Der Junge mit dem pechschwarzen Haar..

lesenslust über “Anders” von Andreas Steinhöfel

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“Ein goldenes Wort, ein schwarzer Engel, ein geflüstertes Geheimnis.”

Zitat, Seite 103

Felix Winter ist elf Jahre alt, als er bei einem unglücklichen Unfall von seiner Mutter mit dem Auto erfasst wird. Er fällt für 263 Tage in ein Koma, exakt die Anzahl jener Tage, die seine Mutter mit ihm schwanger war. Zufall oder schlechtes Karma?

Eines Sommertages geschieht ein Wunder und Felix erwacht aus dem Koma. Der Winterjunge, den die Leute im Krankenhaus aufgrund seiner hellen Haut, dem pechschwarzen Haar und denn kirschroten Lippen liebevoll Schneewittchen nennen, kehrt ins Leben zurück.

Die Ärzte diagnostizieren retrograde Amnesie. Während Felix’ Verstand klar wirkt, scheint seine Erinnerung an die letzten elf Jahre wie ausgelöscht. Der Junge wirkt verändert, ist selbstbewusster und souveräner. Der überfürsorglichen teilweise elitären Erziehung seiner Mutter begegnet er fortan mit Rebellion. Täglich erfindet er sich seine Welt neu und nennt sich künftig Anders.

“Ich heiße jetzt nicht mehr Felix, ich heiße Anders. Mit einem großen A. Wie Andersen, Sie wissen schon. Der mit dem Märchen von der kleinen Seejungfrau.”

Zitat, Seite 82

Doch das veränderte Verhaltensmuster des Jungen irritiert die Menschen in seinem Umfeld. Anders ordnet ihnen fortan Farben zu, durchleuchtet sie und erkennt ihren Seelenballast. Seine offenen konfrontierenden Worte verängstigt sie. Und ehe sich Anders versieht, wird er zur Zielscheibe öffentlichen Ärgernisses.

“Ich hab dich lieb”, sagt André zu seinem Sohn. “schon immer für immer.”

Zitat, Seite 96

Doch die Veränderung des Jungen scheint einen tiefergehenden Hintergrund zu haben. Anders wahrt ein schreckliches Geheimnis, dessen Offenbarung schlimme Folgen hat. Und jemandem scheint viel daran zu liegen, dass es für immer im Dunkeln bleibt.

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“Fast jeder Mensch, da machte sie selber bestimmt keine Ausnahme, war in irgendwelche Zwänge eingebunden, wurde von inneren und äußeren Einflüssen bestimmt, die sich seinem Willen und seinem Zutun entzogen. Aber wer zwischen vollmundig und malzig lebte, der lebte unmöglich wirklich.”

Zitat, Seite 167

Andreas Steinhöfel entführt uns in eine Welt voller Farben. Es ist die Welt des Winterjungen Felix oder vielmehr Anders, der nach einem 263-tägigen Koma mit einer neuen Persönlichkeit das Licht der Welt erblickt, unangepasst und eigentbrötlerisch.

Steinhöfels Geschichte ist erfrischend anders. Mit einer distanzierten Betrachtungsweise gibt er uns den Blick auf ein Familiendrama frei, das tief verwurzelt ist. Er präsentiert es dem Leser auf ungewöhnlich unsentimentale Weise, nährt die Geschichte mit Emotionen und Farben und tränkt sie gelegentlich mit einem Hauch von Poesie. Eine düstere Poesie, die teilweise für mystische und unheimliche Klänge sorgt, dem Roman aber eine sehr melodisch atmosphärische Untermalung schenkt.

“Er schlug das Album auf. Erinnerungen sprangen ihn an, denen er spielend eine Farbe hätte zuordnen können, ein warmes, abgetöntes Nussbraun, das süße Stille versprach, aber er wusste, das war ein trügerisches Versprechen. Die Farbe flüsterte und lockte mit dem einzigen Ziel, sich über sein Denken und Fühlen zu legen wie Mehltau, es würde Tage dauern, eher Wochen sogar, sich davon zu befreien.”

Zitat, Seite 144

Der Roman, der im Kinder- und Jugendbuchgenre angesiedelt ist, bedient sich einem sehr dramatischem, teilweise metaphergetränkten Schreibstil, dessen Inhalt sich sicherlich nicht jedem Leser erschließt, schon gar nicht Kinder oder Jugendlichen. Steinhöfel wandert teilweise auf einem sprachlich sehr hohem Niveau, das die Lektüre sicherlich auch für den ein oder anderen Erwachsenen zu einer sehr anspruchsvollen Lektüre macht.

“Ich hatte ganz vergessen, wie hell ihr seid. Das Licht im Dunkel der Welt. […] ihr strebt der Zukunft als Flammen entgegen: voller Hoffnung, mit dem Glauben an Veränderung.”

Zitat, Seite 150

Die Aufmachung und Illustrationen des Buches sind minimalistisch, spiegeln aber bei näherer Betrachtungsweise den Inhalt des Romans perfekt wieder. Trotz farbgetränkter Geschichte scheint mir die Konzentration der Illustrationen auf die Farben goldgelb, schwarz und weiß als die ideal.

Ohne den Inhalt und Verlauf der Geschichte vorweg zu nehmen, möchte ich auf Steinhöfels wunderschöne Verwebung der einzelnen Protagonisten hinweisen. Auch wenn Felix und seine Eltern den zentralen Kern der Geschichte darstellen, schienen mir sämtliche Nebendarsteller wichtiger Bestandteil des großen Ganzen zu sein. Das Gerüst der Story präsentierte sich mir wie ein riesiges Spinnennetz, in dem die Ereignisse, Personen und Orte kunstvoll miteinander verwoben sind.

