Ein euphorischer Abend

Impressionen eines euphorischen Abends:

Beim Thomas-Mann-Bär im 3.OG des Literaturhauses München fing alles an: hier traf ich mich mit Arndt von AstroLibrium und zahlreichen anderen literaturbegeisterten Menschen zu einem ganz besonderen Abend. Denn das Herzstück des neuen Programms vom C.H. Beck Verlag sollte vorgestellt werden: Lily Kings „Euphoria“

2015-19-7--17-06-19

Der Verlag empfing uns herzlichst, ermöglichte uns ein erstes Kennenlernen mit der Autorin und ließ uns den Freiraum, sie für ein paar Minuten in Beschlag zu nehmen. Schließlich gilt es neben meinem Beitrag auch den Audiobeitrag von Arndt für das Literatur Radio Bayern zu entdecken. So schwappten bereits zu Beginn des Abends leidenschaftliche Autorenbekenntnisse an mein Ohr, die von den Hintergründen des Romans und der Begeisterung für eine Lebensgeschichte erzählten.

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Der Sepik-Strom, Quelle: Focus.de

Nach einem kühlen Getränk nahmen wir Platz in den Reihen des Saals und wurden durch ein projiziertes Bild an der Wand und Urwaldgeräusche unvermittelt nach Papua Neuguinea an das Ufer des mächtigen Sepik-Stroms gespült, der mit 1100 km Flusslauf Neuguineas längster ist und zu den fünf längsten Flüssen Australien/Ozeaniens zählt. Nach ein paar begrüßenden Worten durften wir an sehr atmosphärischen Vorlesungen teilhaben, die von Lily King, der Schauspielerin Lisa Wagner und dem Schauspieler Steven Scharf ausgingen, die die Lesung durch ihr facettenreiches Stimmenspiel zu einem euphorischen Hörerlebnis machten.

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IMG_9826Dank einer Moderation durch den Abend lernten wir nicht nur Kings Begeisterung für die persönliche Lebensgeschichte der amerikanischen Ethnologin Margaret Mead und ihre daraus resultierende Idee für den Roman, sondern auch die Besonderheiten des unglaublichen Gebiets im Westpazifik kennen, das linguistisch das wohl reichste Land der Erde ist. 1899 zählte Papua-Neuguinea unter dem Namen Deutsch-Neuguinea zur deutschen Kolonie und seine rund 6,7 Millionen Einwohner sprechen mehr als 800 Sprachen und Dialekte. Es ist daher nicht groß verwunderlich, weshalb sich King dazu entschlossen hat, sich diesem großartigen Land anzunehmen.

Gregory Bateson, Margaret Mead, and Reo Fortune, Sydney, July 1933 Quelle: monoskop.org

Der von realen Ereignissen aus dem Leben der Ethnologin Mead geprägte Roman „Euphoria“ erzählt von einer leidenschaftlichen Dreiecksbeziehung unter Extrembedingungen. Es ist die Geschichte von drei Ethnologen; der Amerikanerin Nell Stone, ihrem Mann Fen und dem Briten Andrew Bankson, die Anfang der 30er Jahre bei Feldforschungen in Papua Neuguinea aufeinandertreffen. Mit dem Ziel, die Stämme der Ureinwohner Papua-Neuguineas zu erforschen, begegnen die drei Wissenschaftler dem unergründeten und weiblich dominierten Stamm Tam mit sehr speziellen Ritualen. Durch die enge Beziehung zu den Stammesbewohnern kommen die unterschiedlichen Denk- und Vorgehensweisen der Wissenschaftler immer mehr zum Vorschein und die stetig wachsende erotische Anziehungskraft zwischen Nell und Bankson wird für Ehemann Fen zur Zerreisprobe.

Eine Geschichte – zahlreiche Cover
Lily King
Die Autorin Lily King, Quelle: lilykingbooks.com

Der Roman ist eine Parallele aus Realität und Fiktion. Nach der anfänglich strikten Orientierung an Fakten ist King irgendwann dazu übergegangen, ihren Instinkten zu folgen und der Fiktion freien Lauf zu lassen, durch die der Roman nicht nur eine persönliche Note bekam, sondern ihn auch von der realen Lebensgeschichte Meads abweichen lässt. Kings Geschichte feiert in den Staaten bereits erste Erfolge: „Euphoria“ ergatterte bereits den neu geschaffenen Kirkus Prize und wurde von der New York Times unter die fünf besten literarischen Bücher des Jahres 2014 gewählt. Die Leserschaft ist sich einig: „Euphoria“ katapultiert Lily King zur ersten Garde unserer Romanciers und löst bei seinen Lesern echte Euphorie aus!

