LitBlog Convention #lbc17 in Köln: Klappe – die Zweite!

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Hallo ihr Lieben,

am 10. Juni 2017 war es wieder soweit, die Kölner Verlagsräume von Bastei Lübbe luden bereits zum zweiten Mal zur LitBlog Convention  ein. Während die letztjährige Premiere noch ausschließlich mit regional ansässigen Verlagen gefeiert wurde, holten sich die Veranstalter in diesem Jahr Schweizer Verstärkung mit ins Boot.

So erwartete die Teilnehmer ein abwechslungsreiches Programm der Kölner Buchverlage Bastei Lübbe, Kiepenheuer & Witsch, DuMont Buchverlag, DuMont Kalenderverlag, Egmont LYX/INK und darüber hinaus des Schweizer Diogenes Verlag. Auch ich habe mir wieder eins der begehrten Tickets gesichert und bin vorletzten Samstag von München in die Rheinmetropole aufgebrochen.

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Die Begrüßung durch die teilnehmenden Verlage

IMG_6664-01.jpgBloggerevents erfreuen sich seit geraumer Zeit großer Beliebtheit. Neben der noch recht jungen LitBlog Convention sind andere Events in der Literaturszene bereits fest verankert. Allen voran steht da die Konferenz und das Barcamp der Blogst, mit der ich bereits seit Jahren liebäugel oder auch das Literaturcamp Heidelberg, das kommendes Wochenende auf dem Programm steht.

Neben der Weiterbildung in den unterschiedlichsten Fachgebieten steht bei derartigen Veranstaltungen ganz klar das Vernetzen im Vordergrund. Wo sonst, wenn nicht hier trifft man auf eine so geballte Ladung aus  Bloggern, Verlagsmitarbeitern, Journalisten und Autoren. Man trifft alte und neue Gesichter der Blogosphäre, Alt wie Jung. Die bibliophile Gemeinde ist groß. Wie bei einem großen Familientreffen kommen alle zusammen und feiern ihre Liebe zum Buch.

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Obwohl das Vorjahresprogramm um fünf ganze Sessions ergänzt wurde und damit insgesamt 24 Workshops aufwies, füllten sich die Räumlichkeiten wieder derart schnell, dass ich in diesem Jahr mit meiner Vorauswahl kein Glück hatte und mich gleich drei Mal umentscheiden musste. Das war schon irgendwie ein bisschen enttäuschend, wurde letzten Endes aber durch die jeweiligen Alternativen wieder wettgemacht.

Nachfolgend möchte ich euch wieder einen kleinen Einblick in die Workshops geben, die ich besucht habe. Sie schenken euch tatsächlich nur einen klitzekleinen Eindruck, sollen aber Anreiz schaffen, selbst einmal an der LitBlog Convention teilzunehmen. Wirklich nützlich sind die Informationen sicherlich erst, wenn man persönlich anwesend war.

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Das Programm der #lbc17

Meine Workshops

1.Workshop: Basic Handlettering
1.Workshop: Der Buchumschlag – eine Frage des Geschmacks

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Herbstliche Neuerscheinungen @KiWi

Ich muss gestehen, ich lasse mich oft von schönen Covern zu Buchkäufen verführen. In der Regel fahre ich damit recht gut, manchmal falle ich damit aber auch auf die Nase. Denn nicht jedes Cover hält was es verspricht. Oder auch umgekehrt. Das Sprichwort „Don’t judge a book by it’s cover!“  behält nämlich Recht. Manchmal entdecke ich hinter bescheidenen oder nichtssagenden Covern die größten Schätze, weshalb ich euch nahelege nie auf den zweiten Blick hinter den Buchdeckel zu verzichten.

Generell ist das Design eines Buchumschlags aber natürlich Frage des persönlichen Geschmacks. Und der variiert je nach Person. Welchen langen Weg die Verlagsmitarbeiter daher bei der Gestaltung eines Buchumschlags teilweise hinter sich bringen müssen, ehe sich auf ein entgültiges Buchcover festgelegt werden kann, zeigte uns Julia Krumhauer aus der Werbungsabteilung von KiWi. Anspruchsvolle Literatur scheint covertechnisch wohl ungewöhnlichere Wege gehen zu können, als es z.B. ein Sachbuch oder ein Krimi kann, die in der Regel bestimmte Typografien aufweisen.

