[Kehrwoche 2017] Nur das Lesezeichen weiß Bescheid. Abgebrochene Bücher

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Unglaublich, wie rasend schnell so ein Jahr vergeht! In 365 Tagen häuft sich bei mir immer so viel an, dass ich kaum Zeit finde, es abzuarbeiten. Doch Maike und Mareike von Herzpotenzial schaffen Abhilfe und veranstalten bereits zum dritten Mal die Kehrwoche, die zu Beginn des neuen Jahres ein wenig Ordnung in den Blog, auf den Nachttisch und ins Bücherregal bringen soll.

Drei Tage lang möchte auch ich mich dem Aufarbeiten widmen und Altlasten aus 2016 loswerden. Mein Bücherregal durchwälzen, Bücher aussortieren, alte Schätze wiederentdecken und unnötige Bücherstapelstolperfallen mit angestaubten Büchern aus meiner Wohnung verbannen. Es wird Zeit, endlich Ordnung in die Bude zu bringen!

Tag 1: Abgebrochene Bücher

Ich war nie so der Bücherabbrecher. Irgendwann viel später, es muss „Die Pfaueninsel“ gewesen sein, wurde ich jedoch eines Besseren belehrt und habe eingesehen, dass ein zwanghaftes Weiterlesen nur sehr wenig Sinn macht. Es raubt mir schlichtweg die Freude am Lesen. Und das kann ich nicht verantworten! Ich bin mir sicher, für manche Bücher benötigt es einfach den richtigen Zeitpunkt oder aber er kommt schlichtweg nie. Je nachdem. Hatte ich beides schon.

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Was also macht man in solch einem Fall? Richtig. Das Lesen abbrechen. Im letzten Jahr habe ich das bei „Wohin der Wind uns weht“ so gemacht. Ich hatte mich auf die Geschichte um einen Pianisten, der die vergilbten Briefe seines Großvaters entdeckt und sich dadurch auf eine Reise zu seinen Wurzeln begibt, so gefreut. Eigentlich ist der Plot nämlich genau mein Ding. Das Cover sah vielversprechend aus und die Kurzbeschreibung las sich bereits toll. Doch 60 der 229 Seiten (ich finde, damit habe ich mich schon wacker geschlagen!) reichten aus, um festzustellen, dass ich mit dem hochtrabenden und altertümlichen Schreibstil von Joao Ricardo Pedro nicht wirklich warm werde. Nach wenigen Zeilen war ich bereits völlig geschafft. Und lustlos. Und irgendwie gar nicht mehr glücklich.

Ich möchte den Roman daher einem interessierten Bücherwurm an die Hand geben und es vom Bücherstapel meiner ausgestoßenen Bücher befreien. Ich denke, ich werde es kein weiteres Mal aus dem Stapel ziehen. Wer sich Pedros Werk annehmen möchte, ist herzlich eingeladen, sein Interesse in den Kommentaren zu bekunden. First come, first serve!


Schließt euch ebenfalls der Aktion von Maike und Mareike an und befreit euch von euren Altlasten. Die Kehrwoche findet in der Nacht von Samstag auf Sonntag mit der langen Nacht der aufgeschobenen Bücher ihr Ende. Unter dem offiziellen Hashtag #lndab findet ihr alle Beiträge zum Abschlusslesen. Ich hoffe, wir lesen uns!?

Die fegende Steffi.

#2016bestnine: Meine Highlights des Jahres 2016

Meine lieben Leser,

wenn man so ein Vielleser ist wie ich, kommt übers Jahr einiges an Büchern zusammen. Doch nicht jedes Buch schafft es, mich vollends zu begeistern. Tatsächlich haben es 2016 gerade mal knapp zwei Hände voll Bücher geschafft, sich einen besonderen Platz in meinem Herzen zu ergattern. Die Aktion #2016bestofnine auf Instagram kam mir daher gerade recht, euch meine bewegensten neun Bücher des Jahres 2016 zu präsentieren.

Mit Klick auf das Bild gelangt ihr zur jeweiligen Besprechung…

Während andere Leser sich auf ein bestimmtes Genre konzentrieren, sind meine Jahreshighlights ein buntes Potpourri aus Sachbuch, Belletristik, Jugend- und Kinderbuch. Es setzt sich dabei nicht ausschließlich aus brandaktuellen Büchern zusammen, sondern beinhaltet oft auch ältere Klassiker.

Dies ist dieses Jahr an Heinrich Bölls Irisches Tagebuch zu erkennen, das mir 2016 als lebendige Inspirationsquelle und Orientierungshilfe bei meiner Recherche um das diesjährige Urlaubsziels Irland diente. Bölls Meisterwerk, das bereits 1957 für Begeisterungsstürme und zahlreiche Übersiedlungen auf die grüne Insel sorgte, hat sich so stark in meinem Gedächtnis verankert, dass es denjenigen unter euch, die es noch nicht gelesen haben, dringend ans Herz gelegt sei.


Dass Jugendbücher nicht ausschließlich für Jugendliche sind, habe ich bereits in den letzten Jahren festgestellt. Deshalb wollte ich mich auch in diesem Jahr wieder einigen Jugendromanen widmen, die es auch als Erwachsener zu lesen lohnt.

Es sind Geschichten, die ein breites Publikum an Lesern ansprechen, sogenannte All Age Romane, die aufgrund ihrer Thematik Leser jeden Alters begeistern können. Anne Freytags Mein bester letzter Sommer gehört für mich ganz klar dazu, ist wohl einer der überwältigensten Jugendromane, die ich bisher gelesen habe. Freytag behandelt ein trauriges Thema mit nahezu spielerischer Leichtigkeit und Lebensfreude, dass dir vor Ergriffenheit die Tränen über die Wangen rollen. Versprochen! Die Geschichte um Tessas besten letzten Sommer ist jede Zeile wert!

Die Geburt meiner Patenkinder hat nicht nur besondere Herzenskinder sondern auch ein besonderes Herzensprojekt zum Leben erweckt. Seitdem haben sich eine Reihe bunter Kinderbuchbesprechungen zu der Rubrik #Kinderfreuden gesellt. 2016 sind besonders oft Opas Insel, Der Bär am Klavier und Fabers Schatz von den kleinen Kinderhänden aus dem Regal gezogen worden. Die Kinderbücher beherbergen nicht nur liebevolle und lebendige Illustrationen, sondern auch besondere Geschichten. Vor Allem Cornelia Funke ist mit ihrem Kinderbuch Fabers Schatz ein Plädoyer für ein friedliches Miteinander gelungen.

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Ernest Hemingway übt seit jeher eine besondere Faszination auf mich aus. Naomi Woods Als Hemingway mich liebte ist eine gelungene Geschichte um den exzentrischen Womanizer und seine vier Herzensdamen, die aus Briefen authentischer Quellen entstanden ist. Sie hat mich durch berauschende Hochs und verzweifelte Tiefs geführt. Eine Achterbahnfahrt à la Hemingway.

Auch Nina George hat mich im Frühjahr diesen Jahres geflasht. Ihr Mut, ein bereits begonnenes Buchprojekt komplett abzubrechen und sich etwas völlig Neuem zu widmen, hat Respekt und Anerkennung verdient. Ihr emotional schwerwiegender Roman Das Traumbuch, der sich um den Tod und Parallelwelten dreht, ist nicht für jedermann etwas. Sicherlich aber für all diejenigen unter euch, die offen sind für eine emotional berührende Reise voller Fantasie.

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Benedict Wells war mir zugegebener Maßen lange Zeit kein Begriff. Als man mir seinen aktuellsten Roman Vom Ende der Einsamkeit an die Hand gab, änderte sich das jedoch schnell. Denn die Geschichte um Jules und seine Geschwister, die stark von Einsamkeit und Andersartigkeit geprägt ist, hat mich nicht nur zutiefst bewegt, sondern auch eine Wells-Lesewelle in Gang gesetzt, die mich fortan durch die vorangegangenen Romane spült. Ein Roman, der aus gutem Grund gehypt wird und den man sich einfach nicht entgehen lassen sollte.

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Und dann ist da noch Candy Bukowskis Romandebüt Wir waren keine Helden. Ihr heldenhafter Coming of Age Roman hat mich umgehauen. Eine Geschichte, die mir unter die Haut ging. Ein Buch, das von so vielen aufrichtigen und emotional getränkten Zeilen der Autorin gefüllt ist, das es förmlich weh tut beim Lesen. Ein Roman, zum Bersten gefüllt mit Leben.

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Ich wünsche euch einen guten Rutsch ins Jahr 2017. Auf dass das kommende Jahr euch viele Lesestunden, Begegnungen und Lieblingsmomente beschert.

Wir lesen uns.
Herzlichst, eure Steffi

#1.2: How to explore „Ireland“ as a booklover: On the road to Galway

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Hallo ihr literarischen Weltenbummler,

unser literarischer Roadtrip über die grüne Insel im Sommer hat uns nicht nur durch die Unesco City of Literature Dublin geführt, sondern auch durch zahlreiche irische (Klein-)Städte. Ich habe so viele Bilder gemacht und Momentaufnahmen eingesammelt, dass ich mich erstmal geistig ordnen musste. Heute gibt’s den versprochenen zweiten Teil mit unseren kleinen aber feinen Entdeckungen in einem kleinen Ort namens Thomastown im County Kilkenny und in Galway. Wir haben dort ein paar entzückende Oasen entdeckt, die ich euch einfach nicht vorenthalten kann. Enjoy!

Thomastown, County KillKenny

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The Book & Coffee Shop

Was für ein bezauberndes irisches Kleinod! Schon beim Hereinfahren in dieses niedliche Städtchen erspähten wir die entzückende Fassade des „The Book & Coffee Shop“. Wir entschieden uns spontan für einen Zwischenstopp, um unsere Energiereserven aufzufüllen.

Schon beim Eintreten in den Laden wehte uns der Duft von frischem Kaffee, süßen Leckereien und alten Büchern um die Nase. Eine wunderbare Duftmischung, an der ich mich gar nicht satt riechen konnte. Bücher wohin das Auge reicht! In dem kleinen Raum des Cafés kuscheln sie sich aneinander und lassen selbst die klitzekleinsten Ecken nicht aus. Im Geiste verhandelte ich bereits mit der Besitzerin, mir diesen entzückenden Laden zu überschreiben.

Schon nach dem Eintreten stürzte ich mich auf die langen Regalreihen, meterhohen Eck- Bücherstapel und die entzückenden Kinderbücher auf dem Fenstersims, dass ich fast vergaß, meinen Kaffee zu trinken. Ein Traum von einem Laden, den ihr bei eurem Irland-Trip unbedingt einplanen solltet!

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Galway

„Schon der Name allein – Galway – bringt ein Kribbeln in Ihre Finger. Keine andere irische Stadt beschwört eine vergleichbare Begeisterung, Liebe und Nostalgie herauf.“

Pól O’Conghaile

Zugegeben, ich kann die Euphorie des bekannten Reiseautoren Mr. O’Conghaile nicht ganz teilen, da mir die Stadt im Westen Irlands, die sich seit 2014 als eine von fünf Unesco City of Film auf der Welt bezeichnen darf, bei unserem eintägigen Aufenthalt nicht ganz so nostalgisch begegnet ist. Dennoch haben wir in der Stadt und Grafschaft Galway, die hinter Cork die zweitgrößte Grafschaft der Insel ist, einige nette Ecken entdeckt.

Die Fußgängerzone Galways war bei unserem Aufenthalt rege frequentiert und präsentierte sich wie eine einzige Partymeile. Fast schon überfordert wurden wir durch eine Welle von ausgelassenen Iren und neugierigen Touristen gespült, die uns überall vor die Füße stolperten und die Pubs und Läden bis zum Bersten füllten. Die schmalen Gässchen im mittelalterlichen Charme sind von schrulligen Häuserfassaden und buntem Fahnenschmuck geziert und schenken zahlreichen Musikern und Künstlern Unterschlupf. Während wir durch die überfluteten Straßen liefen, drangen Fetzen von ausgelassenem Lachen, Musik und Gesprächen an unser Ohr, vermengten sich zum individuellen Sound der Stadt. Galway versteht es scheinbar zu feiern!

We were halfway there when the rain came down

Of a day -I-ay-I-ay

And she asked me up to her flat downtown

Of a fine soft day -I-ay-I-ay

And I ask you, friend, what’s a fella to do

‚Cause her hair was black and her eyes were blue

So I took her hand and I gave her a twirl

And I lost my heart to a Galway girl.”

