Kinderfreuden #9: Bärenwild

lesenslust über “Der Schreck-Bär” von Ivan Bates

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Beschreibung:

Der Bär liebt es, die anderen Tiere des Waldes zu erschrecken. Bei seinem Lieblingsspiel schlägt er ein Tier nach dem anderen ängstlich in die Flucht. Doch den Tieren des Waldes wird das allmählich zu bunt und sie  beschließen sich zu beraten. Irgendwer muss dem Bären eine Lektion erteilen!

Als sich das kleine Kaninchen mit der rosa Nase dazu bereiterklärt erntet es nur Gelächter und amüsierte Blicke. Wie soll ein so kleines Tier einem so großen Bären schließlich zeigen, wo’s langgeht? Doch das Kaninchen lässt sich nicht beirren und bewirkt mit seiner freundlichen und liebevollen Herangehensweise schon bald viel mehr, als es die anderen Tiere für möglich gehalten haben.

Eckdaten

Hardcover, ab 3 Jahren

40 Seiten
233mm x 300mm
ISBN: 978-3-280-03491-0
Ivan Bates

Orell Füssli Verlag
14,95 €

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Bilder aus dem Buch © Orell Füssli Verlag

Blickwinkel aus grossen Augen

Ivan Bates hat schon einige Kinderbücher illustriert, in denen sich dem liebevollen Umgang untereinander gewidmet wird. Sein wohl bekanntestes Werk ist „Just you and me“, das er zusammen mit Sam McBratney, der sich mit „Weißt du eigentlich, wie lieb ich dich hab?“ internationalen Bekanntheitsgrad verschafft hat. Auch „Der Schreck-Bär“ befasst sich wieder mit zwischenmenschlichen Beziehungen.

Schon auf den ersten Seiten stößt man auf Bates Widmung an die Kinder der Brisley Grundschule und merkt, welche Gewichtung die Werte Respekt und Freundlichkeit für den Autor haben. Es scheint Bates eine Herzensangelegenheit zu sein, diese Werte von Kindesbeinen an zu vermitteln. Dieser Leitgedanke macht sich in seinen liebevollen Zeichnungen durchweg bemerkbar.

In „Der Schreck-Bär“ konzentriert er sich auf ein kleines Kaninchen und einen wilden Bären. Ein Duo, das auf den ersten Blick gar nicht zueinander passt, und dennoch ein viel harmonischeres Bild abgibt, als anfangs gedacht. Mit dem Kontrast dieser beiden Tiere stellt er wunderbar unter Beweis, dass es nicht auf die Größe oder Stärke ankommt, um mit jemandem klar zu kommen. Auch wenn das Kaninchen und der Bär in der Realität nicht unbedingt miteinander harmonieren, wird Bates Botschaft schnell klar. Das kommt auch bei den Kindern an.

Was ich besonders gelungen finde, ist, dass die Lektion, die das Kaninchen dem Bären erteilt, nicht belehrend ist, sondern vielmehr durch Gesten lebt. Mit zahlreichen Umarmungen erweicht das kleine Kaninchen das Herz des wilden Bären im Nu und macht ihn ganz lieb und zugänglich. Plötzlich scheinen sich alle Tiere des Waldes nach den bärenstarken Umarmungen zu sehnen.

Bates bestückt sein Kinderbuch mit großflächigen Zeichnungen, die trotz schlichter und zurückhaltender Farben ihr Ziel nicht verfehlen. In den anfänglich wilden Illustrationen des Bären spiegelt sich perfekt die Wildheit des Bären wieder. Mit der Zeit werden die Zeichnungen, genau wie die Persönlichkeit des Bären, weicher und sanfter. Bates Geschichte lebt von vielen Bilder und kommt mit wenig Text aus, der in Form von Reimen daherkommt.

Dem Autor ist ein entzückendes Buch gelungen, das zeigt, was ein freundlicher Umgang miteinander alles bewirken kann. Er gibt den Kindern nicht nur ein wertvolles und lehrreiches Werkzeug an die Hand, sondern sorgt auch dafür, dass man seine Figuren schnell ins Herz schließt.

❤ ❤ ❤ ❤ ❤

Blickwinkel aus kleinen Augen

Joschuas Urteil:

Steckbrief Joschi Blog 2

Lieblingsfigur der Geschichte: das Häschen mit der rosa Nase

Liebt: bärenstarke Umarmungen

Bester Leseplatz: im kuscheligen Bett, im Kreis seiner Kuscheltierfreunde

Derzeitiges Lieblingsspiel: Kuschelparade (in Mundart: Kuschelpirade)

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Bild aus dem Buch © Orell Füssli Verlag

2 Kommentare zu „Kinderfreuden #9: Bärenwild

  1. Klingt nach einem sehr interessanten und vor allem guten Kinderbuch, das vielleicht auch etwas für die erwachsenen Leser unter uns sind 🙂

    Die Zeichnungen sprechen mich sehr an und ich werde bei meinem nächsten Besuch in der Buchhandlung mal die Augen danach offen halten – gucken kann man ja immer 🙂

    Gefällt mir

    1. Hallo Sindy,

      das solltest du wirklich tun. Ich muss gestehen, dass ich bei dem Titel „Der Schreck-Bär“ anfangs gar nicht mit einer so netten Geschichte gerechnet hätte. Aber die Entwicklungen der Bärenzeichnungen, auf denen er uns anfangs noch zottelig und wild begegnet, steht im perfekten Einklang zum Titel und der Geschichte. Man beobachtet ihm quasi bei der Zähmung. Wirklich interessant.

      Liebe Grüße
      Steffi

      Gefällt 1 Person

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