Ich bin ein Königskind

Die Geschichte einer wachsenden Leidenschaft

Direkt bei der Gründung im Oktober 2013 hatte mich der Königskinder Verlag bereits im Netz. Ich war dem Hamburger Imprint des Carlsen Verlag von Anfang an verfallen und schloss das königliche Logo, den Namen und das Konzept des Verlags schnell ins Herz.

Denn was in den Programmen des Verlags ganz klar zu erkennen ist, ist die Liebe zum Buch. Und zwar durch und durch. Diese Leidenschaft, die jeder Mitarbeiter des Verlags zu leben scheint, allen voran Verlagsgründerin Barbara König, zeigt sich auf vielfältige Weise. Jedes Programm trägt ein gestalterisches Motto, die individuelle Farbgebung und das Leitmotiv spiegelt sich in jedem Buch wieder.

Die Programmvorschauen präsentieren sich einladend, glänzen mit gut gewählten Zitaten und gut formulierten Kurzbeschreibungen. Beim Durchblättern fühle ich mich abgeholt, freue mich bereits vor dem Erscheinen der Bücher darauf, in die Geschichten abzutauchen.

Die ästhetische Klammer der Programme

Das erste Programm des Königskinder Verlags erschien 2014 unter dem Motto „Ouvertüre“ und präsentierte sich in den Farben Schwarz, Weiß und Gold. Mich sprach damals auf Anhieb „Anders“ an, dessen Geschichte sich ähnlich wie der Titel ganz andersartig präsentierte und mich wirklich überraschte.

Andreas Steinhöfels Schreibstil war so erschreckend ehrlich, lebendig und tiefgründig, dass ich sofort bemerkte, dass das Jugendbuch ganz anders ausfällt, als die Jugendbücher die ich bis dato kannte. Die Gefühle von Steinhöfels Protagonisten begegneten mir lebendiger denn je (mehr dazu hier).

Auch das zweite Programm mit dem Motto „Alles blüht“ begeisterte mich optisch wirklich sehr. „Das Schloss aus Wolken“ und „Die wahre Geschichte von Regen und Sturm“ landeten auf Anhieb auf meiner Wunschliste. Leider verweilen sie da bis heute. Aber manche Dinge benötigen einfach etwas Zeit.

Dass das dritte Programm „Die blaue Stunde“ mich auf Anhieb ansprach, ist eindeutig. Blau ist meine Lieblingsfarbe. Wer mich persönlich kennt, weiß das. Darüber hinaus bin ich mit einer ansprechenden Optik sehr leicht zu kriegen, Titel und Story sind zugegeben, oft gar nicht so entscheidend beim Bücherkauf. Ich fuhr damit bisher aber ganz gut, irgendwie isst doch immer das Auge mit!

Als kleiner Berg- und Wanderfan fand „Die wirkliche Wahrheit“ bereits nach wenigen Minuten den Weg in meine Hände und anschließend zur Kasse. Covergestaltung und Story gehen nicht bei jedem Buch Hand in Hand, in diesem Fall entfaltete sich allerdings das erhoffte Bergabenteuer eines kleinen Jungen.

Das vierte Programm „Augenblicke“ ist alleine optisch ein Hingucker. Die Mädchengesichter strahlen so viel Ausdruck und Freude aus, dass die Bücher bereits mit ihrem lebendigen Gewand das heimische Regal aufwerten. Beim Carlsen Bloggertreffen letztes Jahr griff ich daher gezielt zu „Jane & Miss Tennyson“ und habe es bis heute nicht bereut.

Das fünfte Programm mit dem Motto „Kaleidoskop“ fiel im Gegensatz zum Vorprogramm etwas männlicher und gruseliger aus. Dem vielseits besprochenen Werk „Salz für die See“ möchte auch ich mich noch widmen. Besonders neugierig gemacht haben mich die begeisterten Zeilen von Daniela alias Bröselchen.

© Königskinder Verlag
© Königskinder Verlag

​​​Das sechste Programm das am 23.03.17 offiziell erscheinen wird, trägt das Motto „Zweisamkeit“. Ich wurde vom Verlag mit königlicher Post überrascht, weswegen ich bereits durch das neue Programm schmökern konnte. Gut, dass dabei für die begleitende Verpflegung gesorgt wurde, denn fast in alle Geschichten musste ich bereits reinlesen. Sowohl „Der Himmel über Appleton House“ als auch „Der Koffer“ sprechen mich auf Anhieb an.

#ichbineinKönigskind – was verbirgt sich hinter meiner Bekenntnis

Mein Bücherregal kann tatsächlich nicht alle Bücher des Verlags vorweisen, beherbergt aber dennoch eine kleine aber feine Auswahl von erlesenen Königs-Geschichten, die mir mit ihren sensiblen Betrachtungsweisen und liebevollen Charakteren wahre Lesemomente geschenkt haben.

