Collect moments not things – ein Bloggertreffen bei arsEdition

[Werbung, weil Verlinkungen/ohne Auftrag] Am 30. Juni lud der Münchner Verlag arsEdition bereits das dritte Mal in Folge Blogger aus unterschiedlichen Bereichen ein, um sich über eine Reihe an Themen auszutauschen und sich gegenseitig kennenzulernen. Ich hatte erneut das Privileg, dabei sein zu dürfen und möchte euch heute ein paar Eindrücke des Tages mit auf den Weg geben.

„Glückssucher sind Trend.“

Während das vorangegangene Bloggertreffen sich fokussiert Trends und insbesondere dem Thema Hygge widmete, stand dieses Mal das Glück im Vordergrund. Dem Anlass entsprechend hat arsEdition Marius Kursawe, Autor vom Journal of Happiness, eingeladen. Die Suche nach Glück liegt schon seit jeher im Trend. Wir machen Glück oft von äußeren Umständen abhängig, obwohl diese in ständiger Bewegung sind. Dabei ist unser Glücksempfinden zu 50% genetisch bestimmt und zu 40% durch unser persönliches Mindset zu steuern. „Glücksempfinden kann man lernen“. Ähnlich wie einen Muskel können wir es trainieren. Schon fünf Minuten am Tag über einen Zeitraum von drei Wochen würden reichen, um uns zu einem imaginären „Happiness Sixpack“ zu verhelfen.

„Das Happiness Workout“

Wie das geht? Laut Kursawe verhilft uns die sogenannte 3-1-1-Regel dazu, eine Glücksroutine zu entwickeln. 3 Minuten am Tag soll sich dabei fürs Rekapitulieren Zeit genommen werden. Zuerst macht ihr euch Gedanken, wofür ihr an diesem Tag dankbar seid. Ob ihr euch dabei für die Gesundheit, den familiären Rückhalt oder das persönliche Bücherregal zuhause entscheidet, liegt ganz bei euch. Danach notiert ihr euch für 1 Minute ein positives Erlebnis des Tages. Hier wird euch sicher schnell klar, dass Happiness oft in den kleinsten Dingen des Alltags liegt. Denn schon das Wiedersehen mit einer alten Freundin, die netten Worte von der Dame morgens beim Bäcker oder das schöne Wetter stimmen dich glücklich. Zu guter Letzt setzt ihr euch für 1 Minute ein Ziel bzw. einen Fokus für den folgenden Tag. Was nehmt ihr euch vor? Aufgeschobene Erledigungen? Bewusst einen Gang runterfahren? Jemand anderem eine Freude machen? „Soziale Interaktion macht einen auch selber glücklich.“ so Kursawe. Es erfüllt dich mit Wohlwollen, wenn du jemand anderem etwas Gutes tust. Auch sollten wir nie verlernen, neugierig zu sein und zu staunen. Denn neugierige Menschen glauben an Veränderung und sind automatisch optimistischer. Deshalb zählen Wissenschaftler auch zu den zufriedensten Berufsgruppen.

Wie klingt der Soundtrack deines Lebens?

Neben jeder Menge neuem Input zum Thema Glück ließ Kursawe uns auch über unseren ganz individuellen Life EQ (Equalizer) und unsere persönliche Superpower nachdenken. Und plötzlich verstehen wir, wenn er sagt: „Man braucht keinen Experten zum Glücklichsein. Das Glück liegt in euren Händen.“ Auch in seinem Journal of Happiness überlässt er es seinen Lesern bzw. den Nutzern, das persönliche Glück selbst zu bestimmen und gibt lediglich Hilfestellung bei der Suche. Der immerwährende und motivierende Begleiter ist dabei nur mit wenig Text und mit viel Platz zum Eintragen versehen. Inspirierende Zitate sorgen für die Extraportion Motivation. Das Buch beginnt aber definitiv erst mit euren Eintragungen zu leben!

Behind the scenes

Neben dem Vortrag zum Thema Glück durften wir in einem Gespräch das kreative Team hinter der Grafik von arsEdition und die Mädels hinter dem Instagram-Account @mynotesliebe kennenlernen, durch die Verlagsräume schnuppern und uns einen Eindruck vom Verlagsalltag machen. Hierbei habe ich mich erneut darüber gefreut, dass die persönliche Meinung eines jeden Teilnehmers wertgeschätzt wurde und mitunter sogar zu persönlicher Reflexion oder Inspiration führte. Auch der tägliche Balanceakt zwischen Beruf und Privatleben kam dabei zur Sprache, der im digitalen Zeitalter immer herausfordernder wird.

Ich male mir die Welt, widdewidde wie sie mir gefällt

Das kreative Schmankerl des Tages war definitiv der Kreativ Workshop mit Illustratorin Marielle Enders, die uns kreativ verausgaben ließ und uns zu ersten Schritten in der Aquarellmalerei verhalf. Heraus kamen dabei eine (reichlich missglückte) Postkarte und ein (noch viel missglückteres) Aquarellmotiv mit Slogan. Ich denke, an mir ist keine Aquarellmalerin verloren gegangen. Fragt mich daher bitte nicht nach meinen Entwürfen! Entspannend und inspirierend war der Workshop aber allemal!

Neben den ganzen inspirierenden und kreativen Vorträgen gab es übrigens leckeres Mittagsessen, reichlich Snacks und wahnsinnig guten Kuchen von Kuchentratsch. Bei letzterem handelt es sich übrigens um ein Start-up-Unternehmen aus München, bei dem SeniorInnen das leckerste Hüftgold zaubern und euch damit euren Tag versüßen. „kuchentratsch ist eine innovative Backstube für alle SeniorInnen die Freude am Backen haben. Die SeniorInnen treffen sich in unserer Backstube backen gemeinsam Kuchen nach alten, bewährten Rezepten, tratschen, lernen neue Leute kennen und haben die Möglichkeit sich etwas zu ihrer Rente dazu zu verdienen.“ (Quelle: Kuchentratsch)

Beim Bloggerevent gab es einen Rote-Bete-Schoko-Gugl und einen Karottenkuchen zum Reinlegen. Ich habe mich dabei für den „Rüblikuchen“ von Oma Irmgard entschieden und hab die Entscheidung bis zum letzten Krümel nicht bereut.

Für die tolle Organisation und Durchführung des großartigen Events möchte ich mich bei allen Beteiligten des Verlags bedanken. Ihr habt mir mal wieder einen wundervollen Tag beschert und auf charmanteste Weise eure Begeisterung für Bücher versprüht. Well done!

Bei meinen Kolleginen Petzi von Die Liebe zu den Büchern (@diepetzi) und Marina von Nordbreze und so. (@nordbreze) habt ihr übrigens gerade die Möglichkeit ein wunderbares Set bestehend aus dem Journal of Happiness, einem myNotes Notizbuch, einem Bullet Journal, einem Faber Castell Stifteset und einem Pilot Parallel Pen zu gewinnen. Ist das was für euch? Dann flitzt schnell zu ihren Instagram-Accounts.

Dieser Beitrag entstand ohne Bezahlung, wird jedoch aufgrund zahlreicher Verlinkungen als Werbung gekennzeichnet.

Hyggeliges arsEdition

Am 17. November 2017 lud der Münchner Verlag arsEdition zahlreiche Literatur-, Lifestyle- & Mamablogger zu einem ganz besonderen Bloggerevent ein. Auch ich war unter den geladenen Gästen. Heute möchte ich euch zur Einstimmung in die Weihnachtszeit ein paar meiner Impressionen mit auf den Weg geben.

Das Presse ABC (Britta, Anna und Caterina) begrüßt die Gäste

„Glückssucher sind Trend“

Unter diesem Motto stand der Vormittag, bei dem auch Verena Roskos, Chefredakteurin der Zeitschrift jolie, und Dr. Sandra Ebert, Dozentin für Wirtschaftspsychologie am Campus M21, anwesend waren. In einer anfänglichen Gesprächsrunde widmeten wir uns dem Thema Trends und stellten große Blogbuster kleinen Trends gegenüber. Auch „Hygge“ kam dabei zur Sprache. Ein skandinavischer Trend, der vielmehr eine Lebenseinstellung und daher auch emotional verwurzelt ist. Auch in deutschen Haushalten trifft man diese Einstellung immer häufiger an. Die hyggelige Lebensphilosophie der Dänen ruft zum Entschleunigen auf, zu gemeinsamen Momenten mit Familie und Freunden. Qualitytime, wie es die Amerikaner nennen würden, wird immer größer geschrieben.

Glückssucher im Gespräch

Die Kunst der schönen Buchstaben

Und so gestaltete sich der Rest des Vormittags auch für die anwesenden Glückssucher wunderbar hyggelig. Bei einem Handlettering – Workshop mit Petra Wöhrmann widmeten wir uns dem Lettering und verzauberten unsere Arbeitsblätter mithilfe von Bleistift und Brushpens mit schönen Buchstaben und Slogans.

Für den Workshop wurden wir mit Blättern von Hahnemühle, Bleistiften von Stabilo und Brushpens von Faber-Castell ausgestattet, die neben zahlreichen anderen Schätzen in unseren funkelnden Goodie – Bags zu finden waren.

Die Künstlermappe aus der Edition deluxe – Reihe von arsEdition hatte ich bereits innerhalb kürzester Zeit in mein Herz geschlossen. Durch den von Petra Wöhrmann personalisierten Schriftzug, wurde sie nicht nur optisch noch einmal aufgewertet, sondern auch zu einer schönen Erinnerung an das bezaubernde Event.

Mein Stück zum Glück: die Arbeitsmappe
Künstlermappen aus der Edition deluxe – Reihe

Und so möchte ich mich heute noch einmal herzlich bei allen Beteiligten, allen voran aber dem wundervollen Presse-Team von arsEdition, Britta, Anna und Caterina, bedanken, die mir einen so wundervollen Vormittag beschert haben und sich rührend um mich und meine kleine Maus gekümmert haben.

Habt eine besinnliche (Vor)weihnachtszeit <3

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Wenn’s rosa Buchstaben lettert: Ein Abend mit Frau Hölle

Manchmal schenkt dir das Leben ganz besondere Momente, die sich wie Überraschungseier offenbaren und ihre bunte Mischung aus Spiel, Spaß und Spanung über dich streuen und dich in Glücksseeligkeit eintauchen. Der letzte Mittwochabend war so einer für mich. Denn zu meiner besonderen Freude, war ich ins Hauptquartier der Online-Community Lovelybooks eingeladen, um dort Tanja Cappell alias Frau Hölle kennenzulernen und den kleinen Zauberwesen namens Buchstaben meine besondere Aufmerksamkeit zu schenken, nämlich beim Hand Lettering.

Der buchstabenverliebten und letternden Gemeinde wird das Event nicht entgangen sein. Denn der Hashtag #LBLive hat mal wieder sämtliche soziale Netzwerke gesprengt und es allen interessierten Menschen ermöglicht, sich via Livestream und/oder Social Media live dazuzuschalten. Bei der Veranstaltung vor Ort treffen Blogger, Journalisten, Verlagsmitarbeiter und Fans von Autoren und Autorinnen zusammen und so hatte ich das Vergnügen neben einer Reihe an lieben Menschen auch die Herzensmenschen und Bloggerkolleginnen Tina (Revolution, Baby, Revolution!), Marina (Nordbreze und so.), Brösel (Brösels Bücherregal) und Petzi (Die Liebe zu den Büchern) wiederzusehen.

Während Einige das Lettern längst für sich entdeckt haben und sich Bloggerkolleginnen wie z.B. das Bröselchen bereits seit geraumer Zeit an ihrem Bullet Journal kreativ verausgaben, beschränkten sich meine bisherigen Erfahrungswerte auf einige wenige Übungskrakeleien zuhause, die ich anhand des in völliger Euphorie erworbenen Equipments und der zusammengetragenen Bücher über das Handlettering zu Tage gebracht hatte. Wirklich vorzeigetauglich war davon bis dato aber noch nichts. Der Abend mit Frau Hölle kam daher wie gerufen und ich eilte voller Vorfreude zu Lovelybooks.

Ein Raum von rosa Glücksseeligkeit

Ich muss gestehen, in der Regel bin ich weder ein besonderer Fan der Farbe Rosa, noch von kitschiger Dekoration. Das in zartem pastellrosa daherkommende Buchbaby „Handlettering Alphabete – Schritt für Schritt zur eigenen Schönschrift“ von Frau Hölle, das kürzlich im Verlag Edition Michael Fischer erschienen ist, und das liebevoll dekorierte Lovelybooks-Hauptquartier sorgte dennoch für Entzückung auf meiner Seite.

Denn dem Traum von rosa Glücksseeligkeit konnte auch ich mich nicht verwehren. Neben der prall gefüllten Candybar (für den garantierten Zuckerschock!) wartete auf den von goldenem Konfetti bestreuten Arbeitstischen auch ein Exemplar des Buches, der Übungsbogen für den Abend und eine großzügig mit Arbeitsmaterial bestückte Goodiebox auf mich, was sich ein bisschen wie Weihnachten angefühlt hat (oder noch besser!?).

Frisch ans Werk mit Tipps von Frau Hölle

„Beim Lettering ist es ein bisschen so wie im Fitnessstudio: erstmal aufwärmen. Der Brush Pen ist unsere Hantel.“ – Tanja „Frau Hölle“ Cappell

Auf los geht’s los. Unsere Hantel gezückt (edding 1340 Brushpen) stürzten wir uns auf unser Übungsblatt und lernten an der eigenen Hand, dass Perfektion nur durch eines erzielt werden kann, nämlich durch Übung. Damit meine krakeligen Buchstaben zu geschwungenen Schönheiten werden, ist nicht nur die richtige Stifthaltung, sondern auch der ideale Begleiter (lt. Frau Hölle ist der edding Brushpen für blutige Anfänger besser geeignet als der von Tombow) und Durchhaltevermögen entscheidend.

Frau Hölles Credo: üben, üben, üben.

Und so hangelten wir uns an einer Reihe an Abwärts- und Aufwärtsstrichen, Buchstaben und Schnörkeln entlang um uns am Ende der Session unserem ersten eigenen Schriftzug „Today is the day“ ohne Vordruck zu widmen. Mein Ergebnis ist sicherlich ausbaufähig, erfüllte mich aber dennoch mit Stolz. Schließlich ist es leserlich, oder was meint ihr?

Natürlich habe ich den Fehler gemacht, und das Banner erst zum Schluss gemalt, anstatt auf Frau Hölles Tipp, ihn erst zu malen und dann zu füllen, zu warten. Tja ja, Geduld ist bekanntlich eine Tugend! ;-)

Mein erster Schriftzug ohne Vorlage

Wer ist eigentlich Frau Hölle?

Hinter Frau Hölle versteckt sich Tanja Cappell, die schon seit ihrer Kindheit eine besondere  Vorliebe für das Märchen der Frau Holle hat. Aus einer Wortspielerei ist das Pseudonym „Frau Hölle“ und  das „Frau Hölle Studio“ entstanden, mit dem die studierte Diplom-Ingenieurin Anfang 2014 den Schritt in die Selbstständigkeit gewagt hat. Nach der anfänglichen Konzentration auf Sketchnotes hat sich später das Lettering dazugesellt.

Neben zahlreichen Online-Tutorials und PDF-Guides hat Frau Höllle seit einer Weile auch Workshops in München im Programm, die in der Regel schwer gefragt und in Windeseile ausgebucht sind (das Abonnieren des Newsletters empfiehlt sich). Ihre kreativen Ideen und jede Menge Inspiration für alle buchstabenverliebte Menschen streut sie neben ihrem Blog auch auf den Social Media Kanälen (vor allem auf Instagram).

Bei stilnest gibt es seit einer Weile übrigens eine reizende Alphabet Schmuckkollektion, die von Tanja gestaltet wurde und sich aus 26 (Groß-)Buchstaben, die per Hand mit einem Pinselstift geschrieben wurden, zusammensetzt. Petzi hatte zwei dieser reizenden Ketten bereits für sich gesichert und uns vor Ort präsentiert. Zum Schwachwerden schön. <3

Ein berauschender Abend

Mein liebes lovelybooks – Team, liebe Tanja, es war mir ein Fest!

Selten habe ich einen Abend so genossen wie diesen! Ich habe jeden Tipp in mir aufgesaugt, Blut geleckt und die zahlreichen Unterhaltungen mit all den lieben Menschen vor Ort in meiner Erinnerungskapsel verwahrt. An der persönlich gemalten Signatur in meinem Buch werde ich mich wahrscheinlich noch Ewigkeiten erfreuen. <3

Für die großzügig befüllte Goodiebox möchte ich mich an dieser Stelle noch einmal ganz herzlich bedanken. Denn dass der Inhalt SO gigantisch ausfüllt, hätte ich nicht annähernd erwartet. Das hat nicht nur meine Bloggerkolleginnen sondern auch mich im wahrsten Sinne des Wortes ziemlich geflasht. Eine Schatzkiste von unsagbarem Wert!

Ein Blick in meine Goodiebox:

Aqua Brush Pens und Sign Brush Pens der Marke Pentel; der Edding Brush Pen 1340, mit dem wir schon vor Ort geübt hatten + ein Porcellain Brush Pen; ein rosa Pastellmarker von Stabilo + 2B Bleistift mit Radiergummi, ein Set Faber Castell Pitt Artist Pens, Stärke B zum Brush Lettering, eine Zeichenfeder und Tinte u.v.m.

v.l.n.r.: Tina, Petzi, Bröselchen, ich, Tanja „Frau Hölle“ Cappell

Das Buch „Handlettering Alphabete“

Handlettering Alphabete – Schritt für Schritt zur eigenen Schönschrift | Autorin: Tanja Cappell | 144 Seiten | Format: Hardcover | 19,99 € | Edition Michael Fischer | ISBN: 978-3-86355-768-3 | Blick ins Buch

Tanjas liebevoll illustriertes Lettering-Lexikon könnt ihr für bescheidene 19,99 € erwerben. Es ist randvoll gefüllt mit hilfreichem Wissen, zahlreichen Anwendungsbeispielen und jeder Menge Inspiration.

Es versorgt dich nicht nur mit der Entstehungsgeschichte des Letterings, sondern vermittelt dir auch die entscheidenden Unterschiede zwischen dem Hand Lettering, Brush Lettering und der Kalligrafie und zeigt dir, wie du deine Kunstwerke erfolgreich digitalisieren kannst. Neben zahlreichen DIY-Ideen für dein Zuhause findest du auch zwei Maxi-Poster mit allen Alphabeten zum Abpausen im Buch.

„Alles ist ein Prozess und fängt irgendwann an und hört irgendwann auf.“ – Tanja „Frau Hölle Cappell“

LitBlog Convention #lbc17 in Köln: Klappe – die Zweite!

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Hallo ihr Lieben,

am 10. Juni 2017 war es wieder soweit, die Kölner Verlagsräume von Bastei Lübbe luden bereits zum zweiten Mal zur LitBlog Convention  ein. Während die letztjährige Premiere noch ausschließlich mit regional ansässigen Verlagen gefeiert wurde, holten sich die Veranstalter in diesem Jahr Schweizer Verstärkung mit ins Boot.

So erwartete die Teilnehmer ein abwechslungsreiches Programm der Kölner Buchverlage Bastei Lübbe, Kiepenheuer & Witsch, DuMont Buchverlag, DuMont Kalenderverlag, Egmont LYX/INK und darüber hinaus des Schweizer Diogenes Verlag. Auch ich habe mir wieder eins der begehrten Tickets gesichert und bin vorletzten Samstag von München in die Rheinmetropole aufgebrochen.

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Die Begrüßung durch die teilnehmenden Verlage

IMG_6664-01.jpgBloggerevents erfreuen sich seit geraumer Zeit großer Beliebtheit. Neben der noch recht jungen LitBlog Convention sind andere Events in der Literaturszene bereits fest verankert. Allen voran steht da die Konferenz und das Barcamp der Blogst, mit der ich bereits seit Jahren liebäugel oder auch das Literaturcamp Heidelberg, das kommendes Wochenende auf dem Programm steht.

Neben der Weiterbildung in den unterschiedlichsten Fachgebieten steht bei derartigen Veranstaltungen ganz klar das Vernetzen im Vordergrund. Wo sonst, wenn nicht hier trifft man auf eine so geballte Ladung aus  Bloggern, Verlagsmitarbeitern, Journalisten und Autoren. Man trifft alte und neue Gesichter der Blogosphäre, Alt wie Jung. Die bibliophile Gemeinde ist groß. Wie bei einem großen Familientreffen kommen alle zusammen und feiern ihre Liebe zum Buch.

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Obwohl das Vorjahresprogramm um fünf ganze Sessions ergänzt wurde und damit insgesamt 24 Workshops aufwies, füllten sich die Räumlichkeiten wieder derart schnell, dass ich in diesem Jahr mit meiner Vorauswahl kein Glück hatte und mich gleich drei Mal umentscheiden musste. Das war schon irgendwie ein bisschen enttäuschend, wurde letzten Endes aber durch die jeweiligen Alternativen wieder wettgemacht.

Nachfolgend möchte ich euch wieder einen kleinen Einblick in die Workshops geben, die ich besucht habe. Sie schenken euch tatsächlich nur einen klitzekleinen Eindruck, sollen aber Anreiz schaffen, selbst einmal an der LitBlog Convention teilzunehmen. Wirklich nützlich sind die Informationen sicherlich erst, wenn man persönlich anwesend war.

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Das Programm der #lbc17

Meine Workshops

1.Workshop: Basic Handlettering
1.Workshop: Der Buchumschlag – eine Frage des Geschmacks

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Herbstliche Neuerscheinungen @KiWi

Ich muss gestehen, ich lasse mich oft von schönen Covern zu Buchkäufen verführen. In der Regel fahre ich damit recht gut, manchmal falle ich damit aber auch auf die Nase. Denn nicht jedes Cover hält was es verspricht. Oder auch umgekehrt. Das Sprichwort „Don’t judge a book by it’s cover!“  behält nämlich Recht. Manchmal entdecke ich hinter bescheidenen oder nichtssagenden Covern die größten Schätze, weshalb ich euch nahelege nie auf den zweiten Blick hinter den Buchdeckel zu verzichten.

Generell ist das Design eines Buchumschlags aber natürlich Frage des persönlichen Geschmacks. Und der variiert je nach Person. Welchen langen Weg die Verlagsmitarbeiter daher bei der Gestaltung eines Buchumschlags teilweise hinter sich bringen müssen, ehe sich auf ein entgültiges Buchcover festgelegt werden kann, zeigte uns Julia Krumhauer aus der Werbungsabteilung von KiWi. Anspruchsvolle Literatur scheint covertechnisch wohl ungewöhnlichere Wege gehen zu können, als es z.B. ein Sachbuch oder ein Krimi kann, die in der Regel bestimmte Typografien aufweisen.

„Ein Cover ist wie ein kleines Miniplakat.“

Krumhauer nahm uns mithilfe von drei Herbstneuerscheinungen mit auf eine Reise durch den Entwicklungsprozess eines Covers. Gezeigt wurden die finalen Ausgaben von Norman Ohlers „Die Gleichung des Lebens“, Sonja Heiss‘ „Rimini“ und Franziska Seyboldts „Rattatatam, mein Herz“ und deren unveröffentlichte Coverentwürfe. Ein spannende Entdeckungsreise, bei der auch ich feststellte, dass mir manchmal ein anderer Coverentwurf besser gefallen hätte als das Endresultat. That’s life!

2.Workshop: John Irvings Ringen und Schreiben

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Anna von Planta gewährt einen Blick auf Irvings Schreibtisch in Toronto

Den Einblick in John Irvings Universum durfte ich mir nicht entgehen lassen. Ich war daher mehr als erfreut, dass ich einen der begehrten Plätze in diesem Workshop ergattert habe, in dem die Lektorin des Bestsellerautors Anna von Planta Einblick in ihren Arbeitsalltag mit John Irving gewährte. Bereits seit 30 Jahren begleitet sie den Diogenes-Autor durch seine Werke, um die 12.000 Seiten hat sie bereits von ihm gelesen.

Für von Planta, die in England studiert hat und bereits früh mit Irving in Berührung kam, wurde der Wunsch, Lektorin zu werden, von Irving entscheidend geprägt. Von Anfang an hat sie Irvings Talent zutiefst beeindruckt, das bereits zahlreiche Werke wie zum z.B. „Das Hotel New Hampshire“ oder „Gottes Werk und Teufels Beitrag“ zum Vorschein brachte. Dass von Planta eines Tages zur Lektorin von Irving selbst wird, hätte sie nie zu träumen gewagt.

„Irving rüttelt an den Gitterstäben der Kontingenz.“

Ihre lebendigen und emotional behafteten Beschreibungen von Irvings Schreibstil und seinen Romanen haben mich wirklich mitgerissen. Sie lies den Facettenreichtum dabei nicht unerwähnt, den Irvings Romane aufweisen und die Leser mit einer Bandbreite an Themen konfrontiert, weshalb man sie sowohl als Verwicklungs- als auch als Entwicklungsromane bezeichnen kann.

Der engagierte Irving ist ein Verfechter der Toleranz. Er schreibt über Minderheiten bzw. die Gleichstellung von Minderheiten. Seine Figuren sind meist Suchende, die Irving am Rande der Wahrscheinlichkeit bewegen lässt. Er beginnt seine Romane immer mit dem letzten Satz, von dem aus er sich rückwärts durch die Handlung bewegt und dabei den ganz eigenen Sound der jeweiligen Geschichte findet. Dieser unverwechselbare Irving-Sound haftete auch den Beschreibungen der Lektorin an. Einfach großartig!

3.Workshop: Das Zusammenspiel von Büchern, Hashtags & Social Media
3.Workshop: Ohren auf – über das Vergnügen Hörbuch

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In diesem Workshop gab es allerhand auf die Ohren. Denn Martha Schoknecht aus der Hörbuchabteilung von Diogenes hatte nicht nur allerhand Offenbarungen über ihre liebsten Stimmen, sondern auch eine Reihe an Soundbeispielen für uns parat. Seit acht Jahren versetzt sie gemeinsam mit bekannten Sprechern und Sprecherinnen die Werke des Schweizer Fachverlags zum Leben

„Jedes Buch hat seinen eigenen Charakter, wie jede Stimme seinen eigenen Charakter hat.“

Ähnlich wie beim Soundcheck, bei dem der Diogenes Verlag den passenden Übersetzer für eine Geschichte findet, wird sich auch auf die Suche nach dem passenden Sprecher gemacht. Denn nicht jede Stimme passt zu jeder Geschichte. Der individuelle Sound ist hier entscheidend. Oftmals werden Schauspieler als Sprecher gewählt, weil sie eine abgeschlossene Sprecherausbildung haben und sich dementsprechend geschult ausdrücken können. Die Stimme von Schauspieler Christian Brückner ist hierfür ein gutes Beispiel. Denn die rauchige Whiskeystimme Brückners ist nicht nur unfehlbar der deutschen Synchronstimme Robert De Niros zuzuordnen, sondern auch dem Genre Krimi. Sie untermalt die düstere Atmosphäre eines Krimis perfekt.

„Das Buch selbst gibt die Stimmung wieder, nicht der Sprecher.“

DIMG_6657er Beruf des Sprechers ist eine wirkliche Herausforderung. Denn neben bestimmten Stimmlagen müssen manchmal auch bewusste Sprechpausen eingelegt werden, die spannungserzeugend oder betonend wirken. Fehlerhaft gelesene Passagen können nicht einfach geschnitten oder wahllos aneinandergesetzt werden. Der individuelle Sound einer Stimme ist oft tages- und gemütsabhängig, weshalb die Aufnahmen verschiedener Tage nicht zueinander passen würden. Maximal einzelne Wörter können angepasst werden, wenn sie sich an eine falsche Stelle geschlichen haben.