Auszug aus “Galway Girl”, The Kilkennys

Sicherlich konnten wir an einem Tag nicht annähernd alles sehen, was die Stadt an Sehenswürdigkeiten vorzuweisen hat.

Folgende literarische Hot Spots lege ich euch aber ans Herz:

Oscar Wilde & Eduard Vilde Denkmal

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Seit 2004 trifft man in der William Street die Herren Oscar Wilde und Eduard Vilde. Während der irische Autor Oscar Wilde nahezu jedem bekannt ist, hatte ich vom estnischen Novelisten Eduard Vilde, der u.a.  als Begründer des estnischen Realismus gilt, bis dato noch gar nichts gehört. Das Denkmal zeigt die beiden Schriftstellergrößen auf einer Bank sitzend, im scheinbaren Gespräch miteinander. Der Witz an der Sache ist allerdings, dass sich die beiden Herren wohl nie wirklich begegnet sind und es sich bei der Statue nur um einen humoristischen Geniestreich von Künstlerin Tiiu Kirsipuu handelt. Das Originaldenkmal steht vor dem Eduard Vilde Saloon and Café in Tartu, Estland.

Das Denkmal wird von vielen Besuchern auf einem Erinnerungsfoto festgehalten. Auch ich nahm neben den Herren Wilde & Vilde Platz. Wann bietet sich schon die Gelegenheit, neben so großen Herren zu sitzen?!

BOOKSHOPS

Charlie Byrne’s Bookshop

Cornstore Mall, Middle Street Galway

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Stellt euch vor, ihr entdeckt einen Buchladen, der sich schon vor eurem Eintreten wie das Paradies auf Erden präsentiert. Ein Laden, der seit 1989 von Buchschätzen eingebettet ist ist wie ein Schlafender von seiner Bettdecke, und du bereits Stunden damit verbringst das Äußere des Ladens in Augenschein zu nehmen, bevor du einen ersten Schritt in den Laden machst.

Welcome to Charlie Byrne’s Bookshop!

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dsc_0021-01-01.jpegOhne zu übertreiben, einen Bücherladen wie diesen habe ich noch nie gesehen. Es war Liebe auf den ersten Blick! Der Laden, der sich über die komplette Länge einer Passage erstreckt und von Bücher ummandelt ist, ist ein wahre Augenweide. Hier findet man von raren antiquarischen Ausgaben über reduzierte Schnäppchen, wunderschöne Neuauflagen und literarischem Beiwerk alles was das Herz begehrt. Und wenn du bis dato noch nichts von deinen literarischen Sehnsüchten weißt, sind sie dir spätestens nach dem Besuch bei Charlie Byrne bekannt!

Der Charlie Byrne’s Bookshop offenbart dir nicht nur zahlreiche verwinkelte Räume auf unterschiedlichen Ebenen, sondern auch reizende Empfehlungen des Buchhändler-Teams in wunderschöner Atmosphäre und begleitet von kreativer Dekoration. Das Team des Buchladens versteht es vortrefflich, etwas in Szene zu setzen und bleibt auch bei hartnäckigen Nachfragen herrlich gelassen und hilfsbereit. Ein absolutes Must-See für Bücherfans!

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Aisling Christian Bookshop

Unit 4, Cathedral Buildings, Abbeygate Street Lower

Ein verstecktes Kleinod für Buchliebhaber mit Konzentration auf christliche Bücher, Bibeln, Second Hand Bücher versteckt sich in einem nahezu unscheinbaren Eckgebäude in der Abbeygate Street Lower knapp 200m vom Charlie Byrne’s Bookshop.

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Kennys Bookshop + Online Bookshop

Liosban Retail Park, Tuam Road

http://www.kennys.ie/

(Millions of books – free delivery worldwide!)

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Credits: Virtual Galway

„The red brick and mortar of Kenny’s Bookshop offered the comfortably cluttered ambience of a home that prized the importance of written language.“

Michael Kennedy über Kenny’s Bookshop & Art Gallery

Während die Türen des weltweit beliebten Buchladens Kenny’s Bookshop & Art Gallery 2005 von Des and Maureen Kenny (die das Unternehmen 1940 gegründet haben) geschlossen wurden, um aus dem Unternehmen einen exklusiven Onlinebuchversand zu machen, gibt es noch einen Laden in der Tuam Road zu finden.

Neben wenigen anderen zählt Kenny’s Bookshop zu einem der wenig verbliebenen unabhängig geführten Buchhandlungen von rund 30 in Irland. Die Buchhändler von Charlie Byrne’s Bookshop & Kenny’s Bookshop verstehen sich daher nicht als Konkurrenz, sondern vielmehr als Verbündete im Auftrag des Buches.

Wer so schnell nicht nach Irland kommt und sich den ein oder anderen Schatz in Originalausgabe sichern möchte, sollte mal auf dem Onlineshop von Kennys stöbern gehen.

Last, but not least: fangt hier ein bisschen magische Bücherliebe ein.

Man liest sich, meine Lieben. ❤

Ein goldener Abend im Literaturhaus München + Verlosung

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Stell dir vor, eine junge mittellose Frau sucht in einem Trödelladen nach einem Geschenk für ihren Liebsten. Der Laden quillt über vor altem Plunder, durch verrauchte Dunstschwaden zeichnen sich die Umrisse von altem Porzellan, angeschlagenen Nachttöpfen und falschen Perlenketten ab. Doch hinter einem Gummibaum entdeckt sie ein Bild. Eine Szenerie, die unter einer jahrzehntelang angehäuften Staubschicht hindurchschimmert und als die größte, bewegendste und aufregendste Darstellung der Liebe gilt. Doch das weiß sie nicht. Sie ersteht es für lächerliche 75 Pfund und transportiert es billig verpackt auf ihrem Fahrrad nach Hause.

Das Gemälde, welches den Namen „Die Launenhaftigkeit der Liebe“ trägt und aus der Hand von Maler Jean-Antoine Watteau stammt, präsentiert sich indes ebenso launenhaft. Denn das Schmuckstück, das u.a. im Vorbesitz von Marie Antoinette, Napoleon oder auch George IV. war und in den letzten 300 Jahren einen beachtlichen Wert an Erinnerungen sammeln konnte, fühlt sich im Besitz der jungen Köchin Annie McDee nicht wirklich wohl. Es ist nahezu empört, dass es künftig in einer Küche stehen soll und meldet sich deshalb ganz plötzlich zu Wort. Ja, ihr habt richtig gehört! Es beginnt mit uns zu sprechen. Kann nicht sein?! Ich denke doch. Willkommen in Hannah Rothschilds Roman „Die Launenhaftigkeit der Liebe“.

