Archiv | Kochbücher RSS feed for this section

Kräuterschlacht…

20 Jun

lesenslust über “Garten- & Wildkräuter” von Reinhardt Hess

~*Kurzbeschreibung des Verlages*~

Wildkräuter selbst gesammelt und Gartenkräuter frisch vom Balkon oder aus dem Garten – so bekommt jedes Gericht sein ganz besonderes Aroma. Von zart-duftigen Holunderblütenküchlein bis zur Lammkeule mit kräftig-würziger Kräuterkruste – hier zeigen Kräuter, was sie alles können. Und wer sich den frischen Geschmack gerne das ganze Jahr über bewahren möchte, findet viele Anregungen, wie Kräuter haltbar gemacht werden können.

~*Meine Meinung*~

Kochbücher gibt es sicherlich wie Sand am Meer! Die Guten von den weniger Guten zu unterscheiden ist oft nicht einfach. Dem Kosmos Verlag gelang es, mit seiner Reihe “Schätze aus der Natur” eine Bandbreite an hilfreichen und optisch ansprechenden Kochbegleitern zu schaffen, die sich meiner Ansicht nach zu den guten Kochbüchern gesellen dürfen.
Die Konzentration eines jeden Buches liegt dabei auf den unterschiedlichsten Lebensmittel-Gruppen, wie etwa den Kartoffeln, den Tomaten, den Äpfel, Birnen & Quitten oder wie hier den Garten- & Wildkräutern.

Schon allein das Cover des Buches lud mich mit seiner erfrischenden Aufmachung zum Kochen ein. Den Fotografen gelang es sehr appetitanregende und durchweg “natürliche” Bilder zu knipsen, die dem Buch und seinen beinhaltenden Rezepten eine sehr sympatische und geschmackvolle Note verleihen.
Neben dem inhaltlichen Überblick auf den ersten Seiten findet man im Anschluss ein Vorwort, in dem der/die Koch/Köchin etwas über den Hintergrund des Buches und die Bedeutung von Kräutern in unserer heutigen Ernährung erfährt. Die drei Grundbausteine, in die das Kochbuch gegliedert ist, sind die Kategorien “Vorräte”, “Rasch fertig” und “Verwöhnen”. Gefolgt von jeder Kategorie warten die unterschiedlichsten Rezepte auf, die sich dem Leser klar verständlich und logisch gegliedert präsentieren. Durch die Angabe der Zutaten, dem dafür notwendigen Werkzeug sowie des notwendigen Zeitbedarfs beinhalten die Rezepte neben der schrittweise erklärten Zubereitung alle Informationen, die ich benötige um erfolgreich in der Küche zu werkeln. Das Register mit Benennung aller beinhaltenden Rezepte, einige Buchvorschauen sowie die Benennung der Akteure & Impressum runden das Kochbuch auf den letzten Seiten ab.

Dieses Buch haust seit März in meinem Küchenregal und konnte aufgrund meines häufigen Griffes nach ihm und dem Durchforsten seiner tollen Rezepten noch nicht wirklich zur Ruhe kommen. Es routiert quasi quer durch meine Küche und dient mir fast schon wöchentlich als wohlwollende Stütze beim Kochen. Ich muss zugeben, ich habe mich in viele seiner Rezepte verliebt. Besonders lecker finde ich meine selbstgemachten Wildkräuter-Grissinis mit begleitenden Dips wie Bärlauch-Guacamole, Olivencreme, Pesto Rosso oder Basilikum Pesto. Hmm, lecker. Wer braucht da noch Chips und Fertigkram aus der Tüte, wo eh nur einen Haufen Zusatzstoffe drin sind?

Der Grazier Ziegenkäse mit Schnittlauchknoblauch lässt mich am nächsten Tag zwar bestialische Duftwolken hinter mir herziehen, schmeckt aber vorzüglich. Das Kalbsschnitzelchen mit Salbei und Schinken schmeckt mit dem überbackenen Blumenkohl mit Bärlauch-Kartoffel-Sauce bombig und das Kalbscarpaccio mit Kräutern ist ebenso wie die Brunnenkressesuppe genial. Wer sich nach dem ganzen Mahl mit einer selbstgemachten Veilchen-Bowle oder auch einem Mojito mit Pfefferminze die Kante geben möchte, wird auch hier fündig. Das Buch beinhaltet wirklich eine ganze Reihe an wirklich genialen Rezepten.

Ich kann dieses Buch wirklich allen Kochfans unter euch ans Herz legen und mit gutem Gewissen weiterempfehlen! Ab in den nächsten Buchladen und dann nichts wie ran an den Speck! Von 5 zur Verfügung stehenden Kräutersträusschen wandern alle ganz freudig in den vor sich hinköchelnden Kochtopf!

