Ein goldener Abend im Literaturhaus München + Verlosung

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Stell dir vor, eine junge mittellose Frau sucht in einem Trödelladen nach einem Geschenk für ihren Liebsten. Der Laden quillt über vor altem Plunder, durch verrauchte Dunstschwaden zeichnen sich die Umrisse von altem Porzellan, angeschlagenen Nachttöpfen und falschen Perlenketten ab. Doch hinter einem Gummibaum entdeckt sie ein Bild. Eine Szenerie, die unter einer jahrzehntelang angehäuften Staubschicht hindurchschimmert und als die größte, bewegendste und aufregendste Darstellung der Liebe gilt. Doch das weiß sie nicht. Sie ersteht es für lächerliche 75 Pfund und transportiert es billig verpackt auf ihrem Fahrrad nach Hause.

Das Gemälde, welches den Namen „Die Launenhaftigkeit der Liebe“ trägt und aus der Hand von Maler Jean-Antoine Watteau stammt, präsentiert sich indes ebenso launenhaft. Denn das Schmuckstück, das u.a. im Vorbesitz von Marie Antoinette, Napoleon oder auch George IV. war und in den letzten 300 Jahren einen beachtlichen Wert an Erinnerungen sammeln konnte, fühlt sich im Besitz der jungen Köchin Annie McDee nicht wirklich wohl. Es ist nahezu empört, dass es künftig in einer Küche stehen soll und meldet sich deshalb ganz plötzlich zu Wort. Ja, ihr habt richtig gehört! Es beginnt mit uns zu sprechen. Kann nicht sein?! Ich denke doch. Willkommen in Hannah Rothschilds Roman „Die Launenhaftigkeit der Liebe“.

„Lassen Sie mich raten, was Sie denken. Mädchen findet Bild; es stellt sich heraus, Bild ist ein Vermögen wert. Mädchen findet (endlich) Jungen mit Herz. Mädchen verkauft Bild, macht Millionen, heiratet Jungen, alle leben glücklich bis ans Ende ihrer Tage.

Ach verpisst euch. Ja richtig, verpisst euch. (…) So einfach ist das Leben nicht.“

Zitat aus dem Buch, Seite 100

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dsc_9845-01.jpegNun stell dir vor, du bist zu einer Lesung ins Literaturhaus München geladen und begegnest nicht nur Autorin Hannah Rothschild, Journalistin Margarete von Schwarzkopf und Schauspielerin Ulrike Kriener, sondern auch eben jenem Bild. Nicht dem Bild persönlich (schließlich handelt es sich dabei um ein fiktives Gemälde Watteaus), wohl aber seiner anklagenden Stimme, der Ulrike Kriener auf besonders facettenreiche Weise Ausdruck verleiht und uns damit völlig in ihren Bann zieht. Die Schauspielerin, die aus TV & Film bekannt ist und bereits einige Fernsehpreise gewonnen hat, liebt es, wenn Zeilen Stimmungen einfangen. Die spannenden Dialoge des Romans begegnen ihr abenteuerlich und verleihen nicht nur dem Abend, sondern auch der Geschichte einen besonderen Rhythmus.

Es wird ein magischer Abend für Arndt von der kleinen literarischen Sternwarte Astrolibrium und mich. Ein weiterer besonderer Abend, der sich an gemeinsame Veranstaltungen anreiht und uns sowohl die Biographie von Hannah Rothschild als auch die Entstehungsgeschichte des Romans näherbringt, die tatsächlich in einem Schuhkarton ihren Ursprung fand.

„All begins with art.“

Hannah Rothschild

img_4328.jpgRothschild, die der berühmten Bankiersfamilie entstammt und als Autorin und Filmregisseurin arbeitet, verliebt sich oft in Bilder. Die Kunstszene ist ihr nicht nur durch die beachtliche Kunstsammlung ihrer Familie, sondern auch durch ihr Engagement in den Kuratorien renommierter Museen bestens vertraut. Beim Blick auf ein Bild fragt sie sich oft, was sich für eine Geschichte hinter ihm verbirgt und was es ihr erzählen würde, wenn es sprechen könnte. Schließlich ist ein Gemälde nicht nur von materiellem sondern auch von emotionalem Wert. Denn es birgt oftmals die Erinnerungen zahlreicher Besitzer in sich. Durch sie wird sein Wert geformt, erfährt Kunst doch aus unterschiedlichen Beweggründen eine besondere Wertschätzung.

