Nur Lesen ist schöner…

Eine Ode an das Lesen

Lonely dancer..

lesenslust über “Natalie küsst” von David Foenkinos
~*°..Die Story..°*~
Natalie und François gleichen einem Bilderbuchpaar. Seit ihrer ersten Begegnung haben sie nur Augen füreinander. Sie heiraten – alles scheint perfekt.
Doch eines Tages wird ihrem Glück ein jähes Ende bereitet, als François vom Joggen nicht zurückkehrt. Ein Auto erfasst ihn und François stirbt bereits kurze Zeit später an seinen Verletzungen.
Natalie ist am Boden zerstört. Ihre Lebensfreude scheint wie weggeblasen, denn alles erscheint ihr fortan sinnlos. Sie fühlt sich kraftlos und trauert unendlich.
Dieser Zustand wird auch über viele Jahre hinweg nicht besser. Aus reiner Verzweiflung beschließt sie eines Tages, sich mit höchster Hingabe ihrer Arbeit in einer schwedischen Firma zu widmen, dass sie irgendwie alles um sich herum vergessen kann. Nur so wird sie irgendwann akzeptieren können, dass das Leben ohne François weitergehen muss.
Als sie eines Tages ein merkwürdiges Gefühl überkommt, küsst sie ihren Mitarbeiter Markus aus heiterem Himmel. Eine intime Geste, die nicht nur ihn überrascht, sondern auch für sie unerklärlich bleibt. Denn Markus ist nicht nur ein unscheinbarer und merkwürdiger Zeitgenosse sondern zudem auch rein optisch so gar nicht Natalies Fall.
Doch als sich in ihrem Inneren ganz leise und unbemerkt Gefühle für den verschrobenen Schweden entwickeln, wird Natalie stutzig. Und dabei war sie sich so sicher, niemals wieder lieben zu können…
~*°..„An seinem Tod hatte sie dies vielleicht am schwersten verkraftet: Dass es ihre Gespräche von heute auf morgen plötzlich nicht mehr gab. Diese Momente, in denen der eine zum Leben des anderen Stellung nimmt, in denen man sich gegenseitig bespricht.“ (Zitat, Seite 205)..°*~
David Foenkinos erzählt in seinem Buch “Natalie küsst” eine traurige, lustige und zugleich verschrobene Geschichte über das Leben. Sie veranschaulicht, was aus einem Menschen werden kann, wenn der scheinbar wichtigste Mensch an seiner Seite plötzlich nicht mehr da ist. Kann man einfach so weiterleben wie bisher? Wie geht ein Mensch mit dem Verlust um? Wie weit kann Trauer gehen? Brauchen wir einen Menschen an unserer Seite um glücklich zu sein?

Derartige Denkansätze scheint uns Foenkinos in “Natalie küsst” mit auf den Weg geben zu wollen. Und es gelingt ihm. Denn mit Natalie ist Foenkinos eine hervorragende Protagonistin gelungen. Sie veranschaulicht uns, welch unterschiedlichen Gefühlsregungen ein Mensch empfinden kann. Er zeigt uns, wie dicht Glück und Pech aneinander liegen. Verdeutlicht, was uns Gefühle ausmachen. Während Natalie zu François Lebtagen eine lebenshungrige und aufgeweckte Person ist, badet sie in ihrer Phase der Trauer in Selbstmitleid;  scheint nahezu gelähmt - unfähig, das Leben zu leben. Foenkinos stimmt uns nachdenklich. Er erzählt uns eine scheinbar belanglose Geschichte, deren Ausmaße uns aber erst nach ein paar Seiten bewusst werden.

Doch auch wenn Foenkinos die Ausarbeitung des traurigen Themas ganz gut gelungen ist und er versucht es ab und an durch witzige Anmerkungen und Anekdoten aufzulockern (wie z.B. die Aufstellung aller möglichen Sätze, die Natalie als letztes zu François gesagt haben könnte), fehlte mir dennoch ein Hauch mehr Tiefgründigkeit. Der Funke, über den viele andere Leser nach dem Lesen des Buches berichteten, ist bei mir nicht übergesprungen. Foenkinos Geschichte hat mich berührt und auch gut unterhalten, aber letzten Endes einfach nicht vom Hocker gehaun. Aus diesem Grund bekommt “Natalie” von mir nur drei von fünf aufmunternden Worten.
Mein herzlicher Dank geht an den C.H.Beck Verlag und Blogg dein Buch, die mir das Buch freundlicherweise zur Verfügung gestellt haben.
Und hier könnt ihr das Buch bestellen…
About these ads

3 Kommentare zu “Lonely dancer..

  1. Textverliebt.
    26. Februar 2014

    Eine schöne Rezension! Ich musste sofort daran denken, wie es mir erginge, wäre ich an Natalies Stelle. Furchtbar! Aber ich würde trotzdem sagen, hier handelt es sich um eine typische Geschichte aus dem Leben, denn manchmal will man die Gefühle gar nicht so recht bemerken. Dann nimmt man erschrocken an, dass sie plötzlich auftauchten, obwohl sie vielleicht schön langer unter der Oberfläche brodelten.

    Vielen Dank für diese tolle Gänsehaut-Rezension! :)

    Liebe Grüße
    Katha ♡

    • lesenslust
      26. Februar 2014

      Hallo Katha, vielen lieben Dank. Freut mich, dass meine Rezension bei dir für Gänsehaut gesorgt hat. Foenkinos hat sich mit dem traurigen Thema auf sehr berührende und lebendige Art und Weise auseinandergesetzt, das fand ich schon bemerkenswert. =)

  2. Cara
    11. September 2012

    Ich kann deine Meinung gut nachvollziehen! Ich habe das Buch gerade meiner Mitbewohnerin ausgeliehen und sie ist auch nicht so begeistert, wie ich es war. Mich hat einfach der Sprachstil so fasziniert, dass ich über die Belanglosigkeiten hier und da total hinweggesehen habe. Und wenn viele Bücher liest, ist man eventuell (so wie ich), vom unkonventionellen Aufbau hier und da positiv überrascht. Ich glaube, ich werde das Buch bald noch ein zweites Mal lesen. Erstens, um mir die schönen Sätze hier und da herauszuschreiben und zweitens, um eine Rezension darüber schreiben zu können =)

    liebe Grüße,
    Cara

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ photo

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

Information

Dieser Eintrag wurde veröffentlicht am 29. August 2012 von in Bellestrik, Rezis und getaggt mit , , , .
%d Bloggern gefällt das: