Kinderfreuden #19: Wiedersehen mit dem Sturmwal

„Nick und das Meer“ – Benji Davies

Jeden Tag fährt Nicks Papa mit seinem Fischerboot aufs Meer hinaus und kommt bei Sonnenuntergang wieder nach Hause. Doch eines Wintertags wartet Nick vergebens auf seine Rückkehr. Denn es bleibt still. Kein Fischerboot weit und breit.

Nick beschließt, der Sache auf den Grund zu gehen. In der dunklen und gefährlichen Nacht macht er sich auf die Suche nach seinem Papa, dessen Fischerboot von der Kälte des Winters übermannt wurde.

Zum Glück eilt ihm ein alter Freund zur Hilfe, auf dessen tatkräftige Hilfe Nick angewiesen ist: es ist der Sturmwal höchstpersönlich!

Eckdaten

Hardcover, ab 3 Jahren

32 Seiten
284mm x 251mm
ISBN: 978-3-8489-0125-8
Übersetzt von Johanna Hohnhold

Aladin Verlag
14,95 €

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Blickwinkel aus großen Augen

Dass Benji Davies magische Hände hat, bewies der Illustrator bereits mit seinen drei Vorgängerwerken „Nick und der Wal“, „Beste Freunde“ und „Opas Insel“, die alle auf ihre ganz eigene Art und Weise verzaubern. Im März erschien nun endlich die langersehnte Fortsetzung des Kinderbuchlieblings „Nick und der Wal“ auf Deutsch, das ich zwischenzeitig schon im Original in den Händen hatte.

„Nick und das Meer“ ist eine Wintergeschichte, die, wenn ich so an das morgendliche münchnerische Schneegestöber denke, auch noch ganz wunderbar in den eigenwilligen April passt.

Nick, der mit seinem Papa am Meer wohnt, kann die Wal-Begegnung aus dem letzten Sommer nicht vergessen. Er vermisst den Sturmwal, dem er damals das Leben gerettet und in seiner Badewanne aufgepäppelt hat, ehe er ihn wieder in die Freiheit entließ. Ständig meint er ihn in herangespültem Strandgut zu erkennen, das sich dann doch nur als bemooster Anker offenbart. Der Winter kommt und ergreift Besitz vom Meer, das sich langsam aber sicher mit Eisschollen füllt und Nicks Papa zu einer letzten Fahrt mit dem Fischerboot hinausschickt. Doch als die Dämmerung einsetzt und der Papa immer noch nicht zurück ist, wagt sich Nick in die dunkle Nacht hinaus, um nach ihm zu suchen. Das inzwischen zugefrorene Meer ist nur noch als eisige Decke zu erkennen und ermöglicht Nick ein waghalsiges Manöver über das starre und knirschende Meer bis hin zum Fischerboot seines Papas, das vom Eis eingeschlossen ist. Völlig erschöpft schläft er in der Jacke seines Vaters ein, die das Einzige ist, was er an Bord von seinem Papa findet.

Es ist ein mächtiger Rumms, der Nick aus dem Schlaf reißt und ihn die Rückkehr seines Walfreunds ankündigt. Endlich kann der Sturmwal sich für das Rettungsmanöver aus dem letzten Sommer revanchieren und Nick mitsamt dem Fischerboot wohlbehalten wieder an Land bringen, an dem ihn sein Papa voller Verwunderung in die Arme schließt.

Mit „Nick und das Meer“ erzählt Davies nicht nur eine einfühlsame Vater-Sohn-Geschichte, sondern auch die Geschichte einer besonderen Freundschaft zu den sanften Riesen des Meeres.

Mithilfe von großflächigen Illustrationen werden große und kleine Entdecker durch die Geschichte geleitet, die sich durch die lebendigen und in facettenreichen Blau- und Grautönen gehaltenen Bildern entfaltet. Der begleitende Text präsentiert sich dabei zurückhaltend und schlicht, dient lediglich als Hilfswerk.

Davies schenkt seinem Nick und den Kleinen ein Wiedersehen mit dem Sturmwal inmitten einer faszinierenden Winter-Szenerie. Die Magie ihrer Freundschaft ist selbst durch das stürmische Schneegestöber und die Tristesse des ewigen Eises zu erkennen, die dem Kinderbuch als Schauplatz dient.

Ein gelungenes Wiedersehen mit dem Sturmwal.

❤ ❤ ❤ ❤ ❤

Blickwinkel aus kleinen Augen

Joschuas Urteil:

Steckbrief Joschi Blog 2Gefällt dir das Buch? Ja

Was hat dir besonders gefallen? die Wale

Worum geht die Geschichte? um die Rückkehr des Sturmwals

Wo steht das Buch im Regal? neben „Nick und der Wal“

Lesezeit: wenn es draußen dämmert

Bester Leseplatz: im kuscheligen Bett

Schlüpft in die Rolle von: einem Freund

Kinderfreuden #16: Von der Fremde im eigenen Land

lesenslust über “Fabers Schatz” von Cornelia Funke

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 Beschreibung:

Als sein Opa nach Amerika zieht, erbt Faber einen alten Teppich aus Damaskus. Ein scheußliches Teil, mit dem Faber absolut nichts anfangen kann. Er hat sich etwas Cooles erhofft und kann nicht verstehen, warum sein Opa ihm ausgerechnet das olle Ding schenkt.

