Meine Socke trifft sich im „Hier“…

lesenslust über „Vermiss mein nicht“ von Cecelia Ahern

 

„Manchmal verschwinden Menschen direkt vor unseren Augen. Manchmal entdeckt dich jemand, obwohl er dich schon die ganze Zeit angeschaut hat. Manchmal, wenn wir nicht aufpassen, verlieren wir uns selbst.“

 

~*Die Geschichte*~

Sandy Shortt leidet schon seit ihrer Kindheit daran, zwanghaft nach verschwundenen Dingen zu suchen.
Das fängt ganz harmlos an, bei der Suche nach dem zweiten Socken, der nach dem Waschgang spurlos verschwindet; dem Lieblings-Teddybären, der einfach nicht mehr im Bett neben ihr liegt; ihrem kleinen lila Tagebuch oder letztendlich sogar verschwundenen Menschen.

Als ihre Klassenkameradin Jenny-May verschwindet, schreibt sich Sandy die Schuld zu. Sie konnte sie nicht annähernd leiden, doch als sie sich ihre Klassenkameradein eines Tages in Gedanken wegwünscht und sie tatsächlich verschwindet, belastet sie dies zutiefst.

Ihre Eltern versuchen mit Sandys zwanghafter Sucherei nach Dingen irgendwie klarzukommen. Mit der stetigen Bemühung ausgeglichen & geduldig zu erscheinen, entfernen sie sich jedoch immer mehr von Sandy. Sandy wird zum Alleingänger.

Nach ihrem Schulabschluss entscheidet sie sich für die Tätigkeit als Polizistin. Hier kann sie sich dem Suchen nach vermissten Menschen widmen. Als sie jedoch erkennt, dass ihr die Handlungsweise der Polizei nicht gefällt schmeißt sie ihren Job und gründet eine eigene Agentur. Eine Agentur, die nach vermissten Menschen sucht.

Bei einem ihrer Fälle, bei dem sie nach einem vermissten Bruder sucht, verirrt sie sich beim Joggen und driftet in eine andere Welt ab. Sie verschwindet selbst.

Sie findet sich an einem geheimnissvollen Ort, den alle nur „Hier“ nennen, wieder. Dort trifft sie auf Menschen und zahlreiche Dinge. Erinnerungen, Lachen Momente, Gefühle, Gerüche & Bilder, all die Dinge, die im normalen Leben verschwinden.
Sie scheinen sich alle dort wiederzufinden. Genaugenommen sind sie gar nicht verschwunden!

Doch gibt es vom „Hier“ einen Weg zurück ins normale Leben?

~*Mein Fazit*~

Wer von uns kennt das nicht?

Wir suchen nach der zweiten Socke, die nach dem Waschen einfach verschwindet.
Wire suchen nach etwas, was man eben noch an einer Stelle abgelegt hat und im nächsten Moment nicht mehr da ist, obwohl man felsenfest davon überzeugt ist, es dort hingelegt zu haben.
Wir suchen nach Erinnerungen – dem Lachen, der Berührung und dem Duft eines geliebten Menschen. Man hofft, genau diese Dinge für immer in seiner Erinnerung festhalten zu können und denkt, NIEMALS könnte man das vergessen. Doch es gelingt einem nicht, es verschwimmt, es wird lückenhaft, und irgendwann ist es weg, obwohl man weiß, es war dort, obwohl man den Wunscht hegt, es kommt wieder. Doch es verschwindet.

Genau diese Dinge verschwinden in „Vermiss mein Nicht“ an einen geheimnissvollen Ort namens „Hier“ um sich dort wieder zu treffen und weiterzuleben. Im „Hier“, im Jetzt, für den Moment.

Dieser Roman fällt vielleicht etwas aus der Reihe. Man kann ihn zum Beispiel so ganz und gar nicht mir ihrem Bestseller „P.S. Ich liebe dich“ vergleichen. Denn es ist keine Liebesgeschichte oder gar eine lockere unterhaltende Erzählung.

Es ist eine fantasievolle, liebenswürdige und berührende Geschichte. Eine Geschichte, die sich mit dem Verschwinden von Menschen und Dingen auseinandersetzt. Eine Geschichte, die uns zum Nachdenken anregt und uns vielleicht sogar unsere eigenen Wünsch und Ziele wieder intensiver ins Auge fassen lässt. Sie sollte uns daran erinnern, wie schön das Leben sein kann!

Ich konnte an einigen Stellen schmunzeln. Cecelia Ahern gelingt es, ein ernstes Thema in einer Geschichte zu verarbeiten, die trotzdem auch erheiternd sein kann.

Es existieren grenzenlos unterschiedliche Blickwinkel des Lebens. Cecelia Ahern gelang es, aus einem Blickwinkel zu schreiben, den sicherlich viele ohne ihre Hilfe niemals zu Gesicht bekommen hätten.

Traumhaft schön!

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s