Eine Reise in dein Innerstes..

25 Mar

lesenslust über “Aleph” von Paulo Coelho

„Unser Leben ist eine einzige Reise, von der Geburt bis zum Tod. Die Landschaft verändert sich, die Menschen verändern sich, unsere Bedürfnisse wandeln sich, aber der Zug fährt immer weiter. Das Leben ist dieser Zug, nicht der Bahnhof. Und was du im Moment tust, hat nichts mit Reisen zu tun. Du wechselst lediglich die Landschaft, und das ist etwas vollkommen anderes.”

Zitat, Seite 20

Ein Schriftsteller (scheinbar Coelho selbst) begibt sich auf eine große Reise. Er entscheidet sich zu einer Art „Lesereise“, auf der er mit der transsibirischen Eisenbahn von Moskau bis Wladiwostok 9288,2 km zurücklegt. Auf dem Weg durch Russland erhofft er sich, das verloren geglaubte Feingefühl für sein Leben wieder zu erlangen und dadurch erneut König „seines Reiches“ zu werden.
Vor Antritt der Reise trifft er auf die 21-jährige Stargeigerin Hilal, die sich ihm quasi aufdrängt. Während er sich anfangs noch von ihr bedrängt fühlt und ihre scheinbaren Gefühle für ihn nicht erwidern kann, bemerkt er, dass sie eine gemeinsame Vergangenheit verbindet.

Im einem Zeitloch in der Mitte eines Wagons geraten sie gemeinsam ins Aleph, einem Paralleluniversum, in dem es möglich zu sein scheint, in die Vergangenheit zu reisen. Man schenkt dem Schriftsteller die Chance, vergangene Momente Revue passieren zu lassen und für begangene Fehler Buße zu tun. Fehler, die auf seinem Leben lasten und die es ihm unmöglich machen, das Jetzt und Hier in seiner Ganzheitlichkeit zu erleben.
Je länger die beiden Reisenden miteinander unterwegs sind, desto inniger wird ihr Verhältnis. Ein Verhältnis, das ihnen nicht nur helfen wird, mit Vergangenem abzuschließen sondern auch ihren eigenen Weg zu finden.

„Ich liebe dich wie ein Fluss, der als kleines Rinnsal in einem Gebirge entsteht, der wächst und wächst und sich mit anderen Flüssen vereinigt, bis er so groß wird, dass er jedes Hindernis umfließen kann, um dahin zu gelangen, wohin auch immer er will.
Ich empfange deine Liebe und gebe dir meine. Nicht die Liebe eines Mannes für eine Frau, nicht die Liebe eines Vaters für seine Tochter, nicht die Liebe Gottes für seine Geschöpfe. Sondern eine namenlose Liebe, für die es keine Erklärung gibt, so wie auch ein Fluss seinen Lauf nicht erklären kann, sondern diesem nur folgt. Eine Liebe, die nichts erbittet und nichts gibt, die sich nur offenbart. Ich werde nie dein sein, du wirst nie mein sein, aber dennoch kann ich voller Überzeugung sagen: Ich liebe dich.“

Zitat, Seite 244

~°*..Mein Fazit..*°~

„Das Magische, das Außergewöhnliche ist immer präsent, aber zuweilen vergessen wir es und müssen uns wieder daran erinnern, indem wir beispielsweise den größten Kontinent der Erde von einem Ende bis zum anderen durchqueren. Wir kehren mit Schätzen beladen wieder zurück, die möglicherweise bald wieder vom Alltag begraben werden, und dann müssen wir irgendwann erneut aufbrechen, um sie zu suchen. Und genau das macht das Leben interessant: an Schätze und Wunder zu glauben.“

Zitat, Seite 290

Coelho ist für seine lehrreichen Geschichten bekannt. Seine philosophischen Zeilen schenken dem Leser oft mehr, als man es auf den ersten Blick vermutet. Mancher Satz braucht Zeit, um sich zu entfalten. Viele seiner Aussagen entpuppen sich als sinnvolle Lebensweisheiten und gesellen sich zu dir, um dich ein Stück deines Weges zu begleiten. Du findest sie derart faszinierend, dass du dich immer wieder dabei ertappst, sie dir aufs Neue durchzulesen. Ich bewundere Coelho für seinen beeindruckenden Lebenslauf; seine Neugierde, das Leben stets aufs Neue zu hinterfragen und für seine Lebenserfahrung. Dennoch kann und will ich nicht alles gutheißen, was Coelho tatsächlich schreibt.