„Lassen Sie mich raten, was Sie denken. Mädchen findet Bild; es stellt sich heraus, Bild ist ein Vermögen wert. Mädchen findet (endlich) Jungen mit Herz. Mädchen verkauft Bild, macht Millionen, heiratet Jungen, alle leben glücklich bis ans Ende ihrer Tage.

Ach verpisst euch. Ja richtig, verpisst euch. (…) So einfach ist das Leben nicht.“

Zitat aus dem Buch, Seite 100

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dsc_9845-01.jpegNun stell dir vor, du bist zu einer Lesung ins Literaturhaus München geladen und begegnest nicht nur Autorin Hannah Rothschild, Journalistin Margarete von Schwarzkopf und Schauspielerin Ulrike Kriener, sondern auch eben jenem Bild. Nicht dem Bild persönlich (schließlich handelt es sich dabei um ein fiktives Gemälde Watteaus), wohl aber seiner anklagenden Stimme, der Ulrike Kriener auf besonders facettenreiche Weise Ausdruck verleiht und uns damit völlig in ihren Bann zieht. Die Schauspielerin, die aus TV & Film bekannt ist und bereits einige Fernsehpreise gewonnen hat, liebt es, wenn Zeilen Stimmungen einfangen. Die spannenden Dialoge des Romans begegnen ihr abenteuerlich und verleihen nicht nur dem Abend, sondern auch der Geschichte einen besonderen Rhythmus.

Es wird ein magischer Abend für Arndt von der kleinen literarischen Sternwarte Astrolibrium und mich. Ein weiterer besonderer Abend, der sich an gemeinsame Veranstaltungen anreiht und uns sowohl die Biographie von Hannah Rothschild als auch die Entstehungsgeschichte des Romans näherbringt, die tatsächlich in einem Schuhkarton ihren Ursprung fand.

„All begins with art.“

Hannah Rothschild

img_4328.jpgRothschild, die der berühmten Bankiersfamilie entstammt und als Autorin und Filmregisseurin arbeitet, verliebt sich oft in Bilder. Die Kunstszene ist ihr nicht nur durch die beachtliche Kunstsammlung ihrer Familie, sondern auch durch ihr Engagement in den Kuratorien renommierter Museen bestens vertraut. Beim Blick auf ein Bild fragt sie sich oft, was sich für eine Geschichte hinter ihm verbirgt und was es ihr erzählen würde, wenn es sprechen könnte. Schließlich ist ein Gemälde nicht nur von materiellem sondern auch von emotionalem Wert. Denn es birgt oftmals die Erinnerungen zahlreicher Besitzer in sich. Durch sie wird sein Wert geformt, erfährt Kunst doch aus unterschiedlichen Beweggründen eine besondere Wertschätzung.

„Den Wert eines Kunstwerks bestimmt allein das Begehren: Wer es besitzen will und wie dringend.“

Zitat aus dem Buch, Seite 21

Und so zauberte Rothschild Charaktere, Handlung und Ort ihres Romans aus einem magischen Schuhkarton voller Erinnerungsstücke und schafft daraus ein Buch, das sich wie eine raffinierte Mischung aus Gesellschaftskomödie, Kunstkrimi und Familienroman präsentiert. Durch zahlreiche Handlungsfäden spinnt Rothschild ein weitreichendes Geflecht durch die Kunstgeschichte und gewährt selbst Laien wie mir einen Einblick in die Szene. Doch Obacht, der Facettenreichtum des Romans verlangt dir einiges ab. Du hast dennoch Blut geleckt und fühlst dich dieser Herausforderung gewachsen? Dann habe ich heute eine besondere Überraschung für dich. Der DVA Verlag hat mir ein Exemplar an die Hand gegeben, dass ich vor Ort signieren habe lassen und das es nun zu ergattern gilt.

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„Kunst überlebt einzig dadurch, dass sie in jemandes Herzen eine Saite zum Klingen bringt, dass sie Trost und Zuversicht spendet. Ein großes Bild ist immer die Quintessenz eines Gefühls und reicht uns über den Lauf der Zeit hinweg eine mitfühlende Hand.“

Zitat aus dem Buch, Seite 100

Dein goldenes Ticket für ein signiertes Exemplar von „Die Launenhaftigkeit der Liebe“:

Gibt es ein Bild, das eine besondere Faszination auf dich ausübt? Und wenn ja, warum ist das so? Was glaubst du, würde es dir erzählen, wenn es wie das Gemälde im Buch zu dir sprechen würde?

Um am Gewinnspiel teilzunehmen hast du ab sofort bis einschließlich Freitag, den 16. Dezember 2016 um 19:30 Uhr Zeit, mich mit deiner Antwort in Form eines Kommentars zu überzeugen. Die Auswahl des Gewinners erfolgt aus rein persönlichen Gesichtspunkten.

Let the magic begin!

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Dieser Beitrag ist Teil eines Bloggerdoppels mit Arndt von Astrolibrium. Neben seinem Beitrag für das Literaturradio Bayern, bei dem er Autorin Hannah Rothschild, Lektorin Karin Kirchhof und Schauspielerin Ulrike Kriener interviewt hat und sich mit mir bei einem abendlichen Spaziergang durch die Stadt über den Roman ausgetauscht hat, findet ihr seine Eindrücke dieses gelungenen Abends auf der kleinen literarischen Sternwarte. Während ihr das Buch bei mir schon jetzt ergattern könnt, ist es Teil des Starterpaketes, das man im Rahmen von Arndts Adventskalender gewinnen kann.

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credits: Arndt Stroscher

Kinderfreuden #16: Von der Fremde im eigenen Land

lesenslust über “Fabers Schatz” von Cornelia Funke

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 Beschreibung:

Als sein Opa nach Amerika zieht, erbt Faber einen alten Teppich aus Damaskus. Ein scheußliches Teil, mit dem Faber absolut nichts anfangen kann. Er hat sich etwas Cooles erhofft und kann nicht verstehen, warum sein Opa ihm ausgerechnet das olle Ding schenkt.