„Ein Cover ist wie ein kleines Miniplakat.“

Krumhauer nahm uns mithilfe von drei Herbstneuerscheinungen mit auf eine Reise durch den Entwicklungsprozess eines Covers. Gezeigt wurden die finalen Ausgaben von Norman Ohlers „Die Gleichung des Lebens“, Sonja Heiss‘ „Rimini“ und Franziska Seyboldts „Rattatatam, mein Herz“ und deren unveröffentlichte Coverentwürfe. Ein spannende Entdeckungsreise, bei der auch ich feststellte, dass mir manchmal ein anderer Coverentwurf besser gefallen hätte als das Endresultat. That’s life!

2.Workshop: John Irvings Ringen und Schreiben

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Anna von Planta gewährt einen Blick auf Irvings Schreibtisch in Toronto

Den Einblick in John Irvings Universum durfte ich mir nicht entgehen lassen. Ich war daher mehr als erfreut, dass ich einen der begehrten Plätze in diesem Workshop ergattert habe, in dem die Lektorin des Bestsellerautors Anna von Planta Einblick in ihren Arbeitsalltag mit John Irving gewährte. Bereits seit 30 Jahren begleitet sie den Diogenes-Autor durch seine Werke, um die 12.000 Seiten hat sie bereits von ihm gelesen.

Für von Planta, die in England studiert hat und bereits früh mit Irving in Berührung kam, wurde der Wunsch, Lektorin zu werden, von Irving entscheidend geprägt. Von Anfang an hat sie Irvings Talent zutiefst beeindruckt, das bereits zahlreiche Werke wie zum z.B. „Das Hotel New Hampshire“ oder „Gottes Werk und Teufels Beitrag“ zum Vorschein brachte. Dass von Planta eines Tages zur Lektorin von Irving selbst wird, hätte sie nie zu träumen gewagt.

„Irving rüttelt an den Gitterstäben der Kontingenz.“

Ihre lebendigen und emotional behafteten Beschreibungen von Irvings Schreibstil und seinen Romanen haben mich wirklich mitgerissen. Sie lies den Facettenreichtum dabei nicht unerwähnt, den Irvings Romane aufweisen und die Leser mit einer Bandbreite an Themen konfrontiert, weshalb man sie sowohl als Verwicklungs- als auch als Entwicklungsromane bezeichnen kann.

Der engagierte Irving ist ein Verfechter der Toleranz. Er schreibt über Minderheiten bzw. die Gleichstellung von Minderheiten. Seine Figuren sind meist Suchende, die Irving am Rande der Wahrscheinlichkeit bewegen lässt. Er beginnt seine Romane immer mit dem letzten Satz, von dem aus er sich rückwärts durch die Handlung bewegt und dabei den ganz eigenen Sound der jeweiligen Geschichte findet. Dieser unverwechselbare Irving-Sound haftete auch den Beschreibungen der Lektorin an. Einfach großartig!

3.Workshop: Das Zusammenspiel von Büchern, Hashtags & Social Media
3.Workshop: Ohren auf – über das Vergnügen Hörbuch

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In diesem Workshop gab es allerhand auf die Ohren. Denn Martha Schoknecht aus der Hörbuchabteilung von Diogenes hatte nicht nur allerhand Offenbarungen über ihre liebsten Stimmen, sondern auch eine Reihe an Soundbeispielen für uns parat. Seit acht Jahren versetzt sie gemeinsam mit bekannten Sprechern und Sprecherinnen die Werke des Schweizer Fachverlags zum Leben

„Jedes Buch hat seinen eigenen Charakter, wie jede Stimme seinen eigenen Charakter hat.“

Ähnlich wie beim Soundcheck, bei dem der Diogenes Verlag den passenden Übersetzer für eine Geschichte findet, wird sich auch auf die Suche nach dem passenden Sprecher gemacht. Denn nicht jede Stimme passt zu jeder Geschichte. Der individuelle Sound ist hier entscheidend. Oftmals werden Schauspieler als Sprecher gewählt, weil sie eine abgeschlossene Sprecherausbildung haben und sich dementsprechend geschult ausdrücken können. Die Stimme von Schauspieler Christian Brückner ist hierfür ein gutes Beispiel. Denn die rauchige Whiskeystimme Brückners ist nicht nur unfehlbar der deutschen Synchronstimme Robert De Niros zuzuordnen, sondern auch dem Genre Krimi. Sie untermalt die düstere Atmosphäre eines Krimis perfekt.