Die großartigen Geschichten des Königskinder Verlags transportieren eine ungeheure Bandbreite an Emotionen und umschmeicheln meine Herzensbuchseele damit immer wieder aufs Neue. Deshalb kann und will ich auf die Geschichten dieses großartigen Herzensbuchverlages nicht mehr verzichten.

All jenen unter euch, die noch keine Erfahrung mit den Büchern dieses Verlags gemacht haben, sei er daher dringend ans Herz gelegt.

Aktionen rund um den Königskinder Verlag

Dieses Jahr schenken zwei Aktionen den Büchern des Verlags ihre besondere Aufmerksamkeit. Allen voran hat Dani („Brösels Bücherregal“) 2017 zum „#JdKöKi : Jahr der Königskinder“ ernannt. Jeden Monat wird zwischen sieben Titeln aus dem Königskinder Verlag ein Favorit ermittelt, dem sich im Anschluss gewidmet wird.

​Passend dazu hat Kathrin („Kathrineverdeen“) vergangenen Montag die Blogparade #ichbineinKoenigskind ins Leben gerufen, die bloggende Liebhaber des Königskinder Verlags dazu einlädt, ihre Liebe zum Verlag mit der Welt zu teilen. Die Aktion läuft vom 13.3. bis 13.4.2017. Ziel der Blogparade ist es, dass möglichst viele leidenschaftliche Beiträge zur Aktion entstehen, die unter dem Hashtag #ichbineinKönigskind durch die sozialen Netzwerke gestreut werden.

​Bist du auch ein Königskind? Na dann schieß los…

Meeresenzyklopädie

„Das Buch vom Meer“ – Morten A. Strøksnes

Autor: Morten A. Strøksnes | Seiten: 368 | Gebundenes Buch, Leinen 19.99 € | ISBN: 978-3-421-04739-7 | Erscheinungstermin: 29.08.2016 | DVA Verlag

„Die größten Entdeckungen warten im Meer.“

Zitat, Seite 21

In den Tiefen des Nordatlantiks lauern sie: die sagenumwobenen Eishaie. Es ist der gemeinsame Traum von Morten A. Strøksnes und Hugo Aasjord, einen von ihnen zu fangen. Ein schwieriges Unterfangen, das absolute Windstille erfordert und den Launen der Natur unterliegt. Denn das Gebiet zwischen dem norwegischen Festland und den Lofoten ist unberechenbar: das Warten auf Windstille erfordert Geduld.

Voller Tatendrang fahren die beiden Freunde raus aufs Nordmeer und beobachten beim Warten das Schauspiel der Natur: sie lauschen dem sanften Flüstern und der peitschenden Gischt des Meeres, atmen die salzige Seeluft ein und blicken in das unergründliche tiefe schwarze Meer, das so viele Geheimnisse in sich birgt.

„Die Moleküle setzen sich in schwindelerregendem Tempo zu ständig neuen Variationen zusammen, so wie sich Buchstaben zu neuen Wörtern fügen, um dann zu Sätzen und am Ende zu ganzen Büchern werden. Stellt man sich die Wassermoleküle als Buchstaben vor, könnte man sagen, dass das Meer alle Bücher enthält, die jemals in bekannten oder unbekannten Sprachen geschrieben wurden.“

Zitat, Seite 135

Die Insel Skrova, die zur beeindruckenden Inselgruppe der Lofoten zählt, wird dabei zum Ausgangspunkt des Haifangprojekts. Hier gewährt ihm sein Künstlerfreund Aasjord Unterschlupf in der ehemaligen Fischfabrik Aasjordbruket, die er gemeinsam mit seiner Ehefrau Mette zu einem Kulturzentrum umbaut.

Doch die anfängliche Euphorie, eins der ungeheuerlichsten Meereswesen ins Netz zu bekommen, ebbt über die Zeit ab. Das kleine Schlauchboot der beiden Freunde scheint den unberechenbaren Strömungen des Nordmeeres nur bedingt standzuhalten und lässt sie ihr Unterfangen langsam aber sicher in Frage stellen.

„Das tiefe, salzige, schwarze Meer brandet uns entgegen, kalt und gleichgültig, ohne jede Empathie. Es ist sich selbst genug, es braucht uns nicht, es schert sich nicht um unsere Hoffnungen, unsere Ängste – und schon gar nicht um unsere Beschreibungen. Die dunkle Masse des Meeres ist von überlegener Kraft.“

Zitat, Seite 216

Während die Wellen die Sagen und Mythen des Meeres an ihr Boot spülen, erzählt Strøksnes unterdes vom schier unermesslichen Facettenreichtum der Meeresbewohner, von mutigen Polarforschern, Walfängern, Kartografen und vom harten Alltag der norwegischen Inselbewohner. Auch vor der Brutalität des Walfangs, der Überfischung der Meere und der unerschütterlichen Jagd auf die Eishaie macht er keinen Halt und würzt sein Werk mit grausamen Wahrheiten.