„Das ist mein größter Schatz. Ein Geschenk von einem Freund in Damaskus.“

Opa behauptet, der Teppich könne fliegen. Nur wie das gehen soll, das erzählt er Faber nicht. Auf der Suche nach seiner magischen Wirkung verliert er fast den Glauben an seinen Opa, dem das Alter nicht zu bekommen scheint. „Wer bitte, zieht als Opa noch nach Amerika?

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Auf seinem Streifzug durch den Hafen trifft Faber jede Menge Kinder aus fernen Ländern. Doch keines von ihnen weiß ihm zu helfen. Die Inschrift des Teppichs bleibt unbekannt und der Teppich einfach nur ein Teppich. Doch als ein Mädchen mit pechschwarzem Haar das Wort ergreift, beginnt der Teppich zu zittern. Der Klang ihrer Stimme entlockt ihm seine geheimnisvolle Wirkung und bringt ihn zum Schweben.

Von da an fliegen Faber und Shaima gemeinsam um die Welt. Und während sie so fliegen, lernt Faber nicht nur die Sprache des Teppichs und fremde Kulturen kennen, sondern dass die  Fremde im eigenen Land eigentlich gar nicht so fremd ist.

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Eckdaten

Ab 3 Jahren

32 Seiten 216mm x 276mm

ISBN: 978-3-848-90122-7

Aladin Verlag 12,95 €

Sicher dir hier dein persönliches Exemplar…

Blickwinkel aus groSSen Augen

Mit „Fabers Schatz“ ist Bestsellerautorin Cornelia Funke wirklich ein zauberhaftes Kinderbuch gelungen.  Denn das Buch, das sich wie eine Hommage an Hamburg präsentiert, lässt durch Susanne Göhnlichs farbenfrohe und lebendige Zeichnungen nicht nur die Herzen von Hamburgliebhabern (wie mir) höherschlagen, sondert gibt uns auch eine ganz entscheidende Botschaft mit auf den Weg: Habt keine Angst vor dem Fremden!

Während Funke vor Allem durch ihre fantastischen Jugendbücher „Drachenreiter“, „Tintenherz“ und „Reckless“ bekannt ist, setzt sie mit „Fabers Schatz“ ein liebevolles Zeichen bei den Kleinen. Ihr Kinderbuch präsentiert sich wie ein Plädoyer für einen offenen und respektvollen Umgang. Eine Völkerverständigung frei von Berührungsängsten oder gar feindlichen Gefühlen.

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Die Autorin, die sich neben ihren Büchern auch zahlreichen Wohltätigkeitsprojekten widmet, nimmt sich in „Fabers Schatz“ dem aktuellen Zeitgeschehen an. Nahezu spielerisch wagt sie sich an das Thema Immigration. Zeigt, wie leicht und offen man der Fremde im eigenen Land begegnen kann und dass die unterschiedlichen Hautfarben, Sprachen oder Religionen der Menschen sich gar nicht im Weg stehen müssen, sondern sich auch bereichern können.

„Opa hatte Recht gehabt. Die Welt war so bunt. Wie ein Teppich aus Tausenden von Fäden!“

Funkes Hauptfigur scheint dabei nicht der Hansejunge Faber, sondern vielmehr der Teppich selbst zu sein. Fabers Schatz. Seite für Seite entwickelt er sich vom langweiligen staubigen Teil zu einem magischen Tor. Einem Tor in die Fremde. Er ermöglicht nicht nur Faber und Shaima, sondern auch den Lesern eine Reise in ferne Länder und fremde Kulturen, bei dem wir nicht nur  Shaimas Zuhause „Watani“ kennenlernen.

Schon bei seiner Suche durch den Hafen, lässt Funke ihren im Ringelpullover gekleideten Faber auf zahlreiche Kinder aus anderen Ländern treffen und weist uns damit den Weg durch eine farbenfrohe Hansestadt. Eine Weltstadt mit Flair, die vom Geräusch greischender Möwen, tutender Schiffe und schwappendem Wasser eingebettet wird und sich dabei auf wundervoll bunte und weltoffene Art präsentiert.

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„Guck dir die Leute an, Faber“ (…)

„Alle Farben, von Milch bis Bitterschokolade.

So bunt ist die Welt!“

„Fabers Schatz“ ist ein Kinderbuch, das Heimat und Fremde auf liebevollste Weise miteinander vereint, das Neugier entfacht und für Freundschaften zwischen verschiedenen Nationalitäten steht. Es ist ein Schmuckstück von Kinderbuch. Eins, das zauberhaft anzusehen ist und dem ein pädagogischer Wert anhaftet. Ein Buch, das von so vielen kleinen wie großen Augen bestaunt werden sollte. Ein wahrer Schatz!

❤ ❤ ❤ ❤ ❤

Blickwinkel aus kleinen Augen

Joschuas Urteil:

Steckbrief Joschi Blog 2

Gefällt dir das Buch? Ja

Was hat dir besonders gefallen? der Teppich

Worum geht die Geschichte? um Freundschaft

Lesezeit: ganz oft, am Tag

Bester Leseplatz: im Bett

Schlüpft in die Rolle von: einem Abenteurer

#litlove2016 oder „Wo’s tausend Herzen regnet“

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Meine lieben Leserinnen und Leser,

ich bin ein Herzensmensch. Das ist sicherlich schon an der ein oder anderen Stelle meines Blogs durchgeschimmert. Ich brenne für von Emotionen getränkte Geschichten, die ebenjene auch in mir hervorrufen. Die, die mich freudig durch die Wohnung tanzen oder peinlich ergriffen aufschluchzen lassen. Die mir Gänsehaut über die Arme jagen und mich hineinziehen, in die Gefühlsachterbahn, deren tosende Fahrt all die Emotionen aufwirbelt, die am manchmal nur sehr spärlich glitzernden Boden vom Rummelplatz des Lebens liegen.

Während ich mich bis vor einigen Jahren fast ausschließlich von Romanen von Cecelia Ahern, Susan Elizabeth Phillips oder Marian Keyes literarisch ernährt habe, haben sich über die Jahre zahlreiche andere HerzensbuchautorINNen dazugesellt. Es sind Geschichten von Nina George, Adriana Popescu oder Anne Freytag. Sie alle rauben mir regelmäßig den Atem, bereichern mein Bücherregal um zahlreiche Herzensbücher und emotionale Momente. Ja, ich bin auf der emotionalen Ebene richtig gut zu kriegen. Und darum geht’s hier auch: um Emotionen.