“Nur hier findet der Junge wirklich Ruhe, nur hier schweigt sein Kopf, der sonst schier zu zerbersten droht unter den unaufhörlichen und gleichzeitigen Eindrücken kaskadischer Worte und disharmonischer Musik, und nur hier schweigt sein Körper, in dem jede Farbe, sobald sie seine Augen trifft, einen Geruch erzeugt, jedes Lichtpartikel einen Geschmack, und der von innen verbrennt, weil er Luft als Feuer einatmet, und der sofort wieder abkühlt, weil er sie als Schnee wieder entlässt.”

Zitat Seite 105

Durch kursiv gedruckte Gedankengänge einzelner Protagonisten schenkt Steinhöfel der Geschichte eine persönliche Note. Er gibt den Lesern dadurch den Blick auf das Innerste der Figuren frei und ermöglicht es, seine anspruchsvolle Kost besser zu erfassen.

Es war mir eine Ehre den andersartigen Winterjungen ein Stück seines Weges begleiten zu dürfen. Für das Rezensionsexemplar, das der Königskinder Verlag freundlicherweise auf die Reise nach München geschickt hat, bedanke ich mich recht <3-lich.

<3 <3 <3 <3

 

Bücher, die die Welt bedeuten..

lesenslust über “Die Seiten der Welt” von Kai Meyer

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„Während sie die Stufen zur Bibliothek hinablief, konnte Furia die Geschichten schon riechen: den besten Geruch der Welt.“

Zitat, Seite 9

Furia Salamandra Faerfax lebt gemeinsam mit ihrem Vater und ihrem Bruder ein abgeschiedenes Leben in der Welt der Bücher. Im englischen Landsitz der Familie, der “Residenz”, suchen sie Schutz vor der Adamitischen Akademie, die sich es zur Aufgabe gemacht hat, alle Mitglieder der Familie Faerfax, die sich seit Generationen aus mächtigen Bibliomanten zusammensetzt, zu töten.

In den Katakomben des Anwesens stößt man auf ein riesige unterirdische Bibliothek, die neben unzähligen Büchern auch eine Reihe an magischen Kreaturen beherbergt: Lebendige Origamis, die Büchern den Staub vom Deckel fressen, ein wuselnder Buchstabenhaufen, der Furia gerne auf ihren Streifgängen durch die dunklen Regalreihen begleitet und ein bedrohlicher Schimmelrochen.

Voller Sehnsucht wartet Furia auf die Offenbarung ihres Seelenbuches, um endlich in die Fußstapfen ihres Vaters zu treten und eine echte Bibliomantin zu werden. Denn nur mithilfe ihres eigenen Seelenbuches kann sie die volle Magie der Bibliomanie und die Macht der Worte entfesseln.

Lyrik versteht man nicht, man fühlt sie.

Zitat, Seite 195

Als ihr Bruder entführt wird, muss sich Furia auf den Weg nach Libropolis machen, der Stadt an der Grenze der Nachtrefugien und der Heimat der verschwundenen Buchläden. In der Bücherstadt trifft sie auf Cat, der Königin der Straße und den rebellischen Finnian. Gemeinsam stellen sie sich gegen die mächtigsten Bibliomanten von Libropolis um die vorhergesagte Entschreibung aller Bücher zu verhindern.

Eine rasante Verfolgungsjagd durch Libropolis beginnt..

“Zwischen all den Papieren und Büchern fand sie schließlich, was sie suchte. Ein schmales Leszeichen aus Pappe, nur mit einem einzigen Wort bedruckt: Libropolis. Als sie mit der Fingerspitze darüberfuhr, war es, als wimmelten Flöhe unter ihrer Haut. Das Ding mochte unscheinbar aussehen, aber es war bis in die letzte Faser von bibliomantischer Energie erfüllt.”

Zitat, Seite 120

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Vom Autor hatte ich vor diesem Roman bereits gehört, allerdings noch keines seiner Bücher gelesen. Meyers Roman “Die Seiten der Welt” konnte mich (trotz  Jugenbuch-Genre) mit seiner bezaubernden Aufmachung und der liebevollen Vermarktung sofort für sich gewinnen. Die Neugier, hinter den schwarzen Buchdeckel mit den goldenen Lettern zu blicken und die Welt von Libropolis zu erforschen, hat mich unvermittelt gepackt. Meine Begeisterung für fantastische Geschichten fand ihren Ursprung bereits in Walter Moers Zamonienreihe oder auch J.K.Rowlings Harry Potter, weswegen es absehbar war, dass auch Kai Meyers “Die Seiten der Welt” seinen Weg in mein Bücherregal finden wird.

Die Idee des Romans finde ich sehr gelungen. Die Geschichte, die von der Magie der Worte getränkt ist und dich in eine Welt voller magischer Kreaturen, Bücher und Buchliebhaber eintauchen lässt, begegnete mir wie eine magische Entdeckungsreise. Die Geschichte nahm ziemlich schnell an Fahrt auf. Einige Dinge entwickelten sich für meinen Geschmack etwas zu schnell um sie richtig erfassen zu können und überfielen mich mit ihrem rasanten Tempo regelrecht während sich andere Zeilen um das eigentlich Geschehen herumschlichen und für ein paar unnötige Längen im Roman sorgten.

Eine schöne Konstante in diesem Fantasyabenteuer ist allerdings der Ideenreichtum des Autors, dem keine Grenzen gesetzt scheinen. Meyer begeistert mich mit sprechenden Möbelstücken, lebendigen Origamitieren und wuselnden Buchstabenhaufen (namens Ypsilonzett), heftet mir müffelnde Schimmelrochen an die Fersen oder lässt mich Bekanntschaft mit Exlibris (aus dem Text gefallenen Romanhelden) und Bibliomanten unterschiedlichster Art machen.

