Appelhuuslüüd

lesenslust über “Altes Land” von Dörte Hansen

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1945 flüchtet die 5-jähige Vera mit ihrer Mutter aus Ostpreußen ins Alte Land, ein idyllisches und ertragreiches Obstbaugebiet südlich von Hamburg und jenseits der Elbe. Auf dem Hof von Ida Eckhoff finden sie Unterschlupf, werden als Flüchtlinge aber nur geduldet. Ihr Leben lang fühlt sich Vera fremd und doch irgendwie zugehörig in dem großen dunklen Bauernhaus, das von der Apfel- und Kirschblüte begleitet wird und das bereits Generationen von Flüchtlingen ein und ausgehen hat lassen.

“Sie war auf Ida Eckhoffs Hof gespült worden wie ein Ertrinkener auf eine Insel. Um sie herum war immer noch das Meer. Und Vera hatte Angst vor diesem Wasser. Sie musste bleiben auf ihrer Insel, auf diesem Hof, wo sie zwar keine Wurzeln schlagen konnte, aber doch festwachsen konnte an den Steinen, wie eine Flechte oder ein Moos. Nicht gedeihen. Nicht blühen. Nur bleiben.”

Als Erbfolger Karl Eckhoff stark lädiert aus dem Krieg zurückkommt, findet er in der ostpreußischen Hildegard von Kamcke eine Frau und in Vera eine Adoptivtochter. Doch die hochmütige Hildegard weilt nicht lange auf dem Land, das ihr zu kalt und ungestüm ist. Nach zahlreichen Wortgefechten mit ihrer resoluten Schwiegermutter ergreift sie erneut die Flucht, zieht nach Hamburg, heiratet dort einen Architekten und wird noch einmal Mutter. Ihre Tochter Vera lässt sie unbeachtet zurück.

Sechs Jahrzehnte sind vergangen, als Vera, mittlerweile gealtert und dem alten knorrigen Fachwerkhaus immer noch treu, erneut mit ihrer Familie in Berührung kommt. Ihre Nichte Anne wird mit Sohn Leon ins alte Land gespült. Auch sie scheinen vor ihrem Leben zu flüchten. Einem Leben im schicken Hamburg-Ottensen, wo Eltern ihre Kinder mit großstädtischer Arroganz durch die Straßen schieben und wo sich Anne nach einer unglücklichen Kindheit selbst neben ihrem Mann nicht zugehörig fühlt.

“Die Familienstillleben in den Cafés und Parkes von Hamburg-Ottensen zeigten alle was sie nicht waren. Ein fest verschnürtes Paket. Vater, Mutter, Kind. Verwoben zu einem stabilen Familienstoff. Sie waren zwei Leute mit einem Kind. Lose verhäkelt. Drei Luftmaschen.”

“Sie kaufte sich ein Brötchen, für sich selbst einen Cappuccino im Pappbecher, und schob die Kinderkarre Richtung Fischerspark, reihte sich ein in den Treck der Ottenser Vollwert-Mütter, die jeden Tag aus ihren Altbauwohnungen strömten, um ihren Nachwuchs zu lüften, die Einkäufe aus dem Bio-Supermarkt im Netz des Testsieger-Buggy, den Kaffeebecher in der Hand und im Fußsack aus reiner Schafwolle ein kleines Kind, das irgendetwas Durchgespeicheltes aus Vollkorn in der Hand hielt.”

Obwohl die beiden Frauen einander fremd sind und sich das gemeinsame Zusammenleben anfangs als Herausforderung entpuppt, wächst eine kostbare Vertrautheit zwischen den Frauen heran. Eine Vertrautheit, die Annes Sohn Leon nicht nur ein neues Zuhause schenkt, sondern auch die verletzten Seelen der Frauen langsam aber sicher heilen lässt.

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Geschichten über das Leben auf dem Land werden häufig romantisiert. Die Menschen werden plötzlich zärtlicher, die Jahreszeiten scheinen im perfekten Einklang zur Natur zu stehen und der Alltag rekelt sich versonnen auf der idyllischen Blumenwiese. Nicht so bei Dörte Hansen. Denn die Autorin, die selbst vom Land kommt, weiß wovon sie spricht. Mit ihrer Familie spricht sie platt. Und wer so einem plattdeutschen Menschen schon mal begegnet ist, der weiß, was das heißt: die Wahrheit kommt schörkellos und unverblümt auf den Tisch. Hansens Debütroman begegnet uns daher völlig authentisch und klischeefrei, und begeistert mich umso mehr. Er ist wie eine saure Kirsche, die wir trotz Säure wohlwollend in den Mund stopfen und nach einer noch lange nicht genug haben.