Der Diogenes Verlag veröffentlicht pro Halbjahr ca. 4-5 Hörbücher. Da die Vertonung eines Romans in der Regel mit sehr hohen Kosten verbunden ist, wird nicht jeder Roman automatisch zum Hörbuch gemacht. Hierüber entscheiden oft das Budget, die Länge eines Romans und auch der Bekanntheitsgrad des Autors. Wir hören u.a. in den von Ulrich Matthes gelesenen Klassiker „Tschechow“ und in den von Burkhart Klaußner gelesenen Fitzgerald-Roman „Diesseits vom Paradies“ rein.

4.Workshop: Books & Co. Auf Instagram
4.Workshop: Lesen, bewerten, empfehlen – wie funktioniert eigentlich ein Bücherblog?

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Mara Giese hat meinen ganzen Respekt verdient. In den letzten sechs Jahren hat sie eine unwahrscheinliche Entwicklung durchlaufen, der sowohl ihren Blog als auch ihre Person reifen hat lassen. Ihr Literaturblog Buzzaldrins Bücher hat 2011 nur wenige Monate später als Nur Lesen ist schöner das Licht der Welt erblickt und kann bereits eine Reichweite und einen Bekanntheitsgrad aufweisen, von der/dem ich nur träumen kann.

Seit ihren Anfängen verfolge ich Maras Beiträge rund um ihre gelesenen Bücher, besuchten Literaturevents und ihre vierbeinigen Lese- und Lebensbegleiter als begeisterte Leserin und Bloggerkollegin. Ihren kürzlich angetretenen Job als Buchhändlerin werde ich mit neugierigem Blick verfolgen.

Maras Tipp um sich sichtbar zu machen: „Macht einfach mal einen auf dicke Hose.“

Ursprünglich geplant war zwar ein ganz anderer Vortrag, der nach einer erneuten Raumüberfüllung in die Lobby verlegt wurde, bereut habe ich den Besuch bei Mara dennoch nicht. Die zehn Tipps, die Mara den Teilnehmern an die Hand gab, gehören nämlich zum täglich Brot einer Literaturbloggerin. Sie sind in meinem Bloggeralltag zwar bereits fest verankert, haben mir aber gewisse Dinge wieder in Erinnerung gerufen und mich zur Selbstreflektion eingeladen.

Ihre Empfehlungen sind außerdem in Form eines Buches, dem „Literaturbloggerbuch“ bei Edel Elements schriftlich festgehalten. Allen Bloggerneulingen sei die Lektüre  daher persönlich ans Herz gelegt.

5.Workshop: 100 Bookshops around the world

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Eine Headline, die bereits im Vorfeld für großes Herzklopfen sorgte! Wer den Torsten noch nicht kennt, sollte sich seine Facebook Fanpage Around the world in 100 Bookshops noch einmal genauer ansehen. Denn der gelernte Buchhändler Torsten Woywood hat das gemacht, wovon viele Buchliebhaber sicherlich träumen. Er hat Wohnung und Job gekündigt, um sich auf eine ganz besondere Reise zu begeben. Und zwar zu den schönsten Buchhandlungen dieser Welt. Na, bist du nun neugierig? Solltest du auch.

IMG_6680Torsten reiste im Workshop erneut mit uns um die Welt. Wir entdeckten den Buchladen Boekhandel Dominicanen in Maastricht, der sich in einer alten Kirche niedergelassen hat; die Livraria Lello in Porto, wo J.K. Rowling wohl ihre Inspiration für Harry Potter fand und in der man nur selten alleine ist; die größte Outdoor-Buchhandlung in den USA, die wunderschöne Historia Literatura Universal in Buenos Aures, die angeblich „schönste Buchhandlung der Welt“ in Venedig oder eine Bücherstadt in Tokyo mit sage und schreibe 180 Buchhandlungen auf kleinstem Raum.

Wer jetzt noch nicht genug Buchhandelstipps gesammelt hat oder einfach noch Lust auf mehr hat, kann sich Torstens literarische Hotspots als Buch „In 60 Buchhandlungen durch Europa: Meine Reise zu den schönsten Bücherorten unseres Kontinents“ (*klick*) oder auch als bibliophiler Wandkalender „Around the world in 100 Bookshops“ (*klick*) nach Hause holen.

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Zu meiner Begeisterung gab es den wunderschönen Wandkalender aus dem Hause DuMont Kalenderverlag als Goodie für alle Teilnehmer des Workshops mit nach Hause! <3

Begegnungen im Fotobulli

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Mein Resümee

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IMG_6666-01.jpgDie LitBlog Convention hat sich gelohnt. Ich bin um viele Anregungen und Eindrücke reicher wieder nach Hause gefahren. Meine Lieblingsworkshops waren definitiv die über John Irving und Torsten Buchhandelsweltreise. Etwas neidisch bin ich nach wie vor auf die Teilnehmer des Basic Handlettering – Workshops, an dem ich gerne teilgenommen hätte,  um zu sehen, inwieweit das Handlettering auch zu meinem Hobby werden könnte.

Das Einbauen von 20-minütigen Zeitfenstern zwischen den Workshops hat für etwas Luft zum Raumwechsel gesorgt, auch wenn sich mir Raum Greg im dritten Stock auch beim dritten Anlauf noch zu klein präsentierte. Das DSC_0918-01spontane Ausweichen in die Lobby sollte man sich für nächstes Jahr vielleicht als feste Alternative zu Raum Greg im Hinterkopf behalten, um enttäuschte Teilnehmer zu vermeiden. Die feste Mittagspause mit kuchen- und obsttechnischer Verstärkung und der überpünktliche Aufbau des Abendbüffets  hat das Event perfekt abgerundet und selbst die hungrigsten Bloggermäuler gestopft.

Besonders gefreut hat mich sowohl das Wiedersehen mit bekannten und das Kennenlernen von bisher unbekannten Bloggerkollegen als auch mit einer Reihe an Verlagsmitarbeitern, weshalb der Fotobulli für das Festhalten dieser Begegnungen rege zum Einsatz kam. Ich bin ein großer Fan des Fotobullis geworden, der mir bereits zur #fbm16 begegnet ist!

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In love @FotoBulli

Du möchtest noch mehr Eindrücke zur #lbc17 einfangen? Dann schau mal hier:

Bloggertreffen mit Diogenes und Community Editions – Börsenblatt.net

Mein Vortrag auf der LitBlog Convention 2017 – Buzzaldrins Bücher

Aus dem Leben eines Bloggers: Die LitBlog Convention 2017 – whoiskafka

Warum ich 16 Stunden Zug für die LitBlog Convention 2017 gefahren bin – kapriziös

Die 2. LitBlog Convention in Köln – Bücher, Buchmenschen, Tränen und ganz viel Liebe! – literameer

Das war die LitBlog Convention 2017 – dunkelbunt

Unsere Litblogconvention 2017 – Leckere Kekse

Ein goldener Abend im Literaturhaus München + Verlosung

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Stell dir vor, eine junge mittellose Frau sucht in einem Trödelladen nach einem Geschenk für ihren Liebsten. Der Laden quillt über vor altem Plunder, durch verrauchte Dunstschwaden zeichnen sich die Umrisse von altem Porzellan, angeschlagenen Nachttöpfen und falschen Perlenketten ab. Doch hinter einem Gummibaum entdeckt sie ein Bild. Eine Szenerie, die unter einer jahrzehntelang angehäuften Staubschicht hindurchschimmert und als die größte, bewegendste und aufregendste Darstellung der Liebe gilt. Doch das weiß sie nicht. Sie ersteht es für lächerliche 75 Pfund und transportiert es billig verpackt auf ihrem Fahrrad nach Hause.

Das Gemälde, welches den Namen „Die Launenhaftigkeit der Liebe“ trägt und aus der Hand von Maler Jean-Antoine Watteau stammt, präsentiert sich indes ebenso launenhaft. Denn das Schmuckstück, das u.a. im Vorbesitz von Marie Antoinette, Napoleon oder auch George IV. war und in den letzten 300 Jahren einen beachtlichen Wert an Erinnerungen sammeln konnte, fühlt sich im Besitz der jungen Köchin Annie McDee nicht wirklich wohl. Es ist nahezu empört, dass es künftig in einer Küche stehen soll und meldet sich deshalb ganz plötzlich zu Wort. Ja, ihr habt richtig gehört! Es beginnt mit uns zu sprechen. Kann nicht sein?! Ich denke doch. Willkommen in Hannah Rothschilds Roman „Die Launenhaftigkeit der Liebe“.

„Lassen Sie mich raten, was Sie denken. Mädchen findet Bild; es stellt sich heraus, Bild ist ein Vermögen wert. Mädchen findet (endlich) Jungen mit Herz. Mädchen verkauft Bild, macht Millionen, heiratet Jungen, alle leben glücklich bis ans Ende ihrer Tage.