Der Norweger erweist sich über sein gesamtes Werk als sensibler und aufmerksamer Beobachter. Durch seine detailgetreuen und farbenfrohen Beschreibungen erwacht nicht nur das Insel- und Meerestreiben zum Leben, sondern macht „Das Buch vom Meer“ auch zu einer abenteuerlichen Entdeckungsreise. Es liest sich daher wie eine Mischung aus Sachbuch und Belletristik. Der unterhaltsame Ton des Autors hilft dem Leser dabei über so manche Flut an naturwissenschaftlichen Informationen hinweg.

Es ist ein Sehnsuchtsbuch. Ein Buch, das vor Leben sprudelt und die Faszination um das Meer in sich trägt. Strøksnes schenkt uns mit seinem Werk sowohl eine Meeresenzyklopädie als auch einen lebendigen Reiseführer. Es reserviert dir einen Platz auf dem Schlauchboot und katapultiert dich unvermittelt raus aufs Meer. Damit bin ich meinem Wunschreiseland Norwegen schon ein kleines bisschen näher gekommen.

„Das Meer ist der Ursprung aller Dinge. Wellen einer weit zurückliegenden Urzeit durchströmen uns wie das leise Echo eines sanften Plätscherns in einer unzulänglichen Höhle am Meer. Manchmal, wenn wir bei einem starken Sturm am Ufer stehen, hat es den Anschein, als verlangte uns das Meer zurück.“

Zitat, Seite 163

Leuchtturm von Skrova – ©Morten A. Strøksnes

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Kinderfreuden #18: Grrrrr!

„Grrrrr!“ – Rob Biddulph

Grrrrr! tönt es durch den Wald.

Im Wettkampf um den Titel „Bester Bär des Waldes“ ist Fred Bär ungeschlagen. Seine Medaillen belegen die Glanzleistungen im Fische fangen, Reifenkreisen und Menschen erschrecken, die er in den letzten Jahren erbracht hat. Auch Freds Brüllen ist legendär. Doch kurz vor dem Wettkampf taucht ein neuer Bär im Wald auf und sorgt für helle Aufregung.

Als am großen Tag auch noch Freds Brüllen verschwunden ist, ist die Sorge um den begehrten Titel groß. Zum Glück eilen ihm seine Freunde zu Hilfe.

Doch geht es im Leben immer nur darum, der Beste zu sein?

Eckdaten

Text & Illustration: Rob Biddulph | Übersetzung: Steffen Jacobs | Seiten: 32 | Hardcover Pappband 16.00 € | ISBN: 978-3-257-01185-2 | Erscheinungstermin: 28.09.2016

Zum Buch beim Diogenes Verlag

Blickwinkel aus großen Augen

Nachdem uns Illustrator Rob Biddulph mit seinem ersten Kinderbuch „Weggepustet“ vor zwei Jahren bereits begeistern konnte, war die Vorfreude auf sein zweites Werk groß. Während es in „Weggepustet“ um einen kleinen Pinguin namens Blau ging, der von seinem knallroten Drachen von der Antarktis bis nach Madagaskar geweht wird, widmet Biddulph seine Aufmerksamkeit nun dem Bär Fred, der gemeinsamen mit den anderen Tieren im Wald wohnt.

Fred ist groß und stark. Sein Ruf als „Bester Bär des Waldes“ eilt im Voraus. Er genießt das Ansehen im Wald und trägt seinen Titel voller Stolz. Während viele Tiere mit ihm befreundet sein möchten, zählt für Fred nur eins: der Titel. Doch der große blaue Bär, der kurz vor dem Wettkampf im Wald auftaucht, scheint genauso aufs Siegen aus zu sein wie Fred. Was nun?

Das plötzliche Verschwinden von Freds legendärem Brüllen setzt dem Ganzen die Krone auf. Fred wird angst und bange. Wie soll er nur ohne sein Brüllen siegen? Doch er hat nicht mit den Waldbewohnern gerechnet, die ihm mit Rat und Tat zu Seite stehen. Als sein Brüllen weiterhin unauffindbar bleibt, sehen sie nur einen Weg, um ihrem Vorbild zu helfen. Es ist ihr Zusammenhalt, der Fred zeigt, wie wertvoll Freundschaft ist.