“Man kannte seinen Platz und seinen Rang in dieser Landschaft, es ging immer nach dem Alter: Erst kam der Fluss, dann kam das Land, dann kamen Backsteine und Eichenbalken und dann die Menschen mit den alten Namen, denen das Land gehörte und die alten Häuser. Alles, was dann noch kam, die Ausgebombten, Weggejagten, Großstadtmüden, die Landlosen und Heimatsucher, waren nur Flugsand und angespülter Schaum. Fahrendes Volk, das auf den Wegen bleiben musste.”

So erzählt Hansen vom Leben zweier heimatloser Frauen, die nach Jahren fehlender familiärer Zugehörigkeit in Ida Eckhoffs altem Bauernhaus aufeinandertreffen. Die aneinanderecken und dennoch Halt beim Gegenüber finden. Die lernen, gemeinsam neue Kraft zu schöpfen und die endlich im Leben ankommen. Hansen verwebt die beiden Frauen dabei geschickt in das alte knorrige Bauernhaus, das mit seinen ächzenden Balken und knarrenden Scharnieren im perfektem Kontrast zu seinen heimatlosen Hausbewohnern steht.

Mit schwarzem Humor und Ironie, aber auch von einer spürbaren Schwere begleitet, verdeutlicht uns Hansen die Schicksalshaftigkeit des Lebens. Dass nicht immer alles glatt laufen kann. Dass Menschen zueinander finden und manchmal eben auch wieder auseinander driften. Dass eine Liebe ebenso kein Garant für ein gemeinsames Leben bis ans Ende der Tage ist, wie Verwandtschaftsgrade. Ihre lebendigen und vom Metaphern getränkten Beschreibungen, in denen auch das Plattdeutsch nicht zu kurz kommt, schenken dem Roman an Atmosphäre. Ein Hauch norddeutscher Flair weht uns um die Nase, der uns gedanklich an die Stationen der Hansestadt und geradewegs in das alte Land spült.

Dass man sich bei der Erzählerin des Hörbuchs für Hannelore Hoger entschieden hat, begeistert mich daher ungemein. Hoger ist authentisch, hanseatisch trocken und wandlungsfähig. Sie beherrscht die Rolle der hochmütigen Hildegard ebenso wie die Rolle der kantigen aber insgeheim liebenswerten Ida Eckhoff.  Sie trällert Liedpassagen, schreit und flucht, und unterhält mich in höchstem Maße. Eine Vorleserin, die ihre Geschichte mit Haut und Haaren lebt. “Altes Land” ist ein grandioses Debüt und mein persönliches Hörbuchhighlight.

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Altes Land

Komatös..

lesenslust über “Hannes” von Rita Falk

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“Heute ist der Jahrestag. Es ist auf den Tag und die Stunde genau dieselbe Zeit. Es ist die Stunde, in der ich in deinem Blut und Urin knie, und dein Kopf ruht auf dem kalten Asphalt, gefühlte Ewigkeiten lang. Ich sehe das Blaulicht und höre die Sirenen. Dein Blut läuft langsam in den Rinnstein und nimmt mein Herz mit sich. Beides verliert sich in der Ferne.”

Zitat, Seite 5

Hannes und Uli kennen sich seit frühester Kindheit. Seither sind sie die besten Freunde und unzertrennlich. Am ersten warmen Frühlingstag schwingen sie sich auf ihre Motorräder und brechen zur ersten Tour des Jahres auf. Sie sind Anfang 20, lebenshungrig und voller Hoffnung. Sie ahnen nicht, dass dieser Tag ihre Zukunft für immer verändern wird.

Es kommt zu einem schweren Unfall. Und Hannes fällt ins Koma. Keiner weiß, ob er jemals wieder erwacht. Nur einer hält täglich an diesem Wunsch fest: sein bester Freund Uli. Er besucht ihn ununterbrochen im Krankenhaus, obwohl sein Zivildienst im “Vogelnest”, einem Heim für psychisch Kranke, ihm alles abverlangt.

“Die Tage verfliegen und das Leben passiert und du siehst es nicht. Du siehst es nicht.”

Zitat, Seite 111

Täglich hofft Uli auf eine Regung seines Freundes, lässt ihn an den Entwicklungen des Lebens teilhaben und schreibt ihm Briefe. Briefe, die ihm von einem Alltag erzählen, an dem er selbst nicht teilnehmen kann und die Hannes’ spätere Gedächtnislücken füllen sollen. Schließlich wird Hannes wieder. Es ist nur eine Frage der Zeit. Doch Hannes liegt nur da und regt sich nicht. Hilflose Ärzte und verzweifelte Freunde gehen ein und aus, die Maschine des Krankenhauses werkelt vor sich hin und Hannes’ Eltern scheinen täglich ein bisschen mehr auseinander zu triften.

