Fremde Erinnerungen…

lesenslust über „Ich hab dich im Gefühl“ von Cecelia Ahern

Es ist die Geschichte zweier Personen, die durch eine Blutspende eine plötzliche Verbundenheit verspüren.

Es ist die Geschichte von Joyce und Justin.

Joyce ist unglücklich verheiratet und schwanger. Durch einen Sturz von der Treppe ändert sich ihr Leben schlagartig. Denn sie verliert jede Menge Blut und leider auch ihr noch ungeborenes Kind.

Das Leben kann ihr nur durch eine nötige Bluttransfusion weiter geschenkt werden. Doch neben dem Kampf mit sich selbst & ihrer Trauer muss sie sich plötzlich noch mit ganz anderen Dingen auseinandersetzen.

Sie spricht ganz plötzlich ihr bis dato unbekannte Sprachen fließend, verspürt einen mächtigen Heißhunger auf Fleisch – obwohl sie eigentlich Vegetarierin ist – & interessiert sich  dazu noch brennend für Architektur und historische Bauwerke. Als wäre das alles noch nicht genug, verfügt sie neuerdings über persönliche Erinnerungen an Menschen und Ereignisse, die ihr aber völlig fremd sind.
Justin ist als Gastdozent in Dublin. Er ist verdammt einsam und nachdem seine erste Ehe gescheitert ist auch verdammt unglücklich. Seiner Tochter und seinen Freunden gegenüber zeigt er diese Schwäche jedoch nicht. Als er bei einem seiner Vorträge eine interessante Frau kennenlernt, lässt er sich von ihr zu einer Blutspende überreden. Da er sie beeindrucken möchte,  spendet er großzügig einen halben Liter Blut.

Noch rechnet er nicht mit den Folgen dieser Spende. Warum auch?

Er fühlt sich auf einmal nur so anders und erwartet doch tatsächlich, dass man ihm diese Geste täglich dankt!

Ab diesem Augenblick treffen sich Joyce und Justin an den unterschiedlichsten Orten & verspüren bald eine unbekannte Anziehungskraft und Vertrautheit zueinander, dabei scheinen sie sich doch gar nicht zu kennen!

Was steckt dahinter?

~*Meine Meinung*~

Die Grundidee der Story finde ich gar nicht so schlecht: durch eine Blutspende überträgt ein Mensch einen Teil seiner Erinnerungen und Fähigkeiten durch das gespendete Blut an den Empfänger.

Die Meinungen zu diesem Thema fallen sehr unterschiedlich aus. In den Medien wurden bereits mehrere derartige Fälle  bekanntgegeben, einen Beweis oder ein entgültiges Fazit konnte man jedoch nie ziehen. Ist derartiges wirklich möglich?

Laut Recherche wird bei einer Blutspende das gespendete Blut in weiße und rote Blutkörperchen geteilt. Als Empfänger kommen daher durchaus mehrere Personen in Frage, die dann nur einen kleinen Teil deines Blutes empfangen. Die genannten Symptome sind daher eher unwarscheinlich, oder doch nicht?!

Sicher, es handelt sich hierbei nur um eine Geschichte und nicht um einen wissenschaftlichen Befund, sollte Cecelia Ahern allerdings so weit ausholen?

Stories, die durch ein bisschen Fantasie und Kitsch erweitert werden sind sicherlich interessanter, das muss ich schon gestehen. Doch was Cecelia Ahern letztendlich daraus gemacht hat, ist nicht ganz das, was ich von ihr erwartet habe. Manche Ideen und Gedankenansätze hat sie meiner Ansicht nach nicht richtig zuende gedacht, es fehlte ein bisschen an „ahernsche“ Fantasie und Umschreibung.
Die Protagonisten in ihrem Roman sind durchaus interessant und liebevoll dargestellt. Beide Hauptcharaktere verfügen über ihre eigene ganz persönliche Geschichte, die sich irgendwann, wie es der Zufall so will, miteinander zu einer verbinden.

Cecelia Ahern schaffte es, mich in ihren Bann zu ziehen, konnte mich dieses Mal jedoch nicht verzaubern. Bei den Vorgängerromanen ist ihr das vortrefflich gelungen. Was mich in diesem Roman gestört hat war die Tatsache, dass Dinge oft nur kurz angepeilt und nicht richtig zu Ende gebracht wurden. Ereignisse und Taten der Personen wurden nur kurzweilig aufgenommen und im nächsten Moment war man schon wieder woanders. Das machte dem ganzen Roman etwas furchtbar Gehetztes und nahm ihm ein klein wenig an Charme!

Zu Beginn ist sie sehr ausführlich und geht auf Joyce als auch Justin sehr intensiv ein. Doch plötzlich plätschert alles nur noch so hin, sie hetzte mich, man befand sich ständig woanders. Der Schluß kam furchtbar schnell und das eigentliche Finale war viel zu seicht, ja fast schon langweilig.

Gutes Werk, dass ausbaufähig ist und meiner Ansicht nach einfach noch etwas Überarbeitung benötigt hätte, bevor es in den Druck ging. Schade, aber so ist es nun mal.

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