Aphrodisierend…

17 Jun

lesenslust über “Magisch kochen” von Manuel Horeth

~*Der Inhalt*~

Manuel Horeth präsentiert Gerichte, die verzaubern und die darüber hinaus eine Wirkung auf Geist und Seele haben. Die Besonderheit liegt dabei darin, dass die Zutaten und deren Wirkung und Kraft auf uraltem Wissen basiert. Bereits in der Antike und im Mittelalter wussten Kräuterfrauen und Hexen um die Kraft und Wirkung bestimmter Zutaten und Kräuter.

Manuel Horeth nutzt dieses Wissen und kreiert gemeinsam mit Maître Yves Weisang eine moderne, magische Küche.

~*Meine Meinung*~

Hätte ich lediglich das Cover des Buches gesehen, hätte ich mich, zugegeben, gegen das Buch entschieden. Wird es nämlich von einem viel zu übertrieben & wahrlich zu seinem Nachteil geschminkten Koch Martin Horeth geziert, der neben dem Maître Yves Weisang eine scheinbar schwebende Platte mit Essen präsentiert. Ganz nach dem Titel “Magisch Kochen”. Zu meinem Erstaunen stellt sich die Kurzbeschreibung des Inhaltes allerdings um einiges interessanter dar. Das Kochbuch soll Speisen beinhalten, die angeblich eine Wirkung auf Körper und Seele haben – wenn das nicht vielversprechend klingt!

Bevor Horeth uns seine magischen Rezepte verrät, entschied er sich für ein Vorwort, in dem man den Hintergrund des ganzen “magischen” Projektes erfährt und sein Denken und Handeln etwas besser nachvollziehen kann. Er entschied sich zudem, das Buch in 4 verschiedene Kategorien zu unterteilen: “Lebensenergie”, “Liebeslust”, “Glück” und “Aus aller Welt”.

Vor jeder Kategorie findet man eine kleine nette Geschichte, die den Hintergrund der gewählten Kategorie erzählt und somit das Buch etwas von der Standard-Aufmachung von Kochbüchern abweichen lässt. Auch das Einfügen eines Zitats bzw. einer Lebensweisheit im Vorfeld der Rezepte sorgt für eine liebevolle Note.
Bevor man zu den Rezepte der einzelnen Kategorien kommt, findet man zudem noch eine ausführliche Beschreibung aller verwendeten Zutaten. Darunter ihre Wirkung, die Herkunft und was man noch so über sie wissen sollte. Das Buch dient somit ebenfalls als praktisches Nachschlagewerk.
Einen persönlichen Charme verleiht der Autor seinem Buch mit privaten Fotos, auf dem er selbst zu sehen ist, jeweils passend zu jeder Kategorie. Besonders schön finde ich die Kollektion von Reiseerinnerungen zu der Spalte “Aus aller Welt”. So wird man bereits beim Ansehen von der Reiselust gepackt. Die Rezepte sind klar strukturiert. Neben den Zutaten, die Horeth als Energiezutaten bezeichnet, findet man eine klar verständliche Kochanleitung und ein geschmackvolles Bild des fertig zubereiteten Gerichtes. Die Rezepte sind eine Zusammenstellung von Vorspeisen, Hauptgängen und Desserts als auch der Zubereitung reiner Sättigunsbeilagen und Snacks.

Horeths Gerichte sind definitv keine Standardgerichte. Selten habe ich eine so exotische und verrückte Zusammenstellung von Zutaten entdeckt. Unter den Rezepten befinden sich Gerichte, die mich weder vom Namen, der Zutaten noch der gewöhnungsbedürftigen Bilder her zum Nachkochen anspornen. Was ich wiederum ganz lecker fand, war die “Voodoo Liebessuppe”, die auch “Erdnuss und Sellerie One-Night-Stand” genannt wird und somit schon einiges über ihren Geschmack verrät. Die erdnussig-sahnige Suppe hatte einen angenehm pikanten Ingwer-Nachgeschmack, der mich definitv zum Schwitzen brachte und von Horeth zu den Gerichten der Kategorie Liebeslust zugeteilt wurde.

Ausprobieren werde ich sicherlich noch die “Asiatische Glückssuppe” mit Wasabi-Soja-Schaum, die “teuflische Maccheroni” und den “Kakao-Chili-Schmarrn”. Alle anderen Gerichte, sorry Martin Horeth, sind definitv nicht nach meinem Geschmack! Ich bin grundsätzlich nicht so der Typ Mensch, der sich getreu dem Motto “Was der Bauer nicht kennt, frisst er nicht” ernährt und Neuem gegenüber immer ziemlich aufgeschlossen ist, aber manche Gerichte sind mir einfach zu suspekt, als dass ich sie testen muss.

