Wildes Früchtchen…

lesenslust über „Die Wildfrüchteküche“ von Anette Kretzschmar

~*Kurzbeschreibung des Verlags*~

Was noch ganz selbstverständlich zu Großmutters Küche gehörte, ist heute meist in Vergessenheit geraten. Denn wer erinnert sich noch daran, dass sich aus Berberitze, Maulbeere und Sanddorn leckere Gerichte und Beilagen zubereiten lassen? Mit viel Fantasie und kulinarischem Gespür hat sich Annette Kretzschmar daher auf die Suche nach den vergessenen Früchten aus der Natur gemacht. Da gibt es kulinarische Köstlichkeiten aus Heidelbeere, Felsenbirne und Steinweichsel und faszinierende Gaumenkitzler mit Walnuss, Quitte oder Weißdorn. Annette Kretzschmar gibt außerdem umfangreiche Informationen über Aussehen, Vorkommen und Verwendung der Wildfrüchte zahlreiche leckere Rezepte und viele wunderschöne Fotos laden zum Sammeln, Nachkochen und Genießen ein!

~*Meine Meinung*~

Anette Kretzschmar entschied sich beim Aufbau ihres Buches als Allererstes in die generelle Unterteilung der verschiedenen Wildfrüchte. So beginnt sie mit der mir bis dato unbekannten Berberitze und endet mit der Zwetschge. Insgesamt benennt sie 18 verschiedene Wildfrüchte. Neben einem ansprechendem Foto der jeweiligen Frucht findet man nähere Beschreibungen zu Aussehen und Anbau, ihre Verwendung in der Küche, ihre Heilwirkungen und Wissenwertes rund um die Frucht.

Die Frucht wird zudem mit ihrem lateinischen Begriff als auch den gängigen Synonymen genannt. Ein Pluspunkt, wenn man bedenkt, dass mir einige der Früchte nur unter weniger gängigeren Begriffen bekannt waren. Eine Feststellung, die sicherlich auf meine fränkische Heimat zurückzuführen ist. Während die Menschen im Norden beispielsweise die kleine ovale quietschrote Frucht Hagebutte nennen, wird sie von den Menschen im Süden einfach nur Hiffe genannt (aus der wird übrigens eine wahnsinnig leckere Marmelade hergestellt, die einfach nur Hiffenmark heißt und einen mainfränkischen Erzeuger hat).
Im Anschluss an die jeweilige Vorstellung der Frucht findet man dann zwischen 2 und 4 Rezepte. Unter den Rezepten befinden sich jede Menge Rezepte für deftige Hauptspeisen, was mich anfangs sehr überrascht hat, denn ich verbinde mit Früchten in der Regel eher Süßspeisen und Desserts als Deftiges. Die Rezepte sind daher eine willkommene Abwechslung für Fruchtliebhaber.
Was man jedoch nicht erwarten darf, und das ist, auch wenn der Titel „Wildfrüchteküche“ heißt, trotzdem nicht unbedingt auszuschließen, die Assoziation mit anderen Früchten, die nicht unter die Sparte Wildfrüchte fallen. Hier findet man kein Rezept mit Pfirsichen, Melonen, Ananas etc. – weil diese eben einfach Südfrüchte sind. ;-P

Insgesamt habe ich mir irgendwie etwas anderes unter diesem Buch vorgestellt. Der Aufbau und die Illustration des Buches sind sehr schön und die Worte der Autorin laden einen auch irgendwie zum Kreativwerden ein, die Rezepte sind jedoch durchgehend eher außergewöhnlich (z.B. Brombeerketchup, Kandierte Kornelkirschen) als alltagstauglich. Zugegeben, die Rezepte zu Himbeeren und Erdbeeren find ich sehr gelungen. Meine eigenen Kochversuche beschränkten sich jedoch auf das mir weniger gelungene Himbeersoufflé und eine Erdbeersalsa, welches zum Käse wirklich sehr lecker schmeckt. Mit den meisten anderen Rezepten kann ich nichts anfangen, sie treffen schlichtweg nicht meinen Geschmack.

Für Liebhaber, die in Großmutters Kochzeiten schwelgen wollen und sich überlegen einige der Früchte selbst anzupflanzen ist dieses Kochbuch sicherlich ein kleiner Stern am Himmel. Ich befürchte jedoch, ich falle nicht ganz so in diese Zielgruppe. Daher gibt es von mir nur 4 von 5 Wildbeeren!

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