Ach verpisst euch. Ja richtig, verpisst euch. (…) So einfach ist das Leben nicht.“

Zitat aus dem Buch, Seite 100

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dsc_9845-01.jpegNun stell dir vor, du bist zu einer Lesung ins Literaturhaus München geladen und begegnest nicht nur Autorin Hannah Rothschild, Journalistin Margarete von Schwarzkopf und Schauspielerin Ulrike Kriener, sondern auch eben jenem Bild. Nicht dem Bild persönlich (schließlich handelt es sich dabei um ein fiktives Gemälde Watteaus), wohl aber seiner anklagenden Stimme, der Ulrike Kriener auf besonders facettenreiche Weise Ausdruck verleiht und uns damit völlig in ihren Bann zieht. Die Schauspielerin, die aus TV & Film bekannt ist und bereits einige Fernsehpreise gewonnen hat, liebt es, wenn Zeilen Stimmungen einfangen. Die spannenden Dialoge des Romans begegnen ihr abenteuerlich und verleihen nicht nur dem Abend, sondern auch der Geschichte einen besonderen Rhythmus.

Es wird ein magischer Abend für Arndt von der kleinen literarischen Sternwarte Astrolibrium und mich. Ein weiterer besonderer Abend, der sich an gemeinsame Veranstaltungen anreiht und uns sowohl die Biographie von Hannah Rothschild als auch die Entstehungsgeschichte des Romans näherbringt, die tatsächlich in einem Schuhkarton ihren Ursprung fand.

„All begins with art.“

Hannah Rothschild

img_4328.jpgRothschild, die der berühmten Bankiersfamilie entstammt und als Autorin und Filmregisseurin arbeitet, verliebt sich oft in Bilder. Die Kunstszene ist ihr nicht nur durch die beachtliche Kunstsammlung ihrer Familie, sondern auch durch ihr Engagement in den Kuratorien renommierter Museen bestens vertraut. Beim Blick auf ein Bild fragt sie sich oft, was sich für eine Geschichte hinter ihm verbirgt und was es ihr erzählen würde, wenn es sprechen könnte. Schließlich ist ein Gemälde nicht nur von materiellem sondern auch von emotionalem Wert. Denn es birgt oftmals die Erinnerungen zahlreicher Besitzer in sich. Durch sie wird sein Wert geformt, erfährt Kunst doch aus unterschiedlichen Beweggründen eine besondere Wertschätzung.

„Den Wert eines Kunstwerks bestimmt allein das Begehren: Wer es besitzen will und wie dringend.“

Zitat aus dem Buch, Seite 21

Und so zauberte Rothschild Charaktere, Handlung und Ort ihres Romans aus einem magischen Schuhkarton voller Erinnerungsstücke und schafft daraus ein Buch, das sich wie eine raffinierte Mischung aus Gesellschaftskomödie, Kunstkrimi und Familienroman präsentiert. Durch zahlreiche Handlungsfäden spinnt Rothschild ein weitreichendes Geflecht durch die Kunstgeschichte und gewährt selbst Laien wie mir einen Einblick in die Szene. Doch Obacht, der Facettenreichtum des Romans verlangt dir einiges ab. Du hast dennoch Blut geleckt und fühlst dich dieser Herausforderung gewachsen? Dann habe ich heute eine besondere Überraschung für dich. Der DVA Verlag hat mir ein Exemplar an die Hand gegeben, dass ich vor Ort signieren habe lassen und das es nun zu ergattern gilt.

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„Kunst überlebt einzig dadurch, dass sie in jemandes Herzen eine Saite zum Klingen bringt, dass sie Trost und Zuversicht spendet. Ein großes Bild ist immer die Quintessenz eines Gefühls und reicht uns über den Lauf der Zeit hinweg eine mitfühlende Hand.“

Zitat aus dem Buch, Seite 100

Dein goldenes Ticket für ein signiertes Exemplar von „Die Launenhaftigkeit der Liebe“:

Gibt es ein Bild, das eine besondere Faszination auf dich ausübt? Und wenn ja, warum ist das so? Was glaubst du, würde es dir erzählen, wenn es wie das Gemälde im Buch zu dir sprechen würde?

Um am Gewinnspiel teilzunehmen hast du ab sofort bis einschließlich Freitag, den 16. Dezember 2016 um 19:30 Uhr Zeit, mich mit deiner Antwort in Form eines Kommentars zu überzeugen. Die Auswahl des Gewinners erfolgt aus rein persönlichen Gesichtspunkten.

Let the magic begin!

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Dieser Beitrag ist Teil eines Bloggerdoppels mit Arndt von Astrolibrium. Neben seinem Beitrag für das Literaturradio Bayern, bei dem er Autorin Hannah Rothschild, Lektorin Karin Kirchhof und Schauspielerin Ulrike Kriener interviewt hat und sich mit mir bei einem abendlichen Spaziergang durch die Stadt über den Roman ausgetauscht hat, findet ihr seine Eindrücke dieses gelungenen Abends auf der kleinen literarischen Sternwarte. Während ihr das Buch bei mir schon jetzt ergattern könnt, ist es Teil des Starterpaketes, das man im Rahmen von Arndts Adventskalender gewinnen kann.

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credits: Arndt Stroscher

#litlove2016 oder „Wo’s tausend Herzen regnet“

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Meine lieben Leserinnen und Leser,

ich bin ein Herzensmensch. Das ist sicherlich schon an der ein oder anderen Stelle meines Blogs durchgeschimmert. Ich brenne für von Emotionen getränkte Geschichten, die ebenjene auch in mir hervorrufen. Die, die mich freudig durch die Wohnung tanzen oder peinlich ergriffen aufschluchzen lassen. Die mir Gänsehaut über die Arme jagen und mich hineinziehen, in die Gefühlsachterbahn, deren tosende Fahrt all die Emotionen aufwirbelt, die am manchmal nur sehr spärlich glitzernden Boden vom Rummelplatz des Lebens liegen.

Während ich mich bis vor einigen Jahren fast ausschließlich von Romanen von Cecelia Ahern, Susan Elizabeth Phillips oder Marian Keyes literarisch ernährt habe, haben sich über die Jahre zahlreiche andere HerzensbuchautorINNen dazugesellt. Es sind Geschichten von Nina George, Adriana Popescu oder Anne Freytag. Sie alle rauben mir regelmäßig den Atem, bereichern mein Bücherregal um zahlreiche Herzensbücher und emotionale Momente. Ja, ich bin auf der emotionalen Ebene richtig gut zu kriegen. Und darum geht’s hier auch: um Emotionen.

Als ich vom Lesefestival der Münchner Verlagsgruppe Random House erfuhr, dauerte es daher nicht lange, bis die Karten gesichert waren und die Vorfreude täglich bis ins Unermessliche wuchs. Heute möchte ich euch meine Eindrücke und Momentaufnahmen zur vergangenen lit.Love präsentieren, die vom 12.-13.11.16 ihre Premiere gefeiert hat. Und da gut Ding Weile haben will, erscheint dieser Bericht nicht nur erst knapp zwei Wochen nach der Veranstaltung, sondern auch in sehr umfangreicher Natur. Ich bitte euch nachzusehen, dass mir eine Kürzung absolut unmöglich war. Dafür haben sich einfach zu viele Eindrücke und Momentaufnahmen im Entwurfordner angesammelt. Ich empfehle euch die Orientierung anhand der Überschriften.

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Samstag, 12. November 2016

10:00 TALK mit Autorin Silvia Day, Moderation Anouk Schollähn

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Zugegeben, ich konnte mich bisher weder für die mittlerweile fünf erschienenen Teile der Crossfire-Reihe, noch für irgendein anderes Buch aus dem Bereich der erotischen Literatur erwärmen. Eines muss ich aber zugeben, was da an mein Ohr drang, war gar nicht so schlecht, wie anfangs gedacht. Es scheint sich bei Silvia Days Romanen nicht ausschließlich nur um Leidenschaft und Sex zu drehen, sondern auch um Tabuthemen wie Missbrauch. Days Zeilen begegneten mir dabei sehr passionert. Insgesamt scheint die Autorin, die unter Tränen von ihren Romanfiguren Abschied nahm und von ihrer Tochter als melodramatisch bezeichnet wird, eine sehr vernünftige Einstellung zu haben. Sie schreibt nämlich nur das, was sie will und nicht das, was ihren LeserINNen wohl gefallen könnte. Gefällt mir. Vielleicht hat sie mich damit als neue Leserin gewonnen.

Hier kommt ihr zum Livestream des lit.Lounge.TV

11:00 Uhr LESUNG: Anne Freytag & Adriana Popescu lesen aus „Mein bester letzter Sommer“ und „Paris, du und ich“

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img_3812-01.jpegWas eine Lesung von Anne & Adriana so besonders macht? Ist das eine ernst gemeinte Frage? Wer jemals die beiden Herzensdamen live erlebt hat, wird sich förmlich eine Wiederholung herbeisehnen. Denn das Autorenduo, deren Freundschaft tatsächlich bei Facebook ihren Ursprung fand, steht meines Erachtens für Leidenschaft & Lebensfreude pur.

Welches Buch den Anfang der Lesung macht, entscheidet „Stein, Schere, Papier“, vorgelesen wird gemeinsam aus den Jugendromanen „Mein bester letzter Sommer“ und „Paris, du und ich“. Mal findet sich Anne, mal Adriana in der männlichen Rolle wieder, es gibt Special Sounds zur Untermalung und Gesichtsentgleitungen deluxe. Ja, und die beherrschen beide ganz gut!

img_3819-01-01.jpegUnd wenns auf deutsch zu langweilig wird, dann switchen die beiden einfach zu österreichisch oder russisch. Eine charmant chaotische Lesung.