„Das Buch selbst gibt die Stimmung wieder, nicht der Sprecher.“

DIMG_6657er Beruf des Sprechers ist eine wirkliche Herausforderung. Denn neben bestimmten Stimmlagen müssen manchmal auch bewusste Sprechpausen eingelegt werden, die spannungserzeugend oder betonend wirken. Fehlerhaft gelesene Passagen können nicht einfach geschnitten oder wahllos aneinandergesetzt werden. Der individuelle Sound einer Stimme ist oft tages- und gemütsabhängig, weshalb die Aufnahmen verschiedener Tage nicht zueinander passen würden. Maximal einzelne Wörter können angepasst werden, wenn sie sich an eine falsche Stelle geschlichen haben.

Der Diogenes Verlag veröffentlicht pro Halbjahr ca. 4-5 Hörbücher. Da die Vertonung eines Romans in der Regel mit sehr hohen Kosten verbunden ist, wird nicht jeder Roman automatisch zum Hörbuch gemacht. Hierüber entscheiden oft das Budget, die Länge eines Romans und auch der Bekanntheitsgrad des Autors. Wir hören u.a. in den von Ulrich Matthes gelesenen Klassiker „Tschechow“ und in den von Burkhart Klaußner gelesenen Fitzgerald-Roman „Diesseits vom Paradies“ rein.

4.Workshop: Books & Co. Auf Instagram
4.Workshop: Lesen, bewerten, empfehlen – wie funktioniert eigentlich ein Bücherblog?

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Mara Giese hat meinen ganzen Respekt verdient. In den letzten sechs Jahren hat sie eine unwahrscheinliche Entwicklung durchlaufen, der sowohl ihren Blog als auch ihre Person reifen hat lassen. Ihr Literaturblog Buzzaldrins Bücher hat 2011 nur wenige Monate später als Nur Lesen ist schöner das Licht der Welt erblickt und kann bereits eine Reichweite und einen Bekanntheitsgrad aufweisen, von der/dem ich nur träumen kann.

Seit ihren Anfängen verfolge ich Maras Beiträge rund um ihre gelesenen Bücher, besuchten Literaturevents und ihre vierbeinigen Lese- und Lebensbegleiter als begeisterte Leserin und Bloggerkollegin. Ihren kürzlich angetretenen Job als Buchhändlerin werde ich mit neugierigem Blick verfolgen.

Maras Tipp um sich sichtbar zu machen: „Macht einfach mal einen auf dicke Hose.“

Ursprünglich geplant war zwar ein ganz anderer Vortrag, der nach einer erneuten Raumüberfüllung in die Lobby verlegt wurde, bereut habe ich den Besuch bei Mara dennoch nicht. Die zehn Tipps, die Mara den Teilnehmern an die Hand gab, gehören nämlich zum täglich Brot einer Literaturbloggerin. Sie sind in meinem Bloggeralltag zwar bereits fest verankert, haben mir aber gewisse Dinge wieder in Erinnerung gerufen und mich zur Selbstreflektion eingeladen.

Ihre Empfehlungen sind außerdem in Form eines Buches, dem „Literaturbloggerbuch“ bei Edel Elements schriftlich festgehalten. Allen Bloggerneulingen sei die Lektüre  daher persönlich ans Herz gelegt.

5.Workshop: 100 Bookshops around the world

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Eine Headline, die bereits im Vorfeld für großes Herzklopfen sorgte! Wer den Torsten noch nicht kennt, sollte sich seine Facebook Fanpage Around the world in 100 Bookshops noch einmal genauer ansehen. Denn der gelernte Buchhändler Torsten Woywood hat das gemacht, wovon viele Buchliebhaber sicherlich träumen. Er hat Wohnung und Job gekündigt, um sich auf eine ganz besondere Reise zu begeben. Und zwar zu den schönsten Buchhandlungen dieser Welt. Na, bist du nun neugierig? Solltest du auch.