 “War am Abend noch bei dir. Hab in die Kastanie geschaut oder in den Spalt deiner Augen und hab hundertmal deine Hand auf die Bettdecke plumpsen lassen. Sie fällt wie ein Stein.”

Zitat, Seite 30

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Mit “Hannes” ist mir mein erstes Rita Falk Buch in die Hände gerutscht und zugleich ihr emotionalstes. Eine Geschichte, wie sie das Leben schreibt. Und die mitten ins Herz geht. So traurig-schön ist sie. Wir treffen auf Hannes und Uli. Freunde für’s Leben. Enger können sich Freunde nicht stehen, das wird bereits nach wenigen Seiten klar. Man spürt ihre Vertrautheit, wird in Rückblenden Zeuge von ihren gemeinsamen Abenteuern.

Als Hannes ins Koma fällt, beginnt Uli seinem Freund Briefe zu schreiben. In ihnen erzählt er ihm alles, selbst von den Dingen, die er nicht aussprechen darf. Von den Ereignissen rund um Hannes’ Krankenbett, aus dem “Vogelnest” und seinen Insassen, wo Uli seinen Zivildienst bestreitet und aus dem Leben fernab der Krankenhausmauern. Er schreibt und erzählt, massiert Hannes’ Hand die Starre und Bläue heraus und ist für ihn da. Ganz selbstverständlich.

Er kämpft für sie beide. Für ihre Freundschaft und für Hannes’ Leben. Die Hoffnung, dass eines Tages wieder alles wie früher wird, ist allgegenwärtig. Doch Hannes’ Reglosigkeit beginnt auch an Uli zu nagen, lässt ihn zweifeln und wütend werden. Ein stetiger Kampf um Mut und Hoffnung beginnt.

“Manchmal meine ich, du erwiderst den Druck. So auch heute. Ich war mir so sicher, dass du meine Hände drückst, dass ich mich nach vorne gebeugt hab, um in deine Augen zu sehen. Oder zumindest in den kleinen Spalt, den du großzügig freigibst. Deine Augen waren unbewegt und starr wie bei einer Bauchrednerpuppe. Ja, Hannes, du erinnerst mich tatsächlich an eine Bauchrednerpuppe, weil du mit mir sprichst und doch selber nix sagst. Und trotzdem kann ich dich hören. Ganz genau.”

Zitat, Seite 111

Rita Falks Buch ist tagebuchartig aufgebaut und erzählt die Geschichte mithilfe von Ulis Briefen an Hannes. Ihr Schreibstil ist berührend. Er ist emotional und transportiert die unterschiedlichem Gefühle der Protaginisten vortrefflichst. So klatschen sich Trauer, Wut, Zorn und Hilflosigkeit gegenseitig ab und fahren mit mir eine rasante Fahrt durch die Gefühlsachterbahn.

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Man kann wohl kaum berührender von Krankheit, Verlust und Tod erzählen, als Falk es tut. Mit ihren Protagonisten hat sie bereits nach den ersten Zeilen eine Punktlandung hingelegt, denn man kann sowohl den aufopfernden Uli als auch den vom Leben gezeichneten Hannes nur ins Herz schließen. Das Buch schafft den Spagat zwischen Glück und Trauer und lässt mich ergriffen zurück. Wahres Gefühlskino!

“Deine Blüten und Blätter werden folgen. Genau wie bei der Kastanie. Du wirst deine Stimme wiederfinden und dein Gehör. Deine Beine werden den Boden wiederfinden und deine Augen werden wieder sehen, ohne zu kreisen. Daran glaube ich fest.”

Zitat, Seite 156/157

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Ein euphorischer Abend

Impressionen eines euphorischen Abends:

Beim Thomas-Mann-Bär im 3.OG des Literaturhauses München fing alles an: hier traf ich mich mit Arndt von AstroLibrium und zahlreichen anderen literaturbegeisterten Menschen zu einem ganz besonderen Abend. Denn das Herzstück des neuen Programms vom C.H. Beck Verlag sollte vorgestellt werden: Lily Kings “Euphoria”

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Der Verlag empfing uns herzlichst, ermöglichte uns ein erstes Kennenlernen mit der Autorin und ließ uns den Freiraum, sie für ein paar Minuten in Beschlag zu nehmen. Schließlich gilt es neben meinem Beitrag auch den Audiobeitrag von Arndt für das Literatur Radio Bayern zu entdecken. So schwappten bereits zu Beginn des Abends leidenschaftliche Autorenbekenntnisse an mein Ohr, die von den Hintergründen des Romans und der Begeisterung für eine Lebensgeschichte erzählten.

