Potter-blitz, was für ein Abend!

© Carlsen Verlag

Es war die Reithalle in München, die Arndt von AstroLibrium und mich letzten Sonntag mit einem ganz und gar magischen Ambiente empfing. Als wir die Halle betraten, schwebte unbändige Vorfreude in der Luft, erfüllte sie mit einer knisternen Spannung. Sitzreihe für Sitzreihe nahmen sie Platz, die Harry Potter-Fans alter wie neuer Generation und vermengten sich damit zu einem wunderbar bunten Potpourri aus leidenschaftlichen Potterheads. Ihr Blick auf die Bühne gerichtet, den ehrwürdigen Platz vor den Fahnen der Hogwarts-Häuser Gryffindor, Hufflepuff, Rawenclaw und Slytherin im Visier.

Der ehrwürdige Platz vor den Fahnen der Hogwarts-Häuser
Eulenpost

Er war gekommen, der Abend, an dem Schauspieler, Stimmenmagier und Sänger Rufus Beck sich nach zwei exklusiven Lesungen in Hamburg und Berlin auch für eine Lesung in München einfinden sollte, quasi ein Heimspiel für den in München wohnenden Entertainer und „Bob Beamon des Hörbuchs“. Und ich mittendrin. Ein Glück, welches mich ganz unverhofft ereilte.

Rufus Beck at his best

Wir schreiben das Jahr 2018. 20 Jahre sind vergangen, seit J.K. Rowling mit der ersten deutschen Übersetzung von Harry Potter den Buchhandel stürmte und uns nach und nach alle in ihren Bann zog. Manche wurden Potter-Fans der ersten Stunde, manche wiederum fanden erst später Zugang zu den Büchern. Auch ich wurde nicht auf Anhieb von der Begeisterungswelle erfasst, wich anfangs skeptisch aus, weil ich annahm mit einer Geschichte wie dieser nichts anfangen zu können. Doch kurze Zeit später erlag auch ich ihrem Zauber, wurde geradewegs in die Schule für Hexerei und Zauberei gespült. Es sollte eine große Potterliebe daraus hervorgehen.

Nach all den Jahren, ganze sieben Bände später, ist es immer noch „Harry Potter und der Stein der Weisen“, der für mich diesen ganz besonderen Zauber in sich trägt. Es sind seine Zeilen, die mich erstmals nach Hogwarts trugen; mich vor beweglichen Treppen, sprechenden Gemälden und in einem Saal voller tanzender Kronleuchter wiederfinden ließ. Alles war jungfräulich, nahm langsam aber sicher  Gestalt an und formierte sich in meinem Kopf zu einem magischen Ganzen.

Rufus Beck hat alle sieben Harry Potter – Bände eingelesen. Es war seine Stimme, die durch Millionen von Zimmern Hörbuch lauschender Potterheads hallte und sie mit dem Facettenreichtum seiner Stimme begeisterte. 10 Jahre ist es her, dass er mit den Geschichten von J.K. Rowling das letzte Mal auf der Bühne stand. Das Jubiläum holte ihn für drei ausverkaufte Lesungen zurück auf die Bühne.

Ehe wir uns versehen, stecken wir an dem Abend mittendrin. Finden uns im Publikum eines fulminanten Quidditch-Spiels wieder und werden Teil der Zuschauermenge, die in tosenden Applaus oder inbrünstige Buhrufe ausbricht. Wir folgen den Regieanweisungen von Beck. Rufen auf Handzeichen „Schnatz“, der uns anschließend um die Ohren pfeift und Draco und Harry vorbeijagen lässt. Wenig später zählen wir ihn zurück, den Countdown zu Harrys elftem Geburtstag und empfangen Überraschungsgast Hagrid, den sanftmüdigen Riesen, damit Harry endlich seinen Brief aus Hogwarts zu lesen bekommt, den die Dursleys so verzweifelnd zurückzuhalten versuchen. Selbst ein verknautschtes Gesicht vor versammelter Mannschaft lässt sich Beck nicht nehmen und gibt mit eingequetschter Nase die Bruchlandung der Weasleys im zugenagelten Kamin der Dursleys zum Besten. Seine bedingungslose Hingabe sorgt nicht nur beim Publikum, sondern auch bei Beck selbst für Begeisterung.

Während ich zu Beginn des Abends noch den sprechenden Hut schmerzlich vermisste, begegnen wir ihm später musikalischer denn je. Denn als Überraschung hat Beck eine Gesangseinlage des sprechenden Huts in Petto, die das Event zu seinem krönenden Abschluss bringt und den Fans einen seligen Ausdruck ins Gesicht zaubert. Was für eine Stimme, was für ein Abend! Mein Dank gilt Ramona, die ihren Zauberstab für mich geschwungen und mir damit zu einem zauberhaften Abend verholfen hat.

3 Kommentare zu „Potter-blitz, was für ein Abend!

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