Als ich vom Lesefestival der Münchner Verlagsgruppe Random House erfuhr, dauerte es daher nicht lange, bis die Karten gesichert waren und die Vorfreude täglich bis ins Unermessliche wuchs. Heute möchte ich euch meine Eindrücke und Momentaufnahmen zur vergangenen lit.Love präsentieren, die vom 12.-13.11.16 ihre Premiere gefeiert hat. Und da gut Ding Weile haben will, erscheint dieser Bericht nicht nur erst knapp zwei Wochen nach der Veranstaltung, sondern auch in sehr umfangreicher Natur. Ich bitte euch nachzusehen, dass mir eine Kürzung absolut unmöglich war. Dafür haben sich einfach zu viele Eindrücke und Momentaufnahmen im Entwurfordner angesammelt. Ich empfehle euch die Orientierung anhand der Überschriften.

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Samstag, 12. November 2016

10:00 TALK mit Autorin Silvia Day, Moderation Anouk Schollähn

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Zugegeben, ich konnte mich bisher weder für die mittlerweile fünf erschienenen Teile der Crossfire-Reihe, noch für irgendein anderes Buch aus dem Bereich der erotischen Literatur erwärmen. Eines muss ich aber zugeben, was da an mein Ohr drang, war gar nicht so schlecht, wie anfangs gedacht. Es scheint sich bei Silvia Days Romanen nicht ausschließlich nur um Leidenschaft und Sex zu drehen, sondern auch um Tabuthemen wie Missbrauch. Days Zeilen begegneten mir dabei sehr passionert. Insgesamt scheint die Autorin, die unter Tränen von ihren Romanfiguren Abschied nahm und von ihrer Tochter als melodramatisch bezeichnet wird, eine sehr vernünftige Einstellung zu haben. Sie schreibt nämlich nur das, was sie will und nicht das, was ihren LeserINNen wohl gefallen könnte. Gefällt mir. Vielleicht hat sie mich damit als neue Leserin gewonnen.

Hier kommt ihr zum Livestream des lit.Lounge.TV

11:00 Uhr LESUNG: Anne Freytag & Adriana Popescu lesen aus „Mein bester letzter Sommer“ und „Paris, du und ich“

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img_3812-01.jpegWas eine Lesung von Anne & Adriana so besonders macht? Ist das eine ernst gemeinte Frage? Wer jemals die beiden Herzensdamen live erlebt hat, wird sich förmlich eine Wiederholung herbeisehnen. Denn das Autorenduo, deren Freundschaft tatsächlich bei Facebook ihren Ursprung fand, steht meines Erachtens für Leidenschaft & Lebensfreude pur.

Welches Buch den Anfang der Lesung macht, entscheidet „Stein, Schere, Papier“, vorgelesen wird gemeinsam aus den Jugendromanen „Mein bester letzter Sommer“ und „Paris, du und ich“. Mal findet sich Anne, mal Adriana in der männlichen Rolle wieder, es gibt Special Sounds zur Untermalung und Gesichtsentgleitungen deluxe. Ja, und die beherrschen beide ganz gut!

img_3819-01-01.jpegUnd wenns auf deutsch zu langweilig wird, dann switchen die beiden einfach zu österreichisch oder russisch. Eine charmant chaotische Lesung.

Da vergisst man fast, dass es in Anne Freytags Jugendroman „Mein bester letzter Sommer“ ums Sterben geht und verschluckt ganz unbemerkt den Kloß im Hals, der sich bei der Textstelle „Ich suche einen Freund zum Sterben.“ ganz automatisch breit macht. Während Annes Roman sich schon zu meinen Jahreshighlights ins Regal gesellt hat, stecke ich noch mittendrin, in Adrianas Reise durch die Stadt der Liebe in „Paris, du und ich“.

12:00 Uhr Vermittler zwischen den Welten: Was macht eigentlich eine Literaturagentur? (MIT Autorin Claudia Winter, Lektorin Claudia Negele und der Agentur erzähl : Perspektive)

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Ja, warum braucht man als Autor eigentlich eine Agentur? Diese Frage habe auch ich mir schon oft gestellt. Wo es doch Verlage gibt. Autorin Claudia Winter sieht das Zusammenspiel zwischen Verlag & Agentur wie eine Art Patchworkfamilie. Sie möchte weder die Verlags- noch Agenturseite missen. Für die Schwabinger Agentur erzähl : perspektive war die Autorin damals ein Glücksgriff, da sie bereits ein nahezu fertiges Buch („Aprikosensommer“) und das Manuskript für ein weiteres in petto hatte und damit auf Anhieb begeisterten konnte. Dabei erhält eine Agentur im Schnitt 1000 unverlangte Skripte pro Jahr, wovon wohl kaum eins eine reelle Chance hat, ein Buch zu werden.

13:00 Uhr Eine Verschnaufpause
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Follow the lights
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Ein Blickfang von Buchregal
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Madness an der Fotobox Vol. I

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14:00 BLOGGERLOUNGE II: Adriana Popescu, Anne Freytag & Constanze Wilken

2016-23-11-21-46-29Die Bloggerlounge hat mir nicht nur die Möglichkeit geschenkt, mit meinen Lieblingsautorinnen Anne Freytag und Adriana Popescu ein bisschen zu plaudern, sondern auch ein bisschen Kraft zu tanken. Für das leibliche Wohl war bestens gesorgt. Welch ein Glück habe ich mich rechtzeitig für die Lounge akkreditiert, wo ich mir sonst ein Plätzchen in der Kantine hätte suchen müssen.

Hier wurde ganz unbefangen über Gott und die Welt geredet. Dabei kam nicht nur zum Vorschein, dass Selfpublishing ein hartes Stück Arbeit ist und das Veranstalten von Gewinnspielen lästig sein kann, sondern auch, dass die Autorinnen gerne zur Abwechslung auch mal Blogger unter die Lupe nehmen und bewerten möchten. In ihrem Youtube Podcast „Jeden Freytag und Popescu“ quatschen sich Anne und Adriana bereits seit einiger Zeit ihre Gedanken von der Seele. Ein wirkliches chilliges Unterfangen! Für beide Seiten.