„Den Wert eines Kunstwerks bestimmt allein das Begehren: Wer es besitzen will und wie dringend.“

Zitat aus dem Buch, Seite 21

Und so zauberte Rothschild Charaktere, Handlung und Ort ihres Romans aus einem magischen Schuhkarton voller Erinnerungsstücke und schafft daraus ein Buch, das sich wie eine raffinierte Mischung aus Gesellschaftskomödie, Kunstkrimi und Familienroman präsentiert. Durch zahlreiche Handlungsfäden spinnt Rothschild ein weitreichendes Geflecht durch die Kunstgeschichte und gewährt selbst Laien wie mir einen Einblick in die Szene. Doch Obacht, der Facettenreichtum des Romans verlangt dir einiges ab. Du hast dennoch Blut geleckt und fühlst dich dieser Herausforderung gewachsen? Dann habe ich heute eine besondere Überraschung für dich. Der DVA Verlag hat mir ein Exemplar an die Hand gegeben, dass ich vor Ort signieren habe lassen und das es nun zu ergattern gilt.

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„Kunst überlebt einzig dadurch, dass sie in jemandes Herzen eine Saite zum Klingen bringt, dass sie Trost und Zuversicht spendet. Ein großes Bild ist immer die Quintessenz eines Gefühls und reicht uns über den Lauf der Zeit hinweg eine mitfühlende Hand.“

Zitat aus dem Buch, Seite 100

Dein goldenes Ticket für ein signiertes Exemplar von „Die Launenhaftigkeit der Liebe“:

Gibt es ein Bild, das eine besondere Faszination auf dich ausübt? Und wenn ja, warum ist das so? Was glaubst du, würde es dir erzählen, wenn es wie das Gemälde im Buch zu dir sprechen würde?

Um am Gewinnspiel teilzunehmen hast du ab sofort bis einschließlich Freitag, den 16. Dezember 2016 um 19:30 Uhr Zeit, mich mit deiner Antwort in Form eines Kommentars zu überzeugen. Die Auswahl des Gewinners erfolgt aus rein persönlichen Gesichtspunkten.

Let the magic begin!

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Dieser Beitrag ist Teil eines Bloggerdoppels mit Arndt von Astrolibrium. Neben seinem Beitrag für das Literaturradio Bayern, bei dem er Autorin Hannah Rothschild, Lektorin Karin Kirchhof und Schauspielerin Ulrike Kriener interviewt hat und sich mit mir bei einem abendlichen Spaziergang durch die Stadt über den Roman ausgetauscht hat, findet ihr seine Eindrücke dieses gelungenen Abends auf der kleinen literarischen Sternwarte. Während ihr das Buch bei mir schon jetzt ergattern könnt, ist es Teil des Starterpaketes, das man im Rahmen von Arndts Adventskalender gewinnen kann.

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credits: Arndt Stroscher

15 Kommentare zu „Ein goldener Abend im Literaturhaus München + Verlosung

  1. Hallo Stephanie 🙂
    seit unserem kurzen „Plausch“ auf Facebook die Tage grüble ich über DAS Bild…ich gehe super gerne ins Kunstmuseum und habe für mich festgestellt, dass ich das am liebsten auch alleine mache, ganz in Ruhe – nur für mich! Wobei ein Tag im Lenbachhaus mit Arndt noch aussteht! Da freu ich mich auch schon drauf.
    Ich wohne ja ziemlich mittig von Deutschland und nicht weit von Kassel – zur letzten Documenta habe ich es nicht geschafft. Aber davor. Und ich freue mich schon jetzt auf die nächste.
    Es gibt viele Bilder, die ich mag oder faszinieren. Bilder, vor denen ich gerne länger stehen bleibe oder Bilder, die ich mir in Bildbänden genauer anschaue….
    In der Schule fand ich Kunst immer total blöde…bis wir eine Lehrerin hatten, die mit uns nicht nur stundenlang gemalt hat, sondern uns Künstler und ganz besondere Werke auf eine tolle und interessante Art näher gebracht hat. Eins der ersten Bilder welches sie uns vorgestellt hat war der „Rosengarten“ von Klee – noch heute mag ich dieses Bild ganz besonders gerne! Die Farben sind der Knaller! ❤ und ich muss auch irgendwo das Bild noch als Kunstdruck gerahmt haben… Das ist das Bild was meine Liebe zur Kunst entfacht hat und was mich seitdem auch immer wieder begleitet. In meinen Unterrichtsstunden an der Grundschule arbeitete ich auch gerne mit Bildern von Klee. "Senecio" hat mich da oft begleitet auch dieses Bild hat mich sehr bewegt und es ist immer wieder toll zu sehen was Kinder da für eine Kreativität entwickeln um ihren eigenen "Senecio" zu erschaffen! 🙂
    Ich mag das farbenfrohe und Klee und Hundertwasser bieten da eine große Auswahl…in meinen Augen geben sie der Kunst Schwung und Pep… 😀
    Freue mich riesig, dass ihr so einen tollen Abend in München hattet! Hier bei mir auf dem Lande ist leider nicht ganz so viel los…literarisch gesehen. Aber letzten Monat bin ich in den Genuss von Benedict Wells gekommen und schwelge immer noch in Erinnerungen! ❤ Ich wünsche euch beiden fürs nächste Jahr wieder gaaaanz tolle literarische Abende, Projekte und Herzensbücher! 🙂 Toll, dass ihr euch so vernetzt…auf einer tieferen Art, die berührt und die den Leser spüren lässt, wie viel Herzblut in den Aktionen stecken.
    Ich habe lange, lange kaum was gelesen…deswegen bin ich noch immer inmitten von Lily King! ❤ denke beim Lesen an euch! 🙂
    Wünsche dir nun ein schönes viertes Adventswochenende und besinnliche Feiertage.
    Herzlichst, Verena.