Denn nicht jeder Satz in „Aleph“ erschloss sich mir in seiner vollen Logik. Coelho spricht viele Dinge an und lässt sie dennoch ungelöst im Raum stehen, was unweigerlich für Unverständnis und Verwirrung auf meiner Seite sorgte. Der Ausflug in die vergangenen Ereignisse des Schriftstellers überforderte mich an der ein oder anderen Stelle gewaltig. Das plötzliche Erwähnen vieler Details machte es mir unmöglich, den Dingen vollends folgen zu können. Das Aleph erschien mir irgendwie eine Spur ZU surreal, die Erlebnisse ZU spirituell.

Die Reise des Schriftstellers in „Aleph“ scheint Teil von Coelhos persönlicher Reise durchs Leben zu sein. Ob er sich nun tatsächlich selbst auf die Reise mit der transsibirischen Eisenbahn begeben hat, oder sie nur seine vergangene Suche nach dem Sinn des Lebens versinnbildlichen soll: klar wird, dass dieses Werk autobiographische Züge besitzt. Ich kann mich nur schwer bewusst FÜR oder GEGEN das Werk aussprechen. Kann sein, dass ich das “Aleph” nicht ganz verstanden habe; kann sein, dass Coelhos neuestes Werk von Grund auf nicht das Einfachste ist. “Aleph” bekommt daher letztendlich nur 3 von 5 schaukelnden transsibirischen Wagons.

An dieser Stelle möchte ich einen herzlichen Dank an den Diogenes Verlag und Blogg dein Buch aussprechen, die mir das Buch freundlicherweiese als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt haben.

Und hier könnt ihr das Buch bestellen…

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Tauschaktion “Lesefreunde teilen Lesefreude”..

8 Mar

Jipiee - die Auslosung der Aktion “Lesefreunde teilen Lesefreude” hat stattgefunden und ich hatte Glück. =)

Ich werde daher im April stolze Besitzerin von 30 Exemplaren des Buches

“Schuld” von Ferdinand von Schirach sein.

Einige Exemplare sind bereits an meine Arbeit, Freunde undKollegen versprochen. Ich würde jedoch sehr gerne 8 Exemplare zum Tausch anbieten. Wer Interesse hat, kann sein Tauschangebot also gerne direkt als Kommentar posten. Je nachdem ob mir das angebotene Buch zusagt, schicke ich eines der 8 Exemplare im Gegenzug los. Da die Aktion dazu dienen soll, mehr Menschen zum Lesen zu animieren, denke ich, dass es okay ist, wenn das Buch unter bereits bestehenden Lesefreunden getauscht wird.

Da die Bücher erst ab dem 16. April 2012 abholbereit stehen, verschicke ich sie dementsprechend in der darauf folgenden Woche. Die Entscheidung, welches Tauschangebot ich wahrnehmen möchte, werde ich bereits im März fällen und hier bekannt geben. Ich werde mich allerdings nicht innerhalb einer bestimmten Frist, sondern ganz aus dem Bauch heraus entscheiden, welches Tauschangebot ich wahrnehme.

Ich hoffe auf eine rege Beteiligung. Viel Spaß beim Bieten!

Herzliche Grüße

eure Steffi

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Neues Gewässer..

4 Mar

Hallo ihr Lieben,

durch meinen Umzug aus dem hohen Norden (Hamburg) in den sonnigen Süden (München) habe ich in den letzten Wochen kaum Zeit für meinen Blog gefunden. Aber keine Angst, das wird sich in den nächsten Wochen wieder ändern und ihr werdet eine Menge neuer Buchrezensionen zu lesen bekommen.

Bis dahin wünsche ich euch eine schöne Zeit!

Herzliche Grüße, eure Steffi 

 

 

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Rules of Civility..

18 Feb

lesenslust über “Eine Frage der Höflichkeit” von Amor Towles

~*°..Die Story..°*~

New York, 1937

Es ist der letzte Abend des Jahres 1937 als die beiden jungen Frauen Katey Kontent und Evelyn Ross in einer Jazzbar auf den charismatischen Tinker Grey stoßen. Einem Mann, der nicht nur über Stil und guten Manieren verfügt, sondern auch über Geld und Einfluss.

