Kinderfreuden #38: Die Welt aus Kinderaugen

„Als ich noch ein Kind war“ – Andy Stanton & David Litchfield

„“Als ich noch ein Kind war“, erzählte die Großmutter, „war die Welt ein einziges Blütenmeer.“ Eiscreme-Schmetterlinge schwebten rings umher.“

Emilys Großmutter sehnt sich in ihre Kindheit zurück. Denn die Welt, die ihr heute so grau und trostlos erscheint, begegnete ihr damals noch bunt und magisch. Doch Emily weiß, dass die Magie nicht wirklich verschwunden ist, sondern man nur genau hinsehen muss, um sie zu entdecken. Und so nimmt sie ihre Oma mit auf eine faszinierende Entdeckungsreise durch eine Welt, die an Zauber nicht verloren hat.

Eckdaten

 

Hardcover, ab 3 Jahren

32 Seiten
24 x 30 cm
ISBN: 978-3-7616-3325-0

Illustration: David Litchfield
Text: Andy Stanton

J.P.Bachem Verlag
14,95 € [D]

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Blickwinkel aus großen Augen

Ich kann mich noch gut an die Gespräche mit meiner Oma erinnern, die den Spruch „Früher war alles besser.“ förmlich gelebt hat. Die Trostlosigkeit, mit der sie die heutige Welt oft verband, ist auch Emilys Oma vertraut, weshalb ich mich auf Anhieb in der Konstellation aus Großmutter und Enkeltochter in diesem Bilderbuch wiedergefunden habe.

„Ach, ich wünschte, du hättest die Welt gekannt, so wie ich, hell und glitzernd, wie ein Diamant.“

Dass der Blickwinkel entscheidend ist, das zeigen Andy Stanton und David Litchfield in ihrem gemeinsamen Bilderbuch „Als ich noch ein Kind war“ auf wunderbarste Weise. Denn sie lassen uns die Welt aus Kinderaugen sehen, uns mit Elefanten und Eiscreme-Schmetterlingen durch die Luft fliegen, die Hochzeit von Erde und Sonne betanzen und die Treppe bis hinauf zu den Sternen nehmen. Es ist die Fantasie der Kinder, die keine Grenzen kennt; ihr unvoreingenommener Blick auf die Welt und ihre bewundernswerte Fähigkeit, in den kleinsten und unscheinbarsten Dingen etwas Wunderbares zu sehen. 

„Komm, lass uns gemeinsam die Wunder entdecken, die in allem und jedem Ding der Welt stecken.“

Und so reisen wir in diesem farbenfrohen Bilderbuch mit den Kindern nicht nur durch die magische Welt der Großmutter, die im Schwelgen ihrer Erinnerungen selbst wieder zum Kind wird, sondern auch mit Emily zu ganz wunderbar magischen Orten der heutigen Zeit. Sie sind der Oma nicht fremd. Es ist nur ihr Blick auf die Dinge, der mit der Zeit rationaler geworden ist; die Augen für das Wunderbare, die sie zwischenzeitlich verschlossen hat.

Doch Emily lässt sich nicht beirren. Sie weiß, dass die Welt nicht ihre Magie verloren hat. Die Orte, die sie ihrer Oma zeigt, haben an Faszination und Zauber nichts eingebüßt. Es ist nur der Blick, mit denen man sie betrachten muss. Und so gibt Emily ihrer Großmutter langsam aber sicher wieder die Augen für das Wunderbare zurück und plötzlich erkennt auch sie die Lebendigkeit und Magie, von der sie die ganze Zeit umgeben war: die bunten Regentropfen, die vom Himmel fallen, die tickenden Blumenuhren, die mit der Sonne um die Wette strahlen und die flinken Fischpferdchen, die an ihren Füßen vorbei schwimmen.

Dass den Illustrationen von David Litchfield ein besonderer Zauber innewohnt, weiß ich seit dem Bilderbuch „Der Bär am Klavier“. Schon damals waren mein Neffe und ich von den liebevollen und magischen Bildern fasziniert, die uns die Geschichte eines Bären, der sein Talent fürs Klavierspielen entdeckt, erzählten. Und auch in „Als ich noch ein Kind war“ begeistert Litchfield mit zauberhaften Illustrationen, die sich mit besonderer Intensität und Strahlkraft präsentieren. Mit Stantons begleitenden Zeilen in Reimform entsteht hier eine wunderbare Bilderbuch-Hommage an die Kindheit. Es scheint, als wollen sie uns gemeinsam in Erinnerung rufen, dass der Zauber der Kindheit nicht fort ist, sondern wir nur lernen müssen, die Welt wieder aus Kinderaugen zu sehen. Und so ist das Bilderbuch nicht nur eine wahre Bereicherung für kleine, sondern auch für große Augen. 

„Die Magie unserer Welt macht vor niemandem halt, ganz gleich ob du jung bist, oder alt.“

Blickwinkel aus kleinen Augen

Emmas Urteil:

 

Gefällt dir das Buch?

Ja, sehr!

Was hat dir besonders gefallen?

Dass Menschen und Elefanten fliegen können

 

 

Lieblingsstelle im Buch:

Die Hochzeit von Sonne und Erde, die Luftballons, die den Himmel erobern

Bester Leseplatz:

Auf dem Kuschelteppich

 

 

 

Worauf macht das Buch Lust?

die Welt zu entdecken

Springt in:

die Parade tanzender Menschen

 

[Werbung: Dieses Buch wurde mir freundlicherweise vom J.P. Bachem Verlag als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt]