurrilität mancher Bräuche und Rituale.

14 Ways of Happiness: Eine Entdeckungsreise um die Welt

Auf meiner Reise durch „Das Glück wohnt überall“ passiere ich 14 unterschiedliche Länder und Kontinente. Was bei den abergläubischen Russen beginnt; die bereits in einer leeren Flasche Unglück sehen, wenn sie auf dem Tisch und nicht auf dem Boden steht; endet bei den Amerikanern, die allein ihren amerikanischen Traum bereits als Glücksmodell schlechthin sehen.

Man mag kaum glauben, wie viele unterschiedliche Auffassungen von Glück es gibt. Während Trends wie Feng Shui (China), Hygge (Dänemark) oder der Buddhismus (Indien/Tibet) längst zu uns herübergeschwappt sind, waren mir weder getrocknete Lama-Embryonen und Ziegenhörner (Lateinamerika), die fünf Finger der Fatima (Algerien) oder Shúffukaka (Island) ein Begriff.

Der deutsche Glücksatlas

Selbst über die Auffassung der Deutschen im Hinblick auf das Glück lerne ich jede Menge und habe bereits vermutet, dass Deutschland unter uns Deutschen (schon allein aufgrund der Entwicklungen im Zweiten Weltkrieg) nicht sehr gut abschneidet. Dennoch sehen drei Viertel der Deutschen ihr Heimatland als weltoffenes und tolerantes Land an.

Dass meine Heimat Franken im Ranking des Glücksatlas 2016 so gut abschneidet, erfüllt mich mit Stolz. Das muss an unseren guten Tropfen in Form von Wein und Bier liegen, dass wir so glückstrunken sind!

Die grüne Insel: Irland sorgt für Glücksgefühle

„Es gibt dieses Irland: wer aber hinfährt und es nicht findet, hat keine Ersatzansprüche an den Autor.“

Aus Heinrich Bölls „Irisches Tagebuch“

Auch in Irland mache ich während meiner Entdeckungsreise durch das Buch Halt und muss unwillkürlich an meine Irland-Reise aus dem letzten Jahr denken. Es war einzigartig: ein Streifzug durch satte Landschaften von berauschendem Grün, durch von Musik und Heiterkeit erfüllte Pubs und entspannte Unterhaltungen mit den Landesbewohnern (natürlich nebst einem Pint Guinness).

Während mein Freund und ich erst spät begriffen, dass „Howareyours“ (von „How are yours doing“) keine Frage, sondern vielmehr ein lokaler und umgangssprachlich genuschelter Gruß unter den Iren ist, hatten wir die Insel, die gefühlt jeden Tag von allen vier Jahreszeiten heimgesucht wird, bereits ins Herz geschlossen. Trotz aller Naturgewalten!

Es war beeindruckend mitanzusehen, dass kein peitschender Regen, kein tosender Wind und kein graues Wölkchen die Laune der Iren verdüstern konnte. Denn wer sich bereits durch so arme Zeiten gekämpft hat wie die Iren, die bis Mitte der 50er Jahre zu den ärmsten Bewohnern Westeuropas zählten, weiß das Glück einfach zu schätzen. Deshalb ist es auch ratsam, dort eine Einladung zu einer Tasse Tee niemals auszuschlagen. Es sei denn man möchte es sich mit den gutmütigen Inselbewohnern verscherzen.

„Gleicht der kontinentale Tee einem vergilbten Postscheckbrief, so gleicht er auf diesen Inseln westlich von Ostende den dunklen Tönen auf russischen Ikonen, durch die es golden durchschimmert, bevor die Milch ihm eine Farbe ähnlich der Hautfarbe eines überfütterten Säuglings verleiht; auf dem Kontinent serviert man den Tee dünn, aber aus kostbarem Porzellan, hier gießt man aus ramponierten Blechkannen gleichgültig ein Engelsgetränk zu des Fremden Labsal, und spotbillig dazu, in dicke Steinguttassen.“

Aus Heinrich Bölls „Irisches Tagebuch“

Es ist der irische Leipreachán, ein kleiner Kobold mit roten Haaren und grünem Hut, der in Irland neben der Harfe und dem Kleeblatt als Nationalsymbol und Zeichen des Glücks zählt. Er begegnet uns an jeder Ecke, weist uns durch den Ring of Kerry und zu dem von Nebel verhangenen Ladies‘ View im Killarney Nationalpark.