Durch Tinker öffnen sich Kate und Eve fortan verschlossene Türen. Türen, die sie in die New Yorker Upper Class führen und sie auf ihrer Reise der Selbstfindung primär beeinflussen. Ihre Begegnung setzt eine Kette von Ereignissen in Gang.

Ereignisse, die das Leben eines jeden Einzelnen von Grund auf verändern wird.

~*°..Mein Fazit..°*~

Bereits nach wenigen Zeilen der Leseprobe des Buches war für mich klar, dass es sich bei diesem Buch um etwas Besonderes handeln muss. Einem Buch, das dich um fremde Blickwinkel und Denkweisen bereichert und dir die Möglichkeit gibt, mit ihm zu wachsen. Ein Buch, mit einer leisen und dennoch so kraftvollen Botschaft. Auf nahezu unspektakuläre Weise wird es sich deine Aufmerksamkeit erlangen und dir Momente der Freude schenken. Ganz nach den Regeln der Höflichkeit.

“Eine Frage der Höflichkeit” erzählt in erster Linie eine Episode aus Kates Leben. Kate ist eine junge Frau, die sich auf ihrer Suche nach ihrem Platz im Leben durch das New York der späten 30er Jahre kämpft. Eine Zeit, in der man entweder Jemand oder Niemand war. Eine Zeit voller Hochs & Tiefs. Eine Zeit, in der der berufliche und private Erfolg eines Menschen vielmehr von einflussreichen Leuten als von Charakterstärke oder Talent abhängig war.

Die Geschichte beginnt 1966, als Kate mit ihrem Mann Val bei einer Ausstellungseröffnung im Museum of Modern Art auf zwei Bilder des Mannes stößt, der ihr Leben von Grund auf verändert hat. Tinker Grey. Eine versäumte Liebe und ein langjähriger Freund. Durch die Konfrontation mit Tinker reist sie mit uns in die Vergangenheit zurcük und erzählt uns ihre Geschichte. Eine Zeit, in der sie einer Vielzahl von Menschen, Schicksalen und Chancen begegnet war und die sie erst unzählige Weggabelungen des Lebens gehen ließ, bevor sie ihren eigenen Weg fand.

Amor Towles Buch begegnet uns wie eine Momentaufnahme. Es porträtiert das New York der späten 30er Jahre. Wir werfen einen Rundumblick auf die eindrucksvolle Stadt New York und die Bewohner der unterschiedlichsten Gesellschaftsschichten. Towles Liebe zur Stadt, zur Kunst und zur Literatur ist in jeder Zeile allgegenwärtig. Selten habe ich einen Roman gelesen, der eine derartige Fülle an Wissen aufwies. Er erzählt uns nicht nur die Geschichte einer versäumten Liebe, sondern auch von Freundschaft, Irrtum und Verrat; von Abenteurern und Lebenskünstlern und letzten Endes vom Leben selbst. Im Anschluss an die Geschichte brilliert der Roman zudem mit “Georges Washingtons 110 Regeln der Höflichkeit und des angemessenen Benehmens in Gesellschaft und Konversation”. Towles Roman hat mich zutiefst beeindruckt und ergattert daher 5 von 5 möglichen Sternen.

“Ich lauschte dem Knarren des Hauses, dem Trommeln des Regens auf dem Dach, dem Atem auf der anderen Seite der Tür. Bemüht, keinen Laut zu machen, legte ich die Hand auf den Knauf. In sechzig Sekunden wäre genau die Mitte zwischen dem Anfang und dem Ende der Zeit erreicht. Und in diesem Moment bestand die Chance, das Jetzt und Hier zu erleben, daran teilzuhaben, sich ihm zu ergeben.”

Zitat, Seite 290

“Warscheinlich bemühen wir nicht oft genug Vergleiche, um mehr Aufschluss darüber zu erhalten, mit wem wir es zu tun haben. Wir erlauben den Menschen, sich in einem kurzen Moment darzustellen – eine Zeitspanne, die so viel leichter zu handhaben und zu kontrollieren ist als ein ganzes Leben.”

Zitat, Seite 329

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Das Puzzle des Lebens..

28 Jan

lesenslust über “Morgen bist du noch da” von Mila Lippke

~*°..Story.. °*~

Lioba (kurz Lio) ist Anfang vierzig und Künstlerin. In Berlin lebt sie ein Leben, dass sie sich gemeinsam mit ihrer Freundin Tetra mühsam aufgebaut hat. Ein freieres Leben, dass Sie auf ihre schwierige Kindheit in Köln zurückblicken lässt. Durch ihre verhaltene und eigentümliche Art hat ihr die Mutter nicht nur die Luft zum Atmen genommen sondern sich auch wie Ballast auf sie gelegt.