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Der Sepik-Strom, Quelle: Focus.de

Nach einem kühlen Getränk nahmen wir Platz in den Reihen des Saals und wurden durch ein projiziertes Bild an der Wand und Urwaldgeräusche unvermittelt nach Papua Neuguinea an das Ufer des mächtigen Sepik-Stroms gespült, der mit 1100 km Flusslauf Neuguineas längster ist und zu den fünf längsten Flüssen Australien/Ozeaniens zählt. Nach ein paar begrüßenden Worten durften wir an sehr atmosphärischen Vorlesungen teilhaben, die von Lily King, der Schauspielerin Lisa Wagner und dem Schauspieler Steven Scharf ausgingen, die die Lesung durch ihr facettenreiches Stimmenspiel zu einem euphorischen Hörerlebnis machten.

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IMG_9826Dank einer Moderation durch den Abend lernten wir nicht nur Kings Begeisterung für die persönliche Lebensgeschichte der amerikanischen Ethnologin Margaret Mead und ihre daraus resultierende Idee für den Roman, sondern auch die Besonderheiten des unglaublichen Gebiets im Westpazifik kennen, das linguistisch das wohl reichste Land der Erde ist. 1899 zählte Papua-Neuguinea unter dem Namen Deutsch-Neuguinea zur deutschen Kolonie und seine rund 6,7 Millionen Einwohner sprechen mehr als 800 Sprachen und Dialekte. Es ist daher nicht groß verwunderlich, weshalb sich King dazu entschlossen hat, sich diesem großartigen Land anzunehmen.

Gregory Bateson, Margaret Mead, and Reo Fortune, Sydney, July 1933 Quelle: monoskop.org

Der von realen Ereignissen aus dem Leben der Ethnologin Mead geprägte Roman “Euphoria” erzählt von einer leidenschaftlichen Dreiecksbeziehung unter Extrembedingungen. Es ist die Geschichte von drei Ethnologen; der Amerikanerin Nell Stone, ihrem Mann Fen und dem Briten Andrew Bankson, die Anfang der 30er Jahre bei Feldforschungen in Papua Neuguinea aufeinandertreffen. Mit dem Ziel, die Stämme der Ureinwohner Papua-Neuguineas zu erforschen, begegnen die drei Wissenschaftler dem unergründeten und weiblich dominierten Stamm Tam mit sehr speziellen Ritualen. Durch die enge Beziehung zu den Stammesbewohnern kommen die unterschiedlichen Denk- und Vorgehensweisen der Wissenschaftler immer mehr zum Vorschein und die stetig wachsende erotische Anziehungskraft zwischen Nell und Bankson wird für Ehemann Fen zur Zerreisprobe.

Eine Geschichte – zahlreiche Cover

Lily King

Die Autorin Lily King, Quelle: lilykingbooks.com

Der Roman ist eine Parallele aus Realität und Fiktion. Nach der anfänglich strikten Orientierung an Fakten ist King irgendwann dazu übergegangen, ihren Instinkten zu folgen und der Fiktion freien Lauf zu lassen, durch die der Roman nicht nur eine persönliche Note bekam, sondern ihn auch von der realen Lebensgeschichte Meads abweichen lässt. Kings Geschichte feiert in den Staaten bereits erste Erfolge: “Euphoria” ergatterte bereits den neu geschaffenen Kirkus Prize und wurde von der New York Times unter die fünf besten literarischen Bücher des Jahres 2014 gewählt. Die Leserschaft ist sich einig: “Euphoria” katapultiert Lily King zur ersten Garde unserer Romanciers und löst bei seinen Lesern echte Euphorie aus!

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Dein zukünftiger Regalbewohner

Der C.H. Beck Verlag war so freundlich Arndt von AstroLibrium und mir jeweils ein signiertes Werk von “Euphoria” für eine exklusive Verlosung auf unseren Blogs zu überlassen. Um eines dieser euphorischen Reisen nach Papua Neuguinea zu ergattern, gilt es nun, mich von deiner ECHTEN EUPHORIE zu überzeugen: warum solltest ausgerechnet DU, dieses Buch ergattern?

Die Auswahl des Gewinners erfolgt aufgrund dem Einfallsreichtum des Beitrags und Sympathie. Ihr habt bis einschließlich Sonntag, den 26.07.15 um 20:00 Uhr Zeit, an meiner Verlosung teilzunehmen. Der Gewinner wird dann am Montag ausgelost und über eine persönliche Emailnachricht bzw. durch einen Kommentar seines Beitrags benachrichtigt.

Viel Glück wünscht euch Steffi

PS: Wie war das doch gleich: es gibt ZWEI Exemplare zu gewinnen? Ja genau, bei Arndt gibt’s was auf die Ohren und er hat ebenfalls euphorische Beute an Bord.

Hör am besten gleich mal rein...