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Dein zukünftiger Regalbewohner

Der C.H. Beck Verlag war so freundlich Arndt von AstroLibrium und mir jeweils ein signiertes Werk von „Euphoria“ für eine exklusive Verlosung auf unseren Blogs zu überlassen. Um eines dieser euphorischen Reisen nach Papua Neuguinea zu ergattern, gilt es nun, mich von deiner ECHTEN EUPHORIE zu überzeugen: warum solltest ausgerechnet DU, dieses Buch ergattern?

Die Auswahl des Gewinners erfolgt aufgrund dem Einfallsreichtum des Beitrags und Sympathie. Ihr habt bis einschließlich Sonntag, den 26.07.15 um 20:00 Uhr Zeit, an meiner Verlosung teilzunehmen. Der Gewinner wird dann am Montag ausgelost und über eine persönliche Emailnachricht bzw. durch einen Kommentar seines Beitrags benachrichtigt.

Viel Glück wünscht euch Steffi

PS: Wie war das doch gleich: es gibt ZWEI Exemplare zu gewinnen? Ja genau, bei Arndt gibt’s was auf die Ohren und er hat ebenfalls euphorische Beute an Bord.

Hör am besten gleich mal rein...

17 Kommentare zu „Ein euphorischer Abend

  1. Hallo Steffi (ich bin einfach mal so frei und nenne dich jetzt auch so 😉 ),
    wenn ich solche tollen Berichte lese, dann denk ich immer: „Mist. Warum biste aus der Nähe von München wieder in den Norden gezogen?“ 😀 München bietet immer so schöne Literaturveranstaltungen, da würde ich oft gerne hingehen. Es freut mich sehr, dass auch ihr so einen tollen Abend hattet und das ihr uns ein bisschen mitgenommen habt und wir so einen tollen Eindruck bekommen haben. Vielen lieben Dank dafür. 🙂 Dieses kleine doppelte Bloggerlottchen zeigt auch mal wieder, wie schön man als Blogger zusammen arbeiten kann mit viel Spaß und Freude und ohne Neid und Missgunst!
    Ein Grund, warum ich unbedingt „Euphoria“ lesen möchte, ist das gigantische Cover. Bin ein totaler Coverkäufer, finde das wunderschön und wenn das Cover schon so aussieht, dann muss doch auch die Geschichte toll sein, oder?
    Ich find das Cover deswegen so wunderschön, weil man soviel dort hineindeuten kann. Zum einen erkennt man ganz klar eine exotische Blume – in blau. Wie ot gibt es das schon in der Natur? Dann hat diese Blüte eine extreme Sog- bzw. Strudelwirkung. Die äußersten Blütenblätter sind alle so schön in eine Richtung gebogen, als würde sich die Blüte genau in diese Richtung drehen – immer schneller…Dieser Strudel, den meist auch eine gute Geschichte hat. Immer mehr zieht sie dich als Leser in den Bann, lässt dich nicht mehr los und man taucht tiefer und tiefer in die Romanwelt ein…..
    Und dann finde ich auch noch, dass die Blütenblätter auch ein bisschen wie Papageienschwänze aussehen. Schön bunt und leuchtend…kurz um….dieses Buch gehört wirklich zu den Schönsten dieses Jahr! 🙂
    Ganz liebe Grüße, Verena.

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    1. Liebe Verena,

      selbstverständlich Steffi. Buchmenschen sprechen doch eine gemeinsame Sprache, da wäre das „Sie“ völlig unangebracht.;-)

      Ich muss schmunzeln, mir geht das nämlich ganz oft so mit dem Norden. Seit ich nicht mehr in Hamburg wohne (immerhin waren das 5 Jahre und ich vermisse die Hansestadt immer noch sehr) blicke ich wehmütig auf die Vorlesungen und Veranstaltungen im Norden. Ich denke, jede Region hat so ihren Reiz und Buchliebhabern wird erfahrungsgemäß überall, ob im Norden oder im Süden, eine Menge geboten. Ich hab damals z.B. eine wunderbare Lesung von David Nicholls in Hamburg genossen, die ich niemals missen will.

