Save Karyn…

lesenslust über „Die Dispo-Queen“ von Karyn Bosnak

„Bedaure nichts, die Fehler machen dich zu genau dem Menschen, der du bist!“

Zitat aus dem Buch

Die Geschichte beginnt in Illinois, Chicago.

Karyn Bosnak ist 26 Jahre alt und beruflich sehr erfolgreich, als sie merkt, dass ihr das Leben in ihrem kleinen Apartment in der Oak Street nicht mehr genügt. Ihre Sehnsucht zieht sie nach New York, der Stadt der Träume und den schier unendlichen Möglichkeiten.

Doch das Leben in New York ist teuer: Für das entzückende Apartment in der 57 th Street, bei der ihr jeden Morgen drei Portiers entgegenstrahlen, muss sie schlappe 1.800 $ monatlich blechen.
Die riesigen Filialen von Bloomingdale´s, Bergdorf, Bendel und Barneys in der Nachbarschaft erledigen das Übrige. Sie strapazieren Karyns Budget ums Vielfache.

Ihre American Express, die sie eigentlich nur für Notfälle besitzt, wird ihr treuester Begleiter. Mal ganz abgesehen von den vier anderen Kredit- und Kundenkarten mit Kreditfunktion, die sie sich zusätzlich anschafft.

Der Schuldenberg wächst kontinuierlich und irgendwann sieht sie ein, dass ein Plan her muss, um diesem Schlamassel zu entkommen.

„Manchmal muss man sich selbst verlieren um sich zu finden!“

Zitat aus dem Buch

Ich habe selten ein Buch gelesen, dass sich so flüssig und unkompliziert lesen ließ wie „Die Dispo-Queen“. Man kann in unregelmäßigen Abständen immer wieder hineinlesen und dennoch genau wissen, worum es geht. Obwohl die Story recht simpel ist, begegnet dem Leser keine langweilige oder gar seichte Geschichte, sondern eine unterhaltsame Geschichte mit so manchem Überraschungseffekt.

Bosnaks Stil ist direkt, amüsant und unheimlich ausschmückend. Manche Stellen sind so erschreckend ehrlich geschrieben, dass man beim Lesen schon fast etwas erschrickt.
In vielen Situationen erkennt man sich wieder: Man lacht (zumindest als Frau), wenn es um das lebensnotwendige Paar Schuhe geht, das man schon in dreifacher Ausführung im Schrank stehen hat; erkennt Parallelen, wenn man Karyns Ausreden liest oder fühlt sich verbunden, wenn es um das erfolglose Umherstraucheln durchs Leben geht.

Dass es sich bei Bosnaks Erzählungen um persönliche Erfahrungen handelt, spürt man schnell. Die Idee, via Homepage einen Hilferuf zu schalten und um Spenden zu bitten, mit denen sie ihren Schuldenberg abbezahlen kann, ist dreist aber genial. Viele Menschen werden sich nicht über die Aktion selbst, sondern vielmehr darüber, nicht selbst auf eine derartige Idee gekommen zu sein, geärgert haben.

Das Feedback, dass Bosnak bekam, ist verständlicherweise nicht immer nur positiv ausgefallen. Die Autorin musste wohl ein paar sehr harte Kritiken einstecken, trug dies aber mit Humor und Souveränität. Sie konterte mit treffenden und fast selbstüberzeugenden Sprüchen, obwohl sie selbst zwischenzeitlich alles andere als überzeugt von der Sache war.

Sie schaffte es, Millionen von Menschen von ihrer Idee zu überzeugen, zu unterhalten und sie zur Hilfe zu animieren. Viele Menschen scheinen sich durch sie ihrem eigenen Schuldenberg gewidmet zu haben.
Die Nachricht ihrer Website verbreitete sich wie ein Lauffeuer. Was in New York begann, wurde international bekannt. Es gab kaum eine Radiosendung, in der sie nicht live geschaltet wurde; kaum eine Fernsehshow, die nicht an einem Interview mit ihr interessiert war und kaum eine Zeitung, in der keine Anzeige von ihrer Aktion veröffentlicht wurde.
Sie hat nun für ihr Leben ausgesorgt.

Ihre Homepage http://www.savekaryn.com ist immer noch online.

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