IMG_6680Torsten reiste im Workshop erneut mit uns um die Welt. Wir entdeckten den Buchladen Boekhandel Dominicanen in Maastricht, der sich in einer alten Kirche niedergelassen hat; die Livraria Lello in Porto, wo J.K. Rowling wohl ihre Inspiration für Harry Potter fand und in der man nur selten alleine ist; die größte Outdoor-Buchhandlung in den USA, die wunderschöne Historia Literatura Universal in Buenos Aures, die angeblich „schönste Buchhandlung der Welt“ in Venedig oder eine Bücherstadt in Tokyo mit sage und schreibe 180 Buchhandlungen auf kleinstem Raum.

Wer jetzt noch nicht genug Buchhandelstipps gesammelt hat oder einfach noch Lust auf mehr hat, kann sich Torstens literarische Hotspots als Buch „In 60 Buchhandlungen durch Europa: Meine Reise zu den schönsten Bücherorten unseres Kontinents“ (*klick*) oder auch als bibliophiler Wandkalender „Around the world in 100 Bookshops“ (*klick*) nach Hause holen.

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Zu meiner Begeisterung gab es den wunderschönen Wandkalender aus dem Hause DuMont Kalenderverlag als Goodie für alle Teilnehmer des Workshops mit nach Hause! <3

Begegnungen im Fotobulli

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Mein Resümee

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IMG_6666-01.jpgDie LitBlog Convention hat sich gelohnt. Ich bin um viele Anregungen und Eindrücke reicher wieder nach Hause gefahren. Meine Lieblingsworkshops waren definitiv die über John Irving und Torsten Buchhandelsweltreise. Etwas neidisch bin ich nach wie vor auf die Teilnehmer des Basic Handlettering – Workshops, an dem ich gerne teilgenommen hätte,  um zu sehen, inwieweit das Handlettering auch zu meinem Hobby werden könnte.

Das Einbauen von 20-minütigen Zeitfenstern zwischen den Workshops hat für etwas Luft zum Raumwechsel gesorgt, auch wenn sich mir Raum Greg im dritten Stock auch beim dritten Anlauf noch zu klein präsentierte. Das DSC_0918-01spontane Ausweichen in die Lobby sollte man sich für nächstes Jahr vielleicht als feste Alternative zu Raum Greg im Hinterkopf behalten, um enttäuschte Teilnehmer zu vermeiden. Die feste Mittagspause mit kuchen- und obsttechnischer Verstärkung und der überpünktliche Aufbau des Abendbüffets  hat das Event perfekt abgerundet und selbst die hungrigsten Bloggermäuler gestopft.

Besonders gefreut hat mich sowohl das Wiedersehen mit bekannten und das Kennenlernen von bisher unbekannten Bloggerkollegen als auch mit einer Reihe an Verlagsmitarbeitern, weshalb der Fotobulli für das Festhalten dieser Begegnungen rege zum Einsatz kam. Ich bin ein großer Fan des Fotobullis geworden, der mir bereits zur #fbm16 begegnet ist!

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In love @FotoBulli

Du möchtest noch mehr Eindrücke zur #lbc17 einfangen? Dann schau mal hier:

Bloggertreffen mit Diogenes und Community Editions – Börsenblatt.net

Mein Vortrag auf der LitBlog Convention 2017 – Buzzaldrins Bücher

Aus dem Leben eines Bloggers: Die LitBlog Convention 2017 – whoiskafka

Warum ich 16 Stunden Zug für die LitBlog Convention 2017 gefahren bin – kapriziös

Die 2. LitBlog Convention in Köln – Bücher, Buchmenschen, Tränen und ganz viel Liebe! – literameer