      Es freut mich wirklich sehr, dass du diese schöne Idee zwischen Arndt und mir so begeistert annimmst. Arndt und ich sind uns was die Herzensbücher angeht, ziemlich einig und hegen da eine gemeinsame Leidenschaft, die bei einer derartigen Aktion natürlich gut zum Ausdruck kommt. Ich finde es wunderbar, dass die Eindrücke zweier Menschen so harmonieren können und sich gegenseitig um wertvolle Nuancen ergänzen. Neid und Missgunst wären dabei völlig unangebracht. Weil die Zusammenarbeit für mich viel mehr zu Tage bringt, als ich es vermutlich alleine geschafft hätte.

      Deine Begeisterung für das Cover springt mir nahezu ins Gesicht. Deine euphorischen Zeilen lesen sich wundervoll. Und da ihr nun zu zweit im Lostopf sitzt, stehen die Chancen für dich immerhin 50:50. Ich drück dir die Däumchen.

      Liebe Stöbergrüße

      Steffi

      Gefällt 1 Person

      1. Ihr Beiden…. 😉

        Schön, das hier alles zu lesen und Steffis Worte kann ich nur unterschreiben.
        Bücher erzeugen eigentlich Harmonie, aber das was ich bei diesem doppelten Blogchen erlebt habe hat mich auch beflügelt…

        Hier wurde geteilt, ergänzt und ich bin absolut stolz, dass wir diesen Abend in unseren eigenen Worten, auf unseren Wegen, mit unserem Stempel und einem wundervollen Teamwork in die Welt tragen konnten.

        Bin mal gespannt, wohin die Bücher wandern… das werden noch lustige Entscheidungen 😉

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      1. Danke Steffi 🙂 dir auch einen schönen Sonntag und natürlich viel Spaß beim Lesen 🙂 Ich hoffe, du hast auch viele schöne Leseeindrücke und genießt „Euphoria“

        LG Sindy

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  2. Liebe Steffi,
    meine verstorbene Patentante hat viele Jahre in Papua Neuguinea gelebt und ihre Wohnung in Deutschland war dekoriert mit zahlreichen kunsthandwerklichen Gebrauchsgegenständen von Ureinwohnern Papua Neugiuneas. Ich habe ein ganzes Bündel feingearbeiteter Jagdspeere geerbt und halte sie in Ehren. Somit kann ich mit einer gewissen kulturellen Vertrautheit mit Papua Neugiunea in Dein Lostöpfchen hüpfen 😉
    Sonnige Grüße
    Ulrike von Leselebenszeichen

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    1. Liebe UIrike,

      da ich mittlerweile schon die ein oder andere Rezension bei dir gelesen habe, kann ich mir dieses Buch auch sehr gut bei dir im Regal vorstellen. Wir bleiben gespannt. Mal schaun, wer sonst noch so in den Lostopf hüpft. 😉

      Die Sammlung von Jagdspeeren jagt mir etwas Gänsehaut über die Arme, aber so ein paar kunsthandwerkliche Gebrauchsgegenstände aus Papua-Neuguinea kann ich mir auch gut bei mir zuhause vorstellen. Halt die Dinge in Ehren und behüte sie wie einen Schatz.

      Liebe Wochenendgrüße,

      Steffi

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      1. Die Speere sind zierlich gebaut, schön verziert und nur 120 cm lang, komplett aus Holz und Bast und dennoch superscharf. Keine Sorge, ich werde damit gewiß nicht auf die Jagd gehen, ich bin nämlich Vegetarierin.
        Ein heiteres Wochenende wünscht Dir
        Ulrike

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      2. Liebe Ulrike,

        dein kultureller Bezug zu Papua Neuguinea, der schon allein durch die geerbte Sammlung deiner verstorbenen Patentante aufrechterhalten wird, hat mich überzeugt: ich möchte dir daher mit allerhöchstem Vergnügen Lily Kings euphorisches Werk übergeben. Glückwunsch, deine Sammlung hat sich soeben um ein neues „Artefakt“ erweitert. ICh wünsch dir ganz viel Spaß beim Lesen und bin gespannt, wie dir das Werk gefällt.

        Herzliche Sonntagsgrüße,

        Steffi

        Gefällt 2 Personen

      3. Liebe Steffi,
        das ist nun eine schöne ZUGABE zu meinem auch sonst angenehm erfüllten Wochenende.
        Herzlichen DANK für die euphorische Nachricht und Leseaussicht …
        *knicksmach*
        🙂
        Ulrike

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