Interessante Zusammenstellung – überwiegend jedoch nicht nach meinem Geschmack!

Wildes Früchtchen…

12 Jun

lesenslust über “Die Wildfrüchteküche” von Anette Kretzschmar

~*Kurzbeschreibung des Verlags*~

Was noch ganz selbstverständlich zu Großmutters Küche gehörte, ist heute meist in Vergessenheit geraten. Denn wer erinnert sich noch daran, dass sich aus Berberitze, Maulbeere und Sanddorn leckere Gerichte und Beilagen zubereiten lassen? Mit viel Fantasie und kulinarischem Gespür hat sich Annette Kretzschmar daher auf die Suche nach den vergessenen Früchten aus der Natur gemacht. Da gibt es kulinarische Köstlichkeiten aus Heidelbeere, Felsenbirne und Steinweichsel und faszinierende Gaumenkitzler mit Walnuss, Quitte oder Weißdorn. Annette Kretzschmar gibt außerdem umfangreiche Informationen über Aussehen, Vorkommen und Verwendung der Wildfrüchte zahlreiche leckere Rezepte und viele wunderschöne Fotos laden zum Sammeln, Nachkochen und Genießen ein!

~*Meine Meinung*~

Anette Kretzschmar entschied sich beim Aufbau ihres Buches als Allererstes in die generelle Unterteilung der verschiedenen Wildfrüchte. So beginnt sie mit der mir bis dato unbekannten Berberitze und endet mit der Zwetschge. Insgesamt benennt sie 18 verschiedene Wildfrüchte. Neben einem ansprechendem Foto der jeweiligen Frucht findet man nähere Beschreibungen zu Aussehen und Anbau, ihre Verwendung in der Küche, ihre Heilwirkungen und Wissenwertes rund um die Frucht.

Die Frucht wird zudem mit ihrem lateinischen Begriff als auch den gängigen Synonymen genannt. Ein Pluspunkt, wenn man bedenkt, dass mir einige der Früchte nur unter weniger gängigeren Begriffen bekannt waren. Eine Feststellung, die sicherlich auf meine fränkische Heimat zurückzuführen ist. Während die Menschen im Norden beispielsweise die kleine ovale quietschrote Frucht Hagebutte nennen, wird sie von den Menschen im Süden einfach nur Hiffe genannt (aus der wird übrigens eine wahnsinnig leckere Marmelade hergestellt, die einfach nur Hiffenmark heißt und einen mainfränkischen Erzeuger hat).
Im Anschluss an die jeweilige Vorstellung der Frucht findet man dann zwischen 2 und 4 Rezepte. Unter den Rezepten befinden sich jede Menge Rezepte für deftige Hauptspeisen, was mich anfangs sehr überrascht hat, denn ich verbinde mit Früchten in der Regel eher Süßspeisen und Desserts als Deftiges. Die Rezepte sind daher eine willkommene Abwechslung für Fruchtliebhaber.
Was man jedoch nicht erwarten darf, und das ist, auch wenn der Titel “Wildfrüchteküche” heißt, trotzdem nicht unbedingt auszuschließen, die Assoziation mit anderen Früchten, die nicht unter die Sparte Wildfrüchte fallen. Hier findet man kein Rezept mit Pfirsichen, Melonen, Ananas etc. – weil diese eben einfach Südfrüchte sind. ;-P

Insgesamt habe ich mir irgendwie etwas anderes unter diesem Buch vorgestellt. Der Aufbau und die Illustration des Buches sind sehr schön und die Worte der Autorin laden einen auch irgendwie zum Kreativwerden ein, die Rezepte sind jedoch durchgehend eher außergewöhnlich (z.B. Brombeerketchup, Kandierte Kornelkirschen) als alltagstauglich. Zugegeben, die Rezepte zu Himbeeren und Erdbeeren find ich sehr gelungen. Meine eigenen Kochversuche beschränkten sich jedoch auf das mir weniger gelungene Himbeersoufflé und eine Erdbeersalsa, welches zum Käse wirklich sehr lecker schmeckt. Mit den meisten anderen Rezepten kann ich nichts anfangen, sie treffen schlichtweg nicht meinen Geschmack.

Für Liebhaber, die in Großmutters Kochzeiten schwelgen wollen und sich überlegen einige der Früchte selbst anzupflanzen ist dieses Kochbuch sicherlich ein kleiner Stern am Himmel. Ich befürchte jedoch, ich falle nicht ganz so in diese Zielgruppe. Daher gibt es von mir nur 4 von 5 Wildbeeren!