Nur einmal ist er unauffindbar. Denn als wir den Berg Luggala im Wicklow Mountain Nationalpark in der Nähe von Lough Dan besteigen und einen sehr waghalsigen und inoffiziellen Abstieg durch meterhohes Gestrüpp bestreiten müssen, um die Nacht nicht im Freien zu verbringen, ist von dem kleinen Naturgeist nichts zu sehen. Ich hätte ihm zu gerne einen Gefallen getan, damit er uns für unser abenteuerliches Unterfangen besonderes Glück mit auf den Weg gibt. Er gilt wohl nicht ohne Grund als launischer Zeitgenosse und fragwürdiger Glücksbringer, der nur den wenigsten den Weg zum Ende des Regenbogens verrät.

Wie gut, dass wir unsere Aufgabe auch ohne ihn zu meistern wussten!

Glück ist, wenn man einen waghalsigen Abstieg auch ohne Leprechaun meistert

Kulinarisches Glück

Doch das von Katharina Teimer und Inka Vigh liebevoll zusammengestellte Glückslexikon beinhaltet nicht nur eine Fülle an Zitaten, landestypischen Bräuchen und Gepflogenheiten, sondern auch ein paar auserlesene kulinarische Glücksrezepte. Ob du dir das Glück nun in Form von Glückskeksen, einem Gløgg (die skandinavische Variante des Glühweins) oder als Shúffukaka (ein isländischer Schokoladenkuchen mit eingebackenen Lakritzstückchen, Schokoglasur und aufgestreuten Kokosraspeln) einverleibst, bleibt dir selbst überlassen. Für alles drei findest du die Rezepte im Buch.

Was bedeutet Glück für dich? –  Ein Giveaway für Glückspilze

Es ist ein Buch, das inspiriert und glücklich macht. Seine zauberhaften Illustrationen und gut recherchierten Zeilen jagen dir einen wohligen Schauer über die Arme und betten dich in ein Kissen voller Behaglichkeit. Noch nie war es so einfach, die Facetten des Glücks zu entdecken. Und deswegen möchte ich einem von euch, ein Exemplar von „Das Glück wohnt überall: Eine inspirierende Reise um die Welt“ mit auf den Weg geben.

Mein Dank gilt an dieser Stelle an das Team von arsEdition, das so freundlich war, mir zwei der Bücher zur Verfügung zu stellen. Eines für mich und eines für euch. Und dafür möchte ich eines von dir wissen: was bedeutet Glück für dich? Verrate mir bis Sonntag, den 10. September 2017 um 23:59 Uhr deine persönliche Definition von Glück in Form eines Kommentars und springe damit in den Lostopf für das Exemplar.

Good Luck, my dears!

Eckdaten

Das Glück wohnt überall
Eine inspirierende Reise um die Welt
Katharina Teimer, Inka Vigh
112 Seiten
24,7 cm x 19,7 cm
19,99 € [D], 20,60 € [A], CHF 28,90
ISBN: 978-3-8458-2219-8

 

Das Licht und die Geräusche

Das Licht und die Geräusche – Jan Schomburg

Wenn es nach Johanna ginge, wären sie und Boris ein Paar. Doch in Portugal gibt es Ana-Clara, seine Freundin, von der Boris kaum redet, obwohl er und Johanna fast jede freie Minute miteinander verbringen. Sie reden über Gott und die Welt und sind doch nicht wirklich offen zueinander.

So viele Chancen bleiben ungenutzt. Auch die Gelegenheit zu einem ersten Kuss verpassen sie um Haaresbreite. Johanna ist genervt davon, weiß nicht, ob es bloße Zuneigung oder gar Liebe ist, was sie für Boris empfindet. Genauso wenig versteht sie, warum sich Boris so komisch verhält. Warum er sich über Typen lustig macht, die ihm eindeutig eine verpassen wollen oder warum er nach einer abenteuerlichen Nacht am See ganz plötzlich verschwindet.