Biddulph gelingt erneut eine zauberhafte Geschichte um Freundschaft, Ehrgeiz und Fairness. Mit seinen bunten wachsmalfarbenen Zeichnungen bringt er Kinderaugen zum Strahlen und erweckt das alte Retrochick wieder zum Leben. Es bedarf nur wenig begleitender Reime, die die Kinder nebst den bunten und großflächigen Zeichnungen durch die Geschichte von Fred Bär und seinen Freunden geleitet.

Ständig geht es in unserer Gesellschaft darum, leistungsstark und erfolgreich zu sein. Bereits im Kindergarten werden die Kinder damit konfrontiert, was passiert, wenn sie dem rasanten Tempo unserer Zeit nicht gewachsen sind. Das daraus resultierende Scheitern führt zu Unzufriedenheit und das falsche Setzen von Prioritäten.

Biddulph gibt den Kindern mit „Grrrrr!“ genau die Werte an die Hand, die im Leben wirklich zählen. Auf kindgerechte und anschauliche Weise vermittelt er ihnen, dass es im Leben gar nicht immer darum geht, der Beste zu sein. Fred Bär und seine Freunde haben unsere Herzen brüllend erobert!

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Blickwinkel aus kleinen Augen

Joschuas Urteil:

Steckbrief Joschi Blog 2

Gefällt dir das Buch? Ja

Was hat dir besonders gefallen? Die Farben

Worum geht die Geschichte? um Bären und ein verschwundenes Brüllen

Wo steht das Buch im Regal? neben „Weggepustet“

Lesezeit: bei Tageslicht, da leuchten die Farben besonders schön

Bester Leseort: die Couch

Schlüpft in die Rolle von: einem Waldbewohner

#2: How to explore „England“ as a booklover: London


London, Baby!

Wer bereits in Englands Hauptstadt war, wird nachvollziehen können, warum ich von unseren Zwischenaufenthalt im letzten Sommer so begeistert war. Man kann die Stadt einfach nur lieben. Sie ist kunterbunt, quirlig & modern. Zahlreiche Parks und satte Wiesn laden zum Verweilen ein, die bunten Schaufenster locken mit entzückender Ware und die britische Teatime lädt zur traditionellen Ruhepause mit Tee, Scones und einem guten Buch ein.

Bereits zum zweiten Mal bin ich hier schon gestrandet, in der wunderschönen Stadt an der Themse, und habe mich auf Anhieb wohlgefühlt. Auch das Lesen wird hier großgeschrieben. Das merkt man spätestens, wenn man die zahlreichen Leser in London Underground, die liebevoll arrangierten Schaufenster der Buchläden oder die zahlreichen Bibliotheken und Museen mit literarischem Bezug entdeckt.

London opens to you like a novel itself. […] It is divided into chapters, the chapters into scenes, the scenes into sentences; it opens to you like a series of rooms, door, passage, door. Mayfair to Piccadilly to Soho to the Strand.

Anna Quindlen, “Imagined London”

Daher haben sich zahlreiche Eindrücke angesammelt, die es erstmal zu sortieren galt und die ich euch heute präsentiere. Es ist nur ein Bruchteil dessen, was die Weltstadt zu bieten hat und dennoch schon eine Reise nach Großbritannien wert!

Have fun, folks!

Entspannte Lesezeit im Hyde Park

Sehenswürdigkeiten

Bahnhof King’s Cross

In Sachen Harry Potter ist die King’s Cross Station ein Muss. Schließlich ist die Haupthalle des Bahnhofs in J.K. Rowlings Romanreihe Harry Potter Ausgangspunkt des Hogwarts-Express, der am für Muggel verborgenen Gleis 9¾ startet. In der Realität liegen die Gleise 9 und 10 in einem Nebengebäude des Bahnhofs und es gibt gar keine Wand zwischen ihnen.

Für Harry Potter – Fans wurde dennoch eine Beschriftung namens „Platform 9¾“ an der Mauer zwischen Gleis 4 und 5 angebracht. Links neben ihr ist auch ein Harry Potter Merchandise Shop zu finden, der zu meinem Bedauern nur sehr klein ist und zum Zeitpunkt unseres Aufenthaltes maßlos überfüllt war. Alleine für einen Schnappschuss mit dem halb in der Mauer verschwundenen Kofferwagen musste man sich in die schier endlose Schlange an wartenden Fans einreihen.

Wir haben uns deshalb nur kurz durch den Laden gedrängelt und uns den persönlichen Schnappschuss mit dem halben Kofferwagen verkniffen. So what?

Charing Cross Road

©Bart‘s Bookshelf

Am Cambridge Circus, besser gesagt an der 84, Charing Cross Road gründeten Benjamin Marks und Mark Cohen 1920 ein Antiquariat namens Marks & Co, das weltweiten Bekanntheitsgrad erlangte. Grund dafür war der als Buch veröffentlichte Briefwechsel zwischen der amerikanischen Schriftstellerin Helene Hanff und dem Londoner Buchhändler Frank Doel, der auch in meinem Bücherregal zu finden ist.