Das war die LitBlog Convention 2017 – dunkelbunt

Unsere Litblogconvention 2017 – Leckere Kekse

#Blogfragen für Buchblogger von Stefan Mesch

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Literaturkritiker und Blogger Stefan Mesch hat kürzlich ein paar Fragen für Literaturblogger auf seinem Blog zusammengestellt, denen sich Blogger bei Interesse bedienen und annehmen dürfen, damit man etwas mehr von der Persönlichkeit hinter dem Blogger erfährt. Seine Fragen konzentrieren sich u.a. auf die literarische Prägung, dem Anspruch an die Verlage bzw. das Feuilleton und auf persönliche Leseempfehlungen. Auch ich hatte Lust, mich diesen Fragen zu stellen:

#Bloggerfragen

01 Das Lieblingsbuch meiner Mutter:

Meine Mutter hat besonders die Bücher von Astrid Lindgren und deren Lebensgeschichte ins Herz geschlossen. Es ist größtenteils ihrer Liebe zu den Büchern der verstorbenen Schwedin zu verdanken, dass sich meine Kindheit gedanklich in Bullerbü, der Villa Kunterbunt und der Krachmacherstraße abgespielt hat. Heute liest sie ähnliche Bücher wie ich. Sie bevorzugt Bücher mit Tiefe und Emotionen.

02 Das Lieblingsbuch meines Vaters:

Mein Vater liebt fränkische Krimis. Ich glaube, ihm gefällt dabei besonders der regionale Bezug der Geschichten. Sie sind für ihn viel greifbarer und authentischer. Er hat eben gern handfeste Beweise!

03 Ich führe einen typischen Buchblog, weil…

…ich Bücher liebe und nicht ohne sie sein kann. Ich glaube allein der Fakt, dass meine Wohnung mehr Bücher als Klamotten beherbergt, spricht für sich.

04 Ich bin anders als die Blogs, die ich gern lese, weil…

…es meine persönlichen Gedanken sind, die ich dort festhalte und sie sich von anderen unterscheiden. Das bedeutet nicht immer, dass es primär der Inhalt ist, der von dem der anderen abweicht, sondern vielmehr die Art und Weise, wie ich ihn formuliere. Unsere Art zu Schreiben variiert genauso wie unsere Persönlichkeiten.

05 Am Bloggen überrascht mich / beim Bloggen habe ich gelernt, dass…

…dass sich im Internet weitaus mehr sympathische Gleichgesinnte tummeln, als man es für möglich hält. Das World Wide Web, das lange Zeit den Ruf hatte, unpersönlich zu sein, hat sich zu einem großen Abenteuerspielplatz entwickelt, auf dem es so unfassbar viel zu entdecken gilt. Blogs sind Orte der Begegnungen. Hier finden sich Gleichgesinnte zusammen. Und das liebe ich.

Helfen Amazon-Rezensionen? Wobei? Wie?

Zugegeben, auch ich habe früher Bücher bei Amazon gekauft und meine Rezensionen dort anschließend veröffentlicht. Als Amazon immer mächtiger wurde und die privatgeführten Buchhandlungen teilweise um ihre Existenz kämpfen mussten, habe ich es eingestellt. Sicherlich ist es toll, mit einem Klick ein Wunschbuch zu ordern und es kurz darauf in den Händen zu halten. Aber das ermöglicht dir deine regionale Buchhandlung und deren Onlineshops auch.

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© Börsenverein des Deutschen Buchhandels

Amazon-Rezensionen werden für mich immer weniger hilfreich. Ich kenne die Menschen hinter den Zeilen nicht, kann weder ihren Typ, noch ihre Vorlieben einschätzen. Es sind Zeilen von Unbekannten. Und das lässt mich nur schwer entscheiden, ob ihr Lesehighlight auch mein Lesehighlight werden könnte. Für mich sind die Zeilen von Bloggerkollegen, die ich teilweise persönlich kenne und die Empfehlungen von Buchliebhabern aus meinem persönlichen Umfeld viel wertvoller. Sie treffen oft mitten ins Schwarze.

07 Hilft Literaturkritik in Zeitungen und Magazinen? Wobei? Wie?

Literaturkritik in Zeitungen und Magazinen verhilft mir oftmals, meinen Blick auf die Dinge um das aktuelle Zeitgeschehen oder die Meinung von Experten zu ergänzen. Ich lasse mir ungern reinreden und bevorzuge es, mir mein eigenes Bild von den Dingen zu machen, beziehe aber gerne andere Blickwinkel mit ein. Es erweitert nicht nur meinen Horizont, sondern regt auch zum Nachdenken oder Diskutieren an.