Seit dem Auszug hat sich deshalb komplett zurückgezogen. Das Verhältnis der beiden ist dadurch gespalten. Mit der Einladung zu ihrer Ausstellungseröffnung in einer Galerie in Berlin wagt Lio nach langer Zeit erstmals wieder einen Schritt auf die Mutter zu. Sie ist fest entschlossen, sich endlich Klarheit über ihren Vater zu verschaffen, dessen Identität ihr die Mutter seit der Kindheit verheimlicht.

Doch ein Schlaganfall der Mutter am Abend von Lios Eröffnung wirft sie erneut zurück an den Anfang. Ihre Mutter, die nach dem Unfall halbseitig gelähmt ist, wird Lios Fragen nun nicht beantworten können. Fragen, die Lio nicht loslassen.

Um für die Mutter ein paar Sachen zusammenzupacken, fährt Lio nach Köln. Bei ihrem Besuch in der Wohnung stößt sie auf Papiere und Fotos der Mutter, die ihr als Wegweiser in die Vergangenheit dienen. Lio kann sich dem magischen Sog dieser Erinnerungsstücke nicht entziehen und beschließt, die Antworten auf ihre Fragen selbst zu suchen. Sie begibt sich dadurch auf eine Reise, die ihr Leben von Grund auf verändern wird.

~*°..Mein Fazit.. °*~

Mila Lippke erzählt in “Morgen bist du noch da” die Geschichte einer speziellen Mutter-Tochter-Beziehung. Lio wächst ohne Vater auf. Die Beziehung zwischen ihr und ihrer Mutter ist schwierig. Oft wirkt die Mutter durch ihre abwesende Haltung gefühlskalt, weshalb sie Lio nur wenige Momente mütterlicher Fürsorge schenkt. Die Vergangenheit bleibt für Lio ein einziges Mysterium. Der Frage nach dem Vater weicht die Mutter aus.

Schmerzhafte Erfahrungen prägen. Ihre Macht zehrt oft auch noch Jahre später an uns. Auch Lios Mutter musste in ihrer Kindheit solche Momente erfahren. Momente, die an ihr haften blieben. Momente, die sie in ihrer Entwicklung einschränkten und die sie zu einem ängstlichen Menschen werden ließen. Zu einem Menschen, dem es schwerfällt, Gefühle zuzulassen.

„Erinnerungen entstehen im Kopf. Wenn unser Gedächtnis ein Licht auf sie wirft, erscheinen sie in allen Farben des Regenbogens. Aber es gibt Ereignisse, auf die nie das Licht der Erinnerungen fällt, die über Jahre hinweg, manchmal eine Leben lang, im Schatten verborgen liegen. Wenn ich lange genug hinblickte, dachte ich, müsste ich doch die Farben erkennen können, in denen die Vergangenheit gemalt war.“

Zitat, Seite 163

Lio, die anfangs nur wenig über ihre Mutter und dem Leben vor ihrer Geburt weiß, entdeckt auf der Reise in die Vergangenheit einzelne, auf den ersten Anschein nicht zueinander passende, Puzzleteile. Aus ihnen entsteht im Verlauf der Geschichte ein Lebenspuzzle, dass Lio Schritt für Schritt Zugang in die Gefühlswelt ihrer Mutter verschafft. Erstmals kann Lio Mitgefühl und Verständnis für den Menschen aufbringen, der ihr ein Leben lang fremd erschien.

„Ohne Luft könnten wir nicht überleben. Sie ist zwar unsichtbar und lässt nur erahnen, wenn der Windhauch die Spitzen der Grashalme zum Erzittern bringt oder ein Sturm die Äst der Bäume unter sich biegt. Doch obwohl wir sie nicht sehen können, gehört die Luft zum Leben dazu. Wie unsere Erinnerungen.“

Zitat, Seite 229
Die Autorin schuf in diesem Buch ein einzigartiges Beziehungsgeflecht. Wie in einem Spinnennetz verfangen sich die unterschiedlichsten Ereignisse aus Gegenwart und Vergangenheit in den einzelnen Fäden und bilden aneinandergereiht eine bunte und abwechslungsreiche Geschichte. Der Sprung zwischen Vergangenheit und Gegenwart lässt die unterschiedlichsten Menschen Teil dieser Geschichte werden. Die lebendige Sprache der Autorin und ihre Liebe fürs Detail lässt nicht nur Emotionen, Gegenstände und Ereignisse zum Leben erwecken, sondern verleiht ihnen damit auch einen besonderen Glanz.