Meine Zeilen über eine besondere Freundschaft in Briefen

Helene Hanff – 84, Charing Cross Road

Das Antiquariat diente nicht nur Hanffs Buch 84, Charing Cross Road sondern auch der späteren Verfilmung mit dem Titel Zwischen den Zeilen mit Anne Bancroft und Anthony Hopkins in der Hauptrolle als Inspiration. Heute erinnert leider nur noch eine Gedenktafel an der Außenfassade an Marks & Co., das bereits 1970 nach dem Tod von Buchhändler Doel schloss. Als Hanff 1971 die Charing Cross Road besuchte, kam sie bereits zu spät, um ihren Brieffreund persönlich kennenzulernen. Sie fand leider nur noch ein leerstehendes Gebäude vor. Ihre Gedanken während ihrer Reise hielt sie in ihrem Roman The Duchess of Bloomsbury Street fest.

Nachdem die Charing Cross Road mehrere Veränderungen durchlief, sind heute wieder zahlreiche Buchläden dort angesiedelt. Unter anderem findet ihr dort Borders, Blackwell’s und Foyles. Foyles zählt schon seit Jahren zu den literarischen Must Sees. Schließlich erstreckt sich der Verkaufsraum der Traditionsbuchhandlung über fünf riesige Stockwerke und ein unglaubliches Sortiment.

Palace Theatre

Schräg gegenüber des ursprünglichen Antiquariats Marks & Co. trifft man auf ein beeindruckendes rotes Backsteingebäude, das nichts Geringeres als das Palace Theatre beherbergt. Es hat sich mir schon mit unterschiedlichen Theaterstücken präsentiert (u.a. Monty Python`s Spamalot).

Zum Zeitpunkt unseres Sommer-Aufenthaltes wurde bereits J.K. Rowlings Harry Potter & The Cursed Child groß angekündigt, dessen Start unmittelbar bevor stand. Die Tickets waren bereits Monate im Voraus ausverkauft. Ich bin mir aber sicher, dass ich es noch in diesem Leben schaffe, zwei der 1400 begehrten Sitzplätze des Theaters zu ergattern!

Museen

Charles Dickens Museum

48 Doughty Street, WC1N 2LX

Es ist ein entzückendes georgisches Reihenhaus im Herzen von Bloomsbury, in dem Schriftsteller Charles Dickens mit seiner Familie von 1837-1839 gewohnt hat. Die türkise Eingangstür nebst gleichfarbigem Museumsschild zieht schon von weitem neugierige Blicke auf sich. Hier sind Oliver Twist, Pickwick Papers und Nicholas Nickleby entstanden und haben Dickens zur internationalen Anerkennung als einer der weltweit bedeutendsten Schriftsteller verholfen.

Charles Dickens Museum Garden Café ©Charles Dickens Museum

Ein Besuch im Garden Cafe des Museums eignet sich besonders gut, um die British Teatime stilvoll zu zelebrieren. Es ist eine kleine Wohlfühloase.

Charles Dickens Museum & Garden Café

Öffnungszeiten

Dienstag – Sonntag 10 – 17 Uhr

British Library

96 Euston Rd, Kings Cross, NW1 2DB

Die British Library ist eine der bedeutendsten Bibliotheken der Welt. Sie beherbergt über 170 Millionen Werke und besitzt damit den weltweit größten Medienbestand aller Bibliotheken. Sie sammelt Bücher aus allen Zeiten, Ländern und Sprachen und verwahrt neben ihnen auch ein kunterbuntes Sammelsurium an Zeitungen, Broschüren, Karten, Briefmarken etc.

1973 wurde sie mit der British Museum Library und einiger weiterer Bibliotheken zusammengelegt und muss jeweils ein Pflichtexemplar aller in Großbritannien, Nordirland und der Republik Irland gedruckten Bücher enthalten. Sie beherbergt nicht nur einen facettenreichen Bestand, sondern auch haushohe Bücherregale und den beeindruckenden British Museum Reading Room. Allein das Eingangstor ist ein Blickfang!

British Library

Öffnungszeiten

Montag bis Donnerstag 9:30 – 20 uhr

Freitag 9:30 – 18 Uhr

Samstag 9:30 – 17 Uhr

Sonntag 11 – 17 Uhr

Buchläden

London beherbergt zahlreiche Buchläden, die es sich aufzusuchen lohnt, die man bei einem einzigen Aufenthalt aber niemals unter einen Hut bringen kann! Auch ich hab nur einen Bruchteil dessen gesehen, was London buchhandelstechnisch so drauf hat. Dennoch möchte ich euch heute ein paar erste Empfehlungen mit auf den Weg geben.