Liljankukka..

lesenslust über “Liebten wir” von Nina Blazon

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“Fotos verraten alles. Sie zeigen das, was gezeigt werden soll – aber darüber hinaus zeigen sie die Lücken in den Familien, die schadhaften Stellen am Haus. Den Schimmel, halb versteckt hinter Girlanden von lächelnden Mündern. Sie zeigen Gesten und Berührungen, halb unbewusst ausgeführt.”

Zitat, Seite 18

Immer häufiger geraten mir in diesem Jahr Romane in die Hände, die sich mit feuchtfröhlichen Cover tarnen und mich dann unerwartet flashen. Auch Nina Blazons “Liebten wir” gesellt sich zu den Werken, die den Überraschungseffekt für sich genutzt haben. Damit schenkt mir Blazon eine weitaus komplexere Geschichte, als anfangs vermutet. Schon nach wenigen Seiten hatte mich die Autorin mit ihren mitreissenden Zeilen für sich gewonnen: ich sog sie ein wie die Luft zum Atmen.

“Worte lassen sich nicht abstreifen. Sie haben Widerhaken und verfangen sich in der Seele.”

Zitat, Seite 190

“Liebten wir” präsentiert sich wie ein inniges, hitziges und emotionales Unterfangen gleich einem finnischen Tango. Nur schwer kann man sich am Ende von der Intimität lösen, die vom Roman ausgeht. Ein ergriffener Seufzer schlüpft über meine Lippen. Denn ein weitreichendes Netz aus emotionalen Abgründen liegt hinter mir. Ein Geflecht, das nicht nur aus geschichtlichen Ereignissen, sondern auch aus dramatischen Lebensgeschichten, düsteren Familiengeheimnissen und landestypischen Raffinessen eines mir fremden Landes geknüpft ist.

Die Geschichte beginnt recht schlicht bevor sie rasant an Fahrt aufnimmt. Blazon gibt uns Protagonistin Mo an die Hand, die beim Familienfest ihres Freundes Leon dessen Familie kennenlernen soll. Doch die leidenschaftliche Fotografin, die fern ab ihrer Kamera eine ungeschützte Position einnimmt, wird nicht annähernd so herzlich empfangen, wie sie es sich wünscht. Worte treffen wie Blitze aufeinander. Gesten verraten Abneigung. Fakten zerstören Träume.

“Perlende Tonbögen, die sich in die Luft erheben und wieder abfallen. Geschirr klappert, vermischt sich mit Sprachmelodien. Ich sollte Teil dieser Töne und Satzfetzen sein, mich einfügen in Parabeln und Wortstakkato. Stattdessen klingt Danaes Lachen laut heraus. Für einen Moment bohrt sich die Verzweiflung in mein Zwerchfell wie eine kleine, heiße Kinderfaust. Es ist wie früher: sie im Licht, ich im Schatten.”

Zitat, Seite 77

Mo’s schwaches Selbstbewusstsein und ihre zerrütteten Familienverhältnisse werden dem Leser recht schnell bewusst. Sie versteckt sich leidenschaftlich gerne hinter ihrer Kamera und wirkt ohne sie verloren und schutzlos. Zu ihrer selbstbewussten Schwester Danae hat sie ein sehr gespaltenes Verhältnis, weshalb ihr Wunsch nach einer intakten Familie fast übermächtig scheint. Es verwundert daher nicht, dass das geplante Miteinander nach dem Erscheinen von Danae zum Gegeneinander wird und Mo sich plötzlich auf der Flucht dieses familiären Horrorszenarios im Familienwagen von Leon wiederfindet, seine mürrische alte Oma im Gepäck. Auch nach mehreren Versuchen lässt sich die kauzige Alte nicht abstreifen, darauf beharrend, Mo zu begleiten. Ihre Anwesenheit sei der Familie eh längst lästig geworden. Alles, was sie wolle, sei in Richtung Norden zu verschwinden.

“Mit siebzig bist du immerhin ein Noch-Mensch. Jeder wundert sich laut, dass du noch die Zeitung liest, noch selber einkaufen gehst, noch fit bist. Aber werde älter, falle die Treppe runter, komm mal aus dem Tritt, und sie machen Plankton aus dir.”

Zitat, Seite 140

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Mo gibt nach und braust mit der 85-jährigen Aino davon. Nach Finnland, Ainos Heimat, in der ihr einst ein Mann den Kosenamen Liljankukka (finnisch für Lilienblüte) gab und in der auf die beiden grundverschiedenen Frauen heiße finnische Tangotänze, berauschende Begegnungen und geheime Lebensgeschichten warten.  Aus der anfänglichen Antipathie zwischen Mo und Aino wächst langsam aber sicher Zuneigung und schon bald ernten die beiden Frauen Früchte aus ihrer gemeinsamen Reise in den Norden. Sie erkennen, dass die Schatten der Vergangenheit lebenslang an einem haften, wenn man sich ihnen nicht stellt.