Da vergisst man fast, dass es in Anne Freytags Jugendroman „Mein bester letzter Sommer“ ums Sterben geht und verschluckt ganz unbemerkt den Kloß im Hals, der sich bei der Textstelle „Ich suche einen Freund zum Sterben.“ ganz automatisch breit macht. Während Annes Roman sich schon zu meinen Jahreshighlights ins Regal gesellt hat, stecke ich noch mittendrin, in Adrianas Reise durch die Stadt der Liebe in „Paris, du und ich“.

12:00 Uhr Vermittler zwischen den Welten: Was macht eigentlich eine Literaturagentur? (MIT Autorin Claudia Winter, Lektorin Claudia Negele und der Agentur erzähl : Perspektive)

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Ja, warum braucht man als Autor eigentlich eine Agentur? Diese Frage habe auch ich mir schon oft gestellt. Wo es doch Verlage gibt. Autorin Claudia Winter sieht das Zusammenspiel zwischen Verlag & Agentur wie eine Art Patchworkfamilie. Sie möchte weder die Verlags- noch Agenturseite missen. Für die Schwabinger Agentur erzähl : perspektive war die Autorin damals ein Glücksgriff, da sie bereits ein nahezu fertiges Buch („Aprikosensommer“) und das Manuskript für ein weiteres in petto hatte und damit auf Anhieb begeisterten konnte. Dabei erhält eine Agentur im Schnitt 1000 unverlangte Skripte pro Jahr, wovon wohl kaum eins eine reelle Chance hat, ein Buch zu werden.

13:00 Uhr Eine Verschnaufpause
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Follow the lights
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Ein Blickfang von Buchregal
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Madness an der Fotobox Vol. I

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14:00 BLOGGERLOUNGE II: Adriana Popescu, Anne Freytag & Constanze Wilken

2016-23-11-21-46-29Die Bloggerlounge hat mir nicht nur die Möglichkeit geschenkt, mit meinen Lieblingsautorinnen Anne Freytag und Adriana Popescu ein bisschen zu plaudern, sondern auch ein bisschen Kraft zu tanken. Für das leibliche Wohl war bestens gesorgt. Welch ein Glück habe ich mich rechtzeitig für die Lounge akkreditiert, wo ich mir sonst ein Plätzchen in der Kantine hätte suchen müssen.

Hier wurde ganz unbefangen über Gott und die Welt geredet. Dabei kam nicht nur zum Vorschein, dass Selfpublishing ein hartes Stück Arbeit ist und das Veranstalten von Gewinnspielen lästig sein kann, sondern auch, dass die Autorinnen gerne zur Abwechslung auch mal Blogger unter die Lupe nehmen und bewerten möchten. In ihrem Youtube Podcast „Jeden Freytag und Popescu“ quatschen sich Anne und Adriana bereits seit einiger Zeit ihre Gedanken von der Seele. Ein wirkliches chilliges Unterfangen! Für beide Seiten.

15:00 Das will jeder lesen – Vom Phänomen All Age (Moderation Anka von Ankas Geblubber, Autorinnen Ulla Scheler, Bettina Belitz, Anne Freytag und Literaturagentin Sophie Wittmann)

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Dürfen Jugendromane nur von Jugendlichen gelesen werden? Diese Frage habe auch ich mir lange gestellt, als man mir mit Anfang Dreißig ein Jugendbuch in die Hände gedrückt und es mir empfohlen hat. Völler Unsinn, sage ich heute. Es gibt Romane, die sind für Leser jeden Alters gemacht. Anspruchsvolle Jugendromane von heute unterstreichen das, begegnen sie uns doch manchmal auf viel anspruchsvollerer Ebene, als so mancher Erwachsenenroman.

„Man holt Menschen mit Emotionen ab.“, so auch Autorin Anne Freytag, die ihren Gesprächspartnern und mir aus der Seele spricht und den Nagel auf den Kopf trifft. „Bücher tut es gar nicht gut, sie in ein Korsett zu quetschen. Sie sollten Leser unterschiedlichen Alters erreichen.“ Ein All Age Roman also, ein Buch für jedermann. Dass viel mehr Büchern dieses zeitlose Genre  geschenkt werden sollte, da sind sich alle Gesprächspartner einig.

Wo man doch am liebsten manchmal im Buchladen alles umräumen möchte, weil ein Roman einfach nicht da steht, wo er eigentlich hingehört und damit auch nicht seine potentiellen LeserINNen erreicht. Für Ulla Scheler, die ihren Debütroman mit 24 Jahren veröffentlicht hat („Es ist gefährlich, bei Sturm zu schwimmen“) ist diese Gesprächsrunde fast therapeutisch. Eine spannende Talkrunde unter der charmanten Moderation von Anka (Ankas Geblubber).

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16:00 LESUNG: Stefanie Gerstenberger liest aus „Das Sternenboot“

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Eine Lesung, die sich wie eine Reise nach Sizilien anfühlt. Das war sie, die Reise in Stefanie Gerstenbergers „Sternenboot“.

Die Autorin, die selbst ganz lange auf Sizilien gelebt hat, hat mir durch ihre bildhafte und lebendige Sprache nicht nur authentische Momentaufnahmen sizilianischer Art, sondern auch eine sizialianische Zitrone geschenkt. Der Roman ist ein Lese- und Hörgenuss gleichermaßen. Selbst wenn auf Sizilien nicht immer alles Gold ist, was glänzt, möchte ich nach der Lesung unverzüglich nach Italien reisen.

La dolce vita eben!

17:00 TALK: Vom Hausmädchen zur Bestsellerautorin! Katherine Webb und ihr Weg zum Erfolg(Moderation Anouk Schollähn)

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Eine Autorin, die für altes historisches Gemäuer brennt. Kein Wunder, dass Katherine Webb Geschichte studiert hat und ein altes Cottage und ehemaliges Polizeirevier ihr Heim nennen kann (allerdings ohne noch exisitierende Gefängniszellen. Ihr Roman ist selbstverständlich ein Abenteuerroman, in dem sich die Figuren durch die staubige Wüste des arabischen Oman quälen. Webb erzählt von ihrem Weg durchs Leben, von ihren zahlreichen Jobs (u.a. als Housekeeper) und ihrem Durchbruch als Bestsellerautorin, der ihr mit „Das geheime Vermächtnis“ gelang.

Hier kommt ihr zum Livestream des lit.Lounge.TV

Sonntag, 13. November 2016

10:00 Uhr LESUNG: Geneva Lee liest aus der Royal-Saga, Moderation durch Irina v. Bentheim

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Als hätte ich es geahnt. Reichlich verspätet treffe ich zu Lesung von Geneva Lees Lesung aus der Royal-Saga ein und laufe direkt rot an. Ist das nicht? Ja, ist sie. Die Synchronstimme von Sex and the City- Star Carrie Bradshow ertönt aus den Lautsprechern. Schließt man die Augen, meint man Carrie vor sich zu sehen und ist daher auch nicht verwundert, dass es sich fast ausschließlich um harten Sex und der Beschreibung von Genitalien dreht.

Irgendwie einfach nicht mein Ding. Diese sexy talks mit Fremdschämfaktor 10. Man nenne mich prüde, aber manche Dinge kann und will ich einfach für mich behalten!

11:00 Uhr STUDIOTOUR durchs #lit.lounge.TV Studio
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And Action!!

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Hi George, nice to meet you!

12:00 Uhr LESUNG: Katherine Webb liest aus „Das Versprechen der Wüste“, deutsche Stimme Julia Fischer

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Für ihren Abenteuerroman „Das Versprechen der Wüste“ ist Autorin Katherine Webb 2 Wochen durchs arabische Oman gereist. In der staubigen Landschaft der Wüste, in the middle of nowhere, wurde sie ausgesetzt und später wieder eingefangen, als sie schon geglaubt hatte, verlorengegangen zu sein. Während Webb sich nach Ruhe sehnte und die Isolation förmlich genoss, war ihr junger Tourguide eher auf Action aus. Bei ihrem „Wild camping“ hat sie die meditative Kraft der Stille entdeckt und in ihre Zeilen einfließen lassen.

Mit kraftvoller, magischer und atmosphärisch geladener Stimme liest uns Schauspielerin und Autorin Julia Fischer („Sehnsucht auf blauem Papier“) deutsche Passagen des Romans vor und macht die Lesung zu einem absoluten Highlight.

13:00 Uhr „Schreiben Sie mir, oder ich sterbe!“ Liebesbriefe berühmter Frauen und Männer

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„Ich liebe dich wahnsinnig, unsäglich, maßlos.“ Edith Piafs Zeilen an ihren kleinen Schatz.

Dass Liebesbriefe nicht immer mit schwulstigen Liebesoffenbarungen zu tun haben müssen, sondern auch tief empfundene Liebe auf Papier zum Ausdruck bringen können, zeigten mir die Briefe aus „Schreiben Sie mir, oder ich sterbe!“. Darin sind Liebesbriefe berühmter Frauen und Männer zu finden, u.a. von Edith Piaf und Marie Curie. Beide zerrissen mir schier das Herz und ließen meine Augen wässrig werden. Was wohl nicht nur an den herzzerreissenden Zeilen, sondern auch an der an den großartigen Sprechern Friederike Kempter und Christian Baumann lag, die aus Tv und Theater bekannt sind. Minuten, die wie Sekunden verstrichen.