08 Helfen Blogs? Wobei? Wie? Wem?

Blogs verhelfen Menschen zu einem öffentlichen Gedanken- und Erfahrungsaustausch. Nirgendwo anders kann man seinen Gedanken derart freien Lauf lassen und trotzdem anonym bleiben. Man entscheidet selbst, wieviel man von sich preisgibt. In den persönlichen Zeilen anderer Leser kann man hervorragend sich selbst wiederfinden oder auch markante Unterschiede feststellen, die einem zur Orientierung dienen.

09 Wahr oder falsch: “Ich blogge vor allem, weil ich mich über Bücher austauschen will und im persönlichen Umfeld nicht genug Menschen habe, mit denen ich das könnte.”

Falsch. Ich blogge, weil ich mich mit so vielen Menschen wie möglich über Bücher austauschen möchte. Ich möchte Leidenschaft entflammen und Bücherempfehlungen in die Welt streuen. Ich möchte Büchern, Autoren und Verlage zu mehr Aufmerksamkeit verhelfen und mit ihnen die Liebe zur Literatur feiern. Da sind genügend Menschen in meinem Umfeld, mit denen ich mich über Bücher austauschen kann. Ich lebe die Devise: Je mehr, umso besser.

10 Mein persönlicher Geschmack und meine Prinzipien beim Lesen und Bewerten:

Ich lese viel und querbeet. Eine besondere Leidenschaft hege ich aber für Gesellschaftsromane, die sich mit alltäglichen Dingen beschäftigen, die jeder in seinem eigenen Leben wiederfindet. Familienzusammenhalt, Freundschaft oder Liebe. Das sind alles Dinge, die uns am Herzen liegen. Ich liebe Romane, die sich authentisch und kitschfrei präsentieren. Die mich mitreißen und nicht langweilen. Ich bin ein großer Herzensmensch und hege daher auch beim Lesen eine Leidenschaft für Emotionales.

Meine Prinzipien beim Lesen: Lese, was du willst und nicht das, was andere wollen. Wage es, ein Buch abzubrechen und nicht zu Ende zu lesen, ohne ein schlechtes Gewissen zu haben. Wenn dich eine Geschichte anödet oder du dich überhaupt nicht mit ihr identifizieren kannst, leg sie weg. Die stiehlt dir nur die Freude am Lesen.

11 Wer liest mich? Habe ich eine Zielgruppe?

Mich lesen Menschen unterschiedlichen Alters. Teilweise sind es Blogger, bei denen ich auch lese; teilweise sind es Freunde, Familienangehörige oder auch Blog-Gestrandete. Die Bloggemeinschaft ist ein großes Netzwerk, deren Vorgehensweise auf Geben und Nehmen basiert. Solange du dich dabei wohlfühlst, die Zeilen derer zu lesen, die dich lesen, zeigt es dem anderen deine Wertschätzung. Es ist quasi eine Win-Win-Situation.

12 Habe ich Vorbilder?

Vorbilder sind für mich Menschen, die sich persönliche Ziele stecken und sie mit Ehrlichkeit, Ehrgeiz und Fleiß auch zu erreichen wissen. Die sich nicht scheuen, klar ihre Meinung zu vertreten und über ihren Schattenspringen können. Mir sind Menschen sympathisch, die Stärke und Selbstvertrauen beweisen und es wagen, manchmal auch Risiken einzugehen. Starke Persönlichkeiten sind meine Vorbilder.

13 Welche Ratschläge würde ich meinem früheren Lese-Ich geben? Kann man lernen, Bücher besser auszusuchen, zu entdecken und zu genießen? Wie?

Meinem früheren Lese-Ich würde ich keine Ratschläge geben. Denn jeder Leser geht seinen ganz persönlichen Weg, der sicherlich von den Eltern geprägt wird. Auch ich bin meinen gegangen. Es gibt kein Richtig oder Falsch. Jedes Buch macht dich um eine Erfahrung reicher. Selbst wenn du hinterher feststellst, dass du dir das Buch hättest sparen können!