Die Intensität der Worte verzauberte mich so sehr, dass ich Lio und ihre Mutter gerne noch ein Stück ihres Weges begleitet hätte. Für ein paar besonders leuchtende und magische Momente schenke ich Milas Buch daher 5 von 5 möglichen Porzellantassen.

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Debütautoren 2012..

27 Jan
Hi ihr Lieben,
heute möchte ich euch auf eine Aktion von Lovelybooks und den Partnerverlagen aufmerksam machen, bei der auch ich teilnehmen werde.
Ziel:
Lese 15 Debüts von deutschen Autoren.
Informationen zu den Autoren stellt der Blog von Lovelybooks hier zur Verfügung.

Zeitraum:

vom 15.01.2012 bis 15.01.2013
Zur Anmeldung für die Aktion von Lovelybooks selbst und den dazugehörigen Regeln und Informationen geht es hier
Eine Abstimmung über euren Lieblings-Debüt-Autor findet hier lang

Ich wünsche uns allen viel Spaß bei der tollen Aktion!

Meine Leseliste

 

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Lesefreunde teilen Lesefreude..

20 Jan

Hallo ihr Lieben,

ich habe eine Aktion entdeckt, die sicherlich viele unter euch  genauso begeistern wird wie mich. Sie wurde anlässlich des 23.04.2012, dem Welttag des Buches, ins Leben gerufen und soll so viele Lesebegeisterte wie möglich erreichen. Aus diesem Grund, solltet ihr unbedingt einen Blick auf die Seite wagen..

Jetzt Buch-Schenker werden!

Die Freude und die Lust am Lesen millionenfach teilen – das ist das Ziel der „Lesefreunde“, einer Aktion, die jetzt erstmalig gemeinsam von der Stiftung Lesen, dem Börsenverein des Deutschen Buchhandels und deutschen Buchverlagen initiiert wurde. Die Idee: 33.333 Lese-Fans registrieren sich hier online bei der Aktion „Lesefreunde“ und wählen aus einer Liste von 25 Büchern einen Titel, den sie verschenken möchten. Jeder Schenker erhält dann ein Paket mit 30 Exemplaren des von ihm gewählten Titels. Die Auswahl umfasst Lese-Spaß mit seinen vielfältigen Seiten. Die Buchtitel werden kostenlos von den beteiligten Verlagen zur Verfügung gestellt.

Die Buch-Schenker können im Zeitraum von Anfang bis Mitte März wählen, in welcher nahegelegenen Buchhandlung oder Bibliothek sie ihr Paket abholen. Und dann geht es los: Geben Sie als Buch-Schenker ihre Leidenschaft fürs Lesen an Menschen weiter – gerade an die, die wenig, selten oder gar nicht lesen.

„Lesefreunde“ will Menschen bewegen, ihr Lesevergnügen zu teilen und weiter zu verbreiten. Zugleich soll mit dem Buchgeschenk eine Einladung ausgesprochen werden, das Erlebnis Lesen für sich neu oder wieder zu entdecken. „Lesen ist ein einzigartiges, inspirierendes Erlebnis. Wir wollen Menschen die Lust am Lesen vermitteln. Der Welttag des Buches ist eine ideale Gelegenheit, um den Spaß am Lesen mit anderen zu teilen. Die Aktion ‚Lesefreunde‘ ist damit Teil einer internationalen Lesebewegung, die 2012 auch in den USA und Großbritannien gefeiert wird“, erklärt Dr. Joerg Pfuhl, Vorstandsvorsitzender der Stiftung Lesen.

Auf dieser Seite erfahren Sie alles rund um die Aktion „Lesefreunde“. Schauen Sie sich um, registrieren Sie sich als Schenker und teilen Sie Ihre Lust am Lesen mit anderen.

Viel Glück wünsch ich euch, eure Steffi.

PS: Na, für welches Buch wollt ihr euch bewerben?

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Die mit den Wellen tanzt..