Bei aller Liebe zum Buch war Libropolis ein gescheitertes Experiment: mehr Bücher, als irgendjemand besitzen wollte; mehr Geschäfte als Käufer, die über Brücken kamen; und mehr Absicherung durch die Akademie, als wirtschaftlich sinnvoll war. Libropolis war ein Denkmal, kein Geschäftsmodell, und es war kein Wunder, dass so viele Bibliomanten das guthießen.

Zitat, Seite 480

Libropolis, die Bücherstadt, die Meyer als Dreh- und Angelpunkt in der Geschichte dient, baute sich mit ihren zahlreichen Gässchen, tummelnden Buchhändlern und ihren dicht aneinander kuschelnden Geschäften schnell vor meinem geistigen Auge auf. Ich kann mich dem Gefühl, einige Parallelen zwischen Meyers Libropolis und Moers Buchhaim, in die sich Hildegunst von Mythenmetz in Die Stadt der träumenden Bücher aufmacht, zu entdecken, aber nicht entziehen. Meiner Begeisterung für die Bücherstadt Libropolis tut das aber keinen wirklichen Abbruch.

Die Figuren in Meyers Roman sind mir recht schnell ans Herz gewachsen. Allen voran begegnete mir Protagonistin Furia als leidenschaftliche Kämpferin, die durch ihre Belesenheit und den prägenden Erfahrungen ihrer Kindheit schon sehr erwachsen und überlegt auftritt. Bei Suche nach ihrem kleinen Bruder wächst sie Seite für Seite an den sich ihr stellenden Herausforderungen.

Auch Cat und Severin, die in Libropolis zu Furias Freunden und zukünftigen Weggefährten werden, konnten mich mit ihren liebevoll gezeichneten Persönlichkeiten begeistern. Die Liebe, die zwischen den beiden Protagonisten wächst, verleiht der Geschichte Flügel, die mir in Zeiten des Kampfes wie kleine Seelenschmeichler agieren.

 Insgesamt finde ich das Werk von Meyer sehr gelungen, weshalb ich mich sehr auf den fantastischen Nachfolgeband freue, der laut Aussage des Autor bereits im Herbst 2015 erscheinen wird.

Gedanken und Ideen lösen sich in jeder Sekunde überall auf der Welt einfach in Wohlgefallen auf, keiner trauert ihnen nach, sie werden vergessen und sind fort. Selbst solche, die niedergeschrieben werden, verschwinden wieder. Tafeln werden leer gewischt, Bücher werden verbrannt. Nichts ist so vergänglich wie ein Gedanke.

Zitat, Seite 402

<3 <3 <3 <3

 

 

Post aus Köln: Blog-Visitenkarten..

Bücherregal 1
Nur Lesen ist schöner

Hallo ihr Lieben,

für meine zukünftigen Besuche auf Buchmessen & Bookups bzw. für den blogbezogenen Austausch mit literaturbegeisterten Menschen hege ich schon seit längerem den Wunsch, mir professionelle Blog-Visitenkarten zuzulegen. Das Angebot der Online Druckerei Köln, mich mit kostenlosen Visitenkarten auszustatten, kam mir daher sehr gelegen und ich ergriff gerne die Chance, mich dabei von einem professionellen Team unterstützen zu lassen. Meine Blog-Visitenkarten haben mich bereits vor einer Woche erreicht und ich möchte nun die Gelegenheit nutzen, mich bei der Online Druckerei Köln, insbesondere Thomas W., zu bedanken und euch meine Erfahrungen mit der Druckerei weiterzugeben. Vielleicht seid ihr auch noch auf der Suche nach einer Druckerei, mit der ihr ein angestrebtes Print-Projekt in Angriff nehmen wollt. Zu besseren Übersicht habe ich meine Erfahrungen bestimmten Oberpunkten zugeordnet. Falls ihr Fragen zu den einzelnen Bereichen habt, dürft ihr gerne jederzeit auf mich zukommen.

Kontaktaufnahme

Auf die Online Druckerei Köln wurde ich durch einen Aufruf von Jörg Krämer in der Facebook-Gruppe ‘Bloggerinnen und Blogger gesucht’ aufmerksam. Er war er auf der Suche nach Bloggerinnen und Blogger aus der D-A-C-H-Region, die sich bereiterklären, über das neue Online-Druckportal zu schreiben. In diesem Atemzug hatte man als BloggerIN zudem die Möglichkeit den Onlinedruckservice persönlich zu testen. Im Angebot standen 100 Visitenkarten, 50 Postkarten oder 200 DIN A6-Flyer. Nachdem ich Kontakt zur Druckerei aufgenommen hatte, hat sich bereits kurze Zeit später Thomas Wieneritsch per Email mit mir in Verbindung gesetzt.

Facts über die Online Druckerei Köln

Facts, die für die Online Druckerei Köln sprechen:

  • die Druckerei besteht seit 1921 und verfügt daher über langjährig Erfahrung
  • großes Sortiment (u.a. Briefpapier-, Wertmarken-Druck)
  • möglicher Offset- oder Digitaldruck bei Flyern
  • Druckerei wählt günstigere Druckvariante für den Kunden aus
  • möglicher Blitzdruck von Visitenkarten (innerhalb von 7 Stunden)
  • portofreier Versand von Flyern, Visitenkarten und Briefpapier in ganz Deutschland
  • Mappen auch in kleinen Mengen bestellbar
  • möglicher Abholservice von Drucksachen in Köln
  • Auswahl zwischen einem online Zahlvorgang oder der persönlichen Zahlung vor Ort
  • Kauf auf Rechnung

Abwicklung

- via Email:

Bei mir verlief die Erstellung und Bearbeitung meiner Visitenkarte via Emailverkehr mit Thomas W., der sich mir gegenüber sehr kooperativ und verständnisvoll gezeigt hat. Es hat sich über ein paar Emails hingezogen, bis all meine Wünsche und Vorstellungen erfasst und umgesetzt werden konnten. Manchmal weiß man ja selbst noch nicht so genau, was man will bzw. kann sich bestimmte Dinge ohne visuelle Darstellung gar nicht so wirklich vorstellen. Eine grobe Richtung zwecks Schriftart, Aufbau und Farbthematik und einen 08/15-Visitenkarte hatte ich zwar schon, die finale Darstellung der Visitenkarten hat sich allerdings erst durch das Vorantasten durch die verschiedenen PDF-Vorschläge ergeben. Die Grafik zur Visitenkarte kam dabei aus meiner Hand, da ich bereits ein paar Bilder für ein derartiges Printprodukt geknipst hatte. Da sich eines davon für die Visitenkarten eignete, wurde es direkt verwendet.