14 “Verlage brauchen mich für PR. Sie brauchen mich mehr, als ich sie brauche” …oder “Toll! Autoren und Presseabteilungen suchen Kontakt und bieten mir Bücher an. Was für ein Glück!” Was überwiegt?

Ich würde sagen, sowohl als auch. Es ist eine Win-Win-Situation. Verlage profitieren sicherlich von der Zusammenarbeit mit Bloggern genauso sehr, wie wir von ihnen. Für mich ist es ein unglaubliches Privileg, mit Rezensionsexemplare unterstützt zu werden. Als ich meine ersten Anfragen an die Verlage rausgeschickt habe, hätte ich niemals mit so viel positivem Feedback gerechnet. Es freut mich jedes Mal, wenn mich Wunschbücher erreichen. Die Zusammenarbeit zwischen Bloggern und Verlagen basiert auf dem Prinzip „Geben und Nehmen“. Da bin ich gern ein PR-Instrument.

15 Was soll sich tun in meinem Blog und in meinem Leser-/Schreiber-Leben in den nächsten fünf Jahren:

Ich wünsche mir, dass mein persönlicher Schreibstil weiterhin reift und ich dennoch ich bleibe. Dass ich mich nie dazu gezwungen fühle, Rezensionen abliefern zu müssen, sondern es weiterhin mache, weil ich es will. Dass mir der Spaß und die Ungezwungenheit nicht abhandenkommt und mir vielleicht noch hilfreiche Tools an die Hand gegeben werden, die mir zu etwas mehr Professionalität verhelfen. Alles andere ist ein Selbstläufer.

Bei wieviel Prozent der Bücher, die ich gelesen habe, denke ich danach: Mist. Ich wünschte, ich hätte das nie gelesen…? Steigt oder fällt diese Prozentzahl, Jahr für Jahr. Und: Warum?

Es kommt wirklich selten vor, dass ich denke, „Ich wünschte, ich hätte das nie gelesen“, aber am Ende des Jahres sind es schätzungsweise 30 % der Bücher, deren Geschichten zwar nett waren, mich aber nicht vom Hocker gehauen haben.

Empfehlungen

Ein Buch, das fast niemand mag – aber das ich liebe: „Tiere essen“ von Jonathan Safran Foer. Viele Menschen finden es eklig, die vielen erschreckenden Details aus der Lebensmittelindustrie zu erfahren, mich haben sie fasziniert und ungemein bereichert. Auch wenn ich immer noch gern Fleisch esse, lege ich heute viel mehr Wert auf die Herkunft des Tieres und eine artgerechte Haltung.

Ein Buch, das fast alle mögen – aber das mich wütend oder ratlos macht: „Pfaueninsel“ von Thomas Hettche. Ich fasse es nicht, dass es dieses Buch letztes Jahr auf die Shortlist zum Deutschen Buchpreis geschafft hat und so viele Menschen Lobeshymnen auf ein so geschmackloses Buch singen. Ich konnte dieser Zwergen-Inzest-Geschichte ehrlich gesagt nicht wirklich viel abgewinnen und hab sie bereits nach 100 Seiten abgebrochen.

Ein Buch, das ich bekannter gemacht habe: „Lieblingsmomente“ von Adriana Popescu, weil es wie eine berauschende Fahrt mit der Gefühlsachterbahn ist und es mich so unfassbar glücklich gemacht hat. Meine Ausgabe ging allein durch sechs Hände, und hat sogar einen anderen Kontinent bereist. Jeder einzelne Leser hat es mir mit einem Lächeln zurückgegeben.

Bücher, vor denen ich oft und gern warne: „Aleph“ von Paulo Coelho. „Das geheime Leben der Bücher“ von Régis de Sá Moreira. Beide Bücher sind großer Murks.

Ein Geheimtipp, der bisher in Blogs noch kaum besprochen wurde:Wir sind die Könige von Colorado“ von David E. Hilton. „Schloss aus Glas“ von Jeannette Walls. „Zwiterschende Fische“ von Andreas Séché. „Im Schatten des Vogels“ von Kristin Steinsdóttir.