“Der Tango ist heiß, weich und zärtlich. In diesem Land fassen sich die Leute nicht einfach so an. In Finnland lässt man einander den Vortritt (…) um Körperkontakt zu vermeiden. Nur beim Tango kommt man sich so nahe wie sonst nie. Deshalb sind hier alle so verrückt danach. Das ist die innigste Liebeserklärung, die du bekommen kannst.”

Zitat, Seite 338

“Dieser Tanz hier ist wie das träge, sinnliche Ineinanderfließen von Öl, ein katzenhaftes Schleichen, Wiegen und Schieben, Körper an Körper, mit genau gesetzten Schritten, weich und verzögert. Die getanzte Erlaubnis, einander zu spüren. Niemand lacht. Nähe ist eine ernste Angelegenheit.”

Zitat, Seite 417

Der finnische Tango spielt im Roman eine zentrale Rolle. Er ist dem bekannten Tango Argentino der 30er Jahre in gewissen Punkten ähnlich, unterscheidet sich aber in der Tonleiter und besitzt eine eher absteigende als aufsteigende Melodie. Die Texte werden auf Finnisch, manchmal aber auch auf Schwedisch gesungen. Der Tango ist in Finnland vor allem bei den älteren Finnen sehr beliebt. Auch Leons Großmutter Aino liebt den Tango und verbindet damit eine Reihe von Begegnungen aus der Kriegszeit. Während der südamerikanische Tango eher als eine kunstvolle Performance gilt, wird der finnische Tango als reines tänzerisches Vvergnügen angesehen, weshalb sich machmal ganz unerwartet Menschenmengen auf offener Straße zu einer Art “Tango-Flashmob” zusammenfinden, um sich ihrer Leidenschaft fürs Tanzen hinzugeben. Auch im Roman wird man Zeuge von einer derartigen Ansammlung tanzbegeisterter Menschen.

Blazons atmosphärische Zeilen zaubern eine berauschende Geschichte um Liebe, Freundschaft, familiären Zusammenhalt und Verrat. Mit ihrem lebendigen Schreibstil transportiert sie eine Hülle an Emotionen, die sich vor der Kulisse Finnlands im Takt eines finnischen Tangos wiegen. Es wäre nicht fair, mehr über den Verlauf der Geschichte zu verraten, weil die überraschende und facettenreiche Entwicklung ganz klar zu den Stärken des Romans zählt. Der Roman sei daher all denjenigen unter euch ans Herz gelegt, die sich selbst ganz unvoreingenommen auf eine Entdeckungsreise nach Finnland begeben wollen.

“Einen langen Atemzug lasse ich sie zu: die Sehnsucht. Sie setzt wie die Pfote einer Katze auf meinem Herzen auf, erst weich, dann fester, bis die Krallen spürbar werden.”

Zitat, Seite 38

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Der Spiegel meines Lesens

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Es gibt kaum ein beglückenderes Gefühl,
als zu spüren, dass man für andere Menschen etwas sein kann.

Dietrich Bonhoeffer

Liebe Herzensmenschen,

in meinem Bücherregal schmiegen sich Bücher verschiedener Genres aneinander. Ein jedes von ihnen hat mir besondere Lesemomente und neue Blickwinkel geschenkt. Doch es sind die von tiefen Emotionen getränkten Geschichten, die mir besonders ans Herz gewachsen sind. Mit ihnen bin ich die rasantesten Fahrten im Gefühlskarussell gefahren und sie haben mich sowohl zum Lachen, als auch zum Weinen gebracht. Sie treffen nicht nur den Nerv der Zeit und mitten ins Herz, sondern halten uns auch vor Augen, was uns Menschen wirklich ausmacht:

Unsere Gefühle

Thomas Calliebe aus Groß-Gerau hat mir die Möglichkeit geschenkt, euch eine kleine Auswahl meiner persönlichen Herzensbücher im Rahmen der Aktion “Mein Schaufenster ist der Spiegel deines Lesens” in seiner Buchhandlung ans Herz zu legen. Gemeinsam richten wir dabei den Fokus auf großartige Bücher, die es wert sind, dass noch mehr Leser auf sie aufmerksam werden. Es geht nicht ausschließlich um Geschichten mit Happy End, es geht vielmehr um emotionale Achterbahnfahrten, die ergreifen, entzücken und manchmal auch schockieren.

Aviary Photo_130816971930256880Nach und nach wird das Gefühlskarussell bei einem neuen Herzensbuch Halt machen und ihr werdet erfahren, warum das jeweilige Buch für mich so besonders ist. Ihr könnt diese Schätze entweder in Groß-Gerau vor Ort, via Facebook oder unter der jeweiligen Rezension hier im Blog entdecken.

