Wo Fische zwitschern..

lesenslust über „Zwitschernde Fische“ von Andreas Séché

Der Ort, wo die Fische zwitschern können, ist ein Ort, an dem Alles möglich ist. Hier lässt du deinen Gedanken freien Lauf; entdeckst Türen, die dir unbekannte Wege eröffnen und entdeckst eine Liaison von Vergangenheit und Gegenwart.

Es ist der Ort, wo deiner Fantasie keine Grenzen gesetzt werden und Wirklichkeit und Fiktion ineinander verschmelzen. Es ist ein Treffpunkt von Büchern. Ein Aufeinanderprallen von Welten, Menschen und Ereignissen. Es ist der Ort, wo scheinbar Unmögliches möglich und scheinbar Offensichtliches unwirkliche Züge annehmen wird.

Und so beginnen Yannis fantastischste und eindrucksvollste Erlebnisse an einem scheinbar unspektakulärem Ort.
„Ausgerechnet im Buchladen fing er Feuer.“

Zitat, Seite 9
„Mit einem leisen Knarren öffnete sich die alte Holztür. Und vielleicht auch ein neues Leben, denn wenn man durch eine Tür tritt, weiß man nie, welche Veränderungen einen dahinter erwarten.

Es sind schon Kinder durch Türen gegangen und als Erwachsene zurückgekehrt. Hinter Türen können Narren zu Weisen werden, Ziellose zu Menschen mit einer Bestimmung und Ungläubige zu Gläubigen. Aber auch Gesunde zu gebrochenen Seelen, Unschuldige zu Schuldigen und Vernünftige zu Wahnsinnigen.

Hinter jeder Tür wartet eine Möglichkeit. Leider weiß man vorher nicht immer, welche.“

Zitat, Seite 17
Yannis ist ein leidenschaftlicher Buchliebhaber. Bei einem Spaziergang durch die Athener Altstadt stößt er auf einen unscheinbaren Buchladen in einer ruhigen Seitenstraße. Durch das Betreten des Buchladens und dem Zusammentreffen mit Lio, der geheimnisvollen Buchhändlerin mit den großen dunklen Augen, ist Yannis Alltag plötzlich von Poesie und Fantasie erfüllt.

Er hält es für Liebe. Doch das, was Yannis entdecken wird, ist viel mehr als das. Es überschreitet das Greifbare und gewährt ihm einen Blick hinter die Fassade. Yannis entdeckt neue Blickwinkel des Lebens und wird von einer ungeahnten Passion erfüllt. Es gilt Rätsel zu lösen und Dinge zu hinterfragen, sich von Gefühlen leiten zu lassen und eine Mission zu bestreiten. Wie wird Yannis sie meistern?

Andreas Séché hat bereits Anfang 2011 zahlreiche Leser mit seinem Erstlingswerk „Namiko und das Flüstern“ begeistert. Während mir sein erster Roman bisher noch unerschlossen geblieben ist, durfte ich mich von der Besonderheit seines zweiten Werkes in einer vom Autor begleiteten Lesrunde persönlich überzeugen.

Das Buch ist ein wahrer Schatz. Es ist eine Einladung zu einer ganz besonderen Reise. Eine fantastische Reise, bei der wir Yannis, den Protagonisten der Geschichte begleiten dürfen. Eine Reise, die dir neue Denkanstöße schenken und dich um neue Blickwinkel bereichern kann – wenn du es tatsächlich zulässt.

„Bücher waren wie Termitenhaufen, warm, summend, pulsierend.

Hinter der Fassade, da, wo mancher niemals etwas vermuten würde, wüteten im Verborgenen ganze Universen. Nur wer sehr aufmerksam war, konnte sehen, dass Bücher manchmal vibrierten, dass ein Buchdeckel sich kaum merklich anhob, dass oft Gemurmel und Gewisper aus papiernen Seiten drang und zuweilen auch einer kurzer Schrei, der meist im Getöse der Realität verloren ging.

Bücher glühten, bebten, hypnotisierten, lockten, lagen auf der Lauer, waren sprungbereit, und oft wirkten sie wie gespannte Mausefallen, die man nur mit größtem Respekt in die Hand nahm, weil sie jeden Moment zuschnappen konnten.“

Zitat, Seite 39
„Lesen öffnet Horizonte. (…) Lesen verdeutlicht die Dinge und natürlich auch die eigenen Emotionen. Wenn man Buchseiten aufblättert, blättert man auch Facetten des Lebens auf, die man sonst vielleicht übersehen würde. Denn Lesen ist wie eine Lupe, die einem hilft, genauer hinzusehen.“

Zitat, Seite 47
Das Buch ist zudem eine wahre Fundgrube bemerkenswerter Persönlichkeiten und deren Werke aus vergangenen Literaturepochen. Séché nennt vertraute wie unbekannte Werke und macht „Zwitschernde Fische“ zu einem prallgefüllten Notizbuch persönlicher Buchempfehlungen. Eine wahre Bereicherung für jeden Buchliebhaber!

Und damit die Geschichte von jedem Einzelnen auf seine Weise entdeckt und erobert werden kann möchte ich nicht mehr und auch nicht weniger über „Zwitschernde Fische“ erzählen. Seid euch sicher, dass jedes einzelne der 5 von 5 möglichen Kaninchen, die ich Séché für seinen bezaubernden Roman umherhoppeln lasse, die Geschichte wert ist. Eins meiner Lesehighlights 2012!

3 Gedanken zu “Wo Fische zwitschern..

  1. Andreas schreibt:

    Liebe Steffi,
    lieben Dank für Deine schöne Rezi – über die ich mich natürlich sehr freue. Und wenn jemand so tief ins Buch einsteigt, ist das natürlich für den Autor immer ein ganz besonderes Geschenk … auch dafür vielen Dank🙂
    Liebe Grüße
    Andreas

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