Fremde Wünsche…

lesenslust über „Die Wunschliste“ von Jill Smolinski

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~*Die Story*~

Marissa und June haben genau eine Gemeinsamkeit: sie wollen sich endlich von überflüssigem Körperfett trennen und abnehmen. Und das bei Weight Watchers. Daher kennen sie sich auch, nicht mehr und nicht weniger.

Marissa läuft seit kurzem erst „erleichtert“ durch ihr Leben, denn sie konnte bereits einen persönlichen Erfolg verbuchen. Endlich scheint sie ihr Leben in den Griff zu bekommen!

Ihr Angebot June auf dem Nachhauseweg mitzunehmen, zeugt daher allein aus Nächstenliebe und guter Laune. Und wie Frauen so sind, kommen sie ins Gespräch: „Ach, da gibt es diese eine tolle Rezept, das musst du unbedingt mal ausprobieren!“ Marissa´s Griff nach hinten auf den Rücksitz zu ihrer Tasche hat gewaltige Folgen: Der Wagen kommt ins Schleudern, kommt von der Straße ab und die abgeschnnallte Marissa kommt dabei ums Leben.

Erschreckend, hat es für Marissa doch gerade so rosig ausgesehen.

Beim Durchsuchen von Marissas Sachen findet June eine Liste: eine Liste mit zwanzig Aufgaben, die Marissa sich bis zu ihrem 25.ten Geburtstag vorgenommen hatte, zu erreichen.

June fühlt sich schuldig. War es doch sie, die das blöde Rezept aus der Tasche bekommen sollte. Irgendwie fühlt sie sich nun verantwortlich, die oben genannte Liste abzuarbeiten. Es scheint ihr Schicksal zu sein, Marissas Weg zu beenden. Stück für Stück, Aufgabe für Aufgabe.

Also beginnt June einen neuen Weg zu bestreiten, Marissas Weg für ihren Seelenfrieden.

~*Meine Meinung*~

Auf der Rückseite des Einbands zieren einladend die Worte „Ein zauberhaftes Buch, das die Herzen berührt – zum Weinen und zum Lachen schön!“ – wie wahr!

Dieser Aussage kann ich nur zustimmen. Denn ich habe zum einen herzlich gelacht und zum anderen schwer geschluckt, als mir ein „dicker Kloß“ im Hals steckte, weil es an manchen Stellen so traurig war. Die Emotionen bringt Smolinski gut rüber: sie ergreifen, sie schockieren, sie erheitern.

Die Autorin verwendet einen herrlich leichten Schreibstil, der wie eine Feder ganz sachte an einem vorbeischwebt. Es fällt einem nicht schwer sich in die Geschichte hineinzuleben, mit June mitzufühlen, mit ihr zu lachen und die Erlebnisse mitzuerleben.
„Die Wunschliste“ ist ein Roman, der eine dramatische & zugleich wunderbare Geschichte erzählt. Smolinski vermag es der Geschichte einen Hauch Optimismus & Lebensmut zu verleihen und die Trauer eines Menschen auf eine sympathische Weise zu verarbeiten. Obwohl man anfangs vermutet, es hier mit einem weniger anspruchsvollen und flauen Roman zu tun zu haben, verläuft die Geschichte ganz anders als erwartet. Die Story ist daher nicht ganz so vorhersehbar, wie gedacht.

Meine Erfahrung mit diesem Buch ist, dass viele Leser mit einer falschen Haltung an dieses Buch herangehen. Viele erwarten, dass die Geschichte ähnlich wie Cecelia Ahern´s „P.S. Ich liebe dich“ ist und stellen gar Vergleiche an. Meiner Meinung nach ist diese Haltung falsch. Sie verwehrt einen Zugang zu einer wunderbaren Geschichte.

Sicherlich, dieThematik ist ähnlich: einer geliebte Person stirbt & die Verbliebenen trauern. Wäre es aber doch sehr verwunderlich, wenn dem nicht so wäre?! Doch gibt es viele Arten von Trauer und viele Arten diese Trauer zu verarbeiten. Jeder Mensch ist anders, jede Geschichte auch.

Daher sehe ich „Die Wunschliste“ als völlig eigenständige und liebevolle Geschichte, die auch als solches betrachtet werden sollte. Geeignet für alle, die sich darauf einlassen wollen!

❤❤❤❤

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