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14:00 Uhr  Eine ErHOLSAME Nachmittagspause MIT HERZENSMENSCHEN
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Begegnung mit Jonas Jonassons Zebra
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Madness an der Fotobox Vol. II
15:00 Uhr 1000 & 1 Idee – doch wie wird’s ein Buch? (Mit AUTORIN Constanze Wilken, Brigitte Riebe und Petra Durst-Benning)
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Ladiesrunde auf der Kleinen Bühne

3 Autorinnen, 3 Ideen, 3 spontane Geschichten: Was aus 1000 & 1 Idee entstehen kann, haben die Autorinnen Constanze Wilken, Brigitte Riebe und Petra Durst-Benning auf Anhieb gezeigt. Alle drei wurden spontan mit Bildern konfrontiert: ein Postbote, der einer alten Dame ein Päckchen übergibt; ein Mann am Bahnhof; und ein Zusammenstoß in der Fußgängerzone. Woher die Autorinnen ihre Inspiration holen und welche noch so unbequemen Schreibecken sie in ihren eigenen vier Wänden bevorzugen, verrieten sie uns im Gespräch auf der Kleinen Bühne.

16:00 Uhr Sehnsuchtsorte oder mehr Meer: Welche Rolle spielt die Landschaft im Liebesroman?

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„Das Meer ist unheimlich viel: bedrohlich und wunderbar.“ Stefanie Gerstenberger über das Meer

Landschaften in Liebesromanen erzeugen ein bestimmtes Bild beim Leser. Daher sind manche Orte einem bestimmten Genre zuzuordnen, während andere widerum wie die eierlegende Wollmilchsau sind und viele Genres beherbergen, so z.B. Frankreich. Das Meer ist für viele ein Sehnsuchtsort, weswegen der Leser schon im Kopf heimlich zu reisen beginnt. So auch in Ulla Schelers Jugendbuch „Es ist gefährlich, bei Sturm zu schwimmen.“, in dem das Meer nicht nur einen Sehnsuchtsort, sondern auch eine eigene Figur verkörpert. Stefanie Gerstenbergers Roman „Das Sternenboot“ hingegen spielt in Sizilien. Die Insel der Kontraste. Denn hier liegen  Hässlichkeit und Schönheit nah beeinander, das weiß die Autorin aus eigener Erfahrung.

Ein leidenschaftliches Plädoyer über Sehnsuchtsorte oder mehr Meer. Eine wunderbare Unterhaltung als Abschluss eines gelungenen Lesefestivals. #litlove2016

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Over & out

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Für die Planung, Organisation und Umsetzung dieses einzigartigen Lesefestivals danke ich dem gesamten Team von Random House. Ich lege jedoch herzlichst die Aufnahme einer festen Mittagspause bzw. kleinen Zwischenpausen ans Herz.

<3

LitBlog Convention #lbc16 in Köln: Klappe – die Erste!

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Hallo ihr Lieben,

am vergangenen Samstag war es endlich soweit, die  LitBlog Convention #lbc16 hat ihre Premiere gefeiert. Schon bei der Leipziger Buchmesse im März wurde fleißig für die erste Bloggerkonferenz in den Verlagsräumen von Bastei Lübbe in Köln geworben. Die auf 150 Teilnehmer begrenzte Veranstaltung am 04. Juni 2016 war bereits nach drei Stunden ausverkauft und die Warteliste für die Nachrücker wuchs stetig. Auch ich konnte mir eines der begehrten Tickets sichern und habe mich unter das (im wahrsten Sinne des Wortes!) feuchtfröhliche Volk gemischt.

 

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Credits: LBC – Litblog Convention

Bloggerevents erfreuen sich seit einiger Zeit großer Beliebtheit. Neben den #bookupDE – Veranstaltungen, bei denen Verlage, Buchhandlungen oder Bibliotheken Literaturbegeisterten einen Blick hinter die Kulissen gewähren und der Blogst, die sich in den letzten Jahren einen festen Namen in der Bloggergemeinde gemacht hat, hat nun auch Bastei Lübbe den Sprung ins Bloggerevent-Gefilde gewagt. Für die LitBlog Convention hat sich der Kölner Verlag mit den regional ansässigen Verlagen Kiepenheuer & Witsch, DuMont Buchverlag, DuMont Kalenderverlag und Egmont LYX/INK zusammengetan.

Neben der Weiterbildung in den unterschiedlichsten Fachgebieten steht bei Bloggerevents ganz klar das Vernetzen im Vordergrund. Genau wie auf den Buchmessen bekommt man hier die Gelegenheit, sich mit anderen Bloggern, Verlagsmitarbeitern, Journalisten oder AutorINNen auszutauschen. Man trifft auf bekannte Gesichter, lernt neue Persönlichkeiten kennen und bekommt zu vielen Cyber-Avataren endlich auch das dazugehörige Gesicht. Es fühlt sich daher meist an, als sei man auf einem großen Familientreffen.

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Für die 1. LitBlog Convention in Köln haben sich die veranstaltenden Kölner Verlage für ein umfangreiches Programm von Workshops aus den verschiedensten Themengebieten entschieden. Insgesamt standen 19 Workshops und ein Autoren-Speed-Dating am Ende des Tages zur Auswahl. Diese drehten sich u.a. um Themen wie Selfpublishing, Illustration, Lizenzrechte, Covergestaltung und natürlich dem Schreiben selbst. Zu jeder vollen Stunde konnte man sich zu den Räumlichkeiten der jeweils fünf Workshops, die auf sechs Stockwerke verteilt waren, aufmachen. Es galt first come, first serve!

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Das Programm der #lbc16

Zugegeben, ich stand der Herangehensweise an die Workshops anfangs sehr skeptisch gegenüber. Ich hätte mich gerne schon im Vorfeld für meine bevorzugten Workshops registriert und bei 150 Teilnehmern nicht wirklich damit gerechnet, dass sich die spontane Aufteilung der Teilnehmer so harmonisch gestalten wird. Schließlich waren manche Workshops auf max. 20 Personen begrenzt. Doch ich wurde eines besseren belehrt und konnte mir sogar in jedem meiner präferierten Workshops einen Platz ergattern. Yeah!! #lbc16, you rock!

Nachfolgend gebe ich euch einen kleinen Einblick in die vier Workshops, die ich besucht habe. Ich möchte euch damit nur einen klitzekleinen Eindruck vermitteln, warum es sich lohnt, einmal selbst an einer derartigen Veranstaltung teilzunehmen. Wirklich nützlich werden die Informationen sicherlich erst, wenn man persönlich anwesend war.

Meine Workshops

  1. Workshop: Wonach riecht Murakami?

Was sich hinter der ungewöhnlichen Fragestellung um den berühmten japanischen Kultautor Haruki Murakami verbirgt, hat uns Murakami-Übersetzerin Ursula Gräfe und Dumont Bellestrik-Programmleiterin Annette Weber verraten. Murakami ist mit seinen in 40 Sprachen übersetzten Werken bei Lesern auf der ganzen Welt bekannt. Seine Romane machen sich nicht nur optisch gut in den heimischen Regalenreihen, sondern sorgen auch für zahlreichen Gesprächstoff im Feuilleton, im Literarischen Quartett und auf den Buchblogs dieser Welt.

imageSein Roman „Gefährliche Geliebte“, der 1999 erstmalig als deutsche Übersetzung aus dem Amerikanischen (South of the border, West of the Sun) erschien, hat bei der Sendung „Das Literarische Quartett“ für einen heftigen Schlagabtausch zwischen Marcel Reich-Ranicki und Kollegin Sigrid Löffler gesorgt, die das Buch als literarisches Fastfood bezeichnete und darüber hinaus Reich-Ranicki das Gefühl vermittelte, sie empfände erotische Literatur bzw. Liebesromane im Allgemeinen als anstößig.

Wir haben Gräfes neuübersetzte Fassung aus dem Japanischen, die 2013 unter dem Titel Südlich der Grenze, westlich der Sonne erschien, mit der bereits 1999 erschienenen Übersetzung verglichen und am direkten Vergleich dieser beiden Fassungen schnell feststellen können, dass eine Geschichte sehr stark von der jeweiligen Übersetzerin bzw. dem jeweiligen Übersetzer geprägt wird. Da das Japanische laut Gräfe sehr zweideutig ist, ist es nicht immer einfach, mit der Übersetzung atmosphärisch nah am Original zu bleiben.

In Japan hat man Murakami gegenüber eine sehr kritische Haltung eingenommen. Seine Werke werden teils sehr abfällig betrachtet. Man spricht dem Autor einen sehr intensiven Geruch nach westlichem Ausland zu, wodurch die Fragestellung des Workshops entstand.

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2. Workshop: Bücher auf Weltreisen: Wie verkauft man einen Roman nach Island?