15:00 Das will jeder lesen – Vom Phänomen All Age (Moderation Anka von Ankas Geblubber, Autorinnen Ulla Scheler, Bettina Belitz, Anne Freytag und Literaturagentin Sophie Wittmann)

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Dürfen Jugendromane nur von Jugendlichen gelesen werden? Diese Frage habe auch ich mir lange gestellt, als man mir mit Anfang Dreißig ein Jugendbuch in die Hände gedrückt und es mir empfohlen hat. Völler Unsinn, sage ich heute. Es gibt Romane, die sind für Leser jeden Alters gemacht. Anspruchsvolle Jugendromane von heute unterstreichen das, begegnen sie uns doch manchmal auf viel anspruchsvollerer Ebene, als so mancher Erwachsenenroman.

„Man holt Menschen mit Emotionen ab.“, so auch Autorin Anne Freytag, die ihren Gesprächspartnern und mir aus der Seele spricht und den Nagel auf den Kopf trifft. „Bücher tut es gar nicht gut, sie in ein Korsett zu quetschen. Sie sollten Leser unterschiedlichen Alters erreichen.“ Ein All Age Roman also, ein Buch für jedermann. Dass viel mehr Büchern dieses zeitlose Genre  geschenkt werden sollte, da sind sich alle Gesprächspartner einig.

Wo man doch am liebsten manchmal im Buchladen alles umräumen möchte, weil ein Roman einfach nicht da steht, wo er eigentlich hingehört und damit auch nicht seine potentiellen LeserINNen erreicht. Für Ulla Scheler, die ihren Debütroman mit 24 Jahren veröffentlicht hat („Es ist gefährlich, bei Sturm zu schwimmen“) ist diese Gesprächsrunde fast therapeutisch. Eine spannende Talkrunde unter der charmanten Moderation von Anka (Ankas Geblubber).

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16:00 LESUNG: Stefanie Gerstenberger liest aus „Das Sternenboot“

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Eine Lesung, die sich wie eine Reise nach Sizilien anfühlt. Das war sie, die Reise in Stefanie Gerstenbergers „Sternenboot“.

Die Autorin, die selbst ganz lange auf Sizilien gelebt hat, hat mir durch ihre bildhafte und lebendige Sprache nicht nur authentische Momentaufnahmen sizilianischer Art, sondern auch eine sizialianische Zitrone geschenkt. Der Roman ist ein Lese- und Hörgenuss gleichermaßen. Selbst wenn auf Sizilien nicht immer alles Gold ist, was glänzt, möchte ich nach der Lesung unverzüglich nach Italien reisen.

La dolce vita eben!

17:00 TALK: Vom Hausmädchen zur Bestsellerautorin! Katherine Webb und ihr Weg zum Erfolg(Moderation Anouk Schollähn)

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Eine Autorin, die für altes historisches Gemäuer brennt. Kein Wunder, dass Katherine Webb Geschichte studiert hat und ein altes Cottage und ehemaliges Polizeirevier ihr Heim nennen kann (allerdings ohne noch exisitierende Gefängniszellen. Ihr Roman ist selbstverständlich ein Abenteuerroman, in dem sich die Figuren durch die staubige Wüste des arabischen Oman quälen. Webb erzählt von ihrem Weg durchs Leben, von ihren zahlreichen Jobs (u.a. als Housekeeper) und ihrem Durchbruch als Bestsellerautorin, der ihr mit „Das geheime Vermächtnis“ gelang.

Hier kommt ihr zum Livestream des lit.Lounge.TV

Sonntag, 13. November 2016

10:00 Uhr LESUNG: Geneva Lee liest aus der Royal-Saga, Moderation durch Irina v. Bentheim

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Als hätte ich es geahnt. Reichlich verspätet treffe ich zu Lesung von Geneva Lees Lesung aus der Royal-Saga ein und laufe direkt rot an. Ist das nicht? Ja, ist sie. Die Synchronstimme von Sex and the City- Star Carrie Bradshow ertönt aus den Lautsprechern. Schließt man die Augen, meint man Carrie vor sich zu sehen und ist daher auch nicht verwundert, dass es sich fast ausschließlich um harten Sex und der Beschreibung von Genitalien dreht.

Irgendwie einfach nicht mein Ding. Diese sexy talks mit Fremdschämfaktor 10. Man nenne mich prüde, aber manche Dinge kann und will ich einfach für mich behalten!

11:00 Uhr STUDIOTOUR durchs #lit.lounge.TV Studio
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And Action!!

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Hi George, nice to meet you!

12:00 Uhr LESUNG: Katherine Webb liest aus „Das Versprechen der Wüste“, deutsche Stimme Julia Fischer

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Für ihren Abenteuerroman „Das Versprechen der Wüste“ ist Autorin Katherine Webb 2 Wochen durchs arabische Oman gereist. In der staubigen Landschaft der Wüste, in the middle of nowhere, wurde sie ausgesetzt und später wieder eingefangen, als sie schon geglaubt hatte, verlorengegangen zu sein. Während Webb sich nach Ruhe sehnte und die Isolation förmlich genoss, war ihr junger Tourguide eher auf Action aus. Bei ihrem „Wild camping“ hat sie die meditative Kraft der Stille entdeckt und in ihre Zeilen einfließen lassen.

Mit kraftvoller, magischer und atmosphärisch geladener Stimme liest uns Schauspielerin und Autorin Julia Fischer („Sehnsucht auf blauem Papier“) deutsche Passagen des Romans vor und macht die Lesung zu einem absoluten Highlight.

13:00 Uhr „Schreiben Sie mir, oder ich sterbe!“ Liebesbriefe berühmter Frauen und Männer

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„Ich liebe dich wahnsinnig, unsäglich, maßlos.“ Edith Piafs Zeilen an ihren kleinen Schatz.

Dass Liebesbriefe nicht immer mit schwulstigen Liebesoffenbarungen zu tun haben müssen, sondern auch tief empfundene Liebe auf Papier zum Ausdruck bringen können, zeigten mir die Briefe aus „Schreiben Sie mir, oder ich sterbe!“. Darin sind Liebesbriefe berühmter Frauen und Männer zu finden, u.a. von Edith Piaf und Marie Curie. Beide zerrissen mir schier das Herz und ließen meine Augen wässrig werden. Was wohl nicht nur an den herzzerreissenden Zeilen, sondern auch an der an den großartigen Sprechern Friederike Kempter und Christian Baumann lag, die aus Tv und Theater bekannt sind. Minuten, die wie Sekunden verstrichen.