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    1. Hallo Verenajulia,

      ja, so ein Besuch im Lenbachhaus mit Arndt steht bei mir auch noch aus. Ich hab das blaue Pferd noch nie live gesehen. Ich habe allerdings auf meinem Streifzug in HH Streetart vom Gemälde „La prise de la Bastilles“ entdeckt und bin seither sehr angetan von dem Bild. In der Schule fand ich Kunst auch immer recht langweilig, da haben wir nur so olle Sachen wie Kartoffeldruck etc. gemacht. Den „Rosengarten“ von Klee kenn ich noch nicht, allerdings finde ich Monets „Seerosenteich“ ganz bezaubernd.

      Hab eine schöne Weihnachszeit,
      Steffi

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  2. Picasso „Die Schlafende“.

    Als Geschenk von Luke, damals in einem anderen Leben, hing sie als riesiger Druck hinter Glas jahrelang in unserem Schlafzimmer. Sie zog mit mir aus, reiste mit mir weiter, aber wollte an keine andere Wand mehr wirklich passen. Irgendwann blieb sie bei einem Umzug als letztes Stück noch kurz im Keller und wurde dort umgehend geklaut. „Dafür dass ich an keine weitere Wand mehr für Dich passte, erinnerst Du Dich aber verdammt gut an mich“ – würde sie wohl sagen. Und ich müsste ihr zustimmen. Für das meiste im Leben gibt es einfach nur einen Ort und eine Zeit. Und mehr Erinnerung, als Gegenwart 🙂

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    1. Liebe Candy,

      danke für die Geschichte zu „deinem Kunstwerk“. Da musste ich doch umgehend Picassos „Die Schlafende“ googeln und stelle fest, dass ich das Kunstwerk kenne, obwohl ich felsenfest schwören hätte können, dass es mir kein Begriff ist. Die Kunst ist uns allen wohl doch viel näher als gedacht!?

      Du könntest Recht damit haben, dass es für das meiste im Leben nur einen Ort und eine Zeit gibt.

      Dein Gemälde scheint einen ähnlich frechen Ton an den Tag zu legen wie „Die Launenhaftigkeit der Liebe“ in Rothschilds Roman.

      Ich wünsche dir noch einen zauberhaften Abend.

      Liebe Stöbergrüße
      Steffi

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    2. Liebe Candy,

      Glückwunsch – Picassos „Schlafende“ hat dir zu einem goldenen Schatz verholfen.

      Bitte schick mir deine Adresse an lesenslust@hotmail.de, damit ich dir „Die Launenhaftigkeit der Liebe“ auf den Weg schicken darf und es dich noch pünktlich zum Weihnachtsfest erreicht.

      Ich wünsche dir und deinen Liebsten besinnliche Weihnachtstage und einen guten Rutsch ins neue Jahr.

      Herzliche Stöbergrüße
      Steffi

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      1. Ja, wenn ich so an die Heldengeschichte zurückdenke hast du die Launenhaftigkeit der Liebe bereits in allen Facetten kennengelernt. Hab ganz viel Spaß beim Eintauchen in die Geschichte. Ich bin gerade im letzten Teil und genieße sie sehr.

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    1. Mein lieber Arndt,

      es war mir ein besonderes Vergnügen, dich an diesem goldigen Abend durch die nächtlichen Straßen Münchens und ins Literaturhaus zu begleiten. Für besondere gemeinsame Buchprojekte haben wir wohl ein Händchen. Jederzeit gerne wieder! 😉

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