Lily´s Reise nach Tiburon…

lesenslust über „Die Bienenhüterin“ von Sue Monk Kidd

~~*~~….Es ist die Geschichte von Lily:

Seit dem tragischen Tod ihrer geliebten Mutter lebt die 14-jährige Lily als Halbwaise mit ihrem verbitterten tyrannischen Vater T.Ray und der schwarzen Haushälterin Rosaleen zusammen.

Rosaleen ist für Lily eine Quelle der Geborgenheit & Hoffnung: Sie kümmert sich liebevoll um Lily und scheint für die 14-jährige das einzige Licht am Ende des Tunnels zu sein. Denn ihr Alltag ist geprägt von den qualvollen und höchst unsittlichen Erziehungsmethoden ihres Vater T.Ray. Er macht ihr das Leben in jeder erdenklichen Minute zur Qual!

Die Tragik vom Tag des Todes ihrer Mutter scheint der 14-jährigen fest im Gedächtnis zu sitzen, auch wenn die kleine Lily damals erst 4 Jahre alt war. Bis heute ist sie sich sicher, SIE hätte ihre Mutter umgebracht.
Auch ihr Vater, dem die unglückliche Dramaturgie des Tages sehr wohl bewusst ist, lässt ihr das spüren und treibt es eines Tages ganz einfach zu weit. So weit, dass Lily nur einen einzigen Ausweg sieht und beschließt zu fliehen…

Doch ohne Rosaleen will und kann Lily sich nicht auf den Weg machen! Aber Rosaleen sitzt aufgrund eines Streitfalles im Gefängnis. Ihr wurde an dem Tag, an dem sie sich als Schwarze im Wählerverzeichnis eintragen wollte, etwas angehängt und muss nun als Folge von rassistischer Feindlichkeit dafür büßen.

Doch Lily ist clever! Ihre jugendliche Naivität und List verhelfen ihr dazu, Rosaleen zu befreien. Und so machen sie sich gemeinsam auf den Weg…

..auf den Weg nach Tiburon! Denn hier erhofft sie sich Antworten zu ihrer Mutter.
Ihr Wegweiser ist ein Erbstück ihrer Mutter – das Bild einer schwarzen Madonna, auf dessen Rückseite „Tiburon“ steht.
Durch glückliche Umstände und auf der ständigen Flucht gelangen sie zu dem verrückten Haus der drei schwarzen Schwestern Augusta, June und May.

Augusta, die Älteste der drei Schwestern, bietet den beiden Unterschlupf an:
Sie weist Lily in die Kunst des Bienenzüchtens und der Honigherstellung ein und ermöglicht Rosaleen, die Schwestern im Haushalt zu unterstützen.
Augusta wird zu einem neuen zentralen Punkt in Lilys Leben. Denn neben dem Fachwissen, was sie Lily zu vermitteln mag, versorgt sie Lily mit Lebensweisheit und einem neuen Gefühl von Geborgenheit und Liebe!

Und plötzlich erkennt Lily, dass ihr Weg nicht aus Zufall bei diesem Haus Halt gemacht hat. Es scheint, dass das Schicksal ihr zu einem neuen Leben verhelfen will und ihr einige Erinnerungen der Vergangenheit schenkt: Erinnerungen ihrer Mutter. Denn nicht nur Lilys Weg macht bei Augusta Halt, auch der ihrer Mutter hat dies getan…

Doch eines Tages bricht ein Tyrann in diese Idylle: T.Ray steht vor der Tür!!…

~~*~~….“Ein Roman übers Erwachsenwerden, über bedingungslose Freundschaft und der Suche nach sich selbst.“

Ich habe selten eine so bewegende Geschichte mit derart Tiefgang und Intensität gelesen. Sue Monk Kidd vermag die Begabung zu besitzen, mit ihrer einfühlsamen, offenen und direkten Art des Schreibens den Leser zu fesseln und in eine Welt einzutauchen, der voll ist von Mystik und Tragik! Die Komponenten des Schmerzes sind der der Liebe ganz nahe – Glück, Trauer und Wut scheinen ganz nah beieinander!

Die kleine Lily kommt mit der für sich geschlossenen Erkenntnis, dass sie an dem Tod ihrer Mutter schuld sein soll, nicht klar. Sie verzeiht es sich nicht, dass sie so nie die Möglichkeit der mütterlichen Geborgenheit und Nähe hatte. Auch mag sie es nicht glauben, dass ihre Mutter sie damals einfach verlassen wollte!

Ihr Vater T.Ray ist ein Tyrann und der Inbegriff von brutaler, gefühlskalter und qualvoller Erziehung. Lily kann es nicht verstehen, warum ihre Mutter sich jemals in ihn verliebt hat. Doch man merkt, dass nicht alles so ist, wie es auf den ersten Blick scheint…denn auch ihr Vater hat mit der Dramaturgie des Todes der Mutter zu kämpfen und es scheint, als sei es sein Weg, das zu verarbeiten.

Rosaleen und die 3 schwarzen Schwestern bringen die Thematik der Rassentrennung und der Unterschiede von Menschenanschauung aufgrund verschiedener Hautfarben mit ein.
Sie werden ebenso zu einem wichtigen Aspekt in der Geschichte wie das Bild und die Mystik um die schwarze Madonna und die der Bienen. Auf poetische und sehr einfühlsame Weise scheint Sue Monk Kidd auf eine sehr direkte, realitätsnahe Art und Weise Probleme anszusprechen, die es sonst keiner wagt…

Ich bin begeistert, ein grandioses Werk, wie ich finde!!

PS:

2008 wurde der Roman verfilmt.

Die Umsetzung war ganz niedlich und nicht schlecht. Die Besetzung des Filmes war gut ausgewählt, vorallem die Rolle der kleinen Lily wurde erstklassig gespielt. Insgesamt fand ich allerdings das Buch etwas besser!

8 Kommentare zu „Lily´s Reise nach Tiburon…

    1. und vor lauter… Dingens… muaaaaaaaaaaahaaaaaaaaaaaaa… ich habs schon grad (digital) gekauft, aber dankeschön!!! ♥ was bin ich nur für ein Schussel 🙂
      Freitag halt… 🙂
      allerliebste Grüße
      Claudia

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    1. Der Film ist auch wirklich gelungen. Ich mochte beide. Wobei dieses Buch etwas ganz besonderes war.

      Ich habe es als klitzekleines Taschenbuch. Schick mir deine Adresse und ich borge es dir einfach. Das macht die Geschichte mit deiner Wunschliste auch einfacher. *lol*

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  1. Durch einen Kommentar bei Ailis im Leseturm bin ich auf Deinen Blog gekommen. Schön hast Du es hier, besonders Dein Header gefällt mir bestens! :o)
    Das Buch „Die Bienenhüterin“ habe ich letztes Jahr irgendwann abgebrochen, mir war es etwas zu dröge.
    Liebe Grüße
    Melanie

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    1. Hallo Melanie, schön, dass du den Weg zu mir gefunden hast. Das freut mich besonders. Schade, dass dich „die Bienenhüterin“ nicht überzeugt hat. Ich fand die Geschichte wirklich toll. Ich wünsch dir noch ein schönes Wochenende. Vlg Steffi

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      1. oh, wie lieb ist das denn??? ♥ das mache ich doch glatt und ich werde es auch ganz vorsichtig behandeln!!!
        Dankeschön, du Liebe 🙂
        ClauDia

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