Warum ich lese

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Was sich Sandro Abbate, Betreiber des Literaturblogs Novelero im Mai fragte, bewegte zahlreiche Leser. Seine persönliche Antwort Warum ich lese hat auch mich zum Nachdenken gebracht. Heute finde ich meine eigene Antwort.

Die Anfänge

Ich inhalierte schon damals Geschichten wie die Luft zum Atmen.

Dass auch die kleinsten Dinge Großes bewirken können, habe ich beim Lesen entdeckt. Es muss eines meiner ersten selbst gelesenen Bücher gewesen sein, in dem mir die kleinen Geschöpfe, besser bekannt als Buchstaben, so ungeheuer mächtig erschienen, dass es um mich geschehen war. Die Faszination um ihr magisches Miteinander, das nicht nur bedeutende Wörter und Sätze, sondern auch großartige Geschichten zu formen vermag, wuchs seitdem stetig.

Ich bin das Kind einer Astrid Lindgren – Geschichten liebenden Mutter und das Patenkind einer leidenschaftlichen Buchhändlerin. Lange bevor man das von beiden kontinuierlich gefütterte und mittlerweile bis zum Bersten gefüllte Bücherregal in meinem Zimmer vorfand, stillte ich meine Lust nach Geschichten in der heimatlichen Stadtbücherei. Ich stürzte mich mit Ronja Räubertochter ins Unterholz, rannte mit Momo um die Zeit und heckte mit Dolly neue Streiche aus. Mein Gebührenkonto stieg stetig. Nie erschien mir die geliehene Zeit mit den Büchern lange genug. Der Abschied von ihnen fiel mir so schwer, dass ich ihn ständig nach hinten verschob.

Das Heute

„Ein Raum ohne Bücher ist ein Körper ohne Seele.“ ~ Cicero

Auch heute sorgt der Anblick von bis zur Decke reichenden Bücherregalen oder einer neuen Eroberung in meinen Händen noch für heftiges Herzklopfen. Es bereitet mir Freude, über ein gedrucktes Buch zu streichen, den modrigen Duft eines Antiquariates einzuatmen und mich vom magischen Strudel einer Geschichte mitreißen zu lassen.

Bücher begleiten mich durch mein Leben, sind die wohl treuesten Wegbegleiter meines bisherigen Lebens. Ich kann und will nicht ohne sie sein. Ob unterwegs oder zuhause: ständig rangeln sie sich um den Platz in meinen Händen; winseln um Aufmerksamkeit, wenn die Frage nach dem nächsten Leseprojekt im Raum steht wie eine Aufforderung zum Tanz.

Warum ich lese

Lesen ist wie Reisen mit unbekanntem Ziel.

Bücher entführen mich nicht nur in die entlegensten Winkel dieser Erde und auf spannende Abenteuerreisen, sondern vermitteln mir auch wertvolles Wissen. Sie sind facettenreich und randvoll von Schätzen: mit neuen Denkansätzen, unbekannten Blickwinkeln und lehrreichen Erfahrungen.  Sie schenken einem oft viel mehr, als man es anfangs vermutet. Es liegt in deinen Händen, wohin dich eure gemeinsame Reise führt.

Doch Lesen bedeutet auch die Seele baumeln lassen. Beim Lesen versinke ich in einer Geschichte, blende alles um mich herum aus, bis nur noch das Buch und ich existieren. Das Lesen hat auf mich eine sehr beruhigende Wirkung, wirkt nahezu schmerzlindernd, wenn der hektische Alltag mal wieder tief in den Knochen steckt.

Und darum lese ich.

Und wie steht’s mit dir?

„True love stories never have endings.“ ~ Richard Bach

9 Kommentare zu „Warum ich lese

  1. Ein wunderbarer Beitrag 🙂

    Ich weiß ehrlich gesagt nicht, wie ich die Frage beantworten soll – ich kann mir gar nicht vorstellen, nicht zu lesen. Das ist so, als wolle ich ohne Atmen durchs Leben kommen. Vermutlich sind es die vielen verschiedenen Welten, die ich besuchen kann, die mich so faszinieren – und das Wissen natürlich, das ich mir aneignen kann.

    Vielleicht ist es einfach eine unstillbare Neugier auf die Welt und auf die Gedanken anderer Menschen, die mich immer weiter durch die Seiten reisen lässt.

    Liebe Grüße
    Sarah

    PS: Ich mag Deinen Blog sehr, auch wenn ich ihn erst entdeckt habe. Schreib bitte weiter so!

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    1. Liebe Sarah,

      vielen Dank für deine netten Zeilen. Du hast sowas von Recht, nicht lesen ist wie ohne Luft durchs Leben zu gehen. Es schenkt einem so viel und auch ich möchte mir ein Leben ohne Bücher nicht mehr vorstellen. Eine unstillbare Neugier ist wohl in jeder Lebenslage wertvoll. So bleibt man nie stehen und kann sich stets weiterentwickeln. Ich freue mich sehr, dass es dich auf meinen Blog gespült hat. Du bist jederzeit herzlich eingeladen wiederzukommen.

      Liebe Grüße
      Steffi

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  2. „Das nächste Leseprojekt steht im Raum wie eine Aufforderung zum Tanz.“ Mensch, das hast du schön gesagt 🙂 Und auch hier stimme ich dir voll und ganz zu: „Bücher wirken schmerzlindernd, wenn der hektische Alltag mal wieder tief in den Knochen steckt.“ Meine Anfänge nahm ich auch mit Ronja Räubertochter, den Brüdern Löwenherz, der Roten Zora und vielen anderen lieb gewonnenen Charakteren. Die Bücherei war meine zweite Heimat 😉
    Liebe Grüße,
    Anna

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    1. Liebe Anna,

      es ist schön zu lesen, dass sich auch andere in meinen Zeilen wiederfinden. Die Worte sprudeln oft einfach aus mir heraus und ich weiß manchmal gar nicht, ob sie den richtigen Ton treffen, die Gedanken so ausdrücken, dass sie von anderen verstanden werden. Über deine Zeilen freue ich mich daher sehr.

      Astrid Lindgrens Romane waren und sind seit jeher ein fester Bestandteil meines Buchregals. Neben Ronja Räubertochter habe ich mich auch viel mit den Brüdern Löwenherz, den Kindern von Bullerbü und Michel aus Lönneberga herumgetrieben. Wobei auch die Werke von Ottfried Preußler, Michael Ende und Enid Blyton meine Leseanfänge immens geprägt haben.

      Die Bücherei ist wohl die zweite Heimat eines jeden Buchliebhabers. 😉

      Liebe Grüße
      Steffi

      Gefällt 1 Person

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