Es wird sicherlich nicht bei meinen zwei London-Aufenthalten bleiben und für Tipps & Empfehlungen von euch bin ich natürlich sehr dankbar! Ansonsten solltet ihr die nachfolgenden Buchläden bei eurem nächsten City Trip nach London unbedingt einplanen. Manche von ihnen beherbergen ungeahnte Überraschungen.

Waterstones

39-41 Notting Hill Gate, W11 3JQ

Es ist der Art Buchladen, den man sich in der eigenen Nachbarschaft wünscht. Ein Waterstones wie man ihn kennt und liebt, inklusive liebevoller Schaufensterdekoration und freundlichem Personal.

Neben der Filiale in Notting Hill findet man noch vier weitere in London, zwei in Piccadilly, einen in Kensington und einen in Chelsea.

Öffnungszeiten

Montag bis Freitag 9 – 19:30 Uhr

Samstag 9:30 -19:00 Uhr

Sonntag 12 – 18 Uhr

London Review Book & Cake Shop

14 Bury Place, WC1A 2JL

Es gibt Orte, da fühlt man sich auf Anhieb wohl. Der London Review Book & Cake Shop ist einer davon. Es gibt dort Bücher & Kuchen. Muss ich noch mehr sagen?

Spätestens wenn man die entzückende Außenfassade des London Review Book & Cake Shop im Stadtteil Bloomsbury erblickt, muss man einen Blick in das Innere wagen. Die Buchhandlung mit anschließendem Café hatte ich bereits lange im Voraus auf meiner Bucketlist stehen. Ich glaube spätestens nach dem dritten Instagram-Foto hatte ich das Gefühl, etwas zu verpassen, wenn ich nicht mindestens einmal hier war. Gesagt, getan. Ich denke, die Bilder sprechen für sich.

Übrigens, einen Tipp für den besten Kuchen kann ich leider nicht abgeben, da die Sitzplätze im Café bei unserem Aufenthalt leider restlos besetzt waren und ich mich damit begnügen musste, im Buchladen zu stöbern. Was ich aber habe, ist eine Buchempfehlung. Denn beim Stöbern habe ich ein sehr interessantes Buch in die Finger bekommen, dass ich bibliophilen London-Liebhabern unbedingt ans Herz legen möchte. Denn es beherbergt weitaus mehr literarische Plätze in London, als man sie bei zwei London-Trips entdecken kann.

Book Lovers‘ London, Salmon and Moth

London Review Bookshop

Öffnungszeiten

Montag bis Samstag 10 — 18:30 Uhr

Sonntag 12 — 18:00 Uhr

Books for cooks – the cookbook shop

4 Blenheim Cres, Notting Hill, W11 1NN

„WALK into Books For Cooks. It smells good. You look around. You see shelves crammed with books reaching from floor to ceiling, central tables piled high with yet more books, and you marvel – are all these books really cookbooks? Then, at the back of the shop, you spot the kitchen from which those appetising aromas exude. There is cookery in the air as well as on the shelves of this bookshop. Once discovered, food lovers wonder how they ever survived before Books For Cooks!“

Books for Cooks

Mal ganz ehrlich, kann man solchen Zeilen widerstehen? Meines Erachtens ja nicht. Erst recht nicht, wenn man eine Vorliebe für Kochbücher hat und leidenschaftlich gerne kocht. Daher sollte man sich einen Besuch in dem wohlriechenden Buchladen nicht entgehen lassen. Sagt Bescheid, welche Duftnote ihr bei eurem Besuch vernommen habt.

Neben den Büchern findet ihr hier übrigens eine kleine Testküche, die sich zwischen die Bücherregale gequetscht hat. In ihr werden jeden Tag Gerichte mit den Rezepten aus den Kochbüchern im Regal und frischen Zutaten vom Portobello Road Market zubereitet, die man im Laden verzehren kann.

Books for Cooks

Öffnungszeiten

Dienstag bis Samstag 10 – 18 Uhr

Notting Hill Bookshop

13 Blenheim Crescent, W11 2EE

Ja, zugegeben, es ist ein touristischer Hot Spot und gefühlt jeder Buchliebhaber, der 2011 Notting Hill (mit Hugh Grant und Julia Roberts in der Hauptrolle) gesehen hat, hat diesen Buchladen bereits besucht. Trotz des touristischen Booms lohnt sich der Besuch in diesem entzückenden Buchladen im Stadtteil Notting Hill aber immer wieder, nicht nur wegen des großen Sortiments an Reiselektüre und reizenden Kinderbüchern.

Irgendwie meint man die Prise Hollywood, die ihm anhaftet, noch immer zu spüren.  Und mal ganz ehrlich, haben diese kleinen Buchläden mit abgenutztem Holzfußboden nicht irgendwie auch ihren ganz besonderen Charme? Zahlreiche Füße sind bereits darüber geschlendert. Und wer weiß, wem man bei seinem Besuch begegnet.

©Notting Hill Bookshop

The Notting Hill Bookshop

Öffnungszeiten

Montag bis Samstag 9 – 19 Uhr

Sonntag 10 – 18 Uhr

Ihr vermisst einen Buchladen oder literarischen Insidertipp, den ihr mir unbedingt ans Herz legen wollt? Na dann nichts wie ab damit in die Kommentarspalte. Mein bibliophiles Herz freut sich über jedes hilfreiche Feedback, um euch die literarischen Reiseberichte noch lebendiger zu gestalten! Tausend Dank!

Kinderfreuden #17: Mäuseluftfahrt

„Armstrong“ – Torben Kuhlmann

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Die abenteuerliche Reise einer Maus zum Mond

Eines Tages entdeckt eine kleine graue Maus auf dem Dachboden ein angestaubtes Teleskop. Als sie durch das lange Rohr hindurch späht, staunt sie nicht schlecht. Denn was sich ihr offenbart, ist nicht nur ein unglaublicher Blick in den Nachthimmel, sondern auch auf den Mond; jenem magisch leuchtenden Objekt, das sich mal als dünne Sichel oder auch als prall gefüllter Laib Käse präsentiert und sie seit jeher fasziniert.

Während die anderen Mäuse sich sicher sind, dass es sich schlichtweg um das größte Stück Käse der Welt handelt, will der kleine Astronom es genauer wissen. Voller Wissbegier und Tatendrang begibt sich die Maus auf wissenschaftliche Recherche und ergründet Stück für Stück das Geheimnis des Mondes. Doch um die anderen Mäuse von seiner wahren Bedeutung zu überzeugen, braucht es stichfeste Beweise. Und so fasst die Maus eine tollkühne Entscheidung: Sie muss die erste Maus auf dem Mond werden!

Eckdaten

Text & Illustration: Torben Kuhlmann | NordSüd Verlag | ET: 25.07.2016
Ab 5 Jahren | Seiten: 128 | Hardcover 19.99 € | ISBN: 978-3-314-10348-3
Zum Buch beim NordSüd Verlag

Blickwinkel aus großen Augen

Spätestens seit „Lindbergh – Die abenteuerliche Geschichte einer fliegenden Maus“ ist Torben Kuhlmann jedermann ein Begriff. Denn was der in Hamburg gelernte Illustrator mit wenigen Pinselstrichen aufs Papier zaubert, sind kleine Meisterwerke. Bilder, die oft mehr sagen, als tausend Worte und die gänzlich für sich alleine sprechen. Dies bewies Kuhlmann bereits mit seiner Bilderbuchgeschichte „Maulwurfstadt“, die sich den Kindern auch mit wenig Text so lebendig präsentierte, dass man meinte, die erdige Luft riechen und die dunkle Beklommenheit des Erdreichs spüren zu können.

Während Kuhlmanns Maus bereits in „Lindbergh“ über ihren kleinen Mäusetellerrand hinausblickte und sich mit einem selbstgebastelten Flugzeug über den Atlantik wagte, treibt es Kuhlmann nun auf die Spitze. Denn der Atlantik reicht ihm nicht mehr. Es muss der Mond sein! Und so tüftelt und testet seine Maus was das Zeug hält. Doch bis sie schließlich als erste Maus auf dem Mond landet, erfordert es Kreativität, technisches Geschick und jede Menge Geduld. Denn die anfängliche Konstellation entpuppt sich als Montagsmaschine und zu allem Übel kommen ihr auch noch die Menschen auf die Schliche. Jetzt aber ran an den Käse, ähmm Mond.

Torben Kuhlmann beweist einmal mehr sein unglaubliches Geschick für das Zeichnen. Seine Bilder sprühen vor Kreativität und Lebendigkeit. Kuhlman richtet seinen Fokus dabei nicht nur auf die Akkuratesse seiner Figuren, sondern auch auf die richtige Auswahl der Farben. So entstehen warme und lebendige Bilder, die das schier unmögliche Unterfangen einer zum Mond fliegenden Maus den großen und kleinen Betrachtern plötzlich authentischer wirken lässt, als es eigentlich darf. Joschua wird von der Leuchtkraft des Mondes magisch angezogen. Schnell teilt er die Faszination der Maus und begibt sich immer wieder gerne auf ein mäusestarkes Abenteuer ins Weltall.