16 Jan

lesenslust über “Die Wellentänzerin” von Tania Krätschmar

~*°..Die Story..°*~

Dana von Aken steht mit ihren 44 Jahren fest im Leben. Als Mutter dreier Töchter und Kapitänin ihres eigenen Hotelschiffes, der „Drei Töchter“, ist sie eigentlich ganz zufrieden mit ihrem Leben. Einzig der Tod ihres Mannes vor ein paar Jahren hat Wunden in ihrem Herzen und einen leeren Platz an ihrer Seite hinterlassen. Einen Platz, der zukünftig leer bleiben wird, da ist sich Dana sicher.

Doch als der 15 Jahre jüngere Maler Antonius auf ihrem Schiff strandet, gerät ihr Standpunkt ins Wanken. Sein Wesen verzaubert sie und lässt trotz des deutlichen Altersunterschieds Begierde und Sehnsucht in ihr auflodern. Dinge, von denen sie nicht geglaubt hätte, sie noch einmal für einen Mann verspüren zu können. Auch Antonius sucht Danas Nähe. Eine Woge der Leidenschaft führt sie zueinander und spült sie immer wieder in die Arme des anderen.

Doch das Glück währt nicht lange. Als Danas Töchter die beiden im Bett erwischen, ziehen dunkle Gewitterwolken über das Hause von Aken. Ist Dana nun tatsächlich gezwungen zwischen der Liebe und ihrer Familie zu entscheiden?

~*°..Mein Fazit..°*~

Tania Krätschmar schuf mit „Die Wellentänzerin“ eine spritzige Geschichte über die Liebe zweier Menschen, die auf den ersten Blick nicht unterschiedlicher sein könnten. Sie erzählt von einer Liebe, die unmöglich scheint und trotzdem möglich ist. Zwei völlig unterschiedliche Welten, die aufeinander prallen und nur eine Gemeinsamkeit zu haben scheinen: die Verbundenheit zum Wasser.

„Auf der anderen Seite ist Wasser auch ein großer Gleichmacher (..) Wo das Wasser bedrohlich steigt, müssen alle seine Macht fürchten. Eine Tsunami-Welle macht keinen Unterschied zwischen arm und reich. Wo das Wasser fehlt, haben alle Durst. Ein Fluss, der durch eine Stadt geht, schert sich nicht darum, ob er durch ein teures oder runtergekommenes Viertel fließt. Und alle, die mit dem Boot  auf dem Wasser unterwegs sind, werden dieselben Bedingungen vorfinden.“

Zitat, Seite 178

Dana ist Anfang vierzig und fest im Leben verankert. Nach dem Tod ihres Mannes sind die Töchter, ihre Mutter und ihr Kreuzfahrtschiff, die „Drei Töchter“, zu ihrem Lebensmittelpunkt geworden. An einen neuen Mann an ihrer Seite will sie nicht denken.

Antonius ist 29 Jahre alt und lebt nach einer gescheiterten Karriere als Lehrer ein freies und ungezwungenes Leben eines freischaffenden Künstlers. Mit seinen Bildern fängt er die Gefühle ein, die er beim Betrachten des Wassers durchlebt. Sein charismatisches Erscheinen lässt viele Frauenherzen höher schlagen. Mehr Herzen, als Antonius lieb sind.

Als sich die beiden das erste Mal begegnen, ist es um Beide geschehen. Während Antonius schnell bemerkt, dass Dana eine besondere Frau ist, dessen Herz er gewinnen möchte, gesteht sich Dana nur sehr schwer ihre Sehnsucht nach dem um einige Jahre jüngeren Mann ein. Sie beginnen eine leidenschaftliche Affäre, die sich schon bald zu mehr entwickelt, als es ihrem Umfeld lieb ist. Vor allem Danas Töchtern ist die Beziehung zwischen ihrer Mutter und Antonius ein Dorn im Auge. Ein Aspekt, der die Liebe von Dana und Antonius auf eine harte Bewährungsprobe stellt. Denn ihre Töchter bedeuten Dana alles. Mehr, als die Liebe zu einem anderen Mann. Für wen wird sie sich also entscheiden?

Krätschmar gelingt es auf sehr einfühlsame und lebendige Weise dem Leser  Danas Sichtweise nahezubringen. Während sie sich auf der einen Seite nach Antonius sehnt und er ihr Fels in der Brandung wird, steht sie mit ihrer Beziehung zu ihm im stetigen Konflikt mit ihren Töchtern. Antonius schenkt ihr das Gefühl, begehrt zu werden. Ihre Töchter sind ihre Familie und stehen für das Leben, dass sie sich mit ihrem verstorbenen Mann mühsam aufgebaut hat.