Als Johanna ein Brief von Boris erreicht, sieht sie sich dafür verantwortlich, nach ihm zu suchen. Gemeinsam mit Ana-Clara und Boris‘ Eltern fährt sie nach Island und bemerkt, dass viele Dinge ihr Wesen verändern, je länger man sie betrachtet. Die Reise hält einige ungeahnte Überraschungen bereit, die ihre Sicht auf die Welt von Grund auf verändern wird.

„Inmitten des laut-leisen Rauschens empfinde ich plötzlich so etwas Dankbarkeit für das Geräusch der Nähmaschine aus dem Wohnzimmer, ohne dass ich genau verstehe, warum. Während ich mit dem Brief in der Hand ins Wohnzimmer gehe, merke ich, dass ich mir überlege, wie ich das gleich meiner Mutter sage.“

Zitat, Seite 152

Es ist sind die audiovisuellen Komponenten, die Jan Schomburgs Roman innewohnen und ihn so besonders machen. Denn der Titel des Romans klingt nicht nur gut, sondern verkörpert auch seine tragenden Elemente, die gleichwohl für die Lebenselixiere eines Autors stehen, der hauptberuflich als Regisseur arbeitet: das Licht und die Geräusche.

Es sind Momentaufnahmen aus dem Leben dreier Jugendlicher; Johanna, Boris und Ana-Clara; die uns in Schomburgs Roman begegnen. Während die Geschichte stringent aus den Augen von Johanna erzählt wird, folgt die Anordnung des Geschehens einer anderen Logik. Denn Schomburg entzieht seiner Geschichte die chronologische Reihenfolge und präsentiert sie uns als wirres Durcheinander von Rückblenden und Gegenwartsaufnahmen. Er lädt seine Leser zum intuitiven Lesen ein, schenkt uns die Möglichkeit, die Dinge völlig eigenständig zu interpretieren und den freien Raum mit unseren Gedanken zu füllen.

Und er füllt sich. Denn die einzelnen Handlungsfäden, die vorerst nicht in Verbindung zu stehen scheinen, finden nach und nach zueinander. Wie einzelne Mosaiksteine formieren sie sich zu einem individuellen Muster, formen das licht- und geräuschvolle Gerüst des Romans.

„Irgendwie sehe ich kein Licht mehr und höre keine Geräusche…“

Zitat, Seite 160

Die Geschichte ist weitaus komplexer, als dass die Betitelung „Coming of Age“ Roman, die dem Roman mehrfach zugespielt wurde, ausreiche. Sicherlich ist Schomburgs Roman eine kleine Reise in die Zeit des jugendlichen Heranwachsens. Er lässt uns teilhaben, am persönlichen Entwicklungsprozess seiner drei Protagonisten, der teils naive, experimentelle und auch widersprüchliche Handlungen zur Folge hat, darüber hinaus lädt er uns aber auch zu einer wunderbaren Entdeckungsreise ein; einer Reise, die uns die wesentlichen Dinge neu entdecken und wahrnehmen lässt.

In „Das Licht und die Geräusche“ finden einige existentielle und auch düstere Gedanken ihren Platz, die dem Roman mitunter dramatische und hochemotionale Wesenszüge verleihen. Insgesamt hat Schomburg aber einen wunderbaren Ton gefunden, der uns mit einer gewissen Leichtigkeit durch so manche Schwere geleitet und das Lesen zu keinem deprimierenden Unterfangen macht.

Es ist der ehrliche Blick auf sich selbst und das Leben, mit dem mich Schomburg in seinem Roman so begeistert hat. Seine Protagonistin Johanna ist eine dialektische Denkerin, die sich nicht davor scheut, Dinge zu Ende zu denken und andere Perspektiven einzunehmen. Durch sie fand ich auf Anhieb Zugang zur Geschichte und konnte mich komplett auf das licht- und geräuschvolle Abenteuer einlassen, dessen Töne noch lange nach dem Lesen in mir nachhallten.