- via Online-Druckportal:

Online Druckerei Koeln
Screenshot des Internetauftrittes/Online-Druckportals

Über die Benutzerfreundlichkeit des Online-Druckportals kann ich leider nicht viel sagen. Der Internetauftritt der Druckerei erscheint mir auf den ersten Blick sehr übersichtlich und klar aufgebaut zu sein. Ich nehme an, dass das Ganze über ein persönliches Benutzerkonto und das anschließende Erstellen und Bearbeiten via Internetportal läuft. Da ich ähnliche Printangebote in der Vergangenheit schon in Anspruch genommen habe (z.B. bei der Erstellung eines Fotobuchs) gehe ich von einer ähnlichen Vorangehensweise aus. Das Sortiment der Online Druckerei Köln präsentiert sich mir als sehr vielfältig. Ergebnis

Insgesamt bin ich mit dem Ergebnis und der Visitenkarte in meinen Händen ganz zufrieden. Auf der Vorderseite ist das gewählte Bild meines Buchregals zu sehen. Das Foto ist scharf und die einzelnen Buchtitel sind teilweise sogar zu erahnen. Dass die Buchtitel im rechten Bildbereich nicht zu lesen sind, war beabsichtigt. Der Name meines Blogs ist zu lesen, wenn auch ich immer noch im Zwiespalt mit mir stehe, ob es eine gute Lösung war, ihn auf das Bild betten zu lassen. Bei der Auswahl der Schriftfarbe habe ich mir etwas schwer getan, weil die Farbe weiß sich mit den Buchtiteln der Bücher gebissen hätte und farbig wohl zu kitschig ausgefallen wäre. Irgendwie kann ich mir nicht helfen: aber wirkt der Schriftzug nicht ein bisschen wie ein Fremdkörper? Vielleicht liegt das an der Schattenfunktion, die bei der Schrift angewendet wurde. Was meint ihr? Passt das so?

Auf der Rückseite findet man alle Informationen, die mir persönlich wichtig waren, in sauber gedruckter, gut leserlicher und gegliederter Form. Die verwendeten Schriftarten gefallen mir persönlich sehr, weil sie sich etwas von den Standard-Schriftarten abheben. Die Schwerpunkte des Blogs (also Namen & Link der Blogseite, Facebook-Fanpageseite und Intension) wollte ich in einer anderen Schriftart haben, damit sie sich von den restlichen Informationen abheben. War das ein guter Schachzug oder irritiert euch das?

Die Farbintensität auf der Visitenkarte hätte meines Erachtens insgesamt ruhig noch etwas satter ausfallen können. Die zurückhaltenden matten Farben haben aber sicherlich mit der Druckvariante zu tun. Wenn man meine eingereichte Bildvorlage und die Visitenkarten miteinander vergleicht, fallen einem farbtechnisch ja schon diverse Abweichungen auf. Die Vorlage macht auf mich irgendwie einen frischen und lebendigen Eindruck als das Ergebnis. Bei einer neuen Bestellung würde ich daher auf Hochglanz-Visitenkarten Wert legen. Das ist aber wohl Geschmackssache. Die Beschaffenheit des Papiers bzw. Kartons gefällt mir sehr gut. Die Visitenkarten sind stabil und wirken auch nicht so anfällig auf äußere Einwirkungen. Die Dicke der Visitenkarte erachte ich als genau richtig, genau wie das Format auch.

Für meine neuen Blog-Visitenkarten bedanke ich mich daher ganz <3-lich bei der Online Druckerei Köln

Mit einem Klick könnt ihr eure eigenen Visitenkarten erstellen..

Und wie gefallen euch meine Visitenkarten so?

Habt ihr bereits Erfahrungen mit Online-Druckereien gemacht? Wenn ja, gute oder schlechte?

Wo bestellt ihr eure Printmedien so? Habt ihr Tipps oder Anmerkungen für mich, die ich beim nächsten Mal vielleicht beachten soll?

 Eure Steffi

Abstimmung: Lovelybooks Leserpreis 2014..

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Hallo ihr Lieben,

endlich ist es soweit: die Finalisten für den Lovelybooks Leserpreis 2014 stehen fest!

In den letzten zwei Wochen habt ihr mehr als 4.500 Bücher und Autoren für den begehrten Preis nominiert. Nun liegt es an euch, in 16 Kategorien für die besten der Besten abzustimmen.

In jeder der 16 Kategorien kannst du unter 35 Büchern und Autoren wählen und mit deiner Stimme deinen Favoriten unterstützen.

Die Abstimmungsphase läuft bis 27. November.

Am 28. November gibt Lovelybooks dann die Preisträger in den einzelnen Kategorien bekannt – ob auch eins deiner Lieblingsbücher den begehrten Preis ergattert?

Unter anderem sind folgende Bücher nominiert:

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Welche Bücher es noch auf die Shortlists geschafft haben, siehst du hier…

Stimme jetzt ab & unterstütze deine Favouriten!

Viel Spaß

wünscht Steffi.

Gebrochene Seelen..

lesenlust über “Wir haben Raketen geangelt” von Karen Köhler image

“Wollt ihr Geschichten, die euch wärmen in kalten, kalten Nächten? Wollt ihr nochmal Indianer sein? Wollt ihr Raketen? Ja, hier! Hier! Hier!”