Neben der Liebesgeschichte schenkt die Autorin auch der Umgebung, die das Kreuzfahrtschiff während seiner Route passiert, den Raffinessen der Passagiere und der individuellen Lebensgeschichte von Danas Töchter & ihrer Mutter ihre liebevolle Aufmerksamkeit. Sie beschreibt die Dinge in sehr bunten und schillernden Farben, weshalb sie einem sehr lebendig erscheinen.

Das alles lässt „Die Wellentänzerin“ zu einer bezaubernden Geschichte werden, die damit zur perfekten Lektüre für zwischendurch wird. Auch wenn kein großer Anspruch an den Leser gestellt wird, ist die Geschichte sowohl unterhaltsam als auch abwechslungsreich. Da sie mir ein Lächeln auf die Lippen zauberte, schenke ich ihr 5 von 5 tosenden Wellen, die den Sand am Wasserufer ganz gemächlich zurück ins Gewässer spülen.

„Zu kurz, manche Lieben. Gerade die kürzesten bleiben am Längsten im Gedächtnis. Manchmal kann man das Gute in anderen nicht sehen, weil man zu dicht dran ist. N´ bisschen wie bei Monet. (..) Stehst du direkt davor, siehste nix als Pünktchen. Erst wenn du zurücktrittst, erkennst du, was es ist.“

Zitat, Seite 317

 

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Eating animals..

8 Jan

lesenslust über “Tiere essen” von Jonathan Safran Foer

Jonathan Safran Foers „Tiere essen“ hat international für Furore gesorgt. Die Konfrontation mit den grausamsten Fakten aus der heutigen Tierhaltung hinterließ Spuren bei den Menschen. Fakten, die wir im ersten Moment nicht glauben können oder vielmehr wollen, weil wir die Lügen, die uns die Lebensmittelindustrie täglich vorgaugelt, um einiges angenehmer empfinden als die erschreckende Realität.

Die meisten Menschen reagieren nach dem Lesen des Buches empört und nahezu erschüttert. Ganze Nationen werden wachgerüttelt. Doch ändert sich dadurch wirklich etwas? Kaufen wir sie nicht weiter ein, die Eier aus Käfighaltung, die Brathähnchen oder Bratwürste vom Stand unseres Vertrauens und das günstige Fleisch aus dem Discounter? Und warum? Ganz einfach. Es ist verhältnismäßig günstig und es schmeckt uns. Wer will schon darauf verzichten oder sich Gedanken darüber machen, wie die Lebensmittel entstanden ist? Und selbst wenn: nicht jeder kann sich die oftmals überteuerten Bio-Lebensmittel oder regionalen Produkte leisten. Selbst hier lassen wir uns für blöd verkaufen. Auch Bio-Eier müssen nicht zwangsweise von freilaufenden Hühnern stammen. Genau genommen muss zwar ein Zugang zum Freien bestehen, es heißt aber nicht zwangsweise, dass die Tiere diesen auch tatsächlich nutzen können. Ist alles nur ein großer Schwindel?

„Etwa 98 Prozent aller Hühner und Schweine, die für den Verzehr bestimmt sind, stammen in Deutschland aus Massentierhaltung – das sind über 500 Millionen Tier im Jahr. Würde man auch die Rinder und Fische hinzurechnen – die aus verschiedenen Gründen schwieriger zu quantifizieren sind – wäre die Zahl noch bedeutend höher.“

Zitat, Seite 9

Massentierhaltung zählt mittlerweile zur gängigen Praxis. Es ist günstiger, es werden schneller Ergebnisse erzielt und es wird mehr Umsatz gemacht. Macht und Profit stehen für die meisten Konzerne im Vordergrund. Wie es den Tieren dabei geht, interessiert die wenigsten. Oder doch?