Wie verkauft man ein Buch ins Ausland? Aleksandra Erakovic von Kiepenheuer & Witsch vermittelt uns das Handwerk einer Lizenzabteilung. Das A und O dieser Abteilung sei es, stetig Kontakte aufzubauen und zu pflegen, um durchgängig von einem guten Netzwerk zu profitieren. Den jeweiligen Kontakte im Ausland kann man dann das jeweilige Buch an die Hand geben, dafür sorgen, dass es gelesen und im besten Falle dann auch herausgebracht wird. Hier ist die Zusammenarbeit mit sogenannten Subagenten, die im Land selbst sitzen und der Lizenzabteilung in Deutschland zuarbeiten, wohl Gang und Gebe. Außerdem kann man für das Lesen und Einschätzen von Romanen von Scouts Gebrauch machen, die für den Verlag arbeiten.

Es scheint nicht einfach zu sein, einen ausländischen Hausverlag zu finden, der dem Stil des deutschen Verlags entspricht. Dass es bei der ausländischen Covergestaltung und dem Titel gute wie schlechte Beispiele gibt, merken wir, als Erakovic uns ein paar der im Kiepenheuer & Witsch – Programm herausgebrachten Bücher und ihre jeweiligen ausländischen Pendats im direkten Vergleich zeigt. Manchmal muss auch ein deutscher Verlag feststellen, dass ein ausländischer Verlag den Inhalt des Buches um einiges ansprechender verpackt hat, als er selbst. In diesen Fällen hat man sich durchaus auch schon mal mit der Covergestaltung der deutschen Taschenbuchausgabe an das ausländische Pendant angepasst.

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Covergestaltung am Bsp. „Tigermilch“, in gelb die gebundene deutsche, in weiß die englische Ausgabe – r.u. die angepasste deutsche TB Ausgabe

3. Workshop: Mit anderen Worten: Literaturübersetzungen – was steckt alles dahinter?

Über den Dächern Kölns, im Raum DAN auf der Dachterrasse von Bastei Lübbe, treffen wir nicht nur auf einen fantastischen Ausblick über die Stadt am Rhein, sondern auch auf Bloggerin, Übersetzerin und Autorin Isabel Bogdan, die für Kiepenheuer & Witsch bereits zahlreiche Bücher übersetzt und kürzlich ihren ersten Roman „Der Pfau“ herausgebracht hat.

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Über den Dächern Kölns

Von ihr erfahren wir auch, dass man für den Beruf der Übersetzerin gar keine bestimmte Ausbildung benötigt, sondern sich das Wissen vielmehr durch ein Aufbaustudium bzw. bestimmte Schulungen aneignet. Dass sich das beim Beruf der Lektorin ähnlich verhält, erklärt uns KiWi – Lektorin Helga Frese-Resch, die Bogdan beipflichtet, dass eine routinierte Vorgehensweise durch „learning by doing“ kommt, man das im Job benötige Werkzeug jedoch bereits im Volondariat an die Hand gegeben bekommt.

Bogdan, deren Ausführungen durch das Grummeln eines heranrollenden Unwetters noch atmosphärischer werden, berichtet, dass es beim Übersetzen die unterschiedlichsten Herangehensweisen gibt. Während sie selbst am Anfang eines Buches beginnt, arbeiten sich andere Übersetzer durch bestimmte Bausätze des Buches und beginnen an den unterschiedlichsten Stellen einer Geschichte.

Sie erwähnt, dass Rezensenten oftmals die Sprache eines Buches einzig und allein dem Autor / der Autorin zusprechen anstelle der übersetzenden Zwischeninstanz. Ein übersetztes Buch ist das Gemeinschaftswerk von AutorIN und ÜbersetzerIN und das sollte man beim Rezensieren eines Buches berücksichtigen. Sie spricht damit einen sehr wichtigen und zugegeben von mir bisher völlig unbeachteten Aspekt an.

  1. Workshop: Blog oder Tagebuch: Schreiben am Beispiel von Nigel Slaters Küchentagebüchern

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Schreiben ist vielfältig. Die Zeilen eines Buches können die unterschiedlichsten Gefühle und Bilder bei Lesern hervorrufen. Auch der englische Food-Journalist Nigel Slater, der zu den besten Food-Journalisten der Welt zählt, besitzt einen sehr lässigen Schreibstil. In seinen Küchentagebüchern entführt er die Leser durch die Jahreszeiten seiner Küche. Er erzählt vom Reifeprozess der Lebensmittel, die er teilweise auf seinem kleinen Balkon selbst heranzieht und in seiner Küche zubereitet.

Es ist der unverwechselbare Slater Sound, so Sofia Blind, Sachbuchübersetzerin bei DuMont, der seinen Zeilen einen so appetitlichen und würzigen Ton verleiht. So kreiert er lebendige Küchentagebücher, die sich perfekt als Bettlektüre oder Inspirationsquelle eignen und nur im Ansatz an ein normales Kochbuch erinnern. Neben den Rezepten, die Slater darin seinen Lesern an die Hand gibt, schafft er es, literarisch übers Essen zu schreiben.

Ähnlich wie Blogger begegnet auch Slater damit seinen Lesern auf einer sehr persönlichen Ebene. Sein Gespür für die Sprache ist in seinen unterhaltsamen und teilweise sehr amüsanten Zeilen durchweg spürbar. Davon können sich die Teilnehmer des Workshops überzeugen, als Blind Passagen aus Slaters Küchentagebüchern vorliest. Ein Workshop, der Lust aufs Kochen und vor allem aufs Essen macht.

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Begegnungen

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Selfie-Time mit Daniela
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Gruppenbild mit Ilja, Gérard, Sonja, Uwe und Tobias

 

 

 

 

 

 

 

 

Mein Resümee

Für mich steht fest: die 1. LitBlog Convention in Köln war ein voller Erfolg. Sicherlich kann man ihr an der ein oder anderen Stelle noch ein bisschen Feinschliff verpassen, wie z.B. dass man die Konzentration der einzelnen Workshops noch etwas mehr auf die Blogger richtet und sie damit in einen lebendigeren Austausch bringt, oder das Timing der Vorbereitung des Buffets am Ende der Veranstaltung, das für lange Wartezeiten und knurrende Mägen gesorgt hat (wobei hier sicherlich meine Gastroseele ans Tageslicht kommt). Alles im Ganzen präsentierte sich die Veranstaltung aber sehr rund und harmonisch.

In den Goodie-Bags, die den Teilnehmern der LitBlog Convention am Anfang der Veranstaltung überreicht wurden (effektiver fände ich hier im Übrigen die Übergabe am Ende des Events), habe ich zu meinem Entzücken ein Buch gefunden, das mich persönlich sehr anspricht. Denn Delphine de Vigans „Nach einer wahren Geschichte“ trifft auf den ersten Blick zu 100% meinem Lesegeschmack. Die zahlreichen Goodies neben den Büchern präsentieren sich wie das Tüpfelchen auf dem I. Well done!

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Du möchtest noch mehr Eindrücke zur #lbc16 einfangen? Dann schau mal hier:

Börsenblatt.net: Vom Schreiben und Büchermachen

Book Walk: Die 1. LitBlog Convention #LBC16 in Köln – Mein Rückblick

Buchverrueck.de: [Unterwegs]: LitBlog Convention am 04.06.2016 in Köln

Who is Kafka?: Impressionen: Die erste LitBlog Convention in Köln

Maaraavillosa: LBC 2016 – Litblog Convention in Köln 

Muromez: Das war die LitBlog Convention

Little Words: Gedankenschnappschuss #12: Litblog Convention 2016

Herzliche Grüße, eure Steffi.

Just a #note: Behind the scene

Es gibt Momente, die stehen im Zeichen des Buches. Die beherbergen Begegnungen mit Büchermenschen, interessante Gespräche und fremde Blickwinkel; die strahlen Herzlichkeit und Freude aus und bieten dir Raum für direkte Fragen und ehrliche Antworten, für Diskussionen und Meinungsaustausche. Sie transportieren eine klare Botschaft: Wir lieben Literatur.

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Das Ticket zum Glück

Gestern durfte ich einen solchen Moment erleben. Ein Abend, der bescheiden daherkam und trotzdem ganz groß war. Er stand unter dem Motto „Buch meets Film“ und widmete sich unter der charmanten Moderation der Azubis Charlotte, Nina und Kristina dem Unterschied von Romanen und Drehbüchern, den Freiheiten und Grenzen von Autoren und selbstverständlich auch um persönliche Herzensbücher. Er fand bei Droemer Knaur statt und hat mich wieder einmal daran erinnert, wie friedlich so ein Aufeinandertreffen von Büchermenschen tatsächlich sein kann.

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Meine ehrliche Ausbeute

Es gab keine Rangelei, keine spitzen Ellenbogen und kein gieriges Erspähen eines Goodie-Bags. Kein Wettrennen um die besten Plätze, kein maßloses Durchgefuttere und schon gar kein vollbepacktes „Ich bin wieder weg“ kurz nach dem Eintreffen. Es war einfach ein bezaubernder Abend. Abende wie diese sollte es mehrere geben. Und Begegnungen wie diese auch. <3

Das größte Geschenk, das uns die Literatur macht, ist Teil eines Ganzen zu sein und persönliche Botschaften weiterzutragen. Trete diese Chance nicht mit Füßen, sondern nutze sie mit Bedacht.

Danke an das Droemer Knaur Team, an die AutorINNen des Abends & an Arndt, Cleo und Vero.

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Büchermenschen © Arndt Stroscher