Saša Stanišić

Es ist eine Welt voller Emotionen, in die ich mit Karen Köhler eintauche. Während wir sanft und behutsam durchs Wasser gleiten, tanzen über uns die Wellen, laut und heftig. Auf ungewohnt leichtfüßige Art und Weise erzählt mir die Karen Köhler in ihrem Debüt neun Geschichten voller Trauer und Schmerz. Jede einzelne offenbart eine dramatische Lebensgeschichte.
Es sind allesamt Geschichten von gebrochenen Seelen: Lebenswege von Frauen, in denen Liebe, Schmerz und Verlust eine große Rolle spielen. Köhlers Geschichten sind einzigartig und berühren. Und obwohl jede Geschichte für sich alleine steht, scheinen ihre Protagonisten eines gemeinsam zu haben: den Wunsch nach Seelenfrieden.

“Wir fahren mit Wind in den Fenstern. Wir fahren mit Musik in den Ohren. Wir sind zwei Delphine im Wasser. Einer davon ist fast blind. Wir könnten Helden sein. Nur für einen Tag. Ich, ich wäre der König. Und du, du wärst die Königin.”

Zitat, Seite 80

Es sind kleine Universen, die in Köhlers “Wir haben Raketen geangelt” zerbrechen. Universen von Frauen, die Phasen von Einsamkeit, Wut, Trauer und Verlust durchleben. Köhlers Zeilen sprühen dabei vor Intensität und sprachlicher Finesse.

Trotz ihrer Schwere gelingt es Köhler ihren Erzählungen einen aufgeschlossenen und leichtfüßigen Charme zu verleihen. Sie schenkt ihren Zeilen Intensität und Lebendigkeit. Während des Lesens scheint sich Zeit und Raum zu verlieren. Man wird eins mit den Geschichten, ein Wegbegleiter der Protagonisten und reist mit ihnen um den gesamten Globus.

So machen wir die ungewöhnlichsten Entdeckungen und lauschen unserem Innersten. Dabei angeln wir Raketen, begegnen einem Indianer in der Wüste, beherbergen schwarze Tränen in unserer Hosentasche, verspüren Geruchs-Fata-Morganas und erleben in einem abgelegenen Hochstand im dunklen Wald einen Jahrhundertherbst. Wir finden heraus, was Armut und Einsamkeit tatsächlich bedeutet und wie gut es uns allen tatsächlich geht.

“Ich weiß, dass das hier eine Scheißwüste ist, in der ich gestrandet bin, und ich weiß, dass da eben jemand war, mit Federhaube, der mir zu trinken gab und eine Träne von Mutter Erde. Weil ich aber nicht weiß, wie dieser Traum weitergeht, stecke ich das Steinchen in meine Hosentasche und warte.”

Zitat, Seite 39

Auf die einzelnen Erzählungen aus “Wir haben Raketen geangelt” möchte ich ungern eingehen, weil ich glaube, dass ihre Magie unter anderem vom Überraschungseffekt ausgeht und ich dieses berauschende Erlebnis niemandem vorwegnehmen möchte. Sicher ist, dass dieser Erzählband etwas ganz Besonderes für mich ist und es einen Ehrenplatz in meinem Bücherregal bekommen wird. Eigentlich bin ich für Kurzgeschichten überhaupt nicht zu haben. Oft bin ich enttäuscht, wenn großartige Geschichten bereits nach wenigen Zeilen schon wieder enden. Oft springt erst gar nicht der Funke über. Köhlers Erzählungen sind anders. Sie besitzen etwas Besonderes. Sie umschmeicheln mich. Lassen mich sehnsuchtsvoll die nächste Seite umblättern und stimmen mich nachdenklich. Ich kann mir nur schwer vorstellen, dass jemand sich diesem magischen Sog, der von Köhlers Geschichten ausgeht, entziehen kann.

Die liebevolle Illustration des Buches, sowohl Einband, als auch die passende Zeichnung am Beginn jeder Geschichte, setzen dem Buch die verdiente Krone auf. Auch sie stammen von der Autorin. Ich liebe dieses Buch und freue mich schon auf eine erneute Begegnung und hoffe auf ein baldiges Nachfolgewerk.

“Ich weiß, ich schulde dir alles. Eine Erklärung. Eine Antwort. Ein Leben vielleicht.”

Zitat, Seite 91

“Ich möchte etwas sagen, irgendetwas, aber ich bin leer, mir fällt nichts ein, nichts, was nicht belanglos wäre. Die Zeit wird dick und ich unter ihrem Gewicht ganz krumm. Mit jedem Augenblick, der verstreicht, wird das Schweigen zwischen uns größer, und die Möglichkeit, es zu überwinden, schrumpft zu einem sehr überschaubaren Häufchen.”

Zitat, Seite 150

<3 <3 <3 <3 <3

   

Lovelybooks Leserpreis 2014..

Lovelybooks

Ihr Lieben,

das Jahr neigt sich dem Ende entgegen. Und wieder ist es einigen AutorINNen und Verlagen gelungen, uns mit so mancher Geschichte ein Lächeln auf die Lippen zu zaubern.

LovelyBooks verleiht auch in diesem Jahr wieder den Leserpreis – einer der größten Auszeichnungen von Lesern für Leser im deutschen Raum.

Schon seit 2009 schenkt Lovelybooks mit dieser Auszeichnung AutorINNen, Büchern und ihren Verlagen besondere Anerkennung und die Beteiligung am Voting steigt jährlich.

Hier hat jeder Leser die Möglichkeit für seinen persönlichen Liebling 2014 zu stimmen und schenkt ihm damit noch ein bisschen mehr Aufmerksamkeit als sonst.

Wie genau läuft das?