Laut Umfragen im Jahr 2011 des Meinungsforschungsinstituts FORSA leben bereits über 42 Millionen „Teilzeitvegetarier“ bzw. „Flexitarier“ in Deutschland. Ihre Zahl nimmt augenscheinlich deutlich zu und macht heute schon die Mehrheit aus (Auszug von www.vebu.de). Der Trend geht weiter. Immer mehr Menschen verändern ihre Ernährungsweise und wollen von nun an auf Fleisch und Fisch verzichten. Auch Foer ist sich sicher, dass die Massentierhaltung nur gestoppt werden kann, wenn man gänzlich auf Fleisch verzichtet. Es gibt sie zwar, die letzten Ausnahmen, tierfreundliche Geflügelfarmer und Viehzüchter, die den Tieren zumindest bis zu ihrer Schlachtung ein schönes Leben schenken. Doch mit der konstanten Nachfrage nach Fleisch, kann man der Massentierhaltung nicht entgegenwirken.

„Die Natur ist flexibler, als wir glauben. Doch auf jeden Fall ist es normal und natürlich, dass Tiere andere Tiere essen, und da wir Menschen Teil der Natur sind, ist es auch ganz normal, dass Menschen Tiere essen. Das bedeutet allerdings nicht, dass wir Tiere essen müssen.“

Zitat von Nicolette Niman (Niman Ranch), Seite 238

„Versetzen Sie sich in einen überfüllten Aufzug, einen so überfüllten Aufzug, dass Sie sich nicht umdrehen können, ohne Ihren Nachbarn anzurempeln (oder ihn zu verärgern). Der Aufzug ist so überfüllt, dass Sie oft in der Luft hängen. Das ist fast ein Segen, denn der abgeschrägte Boden ist aus Draht, der Ihnen in die Füße schneidet. Nach einiger Zeit werden die Wesen im Aufzug die Fähigkeit verlieren im Interesse der Gruppe zu funktionieren. Einige werden gewalttätig, andere drehen durch. Und ein paar werden, da ihnen Futter und Hoffnung versagt, zu Kannibalen. Es gibt keine Auszeit, keine Hilfe. Kein Aufzugmechaniker kommt. Die Tür wird sich nur einmal öffnen, nämlich am Ende Ihres Lebens zu Ihrer Reise an den einzigen Ort, der noch schlimmer ist.“

Zitat aus der Definition zu Käfigbatterie, Seite 75

„Tiere essen“ ist eine wahre Bereicherung für jeden von uns. Mit ihm ist Foer ein vielschichtiges Sachbuch gelungen, dass eine ungeheure Bandbreite an Themen auf harmonische Weise vereint. Man trifft auf perfekt in Szene gesetzte Informationen; Interviews von Experten, die nahezu mit aller Macht gegeneinander duellieren; Definitionen von Fachbegriffen und Foers persönliche Ansichten. Auch das Thema Hundefleisch ergattert Foers Aufmerksamkeit.

„Tatsache ist, dass es in 44 Staaten völlig legal ist, den „besten Freund des Menschen“ zu essen, und trotzdem ist es in den Köpfen ebenso tabu wie die Vorstellung, dass ein Mensch seinen besten Freund ist.“

Zitat, Seite 35

Aus der gezielten Recherche nach der idealen und gesündesten Ernährungsweise für seinen Sohn, entstand die Idee, ein Buch zu schreiben. „Tiere essen“ ist dadurch zu einem sehr authentischen und abwechslungsreichen Werk  geworden, was sich auf wunderbar flüssige Weise lesen lässt. Sicherlich ist dies nicht mit der ein oder anderen Lesepause möglich, da die Fakten teilweise sehr brutal und lebendig beschrieben sind. Doch nur wer die Dinge beim Namen nennt, kann etwas ändern! Es wird wohl kaum jemanden geben, der das Buch liest, ohne beeindruckt zu sein. Aus diesem Grund ergattert Foer verdiente 5 von 5 grunzenden Schweinen, die sich glücklich im Schlamm wälzen.

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2012..

7 Jan

Hi ihr Lieben,

ich habe bei magnoliaelectric ein Zitat von Neil Gaiman entdeckt, was ich sehr schön finde und kurzerhand zu meinem Leitgedanken fürs neue Jahr erkoren habe. Da ich es aufgrund meines bevorstehenden Umzugs bisher versäumt habe, möchte ich hiermit euch allen ein wunderschönes neues Jahr wünschen!

may your coming year be filled with magic and dreams and good madness. i hope you read some fine books and kiss someone who thinks you’re wonderful, and don’t forget to make some art — write or draw or build or sing or live as only you can. and i hope, somewhere in the next year, you surprise yourself.

– neil gaiman

Herzliche Grüße, die Steffi.

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