Auf dass sie auch eure Herzen im Sturm erobern!

Dieses thematische Bloggerschaufenster ist eine Aktion im Rahmen der von Arndt Stroscher (AstroLibrium) und Thomas Calliebe ins Leben gerufenen Bewegung Blogger und Buchhandel, die sicherlich noch zahlreiche individuelle Projekte zwischen Buchbloggern und Buchhändlern zu Tage bringen wird. Die Facebookgruppe dient dabei der Vernetzung und dem Austausch literarischer Herzensangelenheiten.

Meine erlesene Auswahl an Herzensbüchern:

Herzensbücher 1 Herzensbücher 2 Herzensbücher 3

Herzensgrüße

Ein Streifzug

Meine Eindrücke eines besonderen Streifzugs:

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München

Zwei Hände voll neugieriger Büchermenschen tummeln sich am Brunnen des Geschwister-Scholl-Platzes an der Universität. Eine strahlende Autorin stößt dazu, zaubert einen Roman aus der Tasche und sorgt für glückliche Gesichter. Es ist der Anfang eines besonderen Streifzugs durch die Münchner Maxvorstadt. Heidi Rehns Streifzug. Und die Geschichte von Lou, der Protagonistin aus ihrem Roman “Tanz des Vergessens”.

Gemeinsam begeben wir uns an die Schauplätze ihres Romans, reiten mit, auf der Welle der übersprudelnden Begeisterung von Heidi, und wollen am liebsten sofort in die Geschichte eintauchen. Wir bestaunen eine grünbewachsene Häuserfassade in der Kaulbachstrasse und sehen Protagonistin Lou am Fenster sitzen; wir entdecken an der Ecke Amalienstraße/Theresienstraße in einem tailändischen Nam Nam – Restaurant das frühere Café Stefanie, vernehmen Intellektuellengespräche aus einer anderen Epoche und sehen die Stadt plötzlich ganz anders.

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Plötzlich sind wir nicht mehr im Hier und Jetzt, sondern schreiben das Jahr 1919. Es ist die Zeit der Räterepublik. In den Straßen patroullieren schwerbewaffenete Freikorpsler. Melodiefetzen eines roten Koffergrammophons dringen an unser Ohr und reißen uns mit: Durch die Straßen einer ereignisgetränkten Münchner Vergangenheit.

Irgendwann stranden wir auf den roten Stühlen des Café Luitpold in der Brienner Straße, schlürfen an einer gekühlte Luitpoldlimonade und quasseln über die Vergangenheit. Und über München. Über Literatur, das Bloggen und Youtube. Eindrücke und Ideen sammeln sich. Ein lebendiger Austausch zwischen Autoren, Bloggern und Lesern beginnt.

Ein persönlicher Herzensmoment. <3

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Jeden Monat begibt sich Heidi Rehn mit ihren Lesern auf diesen besonderen Streifzug. Nutze auch du die Chance und entdecke München aus anderen Augen. Nähere Informationen und alle Termine findet ihr hier.

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Mein herzlicher Dank geht an dieser Stelle nochmal an Arndt von Astrolibrium, der mich auf dieses Event aufmerksam gemacht hat und euch hier ein buntes Potpourri von Eindrücken, Bildern und einem Interview mit Autorin Heidi Rehn schenkt, die vielen Büchermenschen, auf die ich während des Streifzugs gestoßen bin und vor allem an Heidi, die man einfach nur ins Herz schließen kann.

Natürlich folgt eine Rezension des Buches “Tanz des Vergessens”.

Drachenzeit..

lesenslust über “Glücksdrachenzeit” von Katrin Zipse

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“Leise zieht Papa die Tür hinter sich zu. Ich höre ihn an die Badezimmertür pochen und nach Mama flüstern, alles ganz leise, leise, aber ich kann es trotzdem hören, weil ich es einfach weiß. Wie Mama und Papa plötzlich leise werden, leise und noch leiser und stumm und noch stummer, bis keine Luft mehr zum Atmen da ist, weil die Stille den ganzen Raum eingenommen hat.”

Zitat, Seite 17

Gemeinsam mit Kolja trotzt Nellie dem Rest der Welt. Bis ihr großer Bruder nach Frankreich abhaut und seine Schwester zurücklässt. In einer Familie, die von Stille und Schmerz dominiert wird und in der Nellie ohne Kolja nicht überleben kann.

Sie beschließt, ihm hinterher zu reisen. Per Anhalter will sie nach Avignon. Für eine 15-jährige ein riskantes Wagnis. Denn bei ihrem abenteuerlichen Trip trifft sie auf naive Mädels auf der Überholspur und schmierige Typen am Steuer, denen sie nur mithilfe einer rüstigen alten Dame in einem pfefferminzgrünen Morris haarscharf entkommen kann.