Nominiert werden dürfen alle Bücher, die im Zeitraum vom 01.12.2013 bis 31.10. 2014 erschienen sind.

In jeder Kategorie darf jeweils ein Buch vorgeschlagen werden.

Die Nominierungsphase läuft zwei Wochen und endet am 19.11.2014.

Danach werden in jeder Kategorie die 35 meist gewählten Bücher herausgepickt und zu einer erneuten Abstimmung freigegeben, die dann bis zum 27.11.2014 läuft.

Am 28.11.2014 gibt Lovelybooks dann die Ergebnisse bekannt und vergibt die ersten drei Plätze in jeder Kategorie.

Nominierung
Screenshot: Auswahl der Bücher/ Kategorie Roman

Na, weißt du schon, welchem Buch du deine Nominierung schenkst? Gab es 2014 für dich ein besonderes Buch, das die Auszeichnung ganz besonder verdient hat?

Na dann nichts wie hin, zur Nominierung..

Viel Spaß wünscht euch

die Steffi

#bookupDE – ein Abend bei #arsedition..

 

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Hallo ihr Lieben,

gestern durfte ich Teil eines Bookup’s sein. Es fand im Verlagshaus von ars Edition im schönen Münchner Stadtteil Schwabing statt und war für mich die erste Veranstaltung dieser Art. Da mir die Bezeichnung des Events bis zum Beginn zugegeben selbst noch nicht ganz klar war, möchte ich auch euch nicht im Regen stehen lassen und das Wort an sich vorab kurz erklären.

Was genau isses denn, dieses ominöse Bookup?

Bookup ist eine Wortschöpfung aus book und meet up = sich treffen (ähnlich wie Tweetup). Im Allgemeinen versteht man unter einem Bookup also ein Treffen von buchbegeisterten Menschen, die auf unmittelbare Weise mit Büchern zu tun haben (z.B. Verlagsmitarbeiter, Buchhändler, Buchblogger oder leidenschaftliche Leser) und sich anlässlich einer bestimmten Veranstaltung treffen. Ort des Geschehens können Buchhandlungen, Verlagshäuser oder Bibliotheken sein.

Sinn und Zweck dieser Veranstaltung ist es, bei Führungen durch die oben besagten Räumlichkeiten einen Blick hinter die Kulissen werfen zu können, neue Programme und Projekte kennenzulernen und sich mit literaturbegeisterten Menschen darüber rege auszutauschen. Im Gegensatz zu anderen Veranstaltungen ist das Handy bzw. die Kamera während der Veranstaltung ein gern gesehener Gast und das begleitende bzw. anschließende Posten von Eindrücken über die diversen Kanäle (Twitter, Facebook, Instagram, Vine, eigener Blog…) ausdrücklich erwünscht.

Durch den verwendeten Hashtag (#bookupDE) lassen sich Bookups später beispielsweise auch auf Storify wiedergeben. Wie dass dann aussieht, seht ihr beispielsweise bei Stefanie Leo’s (aka Buecherkinder) wundervollem Beitrag zur gestrigen Veranstaltung.

Kurz und knackig – der Verlag ars Edition..

  • ars Edition ist ein renommierter Kinder-, Jugend- und Geschenkbuchverlag im Herzen von München-Schwabing
  • gegründet wurde ars Edition 1896, damals unter dem Namen ars sacra Josef Müller Kunstanstalten
  • anfangs veröffentlichte der Verlag religiöse Druckgrafiken und Gebetbücher, später auch theologische Bücher
  • gehört seit September 2000 zur international tätigen Bonnier-Gruppe mit Sitz in Stockholm
  • zum Profil des beliebten Publikumsverlages tragen namhafte Autoren und Illustratoren bei (u.a. Ida Bohatta, Maria Innocentia Hummel, Alexander Holzach)
  • Bekanntheit erlangte der Verlag in den 1990er Jahren durch die Buchserie Das magische Auge
  • seit Sommer 2012 wird das Verlagsprogramm um die Bloomsbury Kinder- & Jugendbücher ergänzt
  • im Januar 2013 startete bloomoon, das Jugendliteratur-Imprint des Verlags arsEdition.
  • das Geschenkbuch bei ars Edition steht dabei in einer langen Tradition
  • Homepage: http://www.arsedition.de
  • die myNOTES Notizbücher: http://mynotes.arsedition.de
  • ars Edition bei Facebook: https://www.facebook.com/arsEditionVerlag

 

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Aber denn mal zum eigentlichen Geschehen, dem Bookup bei Ars Edition am 21. Oktober 2014..

Bilder sagen oft mehr als tausend Worte. Aus diesem Grund möchte ich gar nicht groß um den heißen Brei herumreden und im Großen und Ganzen meine Bilder des Abends für sich sprechen lassen. Ich hoffe, dass es mir gelungen ist, zumindest auf dem ein oder anderen Bild die großartige Atmosphäre der gestrigen Veranstaltungen eingefangen zu haben. Ich bedanke mich auf diesem Weg noch einmal bei allen Beteiligten des gestrigen Abends (ganz besonders bei all den lieben Menschen vom Ars Edition Verlag und dem Häschen-Papa Alexander Holzach), die den Abend zu etwas ganz Besonderem gemacht haben.

Ich freue mich, über die #bookupDE Veranstaltung bei Facebook gestolpert zu sein und die Möglichkeit bekommen zu haben, daran teilzunehmen. Es wird sicherlich nicht mein letztes Bookup gewesen sein, da bin ich mir sicher… ;-)

Let the show beginn…

 

 

 

 

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…das Beste zum Schluss – Wortfetzen zwischen Alexander Holzach und Julia – ein Auszug:

Was soll ich dir zeichnen?

Mhmm…

(…)

Was bist du für ein Sternzeichen?

Jungfrau – oh ja, mal mir ne Jungfrau..