Ein Buch, das „viel zu oft“ überall besprochen wurde:Wir haben Raketen geangelt“ von Karen Köhler. Wobei es bei Köhlers großartigen Geschichten nicht verwundert, dass sie jeder in die Welt tragen möchte.

Ein gutes Buch von/über jemandem/n, der ganz anders denkt als ich selbst: Das hat alles nichts mit mir zu tun“ von Monica Sabolo.

Bücher, von dessen Gestaltung/Cover/Design sich Verlage eine Scheibe abschneiden könnten: Der Sommer, in dem es zu schneien begann“ von Lucy Clarke, „Das Schiff des Theseus“ von J.J. Abrams (I’m lovin it!)

Das netteste Presseteam / die schönste Erfahrung mit einem Verlag: Die Teams von Dumont, Magellan, arsEdition und Piper sind mir wirklich unfassbar sympathisch. arsEdition und Piper haben mir zwei wunderbare Bookup-Abende geschenkt, die mir sicherlich noch lange im Gedächtnis bleiben werden. Ich freu mich grundsätzlich aber über jede Begegnung mit Herzensmenschen.

“Auf der Buchmessein Frankfurt war ich leider noch nie. Wie gut, dass mich mein Besuch in Leipzig immer wieder darüber hinwegtröstet.“

“Ich bin sehr überraschend und unerwartet auf ein gutes Buch gestoßen. Und zwarLiebten wir” von Nina Blazon. Denn es war eine reine Bauchentscheidung, das Buch zu kaufen, weil mich das Cover so ansprach. Hinter dem Buchdeckel habe ich eine weitaus facettenreichere Geschichte entdeckt, als ich anfangs vermutet habe.

Fragen, Wünsche oder Anregungen sind ausdrücklich erwünscht. Mein Kommentarfeld und das Gästebuch stehen euch jederzeit zur Verfügung, mir ein paar Zeilen zu hinterlassen.

Danke, dass es euch gibt! Wir lesen uns.

Scribando..

Hallo ihr Lieben,

zum Jahresanfang habe ich einen literarischen Tipp für euch. Es geht um Scribando, einem neuen Literaturportal im Internet. Einfach mal reinschauen…

Worum gehts bei Scribando?

Das Ziel vom Scibando

Unser Ziel ist, spannende Literatur bekannt zu machen!

Beim Scribando Literatur-Kickstarter können Autoren literarische Beiträge präsentieren und bekannt machen, in der Scribando Werkstatt an ihren Beiträgen arbeiten und in der University lernen, wie sie Bücher optimal in Szene setzen.

Der Scribando Kickstarter – Literatur verbreiten!

Der Kern von Scribando ist der Literatur-Kickstarter. Dort können alle Literaturbegeisterten neue Literatur in Form von Buchvorstellungen, Leseproben und Buchtrailern entdecken und mit Freunden und anderen Literaturinteressierten teilen.

Jedes Mal, wenn Sie Literatur teilen, helfen Sie einem Autor bekannter zu werden, machen Freunde und Bekannte auf spannende Literatur aufmerksam und erhalten gleichzeitig ein kleines literarisches Geschenk in Form eines besonderen literarischen Zitates.

Scribando bringt somit allen etwas – aber besonders der Literatur, die wir verbreiten möchten!

Der Scribando Kickstarter – Unser Angebot für Autoren

Bei Scribando können Autoren ihre literarischen Inhalte bei Lesern, Verlagen und Journalisten bekannt machen und entdeckt werden. Die beliebtesten Einträge stellen wir regelmäßig redaktionell auf unsere Startseite und unseren Facebook- und Partnerseiten vor!

Im Schnitt erreichen Autoren mit einer Vorstellung im Literatur-Kickstarter derzeit zwischen 100 und 500 Literaturinteressierte – bei einer redaktionellen Vorstellung im Scribando Netzwerk mehrere 1.000 Leser.

Scribando für Leser, Blogger und Literaturbegeisterte

Bei Scribando können Literaturbegeisterte neue und spannende Literatur entdecken, unterstützen und verbreiten!

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Viel Spaß beim Entdecken!