Obwohl „Armstrong“ die Fortsetzungsgeschichte von „Lindbergh“ ist, lässt sich die Geschichte wunderbar eigenständig entdecken. Im Anschluss an die Geschichte reiht sich noch eine kurzes Exposé der Raumfahrt und Torben Kuhlmanns Biografie an. Auch hier wird zu meiner Begeisterung nicht auf begleitendes Bildmaterial verzichtet.

Mäusestarke Leseempfehlung!

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© NordSüd Verlag

Blickwinkel aus kleinen Augen

Joschuas Urteil:

Steckbrief Joschi Blog 2

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Gefällt dir das Buch? Ja
Was hat dir besonders gefallen? der Mond
Worum geht die Geschichte? um eine Maus, die zum Mond düst
Wo steht das Buch im Regal? neben „Lindbergh“
Lesezeit: immer, wenn der Mond besonders stark leuchtet
Bester Leseort: die Couch
Schlüpft in die Rolle von: einem Abenteurer

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#Bloggerliebe – eine Blogparade

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Eine Blogparade

Wenn Stefanie Leo, begeisterte Netzwerkerin und rotbeschuhte Bücherdame, eine Blogparade ins Leben ruft, bin ich selbstverständlich mit an Bord. Kaum hatte ich Steffis Aufruf zur #bloggerliebe gelesen, kramte ich schon durch meine mentale Schatzkiste.

Wir schreiben den 1. März 2017. Es ist meterologischer Frühlingsanfang und Beginn der Fastenzeit. Welcher Zeitpunkt eignet sich besser, um ein paar Altlasten (in welcher Form auch immer) loszuwerden und sich zeitgleich mit einer Prise inspirierender #bloggerliebe einzudecken!?

Unsere Sehnsucht nach Sonne, satten Blumenwiesen und Vogelgezwitscher ist groß, Liebe liegt in der Luft. Heute soll es um meine gehen, um meine #bloggerliebe. ❤

Meine #bloggerliebe

Neben der Liebe zum Lesen und Bloggen hege ich auch eine besondere Vorliebe für die Blogs meiner Bloggerkollegen. Einige dienen mir schon lange als Inspiration. Ein Blog unter ihnen gehört einem Eulenpapa, und an den ich heute meine Worte richten möchte.

Lieber Arndt,

was wäre die Bloggerwelt nur ohne deine literarische Sternwarte AstroLibrium? Dein Blog gehört für mich zu den Liebsten. Ich liebe es, dort zu stranden und deine herzlichen, inspirierenden, ideenreichen und liebevoll in Szene gesetzten Zeilen zu inhalieren und mich an deinen begleitenden Momentaufnahmen zu erfreuen.

Es ist faszinierend anzusehen, wie facettenreich du deine Leidenschaft für Bücher in Rezensionen, Radiobeiträge und Herzensbuchprojekte verwandelst. Die unglaubliche Fülle an Blogbeiträgen, die du nahezu spielerisch neben deinem Job ins Leben rufst, sorgt immer wieder für ein Staunen von meiner Seite. Auch dein Einsatz für den lokalen Buchhandel ist bemerkenswert, du hast mit „Blogger und Buchhandel“ eine neue Ära ins Leben gerufen.

Ich liebe unseren Gedankenaustausch, unsere gemeinsamen Streifzüge durch die Literatur und die daraus resultierenden Herzensbuchprojekte, die immer wieder zu persönlichen Highlights werden. Sie sorgen nicht nur dafür, dass Geschichten sich in voller Blüte entfalten, sondern lässt mich auch Autorinnen und Autoren plötzlich ganz nahe kommen. 

Aus diesem Grund, lieber Arndt, bewahre dir deine Leidenschaft für das Lesen, deine Kreativität und dein sanftmüdiges und herzliches Wesen. Du bist eine unerschütterliche Inspirationsquelle.

Ich hoffe, du wirst uns mit deinen Zeilen noch Lichtjahre erfreuen. 

Steffi

Herzensbuchprojekte

Wer Lust hat, in die gemeinsamen Herzensbuchprojekte von Arndt und mir zu spitzen, sollte sich die nachfolgenden Beiträge einmal genauer ansehen:

Heidi Rehn – Tanz des Vergessens

„Tanz des Vergessens“ – Ein Spaziergang mit Heidi Rehn

Ein Streifzug

Lily King – Euphoria

Euphoria – Zwei Blogs und ein euphorischer Abend

Ein euphorischer Abend

Alex Capus – Das Leben ist gut

„Das Leben ist gut“ – Alex Capus live in München

Wenn das Leben es gut mit dir meint

Hannah Rothschild – Die Launenhaftigkeit der Liebe

„Die Launenhaftigkeit der Liebe“ von Hannah Rothschild

Ein goldener Abend im Literaturhaus München