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14:00 Uhr  Eine ErHOLSAME Nachmittagspause MIT HERZENSMENSCHEN
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Begegnung mit Jonas Jonassons Zebra
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Madness an der Fotobox Vol. II
15:00 Uhr 1000 & 1 Idee – doch wie wird’s ein Buch? (Mit AUTORIN Constanze Wilken, Brigitte Riebe und Petra Durst-Benning)
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Ladiesrunde auf der Kleinen Bühne

3 Autorinnen, 3 Ideen, 3 spontane Geschichten: Was aus 1000 & 1 Idee entstehen kann, haben die Autorinnen Constanze Wilken, Brigitte Riebe und Petra Durst-Benning auf Anhieb gezeigt. Alle drei wurden spontan mit Bildern konfrontiert: ein Postbote, der einer alten Dame ein Päckchen übergibt; ein Mann am Bahnhof; und ein Zusammenstoß in der Fußgängerzone. Woher die Autorinnen ihre Inspiration holen und welche noch so unbequemen Schreibecken sie in ihren eigenen vier Wänden bevorzugen, verrieten sie uns im Gespräch auf der Kleinen Bühne.

16:00 Uhr Sehnsuchtsorte oder mehr Meer: Welche Rolle spielt die Landschaft im Liebesroman?

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„Das Meer ist unheimlich viel: bedrohlich und wunderbar.“ Stefanie Gerstenberger über das Meer

Landschaften in Liebesromanen erzeugen ein bestimmtes Bild beim Leser. Daher sind manche Orte einem bestimmten Genre zuzuordnen, während andere widerum wie die eierlegende Wollmilchsau sind und viele Genres beherbergen, so z.B. Frankreich. Das Meer ist für viele ein Sehnsuchtsort, weswegen der Leser schon im Kopf heimlich zu reisen beginnt. So auch in Ulla Schelers Jugendbuch „Es ist gefährlich, bei Sturm zu schwimmen.“, in dem das Meer nicht nur einen Sehnsuchtsort, sondern auch eine eigene Figur verkörpert. Stefanie Gerstenbergers Roman „Das Sternenboot“ hingegen spielt in Sizilien. Die Insel der Kontraste. Denn hier liegen  Hässlichkeit und Schönheit nah beeinander, das weiß die Autorin aus eigener Erfahrung.

Ein leidenschaftliches Plädoyer über Sehnsuchtsorte oder mehr Meer. Eine wunderbare Unterhaltung als Abschluss eines gelungenen Lesefestivals. #litlove2016

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Over & out

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Für die Planung, Organisation und Umsetzung dieses einzigartigen Lesefestivals danke ich dem gesamten Team von Random House. Ich lege jedoch herzlichst die Aufnahme einer festen Mittagspause bzw. kleinen Zwischenpausen ans Herz.

#fbm16 oder „Ein verspäteter Messebericht“

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Zwei Wochen ist sie her – die Frankfurter Buchmesse. Während zahlreiche Bloggerkollegen bereits ihrer Begeisterung Ausdruck verliehen haben und unmittelbar in den Messeblues verfallen sind, fiel ich aus dem Raster. Denn meine Stimmung war getrübt. Doch die Eindrücke sind so langsam gesackt, mein Ärger so langsam versiegt und die Orientierung zurückgekehrt (zumindest teilweise).

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Meine Tage in Frankfurt waren eine einzige Geduldsprobe. Zig Menschen mit Rollkoffern tummelten sich um mich, schubsten und drängelten bis zum Abwinken und fegten die Tische mit Leseproben und kostenlosen Beigaben leer, ohne auch nur einen einzigen Blick darauf zu werfen. Der Magen wurde vollgestopft, die Blase bis zum Bersten gefüllt und die Schokolade, ja die, die landete gleich vorratsweise in der Handtasche. Schließlich braucht man ja was für unterwegs! Das Entscheidende wurde dabei irgendwie vergessen: es geht hier um Bücher!

Selbst schuld, höre ich euch rufen. Warum fährst du auch zu den Besuchertagen zur Frankfurter Buchmesse, wenn du als Blogger auch an den Fachbesuchertagen gehen kannst!? Öhm, ja. Ich nahm wohl was ich kriegen konnte. Schließlich sind die Urlaubstage spärlich gesät und im Normalfall zur Erholung da. Erholung – nun ja, davon kann man in diesem Fall wohl nicht reden!

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Ich war aufgeregt wie ein kleines Kind, als sich ich kurzfristig ein Sparpreisdeal bei der Bahn und ein Zimmer im zentralen Hostel in Frankfurt ergattert habe. Glücksgriffe, die ich zu schätzen wusste. Endlich durfte ich auch mal anreisen, zum Literaturevent des Jahres. Doch spätestens nach einer halben Stunde auf dem Frankfurter Messegelände, war mir eines klar: Frankfurt und ich werden irgendwie nicht richtig warm. Zu groß, zu unübersichtlich, zu voll. Beim krampfhaften Versuch mich logisch durch die Messehallen zu bewegen, scheiterte ich kläglich. Keine Ahnung, wie alle anderen das machen, aber das System des Messegeländes hat sich mir einfach nicht erschlossen.

img_3246-01.jpegUnd dennoch. Ich habe reizende Bloggerkollegen getroffen, mich mit Vertragsmitarbeitern über Neuheiten ausgetauscht und Lieblingsautoren erlebt. Ich habe mir Wünsche beim magischen Illumat illustrieren lassen, mich in der Fotobox des reizenden Fotobullis ausgetobt, Zitate to go ergattert (und habe die erste Schneeflocke bereits gefangen), habe mir  Schokolade auf der Zunge zergehen lassen und an der Küste des Gastlandes Niederlande und Flandern eine Runde gechillt. Ich habe Vorlesungen gelauscht und zahlreiche Momentaufnahmen eingefangen. Ob ich ein zweites Mal nach Frankfurt fahre, steht allerdings noch in den Sternen.

Doch was wäre eine Buchmesse ohne Highlights. Natürlich gab’s die und wird es immer geben. Meine präsentieren sich in Form von Momentaufnahmen, die ich wie immer mit meiner Kamera einfangen konnte. Für alle Messeblues-Erkrankten, für die Daheimgebliebenen und die Neugierigen im Bunde gibt’s daher noch ein paar meiner Schnappschüsse. Have fun & enjoy!

In diesem Sinne: See you in Leipzig #lbm17!

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