„Als Jugendlicher hat man so viele unterschiedliche Ichs. Man kann so viele Dinge auf einmal sein, die sich eigentlich widersprechen.“(J.S.)

Arndt von der literarischen Sternwarte AstroLibrium und ich hatten die Gelegenheit, mit dem Autor Jan Schomburg über seinen Roman und seine Hintergründe zu sprechen. Meine Eindrücke zu unserem Interview und den Weg zur Radioreportage für das Literaturradio Bayern findest du hier.

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Kinderfreuden #8: Schietwetter

lesenslust über „Fanny Im Regenglück“ von Clinta Villalobos

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Beschreibung:

Fanny ist vernarrt in den Regen. Wenn es zu tröpfeln beginnt und sich die Stadt in eine driste graue Einheitssuppe verwandelt, schnappt sie sich ihre leuchtend gelbe Regenjacke und stürmt nach draußen. Ihr Freund Fred, der Bär, mag den Regen nicht besonders. Grummelig und widerwillig trottet er hinter Fanny her, weicht jeder Regenpfütze aus und verkriecht sich unter dem blauen Regenschirm.

Dabei gibt es bei Regen so viel zu entdecken. Man kann durch Pfützen paddeln und sich mit Wasser bespritzen, flüchtende Menschen beobachten und das Wolkenspiel am Himmel bestaunen. Und wenn die ersten Sonnenstrahlen durch die Wolkendecke brechen, beginnt der Regen in allen Farben zu glitzern. Das erhellt selbst Freds brummelige Laune.

Eckdaten

Hardcover, ab 3 Jahren

Clinta Villalobos

32 Seiten
20.9 x 28.4 cm
ISBN: 978-3-7152-0696-7

Atlantis
14,95 €

Sicher dir hier dein persönliches Exemplar…

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Bilder aus dem Buch © Atlantis Verlag

Blickwinkel aus grossen Augen

Clinta Villalobos lädt ihre Leser auf eine kleine Regenexpedition ein. Mit ihren Bildern vermittelt sie den Kindern nicht nur einen positiveren Blick auf den Regen, sondern steckt sie mit ihrer Begeisterung für den Regen und das Schauspiel der Wolken regelrecht an. Ihre Zeichnungen sprühen vor Heiterkeit und Unbekümmertheit und machen das Buch zu einem optischen Hingucker. Schnell lernen wir die Sonnenseiten des Regens kennen.

Der Aufbau des Buches ist gut durchdacht. Während sich die Zeichnungen auf den ersten Seiten größtenteils in Blau- und Grautönen präsentieren, werden sie nach und nach immer bunter und lebendiger. Sie sind schlicht, aber liebevoll. Und mit der Entwicklung der Zeichnungen entwickelt sich auch die Geschichte.

Die Geschichte lebt größtenteils von seinen Bildern und ist nur stellenweise mit begleitendem Text, teilweise sich reimenden Zeilen, versehen. Dem Spiel der Wolken wird dabei besondere Aufmerksamkeit geschenkt. Denn Fanny und Fred schenken den Wolken die schillernsten Namen. Von Träufelregen, Regenregen über Wolkenbrause, Platschgeprassel und pladdernasse Wasserschwemmen ist alles dabei.

Villalobos Kinderbuch ist die perfekte Lesebegleitung während feuchtnasser und verregneter Tage und schenkt selbst dem dristesten Herbsttag etwas postive Lebensfreude.

Leseprognose: heiter und wolkig.

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Bilder aus dem Buch © Atlantis Verlag

Blickwinkel aus kleinen Augen

Joschuas Urteil:

Steckbrief Joschi Blog 2

Lieblingsstelle: wo der Regen zu glitzern beginnt

Mag das Buch: weil er den Regen genauso liebt wie Fanny

Liebt es: mit seinen Gummistiefeln durch Pfützen zu hüpfen

Schlüpft in die Rolle von: einem Pfützenpirat

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Bild aus dem Buch © Atlantis Verlag