(…)

Eine Jungfrau..

Okay…ich mal dir nen Hasen..

(…)

Einen jungfräulichen Hasen..

 

Seelenstriptease..

lesenslust über “Das hat alles nichts mit mir zu tun” von Monica Sabolo

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Monica hat einen neuen Kollegen. XX ist gutaussehend, erfolgreich und vorallem von der Sorte unverbindlich. Auf den ersten Blick erscheint er Monica als idealer Partner. Während sich die ersten Annäherungsversuche auf das Füßeln unter dem gemeinsamen Schreibtisch und gemeinsame ‘Freaks & Geeks’ TV-Abende beschränkt, sitzt sie bereits wenige Trips auf seiner feuerroten Vespa und einer spärlichen Anzahl heißer Nächte später vor einer gescheiterten Beziehung. Monica kann sich die unglückliche Entwicklung nicht erklären und will das Ende der XX-Ära nicht einfach so akzeptieren.  Mit Feuereifer geht sie dem unglücklichen Beziehungsverlauf auf den Grund.

In zahlreichen Sms mit XX, bei Wahrsagern und im Austausch mit toten Schriftstellern sucht sie nach einer einleuchtenden Erklärung für das Beziehungsende. Auch etlige weinselige Abende später ist sie nicht klüger als zuvor, weshalb sie beginnt, in ihrer Kindheit und den frühen Beziehungsgeschichten ihrer Mutter nach einer Erklärung für ihr Scheitern zu suchen. Irgendwie muss sich die Sache ja erklären lassen.

Zu Monicas Bedauern steht XX der ganzen Sache ziemlich entspannt gegenüber, schließlich ist er sich sicher: “das alles nichts mit mir zu tun”. Und einen neuen Sozius für die gemeinsamen Trips auf seiner knallroten Vespa hat er schließlich längst gefunden…

„In der Fantasie sind die Dinge viel bezaubernder als in der Wirklichkeit.“

Zitat, Seite 106

 Monica Sabolo offenbart uns in ihrem Buch ein kunterbuntes Sammelsurium von Erinnerungsstücken. Es sind Überbleibsel aus Liebesbeziehungen, Auszüge aus Tagebüchern, Zeilen aus Sms und Emails, Fotos, wilde Notizen und Erzählungen von Begegnungen aus dem Leben der Autorin selbst. Der Roman, der nicht ohne Grund den Zusatz ‘Liebesinventur’ trägt, begegnet dem Leser als ein sehr buntes, innovatives und experimentierfreudiges Werk. Die Autorin selbst bezeichnet es als eine Art Seelenstriptease. Allerdings bleiben die autobiographischen Zeilen der Autorin leider nur bedingt tiefgründig und sind einer wirklichen Offenbarung ihrer Seele noch weit entfernt.

Durch die Abschnitte „Von der Blindheit“, „Die Vorgeschichte“ und „Vom Absturz“ ordnet die Autorin ihre Erinnerungsstücke bewusst bestimmten Episoden ihres Lebens zu und ermöglicht dem Leser so, die Entwicklung des Ganzen besser zu verstehen. Die anfängliche Fehleinschätzung von Monica hinsichtlich rosaroter Brille bzw. einer akuten Liebesblindheit, nahm ich im Verlauf der Geschichte zurück, weil mir eigentlich schnell klar wurde, dass ihr Verhalten nicht dem Verhalten einer normalen unglücklich Verliebten gleichzusetzen ist und viel mehr dahinter steckt als man anfangs vermutet.

“Diesen ersten Teil widmen wir dem Wunder der Liebesblindheit. Wir werden sehen, wie diese Krankheit schonungslos über den Menschen hereinbricht, während er, arglos noch und selbstsicher, durchs Leben geht. Aus wissenschaftlicher Warte ist es wichtig, wenn nicht sogar ergreifend, die Vorboten der Katastrophe zu enthüllen, jene Fingerzeige, die aufleuchten wie mit flammenden Buchstaben verfasste Warnungen und die jeder Liebende in den Wind schlägt, während er unschuldig lächelt wie ein Kind, das an den Opferstein geführt wird.”

Zitat, Seite 9

Die Geschichte zwischen Monica und XX scheint dabei nur ein kleiner Teil von Sabolos Erfahrungen zu sein. Die gescheiterte Beziehung zu ihrem Kollegen erscheint mir vielmehr als der nötige Anstoß zu der Verarbeitung viel größerer Probleme aus ihrer Vergangenheit, nämlich der Aufarbeitung ihres insgesamt unglücklichen Liebeslebens und ihrer Beziehung zu den Partnern ihrer Mutter. Die unglücklichen Erfahrungen, das ruhelose Wesen und der strauchelnde Lebensweg der Mutter hat offensichtlich so manche Wunde bei der Tochter hinterlassen und Monicas Persönlichkeit sehr geprägt.

Auch wenn die Autorin sehr viel Einblick in ihr Privatleben gibt und den Leser an intimen Gedanken teilhaben lässt, bleibt die viel interessantere Offenbarung für den Leser im Verborgenen. Sabolo, die im Umgang mit Männern scheinbar nicht viel Positives erfahren konnte und zudem Opfer eines Missbrauch wurde, kratzt lediglich an der Oberfläche eines für sie sehr prägenden und schmerzhaften Erlebnisses. Der Leser kann lediglich erahnen, welchen Schaden dieses Erlebnis im Gefühlskarussel der Autorin hinterlassen hat. Wirklich greifbar wird es für den Leser leider nicht. Sabolo schlarwenzelt für meinen Geschmack viel zu sehr, wenn auch auf geschickte Art und Weise, um das tiefgründigere und interessantere Thema herum, indem sie ihre schlechten Erfahrungen mit Überspitzheit und Humor durch den Kakao zieht. Offensichtlich ist jedoch, dass das Schreiben dieses Buches für Sabolo eine Art Befreiungsakt war. Ein Vorgang, durch den die Autorin sich scheinbar ihre Trauer, Wut und Enttäuschung von der Seele schreiben konnte und diese Gefühle dem Leser während dem Leser auch nicht verborgen bleiben.