Unterwegs nach Frankreich gabeln Nellie und Miss Wedlock den süßen Elias auf und geraten in unerwartete Turbulenzen. Denn ähnlich wie Nellie schleppt auch die bezaubernde alte Dame  eine traumatische Vergangenheit mit sich herum, die sie auf ihrer gemeinsamen Fahrt einholt.

Und als wäre das noch nicht genug, muss Nellie sich in Avignon nicht nur mit einem störrischen Kolja, sondern gleich mit einer ganzen Bande von Drogendealern auseinandersetzen. Wie soll sie aus diesem Schlamassel jemals wieder herauskommen?

“Okay. Es kommt, wie es kommt. Und dann reagiert man eben. Aber nicht vorher. Vorher nie.”

Zitat, Seite 10

Lange hat es gedauert, bis ich mich Katrin Zipses Jugendbuchdebüt annehmen konnte. Endlich habe auch ich es geschafft. Nun liegt ein ganz besonderes Leseerlebnis hinter mir, das sicherlich noch lange nachhallen wird. Denn was sich hinter dem fröhlich gepunkteten Cover von “Glückdrachenzeit” verbirgt, ist keine  seichte Jugendgeschichte, sondern ein emotionaler Roadtrip per excellence.

So gibt uns die Autorin Nellie an die Hand: Eine verstörte 15-Jährige, die nach dem Verschwinden ihres großen Bruders Kolja hilflos zurückbleibt. In ihrer Familie, die von einer traumatischen Vergangenheit überschattet ist, bekommt sie kaum Luft zum Atmen. Ihre Eltern scheinen wie versteinert und nicht im Stande, sich ihren Kindern anzunehmen. Immer ist es der Bruder, der Nellie rettet: Vor ihrem Kummer und vielen schlaflosen Nächten. Doch irgendwann verliert sich Kolja selbst, gerät auf die schiefe Bahn, findet keinen Zugang mehr zur Familie und flieht.

So beginnt auch Nellie aus dem Glashaus, in dem die unfähigen Eltern sitzen und auf bessere Tage warten, zu fliehen. Sie will nach Frankreich, ihrem Bruder hinterher. Nur mit ihm kann wieder alles besser werden. Doch der Trip nach Avignon entwickelt sich ganz anders, als Nellie es erwartet. Schon beim Trampen entkommt sie nur knapp den falschen Leuten und wird von Miss Wedlock, einer rüstigen alte Dame in einem pfefferminzgrünen Oldtimer, aufgelesen.

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wpid-wp-1435576472991.jpegDoch auch die Fahrt mit Miss Medlock wird zur Herausforderung. Denn die alte Dame wird von Gespenstern aus ihrer Vergangenheit verfolgt, die sie seit 70 Jahren begleiten. Gespenster, die Autofahrten gefährlich und Autobahnrasten zu Abenteuern mit ungewissem Ausgang machen. Mit Elias, einem jungen Tramper, setzt Zipse den beiden Frauen einen weiteren Begleiter ins Auto, der nicht nur für haarige Glücksdrachentattoos sondern auch für Schmetterlinge in Nellies Magengegend sorgt und dem Roman eine gefühlvolle und ganz und gar bezaubernde Komponente schenkt.

“In dieser Nacht sitze ich mit einem wildfremden Jungen auf der Bordsteinkante einer Autobahnraststätte, und es gibt keinen Ort, an dem ich lieber wäre. Denn diese Nacht ist eine Zaubernacht im Niemandsland. Sogar für jemanden, der nicht an Magie glaubt.”

Zitat, Seite 110

Ohne dem facettenreichen Roman noch mehr an Entwicklung vorneweg zu nehmen, sei euch “Glücksdrachenzeit” einfach nur ans Herz gelegt. Zipses Debüt ist eine spannende Reise zweier Geschwister, die lernen müssen auf eigenen Füßen zu stehen und für ein besseres Leben  kämpfen. Die Autorin setzt sich dabei sehr gefühlvoll mit den Themen Trauerbewältigung, familiärer Zusammenhalt und Geschwisterliebe auseinander. Sie hat einen mitreißenden Jugendroman geschrieben, den man nur schwer aus der Hand legen kann und mit dem sie nicht nur junge sondern auch erwachsene Leser zu beeindrucken vermag.

“Es beginnt ganz unspektakulär. (…) Erst eine Träne und dann noch eine. Nur dass es einfach nicht mehr aufhört. Ich weine und weine. Tatsächlich. Es müssen fossile Tränen sein, so lange habe ich nicht mehr geweint. Sie schmerzen in meinem Hals, in meinen Augen, auf meinen Wangen. Sie ätzen und brennen und schneiden mir in die Haut.”

Zitat, Seite 264

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