„Das ist mein größter Schatz. Ein Geschenk von einem Freund in Damaskus.“

Opa behauptet, der Teppich könne fliegen. Nur wie das gehen soll, das erzählt er Faber nicht. Auf der Suche nach seiner magischen Wirkung verliert er fast den Glauben an seinen Opa, dem das Alter nicht zu bekommen scheint. „Wer bitte, zieht als Opa noch nach Amerika?

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Auf seinem Streifzug durch den Hafen trifft Faber jede Menge Kinder aus fernen Ländern. Doch keines von ihnen weiß ihm zu helfen. Die Inschrift des Teppichs bleibt unbekannt und der Teppich einfach nur ein Teppich. Doch als ein Mädchen mit pechschwarzem Haar das Wort ergreift, beginnt der Teppich zu zittern. Der Klang ihrer Stimme entlockt ihm seine geheimnisvolle Wirkung und bringt ihn zum Schweben.

Von da an fliegen Faber und Shaima gemeinsam um die Welt. Und während sie so fliegen, lernt Faber nicht nur die Sprache des Teppichs und fremde Kulturen kennen, sondern dass die  Fremde im eigenen Land eigentlich gar nicht so fremd ist.

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Eckdaten

Ab 3 Jahren

32 Seiten 216mm x 276mm

ISBN: 978-3-848-90122-7

Aladin Verlag 12,95 €

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Blickwinkel aus groSSen Augen

Mit „Fabers Schatz“ ist Bestsellerautorin Cornelia Funke wirklich ein zauberhaftes Kinderbuch gelungen.  Denn das Buch, das sich wie eine Hommage an Hamburg präsentiert, lässt durch Susanne Göhnlichs farbenfrohe und lebendige Zeichnungen nicht nur die Herzen von Hamburgliebhabern (wie mir) höherschlagen, sondert gibt uns auch eine ganz entscheidende Botschaft mit auf den Weg: Habt keine Angst vor dem Fremden!

Während Funke vor Allem durch ihre fantastischen Jugendbücher „Drachenreiter“, „Tintenherz“ und „Reckless“ bekannt ist, setzt sie mit „Fabers Schatz“ ein liebevolles Zeichen bei den Kleinen. Ihr Kinderbuch präsentiert sich wie ein Plädoyer für einen offenen und respektvollen Umgang. Eine Völkerverständigung frei von Berührungsängsten oder gar feindlichen Gefühlen.

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Die Autorin, die sich neben ihren Büchern auch zahlreichen Wohltätigkeitsprojekten widmet, nimmt sich in „Fabers Schatz“ dem aktuellen Zeitgeschehen an. Nahezu spielerisch wagt sie sich an das Thema Immigration. Zeigt, wie leicht und offen man der Fremde im eigenen Land begegnen kann und dass die unterschiedlichen Hautfarben, Sprachen oder Religionen der Menschen sich gar nicht im Weg stehen müssen, sondern sich auch bereichern können.

„Opa hatte Recht gehabt. Die Welt war so bunt. Wie ein Teppich aus Tausenden von Fäden!“

Funkes Hauptfigur scheint dabei nicht der Hansejunge Faber, sondern vielmehr der Teppich selbst zu sein. Fabers Schatz. Seite für Seite entwickelt er sich vom langweiligen staubigen Teil zu einem magischen Tor. Einem Tor in die Fremde. Er ermöglicht nicht nur Faber und Shaima, sondern auch den Lesern eine Reise in ferne Länder und fremde Kulturen, bei dem wir nicht nur  Shaimas Zuhause „Watani“ kennenlernen.

Schon bei seiner Suche durch den Hafen, lässt Funke ihren im Ringelpullover gekleideten Faber auf zahlreiche Kinder aus anderen Ländern treffen und weist uns damit den Weg durch eine farbenfrohe Hansestadt. Eine Weltstadt mit Flair, die vom Geräusch greischender Möwen, tutender Schiffe und schwappendem Wasser eingebettet wird und sich dabei auf wundervoll bunte und weltoffene Art präsentiert.

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„Guck dir die Leute an, Faber“ (…)

„Alle Farben, von Milch bis Bitterschokolade.

So bunt ist die Welt!“

„Fabers Schatz“ ist ein Kinderbuch, das Heimat und Fremde auf liebevollste Weise miteinander vereint, das Neugier entfacht und für Freundschaften zwischen verschiedenen Nationalitäten steht. Es ist ein Schmuckstück von Kinderbuch. Eins, das zauberhaft anzusehen ist und dem ein pädagogischer Wert anhaftet. Ein Buch, das von so vielen kleinen wie großen Augen bestaunt werden sollte. Ein wahrer Schatz!

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Blickwinkel aus kleinen Augen

Joschuas Urteil:

Steckbrief Joschi Blog 2

Gefällt dir das Buch? Ja

Was hat dir besonders gefallen? der Teppich

Worum geht die Geschichte? um Freundschaft

Lesezeit: ganz oft, am Tag

Bester Leseplatz: im Bett

Schlüpft in die Rolle von: einem Abenteurer