“Wie eine Luftblase, die sachte, ganz sachte, vom Meeresgrund aufsteigt, brachen sich plötzlich Bilder einer lange verdrängten Routine Bahn. Mit einem Plopp so sanft und still wie der Tod erschien in der Dunkelheit vor ihren Augen auf einmal ein hell leuchtendes Aquarium, Fische glitten zwischen den Algen hin und her und die Hand von Yves S. unter ihr Nachthemd.”

Zitat, Seite 132

Das Ende ist derart abrupt, dass es mich unbefriedigt zurücklässt, weshalb mir selbst die Illusion auf ein seeliges Ende genommen wurde.

<3 <3 <3

Vernebelte Geschäfte..

lesenslust über “Das Haus der vergessenen Bücher” von Christopher Morley

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Parnassus

R. und H. Mifflin

Bücherfreunde willkommen!

In diesem Geschäft spukt es

Zitat, Seite 8

New York, im Jahre 1919. Ausgerechnet in einem alten, von Rauchschwaden vernebelten Antiquariat Brooklyns fängt Aubrey Gilbert, weltoffener aber literaturfremder Werbetexter, Feuer.

Doch nicht die mit Weltliteratur angereicherten Gänge des Parnassus, die dem Besitz von Roger Mifflin, einem leidenschaftlichen Bibliomanen, zuzuordnen sind, sorgen für Aubreys Entzücken, sondern vielmehr die neue und adrette Hilfskraft des Ladens, Titania Chapman.

Als sich Aubreys Besuche im Laden häufen, bekommt er Wind vom mysteriösen Verschwinden eines scheinbar alten Buches. Und ehe er sich versieht, stolpert er in einen Spionagefall per excellence.

Wer hätte gedacht, dass Mifflins versteckte und unscheinbare Oase für geistig unterernährte Literaturliebhaber schon bald zum Dreh- und Angelpunkt eines riesigen  Komplotts wird?

“Das Leben in einer Buchhandlung ist wie das Leben in einem Munitionslager. Diese Regale sind angefüllt mit dem gefährlichsten Sprengstoff der Welt – dem menschlichen Geist.”

Zitat, Seite 21

Das Antiquariat Parnassus in der Gissing Street ist eine Oase für literaturverliebte und texthungrige Menschen aus allen Ländern. Hier trifft der Besucher gemeinsam mit Aubrey auf Roger Mifflin, der neben seiner patenten Ehefrau und seinem Hund Bock (was die Kurzform für Boccacio ist) mit außerordentlicher Freude Wunschlektüren aufzuspüren vermag.

“Bücher sind die Reservoirs des menschlichen Geistes.”

Zitat, Seite 49

Hier wird der Bücherliebhaber so lange sich selbst überlassen, wie er es benötigt, um ungestört in den mit Weltliteratur bestückten Regalen zu stöbern und sich vom Rausch der spukenden Buchhandlung betören zu lassen. Das Rauchen ist während des Besuchs gestattet und gemütliche Sitzgelegenheiten gibt es in Hülle und Fülle.

Durch diesen Ort ist Christopher Morley, dem Autor des Romans, ein bezaubernder Schauplatz für diese Geschichte gelungen. Mit lebendigen und detailvollen Beschreibungen schafft er eine charmante und höchst reizvolle Atmosphäre für Buchliebhaber, die sich während der Geschichte auf vertrautem Terrain bewegen.

Der Schreibstil des Autors hat neben den Beschreibungen des Ladens jedoch für etwas Irritation auf meiner Seite gesorgt, was wohl oder übel den hochtrabenden und altmodischen Zeilen des Buchhändlers zuzuschreiben ist. Auch wenn die Niederschrift von Mifflins Gedanken und Dialogen gut zur Epoche des Buches passt und somit für Authentizität sorgt, komme ich nicht umhin, sie als meine persönliche Stolperstelle anzusehen. Denn leider entfalteten sich so nicht alle Gedankengänge des Antiquars in voller Blüte.

“Bücher enthalten die Gedanken und Träume der Menschen, ihre Hoffnungen, ihr Streben, alles, was an ihnen unsterblich ist. Aus Büchern lernen die meisten von uns, wie lebenswert das Leben doch ist.”

Zitat, Seite 116

Die Geschichte ist mit einer Fülle an philosophischen Zeilen angereichert, deren magische Anziehungskraft du dich nicht verwehren kannst. In der Buchhandlung selbst spukt es zu meinem Bedauern leider weniger als vermutet. Lediglich das mysteriöse Verschwinden eines Buches sorgt für Aufregung bei allen Beteiligten. Aubrey, ein literaturfremder Jungspund, der Mifflin eigentlich zu Werbemaßnahmen des Buchladens animieren will, macht es sich nun ganz unbewusst zur Aufgabe, diesem mysteriösen Verschwinden nachzugehen.

Bei seiner auffällig unauffälligen Herangehensweise a la Sherlock Holmes hat er schnell die Aufmerksamkeit der Diebe auf sich gelenkt und muss schon bald für das Wohlergehen von Miss Chapman harte Maßnahmen ergreifen. Bei einer rasanten Verfolgungsjagd entdeckt der Leser, dass nichts so ist, wie es zunächst scheint. Auch wenn der Verlauf der Geschichte dir nicht durchweg den Atem raubt, sorgt Morleys Werk für unterhaltsame und höchst vernebelte Stunden.

“Das Schöne am Buchhandel ist, dass man kein Literaturkritiker sein muss. Alles, was man braucht, ist die Freude am Buch.”

Zitat, Seite 104

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