Kraft und Koordination…

lesenslust über „Die Seele der Muskeln“ von Werner Kieser

~*Der Inhalt*~

Werner Kieser blickt in seinem Buch „Die Seele der Muskeln“ kritisch auf gängige Klischees der Fitnessindustrie und die Branche selbst.

Mithilfe seines Fachwissens räumt er nicht nur viele Fitnessirrtümer beiseide sondern verhilft dem Leser zu einer gesunden Haltung zu seinem Körper und zeigt, wie Muskeln mit einem gezielten Krafttraining erfolreich aufgebaut werden können.

~*Der Autor: Werner Kieser*~

Werner Kieser, 1940 geboren, ist Diplomtrainer und beschäftigt sich seit 40 Jahren mit dem Thema Krafttraining.

Er trainierte zahlreiche Spitzensportler bis er sich auf Prävention und Rehabilitation spezialisierte. Er gründete die ADOK in Zürich, ein Aus- und Weiterbildungszentrum für Instruktoren/Trainer.
Er ist bekannt als Gründer von KIESER TRAINING, der internationalen Kette von Trainings- und Rehabilitationszentren mit über 310.000 Mitgliedern.

Er lebt mit seiner Familie in Zürich.

*~Meine Meinung*~

Die KIESER TRAINING Einrichtungen sind mir schon seit einiger Zeit bekannt. Überall in Hamburg stößt man auf die riesigen Werbeplakate, auf denen Herr Kieser selbst für die Studios wirbt. Eine Geste, die ihm durchaus meine Sympathie schenkt. Selten sieht man, wer hinter einer Einrichtung oder Idee steckt. Vielmehr nutzen Fitnessstudios oder gesundheitliche Einrichtungen oft die typischen und bereits vielfach verwendeten Pressebilder, die oft gar nicht die Individualität eines Studios hervorheben. Durch sein Gesicht auf den Plakaten wirkt nicht nur das Studio sondern auch die ganze Firmenphilosophie autentischer.
Nachdem ich mich auf der Homepage des Unternehmens umgeschaut hatte, konnte Werner Kiesers Vorgehensweise durchaus mein Interesse wecken.

In seinem Buch „Die Seele der Muskeln“ deckt er nicht nur einige Irrtümer auf sondern geht auf einige bekannte Klischees aus dem Bereich Sport und Bewegung sehr intensiv ein. Seinen persönlichen Wertegang und die Entstehung von KIESER TRAINING am Anfang des Buches fand ich besonders interessant. Es liest sich anfangs wie eine Art Biographie, die er mit unterhaltenden Anekdoten auflockert. Er stellt die kritische und oft lächerliche Haltung einiger „angeblicher“ Sportwissenschaftlicher dar und wieviele Menschen sich anfangs negativ über seine Vorgehensweise geäußert haben. Amüsant, wenn man bedenkt, wieviele Menschen nach nicht allzu langer Zeit versuchten, seine Idee ziemlich erfolglos nachzuahmen.

Schnell wird klar, dass ein Mensch durchaus bestimmte Faktoren weitervererbt bekommt und die oft genannte Entschuldigung: „Das ist Veranlagung“ für viele Dinge nicht ganz abwegig zu sein scheint.
Was mir jedoch nicht ganz gefällt, ist seine kritische und fast schon niedermachende Haltung gegenüber anderen Sportarten. Es ist durchaus interessant, dass die Anwendung von Krafttraining alleine genügt um Beschwerden zu lindern und Kraft auszubauen, jedoch lobt er mir das Krafttraining an manchen Stellen des Buches ein bisschen zu sehr in den Klee. Er schafft allerdings die Kurve, indem er sich dazu entschloss, den Leser darauf hinzuweisen, dass alle anderen Sportarten nicht schlecht seien, die Ergebnisse jedoch auch mit der alleinigen Anwendung von Krafttraining erzielt werden können.
„Nutzen muss nicht kompliziert aussehen, es ist vielmehr ein innerer Aufbau und eine Sache der inneren Einstellung“ – eine wahre Aussage, die von vielen Sportlern oft vergessen wird. Eine Anwendung muss nicht spektatkulär aussehen, damit sie einen Erfolg erzielt.
Auch die Differenzierung von „Kraft“ und „Koordination“ hat mir sehr gut gefallen. Dass ein kranker bzw. geschwächter Mensch beispielsweise nicht gänzlich neu laufen lernen muss, sondern nur erlernen muss, mit schwacheln Muskeln zu gehen, ist ein Aspekt, den ich zugegeben aus diesem Blickwinkel noch nie betrachtet hatte.

Wer hier auf ein Buch mit vielen Abbildungen und Anwendungsbeispielen hofft, wird nicht ganz zufrieden gestellt. Man findet durchaus die ein oder andere Übung mit Fotos am Ende des Buches, jedoch beinhaltet das Buch eher Text als Bilder.

Es erscheint mir jedoch, dass es Herrn Kieser vielmehr darum ging, dem Leser die Kenntnisse zu vermitteln, die für eine eigenständige und gesunde Haltung zum Thema Krafttraining erforderlich sind. Ein Vorhaben, welches ihm durchaus gelungen ist!

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